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Februar 2021

Sorgen vor Corona-Impfungen - Versicherungen gegen Impfschäden auf dem Prüfstand Duisburg, 22. Februar 2021 - Seit dem Start der Corona-Impfungen beschäftigt so manchen die Frage, wie sicher die Impfstoffe sind und ob gesundheitliche Risiken mit einer Impfung einhergehen. Private Versicherungsunternehmen werben in diesem Umfeld vermehrt für ihre Unfallversicherungen. Diese sollen gegen die Folgen von möglichen Impfschäden absichern. Doch wie sinnvoll sind solche Versicherungen?
Elke Weidenbach, Versicherungsexpertin der Verbraucherzentrale NRW, warnt vor voreiligen Versicherungsabschlüssen: „Ein Versicherungstarif nur gegen Corona-Impfschäden ist in der Regel nicht ratsam. Hier spielen Versicherungen mit den Ängsten der Menschen vor einer Corona-Impfung.“
 Was müssen Verbraucherinnen und Verbraucher über die Versicherungsangebote wissen und wie können sie sich am besten gegen etwaige gesundheitliche Langzeitfolgen schützen? Die wichtigsten Fakten im Überblick:


- Welche Versicherungen sind in der Pflicht, wenn ich durch eine Impfung Schäden erleide?
In einem solchen Fall spielen mehrere Versicherungen eine Rolle. Die Krankenversicherung, egal ob privat oder gesetzlich, kommt für die Behandlungskosten auf. Wenn Versicherte infolge eines Impfschadens nicht mehr arbeiten können, zahlt die deutsche Rentenversicherung eine Erwerbsminderungsrente. Auch die private Berufsunfähigkeitsversicherung greift in einem solchen Fall. Private Unfallversicherungen decken Impfschäden je nach Tarif teilweise ab. Im Todesfall kommt schließlich die Lebensversicherung ins Spiel.
Hinzu kommt: Da es sich bei der Corona-Impfung um eine empfohlene Impfung zum Schutz der Allgemeinheit handelt, können Geschädigte Ansprüche gegen die Bundesrepublik nach dem Bundesversorgungsgesetz haben. Auch behandelnde Ärzte und Pharmaunternehmen müssen dann unter Umständen haften.

- Wie gut sichern mich private Unfallversicherungen ab?
Der Schutz ist vom Tarif abhängig. Wer bereits eine private Unfallversicherung abgeschlossen hat, sollte den Vertragsinhalt genau prüfen.
Viele Tarife beschränken den Schutz auf ganz bestimmte Impfungen. Diese sind dann in den Vertragsbedingungen aufgeführt. Wichtig ist, dass die Unfallversicherung nur dann greift, wenn infolge einer Impfung dauerhafte gesundheitliche Schäden nachgewiesen werden. Wie viel die Versicherung zahlt, hängt dann vom sogenannten Invaliditätsgrad ab. Es geht also nicht um die Absicherung gegen geläufige Impfreaktionen, wie Rötungen, Fieber oder Schmerzen an der Einstichstelle. Nur wenn der Zusammenhang zwischen der Impfung und einer danach auftretenden Invalidität nachgewiesen wird, ist die Unfallversicherung in der Pflicht. Da es äußerst selten zu schwerwiegenden gesundheitlichen Komplikationen infolge einer Impfung kommt und diese mitunter nur schwer nachweisbar ist, ist es nicht empfehlenswert, nur für diesen speziellen Fall eine Versicherung abzuschließen.

- Welche Versicherungen sichern besonders gut im Falle gesundheitlicher Folgen ab?
Ratsam sind Versicherungen, die möglichst viele Eventualitäten abdecken. Dazu gehört zum Beispiel die private Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie sichert gegen den Verlust des Einkommens ab, unabhängig davon, ob die Berufsunfähigkeit aufgrund einer schwerwiegenden Erkrankung, eines Unfalls oder eben eines seltenen Impfschadens entsteht. Wer zum Beispiel von seinem Erwerbseinkommen abhängig ist und sich umfassend gegen existenzbedrohende Risiken absichern möchte, ist gut beraten, eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu prüfen.
Unfallversicherungen decken Schäden durch Erkrankungen nicht ab und zahlen oftmals nur einen einmaligen Kapitalbetrag anstelle einer Rente aus. Weitere Hinweise rund um das Thema Versicherungen gibt die Verbraucherzentrale NRW auf ihrer Homepage unter https://www.verbraucherzentrale.nrw/wissen/geld-versicherungen. Hilfreiche Hinweise rund um weitere Corona-Fragen im Verbraucheralltag gibt es ebenfalls online unter www.verbraucherzentrale.nrw/corona."


Fitnessstudios im Lockdown: Welche Rechte haben die Kunden?
Duisburg, 16. Februar 2021 - Die Fitnessstudios mussten wegen der Corona-Pandemie bereits mehrmals für viele Wochen ihre Türen schließen. Auch im aktuellen Lockdown bleiben Stepper und Hanteln ungenutzt, statt im Kursraum wird der Yoga-Sonnengruß vor dem heimischen Spiegel trainiert. Das geht nicht nur auf Kosten der Figur, sondern auch ins Geld. Denn Fitnessstudioverträge haben meist eine mehrmonatige Laufzeit und die fälligen Gebühren gehen oftmals weiterhin vom Konto ab, obwohl die Leistung nicht mehr zur Verfügung gestellt wird.

Auf die Idee, vorab das Gespräch mit den Kunden zu suchen, um mögliche Alternativlösungen wie eine kostenfreie Verlängerung der Vertragslaufzeit, eine Reduzierung des Monatsbeitrags oder ein besonderes Online-Training zu vereinbaren, kommen nur die wenigsten Studiobetreiber. Verbraucherinnen und Verbraucher berichten der Verbraucherzentrale NRW von einseitigen Vertragsverlängerungen seitens des Studios oder nicht akzeptierten, fristgerechten Kündigungen.

Trotz der schwierigen Situation für die Unternehmer: Kunden müssen sich nicht alles gefallen lassen. Die wichtigsten Fakten im Überblick:
- Beitragszahlung während des Lockdowns:
Wer sein Fitnessstudio wegen Corona nicht nutzen kann, weil es ganz geschlossen ist oder ein Notprogramm angeboten hat, der muss für die Zeit nicht oder zumindest nicht den vollen Beitrag zahlen.
Grundsätzlich müssen nur für die Zeiten Beiträge in voller Höhe gezahlt werden, in denen der per Vertrag versprochene Service auch in vollem Umfang nutzbar war. Wurde der Vertrag jedoch vor dem 8. März 2020 geschlossen und der Beitrag bereits bezahlt, gilt die so genannte „Gutscheinlösung“. Verbraucher müssen dann – an Stelle der direkten Rückerstattung der Beiträge – alternativ einen Wertgutschein in Höhe der Beiträge akzeptieren, die während der Schließzeit angefallen sind.

-  Alternative Angebote prüfen:
Manche Studios bemühen sich aber auch konstruktiv um Lösungen wie beispielsweise ein Online-Fitness-Angebot oder eine kostenlose Verlängerung des Vertrags im Gegenzug für die ausgefallenen Corona-Monate. Sollte es finanziell machbar sein, sind solche Angebote durchaus akzeptabel. Es gibt aus unserer Sicht jedoch keine Verpflichtung für die Kunden, auf solche Offerten einzugehen.

- Verlängerungen der Vertragslaufzeit:
Die im Vertrag genannte Laufzeit gilt auch dann, wenn das Fitnessstudio wegen der Corona-Pandemie vorübergehend schließen musste. Wir sind der Ansicht, dass Verlängerungen der Laufzeit, die die ausgefallenen Trainingszeiten ersetzen sollen, grundsätzlich nur freiwillig, also im Einvernehmen mit den Verbrauchern, möglich sind. In der letzten Zeit sind allerdings einige Urteile ergangen, in denen anders entschieden wurde.
Das Argument: Es müsse eine Vertragsanpassung vorgenommen werden und das Studio könne die Vertragslaufzeit daher einseitig um die Zeit der Schließung verlängern. Eine höchstrichterliche Entscheidung zu dieser Frage liegt bislang nicht vor. Wer es also auf einen Gerichtsprozess zu dieser Frage ankommen lässt, geht derzeit ein gewisses Risiko ein.

- Fristgerechte Kündigung:
Ordentliche Kündigungen zum Ende der jeweiligen Vertragslaufzeit sind weiterhin möglich. Wichtig ist hierbei, dass die vertraglich vereinbarte Kündigungsfrist eingehalten und auch nachgewiesen werden kann. Dies gelingt beispielsweise über die Zustellung per Post als Einschreiben mit Rückschein oder per Fax mit qualifiziertem Sendebericht. Kommt es später zum Streit, ob eine Kündigung fristgerecht erfolgt ist, helfen diese Unterlagen beim Beweis.
Ab dem Zeitpunkt, an dem die fristgerechte Kündigung gilt, sollten in jedem Fall die Zahlungen eingestellt bzw. der Bankeinzug widerrufen werden. Wer per Lastschrift zahlt, kann gegenüber dem Fitnessstudio nicht nur die Kündigung erklären, sondern sollte auch schriftlich die Einzugsermächtigung widerrufen. Bucht das Fitnessstudio trotzdem weiterhin unrechtmäßig Beträge ab, können diese über die eigene Bank zurückgeholt werden.

Informationen und Beratung zu diesem und anderen aktuellen Verbraucherthemen bieten die örtlichen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale NRW während des Lockdowns telefonisch oder per E-Mail. Details zu den Kontaktdaten der Beratungsstellen vor Ort finden Ratsuchende im Internet unter www.verbraucherzentrale.nrw/beratung-vor-ort. Hilfreiche Hinweise rund um weitere Corona-Fragen im Verbraucheralltag gibt’s ebenfalls online unter www.verbraucherzentrale.nrw/corona."


Datingportalen nicht blind vertrauen - Widerrufsrechner schützt vor Abzocke bei Online-Abos
Duisburg, 11. Februar 2021 -  Die Flirt- und Partnersuche im Internet hat am Valentinstag Hochkonjunktur. Um schnell und zuverlässig ans richtige Ziel zu kommen, steuern viele Liebeshungrige jedoch nicht nur am 14. Februar ein Datingportal im Internet an. Statt zum großen Glück führen die Singlebörsen Flirtwillige allerdings oftmals in die Irre und verursachen Ernüchterung, Enttäuschung und hohe Kosten. Denn in den komplizierten und oft kaum verständlichen Verträgen sind einige Tücken verborgen.

So hatte etwa das Partnervermittlungsunternehmen Parship in der Vergangenheit von seinen Kunden vielfach mehrere hundert Euro für anteiliges Single-Surfen verlangt, wenn Kunden einen Partnervermittlungsvertrag fristgerecht innerhalb von 14 Tagen widerrufen hatten.
„Wer ein hunderte Euro teures Abo schon nach wenigen Tagen wieder loswerden will, kommt zwar nicht unbedingt kostenlos aus der Sache raus. Derart hohe Zahlungen sind jedoch bei einem rechtzeitigen Adieu nicht zulässig“, stellt Paulina Wleklinski der Verbraucherzentrale NRW in Duisburg klar. Sie erklärt die rechtlichen Hintergründe und empfiehlt Betroffenen, Ansprüche von Partnervermittlungen anhand eines Online-Rechners unter www.verbraucherzentrale.nrw/partnerboersen-rechner zu überprüfen:

- Statt Traumpartner nur Technik: Online-Singlebörsen und Partnervermittlungen bieten ihren Kunden lediglich die technische Möglichkeit der Kontaktaufnahme mit anderen im Portal angemeldeten Personen. Wer diese Dienstleistung in Anspruch nimmt und eines der zahlreichen Online-Portale nutzen möchte, sollte zuvor in jedem Fall einen Blick auf das Kleingedruckte werfen. Denn in den Geschäftsbedingungen verbergen sich oft versteckte Kosten. Besonderes Augenmerk gilt es auf die Laufzeit und die Kosten des Vertrages zu legen.
Einige Anbieter werben mit günstigen Probeabos, die sich nach Ablauf automatisch um sechs oder sogar zwölf Monate mit einem weit höheren Preis verlängern.

- Widerrufs- und Kündigungsmöglichkeiten:
Wer das nach kurzer Zeit merkt oder nicht auf teilweise geschönte Profile und falsche Versprechen hereinfallen möchte, der kann sich in der Regel bereits kurz nach Vertragsabschluss wieder von dem Partnervermittlungsinstitut lösen. Grundsätzlich gilt hier eine Frist von 14 Tagen nach Abschluss des Abos.
- Datingportale dürfen bei Widerruf nicht zulangen:
Wer seinen Vertrag fristgerecht widerruft, darf jedoch nicht dafür mit horrenden Summen zur Kasse gebeten werden. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) im letzten Oktober in einem Urteil klargestellt (Az.: C- 641/19): Widerrufen Flirtwillige ihren Vertrag, kann eine Partnerbörse zeitanteilig zwar einen sogenannten „Wertersatz“ verlangen – aber nur für die abgelaufenen Tage bis zum Widerruf.
Das wird deutlich am folgenden Beispiel: Angenommen ein Single-Jahresabo von 400 Euro kostet pro Tag 1,10 Euro. Wird der Vertrag hierzu nach zehn Tagen widerrufen, darf ein Datingportal nur einen Wertersatz von circa elf Euro für die anteilige Nutzung berechnen. Für Partnersuchende, die ein Jahresabo bei einer Partnerbörse fristgerecht wieder auflösen möchten, bietet die Verbraucherzentrale NRW einen Online Rechner an. Unter www.verbraucherzentrale.nrw/partnerboersen-rechner können Betroffene den Betrag ermitteln, den eine Partnerbörse im Falle eines widerrufenen Vertrages von ihnen verlangen kann.

Weitere Infos zu Datingportalen gibt’s im Internet unter www.verbraucherzentrale.nrw/partmersuche-im-internet. Informationen und Beratung zu den Tücken von Partnervermittlungen bieten auch die örtlichen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale NRW, während des Lockdowns telefonisch oder per E-Mail. Details zu den Kontaktdaten der Beratungsstellen vor Ort finden Ratsuchende im Internet unter www.verbraucherzentrale.nrw/beratung-vor-ort."


Cookie-Banner - Nicht nur lästig, sondern auch nützlich?

Safer Internet Day
- 61 % der 10- bis 15-Jährigen waren 2020 in sozialen Netzwerken aktiv

- Im 1. Quartal 2020 telefonierten 82 % der Kinder und Jugendlichen über das Internet
– Nutzung stieg binnen zwei Jahren um 10 Prozentpunkte 89 % der Kinder und Jugendlichen nutzten Messenger-Dienste wie WhatsApp, Telegram und Co.
Mehr als ein Drittel (39 %) der 10- bis 15-Jährigen hatte keine Bedenken, dass ihre Online-Aktivitäten zu Werbezwecken aufgezeichnet werden
Der Zugang zu digitalen Medien ist für Kinder und Jugendliche eine Form von gesellschaftlicher Teilhabe – nicht erst seit der Corona-Pandemie. Für die meisten Kinder und Jugendlichen gehört das Internet zum Alltag. Wie das Statistische Bundesamt  anlässlich des „Safer Internet Day“ am 9. Februar 2021 mitteilt, nutzten im 1. Quartal 2020 rund 89 % der 10- bis 15-Jährigen Messenger-Dienste wie WhatsApp, Telegram, Viber und Co.
Fast zwei Drittel (61 %) waren in sozialen Netzwerken aktiv und nahezu die Hälfte (43 %) teilte auf Webseiten selbst erstellte Inhalte. Wie im echten Leben müssen Kinder und Jugendliche auch im Internet vor problematischen Inhalten oder gar Missbrauch geschützt werden. Der EU-weite Aktionstag soll hierfür das Bewusstsein schärfen und zu mehr Internetsicherheit beitragen. 

Deutlich stärkere Nutzung von Streaming-Diensten, Videotelefonie und E-Mail-Kommunikation  Die Corona-Pandemie und das damit verbundene Distanzlernen könnte ein Grund dafür gewesen sein, dass sich einige Internetaktivitäten bei jungen Menschen in Deutschland verändert haben. Die Nutzung von sozialen Netzwerken hat sich bei Kinder und Jugendlichen wenig verändert: 61 % waren im 1. Quartal 2020 dort aktiv, im 1. Quartal 2018 waren es 64 %. Ebenso nutzten im 1. Quartal 2020 mit 79 % ähnlich viele junge Menschen das Internet zum Spielen oder zum Herunterladen ebensolcher wie im 1. Quartal 2018 (81 %).
Dagegen stieg innerhalb von zwei Jahren der Anteil der 10- bis 15-Jährigen, die im Internet Videos von kommerziellen Streaming-Anbietern wie zum Beispiel Netflix anschauten, von 36 % auf 58 % im 1. Quartal 2020. Um fast 10 Prozentpunkte nahm im gleichen Zeitraum die Nutzung von Internet- und Videotelefonaten zu – von 72 % auf 82 %.
Und auch die Kommunikation über E-Mail gewann für junge Menschen vermehrt an Bedeutung: Während 2018 noch fast die Hälfte (48 %) der Jugendlichen das Internet für den Mailverkehr nutzten, waren es 2020 bereits 64 %.  Jugendliche haben weitaus weniger Bedenken, dass Online-Aktivitäten aufgezeichnet werden als Ältere  Je mehr und je häufiger Daten im Internet ausgetauscht werden, egal ob durch Videotelefonie, Messenger oder soziale Medien, desto wichtiger werden Schutzmaßnahmen, um den Zugriff auf persönliche Informationen zu kontrollieren.

Jungen Menschen sind solche Fragestellungen weniger bewusst als anderen Altersgruppen. Mehr als ein Drittel (39 %) der 10- bis 15-Jährigen hatte keine Bedenken, dass ihre Online-Aktivitäten aufgezeichnet werden, um maßgeschneiderte Werbung anzubieten. 45 % der Jugendlichen hatten geringe Bedenken, 14 % hatten große Bedenken. Bei der Betrachtung über alle Altersklassen hinweg kehrt sich das Bild um: Zwar hatten ebenfalls 43 % geringe Bedenken wegen des Sammelns von Daten zu Werbezwecken, jedoch hatten 36 % große Bedenken und nur rund ein Zehntel (11 %) keinerlei Bedenken.   

Duisburg, 09. Februar 2021 - Vielen Internetnutzern geht das Aufploppen von Cookie-Bannern beim Surfen im Netz auf den Keks: Viel Text und Kleingedrucktes, komplizierte Browserfenster und lästiges Klicken. Die meisten Surfer wollen die Einblendungen schnell weghaben und drücken auf "akzeptieren", ohne zu wissen, was sie da eigentlich tun.

Aus Anlass des Safer Internet Days, der am 9. Februar in diesem Jahr Meinungsbildung und Desinformation im Netz zum Thema macht, erklärt Klaus Palenberg, Datenschutzjurist von der Verbraucherzentrale NRW, im Expertengespräch den Sinn von Cookie-Bannern und gibt wichtige Tipps:
- Was sind Cookies?
Cookies sind kleine Datensätze von Webseiten-Betreibern, die auf Rechnern von Usern gespeichert werden, wenn diese eine Webseite besuchen. Ihre Funktion ist, Nutzer bei erneutem Besuch auf Webseiten zu identifizieren, das Verweilen komfortabel zu gestalten und Aufschluss über ihr Surfverhalten zu geben. Konkret zählen das Abspeichern eines Logins auf einer Internetseite oder das Abspeichern eines Warenkorbs bei einem Online-Händler zu den Aufgaben von Cookies. Sie sind technisch auch in der Lage, das Tummeln von Nutzern im Netz (Webtracking) mit speziell präparierten Seiten nachverfolgbar zu machen.

- Seit wann gibt es für die Platzierung verbindliche Regeln?
Cookies sind treue Surfbegleiter, seitdem das Internet auch von der breiten Öffentlichkeit genutzt wird. Seit 1995 bestehen für alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union einheitliche Regeln, die mit Einführung der Datenschutzverordnung 2018 weiter ausgebaut wurden. Demnach darf eine Einwilligung zur Anwendung von Cookies nicht in Form von voreingestellten Häkchen oder Kreuzchen erfolgen, sondern hierzu müssen Nutzer aktiv ihre Zustimmung erteilen.

- Inwiefern profitieren Anbieter vom Setzen der Cookies?
Durch Cookies können Unternehmen und Werbetreibende zahlreiche Informationen über die Nutzer sammeln. Dazu gehören zum Beispiel Angaben zur Häufigkeit, Dauer und Auswahl von Internetbesuchen, die persönliche IP- und E-Mail-Adresse, eingegebene Kontaktdaten und Passwörter, der jeweilige Bildungsstatus, Alter, finanzielle Ausgaben sowie Aufschluss über ausgewählte Produkte und Bestellungen.

- Welche Gefahren bestehen, wenn alle Cookies freigegeben werden?
Mit Hilfe von Cookies werden etwa umfangreiche Nutzerprofile erstellt, die weitreichende Rückschlüsse über das Surfverhalten, Vorlieben und Lebensgewohnheiten des Nutzers zulassen. Durch dieses Wissen können die Werbetreibenden die Nutzer beispielsweise anhand personalisierter Werbung leichter manipulieren und zu Käufen verleiten, die sie sonst nicht getätigt hätten.

- Wie gehen Anwender optimal mit Cookies um?
User sollten sich von den oft missverständlichen Gestaltungen der Cookie-Banner nicht verwirren lassen. Stattdessen sollten sie sich die Pop-Up-Fenster zumindest beim ersten Mal durchlesen und dann entscheiden, welche Cookies sie zulassen. Ansonsten ist es besser, nur die notwendigen Cookies auszuwählen, statt einfach auf den Button „alle akzeptieren“ zu klicken.

- Welche Browsereinstellungen können Anwender von vornherein und welche müssen sie jedes Mal vornehmen?
Um Web-Tracking vorzubeugen und es Werbetreibenden zu erschweren, personalisierte Werbung zu schalten, sollte in den Datenschutzeinstellungen des Web-Browsers hinterlegt werden, wie er mit Cookies verfahren darf. Hier können Cookies von sogenannten Drittanbietern, wie etwa Werbefirmen, deaktiviert werden. User können hierzu in den Browsereinstellungen unter dem Menüpunkt "Datenschutz/Cookies von Drittanbietern akzeptieren" die Optionen "nie akzeptieren" anklicken und zudem die Do-Not-Track-Option auswählen. Wer seinen Browser zudem so einstellt, dass die Cookies nach jeder Sitzung automatisch gelöscht werden, erschwert ein dauerhaftes Tracking und das Auswerten persönlicher Daten. Hierfür müssen sich Surfer jedoch jedes Mal aus Online-Shops abmelden und den Browser nach jeder Sitzung schließen! Alle Cookies abzulehnen, ist hingegen nicht immer sinnvoll, da beispielsweise die Funktion eines Warenkorbs beim klassischen Online-Shopping über einem Cookie funktioniert und mit einer Ablehnung auch ausgeschaltet wäre.

- Wie lässt sich Dauerbeobachtung (Tracking) vermeiden?
Etwa durch regelmäßiges Löschen aller gespeicherten Cookies. Das gelingt meist über einen Check der Einstellungen des Browsers oder bei den mobilen Geräten unter "Datenschutz" oder "Inhaltseinstellungen". Cookies sollten am besten nach jedem Surfen im Netz, mindestens jedoch einmal monatlich gelöscht werden.
- Zudem wichtig: Aktueller Virenschutz, die Installation einer Firewall, verschlüsselte WLAN- und eine sichere Browser-Verbindung (erkennbar an der Bezeichnung „https“) sind weitere Vorkehrungen, die vor unliebsamen Web-Einblicken und Eingriffen von außen schützen.

Weitere Einzelheiten und Schritt-für-Schritt-Anleitungen wie Cookies funktionieren, wie User mit ihnen umgehen sollten und wie man sie löschen kann, gibt’s von der Verbraucherzentrale NRW online unter www.verbraucherzenrale.nrw/cookies. Hintergrund Safer Internet Day: Mit mehr als 100 Veranstaltungen und Projekten beteiligen sich jedes Jahr am Safer Internet Day deutschlandweit Unternehmen, Verbände, Bildungseinrichtungen und Privatpersonen –coronabedingt in 2021 jedoch ausschließlich online."


Im Lockdown schadstoffarm fit bleiben: Sportgeräte auf dem Prüfstand

Duisburg, 03. Februar 2021 - Fitnessstudios sind geschlossen und Yoga oder Pilates gibt es momentan nur noch online. Da liegt die Anschaffung eigener Sportgeräte nahe. Die Auswahl ist riesig, aber sind alle Produkte auch sinnvoll? Wer nur eine bequeme Unterlage für sein Workout benötigt, kann einfach weiche Decken benutzen. Auch spezielle Kissen und Gurte können durch ein gefaltetes Handtuch oder einen Schal leicht ersetzt werden.

Wer aber wirklich eine rutschfeste Unterlage benötigt, kommt um die Anschaffung einer Matte kaum herum. Doch leider ist nicht jedes Fabrikat schadstoffarm und die Produktinformationen sind oft nicht aussagekräftig. Laut einer aktuellen europaweiten Untersuchung von 82 Sportartikeln wie Bällen, Hanteln, Matten oder Springseilen im Rahmen des von der EU geförderten LIFE AskReach-Projektes enthielt jedes vierte Fitnessgerät besorgniserregende Substanzen.

Tipps für schadstoffbewusste Sportler
-  Keine Info - kein Kauf: Aus der Produktbeschreibung sollte klar hervorgehen, aus welchen Materialien die Matte oder das Fitnessequipment gefertigt ist. Wünschenswert sind auch Angaben zu Produktionsbedingungen und zu Schadstoffuntersuchungen. Siegel sind in diesem Bereich eher rar und auch das Oeko-Tex-Siegel schließt Materialien wie PVC, Ersatzweichmacher oder antimikrobielle Ausrüstung nicht aus.
„Frei von XY“-Angaben sind wenig aussagekräftig, besonders wenn nur Stoffe genannt werden, die für das jeweilige Material überhaupt nicht relevant sind. Fitnesszubehör sollte zudem nur über identifizierbare Händler mit Sitz in der EU bestellt werden.

- Keine stinkenden Produkte:
Bälle, Blöcke, Bänder, Hanteln und Matten sollten nicht auffällig riechen. Der Geruch könnte ein Hinweis auf Schadstoffe sein. Bei Fahrradtrainern, Ergometern oder Hometrainern riechen teilweise die Griffe schmierölartig, weil diese mit krebserregenden teerähnlichen Verbindungen (PAK) belastet sind, wie eine Untersuchung der Stiftung Warentest zeigte. Empfehlenswert ist, auf Trainingsgeräte mit dem GS-Zeichen zu achten. Diese werden auf die Einhaltung gesetzlicher Grenzwerte geprüft.

- Kein PVC:
Yoga- oder Fitnessmatten bestehen häufig aus dem Kunststoff PVC. Auch Fitness-Bälle werden gerne aus diesem Material hergestellt. PVC wird erst durch Weichmacher elastisch, die nicht im Kunststoff bleiben, sondern nach und nach freigesetzt werden. Einige Phthalat-Weichmacher können das menschliche Hormonsystem stören. Aber auch bestimmte sogenannte Ersatzweichmacher werden vom Menschen aufgenommen, sind im Urin nachweisbar und können im Tierversuch in höheren Konzentrationen die Nieren schädigen. PVC ist in der Vergangenheit in Tests oftmals durch weitere gesundheitsschädliche Zusatzstoffe aufgefallen.

-  Ohne anti-bakterielle Ausstattung:
Manche Hersteller rüsten ihre Produkte mit Silber oder anderen Substanzen aus, die gegen Mikroorganismen und Geruch wirken sollen. Leider müssen diese nur angegeben werden, wenn mit den bioziden Eigenschaften geworben wird. Die Substanzen belasten unnötig die Umwelt und manche sogar die Gesundheit, daher sollte darauf möglichst verzichtet werden. Das regelmäßige Säubern zur Pflege der Materialien wird zudem durch die Ausrüstung nicht ersetzt.

- Welches Material für die Matte?
TPE steht für thermoplastische Elastomere. Im Schadstofftest von Öko-Test 2019 schnitten Matten aus diesen aufgeschäumten Kunststoffen besonders gut ab, denn sie haben den Vorteil, keine Weichmacher zu benötigen. Für Kautschuk wird hingegen teilweise Regenwald abgeholzt, ebenso wie für Palmöl. Wem nicht nur Schadstofffreiheit, sondern auch gerechte Bezahlung am Herzen liegen, kann hier auf das „Fair Rubber“-Siegel achten.
Auch Kautschukmatten sind nicht immer schadstoffarm. Häufig werden sie zwar mit „phthalatfrei“ beworben, relevant sind hier aber eher Nitrosamine, PAK oder allergieauslösende Latexproteine. Korkmatten bestehen oft nicht zu 100 Prozent aus dem nachwachsenden Rohstoff Kork, die Rückseite bildet eine aufgeschäumte TPE- oder Kautschukschicht.

Welches Material am besten geeignet ist, hängt davon ab, welche Anforderungen man an die Rutsch- und Zugfestigkeit der Matte stellt. In Bezug auf Schadstoffe bieten Testergebnisse oder Prüfsiegel bei der Auswahl Orientierung. Sie haben noch Fragen zur Fitnessausrüstung ohne Schadstoffe?

Dazu und allgemein zum Thema „schadstoffarm leben“ bieten die Umweltberatung sowie die Online-Schadstoffberatung der Verbraucherzentrale NRW weitere Informationen unter www.verbraucherzentrale.nrw/schadstoffe. Dort können Sie außerdem eigene Fragen bequem per Kontaktformular stellen und erhalten innerhalb weniger Tage kostenlos eine Antwort."

Januar 2021

Verbraucherzentrale Duisburg: Erreichbar auch im Lockdown
Ratsuchende erhalten Hilfe am Telefon und per E-Mail Duisburg.

Duisburg, 22. Januar 2021 - Ob Ärger mit Onlineshops, Fragen zu Mobilfunkverträgen, überhöhte Handwerkerrechnungen oder abgesagte Reisen und Veranstaltungen: Wenn die Duisburger Probleme in ihrem Verbraucheralltag haben, erreichen sie die Beratungsstelle der Verbraucherzentrale weiterhin per Telefon und E-Mail.

"Zwar können wir im Moment aufgrund der Kontaktbeschränkungen keine persönlichen Beratungstermine anbieten, aber telefonisch und schriftlich lassen sich oft schon viele Fragen klären. Vor allem wenn Fristen ablaufen oder finanzielle Konsequenzen drohen, sollten Betroffene nicht zögern, sich an uns zu wenden", erklärt Paulina Wleklinski, Leiterin der Beratungsstelle in der Friedrich-Wilhelm-Str. 30.

Das Team steht Ratsuchenden zu den gewohnten Servicezeiten montags und freitags von 09:00 bis 15:00 sowie dienstags und donnerstags von 09:30 bis 13:00 und von 14:00 bis 18:00 (mittwochs geschlossen) unter (0203) 488 011-01 zur Verfügung. Anfragen an die Verbraucherschützer können zudem jederzeit über das Kontaktformular auf der Homepage gestellt werden: www.verbraucherzentrale.nrw/beratungsstellen/duisburg Informationen und Tipps rund um Verbraucherrechte in Corona-Zeiten sind laufend aktualisiert auf der Internetseite der Verbraucherzentrale zu finden: https://www.verbraucherzentrale.nrw/corona-covid19-die-folgen-und-ihre-rechte-45509"


Shopping-Alternative im Lockdown: Welche Rechte habe ich bei „Click & Collect“?
Duisburg, 14., Januar 2021 - Ein Buch im Internet bestellen und in Duisburg bei der Buchhandlung abholen, oder einen Akkuschrauber im Baumarkt reservieren und und beim Abholen bezahlen – vor allem durch die Corona-Pandemie ist der „Click & Collect“-Kauf beliebt geworden.
Doch welche Art von Vertrag schließe ich dabei ab? Wie steht es um das Online-Käufen bekannte Widerrufsrecht?
Die Verbraucherzentrale NRW hat die wichtigsten Eckdaten der neuen Verkaufsform zusammengestellt:
- Widerrufs- und Rückgaberecht:
Wird das Produkt auf einer entsprechenden Internetseite (z.B. Online-Shop, Auktionsplattform) erworben, gilt das für Onlinekäufe übliche 14tägige Widerrufsrecht. Die weiteren Umstände des Vertragsschlusses, wie beispielsweise die Abholung im Laden oder auch die Bezahlart, spielen keine Rolle. Fällt die endgültige Kaufentscheidung allerdings erst bei der Abholung, besteht kein Widerrufsrecht.
Dies ist beispielsweise der Fall, wenn die Ware über die Internetseite nur reserviert wird und die endgültige Kaufentscheidung vor Ort getroffen wird. Der Widerruf muss gegenüber dem Vertragspartner am besten per E-Mail, Fax oder Brief erklärt werden. Die bestellte Ware einfach nicht abzuholen oder zurückzusenden, gilt nicht als Widerruf!

- Rückgabe oder -sendung:
Sollte der Kunde nach einem „Click & Collect“-Kauf von seinem Widerrufsrecht rechtmäßig Gebrauch machen, braucht er die Ware nicht zurückzusenden, sondern kann sie nach unserer Ansicht am „Collect“-Ort, also im Laden auch wieder abgeben. Alternativ ist es aber auch möglich, das Produkt per Paketdienst wieder zurückzusenden.
Die Kosten der Rücksendung trägt dann grundsätzlich jedoch der Kunde – es sei denn, der Händler bietet an, die Rücksendekosten zu übernehmen. Dieser bleibt auch dann auf den Kosten sitzen, wenn er vor Vertragsschluss nicht darüber informiert hat, dass Kunden die Kosten einer Rücksendung selbst zahlen müssen.
Informationen und rechtliche Hilfestellungen zu akuten Verbraucherfragen geben auch die örtlichen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale NRW – zur Zeit ausschließlich telefonisch oder per E-Mail. Kontaktdaten online unter www.verbraucherzentrale.nrw/beratung-vor-ort.

Riecht einwandfrei und sieht gut aus – Gebongt!
Lebensmittel mit begrenzter Haltbarkeit im Supermarkt

Duisburg, 13. Januar 2021 - Ein Päckchen Lebkuchen, eine Quarkspeise im Glas, Raclettekäse oder abgepackte Gänsebrust in Scheiben – nicht alle kulinarischen Leckerbissen gingen rund um die Festtage über die Ladentheke. Übriggebliebene Lebensmittel mit nahendem oder überschrittenem Mindesthaltbarkeitsdatum werden nun oft verbilligt zum Kauf angeboten.
Einige Händler bieten Ausgemustertes in Regal- und Kühlecken und auf Grabbeltischen und in Körben zum Schnäppchenpreis an. Kunden greifen auch gerne zu. Einige schrecken jedoch zurück, wenn sie feststellen, dass die Haltbarkeit bald oder bereits überschritten ist.

„Lebensmittel sind oft auch über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus genießbar, deshalb dürfen Händler sie weiterhin verkaufen, wenn sie in Ordnung sind“, erklärt die Verbraucherzentrale NRW. Um beim Kauf und Verzehr von aussortierten Lebensmitteln auf Nummer sicher zu gehen, sollten Kunden folgende Dinge beachten:

- Mindesthaltbarkeitsdatum gibt Orientierung:
Bei abgepackten Lebensmitteln gibt das Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Verpackung an, bis zu welchem Zeitpunkt ein ungeöffnetes Lebensmittel seinen Geschmack, Geruch und Nährwert behält.

Die Unbedenklichkeit und Genusstauglichkeit von Lebensmitteln hängt auch von der Empfindlichkeit des jeweiligen Produkts und von den Lagerbedingungen ab. Händler dürfen Lebensmittel mit überschrittenem oder bald erreichtem Haltbarkeitsdatum noch verkaufen. Bei leicht verderblichen Lebensmitteln – etwa bei frischem Geflügel oder Hackfleisch – ist allerdings ein Verbrauchsdatum vorgeschrieben, nach dessen Überschreitung es nicht mehr verkauft und verzehrt werden sollte.

- Schnäppchenpreise kein Muss:
Viele Händler gewähren beim Abverkauf einen Rabatt oder bieten die Ware gesondert an. Hierzu sind sie jedoch nicht verpflichtet. Kunden sollten auf die Preisauszeichnung bei reduzierten Lebensmitteln mit überschrittenem Mindesthaltbarkeitsdatum und auf den Abzug des Rabatts an der Kasse achten. Preise müssen deutlich zu erkennen und dem Produkt zugeordnet sein, nur eine Rabattangabe in Prozent reicht nicht aus.

- Reklamation von ausgemusterter Ware:
Kaufen Verbraucher bewusst ein Produkt mit bald erreichtem oder überschrittenem Mindesthaltbarkeitsdatum, können Kunden auf die Herausgabe eines einwandfreien Produkts oder die Rückgabe des Geldes pochen, falls sich das Produkt als nicht mehr als einwandfrei entpuppt. Verdorbene Lebensmittel sollten umgehend mit dem Bon an der Supermarktkasse reklamiert werden. Stellen Kunden erst beim Einpacken oder zu Hause fest, dass sie ein fast oder bereits abgelaufenes Lebensmittel gekauft haben, ist dies allein kein Anlass zur Reklamation, wenn das Produkt ansonsten mängelfrei ist. Viele Händler reagieren jedoch in einem solchen Fall kulant und tauschen den Artikel um.

- Umgang mit den Lebensmittel-Oldies zu Hause:
Verbraucher sollten ein Lebensmittel, das sich in puncto Haltbarkeit gegen Ende neigt, nach dem Öffnen der Verpackung genau in Augenschein nehmen, daran mit der Nase schnuppern und eventuell auch vorsichtig probieren, um zu testen, ob es noch genießbar ist.

- Wird das Produkt nicht sofort verbraucht, kommt es dann auf die Lagerung an:
Um Lebensmittel mit bald nahendem oder überschrittenem Mindesthaltbarkeitsdatum zu Hause nicht zu vergessen, gehören solche Lebensmittel in die erste Reihe des Lagerregals oder Kühlschranks. Außerdem sollten die auf der Verpackung angegebenen Aufbewahrungs- und Verwendungsbedingungen – etwa „vor Wärme und Feuchtigkeit schützen“ oder „bei max. 8 Grad lagern“ – beachtet werden.

Weitere Tipps zum sicheren Einkauf und Lagern von Lebensmitteln gibt’s online unter www.verbraucherzentrale.nrw/wissen/lebensmittel/lebensmittelproduktion/lebensmittel-sicher-einkaufen-und-lagern-8336"

Dezember 2020

Antibeschlagmittel für Brillen - Warnung vor giftigen Inhaltsstoffen
Duisburg, 29. Dezember 2020 - Alle, die eine Brille tragen, kennen derzeit das Problem: Sobald draußen bei niedrigen Temperaturen die Schutzmaske gegen Corona aufgesetzt ist, beschlagen die Brillengläser. Mittel gegen den unerwünschten Nebel auf den Gläsern haben derzeit Hochkonjunktur. Sie werden in Optikerfachgeschäften, Drogeriemärkten, Sportgeschäften und im Online-Handel als Spray, Gel, Schaum oder Tuch angeboten. Oft enthalten diese besonders gesundheits- und umweltschädliche Substanzen, die als PFAS bezeichnet werden.

„Brillenträger sollten solche schadstoffhaltige Antibeschlagmittel besser nicht verwenden“, rät die Verbraucherzentrale NRW zur Vorsicht. Sie hat für Brillenträger Tipps, wie sie im Winter einen klaren Durchblick behalten können: Zu viel giftige Chemie: Damit Antibeschlagmittel feuchtigkeitsabweisend wirken, werden darin teilweise schädliche PFAS (Per- und Polyfluoralkyl Substanzen) verwendet. Diese Substanzen finden sich auch in einigen Imprägniersprays und teilweise in wetterfester Outdoor-Kleidung. PFAS verbreiten sich durch ihre Nutzung in der Umwelt – wo sie kaum abbaubar sind. Sie sind gesundheitsschädlich und können sich in Pflanzen, Tieren und im menschlichen Körper anreichern.
Die EU-Kommission plant, den Einsatz dieser gesamten chemischen Stoffgruppe wegen ihrer Schädlichkeit drastisch zu beschränken.

- Hinweise zum Produkt beachten:
Die Inhaltsstoffe von Antibeschlagmitteln werden leider oftmals nicht auf der Verpackung, auf der Angebotsseite im Internet oder im Beipackzettel aufgelistet. Ohne diese Informationen können Verbraucher jedoch nicht erkennen, ob es sich um ein schadstoffhaltiges Produkt handelt oder nicht. Fehlen solche Angaben, sollten Kunden die Nebelkiller für Brillengläser nicht kaufen.

- PFAS erkennen:
Wenn in der Liste der Inhaltsstoffe der Namensbestandteil „-fluor“ oder „-fluoro“ auftaucht, sind wahrscheinlich PFAS enthalten. Auch Begriffe wie „hydrophob“ oder „wasserabweisend“ in der Beschreibung können ein Hinweis auf PFAS sein.

- Allergiker sollten besonders achtsam sein:
Wasserhaltige Antibeschlagmittel können außerdem Konservierungsstoffe enthalten, die teilweise Kontaktallergien hervorrufen. Menschen, die darauf bereits allergisch reagiert haben, sollten in jedem Fall die Inhaltsstoffe mit ihrem Allergiepass vergleichen. Denn Teile der behandelten Brille berühren schließlich längere Zeit die Haut.
- Richtig entsorgen:
Wer bereits PFAS-haltige Mittel gekauft hat und diese loswerden möchte, sollte sie auf keinen Fall in den Abfluss gießen, sondern zur Schadstoffsammlung des lokalen Entsorgers bringen.

- Hausmittel für klare Sicht:
Brillen beschlagen nicht so leicht, wenn die Corona-Schutzmaske am oberen Rand eng anliegt und die Brille über der Maske getragen wird. Auch ein hauchdünner Spülmittel- oder Seifenfilm auf den Brillengläsern kann bis zu einem gewissen Grad vor dem Beschlagen schützen. Je nach Beschichtung und Art der Gläser sollte sicherheitshalber vorher der Optiker gefragt werden, ob die Sehhilfen durch die Verwendung von Seife oder Spülmittel angegriffen werden können.

Weitere Informationen zum Thema „Schadstoffe im Alltag“ bietet auch während des Corona-Lockdowns die Online-Schadstoffberatung unter www.verbraucherzentrale.nrw/schadstoffe an. Ratsuchende können Fragen stellen und erhalten kostenlos eine Antwort per Mail."


Neu im Bundestag verabschiedete Verbrauchergesetze
Berlin/Duisburg, 16. Dezember 2020:
Gesetz für faire Verbraucherverträge  
Am Telefon aufgeschwatzte Verträge oder überlange Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen – davor will die Bundesregierung Verbraucher besser schützen. Dabei geht es um Energielieferverträge sowie Verträge etwa für Fitnessstudios oder Zeitungs-Abos.
Unerlaubte Telefonwerbung stellt einerseits eine unzumutbare Belästigung dar. Sie führt aber auch in vielen Fällen dazu, dass Verbraucherinnen und Verbrauchern Verträge aufgedrängt oder untergeschoben werden, die sie so nicht abschließen möchten. Zum anderen verwenden Unternehmen zunehmend bestimmte Vertragsklauseln in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB), die es Verbraucher verwehren für sie günstigere Angebote zu nutzen. Des Weiteren wird Verbrauchern etwa die Abtretung ihrer Ansprüche gegen einen Unternehmer, um diese durch Dritte geltend machen zu lassen, unverhältnismäßig erschwert. Deshalb sollen sowohl der Vertragsschluss selbst als auch auch die Vertragsinhalte faireren Regelungen unterliegen.

Wie sehen künftig die Vertragslaufzeiten für Verträge etwa fürs Fitnessstudio, Partnerbörsen und sonstige Abos aus?
Verbraucherverträge die die regelmäßige Lieferung von Waren oder die regelmäßige Erbringung von Dienst- oder Werkleistungen betreffen, werden bisher oftmals mit einer Laufzeit von über zwei Jahren angeboten. Das schmälert die Chancen der Verbraucher, kurzfristig auf billigere Angebote wechseln zu können. Künftig soll gelten:
Verträge mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr und bis zu zwei Jahren dürfen nur angeboten werden, wenn zugleich ein Vertrag über die gleiche Leistung mit einer Laufzeit von einem Jahr angeboten wird. Dieser Vertrag darf im Monatsdurchschnitt maximal 25 Prozent teurer sein als der Vertrag mit der längeren Laufzeit.

Bis wann ist eine automatische Vertragsverlängerung möglich?
Die Kündigung vergessen – und schon ist man an einen unliebsamen Vertrag ein weiteres Jahr gebunden. Das soll künftig nicht mehr so einfach passieren. Um drei Monate darf sich ein Vertrag automatisch verlängern. Danach ist eine Verlängerung bis zu einem Jahr nur noch möglich, wenn der Verbraucher rechtzeitig auf die anstehende Verlängerung und seine Kündigungsmöglichkeit hingewiesen wurde.
Wie sieht es künftig mit den Kündigungsfristen aus?
Die Kündigungsfrist für die genannten Verbraucherverträge soll generell nur noch einen Monat betragen - statt bisher drei Monate.

Können Strom- und Gasverträge weiter telefonisch abgeschlossen werden?
Unter den Fällen, in denen Verbrauchern Verträge aufgedrängt oder untergeschoben werden, ist die Anzahl der Beschwerden wegen Anrufen von Energielieferanten oder Dienstleistern, die den Verbraucher zu einem Wechsel des Energielieferanten bewegen wollen, besonders gross. Lieferverträge für Strom und Gas soll man deshalb nicht mehr allein am Telefon abschließen können. Damit ein Vertrag wirksam ist, muss er künftig "in Textform", also zum Beispiel per Email, SMS oder auch als Brief oder Fax vorliegen.
Firmen müssen zudem künftig die Einwilligung der Verbraucher in Telefonwerbung dokumentieren und aufbewahren. Dadurch soll die Bundesnetzagentur unerlaubte Telefonwerbung effizienter ahnden können.
Was wird noch geregelt?
Künftig sind alle Abtretungsausschlüsse, die Unternehmen in ihren AGB für Geldansprüche von Verbrauchern gegen sie formulieren, unwirksam. Dies soll auch für andere Ansprüche und Rechte des Verbrauchers gelten, wenn der Unternehmer kein schützenswertes Interesse hat oder das berechtigte Interesse des Verbrauchers überwiegt.

 

Mietspiegel werden rechtssicherer

Anhand von Mietspiegeln können Vermieter Mieterhöhungen begründen und Mieter können mit ihrer Hilfe prüfen, ob diese berechtigt sind. Daher müssen Mietspiegel den Wohnungsmarkt realistisch abbilden. Dies ist derzeit nicht immer so. Deshalb hat das Bundeskabinett Mindestanforderungen für qualifizierte Mietspiegel beschlossen.



Erreichbar im Lockdown: Verbraucherzentrale stellt auf Mail- und Telefonberatung um
Duisburg, 15. Dezember 2020 - Als Folge der verschärften Corona-Bestimmungen kann in den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale NRW ab dem 16. Dezember bis auf Weiteres keine persönliche Beratung mehr stattfinden. „Wenn Verbraucherinnen oder Verbraucher Probleme oder Fragen haben, erreichen sie uns aber nach wie vor über Telefon oder Mail. Auf diesem Weg können wir oftmals schon weiterhelfen“, betont Paulina Wleklinski, Beratungsstellenleiterin der Verbraucherzentrale NRW in Duisburg.
„Termine, die bereits für die kommenden Wochen vereinbart waren, werden natürlich so bald wie möglich nachgeholt.“ Grundsätzliche Informationen und Tipps rund um Verbraucherrechte sind außerdem laufend aktualisiert auf der Homepage der Verbraucherzentrale zu finden: www.verbraucherzentrale.nrw/corona-covid19-die-folgen-und-ihre-rechte-45509 Die Kontaktdaten aller örtlichen Beratungsstellen finden Sie hier: www.verbraucherzentrale.nrw/beratungsstellen


Teure Vergesslichkeit - Wie vermeidet man kostspielige Vertragsverlängerungen?
Duisburg, 08. Dezember 2020 - Wer kennt das nicht? Der Kündigungstermin wird knapp verpasst und automatisch verlängert sich der Laufzeitvertrag um mehrere Monate. Manchmal sogar gleich um ein ganzes Jahr, was ungewollt hohe Folgekosten nach sich zieht. "Verbraucher vergessen häufig, dass sich Verträge am Ende der Laufzeit automatisch verlängern. Das böse Erwachen kommt, wenn die monatlichen Beträge weiter gezahlt werden müssen", erklärt Paulina Wleklinski, Beratungsstellenleiterin der Verbraucherzentrale NRW in Duisburg.

"Gerade im Bereich Telekommunikation mit einer üblichen Vertragslaufzeit von zwei Jahren rächt sich das: Wer vergisst, beweisbar zu kündigen, hat das Nachsehen." Ähnliches sei aber auch bei anderen Laufzeitverträgen zu beobachten.
Damit es nicht zu unangenehmen Überraschungen kommt, rät die Verbraucherzentrale NRW folgende Punkte beim Thema Kündigung zu beachten:
- Kündigungsfrist verstehen und einhalten:
Eine dreimonatige Kündigungsfrist bedeutet zum Beispiel, dass spätestens drei Monate vor Ablauf der Vertragslaufzeit die Kündigung beim Anbieter eingegangen sein muss - nicht exakt drei Monate vorher. Man kann dies also auch schon deutlich früher tun.
Paulina Wleklinski erläutert: "Wer seine eigene Vergesslichkeit kennt und genau weiß, dass der Vertrag am Ende der Laufzeit sicher beendet sein soll, kann alternativ auch einfach sofort, also gleich nach Abschluss des Vertrages kündigen. Der Kunde muss allerdings nachweisen können, dass der Vertragspartner die Kündigung auch rechtzeitig erhalten hat.“

- Kündigungsbestätigung einfordern:
Hier gilt Beweisbarkeit vor Bequemlichkeit: Das Kündigungsschreiben sollte am besten per Einschreiben mit Rückantwort versendet werden - so erhält man einen sicheren Beweis für den Zugang der Kündigung. E-Mails oder die Nutzung von Kontaktformularen auf den Seiten der Anbieter haben im Streitfall nicht die gleiche Beweiskraft wie eine datierte Rückantwort des Anbieters. „Daran ändert auch eine ‚Lesebestätigung‘ des E-Mail-Programms nichts“, weiß Beratungsstellenleiterin Paulina Wleklinski.
„Ratsuchende weisen immer wieder empört darauf hin, dass die Firma die Kündigung über das Kontaktformular hundertprozentig erhalten haben müsse. Sie verkennen jedoch, dass bei einer Kündigung der Kunde selbst für deren Zugang verantwortlich ist, juristisch gesehen also die Beweislast trägt.“

- Versteckte Werbeanrufe durchschauen:
Oftmals erhalten Verbraucherinnen und Verbraucher nach der Kündigung noch einen Anruf der Firma unter dem Vorwand, man habe noch Rückfragen zur Kündigung oder der Vertrag müsse verlängert werden. "Hier darf man sich nicht verunsichern lassen", so Paulina Wleklinski. „Die meisten Verträge im Telekommunikationsbereich haben eine eingebaute Vertragsverlängerung. Es handelt sich nur um den Versuch, die Menschen in ein Gespräch zu einem erneuten Vertragsabschluss zu locken."
Interessant dabei: Ein Vertragsabschluss im Bereich Telekommunikation kann nach gegenwärtiger Rechtslage auch rein mündlich am Telefon wirksam erfolgen, die Kündigung muss jedoch mindestens in Textform – also z.B. per E-Mail erfolgen.

Wer sich zum Thema "sichere Kündigung" beraten lassen möchte, erreicht die Verbraucherzentrale NRW in Duisburg zu den untenstehenden Zeiten – gerne auch telefonisch unter der Nummer (0203) 488 011 01 oder per Mail unter duisburg@verbraucherzentrale.nrw.


Experten-Tipps für Patchworkfamilien - Ratgeber klärt über Geld- und Rechtsfragen auf

Duisburg, 03. Dezember 2020 - Familie umfasst meist mehr als Mutter, Vater und Kind. Viele Haushalte entsprechen diesem traditionellen Schema nicht mehr. Laut Statistischem Bundesamt wird gut ein Drittel aller Ehen in Deutschland geschieden. Die Folge: Zweit- oder Drittehen mit Kindern oder eheähnliche Lebensgemeinschaften gehören inzwischen zum Alltag, werden von Recht und Gesetz jedoch oft benachteiligt. Viele Vergünstigungen, die Kernfamilien zustehen, gelten nach wie vor nicht für eine „Patchworkfamilie“.

Der gleichnamige Ratgeber, aktuell veröffentlicht von der Verbraucherzentrale, klärt Betroffene über ihre Rechte auf und gibt Tipps, wann sie Geld vom Staat erhalten oder wie sie gut haushalten können. Die Finanzen stellen meist eine besondere Herausforderung in einer Patchworkfamilie dar: Wer zahlt die Jugendfreizeit des Sohnes aus erster Ehe? Sollen die laufenden Kosten geteilt werden, obwohl er zwei Kinder in die neue Beziehung brachte und sie nur eines?

Das Buch vermittelt wirtschaftliches Wissen, bietet Tipps für den Alltag, Checklisten und Entscheidungshilfen. Es soll Partner in neuen Lebensformen ermutigen, über Geld zu sprechen sowie finanzielle und rechtliche Angelegenheiten gemeinsam zu regeln. Denn schon ein fehlendes Testament kann zur bösen Überraschung führen: Kommt die gesetzliche Erbfolge zum Zug, können nur leibliche und adoptierte Kinder das Erbe oder den Pflichtteil beanspruchen.

Der Ratgeber „Patchworkfamilie – Meins. Deins. Unser. So regeln Sie Geld- und Rechtsfragen“ hat 192 Seiten und kostet 16,58 Euro, als E-Book 11,99 Euro (Preis gültig bis 31. Dezember 2020). Bestellmöglichkeiten: Im Online-Shop unter www.ratgeber-verbraucherzentrale.de oder unter 0211 / 38 09-555. Der Ratgeber ist auch in den Beratungsstellen der Verbraucherzentralen und im Buchhandel erhältlich.

Land plant deutliche Aufstockung der Mittel für die Verbraucherzentrale

Düsseldorf/Duisburg, 03. Dezember 2020 - Die Landesregierung will die institutionelle Förderung der Verbraucherzentrale deutlich ausweiten und ihr bis 2025 Planungssicherheit geben. Für die kommenden fünf Jahre sollen insgesamt über 110 Millionen Euro an Haushaltsmitteln bereitgestellt werden. "Die Verbraucherzentrale ist eine unverzichtbare Institution, der wir Unterstützung ohne Wenn und Aber zusagen möchten. Kein anderes Bundesland unterstützt den Verbraucherschutz finanziell so stark wie Nordrhein-Westfalen. Die derzeit 61 Beratungsstellen sichern ein flächendeckendes Beratungsangebot, das einmalig ist in der Bundesrepublik. Mit der geplanten Erhöhung wollen wir die Verbraucherzentrale zukunftsfähig aufstellen", sagte Verbraucherschutzministerin Ursula Heinen-Esser.

Vor Ort erhalten die Verbraucherinnen und Verbraucher verlässliche Informationen sowie schnelle und unbürokratische Hilfe. Wie wichtig schnelle und anbieterunabhängige Informationen zu Fragen des Verbraucheralltags sind, hat sich gerade in der Corona-Pandemie gezeigt, etwa im Rahmen des Angebotes der Corona-Hotline der Verbraucherzentrale.

Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, betonte: "Wir danken für diese tolle Anerkennung der erfolgreichen Arbeit in unseren Beratungsstellen und der Zentrale in Düsseldorf. Das ist ein starkes Signal der Landesregierung für einen zukünftigen Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen." Die abschließende Lesung mit der Verabschiedung des Haushaltes steht im Plenum des Landtags für den 16./17. Dezember 2020 auf der Tagesordnung.

Die Verbraucherzentrale ist eine wichtige Stütze und unabhängige Beraterin für rund 18 Millionen Verbraucherinnen und Verbraucher in Nordrhein-Westfalen. Jedes Jahr wenden sich in Nordrhein-Westfalen rund 850.000 Ratsuchende an die Verbraucherzentrale NRW. Das Angebot reicht von aktuellen Informationen über persönliche Beratung bis hin zur Rechtsberatung und -vertretung. "Die Rechte der Verbraucherinnen und Verbraucher dürfen nicht nur auf dem Papier stehen. Voraussetzung dafür ist aber, dass Verbraucherinnen und Verbraucher ihre Rechte kennen und einfordern. Da helfen die Verbraucherzentralen, denn sie beraten frei von Provisionsinteressen und Vertriebsvorgaben", unterstrich Ministerin Heinen-Esser die Bedeutung der Verbraucherzentralen.

Seit der ersten Vereinbarung zwischen Land und Verbraucherzentrale NRW e.V. im Jahr 2007 wurden die Mittel kontinuierlich erhöht, so auch im Entwurf der Kooperationsvereinbarung für die Periode zwischen 2021 und 2025. Derzeit beläuft sich die aktuelle Höhe der institutionellen Förderung im laufenden Haushaltsjahr 2020 auf 16,5 Millionen Euro. Für das Haushaltsjahr 2021 sind mehr als 21 Millionen Euro vorgesehen. Die Bürgerinnen und Bürger sollen unter anderem durch neue und bessere digitale Angebote neue Zugangswege zu Informationen erhalten. Aber auch die wichtige Arbeit der Verbraucherzentrale zur Beratung der Verbraucherinnen und Verbraucher rund um die vielfältigen Konsumfragen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie soll fortgesetzt werden. Das Beratungsstellennetz soll bedarfsgerecht ausgebaut werden.
zur Verbraucherzentrale NRW
zum Thema Verbraucherschutz

 

November 2020

Frist bei Pflege bis Ende 2020 beachten: Jetzt noch Entlastungsleistungen nutzen
Duisburg, 30. November 2020 - Der Countdown läuft: Um die Betreuung von Pflegebedürftigen während der Corona-Pandemie zu erleichtern, können Betroffene bis Ende des Jahres noch Entlastungsleistungen aus dem letzten Jahr und nutzen. Für ambulant gepflegte Menschen mit Pflegegrad 1 bis 5 steht ein Betrag in Höhe von 125  Euro monatlich zur Verfügung, der sich auf einen Jahresbetrag von 1.500 Euro summiert.
Normalerweise läuft die Frist zur Abrufung des Geldes aus dem Vorjahr Ende Juni des darauffolgenden Jahres ab. Doch um coronabedingte Härten abzufedern, wurde diese Frist bis Ende des Jahres verlängert.
„Pflegebedürftige und deren Angehörige sollten sich bei Ihrer Pflegekasse erkundigen, ob und welche Beträge aus 2019 ihnen noch zustehen. Wenn ungenutzte Beträge aus diesem Jahr hinzukommen, ist dies unterm Strich eine erhebliche Summe“, rät die Verbraucherzentrale NRW zu raschem Handeln. Die Verbraucherzentrale NRW gibt Tipps, was bei der Nutzung von Entlastungsleistungen beachtet werden sollte:
- Betreuung:
Einzelbetreuungs- und Gruppenangebote werden gleichermaßen erstattet. Hierzu zählen etwa die Teilnahme an einer Demenzgruppe oder Gemeinschaftsangebote mit Gedächtnistraining, Tanzen, Singen oder Gymnastik. Der Bringdienst zu den Betreuungsangeboten oder der gemeinsame Besuch auf dem Friedhof werden ebenfalls erstattet. In den eigenen vier Wänden schafft der Beitrag Entlastung beim Einkaufen, Backen, Kochen und Essen mit einem Helfer. Auch die gemeinsame Haushaltsführung sowie gemeinsame Garten- oder Balkonpflege kann über den Entlastungsbetrag finanziert werden, aber nur, wenn solche Tätigkeiten dabei helfen, Pflegebedürftige zu mobilisieren.

- Weitere Anwendungen:
Die Pflegekassen leisten auch einen Beitrag bei speziellen Hausarbeiten, wenn sie von einer Haushaltshilfe unterstützt werden – etwa Bügeln, Fußbodenpflege, Müllentsorgung, Wäschewaschen oder Aufhängen von Gardinen. Angehörige können den Zuschuss auch für die Organisation der Pflege, den Schriftwechsel und die Antragstellung bei Behörden nutzen In einigen Fällen kann der Betrag auch für Leistungen eines ambulanten Pflegedienstes verwendet werden. Außerdem ist es möglich, die Zuwendung zur Finanzierung des Eigenanteils für Unterkunft und Verpflegung bei der Tages- und Kurzzeitpflege einzusetzen.

- Zusatzleistungen in Nordrhein-Westfalen:
Pflegekassen in NRW gewähren bis Ende März 2021 auch Entlastungsbeträge für Hilfe von Bekannten, Freunden und Nachbarn, ohne dass diese hierfür eine spezielle Qualifikation nachweisen müssen. Darüber hinaus werden auch "Dienstleistungen bis vor die Haustür" – etwa Einkaufs- und Botengänge bezuschusst, aber nur von Anbietern, die landesweit anerkannt sind. Der Angebotsfinder des Landes Nordrhein-Westfalen listet die Angebote auf unter www.pfaduia.nrw.de.
Über eine Suche nach Postleitzahlen kann man hier das nächstgelegene Angebot finden.

- Erhöhung der Entlastungsleistung:
Wer über einen Pflegegrad von 2 bis 5 verfügt, kann bis zu 40 Prozent des Pflegesachleistungsbetrags der normalerweise für die Bezahlung von Pflegediensten zur Verfügung, steht für alltagsunterstützende Angebote nutzen. Das geht jedoch nur, wenn dieses Geld noch nicht für den ambulanten Pflegedienst verbraucht ist. Da die Nutzung der Pflegesachleistung die Höhe des Pflegegeldes verringern kann, ist eine fachkundige Beratung vor Antragstellung sinnvoll.

-  Abrechnung mit der Pflegekasse:
Der Entlastungsbetrag wandert nicht automatisch jeden Monat aufs Konto des Pflegebedürftigen.
Zunächst müssen die Betroffenen die Leistung selbst zahlen und sich die entstandenen Kosten von der Pflegekasse erstatten lassen. Die Quittungen über die entstandenen Kosten werden mit der zuständigen Pflegekasse abgerechnet. Die Leistungen können auch pauschal unter der Bezeichnung „Unterstützungsleistungen nach Paragraf 45 b SGB XI“ eingereicht werden.
Einige der Anbieter wie Betreuungsdienste oder Pflegedienste bieten Erklärungen an, durch die Pflegebedürftige ihren Anspruch gegenüber der Pflegekasse an den Leistungserbringer abtritt.
Der Anbieter kann dann direkt mit der Pflegekasse abrechnen. Geht es um Leistungen der Tages- oder Nachtpflege, Kurzzeitpflege oder ambulanter Pflegedienste, helfen diese Einrichtungen und machen die Kosten zumeist über eine Abtretungserklärung bei der Pflegekasse geltend.

Mehr Informationen rund um Hilfen bei der Pflege zu Hause finden Ratsuchende online unter www.verbraucherzentrale.nrw/haushaltshilfen. Den Weg zur passenden Pflegeberatungsstelle vor Ort weist auch der Pflegewegweiser NRW online unter www.pflegewegweiser-nrw.de."


Von der Finanzierung bis zur Abnahme - Ratgeber begleitet Bauherren auf ihrem Weg zum Eigenheim
Duisburg, 24. November 2020 - Während der Gesetzgeber Arbeitnehmer, Mieter oder Reisende mit umfassenden Schutzrechten ausgestattet hat, müssen private Bauherren viele Konsequenzen und Risiken, die sie eingehen, selbst tragen. Das Problem: Meist sehen sie mögliche Gefahren nicht kommen, da sie in der Regel nicht vom Fach sind. Der Ratgeber „Bauen!“ der Verbraucherzentrale hilft dabei, den rechtlich, technisch und finanziell sehr komplexen Vorgang besser zu verstehen. Mit diesem Wissen lassen sich Schwierigkeiten bei der Umsetzung des Traums vom Eigenheim gezielt ausschalten.
Das umfangreiche Praxis-Handbuch begleitet die Leserinnen und Leser auf ihrem Weg von der Finanzierung über den gesamten Planungs- und Bauprozess bis zur Fertigstellung und Abnahme. Dabei erfahren sie die wichtigsten Unterschiede zwischen der Zusammenarbeit mit einem Bauträger, Fertighausanbieter oder Architekten. Gezeigt wird, wie die gewünschte Planung durch eine gute Baubeschreibung sicher fixiert werden kann und wie Ausschreibungen für Handwerkerleistungen funktionieren.
Zahlreiche Checklisten helfen dabei, die Ausführung zu kontrollieren und dabei nichts zu vergessen. Die aktuelle Auflage berücksichtigt das neue Gebäudeenergiegesetz, das am 1. November in Kraft getreten ist. Es stellt die wesentliche energetische Planungsgrundlage für beheizte und klimatisierte Gebäude dar.
Der Ratgeber „Bauen! Das große Praxis-Handbuch für Bauherren“ hat 408 Seiten und kostet 34,25 Euro (Preis gültig bis 31. Dezember 2020). Bestellmöglichkeiten: Im Online-Shop unter www.ratgeber-verbraucherzentrale.de oder unter 0211 / 38 09-555. Der Ratgeber ist auch in den Beratungsstellen der Verbraucherzentralen und im Buchhandel erhältlich.


Steuerlast im Alter - Neuer Ratgeber hilft Senioren bei der Steuererklärung
Duisburg, 19. November 2020 - Ruhestand schützt nicht vor Papierkram: Auch Rentner sind zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet, wenn ihr zu versteuerndes Einkommen den jährlichen Grundfreibetrag übersteigt. Viel zu viele Menschen verschenken am Lebensabend Jahr für Jahr Geld ans Finanzamt, das sie sich zurückholen könnten.
Unterstützung bietet dabei der aktuelle Ratgeber der Verbraucherzentrale „Steuerklärung für Rentner und Pensionäre“, der jede Menge Praxiswissen, Formulare, verständliche Ausfüllhilfen und viele Spartipps bietet. Die Leserinnen und Leser erfahren, wie sie ihr Einkommen richtig berechnen oder die elektronische Erklärung mit Elster-Online funktioniert.
Das Buch berücksichtigt alle aktuellen Regelungen und sogar mögliche Auswirkungen der Corona-Pandemie. So bleiben beispielsweise Übungsleiter- oder Ehrenamtspauschalen steuerfrei, die während des Lockdowns weitergezahlt wurden. Wer hingegen noch berufstätig ist, könnte in diesem Jahr veränderte Werbungskosten haben.
Anhand von Beispielen informiert der Ratgeber im ersten Teil ausführlich über die sieben verschiedenen Einkunftsarten. Im zweiten Teil erfahren die Senioren, wie sie ihre Steuerlast reduzieren können, der Anhang bietet schließlich sämtliche nötige Formulare im Überblick.
Der Ratgeber „Steuererklärung für Rentner und Pensionäre“ hat 240 Seiten und kostet 14,63 Euro, als E-Book 9,99 Euro (Preis gültig bis 31. Dezember 2020).



Probleme mit Kreditraten? Vor Stundung unbedingt Restschuldversicherung prüfen
Duisburg, 16. November 2020 - Als Folge der Corona-Pandemie kommen viele Menschen in finanzielle Schwierigkeiten, einige können deshalb die Raten für ihren Verbraucherkredit nicht mehr bezahlen. Viele Banken und Sparkassen bieten daher an, die Ratenzahlungen zu stunden.
„Dies kann zwar für viele Kreditnehmer eine Erleichterung sein. Allerdings sollten sie vor einer Stundung unbedingt prüfen, ob stattdessen nicht eine gleichzeitig mit dem Kredit abgeschlossene Restschuldversicherung die Ratenzahlungen zumindest für einen gewissen Zeitraum übernehmen muss“, rät Paulina Wleklinski, Leiterin der Beratungsstelle Duisburg der Verbraucherzentrale NRW.
Eine Restschuldversicherung soll im Todesfall und häufig auch bei Arbeitslosigkeit oder Arbeitsunfähigkeit einspringen. Ob solch eine Versicherung abgeschlossen wurde, steht im Kreditvertrag. Wann sie zahlen muss, findet man im Kleingedruckten. So zahlen viele Versicherer zum Beispiel erst nach drei Monaten Arbeitslosigkeit. „Bei Kurzarbeit wird oft gar nicht gezahlt“, weiß Paulina Wleklinski.
„Kreditnehmer sollten zunächst ihre Bank auf den bestehenden Versicherungsschutz ansprechen oder im Kleingedruckten nachlesen, an wen sie sich im Leistungsfall wenden müssen.“ Restschuld- oder Ratenschutzversicherungen werden bei Abschluss eines Ratenkredits häufig mit verkauft. „Sie sind teuer und zahlen aufgrund vieler Ausschlussklauseln nur selten und wenn, dann zeitlich stark begrenzt“, erklärt Paulina Wleklinski. „Sie verteuern den Kredit oft enorm, die Kosten für die Versicherung werden aber nicht im Effektivzins für den Kredit mit angegeben. Daher raten wir vom Abschluss einer solchen Versicherung ab.“
Tipp: Wer bereits eine Restschuldversicherung hat, die jetzt aber nicht zahlt, sollte prüfen, ob er sie kündigen oder sogar widerrufen kann. Dadurch kann dauerhaft die monatliche Kreditrate gesenkt werden. Beratungsstellenleiterin Paulina Wleklinski: „Lassen Sie sich vor Kündigung oder Widerruf aber unbedingt schriftlich bestätigen, dass diese Schritte keine Auswirkungen auf den bestehenden Ratenkredit haben.“
Informationen und Beratung zu diesem und anderen aktuellen Verbraucherthemen bietet die örtliche Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW telefonisch, per E-Mail oder auch persönlich – natürlich unter Berücksichtigung des höchstmöglichen Gesundheitsschutzes für die Beteiligten und nur nach vorheriger Terminvergabe. Details zu Kontaktdaten und Terminvergabe der Beratungsstellen vor Ort finden Ratsuchende im Internet unter www.verbraucherzentrale.nrw/beratung-vor-ort."

Krone, Brücke oder Implantat? Hohe Kosten beim Zahnersatz vermeiden
Duisburg, 10. November 2020 - Zahnersatz kann teuer werden. Bei Kronen, Brücken, Prothesen oder Implantaten müssen oft hohe Summen als Eigenanteil selbst bezahlt werden. Eine umfangreiche Aufklärung über die Behandlung und die anfallenden Kosten ist deshalb wichtig. Patienten fühlen sich nicht immer gut und ausreichend über die Leistungen der Krankenkassen und der tatsächlichen Kosten der Zahnärzte informiert.
„Beim Zahnersatz gibt es jedoch mehrere Versorgungsmöglichkeiten. Wer etwa ein Implantat statt einer Brücke wünscht, sollte vorher nach allen anfallenden Kosten fragen und möglichst eine zweite Meinung einholen“, rät die Verbraucherzentrale NRW. Hilfreich sind drei Kostenaufstellungen für die Basisversorgung und eine mittlere sowie eine optimale Lösung.
Die Verbraucherzentrale NRW gibt Orientierung, was bei den Aufstellungen zu beachten ist:

- Festzuschuss für Zahnersatz kennen:
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen einen Anteil der Kosten für die Basislösung, die sogenannte Regelversorgung. Dieser Festzuschuss ist seit 1. Oktober von 50 auf 60 Prozent erhöht worden. Wer andere Leistungen möchte als die Regelversorgung, muss die Mehrkosten dafür selbst zahlen. In einem solchen Fall wird die Leistung auch bei gesetzlich Versicherten nach der privaten Gebührenordnung für Zahnärzte abgerechnet.

- Heil- und Kostenplan prüfen:
Rät der Zahnarzt gesetzlich Versicherten zu Zahnersatzleistungen, muss er die geplante Behandlung und voraussichtlichen Kosten in einen Heil- und Kostenplan eintragen und diesen den Patienten aushändigen. Die veranschlagten Kosten darin müssen so genau wie möglich angegeben werden. Die Kasse prüft diese Vorlage und gibt ihr Okay für eine Behandlung. Doch bei einem umfangreichen Zahnersatz sollten Patienten zur persönlichen Kostenkontrolle nach einem Extra-Kostenvoranschlag für Material- und Laborkosten fragen.

- Steigerungssatz beachten:
In der privaten Gebührenordnung wird für jede zahnärztliche Leistung je nach Aufwand und Schwierigkeitsgrad ein Steigerungssatz festgelegt, der den Preis entscheidend mitbestimmt. Der Faktor 2,3 ist für durchschnittliche Leistungen angesetzt. Ein Überschreiten des 3,5-fachen Steigerungssatzes ist nur mit gesonderter Vereinbarung möglich. Wenn eine Leistung im Vergleich zum einfachen Steigerungssatz etwa siebenmal so teuer ausfällt, wird der Rechnungsbetrag deutlich teurer.

- Zweite Meinung einholen:
Werden hohe Beträge für Zahnersatz kalkuliert oder sollen mehrere Zähne gezogen werden, ist es sinnvoll, die Meinung eines anderen Arztes zum Behandlungs- und Kostenplan einzuholen. Diese Zweitmeinung sowie die Erstellung eines zweiten Heil- und Kostenplans sind für gesetzlich Versicherte kostenlos.

- Bonusregelung beachten: Regelmäßige Zahnarztbesuche werden von den gesetzlichen Krankenkassen mit einem Bonus belohnt. Wer in den letzten fünf beziehungsweise zehn Jahren mindestens einmal jährlich zur Kontrolle beim Zahnarzt war, kann ein finanzielles Extra in Anspruch nehmen. Die Kassen übernehmen bei einer Behandlung dann 70 beziehungsweise 75 Prozent der Regelversorgung.

- Härtefallregelung anwenden:
Gesetzlich Versicherte mit einem niedrigen Bruttoeinkommen bis zu 1.274 Euro erhalten statt 60 Prozent die kompletten Kosten für die Regelversorgung beim Zahnersatz erstattet. Die Übernahme der Kosten müssen sie bei der Krankenkasse beantragen.
Eine unabhängige und kostenlose Beratung zu Behandlungen, Kosten und Patientenrechten beim Zahnersatz bietet die Verbraucherzentrale NRW im Rahmen einer Aktion im November 2020 in 15 örtlichen Beratungsstellen an. Kontaktadressen und Termine unter Berücksichtigung der gesundheitlichen Coronaschutzregelungenwww.verbraucherzentrale.nrw/aktionstag-zahnersatz. Weitere Informationen zur Zahnbehandlung gibt’s auch im Internet unter www.verbraucherzentrale.nrw/kostenfalle-zahn."

Wenn das Essen auf Magen und Darm schlägt - Ratgeber mit Ernährungstipps für mehr Lebensqualität
Duisburg, 06. November 2020 - Sieben von zehn Menschen in Deutschland leiden unter Magen­-Darm­-Beschwerden. Fast jeder kennt Blähungen, Sodbrennen, Durchfall oder Übelkeit. Doch wenn diese Symptome ständig und nicht nur ab und zu auftreten, kann das Essen schnell zur Qual werden. Der neue Ratgeber der Verbraucherzentrale „Wie ernähre ich mich bei Magen-Darm-Beschwerden?“ hilft zu verstehen, warum manche Lebensmittel Leiden verursachen oder verstärken, manche sie aber auch lindern können. Manchmal geht es nicht ohne ärztliche Diagnostik, doch durch die Auswahl und Kombination von Lebensmitteln können Betroffene ihr Wohlbefinden deutlich verbessern. Das Buch vermittelt Grundwissen über die Verdauung und gibt Tipps für eine zum individuellen Lebensstil passende Ernährung.
Die Leserinnen und Leser erfahren, was die einzelnen Organe brauchen, um gut zusammenzuwirken. Gleichzeitig lernen sie, wie sie verschiedene Lebensmittel zur Symptomlinderung sinnvoll zusammenstellen können. Denn nur bei wenigen Erkrankungen ist ein einzelnes Lebensmittel oder ein einzelner Bestandteil Auslöser von Verdauungsbeschwerden. Zahlreiche Checklisten helfen dabei, Veränderungen und Ziele im Alltag ganz praktisch umzusetzen.
Der Ratgeber „Wie ernähre ich mich bei Magen-Darm-Beschwerden? Was nützt, was nicht – praktische Hilfen für den Alltag“ hat 200 Seiten und kostet 19,53 Euro, als E-Book 13,99 Euro (Preise gültig bis 31. Dezember 2020). Bestellmöglichkeiten: Im Online-Shop unter www.ratgeber-verbraucherzentrale.de oder unter 0211 / 38 09-555. Der Ratgeber ist auch im Buchhandel erhältlich.


777 Haushalte in Duisburg wegen Energiearmut beraten
- Strom- und Gassperren in 86 Prozent der Fälle vermieden
- Betroffene mit Zahlungsproblemen sollten sich früh melden VZ NRW
Duisburg, 05. November 2020 - Auf die Beratung von insgesamt 777 Duisburger Haushalten mit Zahlungsproblemen bei der Strom- oder Gasrechnung blickt in diesen Tagen die Verbraucherzentrale NRW zurück. Diesen Menschen hat sie seit 2016 im Rahmen ihres Projekts „NRW bekämpft Energiearmut“ in Kooperation mit den Stadtwerken Duisburg beim Umgang mit Energieschulden geholfen.
Im Mittel des landesweiten Projekts betrugen diese Schulden zu Beginn der Beratungen etwa 723 Euro. Oft waren schon Gas- oder Stromsperren angedroht oder bereits vollzogen. „Wir sind natürlich froh, dass wir so viele Haushalte unterstützen konnten. Aber wir wissen auch: die hohe Zahl an Beratenen ist eigentlich ein Alarmsignal, zumal längst nicht alle von Energiearmut Betroffenen zu uns kommen“, sagt Fachberaterin Claudia Bracht. Viele neigten aus Unwissenheit dazu, solche Probleme auszusitzen, oder hätten innerlich schon resigniert. Das mache die Situation oft noch schlimmer.

„Je früher sich die Menschen mit Zahlungsschwierigkeiten bei der Strom- oder Gasrechnung an uns wenden, desto besser können wir sie unterstützen“, betont sie. Im gezielten Austausch mit dem Energieanbieter, Sozialleistungsträgern und anderen örtlichen Stellen ließen sich oft Lösungen finden. So wurden in Duisburg bislang in rund 86 Prozent der Fälle bereits angedrohte Strom- oder Gassperren noch gänzlich verhindert.
„Jeder Erfolg unserer Arbeit vor Ort ist aber letztlich nur Schadensbegrenzung“, erklärt Bracht. Das Problem der viel zu weit verbreiteten Energiearmut muss auch auf bundespolitischer Ebene bearbeitet und an seinen Wurzeln gepackt werden.“ Für die kostenlose Budget- und Rechtsberatung zur Energiearmut können Betroffene Termine vereinbaren unter 0203/ 488 011 80 oder unter duisburg.energiehilfe@verbraucherzentrale.nrw

Prüfung von Abwasserleitungen - Neuregelungen für Nordrhein-Westfalen

Duisburg, 02. November 2020 - Bislang mussten Besitzer von Eigenheimen ihre privaten Abwasserkanäle, die innerhalb von Wasserschutzgebieten liegen und ab dem 1. Januar 1965 errichtet wurden, bis zum Ende des Jahres 2020 auf ihre Dichtigkeit hin prüfen lassen. Durch eine seit dem 13. August geltende Änderung der Selbstüberwachungsverordnung Abwasser NRW ist diese Verpflichtung aufgehoben.
„Damit entfällt die Funktionsprüfung für diese privaten Abwasseranlagen. Darüber hinaus wurde auch die bisher erforderliche Wiederholungsprüfung für Grundstücke in Wasserschutzgebieten, auf denen häusliches Abwasser anfällt, abgeschafft“, nennt die Verbraucherzentrale NRW die wichtigsten Neuregelungen. Sie erklärt, welche Pflichten Hauseigentümer jetzt dennoch haben und beibehalten bleiben:
- Prüfpflicht im Wasserschutzgebiet bleibt in folgenden Fällen:
Wurden Abwasserleitungen für Eigenheime vor 1965 errichtet und befindet sich das Grundstück in einem Wasserschutzgebiet, musste die Prüfung bis 31. Dezember.2015 durchgeführt werden. Die untere Wasserschutzbehörde und in bestimmten Fällen auch der Stadtentwässerungsbetrieb können den Nachweis der Prüfung für diese Abwasserleitungen weiterhin einfordern.
Aufgenommen in die Neuordnung wurde die Pflicht zur Prüfung privater Abwasserleitungen in Wasserschutzgebieten für Fälle, in denen ein begründeter Verdacht bei einem Grundstückseigentümer auf Undichtigkeit des häuslichen Kanals besteht – und zwar dann, wenn bei der Überprüfung des kommunalen Kanalnetzes eine der folgenden Dinge festgestellt wurden:
Ausschwemmungen von Sanden und Erden, Ausspülungen von Scherben, Ausspülungen von weiteren Fremdstoffen, die auf eine Undichtigkeit des Kanals schließen lassen, oder Ablagerungen von solchem Material am Einlaufbereich des häuslichen Anschlusskanals in den kommunalen Kanal. Die Prüfpflicht besteht auch, wenn Absackungen im Grundstücksbereich oder im Bürgersteigbereich oberhalb des Verlaufs des häuslichen Anschlusskanals festgestellt wurden, die auf eine Ausschwemmung von Sanden und Erden schließen lassen. Zudem muss auch geprüft werden, wenn mehrere Verstopfungen des Kanals in kurzer Zeit an den Stadtentwässerungsbetrieb gemeldet werden.

- Prüfpflicht bei Neu und Umbau: Wer ein neues Haus baut oder etwa zusätzliche Anschlüsse an die bestehende Entwässerungsanlage verlegt, muss den Zustand und die Funktionsfähigkeit seiner Abwasserkanäle unmittelbar nach Fertigstellung auch weiterhin überprüfen lassen. Diese Pflicht ist unabhängig davon, ob die Errichtung beziehungsweise wesentliche Änderung von Leitungen in oder außerhalb eines Wasserschutzgebietes erfolgen.

- Wiederholung der Prüfung fällt weg: Bislang musste bei allen geprüften Abwasserkanälen nach jeweils 30 Jahren eine Wiederholungsprüfung erfolgen. Diese Nachprüfung ist nun ersatzlos gestrichen.
- Nur Sachkundige beauftragen: Die Zustands- und Funktionsprüfung darf weiterhin nur von anerkannten Sachkundigen durchgeführt und bescheinigt werden. Diese überprüfen alle auf dem Grundstück im Erdreich oder unzugänglich verlegten Abwasserleitungen, welche zum Sammeln oder Fortleiten von Schmutz- und Niederschlagswasser dienen.
Eine Liste anerkannter Sachkundiger wird vom Landesamt für Umwelt- und Verbraucherschutz geführt und ist abrufbar unter www.sadipa.it.nrw.de/Sadipa.

- Sanierungsfristen beachten: Falls bei einer Prüfung der privaten Abwasserleitungen ein Sanierungsbedarf festgestellt wird, sind Eigentümer ab Kenntnis, dass saniert werden müsste, an bestimmte Fristen für die Sanierung gebunden.
Hierfür sind die sogenannten Schadensklassen maßgeblich, wovon es drei gibt:
A für große Schäden, B für mittelgroße Schäden oder C für Bagatellschäden. A-Schäden sind kurzfristig und B-Schäden innerhalb von zehn Jahren zu sanieren. C-Schäden müssen nicht saniert und durch den Wegfall der Wiederholungsprüfung auch nicht mehr nach 30 Jahren erneut begutachtet werden.

Das Projekt Klimafolgen und Grundstücksentwässerung der Verbraucherzentrale NRW berät Hauseigentümer bei Fragen rund um die Prüfung und Sanierung von Abwasserleitungen, zum Umgang mit anfallendem Abwasser und zum Schutz vor Nässe bei Starkregen – individuell und kostenfrei. Kontakt telefonisch unter (02 11) 38 09 300, montags und mittwochs von 9 bis 13 Uhr, dienstags und donnerstags von 13 bis 17 Uhr oder online unter abwasser@verbraucherzentrale.nrw."