Archiv 2007

Satire: Öl in Neudorf

Duisburg, 13. Dezember 2007 - Öl! Wir haben Öl gefunden! Auf meinem Grundstück! Bei den Erweiterungsarbeiten für die Regattabahn sind die Bauarbeiter auf das wertvolle Nass gestoßen. Ob da ein großes Lager an Zwetschgensirup ist? Moderige Tinte? Erst ein kleiner Feuertest brachte die ganze Wahrheit ans Tageslicht.
Die Produktion ist inzwischen angeleiert. Sehen Sie die Tankwagen da drüben? Sie saugen das Öl aus dem Boden und bringen es zu den Tankstellen. Auf diese Art bin ich schon jetzt, nach wenigen Wochen, superreich geworden. Ob ich mich denn auch sozial engagiere, fragen Sie? Ja, aber natürlich. Was denken Sie denn von mir?
Ich habe einen Verschönerungsverein für unseren Stadtteil gegründet. Viele Statuen stehen jetzt über das ganze Stadtteilgebiet verteilt. Sie zeigen Menschen aus Neudorf. Ganz egal, ob Politiker, Sportler, Wirtschaftsmagnat, Künstler oder Wissenschaftler - Hauptsache prominent. Ich habe auch dafür gesorgt, dass die Standbilder ständig gesäubert und in Schuß gehalten werden. Krefeld und die Düsseldorfer Altstadt standen mir dabei Pate.
Ich habe Duisburg auch wieder ans Wasser gebracht. Eine kleine Gracht befindet sich in der Duisburger Innenstadt, genauer gesagt in der Fußgängerzone. Die Gracht ist so angelegt, dass sie bei einem Schaden nicht den U - Bahn - Schacht überfluten kann. Eine Reihe Trauerweiden, Blumenkübel, Sitzbänke und andere Verschönerungsobjekte gibt es jetzt in der Innenstadt.
Die 1-Euro-Läden, die Ramschläden, die überflüssige Gastronomie - sie alle sind verschwunden. Es gibt jetzt anspruchsvolles Gewerbe. Herrenausstatter, Kürschnerbetriebe, Modisten, Raumausstatter, Möbelgeschäfte und Kosmetikläden gibt es jetzt im Innenstadtbereich. Wie ich das geschafft habe? Ganz einfach. Ich förderte die Innungen. Sie konnten kleine Messen, Leistungsschauen und andere Werbemaßnahmen durchführen. Dank mir gibt es eine Stadtmeisterschaft der Friseure. Seit das Rathaus gründlich renoviert und restauriert (auf meine Kosten), behandelt mich sogar die offizielle Kommunalpolitik freundlich. Sie merkt, daß ich ein wichtiger Steuerzahler und Stadtverschönerer bin. Ah, da kommt ja der Oberbürgermeister, um mir die Füße zu küssen. Andreas Rüdig

Duisburg "kommt!"

Duisburg, 7. Dezember 2007 - Nach dem Bau eines Parallelkanals an der Regattabahn in einem Landschaftsschutzgebiet erfolgte die feierliche Einweihung des ersten Konzertsaales in Deutschland mit einer intrigierten "Curry-Wurst Bude". Nun plant man ein 4-Sterne Hotel mit benachbarten Drive-in. Die Gäste eines 4-Sterne Hotels suchen sicherlich ein derartiges Ambiente. Was kommt danach? Ist der Bau von Einfamiliehäusern an den Seeufern der Wedau-Seen - natürlich mit angrenzenden Grundstücken zum See und eigenen Bootsliegeplätzen - schon in Planung? ungenutzte Seeufer gibt es doch (noch) genug an der Wedau.

von Hans-Willi Bütefür

Das Düsseldorfer Diktat

Duisburg, 13. November 2007 - Die Landesgartenschau-Bewerbung Duisburgs wurde seitens des Regierungspräsidenten abgelehnt, die world games sollen nun auch für diese Stadt, die aufgrund des Verschuldung unter totaler Haushaltsaufsicht steht, nur ein weiterer Wunschtraum bleiben. Dies alles unter dem Aspekt, dass Duisburg zu stark verschuldet sei und alles, aber auch wirklich alles durch Sponsoren abzusichern hätte. Heißt im Klartext: Die Städte, die finanziell deutlich besser gestellt sind und ohnehin viel mehr für Infrastruktur und Eigenwerbung mittels Großveranstaltungen stemmen können, werden bevorzugt. Wo also Geld ist, kommt dies nebst Image locker hinzu.
Städte wie Duisburg haben also generell das Nachsehen, dafür aber wird hier immer wieder Solidarität mit den neuen Bundesländern eingefordert, zieht das Argument der eigenen Bedürftigkeit nicht. Es erinnert fatal an einen Hartz-iV-Empfänger, der aus diesem Negativkreislauf kaum aus eigener Kraft den Absprung schafft. Das ist ein Zeichen für die Bürger, leider kein zukunftsträchtiges. Tafelsilber, dass diese Stadt ähnlich wie Düsseldorf oder besser noch Dresden einfach veräußern könnte um sich der Schulden zu entledigen, gibt es faktisch nicht. Wenn überhaupt nur in einem so bescheidenen Maße, dass es auch nicht weiter helfen würde.
Duisburgs Bürger dienten medienträchtig nur zu gern als ein gutes Publikum. Sei es bei den world games 2005 oder der Kanu-WM im August 2007. Die Begeisterung der Bürger für Angebote dieser Art war eigentlich ein deutliches Zeichen dafür, hier noch mehr zu investieren. Weil es sich einfach lohnt und im Zuge solcher Veranstaltungen Investoren auf dise Stadt aufmerksam wurden.
Investitionen brachten Investoren. So schließt sich ein vernünftiger zukunftsträchtiger Kreis. Die zu simplen aber natürlich Gesetztes konformen Platitüden aus Düsseldorf, dass die Stadt eben zu sparen hätte, gehen oft genug ins Leere. Ohne Solidarfonds wären die neuen Bundesländer auch noch lange nicht da, wo sie jetzt stehen. Das föderale Prinzip bedeutet, dass die stärken den schwächeren helfen. So wie das Ruhrgebiet als Motor der Wirtschaft und er Industrie in der Nachkriegszeit für alles stehen musste. Der Strukturwandel hat vieles vergessen lassen. Harald Jeschke

Service

Oktober 2007 - Es ist Mittwoch. Ich brauche Geld. Gleichzeitig möchte ich auch einige Briefe verschicken. Was mache ich? Es ist so gegen Viertel nach 4 Uhr, als ich die Hauptpost am Sonnenwall betrete. An den Schlangen am Geldautomaten und am Schalter merke ich, dass Monatswechsel ist. Aber noch viel mehr überrascht mich die Firma Kötter securities.
Sie bietet ja bekanntlich Sicherheitsdienstleistungen an. Und ist prompt mit einem Wachposten hier vertreten. Der arme Mann ist fest an einem Standort stationiert und soll darüber wachen, dass sich die Kunden benehmen. "Bieten Postbank und Briefpost inzwischen so schlechten Service, dass sich beide Unternehmen vor ihren eigenen Kunden schützen müssen," schießt es mir durch den Kopf.
Schnell merke ich, das viele der hier Anwesenden Arbeitslose sind, die auf ihr Geld warten. Die Stimmung ist irgendwie gereizt. Da das Geld erneut spät (hinsichtlich der Uhrzeit) auf dem Konto gutgeschrieben wird, ist für viele Leute der Tag versaut. "Bei der Sparkasse war das Geld schon um 11 Uhr drauf," wissen einige Leute zu berichten. Einkäufe können kaum noch getätigt werden. Wer noch eine Monatsfahrkarte braucht, dem droht bei der DVG eine zweite kilometerlange Schlange.
"Können Sie nicht bei Ihren Kollegen in Essen anrufen und fragen, wann gebucht wird?" Diese Frage bekommen die Postmitarbeiter häufig zu hören. Ihre Antwort: ein verständnisloser Blick. "Wir sind doch genauso genervt von den ständigen Schlangen," berichtet Martin, der an diesem Nachmittag Dienst tut. "Was machen können wir auch nicht. Fragen Sie lieber beim Aufsichtsrat, warum das so ist."
Von Service und Kundenbetreuung scheinen die Damen und Herren hier noch nie etwas gehört zu haben. Oder steckt System dahinter? Sind sozial Schwache mit geringem Einkommen (Rente, Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe usw.) nur lästige Kundschaft, die nicht genug Umsatz macht und nichts zum Gewinn des Unternehmens beiträgt? Sollen diese Kunden so vergrault und vergrätzt werden, dass sie sich andere Kreditinstitute suchen? Die Damen und Herren Postler (in Duisburg) zucken nur hilflos die Schultern, wenn man ihnen diese Frage stellt. Deutschland gilt als Servicewüste. Den Beweis habe ich jetzt erneut erhalten. So geschehen am 31. Oktober 2007 um 16.15 Uhr.
Andreas Rüdig

Grüngürtel

29. Oktober 2007 - Das Preußisches Fluchtliniengesetz, Aufbaugesetzgebung, Bundesbaugesetz, Polizeibehördliche Fluchtlinienfestsetzung, Genehmigungsfreistellungsverfahren und mehr...

"Igittigitt," kann man nun sagen. "Warum werde ich mit solche allgemeinen Verweisen auf die Gesetzeslage verwiesen? Was soll das?" Nun, die Antwort ist ganz einfach. Ich persönlich komme zwar aus dem Duisburger Süden, habe mich allein schon deswegen nicht weiter mit dem Thema "Grüngürtel Duisburg-Nord" beschäftigt und mir daher auch keine abschließende oder gar endgültige Meinung gebildet.
Ich sehe sehr deutlich, dass es hier ein diffuses Gemengelage aus privaten, wirtschaftlichen und politischen Interessen gibt. Woran mir persönlich gelegen ist, ist, dass hier eine sachliche Diskussion entsteht, bei der auch die Interessen des Stadtteils berücksichtigt werden.
Meine Fragen sind daher andere. Wie sehen die Wirtschaftsstruktur, Bevölkerungsstruktur (auch hinsichtlich ihrer ethnischen und religiösen Zusammensetzung), Sozialstruktur, Arbeits- und Ausbildungschancen der Menschen, Bildungschancen und Freizeitmöglichkeiten derzeit aus? Was ist hier für die Zukunft angedacht, insbesondere im wirtschaftlichen Bereich?
Ohne irgendjemandem vor den Kopf stoßen zu wollen: Stadtteile wie Marxloh, Beeck und Bruckhausen sind keine attraktiven Stadtteile. Man muss schon lange dort gewohnt haben, um sich dort wohlzufühlen.
 Meine Frage: Wie kann die Attraktivität der nördlichen Stadtteile Duisburgs auf Dauer erhöht werden?
 Ich wünsche mir hier sachlich begründete Konzepte, die überzeugen und auch bezahlbar sind. "Privat vor Staat," fordert unser nordrhein-westfälischer Innenminister.
"Der Staat sind wir," könnte man ergänzend hinzufügen. Angesichts des langen Planungszeitraumes wäre niemandem mit Schuldzuweisungen hinsichtlich einer verfehlten Planung usw. gedient. Stattdessen wäre es eher sinnvoll, sich Gedanken darüber zu machen, wie die Zukunft über die stadtteilbezogene Zukunft zu machen. Dann werden wir auch wieder die fast schon sprichwörtlichen blühenden Landschaften haben.
  Andreas Rüdig

Absage an Duisburgs Landesgartenschau-Bewerbung eine Politposse

Oktober 2007 - Was darf eine unter Haushaltssicherung stehende Stadt noch? Wie kann sie sich bei den Zwangsauflagen fast aller Zukunftsinvestitionen weiter entwickeln? Geht dies nur noch über Privatinvestoren?
Diese Fragen stellen sich Duisburgs Ratsmitglieder, die Verwaltung und die Bürger seit langer Zeit. Der Verschuldungsgrad der Stadt ist hoch, der Spielraum der Entscheidungen ist von der Bezirksregierung in Düsseldorf abhängig. Die Stadt bekam das Diktat aus Düsseldorf schon zu Zeiten der absoluten SPD-Macht in Duisburg zu spüren, damals war bei Rat, Verwaltung und Bürger das Wort "Tränenliste" in aller Munde. Das hat auch heute noch Bestand. Bis zum Herbst 2004 war das unter den Sozialdemokraten so, das ist aktuell bei veränderten Machtstrukturen in der Stadt und im Land unverändert geblieben. Damals war ein Sozialdemokrat Regierungspräsident, heute ist es auch der Fall. Der Unterschied: Die neuen Duisburger Machthaber versuchen die Altlasten aus der SPD-Zeit aufzuarbeiten, ein Sozialdemokrat entscheidet aber immer noch über den Handlungsrahmen. Natürlich streng nach den engen gesetzlichen Vorgaben - sagt Herr Büssow. Muss er auch, ansonsten hätte er bei der ebenfalls farblich veränderten Landesregierung arge Probleme. Doch zurück zur Frage, was diese Stadt noch kann bzw. darf und was sich seit Oktober 2004 geändert hat.
In erster Linie den Gürtel enger schnallen, in zweiter Linie den Solidaritätspakt erfüllen und eigene Wünsche und Ziele zurückstellen. Allein die jährlich aufzubringende Summe zum Solidarpakt würde locker ausrechen, den nachhaltigen Effekt der Investitionen für eine Landesgartenschau zu sichern. Damit wäre die Entwicklung der Stadt bestens nach vorn gebracht. Geht nicht - so der erwähnte Sozialdemokrat.

Es ist schon kurios: Der Strukturwandel brachte die jahrzehntelang herrschenden Sozialdemokraten der Stadt finanziell an den Krückstock, alle Bemühungen der jetzigen Stadtspitze werden von der Opposition torpediert und die sozialdemokratisch besetzte Bezirksregierung kann der Schwarz-gelben Landesregierung ein Schnippchen schlagen. Was bleibt ist Frust, Stillstand und Unbehagen beim Bürger. Die Schuldzuweisungen hüben wie drüben bleiben akut, der Stillstand und die Finanzmisere auch - ein gutes Entwicklungsszenario mit nachhaltig positivem Effekt wird verhindert. Harald Jeschke

Das Düsseldorfer Diktat

Duisburg, 13. November 2007 - Die Landesgartenschau-Bewerbung Duisburgs wurde seitens des Regierungspräsidenten abgelehnt, die world games sollen nun auch für diese Stadt, die aufgrund des Verschuldung unter totaler Haushaltsaufsicht steht, nur ein weiterer Wunschtraum bleiben. Dies alles unter dem Aspekt, dass Duisburg zu stark verschuldet sei und alles, aber auch wirklich alles durch Sponsoren abzusichern hätte. Heißt im Klartext: Die Städte, die finanziell deutlich besser gestellt sind und ohnehin viel mehr für Infrastruktur und Eigenwerbung mittels Großveranstaltungen stemmen können, werden bevorzugt. Wo also Geld ist, kommt dies nebst Image locker hinzu.
Städte wie Duisburg haben also generell das Nachsehen, dafür aber wird hier immer wieder Solidarität mit den neuen Bundesländern eingefordert, zieht das Argument der eigenen Bedürftigkeit nicht. Es erinnert fatal an einen Hartz-iV-Empfänger, der aus diesem Negativkreislauf kaum aus eigener Kraft den Absprung schafft. Das ist ein Zeichen für die Bürger, leider kein zukunftsträchtiges. Tafelsilber, dass diese Stadt ähnlich wie Düsseldorf oder besser noch Dresden einfach veräußern könnte um sich der Schulden zu entledigen, gibt es faktisch nicht. Wenn überhaupt nur in einem so bescheidenen Maße, dass es auch nicht weiter helfen würde.
Duisburgs Bürger dienten medienträchtig nur zu gern als ein gutes Publikum. Sei es bei den world games 2005 oder der Kanu-WM im August 2007. Die Begeisterung der Bürger für Angebote dieser Art war eigentlich ein deutliches Zeichen dafür, hier noch mehr zu investieren. Weil es sich einfach lohnt und im Zuge solcher Veranstaltungen Investoren auf dise Stadt aufmerksam wurden.
Investitionen brachten Investoren. So schließt sich ein vernünftiger zukunftsträchtiger Kreis. Die zu simplen aber natürlich Gesetztes konformen Platitüden aus Düsseldorf, dass die Stadt eben zu sparen hätte, gehen oft genug ins Leere. Ohne Solidarfonds wären die neuen Bundesländer auch noch lange nicht da, wo sie jetzt stehen. Das föderale Prinzip bedeutet, dass die stärken den schwächeren helfen. So wie das Ruhrgebiet als Motor der Wirtschaft und er Industrie in der Nachkriegszeit für alles stehen musste. Der Strukturwandel hat vieles vergessen lassen. Harald Jeschke

Service

Oktober 2007 - Es ist Mittwoch. Ich brauche Geld. Gleichzeitig möchte ich auch einige Briefe verschicken. Was mache ich? Es ist so gegen Viertel nach 4 Uhr, als ich die Hauptpost am Sonnenwall betrete. An den Schlangen am Geldautomaten und am Schalter merke ich, dass Monatswechsel ist. Aber noch viel mehr überrascht mich die Firma Kötter securities.
Sie bietet ja bekanntlich Sicherheitsdienstleistungen an. Und ist prompt mit einem Wachposten hier vertreten. Der arme Mann ist fest an einem Standort stationiert und soll darüber wachen, dass sich die Kunden benehmen. "Bieten Postbank und Briefpost inzwischen so schlechten Service, dass sich beide Unternehmen vor ihren eigenen Kunden schützen müssen," schießt es mir durch den Kopf.
Schnell merke ich, das viele der hier Anwesenden Arbeitslose sind, die auf ihr Geld warten. Die Stimmung ist irgendwie gereizt. Da das Geld erneut spät (hinsichtlich der Uhrzeit) auf dem Konto gutgeschrieben wird, ist für viele Leute der Tag versaut. "Bei der Sparkasse war das Geld schon um 11 Uhr drauf," wissen einige Leute zu berichten. Einkäufe können kaum noch getätigt werden. Wer noch eine Monatsfahrkarte braucht, dem droht bei der DVG eine zweite kilometerlange Schlange.
"Können Sie nicht bei Ihren Kollegen in Essen anrufen und fragen, wann gebucht wird?" Diese Frage bekommen die Postmitarbeiter häufig zu hören. Ihre Antwort: ein verständnisloser Blick. "Wir sind doch genauso genervt von den ständigen Schlangen," berichtet Martin, der an diesem Nachmittag Dienst tut. "Was machen können wir auch nicht. Fragen Sie lieber beim Aufsichtsrat, warum das so ist."
Von Service und Kundenbetreuung scheinen die Damen und Herren hier noch nie etwas gehört zu haben. Oder steckt System dahinter? Sind sozial Schwache mit geringem Einkommen (Rente, Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe usw.) nur lästige Kundschaft, die nicht genug Umsatz macht und nichts zum Gewinn des Unternehmens beiträgt? Sollen diese Kunden so vergrault und vergrätzt werden, dass sie sich andere Kreditinstitute suchen? Die Damen und Herren Postler (in Duisburg) zucken nur hilflos die Schultern, wenn man ihnen diese Frage stellt. Deutschland gilt als Servicewüste. Den Beweis habe ich jetzt erneut erhalten. So geschehen am 31. Oktober 2007 um 16.15 Uhr.
Andreas Rüdig

Grüngürtel

29. Oktober 2007 - Das Preußisches Fluchtliniengesetz, Aufbaugesetzgebung, Bundesbaugesetz, Polizeibehördliche Fluchtlinienfestsetzung, Genehmigungsfreistellungsverfahren und mehr...

"Igittigitt," kann man nun sagen. "Warum werde ich mit solche allgemeinen Verweisen auf die Gesetzeslage verwiesen? Was soll das?" Nun, die Antwort ist ganz einfach. Ich persönlich komme zwar aus dem Duisburger Süden, habe mich allein schon deswegen nicht weiter mit dem Thema "Grüngürtel Duisburg-Nord" beschäftigt und mir daher auch keine abschließende oder gar endgültige Meinung gebildet.
Ich sehe sehr deutlich, dass es hier ein diffuses Gemengelage aus privaten, wirtschaftlichen und politischen Interessen gibt. Woran mir persönlich gelegen ist, ist, dass hier eine sachliche Diskussion entsteht, bei der auch die Interessen des Stadtteils berücksichtigt werden.
Meine Fragen sind daher andere. Wie sehen die Wirtschaftsstruktur, Bevölkerungsstruktur (auch hinsichtlich ihrer ethnischen und religiösen Zusammensetzung), Sozialstruktur, Arbeits- und Ausbildungschancen der Menschen, Bildungschancen und Freizeitmöglichkeiten derzeit aus? Was ist hier für die Zukunft angedacht, insbesondere im wirtschaftlichen Bereich?
Ohne irgendjemandem vor den Kopf stoßen zu wollen: Stadtteile wie Marxloh, Beeck und Bruckhausen sind keine attraktiven Stadtteile. Man muss schon lange dort gewohnt haben, um sich dort wohlzufühlen.
 Meine Frage: Wie kann die Attraktivität der nördlichen Stadtteile Duisburgs auf Dauer erhöht werden?
 Ich wünsche mir hier sachlich begründete Konzepte, die überzeugen und auch bezahlbar sind. "Privat vor Staat," fordert unser nordrhein-westfälischer Innenminister.
"Der Staat sind wir," könnte man ergänzend hinzufügen. Angesichts des langen Planungszeitraumes wäre niemandem mit Schuldzuweisungen hinsichtlich einer verfehlten Planung usw. gedient. Stattdessen wäre es eher sinnvoll, sich Gedanken darüber zu machen, wie die Zukunft über die stadtteilbezogene Zukunft zu machen. Dann werden wir auch wieder die fast schon sprichwörtlichen blühenden Landschaften haben.
  Andreas Rüdig

Absage an Duisburgs Landesgartenschau-Bewerbung eine Politposse

Oktober 2007 - Was darf eine unter Haushaltssicherung stehende Stadt noch? Wie kann sie sich bei den Zwangsauflagen fast aller Zukunftsinvestitionen weiter entwickeln? Geht dies nur noch über Privatinvestoren?
Diese Fragen stellen sich Duisburgs Ratsmitglieder, die Verwaltung und die Bürger seit langer Zeit. Der Verschuldungsgrad der Stadt ist hoch, der Spielraum der Entscheidungen ist von der Bezirksregierung in Düsseldorf abhängig. Die Stadt bekam das Diktat aus Düsseldorf schon zu Zeiten der absoluten SPD-Macht in Duisburg zu spüren, damals war bei Rat, Verwaltung und Bürger das Wort "Tränenliste" in aller Munde. Das hat auch heute noch Bestand. Bis zum Herbst 2004 war das unter den Sozialdemokraten so, das ist aktuell bei veränderten Machtstrukturen in der Stadt und im Land unverändert geblieben. Damals war ein Sozialdemokrat Regierungspräsident, heute ist es auch der Fall. Der Unterschied: Die neuen Duisburger Machthaber versuchen die Altlasten aus der SPD-Zeit aufzuarbeiten, ein Sozialdemokrat entscheidet aber immer noch über den Handlungsrahmen. Natürlich streng nach den engen gesetzlichen Vorgaben - sagt Herr Büssow. Muss er auch, ansonsten hätte er bei der ebenfalls farblich veränderten Landesregierung arge Probleme. Doch zurück zur Frage, was diese Stadt noch kann bzw. darf und was sich seit Oktober 2004 geändert hat.
In erster Linie den Gürtel enger schnallen, in zweiter Linie den Solidaritätspakt erfüllen und eigene Wünsche und Ziele zurückstellen. Allein die jährlich aufzubringende Summe zum Solidarpakt würde locker ausrechen, den nachhaltigen Effekt der Investitionen für eine Landesgartenschau zu sichern. Damit wäre die Entwicklung der Stadt bestens nach vorn gebracht. Geht nicht - so der erwähnte Sozialdemokrat.

Es ist schon kurios: Der Strukturwandel brachte die jahrzehntelang herrschenden Sozialdemokraten der Stadt finanziell an den Krückstock, alle Bemühungen der jetzigen Stadtspitze werden von der Opposition torpediert und die sozialdemokratisch besetzte Bezirksregierung kann der Schwarz-gelben Landesregierung ein Schnippchen schlagen. Was bleibt ist Frust, Stillstand und Unbehagen beim Bürger. Die Schuldzuweisungen hüben wie drüben bleiben akut, der Stillstand und die Finanzmisere auch - ein gutes Entwicklungsszenario mit nachhaltig positivem Effekt wird verhindert. Harald Jeschke

Satire: Ausstellung mit dezenten Schnarchgeräuschen 

"Wo man singt, da lass dich ruhig  nieder, denn böse Menschen kennen keine Lieder." Eine Volksweisheit, sicher, aber auch die Grundlage allen Denken und Handelns des Vereins für niederrheinische Bett- und Schlafkultur. Sein neuester Coup: der Ankauf des Bezirksamtes Süd.
"Gelände und Gebäude sind für uns geradezu ideal," berichtet Klaus Makollus, erster Vorsitzender des Vereins. "Verkehrstechnisch ist das Gelände ideal zu erreichen. Und die Räumlichkeiten müssen wir nur geringfügig umbauen, um sie nutzen zu können."
Schlafsäcke, Daunenbetten, Himmelbetten, Federbetten, Wasserbetten - groß ist die Auswahl an Bettformen, die es auf der Welt gibt. Eine kleine, repräsentative Auswahl davon soll in den umgebauten Großraumbüros gezeigt werden. "Die Großraumbüros sind schon rein flächenmäßig hervorragend dazu geeignet, um als Museum genutzt zu werden. Ob wir die Ausstellung dezent mit Schnarchgeräuschen unterlegen, überlegen wir derzeit noch."
Doch auch die normalen, flächenmäßig kleinere Büros sollen im Sinne des Vereins genutzt werden. "Wer schon mal in Indien war, weiß, daß die Yogi dort auf Nagelbrettern schlafen. Wir wollen herausfinden, ob das Konzept auf Deutschland übertragbar ist, ob die Leute also hier bereit wären, ein solches Bett zu kaufen."
Berger sei Dank - glaubt man dem Verein, war es der allseits bekannte Unternehmensberater, der die Stadt dazu veranlaßte, die Immobilie zu verkaufen. "Sein Konzept: Das Bezirksamt wird geschlossen. Wer einen neuen Personalausweis oder eine Lohnsteuerkarte braucht, kann das auch in dem Bezirksamt in der Innenstadt erhalten. Und noch so ganz nebenbei Einkäufe erledigen und / oder in die Spielbank gehen. Und die Bezirksvertreter, naja, meine Güte, die machen das eben wie früher und halten ihre Sitzungen in ihren Privatwohnungen ab. Ist doch aber egal. Hauptsache, wir können unsere Betten zeigen. Schon mal was von Wirtschaftsförderung gehört?"

Besuch im Duisburger Innenhafen Galerie DKM

Ich bin heute im Duisburger Innenhafen gewesen. Trotz Regenwetter und mäßiger Temperaturen setzte ich mich in den Bus und fuhr hin. Meine Neugierde war einfach zu groß. Was würde mich da wohl erwarten? Wie hat sich der Innenhafen in den vergangenen 10 Jahren verändert? "Enorm," kann ich nur sagen. Entlang der Straße namens "Philosophenweg" sind getreu des Konzeptes "Arbeiten, Wohnen, Kultur und Freizeit am Wasser" viele neue Wohnhäuser und Grachten entstanden. Das Atlantis - Kindermuseum (soweit der Tagespresse zu entnehmen ist, wird es in absehbarer Zeit wohl in Richtung Innenstadt umziehen), das Museum Küppersmühle, das Hafenforum, viele Unternehmen (wie beispielsweise LTU) und viel Gastronomie kamen in die Speicherzeile hinzu. Offensichtliche Leerstände sehe ich in den Gebäuden nicht; die Arbeit der Entwicklungsgesellschaft Innenhafen scheint sich also gelohnt zu haben.
Geht man in die entgegengesetzte Richtung den Innenhafen entlang, kommt man zur Marina, dem Altstadtpark, der Synagoge mit ihrem jüdischen Gemeindezentrum, der Stadtmauer, der Stiftung Galerie DKM, dem Garten der Erinnerung, dem Stadtarchiv und dem Kultur- und Stadthistorischen Museum. An normalen Werktagen sehe ich hier - abhängig vom Wetter - nur wenig Publikumsverkehr. Zu abseitig und zu wenig attraktiv ist der Standort immer noch. Gerade einmal am Wochenende scheint sich hier so etwas wie Freizeitkultur zu entwickeln. Wirklich sicher bin ich mir aber nicht. Trotz der vielen Fortschritte bin ich viel zu selten im Innenhafen. Selbst Veranstaltungen wie Drachenbootregatten konnten mich bislang nicht anlocken. Woran das liegt? Es fehlt mir einfach die Motivation. Wie soll ich sagen - dies ist kein natürlich gewachsener Ort, an dem man gerne geht. Er hat immer noch einen zu offiziell - amtlich - künstlerischen Anstrich, um einladen zu sein.
Eine kleine Episode sei hier am Rande erzählt. Aufgrund eines Programmhinweises besuche ich an diesem Mittwochvormittag die Galerie DKM. Schließlich könne man die Ausstellungen zwar den ganzen Tag von außen bestaunen; der Innenraum sei aber nur montags bis mittwochs zwischen 11 und 17 Uhr zugänglich. Eine Art Kiesweg führt um das Gelände herum. An diesem Tag ist der Weg voller Pfützen und wenig einladend. Auch ist die Haustüre verschlossen. Ich hätte schellen müssen, um eingelassen zu werden. Der zufällige Besucher, der dies nicht weiß, wäre unverrichteter Dinge wieder entfleucht. Ich klingele heute nicht. Die ausgestellte Kunst ist einen Besuch nicht wert. Eine grün besprühte Wand und ein großer, zweigeteilter, mandelförmiger und rotlackierter Stein werden hier ausgestellt. Ein Teil des Steines liegt in der Galerie, der andere Teil auf dem Vorplatz des Gebäudes.
Mit solchen Aktionen betreiben sowohl der Innenhafen wie auch die Galerie Anti - Werbung für sich. Eine Ausstellung, die trotz Ankündigung nicht zugänglich ist? Kaum ausgestellte Kunst, die außerdem noch langweilt? "Was solle das," frage ich mich. Auf eine solche Attraktion verzichte ich gerne. Andreas Rüdig

Bibliothek -  Duisburger Momentaufnahme analog zur Definition

Eine Bibliothek (griechisch ?Duisburg, September 2007 - Büchersammlung oder Bücherei) ist eine Dienstleistungseinrichtung, in deren Zentrum die publizierte Information in ihren verschiedenen Formen steht. Um diese herum gruppiert sie Dienstleistungen wie die Beschaffung des Zugangs zu digitalen Publikationen (zum Beispiel Artikel elektronischer Zeitschriften, elektronische Bücher, Publikationsserver einer Bildungseinrichtung), Beschaffung und Nutzung von gedruckten Publikationen, Unterstützung bei der Publikation von eigenen Texten oder Lehrmaterialien (zum Beispiel als Verlag einer Universität oder über Bereitstellung von Infrastruktur für das E-Learning), Lehren von Informationskompetenz (zumeist an Wissenschaftliche Bibliotheken) oder Förderung von Lesekompetenz (zumeist an Öffentlichen Bibliotheken).

Der Begriff ?Bibliothek wird nicht einheitlich verwandt. Er steht für eine öffentliche Einrichtung, für einen Ort, ein Gebäude, für eine geordnete und benutzbare Sammlung von Büchern und anderen publizierten Medien und Informationen, schließlich auch für eine solche Sammlung selbst. Während bis ins 20. Jahrhundert eine Bibliothek vor allem als Büchersammlung definiert wurde, lässt sie sich inzwischen nach Ewert und Walther Umstätter besser als eine Einrichtung, die unter archivarischen, ökonomischen und synoptischen Gesichtspunkten publizierte Information für die Benutzer sammelt, ordnet und verfügbar macht definieren.

Die Bezeichnung Bibliothek wird gelegentlich auch für andere Informationssammlungen, wie Webseiten, Datenbanken oder einzelne Bücher bzw. Buchreihen benutzt. Auch der ausschließlich zum Aufbewahren und Lesen von Büchern genutzte Raum in einer Privatwohnung oder einem Privathaus heißt Bibliothek. Eine andere Bezeichnung für vor allem öffentliche, auch die Schulbibliotheken ist die Bücherei oder neuerdings auch die Mediathek. Bücherei ist eine Übersetzung von Philipp von Zesen für das Wort Bibliothek. Umgangssprachlich wird die Bibliothek auch Bib genannt. In Hamburg heißen öffentliche Bibliotheken auch Bücherhalle, was Außenstehende oftmals verwirrt.

Aufgabe einer Bibliothek

Dieser Abschnitt befasst sich mit den Zweck einer Bibliothek, deren Mittel, den Sammelgegenstand, und geht auf die Besonderheiten der verschiedenen Bibliothekstypen ein.

Die Hauptfunktionen einer Bibliothek sind zum einen, eine (ungestörte) Kommunikation zwischen dem Leser und einer Publikation (nach Michael Brawne), zum anderen gemeinsames oder individuelles Lernen zu ermöglichen. Letzteres ist eine Entwicklung der jüngeren Gegenwart. Zu diesem Zwecke sammelt, erschließt und macht nutzbar die publizierte Information.

Die angebotenen Dienstleistungen einer Bibliothek drehen sich allesamt um die publizierte Information, die auf verschiedene Weise vorkommt: Gedruckt in Büchern oder in digitaler Form auf Datenträger aller Art. Es kann sich um Bücher, Zeitschriften, Tonträgern, Bildmaterial, Mikroformen oder um elektronische Publikationen handeln. Angeschlossen an diesem Kernprodukt sind weitere Dienstleistungen. In den Öffentlichen Bibliotheken sind das Bildungsveranstaltungen, Internetzugang, Leseförderungen oder soziokulturelle Aktivitäten. In den Wissenschaftlichen Bibliotheken sind das die Unterstützung bei der Publikation von Hochschulschriften (meist in Gestalt eines Universitätsverlags), Lieferdienste, Informationskompetenzvermittlung u.a.

In der Regel hat eine in der Bibliothek vorgehaltene Publikation eine Standortnummer (Signatur; engl.: call number/shelf mark), anhand derer der Ort des Exemplars leicht gefunden werden kann. In kleineren Bibliotheken können die Bücher auch nur eine Buchstabenfolge haben, die zugleich darüber Auskunft gibt, welches Sachgebiet diese Publikation thematisiert (Klassifikation). Eine Signatur ist aber nicht zwingend nötig, wenn es eine andere eindeutige Identifizierung gibt wie der Strichcode.

Der Katalog einer Bibliothek leistet dreierlei: Er beschreibt eine Publikation bibliografisch (zB. nennt den exakten Titel, Anzahl der Seiten, Verlag, Erscheinungsjahr); er gibt an, was im Umfeld zur gesuchten Publikation noch 'steht' (zB. andere Publikationen des gleichen Autors, des gleichen Themas); und er gibt an, wo die Publikation in der Bibliothek zu finden ist (über die Signatur; siehe auch Finden von Medien in einer Bibliothek).

Indem sie ihre Bestände zur Verfügung stellen und archivieren, dienen Bibliotheken der Versorgung der Bevölkerung (Öffentliche Bibliotheken) und Forschung (wissenschaftliche Bibliothek) mit Literatur und Informationen (zusammen mit den Verlagen und den Medien, die diese produzieren und dem Buchhandel, der für die kommerzielle Verbreitung sorgt).

Je nach Ausprägung nehmen Bibliotheken verschiedene Dienstleistungsaufgaben aus dem BID-Bereich (Bibliothek, Information, Dokumentation) wahr, darunter auch pädagogische Aufgaben wie die Leseförderung. Verwandte Einrichtungen sind Dokumentationseinrichtungen und Archive, wobei die Grenzen fließend sind.

Die Gesamtheit aller Bibliotheken bilden das Bibliothekswesen, die in einer Bibliothek arbeitenden Menschen sind Bibliothekare und Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste und die wissenschaftliche Disziplin für die Organisation und Funktion von Bibliotheken und anderen Informationseinrichtungen, sowie Ausbildungsgang ist die Bibliothekswissenschaft. Der Geschäftsgang in einer Bibliothek heißt Bibliotheksverwaltung und optimierende Tätigkeiten nach innen und außen werden als ?Bibliotheksmanagement bezeichnet.

Nach der Deutschen Bibliotheksstatistik gab es 2004 in Deutschland über 9000 Öffentliche Bibliotheken und knapp 250 Wissenschaftliche Bibliotheken (ohne Zählung von Zweigstellen und Teilbibliotheken).

Nutzung von Medien in einer Bibliothek

Der Bestand einer Bibliothek kann zum einen als Leihbestand von den Benutzern für eine bestimmte Frist entliehen werden oder als Präsenzbestand nur in den Räumen der Bibliothek eingesehen werden. Je nachdem unterscheidet man zwischen Leihbibliothek und Präsenzbibliothek, in der Regel kommen beide Formen in einer Bibliothek vor. Manche Leihbibliotheken haben einen Leihezwang.

Eine Präsenzbibliothek hat mindestens einen Lesesaal: als Einladung zum gemütlichen Lesen mit komfortablem Mobiliar ausgestattet oder auch als Reihung von Arbeitsplätzen, oftmals mit Computern.

Mit Hilfe der Fernleihe können Benutzer auch die Bestände anderer Bibliotheken nutzen oder über den Dokumentenlieferdienst Kopien bestellen. (Ihn halten der Börsenverein und die Vereinigung internationaler Fachverlage (Stichting STM) für rechtswidrig. Das Landgericht München I hatte Ende 2005 entschieden, dass Bibliotheken gescannte Artikel digital an private Nutzer versenden dürfen, Firmenkunden eingeschlossen, vgl. indes Urheberrecht (Paragraf 53) / EU-Richtlinie zum Urheberrecht in der Informationsgesellschaft, siehe Bbl.online, 15. Februar 2006).
Weitere Nutzungsmöglichkeiten sind das (ggf. entgeltliche) Kopieren und die öffentliche Wiedergabe.

Finden von Medien in einer Bibliothek

Die Medien einer Bibliothek werden in Bibliothekskatalogen verzeichnet. Früher wurden in Bibliotheken Zettelkataloge benutzt. Heute sind die Katalogdaten in Computerdatenbanken gespeichert, die Zugänge verschiedenster Art zulassen. Wenn diese Datenbanken über ein Netzwerk, wie beispielsweise das World Wide Web, zugänglich sind, werden sie auch OPAC (Online Public Access Catalogue) oder WebPAC (Web Public Access Catalogue) genannt.

Um die in einer Bibliothek vorhandenen Medien über die Kataloge suchen zu können, müssen diese jedoch zuerst erschlossen, d. h. in den Katalogen verzeichnet werden. Die so genannte ?Erschließung erfasst die relevanten Daten der Medien. Dazu gehören die Formalerschließung, bei der die bibliographischen Angaben wie Titel, Autor, Erscheinungsjahr etc. eines Mediums erfasst werden, und meistens auch die Inhaltserschließung. Diese nimmt die inhaltlichen Angaben auf, die einen thematischen Zugriff erlauben, wie zum Beispiel Titelstichwörter. Dies erleichtert eine entsprechende Aufstellung anhand einer Systematik. Eine andere verbreitete Form der Inhaltserschließung ist die Vergabe von Schlagworten: Dies sind normierte Begriffe, nach bestimmten Regeln angelegt und vergeben. Allerdings wird nur etwa ein Drittel der in deutschen Bibliotheken vorhandenen Literatur mit Schlagworten versehen, so dass ein thematischer Zugriff nicht immer möglich ist. In den letzten Jahren ist eine Diskussion um eine automatische Schlagwortvergabe entstanden.

In manchen Bibliotheken herrscht ein Nebeneinander verschiedener Kataloge: Es gibt alte Zettelkataloge, die Alphabetische Kataloge, Systematische Kataloge oder Schlagwortkataloge sein können und verschiedene Sucheinstiege erlauben. Viel beliebter bei den Nutzern sind OPACs, die über PCs bedient werden und einfachere Suchen ermöglichen, oft verknüpft mit dem Hinweis auf den Standort und die Ausleihbarkeit eines Mediums. Da oft noch nicht alle Daten der Zettelkataloge in Datenbanken eingegeben werden konnten, ist es manchmal nötig, konventionelle (Zettel-)Kataloge und elektronische Kataloge analog zu durchsuchen. Viele Bibliotheken bieten zusätzlich einen Zugang zu Verbundkatalogen, über die auch Bestände anderer Bibliotheken mit durchsucht werden können.

Digitalisierung von Bibliotheken

Sie bedeutet die (zur Print-Ausgabe) zusätzliche Archivierung ganzer Bibliotheksbestände, alter Bücher, eventuell auch nur in Auszügen. Der Hintergrund ist der physische Verfall alter Bücher (bzw. ihre anderweitige Vernichtung, Brände, Kriege) und die Möglichkeit, in digitaler Form schnell und kostengünstig Texte zu durchsuchen, zu verbinden, zu versenden oder Listen zu erstellen. Das zur Zeit umstrittenste Projekt ist Google Book Search, daneben existieren viele andere nationale oder übergreifende Projekte, die wegen der hohen Startkosten nur langsam vorankommen. Ausführliche Darstellung: Retrodigitalisierung. Die DFG und die Andrew W. Mellon Foundation unterstützen die Einführung des international gebräuchlichen Datenaustauschformats MARC 21 im deutschsprachigen Bibliothekswesen: Sprachraumübergreifende Standards für Metadaten," berichtet die Internetenzyklopädie Wikipedia.

Neugierig betrete ich die Zentralbibliothek. Hier, in der Duisburger Innenstadt ganz in der Nähe des Lifesaver - Brunnens, schlägt also das Herz der Duisburger Stadtbibliothek. Garderobe, Erstinformation mit 4 Internetcomputern, Ausgabe und Rückgabe, Literaturcafé, Toiletten, Aufzügen sowie Kinder- und Jugendbücherei (mit eigenem Internetzugang nur für Kinder) sind im Erdgeschoß vertreten.
Im 1. Obergeschoß sind die Bücher zu den Themen Recht, Verbraucherschutz, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften sowie das Schulmedienzentrum untergebracht. Hinzu kommen eine Infotheke, noch einmal 4 Internetcomputer sowie 1 Schreibcomputer, an dem man eigene Texte schreiben und ausdrucken kann. Außerdem bietet der Präsenzbestand die Möglichkeit, Fachzeitschriften zu lesen.
Die 2. Etage bietet Literatur in Hülle und Fülle. Und damit sind nicht nur Romane und Poesie gemeint. Bücher zu den Themen Kunst, Musik und Literaturwissenschaft kommen hinzu. Außerdem gibt es hier Filme (als Videos und DVD), Musik (als CDs) und Hörbücher in rauen Mengen.
Im 3. Obergeschoß finden sich die Naturwissenschaften, Geschichte, Politik und Religion. Außerdem gibt es hier noch jede Menge Zeitschriften und Tageszeitungen.
Ich bin ein regelmäßiger Nutzer der Stadtbibliothek. Als Jugendlicher nutzte ich die Bücher, um Material für meine Referate in der Schule zu finden. Nach meiner Berufsausbildung wurde ich Journalist. Und wieder wurde die Bücherei, genauer gesagt die Jugendbücherei, interessant. Die dortigen Lexika beschreiben die Welt so herrlich, dass auch ich sie nutzen konnte. So manche Idee für meine Arbeit bezog ich dort.
Außerdem bin ich ein Krimiliebhaber, der auch gerne darüber schreibt. So manchen interessanten Kriminalroman fand ich in der Stadtbücherei. Die Entwicklung des Internets bot mir neue Betätigungsfelder. So manche Literaturzeitschrift erscheint jetzt im Internet und bietet auch mir die Möglichkeit, meine Texte zu veröffentlichen. Außerdem kann ich das Internet gut für Recherchen nutzen.
12 Euro kosten der Büchereiausweis. Er ist 1 Jahr gültig. Die Duisburger Stadtbücherei ist eine der größten und am besten ausgestatteten Büchereien, die ich im Ruhrgebiet kenne. Es gilt, sie zumindest in ihrer jetzigen Größe zu erhalten!

Warum ich das alles erzähle? Es wird bestimmt bessere Büchereien als die Duisburger geben. "Wie sieht aber die ideale öffentliche Bücherei aus," frage ich mich. Gut bestückt ist sie, Krimis in jeglicher Forma enthält sie - und nur sie -, alles andere brauche ich nicht. Oder doch? Ich sehe, wie überlaufen unsere Duisburger Stadtbücherei ist. Leute jeglicher Altergruppe, von der Oma bis zu ihrem Enkel, nutzen sie. Veranstaltungen wie IKIBU ( = Internationale Kinderbuchausstellung) nehmen gerade den Lesenachwuchs als Zielgruppe wahr. Regelmäßige Ausstellungen von Bildern im Treppenhaus kommen hinzu. Sie alle sind so selbstverständlich, dass sie kaum noch wahrgenommen werden. Kommt die Duisburger Stadtbücherei meinem Ideal sehr nahe?
Nein, eigentlich nicht. Es fängt schon damit an, dass die Konzentration auf Kinder zu einer Unruhe führt, die einem konzentrierten Arbeiten abträglich ist. Ständiges Geschrei, die Geräusch schnell herumlaufender Schritte und was Kinder sonst noch an Lärm verursachen - ist das nicht besser an anderen Orten aufgehoben?
Ob ein solches Literaturcafé wirklich angebracht ist? Die Einrichtung ist sicherlich ansprechend. Ich hätte dort gerne mal einen Kaffee getrunken. Hohe Preise, Verzehrzwang und ein schräges Produktangebot schreckten mich bislang ab. Es fehlt die Kaffeehausatmosphäre, die es mir erlaubt, bei einer Tasse Kaffee eine Zeitung zu lesen und mit Gleichgesinnten zu plaudern.
Gleichzeitig ist aber auch die Politik gefordert. Dass Städte wie Duisburg pleite sind, unter Kommunalaufsicht stehen und Büchereien als freiwillige kulturelle Leistungen am ehesten beschnitten werden können, ist eine Seite der Medaille. Büchertrödel und Buchgeschenke sind als bürgerschaftliches Engagement sicherlich willkommen. Die Stadtbücherei ist aber eines der besten kommunalen Pfründe, mit denen eine Stadt wie Duisburg wuchern kann. Ist es nicht beschämend, dass Wirtschaftsförderer und Stadtentwickler nicht bessere Arbeit leisten? Bei der Stadtbücherei Einsparungen vorzunehmen, würde die Bankrotterklärung städtischer Strukturpolitik bedeuten. Schließlich erwarte ich ja auch nicht von den Nutzern der städtischen Schwimmbäder, dass sie das von ihnen genutzte Wasser selbst reinigen.
Ich kenne viele Stadtbüchereien, die es im Ruhrgebiet gibt. Viel Mittelmaß sehe ich da. Jedem Leser seine Bücherei? Oder Bücherei als Standortfaktor? Dass sich eine Bücherei natürlich auch an den Kundenwünschen orientieren muss, halte ich für selbstverständlich. Gerade Stadtbüchereien von Universitätsstädten (wie Düsseldorf, Duisburg, Essen, Bochum, Dortmund) stehen in scheinbarer Konkurrenz zu Unibüchereien. Doch diese Konkurrenz ist nur scheinbar. Unibüchereien haben eine andere Aufgabenstellung. Dort geht es um wissenschaftliche Forschung. Stadtbüchereien haben eine andere Zielsetzung. Stadtbibliotheken vermitteln Allgemeinbildung. Heimatkunde gehört dazu, Landeskunde, Schulwissen, Belletristik, populärwissenschaftliche Werke können hier vertreten sein. Ist es anachronistisch, wenn in einer Bücherei überwiegend Bücher enthalten sind? Ja, möglicherweise. Was die Duisburger Stadtbücherei anbelangt, sehe ich kein klares Konzept hinsichtlich der Hörbücher. Ich sehe keinen Schwerpunkt hinsichtlich der Themen. Es gibt zwar Krimis, Science - Fiction, Comedys - aber schon die Klassik, Fantasy oder Western fehlen völlig. Auch die Musikbücherei ist nur schlecht bestückt. Ich erwarte nun nicht, dass jede Chart - CD vorhanden ist. Zumindest der Bereich der Populärmusik ist in meinen Augen schlecht sortiert. Es fehlt der eindeutige Schwerpunkt. Ich sehe keinen Musiker, keine Stilrichtung, die schwerpunktmäßig gesammelt wird. Die ideale Bibliothek setzt solche Schwerpunkte. Sollte deutschsprachige Musik gesammelt werden? Sollten bestimmte Stilrichtungen gesammelt werden? Das kann je nach Geschmack und Bedarf entschieden werden? Je eindeutiger das Profil ist, desto besser auch die Bücherei. Schließlich muss ja auch an die Ausleihzahlen gedacht werden.
Die Bundeszentrale für politische Bildung, die Landeszentralen für politische Bildung - kommen sie als Lieferanten von Sachliteratur in Frage?
Ich frage nicht ohne Grund. Gerade in Bereichen wie Geschichte, Landeskunde, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften ist die Duisburger Stadtbücherei in puncto Videos schlecht ausgestattet. Gerade hier vernachlässigt die Stadtbücherei ihre Bildungsfunktion. Sind die Träger der politischen Bildung, Firmenarchive, Wirtschaftsförderer und Touristiker nicht in der Lage, Werbung für sich zu treiben und öffentlichen Büchereien kostengünstig ihre Videoproduktionen überlassen? Wie können sie denn sonst ihre Inhalte breitenwirksam, wirkungsvoll und effektiv unter`s Volk bringen? Glaubt man der Tagespresse, schwächeln die Ausleihzahlen der Videos in diesen Bereichen. Mich wundert das nicht. Ist es wirklich verwerflich, wenn Großunternehmen wie Thyssen, Krupp und Mannesmann ihre Firmenhistorie vorstellen? Ist es wirklich verwerflich, wenn Themen wie Zuwanderung, Integration, Dritte Welt, Generationen- und Geschlechtergerechtigkeit oder gerechte Gestaltung der Arbeitswelt angesprochen werden? Sicher nicht. Hier geht es nicht um Schleichwerbung, sondern um Wissensvermittlung und Meinungsbildung.
Ich sehe: Eine eindeutige Antwort auf die Frage, wie die ideale Bücherei aussieht, gibt es wohl nicht. Die Antwort kann ich wohl auch nur am subjektiven Geschmack und am subjektiven Bedarf orientieren. Der Leser kann und darf sich auch seine eigenen Gedanken dazu machen. Vielleicht muss er es sogar eines Tages. Sonst ist nämlich seine eigene Stadtbücherei vor der Haustüre eines Tages urplötzlich verschwunden.
Andreas Rüdig

Landesgartenschau 2014 nach Duisburg?

August 2007 - Die Frage ob der Versuch der Stadt die Landesgartenschau nach Duisburg zu holen eine gute Sache ist stellt sich gar nicht. Es ist ein hervorragende Sache. Was gefragt werden muss hat wie immer in Duisburg viel mit den Finanzen zu tun. Sind die Ausgaben, die trotz zu erwartender Fördergelder in Höhe von 65 Prozent der Gesamtausgaben (55 Millionen Euro) zu schultern oder nicht?

Vom Prinzip her müssen diese getragen werden, da es eine bessere Vorbereitung der Investitionslandschaft Duisburg gar nicht geben kann. Mit solch einem Vorzeigeprojekt könnten sich tatsächlich die Investoren für die Stadt interessieren, die Norman Foster bei seinem Masterplan Innenstadt vielfach animiert hat.

Da schon irgendwelche Detailkritik wie die über die ganze Stadt entlang des Rheins anvisierten Gartenschau-Flächen hieße den dritten Schritt vor dem ersten angehen. Zunächst gilt es Mitbewerber aus dem Feld zu schlagen und dann die Finanzierung festzuzurren. Im vorgestellten Gesamtkonzept der Stadt bieten sich derart viele Möglichkeiten der in die Zukunft angesiedelten Investitionen, dass diese Bewerbung schlichtweg ein Muss ist. Schon einmal wurden die Chance im großen Stil auf sich aufmerksam machen zu können bei der Rückgabe der Bundesgartenschaubewerbung vergeben. Der Masterplan des Lords hat gezeigt, das Investoren für visionäre Vorstellungen im großen Stil durchaus zu haben sind. Harald Jeschke

MSV „spart“ Musik

August 2007 - „Da können wir uns die Musik ja heute sparen“, übte sich Gisela Weyrauch, langjähriges Mitglied der MSV Turnabteilung, in Galgenhumor. Denn als die flotte Mittfünfzigerin wie üblich an jedem Dienstag mit ihren Turnschwestern die Halle am Hohen Weg in Meiderich betrat, staunte sie nicht schlecht: Es pladderte überall melodiös von der Decke in die bereitgestellten Eimer hinein. Eine Fläche wurde gar mit Bänken abgegrenzt.

Das Tollste an der ganzen Angelegenheit: Die Turnhalle wurde erst kürzlich renoviert. Die Damen (und viele andere auch) mussten eben wegen dieser Arbeiten monatelang in der Halle auf der Dislichstraße bzw. in dem Sportraum der Geschäftsstelle ihrem Fitnessprogramm nachgehen. „Ich möchte gern wissen, wer hierfür verantwortlich ist“, so eine erboste Peggy Nieleck, die als relativ Neue lediglich 20 „Dienstjahre“ auf dem Buckel hat. Geschaltet hat man umgehend in der Verwaltung des Vereins. Jetzt wird in der Wilhelm-Lehmbruck-Schule auf der Bahnhofstraße Power gemacht. Mal sehen, für wie lange. nie
 

Sechsfacher Mord - Duisburg geschockt

August 2007 -Nach den positiven Schlagzeilen durch den Sport (Kanu-WM und MSV Duisburg) bekam die Stadt nun Schlagzeilen der makabren Art. Der sechsfache Mord am Neudorfer Silberpalais bei Da Bruno an den sechs Italienern hat die Stadt verunsichert. Was geschieht hier? Kommt da noch mehr durch Racheakte? Sind alle Italiener jetzt unter Generalverdacht?
Einige Fragen müssen zunächst unbeantwortet bleiben, obwohl es unwahrscheinlich ist, dass eventuelle Racheakte der betroffenen kalabrischen Familie hier in Duisburg stattfinden werden. Unter Generalverdacht steht hier in Duisburg niemand. Seit den 50er Jahren sind die Italiener fester Bestandteil im Zusammenleben der Bürger, hat fast jeder irgendwie seinen Lieblingsitaliener, sei es die Eisdiele hier, das Edelrestaurant oder die Pizzeria dort. Irgendwie mögen wir diese hier voll integrierten Südeuropäer mit ihrem Charme und ihrer Leidenschaft zu den täglichen Dingen des Lebens. Das es schwarze Schafe hier wie dort gibt ist unbestritten, obwohl wir Deutschen keine Familienclans mit derartigen kriminellen Aktivitäten kennen.
Man kann den Menschen immer nur vor den Kopf schauen sagen wir. Stimmt immer, wobei es aber feine  Unterscheidungen gibt.
Nehmen wir Toni Pelle, der massiv um seinen Ruf fürchtet, da sein Name in italienischen Zeitungen in eine gewisse Ecke geschoben wurde. Beweis: Er kommt ja aus dem nun vielzitierten Dorf an der Stiefelspitze. Schon Anfang der 80er Jahre hatte er sch am Sittardsberg in Duisburg-Buchholz um seine Mitbürger - nicht nur um seine Gäste - gekümmert. So stiftete er Computer für die Schulen, wurden ganze Klassen zum Essen eingeladen und vieles mehr. Der Mann aus San Luca in Kalabrien ist sozusagen "bodenständig" in seiner Wahlheimat Duisburg verankert. Es geht um die Summe der Eindrücke und niemand darf nur auf Vermutungen hin unter Generalverdacht gestellt werden.
Für die Stadt ist es ein schwerer Schlag. So in die Schlagzeilen zu geraten kann nur ohnmächtig registriert werden. Die sich aufdrängende Frage geht in Richtung Polizei: Was ist in Hinsicht auf Vorbeugung in der Zukunft denkbar? Wenn zu lesen ist, dass es die frühere Art der Fahndung in solchen Bereichen gar nicht mehr gibt, macht sich der Bürger so seine Gedanken.
Ein anderer Aspekt muss erwähnt werden: Die Art und Weise wie Mitarbeiter von einigen Nachrichtensendern hier vorgegangen sind bzw. Praktiken an den Tag gelegt haben, lässt den Normalbürger ins Grübeln kommen. Es wurde nur allzu deutlich, warum nicht nur Kabarettist Harald Schmidt gewisse Privatsender als "Unterschichten-TV" bezeichnet hat. Den Eindruck, den gewisse Menschen hier bei der Recherche zur Berichterstattung hinterlassen haben, kann durchaus in Richtung Menschen verachtend und Paparazzo-Gehabe eingeordnet werden. Wenn man "Kollegen" x oder y daraufhin ansprach, kam nur die lapidare Antwort: "Was willst Du? So ist eben das Geschäft!" Harald Jeschke

Duisburg, die Investitionslandschaft?

Duisburg, 12. August 2007 - Fosters Materplan war nur ein Anstoß, die world games 2005  und die Kanu-Weltmeisterschaft 2007 sind ausgerichtete internationale Veranstaltungen, die der Stadt einen gehörigen Imageschub gebracht haben.
Der Sportpark und der in Angriff genommene Parallelkanal mit schon fertigem Stichkanal sorgen nun zukünftig dafür, dass Investoren in Duisburg die Landschaft vorbereitet wird.
Der Rheinpark in Hochfeld und später der Haldenpark im Sportpark kommen hinzu - die Stadt erhält weitere bunte Tupfer, die das Image aufpolieren. Nun kommt noch der beste Werbeträger MSV Duisburg mit dem Spielbetrieb in der bundesdeutschen Eliteklasse hinzu - was für ein prächtiger Kreis schießt sich hiermit. Aber das reicht langfristig natürlich nur, wenn erstens der beste Webeträger auch in der bel etage auf Dauer bleibt und es zweitens der Stadt gelingt, weiterhin international hochkarätige Veranstaltungen nach Duisburg zu ziehen.
So sind die Bemühungen um die erneute Ausrichtung der world games 2013, oder der erstmaligen Austragung der Sumoringer-Europameisterschaft oder weitere internationale Kanu- und Ruderregatten wichtige Meilensteine für Stadt und Investoren. Mit entsprechenden Veranstaltungen dieser angesprochenen Kaliber wächst die Bereitschaft von Investoren das Sportpark-Hotel, eine neue Mehrzweckhalle vielleicht an der Ostseite der Regattabahn und andere Bauten im Sinne des Rahmenplans Sportpark anzugehen. Aber neben dem Sportpark bleibt der Innenhafen und die beiden Logports neben dem Masterplan Fosters Flaggschiffe der zukünftigen Entwicklung Duisburgs. Zögerliches taktieren oder Miesmacherei sind hier hemmend für jede weitere Entwicklung. Harald Jeschke

CO-Pipline und die Verantwortung der Politik

August 2007 - Am Ende will es wieder einmal keiner gewesen sein, der mit entschieden hat, was jetzt in Sachen CO-Pipline geschieht. Der Landtag in Düsseldorf mit den vier gewählten Landtagsabgeordneten der SPD aus Duisburg und der damals handelnde Stadtdirektor Brandt  können  erzählen was sie wollen: Sie haben zum Zeitpunkt, als die Entscheidung anstand, weder nachgefragt, noch massive auf Probleme hingewiesen und sich schon gar nicht gegen das Bayer-Projekt gestemmt. Sie merken, dass der Bürger sich nicht für dumm verkaufen lässt. Den Schuldigen woanders suchen  oder gar die damalige Inaktivität nun zu verniedlichen, dass die Ausmaße nicht zu erkennen warenl, hinterlassen einen schalen Beigeschmack.
Was der erboste Bürger jetzt sehen will, sind handelnde Politiker im Sinne der Betroffnen und vor allem der verängstigten Bürger. Wieder tragen Politiker dazu bei, dass die Politik-Verdrossenheit weiter um sich greift, dass den Bürgern nichts als Ohnmacht bleibt. Da muss es niemanden wundern, wenn die unlängst sich selbst genehmigte Diätenerhöhung oder Nebenverdienste der Volksvertreter mit solchen Entscheidungen in Verbindung gebracht werden, die die so angeprangerten Landesvertreter lapidar mit "pure Polemik" abtun. Es stellt sich immer öfter die Frage, was diese Politiker noch über ihre Basis wissen und wie der Bürger wirklich tickt, obwohl sie sich stets auf die Basis und ihre Bürgernahe beziehen.
Vertrauen heißt nichts anderes als im Sinne der Bürger zu handeln und nicht den Lobbyisten der Unternehmen alles und vor allem zu schnell zu genehmigen. Es geht um Augenmaß und der Bereitschaft im Abwägungsprozess alles zu beleuchten.
Von Dormagen bis Mündelheim wird sich jeder der Betroffenen bei der nächsten Wahl sehr gut erinnern, wer tatsächlich die Belange der Bürger vertreten hat. Es waren eigentlich nur die Initiativen. Harald Jeschke

Demontage der Gruppenplastiken an der Berliner Brücke

Duisburg, 19. Juni 2007 - Wie nun bekannt wurde, sollen die Gruppenplastiken an der Berliner Brücke, die seit dem Bau der Brücke und deren Einweihung durch den damaligen Bürgermeister von Berlin, Willy Brandt, die Teilung Deutschlands symbolisierten, demontiert werden. Gedacht ist an eine Lagerung auf einem Betriebshof bis zur Klärung ihres Verbleibs.
"Nachtigall ik hör dir trapsen", würde der Berliner da nun sagen, denn es bleibt nur zu hoffen, dass diesen Plastiken nicht das gleiche Schicksal blüht, wie der "Werthmann Kugel" oder den Erinnerungsstücken
an die Portsmouth Partnerschaft auf dem gleichnamigen Platz vor dem Hauptbahnhof. Und die Frage die sich ebenfalls stellt, ist, hat man mit der Berliner Bildhauerin Ursula Hanke-Förster gesprochen? Hier ist die
Stadt noch so einige Informationen schuldig!.  Harald Molder

Der Hauptbahnhof - „schon immer ein Schandfleck“  -  Sanierung und Modernisierung bis 20011/12 denkbar?Vermarktung des Geländes als Gewerbegebiet und "Zentralpark Duisburg" im Stil des Wiener Praters?
Hauptbahnhof vor 1930 - 1958 - heute

Der Vorstandsvorsitzende der Bahn-Tochter "Station & Service AG", Wolf-Dieter Siebert, kündigte nun am 8. Juni an, dass in Berlin über ein so genanntes 350 Millionen teures „Fünfer-Paket“ noch im Juni entschieden werden könnte. Es geht um die Städte Dortmund, Essen, Duisburg, Wuppertal und Münster. Vorrangig dabei wäre eine Fertigstellung des Essener Bahnhofs (Kulturhauptstadt 2010), dann Duisburg (2011/12.).  Die Bahnhofs-Modernisierung bzw. Sanierung in Duisburg sieht im Kernbereich die Einganshalle (wieder in alter Höhe) und dem maroden, aber Denkmal geschützten Bahnsteigbereich (Decke) vor. Dann wäre es auch vorstellbar, dass der Hauptbahnhof mit der Königstraße – Foster-Wunsch - verbunden wird (Deckel über A59.

So weit wieder zum Leben in dieser Stadt in der Möglichkeitsform. Die Bahn knüpft erneut an die sattsam bekannte "Orgie der Unverbindlichkeiten" an. Dass man hier als Bahn-Verantwortlicher gern den Bund oder die Denkmalbehörde als die eigentlichen Verursacher der Marodierung vorschiebt, macht zwar irgendwie Sinn, ist aber erneut ein untrügliches Zeichen, dass das Bundesunternehmen alles auf andere schiebt - wenn möglich auf den Steuerzahler.

Wenn denn die Bahnhöfe Aushängeschilder der Städte sind, ist es schlecht um das Image fast aller deutschen Großstädte bestellt, mit Ausnahme der, die 2006 Fußball-WM-Standorte waren. Gleiches gilt für das immer mehr marodierende Netz der Bahn, das seit der Umwandlung in eine AG nur auf ICE-Strecken vorangetrieben wurde. Jetzt soll der Logistik-Standort des Reviers Duisburg auch noch vom ICE-Streckennetz "befreit" werden. Ein Armutszeugnis sondergleichen.
Den letzten Funken Respekt hat das Unternehmen auch dadurch verspielt, dass man seit der Umwandlung die beschäftigten Menschen von damals 575 000 (Heinz Dürr) auf 275 000 reduzierte. Ohne die Menschen aber funktioniert weder die Dienstleistung am Reisenden (Auskunft, Information, Service) noch die Instandhaltung und Sanierung des Netzes.
Wenn dann noch eine Bahn-Immobilien-Vermarktungstochter wie Aurelis nach der Anti-Multi-Casa-Entscheidung der Ratsmehrheit in Duisburg die "beleidigte Leberwurst" spielt , wird es ganz exzentrisch. Wer die Bewertung seines Areals bei gleichzeitig bekannten sehr teurer Altlastenbereinigung und Forderung an die Stadt für lukrative Grundstücksbebauung im Süden Wedaus fordert, der weiß genau, wie diese Stadt zu kämpfen hat. An eine planerisch schnelle Umwandlung der riesigen Brachfläche ist gar kein Denken.

Die Politik ist gefordert, den schlafmützigen und geldgierigen Riesen einmal deutlich in die Schranken zu weisen, zumal die Bahn ja immer sehr gern mit Geldern knausert, die ihr gar nicht gehören, sondern dem Steuerzahler. Aber man will ja ein börsennotiertes Unternehmen und global player werden...

Es wäre doch für den von der Bahn gewünschten Logistik-Standort Duisburg eine gute Sache, mit dem Areal rund um den Bahnhof Staat machen zu können. Statt Multi Casa Gate to Asia, oder als ein Mix von Gewerbe mit  "Zentralpark Duisburg" per Charakter eines Wiener Praters mit Anhängsel Flohmarkt.
Damit wären auch die leidgeprüften Anwohner an der MSV-Arena zu entlasten und die Brauchtumspfleger mit ihren Jahrmärkten auf einen zentralen Platz transferiert, der ihnen ganzjährig dort zur Verfügung steht. Und das dort, wo es niemanden stört oder belästigt. Mit festen Einkünften für die Stadt übrigens. Aber wer will schon ein Gelände für zu teures Geld auf dem ein 110 KV-Kabel entsorgt werden muss. Wie gesagt geht es wie immer bei der Bahn um eine Orgie an Unverbindlichkeiten. Das ist aber auch das Einzige, was sie mit der Politik gemein hat... Harald Jeschke

MSV Duisburg in der Bundesliga- Duisburgs neuer Stellenwert

Duisburg, 22. Mai 2007 - Was bedeutet der erneute Aufstieg des MSV Duisburg in die Eliteliga für die Stadt Duisburg? Eigentlich bleibt da keine Frage offen, kann es nur Glückwunsch Duisburg heißen. Der Stellenwert dieses sportlichen Aufstiegs hat  zwingend auch immer etwas mit der Wirtschaft zu tun. Man muss sich dabei einmal vor Augen halten, dass die Bundesliga in der TV-Reichweite in den Vereinigten Staaten nach Agenturmeldungen zumindest eine der vier großen Profisportarten in den USA den Rang beim Publikumsinteresse abgelaufen haben soll. Das ist sensationell. Und nun ist Duisburg in der Medienberichterstattung weltweit mit dabei - und das nicht nur in den USA sondern auch in Fernost (Japan. Korea, China).
Die weltweit operierenden Duisburger Unternehmen werden es dem MSV danken. Für Sie ist dieser sportliche Aufhänger auch ein oft genug ein prima Eingangsthema bei Vertragsverhandlungen, Erst- oder Folgekontakten. Wie wichtig dabei die neue MSV Arena ist, zeigt sich in den Logen bei Spitzenspielen, dem zugegeben etwas verhaltenem Auftritt der Nationalmannschaft oder auch beim Eröffnungsspiel der Fußball-Weltmeisterschaft für Menschen mit Behinderung im letzten Jahr mit dem Besuch des Bundespräsidenten.

Wen nun tatsächlich wie schon lange im Zuge des Rahmenplans Sportpark ein (Sport)Hotel die nicht so üppige Hotellandschaft Duisburg ergänzt, ist das eine weiterer Imagegewinn. Zudem ein höchst parktischer aufgrund der Nähe zu allen größeren Sportveranstaltungen im Sportpark (Fußball, Wassersport, Leichtathletik, Eishockey und mehr..)

Dieser Aufstieg ist aber auch für die Menschen in der Stadt von großer Bedeutung. Sie haben ein verbessertes Selbstwertgefühl. "Wir in Duisburg sind im wichtigsten Sport Deutschlands ganz oben dabei" Das zählt und macht schon einwenig stolz, geben selbst nicht eingefleischte Fußballfans offen zu.  Irgendwie ist die Zugehörigkeit zur besten Liga Deutschlands schon so etwas wie eine verbesserte Lebensqualität für die Bürger der Stadt, auch wenn einige hier und da mit den zwangsweise auftretenden Belästigungen zu kämpfen haben. Das gehört nun einmal dazu,  Harald Jeschke

Stadt, Haushalt, Politik und Bürger – Frust der Duisburger Politiker wird größer, das Diktat aus Düsseldorf auch

Duisburg, 12. März 2007  - Kommentar zur Haushaltsdebatte von Harald Jeschke
Nicht erst die diesjährige Haushalsdebatte zeigt dem Bürger deutlich, wie ohnmächtig Kommunalpolitiker geworden sind. Die Schuldenlast der Kommune – mit Finanzaufgaben aus Bund und Land hoch belastet – bringt das Diktat der Behörden aus Düsseldorf mit sich. Der Handlungsspielraum wird überschaubar und das ist mit Ohnmacht verbunden. Für alle.
Die von der Opposition in Duisburg geforderten Finanzhilfen für Kinder von Harz IV Empfängern ist ja nicht aus der Luft gegriffen, die Argumente der Duisburger Mehrheit indes auch nicht. Das Schlimmste was dem Bürger (wieder einmal) passieren kann ist – dass beiden Seiten Recht haben.
Was nun? Wer ist (politisch) verantwortlich? Der Bund? Das Land? Die heimischen Freizeit-Politiker, die sich ja redlich abmühen? Oder war es doch das zu lange Regieren der Sozialdemokraten in der Stadt, was – auch wen diese das nicht gern hören – zu verkrusteten Strukturen und Stillstand geführt hat. Ihnen allein die Finanzmisere der Stadt zuzuschreiben ist töricht und auch zu billig.
Was will der Bürger? Er will eine Stadt, in der Sauberkeit, Sicherheit, preisgünstiges Wohnen, gutes Einkaufen, weniger Verkehrslärm und nicht zu viele Ausländer vorzufinden sind. So sagte es zumindest die Bürgerbefragung der Stadt aus dem letzten Jahr.
Wer setzt die Belange der Bürger nun um? Die Politik mit ihrer Weichenstellung sicherlich. Man muss ja CDU und den Grünen bescheinigen, dass Sie mit der Stärkung der Innenstadt und mit der dem langfristigen und zielgerichteten Umbau der Innenstadt das richtige Pferd gesattelt haben. Aber der Bürger will auch den vernünftigen Umgang der Politik mit den noch übrig gebliebenen Spielraum, heißt, dass die soziale Schiene in einer schon sehr lange (zu lange) von hoher Arbeitslosigkeit belasteten Stadt auch für die sozial Schwachen gesorgt wird. Diese Stadt bleibt von der Grundstruktur her sozialdemokratisch geprägt. Die jetzige Mehrheit wird gut daran tun, dies stets zu berücksichtigen.

Der Dauerwahlkampf des OB an der Basis und ganz oben trägt Früchte. Ob allerdings diese Lokomotive allein das tief verwurzelte Gefühl der Duisburger für soziale Dinge auf die Seite von Schwarz/Grün bringt, ist lange nicht gesichert. Die Landtagswahl 2005 mit absoluter SPD-Dominanz bei andersartiger farbiger Prägung in Düsseldorf zeigte deutlich, dass die Duisburger OB Zieling und die SPD einmal abwatschen wollten. Nun sucht die jetzige Mehrheit ihr Heil in der Flucht nach vorn – was auch durchaus Erfolg zu versprechen scheint. Inwieweit es im jetzigen Stadium klug ist, die sozialdemokratisch angehauchte Dezernentenriege vollends auszuwechseln wird sich zeigen. Dass das Bestreben im nicht mehr roten Rathaus am Burgplatz geht in diese Richtung. Verdenken kann man es ihnen nicht, andere haben es ja vorgemacht. Aber  Balance ist es, was die Bürger sehen wollen. Und dies wenn möglich ohne die unsäglichen Schattierungen vom rechten Rand, die auch noch hier und da (Multi Casa) Zünglein an der Waage spielen durften. Das will niemand mehr…

Ratsitzung: Emotionen um Haushalt, Elternbeitragerhöhung, Master- und Schulentwicklungsplan

Bahn AG und Ministerium an den Pranger gestellt:
Gleisnetz der Bahn marode - Mutmaßungen über Intervenierung des Verkehrsministerium zugunsten der Bahn

Duisburg, 23. Februar 2007 - In einem Artikel der Rheinischen Post wird es heute auf den Punkt gebracht: Das Gleisnetz der Bahn ist marode. Aber der Experte der FDP-Bundestagsfraktion geht noch einen Schritt weiter und erhebt  schwere Vorwürfe gegen die Bahn AG an sich, das Bundesverkehrsministerium und die einstufige Behörde Eisenbahnbundesamt. Der Grund: Nach aufgenommener Sonderprüfung Netz des Bundesrechnungsamtes aus dem vergangenen Jahr und Abbruch der Prüfung ohne Angabe von Gründen entstand bei der FDP-Bundestagsfraktion sogar der Eindruck, dass das Verkehrsministerium zugunsten der Bahn interveniert hat", so die Mutmaßung des FDP-Verkehrsexperten Horst Friedrich gegenüber der Rheinischen Post. Im turnusgemäßen Prüfungsbericht des Bundesrechnungshofs wurde festgestellt, dass die Bahn das Schienennetz noch schlechter instand gehalten hat als bisher angenommen. Fakt ist nach Aussage des Bundesrechnungshofs heute gegenüber duisburgweb, dass auch aufgrund des großen Interesses des Haushaltsausschusses des Bundestages und des noch Stellung nehmen wollenden Bundesverkehrsministeriums der Prüfbericht bis März unter Verschluss gehalten werden muss.

Kommentar

Die in der Rheinischen Post veröffentlichten Vermutungen decken sich mit den Vermutungen von Bürgerinitiativen und Bürgervereinen, die nach Klage gegen die Bahn in Hinsicht auf veraltete Gleisanlagen und dem damit zusätzlich verursachten Lärm und sogar Gebäudeschäden vorgehen. Die Beschwichtigungen bzw. Verniedlichungen oder Belehrungen aus dem Verkehrsministerium oder des Eisenbahnbundesamtes lassen fast zwingend den Schluss zu, dass hier das "Krähen-Prinzip" deutlich zur Anwendung kommt.
Auch ist es für Initiativen oder Bürger kaum nachvollziehbar, wenn Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft gegen die Unzumutbarkeiten der Verursacher eingereicht werden und die Staatsanwaltschaft zur Prüfung immer das Eisenbahn-Bundesamt einspannt. Das Ergebnis ist meistens - dies liegt der Redaktion schriftlich  vor - ein "schlichtes Anfragen" der Behörde an die Bahn, aber sicher keine Prüfungen am Ort. Stets werden der prüfenden Staatsanwaltschaft die Hände gebunden, da das Eisenbahnbundesamt der Bahn korrektes Vorgehen bescheinigt. Das lässt erkennen, warum der FDP-Experte solche Vermutungen in die Öffentlichkeit trägt.
Es fiel auch auf, dass bei angeprangerten Schäden an Gebäuden durch Güterzugbetrieb der Bahn beispielweise ein Staatssekretär des Bundesverkehrsministeriums darauf hinwies, dass bei einer Klage der Betroffenen gegen die Bahn sozusagen die Aussichtslosigkeit  gegeben sei. Diese Art der Belehrung lässt auch wieder nur den Schluss zu, dass der FDP-Experte wie es scheint richtig liegt. Harald Jeschke