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Duisburg, 15. April 2010 -Sorgt
derzeit der neue Bürger Duisburg im Kantpark, die Skulptur „Davis“
von Hans-Peter Feldmann für Aufsehen, sei hier an die wohl
berühmteste Skulptur des Namensgebers Wilhelm Lehmbruck - „Die
Kniende“ – erinnert, die im Jahre 1911 entstand.

Foto HaMo
Diese wurde in den zwanziger Jahren im Duisburger Tonhallengarten
aufgestellt und erregte damals das Schamgefühl der Duisburger
Bevölkerung. Eine Lokalzeitung rief zu jener Zeit dazu auf, das als
unsittliches „Schandmal“ bezeichnete Kunstwerk gewaltsam zu
beseitigen.
In der Nacht vom 27. auf den 28. Juli 1927 beschädigten vier junge
Kaufleute die Skulptur schwer. Das Regime der Nationalsozialisten
brandmarkte die Skulptur als entartete Kunst.
Heute ist dieses Kunstwerk ein Aushängeschild für die
Kunstlandschaft unserer Stadt! Die Kritik an der Gesellschaft der 99
Jahre alten Dame durch ein unbekleidetes, männliches Pendant wird,
wie auch bei "Nana", die zu einem Anziehungspunkt der Besucher
geworden ist, sicherlich in einigen Monaten verstummen. HaMo

Foto Manfred Schneider
Die 9 Meter hohe, leuchtend kolorierte
Fassung der berühmten Skulptur Michelangelos sorgt seit ihrer
Realisierung 2006 für großes Aufsehen. Nach Stationen vor dem Kölner
Museum Ludwig und dem Künstlerverein Malkasten in Düsseldorf kommt
Feldmanns David nun dauerhaft nach Duisburg. Vor dem LehmbruckMuseum,
dem Zentrum Internationaler Skulptur, steht er ab April 2010 in
unmittelbarer Nähe zur Fußgängerzone.
Hans-Peter Feldmann (geb. 1941), international renommierter
Künstler, stellt mit seinen Arbeiten, die sich häufig aus
alltäglichen Elementen und Motiven zusammensetzen, das kollektive
Bildergedächtnis der Betrachter auf die Probe. Den Cararra-Marmor
der weltbekannten „David“-Skulptur Michelangelos, Sinnbild der
Republik Florenz und Signet für die europäische Skulptur der
Neuzeit, eignet er sich so an und ersetzt es durch gegossenes und
bemaltes Epoxidharz: Grell rosa spannt sich die Haut des Helden über
die gut trainierten Muskeln, goldgelb wellt sich das Haar, rot
leuchten die Lippen.
Der Bürgergarten Kant Park stellt den idealen Aufstellungsort für
Feldmanns „David“ dar. Seine Fassung der berühmtesten Skulptur der
Welt steht nun vor dem Zentrum Internationaler Skulptur mit seiner
Sammlung der Skulptur der Moderne und in Sichtweite zu Lehmbrucks
Kniender, ihrerseits eine der berühmtesten Plastiken der klassischen
Moderne und längst Symbol für das Werk des Duisburger Bildhauers
(1881-1919). Ab dem Kulturhauptstadtjahr 2010 verweist Feldmanns
„David“ mithin auf die kulturelle Bedeutung Duisburgs als Stadt der
Skulptur des 20. Jahrhunderts. „Und er behauptet so“, wie Raimund
Stecker nicht ohne Ironie formuliert, „gleichsam goliathhafte
Größe“.
Dank des Sponsoring der Stadtwerke Duisburg AG wurde die Erwerbung
und Aufstellung der Skulptur von Hans-Peter Feldmann für die
Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum möglich gemacht: „Mit einem
solchen Engagement wollen wir einen lokalen Beitrag zur
Kulturhauptstadt RUHR.2010 leisten und am Standort Duisburg einen
künstlerischen Wert schaffen, der auch über das Kulturhauptstadtjahr
hinaus bestehen soll“, so Torsten Hiermann, Leiter der
Konzernkommunikation der Stadtwerke. Eine Angabe darüber, wie teuer
die Anschaffung der Skulptur gewesen ist, war bei der Enthüllung
nicht zu erfahren.
"Dies ist die erste Duftmarke, die der neue Museumsdirektor Raimund
Stecker setzt. Es ist eine gute Duftmarke. Die Museumslandschaft
leidet darunter, dass nur wenige Besucher kommen. Da kann Kunst im
öffentlichen Raum helfen. Ich höre schon die quietschenden Reifen,
weil vorbeifahrende Autofahrer erschreckt oder begeistert anhalten.
Hoffentlich kommen dann auch einige ins Museum."
"Der David steht an der Kante des Kant-Parks. Er ist richtig
ausgerichtet und schaut zum Rathaus. Das Rathaus mag dich, David.
Kunst ist kontrovers. Das ist auch gut so. Ansonsten ist sie
langweilig und beliebig. Die Knieende von Lehmbruck ist ein Beispiel
dafür. Ein katholisches Lyzeum hängte ihr einst ein weißes Tuch um,
um die Keuschheit zu wahren. Als ich noch normales Ratsmitglied war,
musste ich mich auch intensiv um ein Kunstprodukt, nämlich den
Life-Saver, kümmern," berichtet Oberbürgermeister Adolf Sauerland
bei der Enthüllung der Skulptur.
"Was haben sich die Leute über den Life-Saver aufgeregt, als er
aufgestellt wurde," erinnert sich das ehemalige bürgerlich-liberale
Ratsmitglied Klaus de Jong. "Kaum ist man davor stehengeblieben,
waren schon 10 Leute um einen herum und wollten wissen, was man
davon hält Heute ist es ein Orientierungspunkt, den man vermißt,
wenn er repariert wird. Wir brauchen solche Hingucker."
Der David von Michelangelo sei ihm schon als kleiner Junge in Form
einer etwa 30 cm großes Figur begegnet, berichtet der Künstler. Das
war in den `50er Jahren. Und er habe ihn bis heute nicht
losgelassen. Ob das Produkt kitschig sei? "Nein, auf keinen Fall,"
hält der Künstler dagegen. "Ich mag Kitsch. Mir gefallen auch die
hellen Farben."
KaMa |