BZ-Home Ratgeber Verbraucherzentrale Duisburg  Redaktion Harald Jeschke  



BZ-Sitemap

Archiv:
2020
2019: 01-06  07-12
2018: 01-06 07-12
2017: 01-06  07-12
2016
2015

2014
2013







 

Tipps und Ratgeber  Tel.: 0203 / 48801101  -  Fax: 0203 / 48801107
www.verbraucherzentrale-ratgeber.de

 
Dezember 2020

Experten-Tipps für Patchworkfamilien - Ratgeber klärt über Geld- und Rechtsfragen auf
Duisburg, 03. Dezember 2020 - Familie umfasst meist mehr als Mutter, Vater und Kind. Viele Haushalte entsprechen diesem traditionellen Schema nicht mehr. Laut Statistischem Bundesamt wird gut ein Drittel aller Ehen in Deutschland geschieden. Die Folge: Zweit- oder Drittehen mit Kindern oder eheähnliche Lebensgemeinschaften gehören inzwischen zum Alltag, werden von Recht und Gesetz jedoch oft benachteiligt. Viele Vergünstigungen, die Kernfamilien zustehen, gelten nach wie vor nicht für eine „Patchworkfamilie“.

Der gleichnamige Ratgeber, aktuell veröffentlicht von der Verbraucherzentrale, klärt Betroffene über ihre Rechte auf und gibt Tipps, wann sie Geld vom Staat erhalten oder wie sie gut haushalten können. Die Finanzen stellen meist eine besondere Herausforderung in einer Patchworkfamilie dar: Wer zahlt die Jugendfreizeit des Sohnes aus erster Ehe? Sollen die laufenden Kosten geteilt werden, obwohl er zwei Kinder in die neue Beziehung brachte und sie nur eines?

Das Buch vermittelt wirtschaftliches Wissen, bietet Tipps für den Alltag, Checklisten und Entscheidungshilfen. Es soll Partner in neuen Lebensformen ermutigen, über Geld zu sprechen sowie finanzielle und rechtliche Angelegenheiten gemeinsam zu regeln. Denn schon ein fehlendes Testament kann zur bösen Überraschung führen: Kommt die gesetzliche Erbfolge zum Zug, können nur leibliche und adoptierte Kinder das Erbe oder den Pflichtteil beanspruchen.

Der Ratgeber „Patchworkfamilie – Meins. Deins. Unser. So regeln Sie Geld- und Rechtsfragen“ hat 192 Seiten und kostet 16,58 Euro, als E-Book 11,99 Euro (Preis gültig bis 31. Dezember 2020). Bestellmöglichkeiten: Im Online-Shop unter www.ratgeber-verbraucherzentrale.de oder unter 0211 / 38 09-555. Der Ratgeber ist auch in den Beratungsstellen der Verbraucherzentralen und im Buchhandel erhältlich.

November 2020

Frist bei Pflege bis Ende 2020 beachten: Jetzt noch Entlastungsleistungen nutzen
Duisburg, 30. November 2020 - Der Countdown läuft: Um die Betreuung von Pflegebedürftigen während der Corona-Pandemie zu erleichtern, können Betroffene bis Ende des Jahres noch Entlastungsleistungen aus dem letzten Jahr und nutzen. Für ambulant gepflegte Menschen mit Pflegegrad 1 bis 5 steht ein Betrag in Höhe von 125  Euro monatlich zur Verfügung, der sich auf einen Jahresbetrag von 1.500 Euro summiert.
Normalerweise läuft die Frist zur Abrufung des Geldes aus dem Vorjahr Ende Juni des darauffolgenden Jahres ab. Doch um coronabedingte Härten abzufedern, wurde diese Frist bis Ende des Jahres verlängert.
„Pflegebedürftige und deren Angehörige sollten sich bei Ihrer Pflegekasse erkundigen, ob und welche Beträge aus 2019 ihnen noch zustehen. Wenn ungenutzte Beträge aus diesem Jahr hinzukommen, ist dies unterm Strich eine erhebliche Summe“, rät die Verbraucherzentrale NRW zu raschem Handeln. Die Verbraucherzentrale NRW gibt Tipps, was bei der Nutzung von Entlastungsleistungen beachtet werden sollte:
- Betreuung:
Einzelbetreuungs- und Gruppenangebote werden gleichermaßen erstattet. Hierzu zählen etwa die Teilnahme an einer Demenzgruppe oder Gemeinschaftsangebote mit Gedächtnistraining, Tanzen, Singen oder Gymnastik. Der Bringdienst zu den Betreuungsangeboten oder der gemeinsame Besuch auf dem Friedhof werden ebenfalls erstattet. In den eigenen vier Wänden schafft der Beitrag Entlastung beim Einkaufen, Backen, Kochen und Essen mit einem Helfer. Auch die gemeinsame Haushaltsführung sowie gemeinsame Garten- oder Balkonpflege kann über den Entlastungsbetrag finanziert werden, aber nur, wenn solche Tätigkeiten dabei helfen, Pflegebedürftige zu mobilisieren.

- Weitere Anwendungen:
Die Pflegekassen leisten auch einen Beitrag bei speziellen Hausarbeiten, wenn sie von einer Haushaltshilfe unterstützt werden – etwa Bügeln, Fußbodenpflege, Müllentsorgung, Wäschewaschen oder Aufhängen von Gardinen. Angehörige können den Zuschuss auch für die Organisation der Pflege, den Schriftwechsel und die Antragstellung bei Behörden nutzen In einigen Fällen kann der Betrag auch für Leistungen eines ambulanten Pflegedienstes verwendet werden. Außerdem ist es möglich, die Zuwendung zur Finanzierung des Eigenanteils für Unterkunft und Verpflegung bei der Tages- und Kurzzeitpflege einzusetzen.

- Zusatzleistungen in Nordrhein-Westfalen:
Pflegekassen in NRW gewähren bis Ende März 2021 auch Entlastungsbeträge für Hilfe von Bekannten, Freunden und Nachbarn, ohne dass diese hierfür eine spezielle Qualifikation nachweisen müssen. Darüber hinaus werden auch "Dienstleistungen bis vor die Haustür" – etwa Einkaufs- und Botengänge bezuschusst, aber nur von Anbietern, die landesweit anerkannt sind. Der Angebotsfinder des Landes Nordrhein-Westfalen listet die Angebote auf unter www.pfaduia.nrw.de.
Über eine Suche nach Postleitzahlen kann man hier das nächstgelegene Angebot finden.

- Erhöhung der Entlastungsleistung:
Wer über einen Pflegegrad von 2 bis 5 verfügt, kann bis zu 40 Prozent des Pflegesachleistungsbetrags der normalerweise für die Bezahlung von Pflegediensten zur Verfügung, steht für alltagsunterstützende Angebote nutzen. Das geht jedoch nur, wenn dieses Geld noch nicht für den ambulanten Pflegedienst verbraucht ist. Da die Nutzung der Pflegesachleistung die Höhe des Pflegegeldes verringern kann, ist eine fachkundige Beratung vor Antragstellung sinnvoll.

-  Abrechnung mit der Pflegekasse:
Der Entlastungsbetrag wandert nicht automatisch jeden Monat aufs Konto des Pflegebedürftigen.
Zunächst müssen die Betroffenen die Leistung selbst zahlen und sich die entstandenen Kosten von der Pflegekasse erstatten lassen. Die Quittungen über die entstandenen Kosten werden mit der zuständigen Pflegekasse abgerechnet. Die Leistungen können auch pauschal unter der Bezeichnung „Unterstützungsleistungen nach Paragraf 45 b SGB XI“ eingereicht werden.
Einige der Anbieter wie Betreuungsdienste oder Pflegedienste bieten Erklärungen an, durch die Pflegebedürftige ihren Anspruch gegenüber der Pflegekasse an den Leistungserbringer abtritt.
Der Anbieter kann dann direkt mit der Pflegekasse abrechnen. Geht es um Leistungen der Tages- oder Nachtpflege, Kurzzeitpflege oder ambulanter Pflegedienste, helfen diese Einrichtungen und machen die Kosten zumeist über eine Abtretungserklärung bei der Pflegekasse geltend.

Mehr Informationen rund um Hilfen bei der Pflege zu Hause finden Ratsuchende online unter www.verbraucherzentrale.nrw/haushaltshilfen. Den Weg zur passenden Pflegeberatungsstelle vor Ort weist auch der Pflegewegweiser NRW online unter www.pflegewegweiser-nrw.de."


Von der Finanzierung bis zur Abnahme - Ratgeber begleitet Bauherren auf ihrem Weg zum Eigenheim
Duisburg, 24. November 2020 - Während der Gesetzgeber Arbeitnehmer, Mieter oder Reisende mit umfassenden Schutzrechten ausgestattet hat, müssen private Bauherren viele Konsequenzen und Risiken, die sie eingehen, selbst tragen. Das Problem: Meist sehen sie mögliche Gefahren nicht kommen, da sie in der Regel nicht vom Fach sind. Der Ratgeber „Bauen!“ der Verbraucherzentrale hilft dabei, den rechtlich, technisch und finanziell sehr komplexen Vorgang besser zu verstehen. Mit diesem Wissen lassen sich Schwierigkeiten bei der Umsetzung des Traums vom Eigenheim gezielt ausschalten.
Das umfangreiche Praxis-Handbuch begleitet die Leserinnen und Leser auf ihrem Weg von der Finanzierung über den gesamten Planungs- und Bauprozess bis zur Fertigstellung und Abnahme. Dabei erfahren sie die wichtigsten Unterschiede zwischen der Zusammenarbeit mit einem Bauträger, Fertighausanbieter oder Architekten. Gezeigt wird, wie die gewünschte Planung durch eine gute Baubeschreibung sicher fixiert werden kann und wie Ausschreibungen für Handwerkerleistungen funktionieren.
Zahlreiche Checklisten helfen dabei, die Ausführung zu kontrollieren und dabei nichts zu vergessen. Die aktuelle Auflage berücksichtigt das neue Gebäudeenergiegesetz, das am 1. November in Kraft getreten ist. Es stellt die wesentliche energetische Planungsgrundlage für beheizte und klimatisierte Gebäude dar.
Der Ratgeber „Bauen! Das große Praxis-Handbuch für Bauherren“ hat 408 Seiten und kostet 34,25 Euro (Preis gültig bis 31. Dezember 2020). Bestellmöglichkeiten: Im Online-Shop unter www.ratgeber-verbraucherzentrale.de oder unter 0211 / 38 09-555. Der Ratgeber ist auch in den Beratungsstellen der Verbraucherzentralen und im Buchhandel erhältlich.


Steuerlast im Alter - Neuer Ratgeber hilft Senioren bei der Steuererklärung
Duisburg, 19. November 2020 - Ruhestand schützt nicht vor Papierkram: Auch Rentner sind zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet, wenn ihr zu versteuerndes Einkommen den jährlichen Grundfreibetrag übersteigt. Viel zu viele Menschen verschenken am Lebensabend Jahr für Jahr Geld ans Finanzamt, das sie sich zurückholen könnten.
Unterstützung bietet dabei der aktuelle Ratgeber der Verbraucherzentrale „Steuerklärung für Rentner und Pensionäre“, der jede Menge Praxiswissen, Formulare, verständliche Ausfüllhilfen und viele Spartipps bietet. Die Leserinnen und Leser erfahren, wie sie ihr Einkommen richtig berechnen oder die elektronische Erklärung mit Elster-Online funktioniert.
Das Buch berücksichtigt alle aktuellen Regelungen und sogar mögliche Auswirkungen der Corona-Pandemie. So bleiben beispielsweise Übungsleiter- oder Ehrenamtspauschalen steuerfrei, die während des Lockdowns weitergezahlt wurden. Wer hingegen noch berufstätig ist, könnte in diesem Jahr veränderte Werbungskosten haben.
Anhand von Beispielen informiert der Ratgeber im ersten Teil ausführlich über die sieben verschiedenen Einkunftsarten. Im zweiten Teil erfahren die Senioren, wie sie ihre Steuerlast reduzieren können, der Anhang bietet schließlich sämtliche nötige Formulare im Überblick.
Der Ratgeber „Steuererklärung für Rentner und Pensionäre“ hat 240 Seiten und kostet 14,63 Euro, als E-Book 9,99 Euro (Preis gültig bis 31. Dezember 2020).



Probleme mit Kreditraten? Vor Stundung unbedingt Restschuldversicherung prüfen
Duisburg, 16. November 2020 - Als Folge der Corona-Pandemie kommen viele Menschen in finanzielle Schwierigkeiten, einige können deshalb die Raten für ihren Verbraucherkredit nicht mehr bezahlen. Viele Banken und Sparkassen bieten daher an, die Ratenzahlungen zu stunden.
„Dies kann zwar für viele Kreditnehmer eine Erleichterung sein. Allerdings sollten sie vor einer Stundung unbedingt prüfen, ob stattdessen nicht eine gleichzeitig mit dem Kredit abgeschlossene Restschuldversicherung die Ratenzahlungen zumindest für einen gewissen Zeitraum übernehmen muss“, rät Paulina Wleklinski, Leiterin der Beratungsstelle Duisburg der Verbraucherzentrale NRW.
Eine Restschuldversicherung soll im Todesfall und häufig auch bei Arbeitslosigkeit oder Arbeitsunfähigkeit einspringen. Ob solch eine Versicherung abgeschlossen wurde, steht im Kreditvertrag. Wann sie zahlen muss, findet man im Kleingedruckten. So zahlen viele Versicherer zum Beispiel erst nach drei Monaten Arbeitslosigkeit. „Bei Kurzarbeit wird oft gar nicht gezahlt“, weiß Paulina Wleklinski.
„Kreditnehmer sollten zunächst ihre Bank auf den bestehenden Versicherungsschutz ansprechen oder im Kleingedruckten nachlesen, an wen sie sich im Leistungsfall wenden müssen.“ Restschuld- oder Ratenschutzversicherungen werden bei Abschluss eines Ratenkredits häufig mit verkauft. „Sie sind teuer und zahlen aufgrund vieler Ausschlussklauseln nur selten und wenn, dann zeitlich stark begrenzt“, erklärt Paulina Wleklinski. „Sie verteuern den Kredit oft enorm, die Kosten für die Versicherung werden aber nicht im Effektivzins für den Kredit mit angegeben. Daher raten wir vom Abschluss einer solchen Versicherung ab.“
Tipp: Wer bereits eine Restschuldversicherung hat, die jetzt aber nicht zahlt, sollte prüfen, ob er sie kündigen oder sogar widerrufen kann. Dadurch kann dauerhaft die monatliche Kreditrate gesenkt werden. Beratungsstellenleiterin Paulina Wleklinski: „Lassen Sie sich vor Kündigung oder Widerruf aber unbedingt schriftlich bestätigen, dass diese Schritte keine Auswirkungen auf den bestehenden Ratenkredit haben.“
Informationen und Beratung zu diesem und anderen aktuellen Verbraucherthemen bietet die örtliche Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW telefonisch, per E-Mail oder auch persönlich – natürlich unter Berücksichtigung des höchstmöglichen Gesundheitsschutzes für die Beteiligten und nur nach vorheriger Terminvergabe. Details zu Kontaktdaten und Terminvergabe der Beratungsstellen vor Ort finden Ratsuchende im Internet unter www.verbraucherzentrale.nrw/beratung-vor-ort."

Krone, Brücke oder Implantat? Hohe Kosten beim Zahnersatz vermeiden
Duisburg, 10. November 2020 - Zahnersatz kann teuer werden. Bei Kronen, Brücken, Prothesen oder Implantaten müssen oft hohe Summen als Eigenanteil selbst bezahlt werden. Eine umfangreiche Aufklärung über die Behandlung und die anfallenden Kosten ist deshalb wichtig. Patienten fühlen sich nicht immer gut und ausreichend über die Leistungen der Krankenkassen und der tatsächlichen Kosten der Zahnärzte informiert.
„Beim Zahnersatz gibt es jedoch mehrere Versorgungsmöglichkeiten. Wer etwa ein Implantat statt einer Brücke wünscht, sollte vorher nach allen anfallenden Kosten fragen und möglichst eine zweite Meinung einholen“, rät die Verbraucherzentrale NRW. Hilfreich sind drei Kostenaufstellungen für die Basisversorgung und eine mittlere sowie eine optimale Lösung.
Die Verbraucherzentrale NRW gibt Orientierung, was bei den Aufstellungen zu beachten ist:

- Festzuschuss für Zahnersatz kennen:
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen einen Anteil der Kosten für die Basislösung, die sogenannte Regelversorgung. Dieser Festzuschuss ist seit 1. Oktober von 50 auf 60 Prozent erhöht worden. Wer andere Leistungen möchte als die Regelversorgung, muss die Mehrkosten dafür selbst zahlen. In einem solchen Fall wird die Leistung auch bei gesetzlich Versicherten nach der privaten Gebührenordnung für Zahnärzte abgerechnet.

- Heil- und Kostenplan prüfen:
Rät der Zahnarzt gesetzlich Versicherten zu Zahnersatzleistungen, muss er die geplante Behandlung und voraussichtlichen Kosten in einen Heil- und Kostenplan eintragen und diesen den Patienten aushändigen. Die veranschlagten Kosten darin müssen so genau wie möglich angegeben werden. Die Kasse prüft diese Vorlage und gibt ihr Okay für eine Behandlung. Doch bei einem umfangreichen Zahnersatz sollten Patienten zur persönlichen Kostenkontrolle nach einem Extra-Kostenvoranschlag für Material- und Laborkosten fragen.

- Steigerungssatz beachten:
In der privaten Gebührenordnung wird für jede zahnärztliche Leistung je nach Aufwand und Schwierigkeitsgrad ein Steigerungssatz festgelegt, der den Preis entscheidend mitbestimmt. Der Faktor 2,3 ist für durchschnittliche Leistungen angesetzt. Ein Überschreiten des 3,5-fachen Steigerungssatzes ist nur mit gesonderter Vereinbarung möglich. Wenn eine Leistung im Vergleich zum einfachen Steigerungssatz etwa siebenmal so teuer ausfällt, wird der Rechnungsbetrag deutlich teurer.

- Zweite Meinung einholen:
Werden hohe Beträge für Zahnersatz kalkuliert oder sollen mehrere Zähne gezogen werden, ist es sinnvoll, die Meinung eines anderen Arztes zum Behandlungs- und Kostenplan einzuholen. Diese Zweitmeinung sowie die Erstellung eines zweiten Heil- und Kostenplans sind für gesetzlich Versicherte kostenlos.

- Bonusregelung beachten: Regelmäßige Zahnarztbesuche werden von den gesetzlichen Krankenkassen mit einem Bonus belohnt. Wer in den letzten fünf beziehungsweise zehn Jahren mindestens einmal jährlich zur Kontrolle beim Zahnarzt war, kann ein finanzielles Extra in Anspruch nehmen. Die Kassen übernehmen bei einer Behandlung dann 70 beziehungsweise 75 Prozent der Regelversorgung.

- Härtefallregelung anwenden:
Gesetzlich Versicherte mit einem niedrigen Bruttoeinkommen bis zu 1.274 Euro erhalten statt 60 Prozent die kompletten Kosten für die Regelversorgung beim Zahnersatz erstattet. Die Übernahme der Kosten müssen sie bei der Krankenkasse beantragen.
Eine unabhängige und kostenlose Beratung zu Behandlungen, Kosten und Patientenrechten beim Zahnersatz bietet die Verbraucherzentrale NRW im Rahmen einer Aktion im November 2020 in 15 örtlichen Beratungsstellen an. Kontaktadressen und Termine unter Berücksichtigung der gesundheitlichen Coronaschutzregelungenwww.verbraucherzentrale.nrw/aktionstag-zahnersatz. Weitere Informationen zur Zahnbehandlung gibt’s auch im Internet unter www.verbraucherzentrale.nrw/kostenfalle-zahn."

Wenn das Essen auf Magen und Darm schlägt - Ratgeber mit Ernährungstipps für mehr Lebensqualität
Duisburg, 06. November 2020 - Sieben von zehn Menschen in Deutschland leiden unter Magen­-Darm­-Beschwerden. Fast jeder kennt Blähungen, Sodbrennen, Durchfall oder Übelkeit. Doch wenn diese Symptome ständig und nicht nur ab und zu auftreten, kann das Essen schnell zur Qual werden. Der neue Ratgeber der Verbraucherzentrale „Wie ernähre ich mich bei Magen-Darm-Beschwerden?“ hilft zu verstehen, warum manche Lebensmittel Leiden verursachen oder verstärken, manche sie aber auch lindern können. Manchmal geht es nicht ohne ärztliche Diagnostik, doch durch die Auswahl und Kombination von Lebensmitteln können Betroffene ihr Wohlbefinden deutlich verbessern. Das Buch vermittelt Grundwissen über die Verdauung und gibt Tipps für eine zum individuellen Lebensstil passende Ernährung.
Die Leserinnen und Leser erfahren, was die einzelnen Organe brauchen, um gut zusammenzuwirken. Gleichzeitig lernen sie, wie sie verschiedene Lebensmittel zur Symptomlinderung sinnvoll zusammenstellen können. Denn nur bei wenigen Erkrankungen ist ein einzelnes Lebensmittel oder ein einzelner Bestandteil Auslöser von Verdauungsbeschwerden. Zahlreiche Checklisten helfen dabei, Veränderungen und Ziele im Alltag ganz praktisch umzusetzen.
Der Ratgeber „Wie ernähre ich mich bei Magen-Darm-Beschwerden? Was nützt, was nicht – praktische Hilfen für den Alltag“ hat 200 Seiten und kostet 19,53 Euro, als E-Book 13,99 Euro (Preise gültig bis 31. Dezember 2020). Bestellmöglichkeiten: Im Online-Shop unter www.ratgeber-verbraucherzentrale.de oder unter 0211 / 38 09-555. Der Ratgeber ist auch im Buchhandel erhältlich.


777 Haushalte in Duisburg wegen Energiearmut beraten
- Strom- und Gassperren in 86 Prozent der Fälle vermieden
- Betroffene mit Zahlungsproblemen sollten sich früh melden VZ NRW
Duisburg, 05. November 2020 - Auf die Beratung von insgesamt 777 Duisburger Haushalten mit Zahlungsproblemen bei der Strom- oder Gasrechnung blickt in diesen Tagen die Verbraucherzentrale NRW zurück. Diesen Menschen hat sie seit 2016 im Rahmen ihres Projekts „NRW bekämpft Energiearmut“ in Kooperation mit den Stadtwerken Duisburg beim Umgang mit Energieschulden geholfen.
Im Mittel des landesweiten Projekts betrugen diese Schulden zu Beginn der Beratungen etwa 723 Euro. Oft waren schon Gas- oder Stromsperren angedroht oder bereits vollzogen. „Wir sind natürlich froh, dass wir so viele Haushalte unterstützen konnten. Aber wir wissen auch: die hohe Zahl an Beratenen ist eigentlich ein Alarmsignal, zumal längst nicht alle von Energiearmut Betroffenen zu uns kommen“, sagt Fachberaterin Claudia Bracht. Viele neigten aus Unwissenheit dazu, solche Probleme auszusitzen, oder hätten innerlich schon resigniert. Das mache die Situation oft noch schlimmer.

„Je früher sich die Menschen mit Zahlungsschwierigkeiten bei der Strom- oder Gasrechnung an uns wenden, desto besser können wir sie unterstützen“, betont sie. Im gezielten Austausch mit dem Energieanbieter, Sozialleistungsträgern und anderen örtlichen Stellen ließen sich oft Lösungen finden. So wurden in Duisburg bislang in rund 86 Prozent der Fälle bereits angedrohte Strom- oder Gassperren noch gänzlich verhindert.
„Jeder Erfolg unserer Arbeit vor Ort ist aber letztlich nur Schadensbegrenzung“, erklärt Bracht. Das Problem der viel zu weit verbreiteten Energiearmut muss auch auf bundespolitischer Ebene bearbeitet und an seinen Wurzeln gepackt werden.“ Für die kostenlose Budget- und Rechtsberatung zur Energiearmut können Betroffene Termine vereinbaren unter 0203/ 488 011 80 oder unter duisburg.energiehilfe@verbraucherzentrale.nrw

Prüfung von Abwasserleitungen - Neuregelungen für Nordrhein-Westfalen

Duisburg, 02. November 2020 - Bislang mussten Besitzer von Eigenheimen ihre privaten Abwasserkanäle, die innerhalb von Wasserschutzgebieten liegen und ab dem 1. Januar 1965 errichtet wurden, bis zum Ende des Jahres 2020 auf ihre Dichtigkeit hin prüfen lassen. Durch eine seit dem 13. August geltende Änderung der Selbstüberwachungsverordnung Abwasser NRW ist diese Verpflichtung aufgehoben.
„Damit entfällt die Funktionsprüfung für diese privaten Abwasseranlagen. Darüber hinaus wurde auch die bisher erforderliche Wiederholungsprüfung für Grundstücke in Wasserschutzgebieten, auf denen häusliches Abwasser anfällt, abgeschafft“, nennt die Verbraucherzentrale NRW die wichtigsten Neuregelungen. Sie erklärt, welche Pflichten Hauseigentümer jetzt dennoch haben und beibehalten bleiben:
- Prüfpflicht im Wasserschutzgebiet bleibt in folgenden Fällen:
Wurden Abwasserleitungen für Eigenheime vor 1965 errichtet und befindet sich das Grundstück in einem Wasserschutzgebiet, musste die Prüfung bis 31. Dezember.2015 durchgeführt werden. Die untere Wasserschutzbehörde und in bestimmten Fällen auch der Stadtentwässerungsbetrieb können den Nachweis der Prüfung für diese Abwasserleitungen weiterhin einfordern.
Aufgenommen in die Neuordnung wurde die Pflicht zur Prüfung privater Abwasserleitungen in Wasserschutzgebieten für Fälle, in denen ein begründeter Verdacht bei einem Grundstückseigentümer auf Undichtigkeit des häuslichen Kanals besteht – und zwar dann, wenn bei der Überprüfung des kommunalen Kanalnetzes eine der folgenden Dinge festgestellt wurden:
Ausschwemmungen von Sanden und Erden, Ausspülungen von Scherben, Ausspülungen von weiteren Fremdstoffen, die auf eine Undichtigkeit des Kanals schließen lassen, oder Ablagerungen von solchem Material am Einlaufbereich des häuslichen Anschlusskanals in den kommunalen Kanal. Die Prüfpflicht besteht auch, wenn Absackungen im Grundstücksbereich oder im Bürgersteigbereich oberhalb des Verlaufs des häuslichen Anschlusskanals festgestellt wurden, die auf eine Ausschwemmung von Sanden und Erden schließen lassen. Zudem muss auch geprüft werden, wenn mehrere Verstopfungen des Kanals in kurzer Zeit an den Stadtentwässerungsbetrieb gemeldet werden.

- Prüfpflicht bei Neu und Umbau: Wer ein neues Haus baut oder etwa zusätzliche Anschlüsse an die bestehende Entwässerungsanlage verlegt, muss den Zustand und die Funktionsfähigkeit seiner Abwasserkanäle unmittelbar nach Fertigstellung auch weiterhin überprüfen lassen. Diese Pflicht ist unabhängig davon, ob die Errichtung beziehungsweise wesentliche Änderung von Leitungen in oder außerhalb eines Wasserschutzgebietes erfolgen.

- Wiederholung der Prüfung fällt weg: Bislang musste bei allen geprüften Abwasserkanälen nach jeweils 30 Jahren eine Wiederholungsprüfung erfolgen. Diese Nachprüfung ist nun ersatzlos gestrichen.
- Nur Sachkundige beauftragen: Die Zustands- und Funktionsprüfung darf weiterhin nur von anerkannten Sachkundigen durchgeführt und bescheinigt werden. Diese überprüfen alle auf dem Grundstück im Erdreich oder unzugänglich verlegten Abwasserleitungen, welche zum Sammeln oder Fortleiten von Schmutz- und Niederschlagswasser dienen.
Eine Liste anerkannter Sachkundiger wird vom Landesamt für Umwelt- und Verbraucherschutz geführt und ist abrufbar unter www.sadipa.it.nrw.de/Sadipa.

- Sanierungsfristen beachten: Falls bei einer Prüfung der privaten Abwasserleitungen ein Sanierungsbedarf festgestellt wird, sind Eigentümer ab Kenntnis, dass saniert werden müsste, an bestimmte Fristen für die Sanierung gebunden.
Hierfür sind die sogenannten Schadensklassen maßgeblich, wovon es drei gibt:
A für große Schäden, B für mittelgroße Schäden oder C für Bagatellschäden. A-Schäden sind kurzfristig und B-Schäden innerhalb von zehn Jahren zu sanieren. C-Schäden müssen nicht saniert und durch den Wegfall der Wiederholungsprüfung auch nicht mehr nach 30 Jahren erneut begutachtet werden.

Das Projekt Klimafolgen und Grundstücksentwässerung der Verbraucherzentrale NRW berät Hauseigentümer bei Fragen rund um die Prüfung und Sanierung von Abwasserleitungen, zum Umgang mit anfallendem Abwasser und zum Schutz vor Nässe bei Starkregen – individuell und kostenfrei. Kontakt telefonisch unter (02 11) 38 09 300, montags und mittwochs von 9 bis 13 Uhr, dienstags und donnerstags von 13 bis 17 Uhr oder online unter abwasser@verbraucherzentrale.nrw."