BZ-Home Ratgeber Verbraucherzentrale Duisburg  Redaktion Harald Jeschke  



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Tipps und Ratgeber  Tel.: 0203 / 48801101  -  Fax: 0203 / 48801107
www.verbraucherzentrale-ratgeber.de

 
Juni 2020

Gut informiert in Fragen des Mietrechts / Aktuelles Handbuch bietet praktischen Rat, Formulare und Checklisten
Duisburg, 30. Juni 2020 - In Deutschland werden jedes Jahr etwa 1,5 Millionen Mietverträge neu abgeschlossen. Mit der Anmietung einer neuen Wohnung entstehen oft zusätzliche Kosten, die schnell ein paar Tausend Euro ausmachen können. Nicht immer sind die Forderungen von Vermieter, Makler oder Vormieter berechtigt. Auch bei Modernisierungen oder der Betriebskostenabrechnung gibt es häufig Streit.
Das muss nicht immer vor Gericht führen: In 97 Prozent der Fälle in den Rechtsberatungen der mehr als 300 örtlichen Mietervereine gelingt die außergerichtliche Klärung. So manch eine Auseinandersetzung wirkt gleich weniger bedrohlich, wenn man als Mieter über seine Rechte Bescheid weiß.
„Das Mieter-Handbuch“, das Verbraucherzentrale und Deutscher Mieterbund gemeinsam herausgeben, bietet dazu wertvolle Informationen und praktischen Rat. Der erste Teil des Ratgebers erläutert die Themen, die vor einem Umzug, während eines Mietverhältnisses und bei einer Kündigung eine Rolle spielen: von Vertrag und Provision über Mieterhöhung, Schönheitsreparaturen und Untervermietung bis zur Rückzahlung der Kaution.
Im Praxisteil finden die Leserinnen und Leser Formulare, Checklisten zum Ankreuzen und Musterverträge und -vereinbarungen für ihren persönlichen Gebrauch. Sie können sie heraustrennen, zu Terminen, zum Beispiel mit dem Vermieter, mitnehmen und später abheften.

Der neu aufgelegte und aktualisierte Ratgeber „Das Mieter-Handbuch“ hat 140 Seiten plus 100 Seiten Vordrucke und kostet 14,90 Euro. Bestellmöglichkeiten: Im Online-Shop unter www.ratgeber-verbraucherzentrale.de oder unter 0211 / 38 09-555. Der Ratgeber ist auch im Buchhandel erhältlich.


Krebstherapien optimal unterstützen
Ratgeber informiert über richtige Ernährung für Patienten
Duisburg, 19. Juni 2020 - Keine Ernährung kann Krebs heilen, aber es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die Lebensqualität durch gezielt eingesetzte Speisen und Getränke zu verbessern. Patienten können etwa unangenehme Begleiterscheinungen der Behandlung lindern oder die Wirkung der unterschiedlichen Therapien unterstützen. Es gibt Lebensmittel und Nahrungsbestandteile, die in den Stoffwechsel der bösartigen Zellen eingreifen.
Der Ratgeber der Verbraucherzentrale „Wie ernähre ich mich bei Krebs?“ beantwortet wichtige Fragen, leistet Hilfestellung und begleitet Betroffene während ihrer Behandlung und Genesung. Eine oft auftretende, bleierne Müdigkeit kann eine Folge der Therapien sein, ist aber auch auf den Tumor und seinen Stoffwechsel zurückzuführen. Eine Ernährungstherapie greift genau hier ein und versucht, den geschwächten Körper wieder zu stärken.
Der Ratgeber informiert über Nebenwirkungen der Behandlungen und erläutert, welche ergänzenden Methoden sinnvoll oder aber schädlich sein können. Auch die Rolle von Sport und Bewegung als Unterstützung für Körper und Seele ist ein Thema. So erhalten Leserinnen und Leser umfassende Tipps, was sie berücksichtigen sollten und was sie selbst tun können, wenn sie unter massiven Beschwerden und Nebenwirkungen leiden.
Der Ratgeber „Wie ernähre ich mich bei Krebs? Was nützt, was nicht – praktische Hilfen für den Alltag“ hat 224 Seiten und kostet 19,90 Euro, als E-Book 14,49 Euro. Bestellmöglichkeiten: Im Online-Shop unter www.ratgeber-verbraucherzentrale.de oder unter 0211 / 38 09-555. Der Ratgeber ist auch im Buchhandel erhältlich.

Mit Smartphones gegen das Virus: Fakten zur Nutzung der Corona-Warn-App
Mehrere Monate wurde diskutiert und entwickelt – jetzt steht die offizielle deutsche Corona-Warn-App zur Installation bereit. Sie soll einen wichtigen Beitrag zum Eindämmen der COVID-19-Pandemie leisten: zuverlässig über das Infektionsrisiko zu informieren, aber mit hohem Datenschutz. Damit das zusammenpasst, hat die Entwicklung länger gedauert als geplant. Wie die App funktioniert und was Anwender beachten sollten, fasst die Verbraucherzentrale NRW zusammen.

- Die Nutzung ist freiwillig.
Ende Mai haben Apple und Google die technischen Voraussetzungen dafür geschaffen, dass auf Smartphones mit den Betriebssystemen iOS (Apple) und Android (Google) die Corona-Warn-App einsatzfähig wird. Während Apple-Nutzer auf ihren iPhones das Betriebssystem auf Version 13.5 aktualisieren müssen, stellt Google die nötige Basis auch für ältere Android-Versionen bereit. Sie ist in den Google-Einstellungen jedes Android-Geräts zu finden. Weil die Schnittstelle ohne Handlungen der Nutzer auftauchte, gab es Falschmeldungen über Spionage, die als Kettenbriefe in Messengern und sozialen Netzwerken verbreitet wurden.
Tatsächlich hat Google keine App installiert – das muss jeder Nutzer noch selbst machen, zum Beispiel aus dem App Store (Apple) oder Play Store (Google). Ohne Installation der Corona-Warn-App ist die geschaffene Schnittstelle wirkungslos.
- Begegnungen werden lokal gespeichert.
Menschen können die Krankheit COVID-19 schon weitergeben, ohne von einer eigenen Infektion zu wissen. Dass sie krank sind, merken Betroffene in der Regel erst einige Tage nach der Ansteckung. In der Zeit können sie viele andere – auch unbekannte – Menschen treffen und infizieren. Smartphones mit der Corona-Warn-App senden über Bluetooth zufällig erzeugte Zeichenfolgen (IDs). Diese werden abgeleitet aus Schlüsseln, die alle 24 Stunden neu erstellt werden.
Zum Senden und Empfangen anderer IDs muss Bluetooth ständig aktiviert sein. Wer bei seinem Handy einstellen kann, ob es für andere Geräte in der Nähe sichtbar sein soll, kann das verneinen. Wenn die Corona-Warn-App aktiv ist, können gekoppelte Geräte wie Lautsprecher, Kopfhörer oder Smartwatches über Bluetooth weiter genutzt werden. Das Smartphone sendet permanent die zufällig erzeugte ID, Geräte in der Nähe können sie erfassen und speichern.
Weil dieses Speichern auf jedem Gerät stattfindet, spricht man von dezentraler Speicherung. Sie ist datenschutzfreundlicher als das Speichern aller IDs an einem zentralen Ort.

- Infektionsmeldungen sind freiwillig.
Wer positiv auf COVID-19 getestet wird und die Corona-Warn-App verwendet, kann das Ergebnis darin eintragen. Um Missbrauch zu vermeiden, geht das erst nach Eingabe eines behördlichen offiziellen Kontroll-Codes. Nach einer weiteren Prüfung durch die App werden die eigenen Schlüssel der zurückliegenden 14 Tage an einen Server geschickt. Von dort werden sie regelmäßig automatisch an alle Geräte mit der Corona-Warn-App verteilt.
Diese prüft, ob eine der gespeicherten Kontakt-IDs mit den als infiziert gemeldeten Schlüsseln übereinstimmt. Aus den Daten errechnet die App das Infektionsrisiko und gibt – falls aktiviert – eine Warnung aus. Warnmeldung dient nur als Info.
Informiert die App über eine hohe Infektionswahrscheinlichkeit, bleibt es den Nutzern überlassen, wie sie mit der Info umgehen. Empfohlen wird, sich beim Hausarzt zu melden, um das weitere Vorgehen zu klären.
- Nutzer und ihre Aufenthaltsorte bleiben anonym.
 Die Corona-Warn-App erfasst nur Begegnungen mit anderen Geräten. Sie kann nicht erkennen und speichern, wann und wo die Begegnungen stattgefunden haben und welche Personen zu den IDs gehören. Das geht technisch nicht, denn die App nutzt das so genannte Tracing, kein Tracking. Der Unterschied: Beim Tracking wird der Standort eines Smartphones über GPS, WLAN oder Mobilfunk erfasst.
Beim Tracing werden ausschließlich Begegnungen mit anderen Geräten über Bluetooth erfasst. Aber Achtung: Bei Android ab Version 6 (Marshmallow) muss die Standortfreigabe im System aktiviert sein, damit Bluetooth arbeiten kann. Weil andere Apps dadurch die Position eines Nutzers erfassen können, sollte die Berechtigung zum Standortzugriff in den Einstellungen der einzelnen Apps zuvor deaktiviert werden. Umfangreichere Erklärungen gibt es auf der Internetseite der Verbraucherzentrale NRW unter www.verbraucherzentrale.nrw/corona-app. Ein druckfähiges Foto zum Thema sowie O-Töne (Audio) von Datenschutzrechtsexpertin Christine Steffen stehen für Redaktionen unter www.verbraucherzentrale.nrw/node/48577 bereit."

Abgabetermin: 31. Juli - Ratgeber unterstützt Rentner bei der Steuererklärung

Duisburg, 12. Juni 2020 - Am Finanzamt führt auch im Ruhestand oft kein Weg vorbei. 48.000 Rentner müssen laut „Finanztest“ für das Jahr 2019 erstmals eine Steuererklärung abgeben. Bis Ende Juli haben sie dafür noch Zeit, falls das kein Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein für sie übernimmt. Von den insgesamt rund 21,2 Millionen Rentnern in Deutschland werden dann etwa 5,1 Millionen zur Kasse gebeten.
Der Ratgeber der Verbraucherzentrale „Steuererklärung für Rentner und Pensionäre“ bietet Allen Unterstützung, die das Prozedere schnell und korrekt erledigen möchten, möglichst viel Steuern sparen wollen oder sich gar nicht sicher sind, ob sie überhaupt welche zahlen müssen. Die Leserinnen und Leser erfahren, wie sie ihr zu versteuerndes Einkommen berechnen, was es mit dem Grundfreibetrag auf sich hat und welche Einkunftsarten es gibt.
Die weiteren Kapitel erklären, wie sie ihre Steuerlast ganz legal reduzieren können, zum Beispiel durch Werbungskosten und Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen oder haushaltsnahe Aufwendungen. Das Buch beantwortet wichtige Fragen, bietet praktische Tipps, nachvollziehbare Beispiele und enthält im Anhang die nötigen Steuerformulare im Überblick.
Der Ratgeber „Steuererklärung für Rentner und Pensionäre 2019/2020“ hat 224 Seiten und kostet 14,90 Euro, als E-Book 10,99 Euro. Bestellmöglichkeiten: Im Online-Shop unter www.ratgeber-verbraucherzentrale.de oder unter 0211 / 38 09-555. Der Ratgeber ist auch in den Beratungsstellen der Verbraucherzentralen und im Buchhandel erhältlich.


Härtefall Geld statt Gutschein - Corona-Regel bei gebuchten Freizeitveranstaltungen

Duisburg, 5. Juni 2020 - Konzerte, Aufführungen und Sport-Events wurden parallel zum Corona-Lockdown vielfach abgesagt. Statt der finanziellen Erstattung fürs ausgefallene Vergnügen sollen Kunden jetzt grundsätzlich Gutscheine erhalten. Kunden sind nun verpflichtet, Wertgutscheine für Theateraufführungen, Konzerte, Fußballspiele und andere Events zu akzeptieren, die bis zum Bekanntwerden der Corona-Pandemie am 8. März 2020 gebucht und bezahlt worden sind. Verbraucher können die Auszahlung der Gutscheine für Tickets, Dauerkarten und Abos nach dem 31. Dezember 2021 verlangen, wenn sie diese bis dahin nicht eingelöst haben.

„In besonderen Härtefällen haben Gutscheininhaber aber auch das Recht, die Auszahlung des Ticketpreises schon vor Ablauf dieser Frist zu verlangen“, erklärt die Verbraucherzentrale NRW. Zum Beispiel, wenn das Ticket gekauft wurde, um im Zuge einer Urlaubsreise an einer fernen Veranstaltung teilzunehmen und dies nun nicht mehr ohne erheblichen Kostenaufwand möglich ist, oder auch, wenn Gutscheininhaber wegen der Corona-Pandemie nicht mehr in der Lage sind, existenzielle Lebenshaltungskosten, wie Miete und Energie, zu bezahlen.

Die Verbraucherzentrale NRW gibt Orientierung, in welchen Fällen das Geld für bezahlte Tickets, Dauerkarten und Abos zurückverlangt werden kann:
• Gutschein oder Preiserstattung: Beide Varianten stehen Veranstaltern und Betreibern von Freizeiteinrichtungen offen. Schon vor Inkrafttreten der neuen Regelung haben viele Anbieter Kunden bereits Gutscheine angeboten. Sie können Kunden bezahlte Eintrittspreise für ausgefallene Veranstaltungen aber auch weiterhin erstatten. Ticketinhaber sollten sich beim jeweiligen Anbieter nach den Erstattungsmöglichkeiten während der Corona-Krise erkundigen.

• Angaben auf dem Gutschein: Auf dem ausgehändigten Gutschein muss schriftlich vermerkt sein, dass dieser aufgrund der Covid-19-Pandemie ausgestellt wurde. Außerdem muss dort stehen, in welchen Fällen Gutscheininhaber eine Auszahlung verlangen können: Das ist erstens der Fall, wenn der Gutschein nicht bis zum 31. Dezember 2021 eingelöst worden ist. Und zweitens muss dort auch angegeben sein, dass Gutscheininhaber auf eine frühere Auszahlung pochen können, wenn ihnen die Aushändigung eines Gutscheins aufgrund der persönlichen Lebensumstände nicht zugemutet werden kann.
• Härtefallregelung: Die verpflichtende Rückerstattung von Ticketkosten ist laut Gutscheinlösung auf Härtefälle beschränkt. Einkommensverlust durch Kurzarbeit, Kündigung oder Krankheit, Wegbrechen von Aufträgen für Solo-Selbstständige und Freiberufler und höhere Kosten für die tägliche Lebenserhaltung können zu Härtefällen führen.
Wer aufgrund der Corona-Pandemie in eine finanziell angespannte Situation geraten und in der prekären Situation auf jeden Euro und Cent angewiesen ist, muss keinen Gutschein akzeptieren, sondern kann die Auszahlung des Wertgutscheins verlangen. Gleiches gilt, wenn das Ticket gekauft wurde, um während einer Urlaubsreise eine Veranstaltung zu besuchen und dies nun nicht mehr ohne einen erheblichen Kostenaufwand möglich ist.

Um das gezahlte Geld statt eines Gutscheins zu erhalten, sollten Karteninhaber dem Anbieter zunächst die Gründe für ihren Rückerstattungswunsch darlegen. Falls Veranstaltern dies nicht ausreicht, können etwa die Meldung des Arbeitgebers über Kurzarbeit oder die schriftliche Kündigung des Arbeitsplatzes als Nachweis vorgelegt werden, aus denen sich der persönliche finanzielle Engpass ergibt. Nicht notwendige Daten wie beispielsweise der Name des Arbeitgebers sollten unkenntlich gemacht werden.
Das Verlangen nach einem vollständigen Kontoauszug ist hingegen aus Sicht der Verbraucherzentrale NRW eher nicht verhältnismäßig.
• Insolvenz des Veranstalters: Wer dennoch einen Gutschein akzeptieren muss, trägt ein gewisses Risiko: Falls Veranstalter und Betreiber von Freizeitveranstaltungen ihren Betrieb nicht bis Ende 2021 aufrechterhalten können und Insolvenz anmelden müssen, können Ticketinhaber den Wert des Gutscheins nur noch im Rahmen des Insolvenzverfahrens geltend machen. Sie erhalten in der Regel nach Abschluss des Insolvenzverfahrens nur einen Bruchteil des Wertes zurück.

Online unter
www.verbraucherzentrale.nrw/corona gibt es einen Musterbrief zur Härtefall-Erstattung sowie weitere Verbrauchertipps zum Thema COVID-19. Spezielle Antworten auf Corona-Fragen zur Bewältigung des Verbraucheralltags gibt es auch telefonisch unter (02 11) 3399 5845, montags bis freitags von 9 bis 15 Uhr."

Mai 2020

Pflegegutachten vorerst per Telefon - Ratgeber bietet umfassende Vorbereitung auf den Termin
Duisburg, 27. Mai 2020 - Das Gutachten des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen ist ausschlaggebend für die Bewilligung eines Pflegegrads. Für Betroffene und Angehörige ist der zugehörige Termin deshalb überaus wichtig. Als Reaktion auf die Corona-Pandemie findet diese Begutachtung zwar vorerst nicht mehr als Hausbesuch statt, um das Infektionsrisiko der besonders gefährdeten Gruppen zu vermindern.
Nötige Informationen werden derzeit telefonisch oder digital abgefragt. Doch auch auf einen solchen Termin gilt es, sich umfassend vorzubereiten – denn die Fragen und Kriterien zur individuellen Einstufung sind unverändert geblieben. Der Ratgeber der Verbraucherzentrale „Das Pflegegutachten“ informiert, worauf die Gutachter ein Auge haben. Anhand festgelegter Kriterien schätzen diese ein, wie selbstständig oder unselbstständig der oder die Betroffene ist.
Die Leserinnen und Leser erhalten einen Überblick über das Verfahren sowie die möglichen Leistungen der Pflegeversicherung. Enthalten sind im Buch zudem Verhaltenstipps für die Befragung und ein Musterbrief für den Fall, dass Widerspruch gegen den Bescheid eingelegt werden soll. Anhand der ausführlichen Checklisten im Anhang können Angehörige im Vorfeld alle Bereiche durchgehen, die das Gutachter abklopft.
Der Ratgeber „Das Pflegegutachten. Antragstellung, Begutachtung, Bewilligung“ hat 152 Seiten und kostet 9,90 Euro. Bestellmöglichkeiten: Im Online-Shop unter www.ratgeber-verbraucherzentrale.de oder unter 0211 / 38 09-555. Der Ratgeber ist auch im Buchhandel erhältlich.

 

Rente aktiv vorbereiten
Ratgeber informiert über Antrag und Finanzstrategie
Duisburg, 04. Mai 2020 - Entgeltpunkte, Rentenwert, Regelaltersgrenze, Zugangsfaktor – schon die Fachbegriffe im Rentensystem können Laien vor Herausforderungen stellen. Dabei könnte, wer jahrelang seine Beiträge zur Rentenversicherung eingezahlt hat, eigentlich auf den Gedanken kommen, dass der Eintritt in den Ruhestand wie von selbst abläuft. Doch das tut er nicht.

Der Übergang in den neuen Lebensabschnitt muss aktiv vorbereitet und eingeleitet werden. Bereits beim Antrag gilt es, sich den unbekannten Begriffen zu stellen und Formulare genau zu studieren. Doch auch, nachdem die erste Rentenzahlung auf dem Konto eingegangen ist, gilt es einiges zu beachten. Der neu aufgelegte Ratgeber der Verbraucherzentrale „Rente in Sicht“ erklärt die wichtigsten Ausdrücke, gibt rechtliche Hinweise und beantwortet zahlreiche Fragen rund um Altersvorsorge, Kapitalanlage und Versicherungen.

Die Informationen beziehen sich nicht nur auf abhängig beschäftigte Arbeitnehmer, sondern auch auf pflichtversicherte Selbstständige, die in den nächsten Monaten in den Ruhestand gehen möchten. Der Ratgeber bietet praktische Fallbeispiele, Experteninterviews, Checklisten und einen übersichtlichen Zeitplan.
Hier lautet die Faustregel: Meist reicht es, wenn Beschäftigte drei Monate vor Renteneintritt ihren Antrag stellen. Wer aber kein geklärtes Versicherungskonto hat, also noch Nachweise für etwaige Lücken beschaffen muss, sollte früher anfangen.
Der Ratgeber „Rente in Sicht. Ihr Finanzratgeber für den Ruhestand“ hat 200 Seiten und kostet 16,90 Euro. Bestellmöglichkeiten: Im Online-Shop unter www.ratgeber-verbraucherzentrale.de oder unter 0211 / 38 09
-555. Der Ratgeber ist auch im Buchhandel erhältlich.

April 2020

Corona-Trend kontaktlose Zahlung: Praktisch, aber riskant?
Duisburg, 30. April 2020 - „Mit Karte, bitte“ – immer weniger Kunden zahlen aus Angst vor Ansteckung mit dem Corona-Virus an den Kassen von Supermärkten und Händlern bar. Der Trend geht zur Kartenzahlung, und zwar am liebsten kontaktlos. Ob mit Girokarte, Kreditkarte oder dem Smartphone - kontaktloses Bezahlen ist vielfältig möglich, meistens auf Grundlage der „Near Field Communications“-Technologie (NFC).
Wenn der Kunde bezahlen möchte, hält er sein NFC-fähiges Smartphone oder die Kredit- oder Girokarte mit NFC-Chip bis zu einem Abstand von einigen Zentimetern an das Lesegerät, und schon wird der Betrag abgebucht. David Riechmann, Finanzexperte der Verbraucherzentrale NRW, beantwortet die wichtigsten Fragen rund um die angesagte Bezahlmethode:
Bis zu welcher Summe kann man an der Kasse kontaktlos bezahlen?

Bisher waren in Deutschland meist nur Zahlungen bis 25 Euro ohne PIN oder anderweitige Freigabe (Fingerabdruck, Gesichtsscan) möglich, auch wenn die Vorgaben der EU kontaktlose Zahlungen bis zu 50 Euro ermöglichen. Aufgrund der Corona-Pandemie hat die Deutsche Kreditwirtschaft aber beschlossen, die Grenze entsprechend anzuheben. Nach einer kurzen Umsetzungsphase sollte es inzwischen allen Kunden mit NFC-tauglichen Karten oder Smartphones möglich sein, bis zu 50 Euro kontaktlos zu bezahlen.

Ist dies auch mehrfach hintereinander problemlos möglich? J
a, aber zur eigenen Sicherheit gibt es Begrenzungen. Der Betrag der vorherigen Zahlungsvorgänge seit der letzten Freigabe mit PIN darf insgesamt maximal 150 Euro betragen bzw. die Anzahl der vorherigen Zahlungen seit der letzten Freigabe nicht fünf Vorgänge übersteigen. Es kann also auch bei der Kontaktloszahlung ab und zu notwendig werden, eine Freigabe zu erteilen. So wird sichergestellt, dass der Kontoinhaber die Zahlungen alle selbst auslöst und das Konto nicht missbräuchlich leer geräumt werden kann.

- Wer trägt den Schaden, sollte die Karte unberechtigt von Dritten eingesetzt werden? Wenn das Konto eines Kunden durch Missbrauch einer Kontaktloszahlung belastet wird, übernimmt die Bank den Schaden. Worauf sollte man bei der kontaktlosen Zahlung achten? Trotz der genannten Sicherungsgarantie durch die Bank ist es wichtig, beim Einsatz des Smartphones oder der Karte umsichtig zu bleiben. Sollte die Eingabe des PINs notwendig werden, diesen verdeckt eingeben. Das gilt ebenso für das Freischalten des Telefons durch einen Entsperrcode. Auch die regelmäßige Kontrolle der Kontoauszüge bleibt sinnvoll.
Unrechtmäßige Buchungen sollten sofort gegenüber der Bank angezeigt, die Karte gesperrt werden. Sollte die Girokarte betroffen sein, empfiehlt die Verbraucherzentrale NRW, auch die Karte für das elektronische Lastschriftverfahren bei der Polizei zu sperren (KUNO). Und wenn das Smartphone verloren geht, sollte man daran denken, dass dort womöglich Zahlungsdaten hinterlegt sind und genau so handeln, als hätte man eine Karte verloren.
Manche Verbraucherinnen und Verbraucher möchten die NFC-Funktion vielleicht gar nicht nutzen. Was können sie tun?
Die neue Generation von Zahlungskarten unterstützt regelmäßig die NFC-Funktion. Wer diese zum Beispiel aus Sicherheitsbedenken nicht haben möchte, kann den NFC-Chip bei manchen Banken deaktivieren lassen. Andere Finanzinstitute bieten diesen Service leider nicht an. Dann kann der Kartenbesitzer die NFC-Funktion durch eine entsprechende Schutzhülle unterbinden. Auch manche neueren Geldbörsen können einen solchen Schutz gewährleisten.
Weitere Informationen rund um mobiles Bezahlen finden Sie hier: https://www.verbraucherzentrale.nrw/mobil-bezahlen

Richtig Haushalten bei knapper Kasse
Tipps und Hilfestellung für den Ernstfall
Duisburg, 27. April 2020 - Viele Duisburger Haushalte müssen infolge der Corona-Pandemie finanzielle Einbußen verkraften. Bundestag und Bundesrat haben deshalb ein Gesetz beschlossen, das von der Corona-Krise betroffene Verbraucherinnen und Verbraucher unterstützt.
„Wer zum Beispiel seinen Job verloren hat oder in Kurzarbeit ist, muss ständige Rechnungen wie Strom, Gas, Wasser oder Telefon erst mal nicht zahlen. Auch bei der Miete gibt es von April bis Juni einen Zahlungsaufschub und Kreditraten werden gestundet“, erklärt Paulina Wleklinski, Leiterin der Beratungsstelle Duisburgder Verbraucherzentrale NRW.

Um die Regelung in Anspruch nehmen zu können, muss man dem Energieversorger, dem Vermieter oder der Versicherung mitteilen, dass man nicht zahlen kann und belegen, dass die Ursache dafür Geldknappheit als Folge der Corona-Pandemie ist. Auch bei seiner Bank sollte man das tun, wenn man Raten nicht zahlen kann.
„Wichtig ist aber, dabei im Auge zu behalten, dass man alle Zahlungen später nachholen muss“, betont Wleklinski. „Deshalb ist eine gute Planung der Ausgaben notwendig.“ Was also tun, wenn das Geld knapp wird? Die Verbraucherzentrale NRW zeigt Möglichkeiten auf, stellt Musterbriefe und eine Checkliste zur Verfügung und gibt Tipps, worauf bei der Inanspruchnahme der Hilfen zu achten ist.
- Miete:
Auch wenn es beruhigend ist, dass Mietern bis Juni nicht gekündigt werden darf, wenn sie bis zu drei Monatsmieten nicht zahlen: Lassen Sie sich nicht dazu verführen, die Mietzahlung komplett einzustellen, um finanziell Luft zu haben. Denn die Mietzahlungen werden nur gestundet. Gezahlt werden muss am Ende trotzdem, spätestens bis Juni 2022. Das bedeutet, dass Sie in ein paar Monaten zusätzlich zur vollen Miete auch noch die Rückstände an Ihren Vermieter zahlen müssen. Daher sollten Sie versuchen, zumindest einen Teil der Miete zu bezahlen.

- Strom, Gas, Wasser, Telefon, Internet:
Von diesen Leistungen der Grundversorgung soll wegen der Corona-Pandemie niemand abgeschnitten werden. Hier haben Sie für Verträge, die vor dem 8. März 2020 abgeschlossen wurden, ebenfalls die Möglichkeit, vorübergehend bis zum 30. Juni 2020 nicht zu zahlen. Darauf müssen Sie sich aber ausdrücklich berufen und auch nachweisen, dass Ihre Zahlungsschwierigkeiten aufgrund der Corona-Krise bestehen. Sie müssen darlegen, dass Ihnen der notwendige Lebensunterhalt durch die Corona-Krise nicht mehr möglich wäre, wenn Sie zusätzlich für Strom, Gas, Wasser, Internet oder Telefon zahlen.

Nehmen Sie zu Ihrem Anbieter / Versorger Kontakt auf, wenn Sie nun wegen der Corona-Krise weniger Geld zur Verfügung haben und diese Dinge nur noch teilweise oder gar nicht mehr bezahlen können. Die Verbraucherzentrale NRW bietet dazu einen Musterbrief zum kostenlosen Download an.
Auch hier gilt: Die Zahlungen werden nicht erlassen, sondern nur aufgeschoben. Tauschen Sie sich daher am besten mit den Anbietern auch bereits über Zeitpunkt und Art der Nachzahlung aus.

- Kredite:
Mit dem neuen Gesetz können Sie für einen Raten- oder Immobilienkredit eine dreimonatige Stundung erhalten, wenn Sie Zins und Tilgung nicht mehr leisten können. Das gilt für Darlehensverträge, die vor dem 15. März 2020 abgeschlossen wurden. Auch hier sollten Sie gegenüber der Bank erklären, dass Sie durch die Corona-Krise nicht mehr zahlen können. Der Kredit wird dann entsprechend nach hinten verschoben.
Ob eine Stundung für Ihre Verträge überhaupt in Frage kommt, können Sie anhand einer Checkliste prüfen, die wir online zur Verfügung stellen. Auf der VZ- Homepagefinden Sie auch einen Musterbrief zur Beantragung.

- Versicherungen:
Dass man Beiträge aussetzen kann, gilt auch für Versicherungen, die vor dem 8. März 2020 abgeschlossen wurden, allerdings nur für Pflichtversicherungen. Das sind beispielsweise private Krankenvoll- und Pflegepflichtversicherung sowie die Kfz-Haftpflicht. Kontaktieren Sie Ihren Versicherer. Bei nicht verpflichtenden Policen wie Lebens-, Hausrat- oder Berufsunfähig­keitsversicherung gilt das Gesetz nicht.
Hier können Sie Ihren Versicherer dennoch nach einer Stundung der Beiträge fragen. Einige Versicherungen haben dies schon von sich aus angeboten. Zusätzliche staatliche Hilfen: Damit sich trotz der Zahlungsaufschübe kein Schuldenberg auftürmt, erkundigen Sie sich möglichst schnell nach staatlichen Hilfen, wenn sich Ihre berufliche Situation ändert und / oder Ihnen das Geld ausgeht. Erst mit dem Antrag kann überhaupt die Auszahlung beginnen. Dauert die Bewilligung etwas länger, gibt es meist rückwirkend Geld.
Mögliche Leistungen, die Sie aktuell unterstützen könnten sind Kurzarbeitergeld, falls Sie weiter arbeiten, nun aber weniger. Das müsste Ihr Arbeitgeber beantragen.
- Arbeitslosengeld, falls Ihnen nun gekündigt wird. Dann sollten Sie sich schnell bei der Agentur für Arbeit melden.
- Wohngeld, falls es nicht mehr für die Miete reicht. Das können Sie bei Ihrer Gemeinde beantragen Aufstockungsleistungen nach SGB II / "Hartz IV" kommen in Frage, wenn Sie keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben. Beantragen können es z.B. Selbstständige, die nun in Not geraten, und Angestellte, die nun unterhalb der Grundsicherung verdienen. Melden Sie sich so schnell wie möglich beim Jobcenter.

Energieschulden möglichst trotz Corona-Aufschubs begleichen
Was Kunden im Zahlungsrückstand tun können
Duisburg, 23. April 2020 - Angesichts der aktuellen Corona-Pandemie haben einige Energieversorger angekündigt, freiwillig vorübergehend auf Gas- und Stromsperren zu verzichten. Darüber hinaus gilt eine neue gesetzliche Vorgabe: Haushalte, die fortlaufende Zahlungsverpflichtungen wie die Abschläge für Strom und Gas nicht bedienen können, erhalten in der akuten Krise einen maximal dreimonatigen Zahlungsaufschub. Das gilt jedoch höchstens bis zum 30. Juni 2020 und nur für Verträge, die vor dem 8. März 2020 geschlossen wurden. Außerdem muss der Zahlungsverzug auf die Folgen der Ausbreitung des Coronavirus zurückzuführen sein.
Neben Energieverträgen gilt das auch für Wasser-, Telefon- und Internetverträge. „Auch wenn ein Zahlungsaufschub gewährt wird, bedeutete das keine Zahlungsbefreiung für die Kunden“, betont Claudia Bracht, Duisburger Fachberaterin für Energiearmut bei der Verbraucherzentrale NRW. Spätestens wenn die Corona-Krise abklinge, könne im Energiebereich auch das Abdrehen der Gas- oder Stromversorgung wieder zum Thema werden. Sie empfiehlt deshalb, bei Zahlungsschwierigkeiten den Energieversorger zu kontaktieren, die eigene Situation zu schildern und Lösungen zu besprechen.

Einige Handlungsmöglichkeiten hat sie zusammengetragen:
Ratenzahlung: Wer offene Rechnungen nicht auf einen Schlag begleichen kann, sollte um eine Ratenzahlung bitten. Wichtig: Die monatlichen Raten dürfen nicht zu hoch sein. Wenn sie das verfügbare Budget sprengen, reißen sie an anderen Stellen neue Löcher in die Haushaltskasse – schlimmstenfalls entstehen zusätzliche Schulden.
Stundung: Bei absehbar vorübergehenden Zahlungsproblemen lässt sich auch jenseits des neuen und vorübergehenden gesetzlichen Anspruchs eine Stundung aushandeln. Das bedeutet, dass die Schulden erst später zurückgezahlt werden müssen. Hierauf können zum Beispiel Arbeitnehmer in Kurzarbeit verweisen oder Menschen, die gerade Krankengeld beziehen.
Darlehen: Wer Sozialleistungen erhält, kann vom Jobcenter oder dem Sozialamt Geld leihen, um seine Energieschulden zu begleichen. Ein solches Darlehen können Betroffene formlos beantragen Weiter Abschläge zahlen!
Nach wie vor gilt: Die monatlichen Abschläge für Strom oder Gas müssen früher oder später bezahlt werden.
Wer durch die Corona-Pandemie in seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist, kann aber bis zum 30. Juni 2020 ein gesetzliches Leistungsverweigerungsrecht geltend machen. Dazu sollte er den Energieversorger informieren und muss gegebenenfalls nachweisen, dass Folgen der Pandemie derzeit die Wahrung eines angemessenen Lebensunterhalts gefährden. Es kann jedoch auch in dieser Situation sinnvoll sein, zumindest Teilzahlungen zu leisten, um die Rückstände nicht zu hoch auflaufen zu lassen.
Hilfe suchen! Betroffene müssen nicht allein gegen drohende Energiesperren vorgehen. Unterstützung bei allen nötigen Schritten gibt es zum Beispiel bei der FachberatungEnergiearmut der Verbraucherzentrale NRW. Auch Rechtsanwälte und andere Schuldnerberatungen können helfen.

So klappt‘s mit dem Haushalt
Ratgeber gibt praktische und nachhaltige Alltagstipps
Duisburg, 23. April 2020 - Der Haushalt ist ein Thema, vor dem sich viele gern drücken – das aber früher oder später jeden einholt. Wie lässt sich die ungeliebte Arbeit wenigstens so leicht wie möglich machen?

Der Ratgeber der Verbraucherzentrale „Haushalt im Griff. Einfach, schnell und nachhaltig“ trägt die besten Tipps von Forschern, Bloggern und Haushaltsprofis übersichtlich gegliedert zusammen. Schritt für Schritt erklären Experten, wie man sich den Alltag in den eigenen vier Wänden erleichtert, beim Putzen, Waschen und Co. Zeit spart und dabei nie die Umwelt außer Acht lässt. Das beginnt schon damit, was beim Einkauf in die Tüte kommt und welche Tüte überhaupt am besten geeignet ist.
Welcher Vorrat ist sinnvoll? Wie halte ich Ordnung? Was tun, wenn das Geschirr einfach nicht sauber wird? Braucht es wirklich immer die Chemiekeule, um hartnäckige Flecken zu entfernen? Das Buch gibt nachhaltige Antworten und räumt mit falschen Versprechungen auf. Denn oft ist es allzu leicht, umweltschädliche, ungesunde und unnötige Produkte zu kaufen. Dabei gibt es fast immer gute Alternativen, die nicht nur Natur, Klima und Ressourcen schonen, sondern den eigenen Geldbeutel gleich mit.
Der aktuell neu aufgelegte Ratgeber „Haushalt im Griff. Einfach, schnell und nachhaltig“ hat 200 Seiten und kostet 16,90 Euro. Bestellmöglichkeiten: Im Online-Shop unter www.ratgeber-verbraucherzentrale.de oder unter 0211 / 38 09-555. Der Ratgeber ist auch im Buchhandel erhältlich.

"Haus- und Nahrungsergänzungsmittel" kein Schutz vor Coronavirus Heilversprechen vor Anwendung stets sorgfältig prüfen

Duisburg, 21. April 2020 - Bei der Frage, wie man sich selbst am besten vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus schützen kann, gehen viele Menschen im Internet und in ihren sozialen Netzwerken auf die Suche nach hilfreichen Tipps und Mitteln, die gegen eine Coronaviren-Infektion helfen. Zum großen Teil stoßen Ratsuchende dort auf haarsträubenden Unsinn und wirkungslose Produktempfehlungen.

“Falschinformationen zur angeblich wirksamen Virenabwehr werden von Scharlatanen gestreut und verbreitet, die Ratsuchenden das Geld aus der Tasche ziehen wollen für angepriesene dubiose Mittelchen. Es gibt derzeit kein Haus- oder Nahrungsergänzungsmittel, das eine Infektion mit dem Virus verhindern kann“, erklärt die Verbraucherzentrale NRW.
Die Verbraucherschützer entlarven einige dubiose Empfehlungen, wie sie etwa bei Facebook, WhatsApp und auf anderen Portalen kursieren:

Nahrungsergänzungsmittel und Pflanzenstoffe:
Derzeit werden Heilmittel die Pflanzenstoffe enthalten – etwa Vitalpilze, Zistrosenextrakt, Rhodiola (Rosenwurz) oder Grüntee, aber auch Bienenprodukte wie Propolis –, verstärkt beworben. Die Stoffe sollen vor einer Infektion mit dem Corona-Virus schützen oder eine Weiterverbreitung verhindern. Sich auf solche Botschaften zu verlassen, ist jedoch gefährlich. Da das Virus erst seit kurzer Zeit bekannt ist, gibt es keine Studien, die eine Wirksamkeit von bestimmten Pflanzen, Vitaminen oder Mineralstoffen belegen.
Ratsuchende sollten deshalb jedem Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel misstrauen, das mit dem Begriff „Corona“ wirbt. Ein Gesundheitshinweis auf solchen Produkten – etwa "schützt vor Viren" – ist strikt verboten.

Zwiebeln und Ingwer – keine virenabtötenden Knollen:
Aufgeschnittene Zwiebeln in der Wohnung verteilen, ist Humbug. Die Knollen saugen keine Bakterien und Viren aus der Luft auf! Zwiebeln, wie auch Knoblauch enthalten zwar Sulfide, die zu den gesundheitsfördernden
sekundären Pflanzenstoffen gehören und sich positiv auf das Immunsystem auswirken können. Als regelmäßige Zutat beim Kochen sind sie bestens geeignet, aber das Virus vertreiben können sie nicht.
Gekochter Ingwer auf leeren Magen gegessen kann ebenfalls nicht helfen, eine Coronaviren-Erkrankung zu heilen. Dieser Aussage wurde schon Anfang des Jahres von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) widersprochen. Wer Ingwer mag, kann ihn gerne essen, als Zutat im Tee trinken oder als Gewürz verwenden.

Verzicht auf glutenhaltige Lebensmittel:
Schokolade oder Joghurt mit Keksen, Brot, Nudeln oder panierte Schnitzel können die Darmwände porös machen, weil sie vielfach den Klebestoff Gluten enthalten? Das ist eine starke Behauptung, die sich im Internet und in sozialen Netzwerken hartnäckig hält. Die angebliche Begründung: Da die Darmschleimhäute mit den Schleimhäuten der oberen Atemwege in Verbindung stehen, wären diese ebenfalls durch die Aufnahme glutenhaltiger Nahrungsmittel geschwächt und anfälliger für Viren. Hierzu fehlt der Beweis!

Virenabwehr durch Kokosöl und ayurvedische Gewürze:
Morgens und abends je einen Teelöffel Kokosöl auf der Zunge zergehen lassen, diese vorbeugende Maßnahme soll helfen, Coronaviren zu vertreiben. Diese Behauptung ist Unsinn. Gewürze wie Safran, Kurkuma, Zimt oder auch Zitronengras dürfen gerne ins Essen, einen Schutz oder Hilfe vor dem schlimmen Virus bieten sie nicht.

Wohltuende Wirkung von Thymian- und Salbei-Tees:
Diese Tees sind traditionelle Pflanzenarzneimittel bei Erkältung. Eine Infektion mit dem Coronavirus ist jedoch schwerwiegender und keine Erkältung! Die Arznei-Tees dienen der Linderung von Beschwerden bei Husten und Schnupfen und eignen sich nicht zur Vorsorge.

Reichlich heißes (Knoblauch-)Wasser trinken:
Heißes Wasser (mit mehr als 60 Grad Celsius) führt eher zu Verbrennungen in Mund und Speiseröhre, bevor es Viren im Magen-Darm-Trakt erreicht! Auch das Gurgeln mit einer Essig-Salz-Lösung schützt nicht vor Infektion.

Was derzeit wirklich hilft: Ratsuchende sollten bei Empfehlungen auf den Absender achten und diese mit dem gesunden Menschenverstand abklopfen. Die offiziell verkündeten Hygienevorschriften – wie Distanz und Abstand zueinander halten, regelmäßiges, gründliches Händewaschen mit Seife und solo Sonne tanken bei einem Spaziergang, auf dem Balkon oder am geöffneten Fenster – sind einfache, aber wirksame, wenn nicht gar derzeit wirklich lebensrettende Tipps, um das schlimme Virus abzuwehren.

 

März 2020

Tragen von Behelfsmasken dringend empfohlen
Was beim Corona-Infektionsschutz zu beachten ist
Duisburg, 17. April 2020 -In kleinen Schritten wird ab 20. April bundesweit das öffentliche Leben wieder gelockert. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in Bussen und Bahnen und beim Einkaufen ist Teil des Schutzpakets und wird bis auf Weiteres jedem dringend empfohlen.
„Einfache Textilmasken, die Mund und Nase bedecken, halten zwar keine Viren zu hundert Prozent ab. Aber sie helfen die Verbreitung der Viren im Nahbereich zu stoppen. Maskenträger können auf diese Weise andere Menschen vor einer Tröpfcheninfektion schützen, falls sie das Corona-Virus in sich tragen“, bringt die Verbraucherzentrale NRW die aktuelle Empfehlung von Bund und Ländern auf den Punkt.
„Der wichtigste Schutz besteht jedoch nach wie vor darin, einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Menschen einzuhalten, das Niesen und Husten in die Armbeuge sowie gründliches Händewaschen nach jeder Berührung von Flächen und Gegenständen außerhalb der eigenen vier Wände nicht zu vergessen“, warnt die Verbraucherzentrale, sich durch das Tragen einer Behelfsmaske in falscher Sicherheit zu wiegen.

Zur Anwendung des individuellen Corona-Infektionsschutzes hat sie folgende Hinweise:
Baumwollmasken nur Notbehelf: Wer bereit ist, bei allen unvermeidlichen Gängen und Kontakten einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, sollte sich jedoch keine medizinischen Filtermasken besorgen. Denn OP- und andere Profi-Masken (FFP1- und FFP2-Masken) werden dringend zum Schutz von Patienten, Ärzten und Pflegepersonal benötigt.
Die begehrte und inzwischen äußerst knappe Ware wird am Markt oft als Fake-Variante oder zu völlig überteuerten Preisen angeboten. Das Nähen und Tragen einer einfachen Stoffmaske – am besten aus Baumwolle – ist zwar nur ein Notbehelf, der beim Gang nach draußen jedoch helfen kann, die Verbreitung von Corona-Viren etwas mehr einzudämmen.

Mund-Nasenschutz „Marke Eigenbau“:
Eine Tröpfcheninfektion ist nach derzeitigem Stand der Hauptübertragungsweg für Corona-Viren. Das Tragen einer Mund-Nasen-Maske kann vor allem andere Menschen vor einer Infektion schützen. Wer zu selbstgenähten Masken aus Stoff greift, sollte darauf achten, dass sie aus mehreren Lagen bestehen – am besten indem eine Schicht in Falten gelegt wird.
Nur ein an den Rändern enganliegender, mehrschichtiger Schutz, der Mund und Nase bedeckt, fängt die Tröpfchen auf, die sonst beim Sprechen, Husten oder Niesen in einem Umkreis von 1,50 Meter ausgestoßen und verteilt werden. Außerdem trägt der Mundschutz dazu bei, das unwillkürliche Anfassen von Mund und Nase zu unterbinden.
Als Material eignet sich am besten Baumwolle, weil dieses Material luftdurchlässig ist und in der Maschine bei 60 Grad waschbar ist. Bezugsquellen für Behelfsmasken: Viele Menschen nähen aus Kapazitätsmangel am Markt den Mund-Nasen-Schutz selbst, verschenken oder vertreiben ihn über kommunale Einrichtungen, in Onlineportalen oder in kleinen Geschäften.

Auch Textilhersteller stellen ihre Produktion zum Teil auf Stoffmasken um. Bereitwillige Maskenträger können sich in ihrem persönlichen Umfeld nach entsprechenden Angeboten umsehen. Kunden, die im Internet auf ein Selfmade-Angebot stoßen, sollten auf die Seriosität des Anbieters bei seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen und im Impressum achten und vom Kauf teurer Produkte absehen. Hygiene beachten ist weiterhin erste Pflicht:
Wer vom Einkaufen oder Spaziergang nach Hause kommt und dabei in Kontakt mit unzähligen Oberflächen gekommen ist, muss unbedingt weiterhin zuerst seine Hände gründlich mit Seife waschen. Erst anschließend sollte man den Mundschutz abnehmen und ihn so aufhängen, dass er nichts berührt und gut trocknen kann.
   Die Maske sollte auf keinen Fall mit ungewaschenen Händen an der Innenseite, sondern am besten nur an den Bändern berührt werden. Hände danach nochmal gründlich waschen! Das gilt vor allem bei einer mehrfachen Anwendung des Notbehelfs. Wie die eigene Zahnbürste sollte auch ein Mund-Nasenschutz mit niemandem geteilt werden!
  Den Mundschutz so häufig wie möglich in der Maschine bei 60 Grad mit herkömmlichem Voll-Waschmittel waschen, auch wenn man nur ein Exemplar besitzt. Rechtlichen Rat zum Warenkauf bieten die örtlichen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale NRW – derzeit ausschließlich telefonisch oder per E-Mail.

Kontaktdaten finden Ratsuchende im Internet unter www.verbraucherzentrale.nrw/beratung-vor-ort. Spezielle Antworten auf Corona-Fragen zur Bewältigung des Verbraucheralltags gibt’s auch telefonisch unter (02 11) 3399 5845, montags bis freitags von 9 bis 15 Uhr und online unter www.verbraucherzentrale.nrw/corona."

Verbraucherzentrale NRW startet Corona-Hotline für Verbraucherfragen
- Zeit für solidarische Lösungen
- Warnung vor Betrügern und Geschäftemachern
Düsseldorf/Duisburg, 25. März 2020 - Arbeit, Freizeit, Familie, Finanzen sowie Betreuung von Kindern und Seniorinnen und Senioren- es gibt keinen Bereich des Lebens, der nicht durch die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie auf den Kopf gestellt wird. Das Virus bringt das öffentliche und soziale Leben zum Stillstand. Die massiven Veränderungen des Alltags führen bei vielen Menschen zu Verunsicherung und vielfältigen Fragen.

Die Verbraucherzentrale NRW bietet deshalb eine Corona-Hotline für Verbraucherfragen an. Unter der Nummer 0211-3399 58 45 erhalten Verbraucherinnen und Verbraucher in Nordrhein-Westfalen ab sofort werktags von 9.00 bis 15.00 Uhr Antworten und Orientierung für ihren Alltag. Auf der Homepage bietet die Verbraucherzentrale außerdem ständig aktualisierte Informationen zu inzwischen über 60 Fragestellungen rund um Corona.

"Wir stehen in diesen unruhigen Zeiten fest an der Seite der Verbraucherinnen und Verbraucher und sind für deren Anliegen per Telefon und online erreichbar", betont Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW. Video-Chat-Beratungen stehen beispielsweise bei Fragen zur Energieberatung (Heizungsaustausch etc.) zur Verfügung, die für Ratsuchende ebenfalls aktuell ausgebaut werden.
Verbraucherschutzministerin Ursula Heinen-Esser dankte der Verbraucherzentrale, auch in diesen Krisenzeiten verlässlicher und unabhängiger Anwalt und Ansprechpartner der Verbraucherinnen und Verbraucher zu sein:
"Zudem ist die Verbraucherzentrale ein wichtiger Seismograph für politischen Handlungsbedarf, sofern Missstände gehäuft auftreten. Hier stehen wir in einem regelmäßigen Austausch."

Warnung vor Betrugsmaschen und Geschäftemachern
Ein aktuelles Problem sind unseriöse Geschäftemacher. "Es ist perfide, dass einige Menschen aus der Krise Profit schlagen wollen. Ob Phishing oder Betrugsversuche an der Haustür älterer Menschen: Melden Sie jeden kriminellen Versuch der Polizei! Es lohnt außerdem immer ein Besuch der Verbraucherzentralen-Website. Dort werden Sie über Betrugsmaschen informiert", sagt Heinen-Esser.
Ein Beispiel sind gefälschte E-Mails, die angeblich von der Sparkasse verschickt wurden und vom Phishing-Radar der Verbraucherzentrale NRW entdeckt wurden. In der Nachricht behaupten Kriminelle, dass die Sparkasse Filialen zum Schutz ihrer Mitarbeiter vor dem COVID-19-Erreger schließe. Die Kunden sollten, um weiterhin online Zugriff auf das Konto behalten zu können, über einen Link in der Mail ihre Nutzerdaten bestätigen.
Die Polizei warnt zudem vor Betrügern am Telefon oder an der Haustür, die unter dem Vorwand von Corona-Vorsichtsmaßnahmen ihre Hilfe anböten oder sich als Verwandte ausgäben. Zeit für solidarische Lösungen Ministerin Heinen-Esser appelliert an die Verbraucherinnen und Verbraucher, in diesen Zeiten auch solidarische Lösungen anzustreben:
"Verbraucherrechte müssen gewahrt werden. Aber in Krisenzeiten müssen wir zusammenstehen - das gilt nicht nur für die Reisestornierung oder die Ticketrückgabe bei ausgefallenen Kulturveranstaltungen, sondern insbesondere beim Besuch im Supermarkt. Hamstern ist unsolidarisch. Kaufen Sie nur das, was Sie aktuell benötigen. Und denken Sie an Ihre Mitmenschen und schenken Sie den Kassiererinnen und Kassierern ein Lächeln. Wenn wir uns alle bedacht und vernünftig verhalten, bewältigen wir gemeinsam diese Krise."

Die Ministerin machte zudem aufmerksam auf kreative Lösungsansätze der lokalen Wirtschaft: "Es gibt zunehmend Einzelhändlerinnen und Einzelhändler vor Ort, die pfiffige Ideen in der Corona-Krise für sich und ihre Kundschaft entdecken wie etwa Restaurants, die spontan einen Bringdienst organisieren. Buchläden oder Parfümerien bieten ihre Waren online an oder nehmen telefonisch Bestellungen entgegen und organisieren dann Abholmöglichkeiten. Prüfen Sie für sich, ob Sie jetzt große Versandhäuser oder lokale Angebote unterstützen wollen."
Schuldzinski ergänzt: "Solidarität ist unverzichtbar für die Krisenbewältigung. Das sollte jedoch keine Einbahnstraße sein. Denn abgesehen von den Gastronomen, Selbstständigen und Künstlern, die jetzt um ihre Existenz bangen, gibt es auch viele Verbraucher, denen das Wasser bis zum Hals steht und denen dringend geholfen werden muss."
Allerdings zeige der Beratungsalltag, dass viele Verbraucherinnen und Verbraucher, soweit sie es sich finanziell erlauben können, bereits nach kreativen und solidarischen Lösungen suchen und beispielsweise freiwillig auf Rückzahlungen verzichten, Gutscheine akzeptieren oder Veranstaltungstickets nicht zurückgeben.

Unter den Top 3 der Verbraucherfragen stehen aktuell das Reiserecht, Fragen zur Absage von Veranstaltungen oder Leistungseinschränkungen bei Abonnements sowie Fragen zu Auswirkungen der Corona-Krise auf Finanzanlagen.
Viele Verbraucher haben Sorgen um die private Rentenversicherung oder zum Beispiel zeitnah anstehende Auszahlungen von Fondsgebundenen Lebensversicherungen. Hierzu und zu weiteren Themen und Fragen gibt die Verbraucherzentrale viele praktische Hinweise und Tipps für den Verbraucheralltag. Hintergrundinfo Urlaubsreisen Pauschalurlauber können jetzt ihre in Kürze bevorstehenden Reisen zum Beispiel für die Osterferien kostenlos stornieren -, falls der Anbieter das nicht von sich aus tut. Denn das Auswärtige Amt hat am 17.3.2020 eine weltweite Reisewarnung vorerst bis Ende April 2020 ausgesprochen.
"Wir raten aber Verbraucherinnen und Verbrauchern dazu ihre Reisen erst zu stornieren, wenn die Reise kurzfristig bevorsteht. Denn ein Anspruch auf kostenlose Stornierung besteht nur, wenn unvermeidbare außergewöhnliche Umstände zum Reisezeitpunkt vorliegen. Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes wurden von Gerichten als ein solcher außergewöhnlicher Umstand akzeptiert", so Ministerin Heinen-Esser.
Reisende, die mit Verweis auf das Corona-Virus schon jetzt später stattfindende Urlaube storniert haben, sollten aber einen Anspruch auf Rückzahlung der Stornierungskosten haben, wenn zum Zeitpunkt der Reise noch eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes vorliegt.
Wer seine Reise individuell zusammengestellt hat, profitiert von der Reisewarnung nur indirekt. Nach deutschem Recht müssen Verbraucherinnen und Verbraucher nicht für eine Unterkunft bezahlen, die sie nicht erreichen können. Im Ausland gilt allerdings das dortige Recht - auch wenn über ein deutsches Portal gebucht wurde.
"Ich empfehle Verbraucherinnen und Verbrauchern bei individuell gebuchten Reisen, sich frühzeitig an ihren Reiseanbieter zu wenden und sich mit diesem zu einigen. Sollte der Versuch scheitern, können Betroffene bei geplanten Reisen innerhalb Europas bei der Verbraucherzentrale um Hilfe bitten", so Ministerin Heinen-Esser. Weitere Informationen "Corona: COVID-19, die Folgen und Ihre Rechte" - Verbrauchertipps bei der Verbraucherzentrale NRW [https://www.verbraucherzentrale.nrw/corona-covid19-die-folgen-und-ihre-rechte-45509]  


Verbraucheralltag in Corona-Zeiten - Hilfestellungen zu akuten Fragen
Duisburg, 20. März 2020 - Der Corona-Virus bringt das öffentliche und soziale Leben zum Stillstand. Kitas, Schulen, Museen, Theater und Kinos sind geschlossen, Konzerte und Veranstaltungen abgesagt. Um die weitere Verbreitung von Covid-19 zu verlangsamen, sollen alle möglichst zu Hause bleiben.
Die ungewöhnlichen Maßnahmen führen zu allgemeiner Verunsicherung. Auch Menschen, die sich nicht an Hamsterkäufen beteiligen wollen, wissen nicht immer, welche Notvorräte sinnvoll sind oder wer im Falle einer vorübergehenden Geschäfts- oder Firmenschließung die Versorgung übernimmt. Erholungssuchende, die Tickets für ein Konzert oder die Buchung einer Reise schon in der Tasche haben, wollen wissen, welche Rechte sie bei einer Absage haben. Antworten und Tipps zu diesen und anderen aktuellen Verbraucherfragen rund um Corona, hat die Verbraucherzentrale NRW im Internet zusammengestellt.
Unter www.verbraucherzentrale.nrw/corona
finden sich hilfreiche Hinweise zur Orientierung im Verbraucheralltag. Die Liste wird ständig aktualisiert und erweitert. Informationen und rechtliche Hilfestellungen zu vielen akuten Verbraucherfragen liefern auch die örtlichen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale NRW – bis auf Weiteres ausschließlich telefonisch oder per E-Mail. Kontaktdaten finden Ratsuchende online unter www.verbraucherzentrale.nrw/beratung-vor-ort.


Verbraucherzentrale in Duisburg: Keine persönliche Beratung mehr – aber telefonisch und per E-Mail erreichbar
Duisburg, 16. März 2020 - Die Beratungsstelle der Verbraucherzentrale in Duisburg bleibt bis auf Weiteres geschlossen. Persönliche Beratungen – ob allgemeine Rechtsberatung, Versicherungs-, Energie-, Umwelt-, Geldanlage- oder Schuldnerberatung – müssen leider ausfallen. "Auch die Verbraucherzentrale will – wie andere Dienste und Einrichtungen – durch das Vermeiden von Kontakten einen Beitrag leisten, um die Corona-Pandemie einzudämmen.

Wer bereits einen Termin vereinbart hat, wird kontaktiert oder kann sich telefonisch melden, um das weitere Vorgehen abzusprechen", erklärt Beratungsstellenleiterin Paulina Wleklinski. Auch alle Veranstaltungen, Vorträge und Aktionen sind bis Ende April abgesagt. Telefonisch ist die Beratungsstelle jedoch – unter 0203 488 011 01 – weiterhin erreichbar.

Auch Anfragen per E-Mail, duisburg@verbraucherzentrale.nrw, werden weiter bearbeitet. Informationen, rechtliche Tipps, Musterbriefe und schnelle Hilfestellungen zu vielen Verbraucherthemen gibt es außerdem im Internet unter www.verbraucherzentrale.nrw. Auch Ratgeber der Verbraucherzentrale NRW können weiterhin online unter www.ratgeber-verbraucherzentrale.de bestellt werden. Wissenswertes, was in Zeiten der Coronakrise im Verbraucheralltag zu beachten ist, gibt es außerdem unter www.verbraucherzentrale.nrw/corona.

Kontakt:
Per E-Mail: duisburg@verbraucherzentrale.nrw
Telefonisch: unter 0203 488 011 01;
Mo: 09:00 - 15:00 Uhr Di: 09:30 - 13:00 Uhr und 14:00 - 18:00 Uhr Do: 09:30 - 13:00 Uhr und 14:00 - 18:00 Uhr Fr: 09:00 - 15:00 Uhr

Fällt die Tür von außen ins Schloss oder ist der Abfluss verstopft – dann wird rasche Hilfe oftmals teuer.
Duisburg, 11. März 2020 - Als Retter in der Not bieten Schlüsseldienste und Rohrreiniger ihre Dienste an. Doch eine auffällige Anzeige im Branchenbuch oder der Anruf bei einem Vermittlungsdienst lotsen Betroffene nicht immer zu einer seriösen und kostentransparenten Firma.
„Viele hilfreiche Türöffner oder Rohrreiniger leisten zwar rasche Abhilfe, nutzen im Gegenzug jedoch die Notlage der Kunden mit intransparenten und überteuerten Preisen schamlos aus“, warnt die Verbraucherzentrale Duisburg anlässlich des Weltverbrauchertags am 15. März.
Wer vorsorgt und weiß, wen man im Ernstfall zuverlässig um Hilfe bitten kann und wer trotz Stresssituation die Kosten vor dem Anrücken eines Notdienstesvergleicht und die einzelnen Rechnungsposten nach getaner Arbeit kritisch prüft, ist vor bösen Überraschungen sicher.
Unter dem Motto „Ruhe bewahren – planvoll vorgehen“ hilft die Verbraucherzentrale Duisburg hierbei mit folgenden Hinweisen: Besonnen in akuter Notlage agieren:
Trotz Stresssituation sollten Betroffene überlegen, ob ein sofortiger Notdiensteinsatz notwendig ist oder bis zum nächsten Werktag warten kann. Eventuell kann das Problem auch selbst oder mit Hilfe von Nachbarn gelöst werden – etwa indem bei einem Wasserrohrbruch erst einmal der Haupthahn zugedreht wird.
Seriösen Helfer finden: Muss sofort ein Fachmann ran, ist der eigene Bekanntenkreis die erste Auskunftsstelle. Denn hat ein Betrieb gut gearbeitet, ist er sicher eine Empfehlung wert. Wer Hilfe braucht, der sollte ortsansässige Unternehmen bevorzugen, um hohe Fahrtkosten zu vermeiden. Vorsicht bei Firmen mit Namen „AAA! Häufig steckt hinter solch einem Namensanfang nur das Ziel, im Branchenbuch ganz oben zu stehen. Bei der Suche im Internet empfiehlt sich ein Blick ins Impressum. Hier müssen etwa Name, Adresse und E-Mail Adresse stehen.
Telefonischer Kontakt: Wer Abhilfe sucht in einem Notfall sollte beim ersten Anruf eines Dienstes das Problem möglichst konkret schildern. Im nächsten Schritt sollte nach der Höhe der Anfahrtskosten gefragt werden. Im Falle einer Auftragsvergabe ist es sinnvoll, einen verbindlichen Festpreis zu vereinbaren. Die Öffnung einer lediglich zugefallenen Tür kostet in Nordrhein-Westfalen inklusive Anfahrt tagsüber und an Werktagen circa 90 Euro.
Für einen Akut-Einsatz in der Nacht, an Sonn- oder Feiertagen werden im Schnitt 140 Euro berechnet. Die Abflussreinigung mit einer Spirale kostet im Schnitt 125 Euro. Egal ob versperrte Tür oder Wasserrohrbruch – zum Vergleich von Firmenpreisen und -konditionen sollten nach Möglichkeit zwei oder drei Angebote eingeholt werden.
Auf sachgerechte Leistungen achten: Ist eine Tür bloß zugefallen, muss sie in den meisten Fällen weder aufgebrochen noch das Schloss ausgebaut werden. Beides ist aber häufige Praxis, um die Kosten in die Höhe zu treiben. Zugezogene Türen lassen sich meist ohne Beschädigung im Nullkommanichts vom Fachmann öffnen. Auch bei der Rohrreinigung ist oftmals der Einsatz von schwerem technischem Gerät unnötig. Unseriöse Firmen nutzen auch häufig eine Rohrverstopfung, um Verbraucher zu einer unnötigen Rohrsanierung zu überreden.
Rechnung prüfen: Die Rechnung sollte nur dann vollständig bezahlt werden, wenn die Arbeiten abgeschlossen sind und sie überprüft haben, ob das Problem gelöst wurde. Wird eine ortsansässige Firma beauftragt, können nur die Fahrtkosten innerhalb der Ortsgrenzen in Rechnung gestellt werden. Außerhalb der gewöhnlichen Arbeitszeiten kommen oft noch Nacht- und Feiertagszuschläge hinzu. Erlaubt sind hierbei Zuschläge von bis zu 100 Prozent – allerdings nur für Lohn und lohnabhängige Kosten und nicht für Material- oder Fahrzeugkosten.

Wer eine ungewöhnlich hohe Rechnung bekommt, sollte am besten nur eine Anzahlung unter Vorbehalt leisten und die Rechnung im Anschluss unabhängig prüfen lassen. Betroffene sollten sich auch nicht nötigen lassen, mit einem drängelnden Dienstleister zum nächsten Geldautomaten zu fahren. Barzahlung kann nur verlangt werden, wenn dies vorher vereinbart wurde. Wer sich bedroht fühlt, sollte sich nicht scheuen, die Polizei über den Notruf 110 anzurufen.

Vorsorge für alle Fälle treffen: Vorsorgliche, die einen Schlüssel beim Nachbarn deponieren oder die Rufnummer eines seriösen Betriebs an die Pin-Wand heften, sind auf den Einsatz eines unbekannten Notdienstes nicht angewiesen. Bestens gewappnet ist, wer sich im Vorfeld nach Preisen von seriösen Notdiensten in Wohnnähe erkundigt und deren Rufnummer parat hat.

Rechtlichen Rat bei überhöhten Rechnungen von Handwerkernotdiensten bietet die Beratungsstelle Duisburg der Verbraucherzentrale NRW. Kontakt und Kosten online unter www.verbraucherzentrale.nrw/duisburg oder an ihrem Verbrauchertelefon unter der Rufnummer 0900-1-89 79 69 für 1,86 Euro pro Minute. Mobilfunkpreise können variieren.
Noch mehr Wissenswertes zu Notdiensten gibt’s unter www.verbraucherzentrale.nrw/notdienste. Wem eine Rohrsanierung aufgedrängt wurde, erhält kostenlos rechtlichen Rat unter der Rufnummer (02 11) 38 09 300."


Süßes ist kein Trostpflaster - Ratgeber bietet Tipps für ausgewogene Kinderernährung
Duisburg, 9. März 2020 - Etwas Süßes als Belohnung oder zum Trost? Für Eltern kann es manchmal verlockend sein, Naschereien zu versprechen, statt Tränen kullern zu sehen. Doch Vorsicht: Süßigkeiten gehören zu den energiereichen Lebensmitteln und enthalten oft auch größere Mengen Fett. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, nicht mehr als zehn Prozent des täglichen Energiebedarfs in Form von Zucker zu sich zu nehmen.
Bei Kindern von vier bis 14 Jahren heißt das: 125 bis 240 Kilokalorien pro Tag – und 125 Kilokalorien können in einem einzigen Schokoriegel stecken. Der Ratgeber der Verbraucherzentrale „Bärenstarke Kinderkost“ zeigt, wie eine ausgewogene Ernährung ohne den kompletten Verzicht auf süßen Geschmack gelingt. Das Buch klärt auf, welche Speisen und wie viel davon Kinder wirklich brauchen.
Praktische Tipps unterstützen direkt bei der Organisation des täglichen Kochens. Hilfreich ist dabei auch der Rezeptteil mit mehr als 80 gesunden Gerichten – vom Frühstück über Suppen und Salate bis zu Hauptgerichten und auch einigen Süßspeisen und Desserts. Alle Rezepte sind mit Kindern erprobt und ermuntern dazu, das Essen mit ihnen gemeinsam zuzubereiten.
Der Ratgeber „Bärenstarke Kinderkost. Einfach, schnell und lecker“ hat 216 Seiten und kostet 16,90 Euro, als E-Book 13,99 Euro. Bestellmöglichkeiten: Im Online-Shop unter www.ratgeber-verbraucherzentrale.de oder unter 0211 / 38 09-555. Der Ratgeber ist auch in der Beratungsstelle der Verbraucherzentrale in Duisburg, Friedrich-Wilhelm-Str. 30, 47051 Duisburg und im Buchhandel erhältlich."


"Was kommt nach der Schule?"
Rechtliche und finanzielle Tipps für Ausbildung, Studium und Co.

Duisburg, 2. März 2020 - Neue Kontakte, neue Aufgaben, neue Herausforderungen: Nach dem Schulabschluss beginnt eine spannende Zeit der Orientierung. Doch in den Monaten und Jahren der Ausbildung stehen junge Menschen auch immer wieder vor rechtlichen Fragen oder finanziellen Entscheidungen, an die sie als Schüler vermutlich kaum gedacht haben.
Für Schulabgänger dieses Jahres ist es also höchste Zeit, sich einen Überblick zu verschaffen. Der Ratgeber der Verbraucherzentrale „Ausbildung und Studium“ klärt die entscheidenden Fragen – ganz egal, ob eine Ausbildung, ein Studium, ein Praktikum oder eine Auszeit ansteht.
Die Leserinnen und Leser erfahren, wie sie ihre Zeit an der Uni finanzieren und welche Förderungen sie nutzen können, welche Rechte und Pflichten sie als Azubi haben, wie sie netto möglichst viel aus ihrem Bruttogehalt aus Nebenjob und Praktika herausholen und was sie während einer Auszeit in Sachen Kindergeld und Sozialversicherung beachten müssen.

Der Ratgeber beantwortet jedoch auch wichtige Fragen darüber hinaus: „Habe ich noch Schutz über meine Eltern oder muss ich mich selbst versichern?“, „Was sollte ich bei meinem ersten Mietvertrag beachten?“, „Ab wann muss ich an Altersvorsorge denken?“
Checklisten und praktische Expertentipps runden die Vorbereitung der Schulabsolventen auf den neuen Lebensabschnitt ab. Der Ratgeber „Ausbildung und Studium. Geld, Recht, Versicherungen in einer spannenden Zeit“ hat 160 Seiten und kostet 16,90 Euro, als E-Book 13,99 Euro.

Februar 2020

Die Verbraucherzentrale in Duisburg bleibt am Rosenmontag, den 24.02.2020, geschlossen.

"Inkassokosten": (Be)Trügerische Forderungen entlarven
Duisburg, 17. Februar 2020 - Wenn Inkassofirmen Geld eintreiben, müssen sie sich an rechtliche Grenzen halten. Dessen ungeachtet verschickt jedoch eine Reihe schwarzer Schafe dieser Branche verunsichernde und einschüchternde Zahlungsaufforderungen – oft gespickt mit unzulässigen Kosten, die sie für ihre Tätigkeit in Rechnung stellen.

„Wegen Betrugsverdacht mit unberechtigten und überhöhten Forderungen sind beispielsweise gegen die bundesweit tätige UGV Inkasso nach Auskunft der zuständigen Staatsanwaltschaft bereits Hunderte von Strafanzeigen gestellt worden“, erklärt die Verbraucherzentrale NRW und bedauert, dass ein Strafverfahren gegen Zahlung einer Millionen-Auflage jüngst eingestellt wurde.

„Auch wenn weiterhin ungeklärt ist, ob es sich hier um ein betrügerisches Geschäftsmodell handelt oder nicht:
- Inkassoforderungen, in denen ein offener Betrag von 200 Euro durch unzulässige Kostentreiberei auf bis zu 1.000 Euro aufgeblasen wird, müssen nicht ohne weiteres gezahlt werden“, monieren die Finanzexperten. Sie raten daher, Forderungen weiterhin erst einmal genau zu überprüfen und nicht einfach draufloszuzahlen. Dabei empfiehlt die Verbraucherzentrale NRW die folgenden Schritte:
- Forderungs-Check: Auch wenn mit Gerichtsvollzieher, Kontosperrung oder Schufa-Eintragung gedroht wird: bei Schreiben von Inkassobüros ist erst einmal zu prüfen, für welche Forderung eigentlich gezahlt werden soll. Manchmal behaupten Inkassobüros einfach nur, dass Verträge geschlossen oder Rechnungen nicht beglichen wurden. Dagegen wappnet ein Check von Unterlagen und Kontoauszügen.
- Achtung: Zahlungen eintreiben dürfen überhaupt nur Inkassobüros, die auf der Internetseite www.rechtsdienstleistungsregister.de registriert sind.

- Kosten-Check: Mit dem Inkasso-Check der Verbraucherzentrale kann kostenlos online geprüft werden, ob Inkassoforderungen überhaupt bezahlt werden müssen und ob wirklich die volle Höhe der Kosten fällig ist. Denn leider gibt es keine festen Regeln, wie hoch die Kosten eines Inkassobüros sein dürfen. Aber 70,20 Euro für die Mahnung einer einfachen Rechnung bis 500 Euro zu verlangen, ist zu viel. Nach Ansicht der Verbraucherzentrale NRW dürften dafür höchstens 27 Euro angemessen sein.
- Wichtig: Zusätzliche Kosten für Telefonate, einzelne Briefe oder Kontoführungsgebühren müssen nie gezahlt werden. Auslagen, um die Adresse des Schuldners zu überprüfen, sind nur zu übernehmen, wenn das auch wirklich notwendig war, weil der Schuldner etwa umgezogen ist.
Hat das Inkassobüro die Forderung vom ursprünglichen Gläubiger gekauft, darf es überhaupt keine Kosten berechnen, weil es so selbst zum Gläubiger geworden ist. Bei Zweifeln, ob die Forderung gekauft oder zum Inkasso übergeben wurde, sollte das Original der Vollmacht oder die Abtretungsurkunde des Inkassounternehmens verlangt werden.

- Widerspruch: Wenn die Forderung unbekannt ist oder deren Höhe oder die Gebühren für falsch erachtet werden, sollte schriftlich gegenüber dem Inkassobüro widersprochen werden.Am besten per Einschreiben mit Rückschein oder – bei Postfachadresse – mit Einwurfeinschreiben.
Einen Musterbrief gibt es unter www.verbraucherzentrale.nrw/inkasso.

- Zinsforderung mit Grenzen: Für Zinsforderungen muss das Inkassoschreiben Zeitraum und Zinssatz nennen. Der Zinssatz darf in der Regel maximal 5 Prozentpunkte über dem Basiszins liegen. Der beträgt zurzeit minus 0,88 Prozent. Also sind 4,12 Prozent Zinsen drin. Einen höheren Satz muss das Inkasso begründen. Eine lapidare Begründung wie etwa „wegen Anlageverlust“ reicht nach Ansicht von Gerichten nicht aus.
- Nicht einschüchtern lassen: Inkassobüros drohen häufig bei Nichtzahlung mit dem Gerichtsvollzieher, Schufa-Einträgen und sogar Haftbefehlen. Verbraucher sollten sich nicht einschüchtern lassen und aus Angst einfach zahlen. Viele dieser Drohungen kann das Inkassobüro gar nicht einfach umsetzen.
Wissenswertes rund um Inkassokosten unter: www.verbraucherzentrale.nrw/inkasso

Im Sinne des Patienten: Ratgeber hilft bei der individuellen Vorsorge für das Lebensende
Duisburg, 14. Februar 2020 - Drei Viertel aller Deutschen sterben in stationären Einrichtungen – vor allem in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen. Krankheit und Tod sind dadurch immer weniger Teil des alltäglichen Lebens in den Familien. Gleichzeitig ist es Menschen wichtig, bis zum Ende selbstbestimmt über ihr Leben zu entscheiden. Ängste und unrealistische Erwartungen sind dabei jedoch schlechte Berater.
Der Ratgeber der Verbraucherzentrale „Patientenverfügung. Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung“ hilft dabei, sich mit diesen Themen informiert und intensiv zu beschäftigen. Dem Willen des Patienten wird mit der gesetzlichen Regelung der Patientenverfügung eine hohe Bedeutung zugemessen. Da dieser Wille allerdings nur gelten soll, wenn der Betroffene sich erkennbar mit der Lebens- und Behandlungssituation auseinandergesetzt hat, ist es wichtig, eine individuelle Verfügung zu schreiben.
Damit die persönliche Vorsorge alle Bereiche abdeckt, ist es zudem ratsam, die Patientenverfügung mit einer Vorsorgevollmacht und einer Betreuungsverfügung zu kombinieren. Der Ratgeber informiert über gesetzliche Grundlagen, beantwortet wichtige Fragen, bietet Fallbeispiele, Checklisten und Musterbeispiele sowie Formulierungshilfen, die dabei unterstützen, den eigenen Vorsorgewunsch wirksam festzuhalten.

Der Ratgeber „Patientenverfügung. Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung“ hat 168 Seiten und kostet 9,90 Euro, als E-Book 7,99 Euro. Bestellmöglichkeiten: Im Online-Shop unter www.ratgeber-verbraucherzentrale.de oder unter 0211 / 38 09-555. Der Ratgeber ist auch in der Beratungsstelle der Verbraucherzentrale in Duisburg, Friedrich-Wilhelm-Str. 30, 47051 Duisburg und im Buchhandel erhältlich.

Wasserdichter Schutz nach Wüten des Sturmtiefs Elementarschadenversicherung extra abschließen
Land unter und Keller voll Wasser! Auch wenn die eigenen vier Wände den heftigen Verwehungen und Niederschlägen von Sturmtief Sabine standgehalten haben: Nur die wenigsten wissen, dass sie im Falle von Hochwasserschäden eine spezielle Police brauchen.
„Bei Überschwemmungen durch extremen Regen springt die Elementarschadenversicherung ein, die häufig nur im Paket mit einer Wohngebäude- und/oder einer Hausratversicherung angeboten wird“, berichtet die Verbraucherzentrale NRW. Für einen wasserdichten Versicherungsschutz in Zukunft haben die Verbraucherschützer folgende Tipps:
- Schutz fürs Haus:
Jeder Immobilienbesitzer sollte eine Wohngebäudeversicherung haben, zumindest eine Feuerversicherung. Die verbundene Wohngebäudeversicherung kommt für Schäden durch Brand, Sturm, Hagel und Leitungswasser auf. Gezahlt wird bei einem Totalschaden die Summe, die es kostet, das Haus am gleichen Standort zu aktuellen Preisen wieder aufzubauen.
Wer die Wohngebäudeversicherung mit einer Elementarschadenversicherung kombiniert, kann von der Versicherung dann auch Geld bekommen, wenn der Keller nach einem Unwetter unter Wasser steht. Diese Police reguliert übrigens auch andere Schäden, etwa wenn Schneedruck, ein Erdrutsch oder ein Erdbeben das Haus ramponieren.
Vor Vertragsabschluss sollte vorsorglich geprüft werden, ob die Elementarschadenversicherung Schäden durch Rückstau abdeckt und ob der Versicherer den Einbau einer Rückstauklappe verlangt. Werden diese Vorgaben nicht erfüllt, läuft man Gefahr, leer auszugehen, wenn die Kanalisation nach Starkregen überlastet wird und das Wasser in den Keller läuft.

- Schutz gibt’s nicht für jeden:
Nicht jeder Hausbesitzer, der eine Elementarschadenversicherung abschließen will, erhält auch einen Vertrag. Die Versicherer unterscheiden nämlich bestimmte Risikoregionen (so genannte ZÜRS-Zonen): In der ersten und gleichzeitig günstigsten Risikoklasse gehen sie davon aus, dass es seltener als alle 200 Jahre ein Hochwasser gibt.
In der Klasse 4 kalkulieren Versicherer mit einem Hochwasser innerhalb von zehn Jahren. Eigentümer eines Hauses, das in Gefährdungsklasse 4 steht, haben nur eine Chance auf den Elementarschutz, wenn sie dafür extrem hohe Versicherungsbeiträge zahlen, die drei- bis vierfach höher ausfallen können als die regulären Beiträge.
Auch wenn bereits mehrmals Wasser bei starkem Regen in den Keller gelaufen ist, kann der Versicherungsschutz dafür ins Wasser fallen. Denn Vorschäden durch Überschwemmungen können für Versicherer ein Grund sein, den Abschluss einer Police zu verweigern, selbst wenn das Haus nicht in einem Hochwasser-Risikogebiet steht.
- Hausratversicherung übernimmt auch:
Auch die Hausratversicherung, die beispielsweise Möbel, Küchengeräte oder Musikinstrumente gegen Einbruch oder Raub absichert, kann um einen Elementarschadenschutz erweitert werden. Mieter und Hausbesitzer können sich diesen Zusatzschutz aber häufig sparen, zumindest wenn sie wertvolle Gegenstände nicht im Keller, sondern in den oberen Stockwerken unterbringen.

- Vorsichtsmaßnahmen treffen:
Haus- und Wohngebäudeversicherung zahlen nicht für Schäden, wenn es nur hereingeregnet hat. Deshalb müssen Fenster und Türen bei Unwettern immer geschlossen sein. Aber auch rund um Haus und Keller ist Vorsorge angesagt: Kann Wasser zum Beispiel durch Risse ins Haus eindringen, sind Probleme mit dem Versicherungsschutz programmiert, wenn diese bei Unwetter für Land unter sorgen.
Wasserdichtes Versiegeln von Kellern oder der Einbau regenundurchlässiger Kellerfenster sind darüber hinaus geeignete Maßnahmen, um sich gegen das Fluten von Keller und Co. zu schützen.

- Gebäude im Bau:
Für Gebäude im Rohbau bieten Wohngebäude- und Elementarschadenversicherung noch keinen Schutz bei Unwetterschäden. Während der Bauphase springt die Bauleistungsversicherung ein – allerdings nur für Schäden nach unvorhergesehenen, ungewöhnlichen Wetterverhältnissen, die stark vom Normalwert abweichen. Gezahlt wird zum Beispiel für Schäden durch Regenfälle, wie sie in den vergangenen 20 Jahren nicht aufgetreten sind. Informationen und Beratung rund um den passenden Versicherungsschutz bietet die Versicherungsberatung der Verbraucherzentrale NRW in Duisburg, Friedrich-Wilhelm-Str. 30. Kontaktdaten und Kosten online unter www.verbraucherzentrale.nrw/versicherungsberatung."


Schmink- und Kostümtipps zu Karneval
Sich als Gruselclown, Eiskönigin oder Drag-Queen in den Karneval zu stürzen, ist in diesem Jahr schwer angesagt. Do-it-Yourself-Kostüme und Vintage-Unikate aus dem Second Hand-Laden animieren Verkleidungskünstler zu phantasievollen Kreationen. Wer selbst schneidert und gestaltet, lässt das Kostüm-Angebot von schlecht bezahlten Näherinnen in Fernost links liegen. Keine Maskerade ohne Schminke: Glitzernde Fabelwesen, Emojis oder furchterregende Monster verwenden gern viel Farbe, um ihr Outfit närrisch zu verändern.
„Doch Farb- und Konservierungsstoffe in der Schminke oder schädliche chemische Substanzen in Kostümen können die Haut empfindlich reizen“, warnt die Verbraucherzentrale NRW. Ein buntes und bedenkenloses Treiben ohne Blessuren für Haut und Organismus gelingt an den tollen Tagen mit folgenden Tipps:

- Gefahrlose Kostümierung: Karnevalskostüme können giftige Stoffe enthalten, die Haut und Schleimhäute reizen oder Allergien auslösen. Vor dem Tragen sollten Outfits aus dem Kostümhandel wenn möglich erstmal gewaschen werden. Leggings und T-Shirts drunter halten nicht nur warm, sondern schützen auch vor direktem Hautkontakt.
Auch wenn’s im Karneval heiß hergeht:
- Beim Tragen von Kleidung und Perücken aus Kunstfasern sollten Narren auf einen Sicherheitsabstand zu Funken und Feuer achten, weil ihre synthetische Kostümierung leicht entflammbar ist.

- Karnevals-Utensilien im Geruchstest:
In Plastik-Schwertern, Kunststoff-Flügeln, Masken oder Klebe-Tattoos können sich Lösemittel, Weichmacher oder andere Schadstoffe befinden. Einige lassen sich schon am Geruch erkennen. Also erstmal schnüffeln: Wenn das Kostüm-Beiwerk oder die Körper-Sticker stark nach Kunststoff oder Chemie riechen, sollten Jecken ihre Haut besser vor solchen bunten Accessoires verschonen.

- Getrübter Blickkontakt bei bunten Linsen:
Von roten Vampiraugen bis zu katzenförmigen Pupillen lassen sich mit Spaß-Kontaktlinsen dramatische Effekte erzielen. Wie bei optischen Sehhilfen ist auch bei den Spaß-Linsen eine sorgfältige Hygiene notwendig, um Infektionen der Augen zu vermeiden.
Die Hornhaut des Auges kann bei längerem Tragen durch Sauerstoffmangel geschädigt werden. Jecken sollten bunte Kontakt-Linsen also nur kurzzeitig tragen. Speziell geformte Pupillen, wie etwa schmale Katzenaugen, können zudem das Sichtfeld einschränken.
- Natürlich bunt geschminkt:
Wer Karnevalsschminke mit Mineralölen wie Paraffin oder Petrolatum auf die Lippen aufträgt, verschluckt oftmals schädliche Substanzen, die sich im Körper anreichern können und teilweise unter Krebsverdacht stehen. Karnevalsschminke als zertifizierte Naturkosmetik ist dagegen frei von Mineralölen, Silikonen, synthetischen Farbstoffen und vielen anderen Inhaltsstoffen, die Haut und Umwelt belasten können.
Zu erkennen ist Naturkosmetik etwa am BDIH- oder dem NATRUE-Siegel, das ein Frauengesicht im Profil zeigt. Mittlerweile werden die bunten Farben auf natürlicher Basis in Bioläden und in Drogeriemärkten angeboten. Aquafarben sind hautfreundlicher als solche auf Fett-Basis, denn sie verstopfen die Poren nicht. Und sie lassen sich auch leichter abschminken – Wasser und Seife genügen.

- Alles Plastik, was glänzt:
Der Glitzerkram fürs Gesicht besteht aus kleinen Plastikteilchen, die nach den tollen Tagen als Mikroplastik in der Umwelt noch lange weiterleben. Übrigens: Glitter aus dem Biokunststoff PLA (Polymilchsäure), wird oft als „biologisch abbaubar“ bezeichnet. Doch gegenüber sonstigem Plastik gibt’s bezüglich der Anwendung kaum einen Vorteil, da auch der Biokunststoff in der Umwelt nur sehr langsam abgebaut wird.
- Nach der Maskerade: Glitter und Schminke nicht einfach abwaschen, sondern mit einem Papiertuch abwischen und im Restmüll entsorgen. Was für Kunststoff-Glitzer gilt, betrifft auch Konfetti: Der bunte Regen sorgt ebenfalls für ein jahrhundertelanges Nachspiel in der Natur, wenn er aus Plastikschnipseln besteht.
Nicht nur für die tollen Tage hat die Verbraucherzentrale NRW Beratung und Informationen zu Schadstoffen in Kosmetik und anderen Alltagsprodukten parat – und zwar online unter www.verbraucherzentrale.nrw/schadstoffe oder in eine ihrer örtlichen Umweltberatungen – Kontakt unter www.verbraucherzentrale.nrw/umweltberatung."




Ratgeber für erste Schritte im Internet Neuauflage des „Wegweiser durch die digitale Welt –  für ältere Bürgerinnen und Bürger“ erschienen
Duisburg, 13. Februar 2020 - Das Internet ist für die meisten aus ihrem Alltag nicht mehr wegzudenken. Und doch sind zwölf Millionen Menschen in Deutschland noch offline – die meisten von ihnen 50 Jahre und älter. Der kostenlose „Wegweiser durch die digitale Welt – für ältere Bürgerinnen und Bürger“ der BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen ist ein leicht verständlicher Ratgeber für alle, die erste Schritte ins Internet machen wollen oder dort bereits unterwegs sind.

Die Broschüre liegt nun in überarbeiteter und aktualisierter Neuauflage vor.
Der „Wegweiser durch die digitale Welt“ zeigt auf anschauliche Weise, welche unterschiedlichen Wege ins Internet führen. Er gibt einen Überblick über die Möglichkeiten des Internets und beantwortet zahlreiche Fragen: Wie halte ich online den Kontakt zu meiner Familie? Wie kaufe ich im Internet eine Fahrkarte oder buche eine Reise? Und wie bewege ich mich sicher im Netz? In der Neuauflage finden sich erstmals Kapitel zu den Themen „Digitaler Nachlass“ und „Unterhaltung im Netz“.
Der Ratgeber kann auch in einer Hörversion bestellt werden. Die Neuausgabe des 2008 erstmals erschienenen „Wegweiser durch die digitale Welt“ wurde vom Bundesministerium für Verbraucherschutz (BMJV) unterstützt und liegt in einer Auflage von rund 200.000 Exemplaren vor. In die Überarbeitung wurden ältere Verbraucherinnen und Verbrauchern ebenso wie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren einbezogen.  
Die Broschüre kann kostenlos über den Publikationsversand der Bundesregierung bezogen und im Internet heruntergeladen werden: Per Post: Postfach 48 10 09, 18132 Rostock E-Mail: publikationen@bundesregierung.de Tel.: 030 / 18 27 22 721 (0,14 €/Min, abweichende Preise aus den Mobilfunknetzen möglich) Fax: 030 / 18 10 27 22 721 Internet: www.bagso.de/publikationen

"Urlaubs-Hilferuf" von falschen Freunden
Mit vertraulichen Phishing-Mails auf Geldfang
Duisburg, 12. Februar 2020 - Wer per E-Mail einen finanziellen Hilferuf von einem vermeintlichen Freund aus dem Ukraine- oder Türkei-Urlaub erhält, läuft derzeit Gefahr, einer neuen Betrugsmasche aufzusitzen: Auffällig daran ist, dass die Betrüger vorher einen höheren Aufwand betreiben, indem sie persönliche Beziehungen zwischen zwei Personen ausfindig machen, um sich dann als realer Bekannter oder Freund eines E-Mail-Opfers auszugeben.
Der Inhalt der Nachricht ist fast immer der Gleiche: Tasche am Urlaubsort in der Türkei oder der Ukraine mit Reisepass und Kreditkarte verloren; kein Geld mehr, um Flugticket und Hotelrechnung zu bezahlen: „Ich wollte dich fragen, ob du mir 1.850 Euro leihen kannst“ – mit diesem dramatischen Appell und einer Regie-Anweisung, wie die Geldsumme schnell und zuverlässig an den Betrüger gelangt, endet meist die E-Mail über die persönlichen Notlage an den Empfänger.

„Wer eine solche Mail erhält, sollte keinesfalls den geforderten Geldbetrag überweisen, sondern sich stattdessen umgehend zur Klärung des Sachverhalts an seinen realen Freund oder Bekannten und an die Polizei mit einer Strafanzeige wenden“, rät die Verbraucherzentrale NRW.

Folgende Hinweise helfen, um den Geld-„Phishern“ nicht ins Netz zu gehen: Akribische Vorarbeit nötig:
- Falsche E-Mails mit der betrügerischen Absicht, mit wahllos versendeten Phishing-Mails ans Geld und an die persönlichen Daten von ahnungslosen Usern zu kommen, sind seit Jahren im Umlauf.
Neu ist, dass Betrüger nun persönliche Daten von potenziellen Opfern nutzen und hierzu auch die E-Mail-Verbindungen von Personen untereinander in Erfahrung bringen – etwa über öffentlich sichtbare Freundschaftslisten in sozialen Netzwerken, gemeinsame Mitgliedschaften in einem Sportverein oder über Mitarbeiter-Angaben auf einer Webseite von Firmen.
Mit geringem Aufwand sind solche Daten im Internet leicht zu ermitteln. Die persönlichen Merkmale – wie Name, Geburtsdatum und vermeintliche E-Mail-Adresse sowie die gegenseitige Bekanntschaft – setzen sie ein, um sich mit ihrem Notfall-Appell möglichst glaubhaft an Einen von beiden mit der Identität des Anderen zu wenden.
- Das Kalkül: Angeschriebene sollen dem angeblichen Freund aus der Patsche helfen und das geforderte Geld überweisen. Geldtransfer über Zahlungsdienst gefordert: Damit die genannte vierstellige Summe beim Geld-Abgreifer auf Nimmerwiedersehen ankommt, soll der Betrag bei einer Agentur eines internationalen Zahlungsdienstes, etwa MoneyGram oder Western Union, in bar eingezahlt und die Referenz-Nummer an den betrügerischen Absender durchgegeben werden.

- Richtig reagieren: Wer eine solche Nachricht erhält, sollte ihr keinesfalls vertrauen, sondern zunächst bei der in der Mail genannten Person nachfragen, ob und was sie über das fragwürdige Hilfsgesuch per E-Mail weiß. Ein Indiz kann auch die Absender-E-Mail sein.
Handelt es sich um eine andere Adresse als die bisher bekannte, ist dies ein Zeichen für eine Fake-Mail. Auf eine solche Post sollte zudem nicht mit einer Rückantwort oder Nachfrage reagiert werden, damit der Geld-Kassierer im Hintergrund keine weiteren persönlichen Daten für sein Unwesen im Netz erhält.

. Schnell handeln: Wer dennoch dem dringenden Zahlungsappell aufgesessen ist und den gewünschten Betrag überwiesen hat, sollte sofort handeln. Der Zahlungsdienst sollte angewiesen werden, dass Geld umgehend wieder zurückzubuchen, auch wenn dies ausgeschlossen erscheint. Da es sich bei dieser Phishing-Masche um einen gezielten Betrugsversuch an der eigenen Person handelt, ist eine Anzeige bei der Polizei zur Strafverfolgung sinnvoll.

- Die E-Mail, auf die man hereingefallen ist, besser nicht löschen, sondern den Strafverfolgungsbehörden übermitteln, um diese bei ihren Ermittlungen zu unterstützen.
Wer eine verdächtige E-Mail erhält, kann diese auch per E-Mail an die Verbraucherzentrale NRW unter phishing@verbraucherzentrale.nrw weiterleiten. In ihrem Phishing-Radar auf www.verbraucherzentrale.nrw/phishing informiert die Verbraucherzentrale regelmäßig über neue Varianten von betrügerischen Mails."

"Abzocke per Smartphone!" Mehr Schutz und Hilfe rund um ungewollte Abos

Duisburg, 6. Februar 2020 - Verbraucher werden auf der Handyrechnung vielfach von Kosten über ungewollte Abos – etwa von Klingeltönen oder Spielen – überrascht, weil Mobilfunkanbieter die Beträge für Serviceleistungen von Drittanbietern über die Telefonrechnung ihrer Kunden abbuchen. Seit 1. Februar gelten für Mobilfunkunternehmen beim Abbuchen von Drittanbieterleistungen neue Regeln.
Künftig dürfen Kosten für Abos und Serviceleistungen von Drittfirmen nur noch abgerechnet werden, wenn der Kunde zuvor auf eine von ihrer Mobilfunkfirma bereitgestellte Seite umgeleitet und über den Vorgang (Redirect genannt) informiert wurde oder wenn sich ihr Mobilfunkanbieter verpflichtet, stattdessen mehrere Verbraucherschutzmaßnahmen in einem Kombinationsmodell – unter anderem auch eine Geld-zurück-Garantie – umzusetzen.
„Das Verfahren können Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica oder andere frei wählen. Ziel ist, Handy-Nutzer künftig besser vor Abo-Fallen zu schützen. Dennoch sollten User unliebsamen Firmen weiterhin einen Zutritt zu ihrem Smartphone oder Tablet verwehren“, rät die Verbraucherzentrale NRW.
Sie erklärt, wie der Schutz vor ungewollten Abbuchungen künftig am besten funktioniert: App-Abzocke über ungewollte Abos:
- Apps auf dem Handy mit Wettervorhersagen, Rezepten oder Spielen versorgen Nutzer mit Infos, Service und Unterhaltung. Im Eifer des Anwendens geraten ihre flinken Finger nicht nur auf die bereitgestellten Angebote, sondern auch leicht auf eingeblendete Werbebanner im jeweiligen Anwendungsprogramm. Durch eine unbedachte Berührung wird dann ein im Hintergrund lauerndes Abo aktiviert, das taucht in der monatlichen Abrechnung künftig meist als Posten unbekannter Herkunft auf. Die neuen Regelungen sollen davor schützen.

- Abrechnung nur mit Klick auf Bestell-Button korrekt: Wirksam zustande kommt ein Vertrag jedoch erst dann, wenn Handybesitzer den Abschluss eines kostenpflichtigen Abos ausdrücklich durch den Druck auf einen deutlich erkennbaren Bestell-Button bestätigt haben. Ein solcher Button muss nicht nur optisch sofort ins Auge springen, sondern auch mit dem Hinweis „zahlungspflichtig bestellen“ oder einer anderen eindeutigen Formulierung beschriftet sein.
Ist diese Voraussetzung nicht erfüllt, brauchen Handynutzer die ungewollt aufgedrückten Rechnungsposten nicht zu zahlen. Dieser Hinweis hat in der Vergangenheit aber Handykunden, die bereits über undurchsichtige Abbuchungen klagten, allein nicht weitergeholfen.

- Bewusster Vorgang seit 1. Februar: Das sogenannte Redirect-Verfahren soll ab sofort Handynutzern nun konkret die Gefahr vor Augen führen, wenn sie im Begriff sind, ungewollt ein Abo per Smartphone abzuschließen. Hierzu werden User während des Bezahlvorgangs von der Drittanbieterseite technisch auf eine Bezahlseite ihres jeweiligen Mobilfunkanbieters umgeleitet. Erst auf dieser Seite müssen sie ausdrücklich den Vertragsabschluss eines Abonnements und dessen Abbuchungen bestätigen. D
ie Bundesnetzagentur erlaubt den Mobilfunkunternehmen allerdings auch eine Alternative zum rein technischen Redirect-Verfahren. Hierbei handelt es sich um ein Kombinationsmodell von mehreren Schutzmaßnahmen, in dem übersichtliche Bezahlseiten, Informationsmitteilungen und einfache Sperren zur Anwendung kommen können. In diesem Fall müssen Mobilfunkanbieter dann Kunden zusätzlich auch eine Geld-zurück-Garantie von bis zu 50  Euro geben.

- Ungewollte Abos sofort kündigen: Wer trotz der neuen Regelungen in eine Abo-Falle getappt ist, kann weitere Abbuchungen nur verhindern, wenn der unfreiwillige Abo-Vertrag mit dem dubiosen Drittanbieter so schnell wie möglich gestoppt wird. Betroffene sollten die Rechnung innerhalb von acht Wochen bei ihrem Mobilfunkanbieter und zusätzlich gegenüber dem Drittanbieter per Einwurfeinschreiben beanstanden.

- Vorsorglich Drittanbietersperre einrichten: Sicher von vornherein und auf Dauer können sich Smartphone- und Tablet-Nutzer auch weiterhin nur vor der perfiden Abo-Abzock-Masche schützen, wenn sie ihre Handynummer für die Abbuchung von Diensten fremder Firmen von ihrem Mobilfunkunternehmen sperren lassen (Drittanbietersperre). Infos und Tipps, wie Ratsuchende sich wirkungsvoll vor den perfiden Machenschaften schützen können, gibt’s online unter www.verbraucherzentrale.nrw/drittanbietersperre."

Januar 2020

"Was Wohnungseigentümer wissen müssen."
Nachschlagewerk bietet juristisches Praxiswissen für Laien
Duisburg, 31. Januar 2020 - Wer eine Eigentumswohnung erwirbt, betritt meist gleich auf mehreren Ebenen Neuland – da ist es unerlässlich, seine Rechte und Pflichten zu kennen. Ob Verträge, Gesetze, Verwaltung oder Vereinbarungen, das juristische Feld ist umfangreich und komplex.
Im aktualisierten Ratgeber der Verbraucherzentrale „Lexikon Eigentumswohnung. Praxiswissen von A bis Z“ erklärt Rechtsanwalt Claus Mundorf auch für Laien leicht verständlich sämtliche Regelungen und Gesetze. In alphabetischer Reihenfolge beantwortet er Fragen, die sich die Leserinnen und Leser sonst vielleicht erst stellen würden, wenn es bereits zu spät und ein Konflikt da ist.

Wie oft darf man grillen?
Dürfen Kinderwagen oder Rollstühle im Treppenhaus geparkt werden?
Wie sind die Stimmrechte bei einer Eigentümerversammlung verteilt?
Wer bestimmt die Hausordnung?
Welche Haustiere dürfen gehalten werden?
Dieser Wegweiser durch den abstrakt erscheinenden Paragrafendschungel bietet Antworten und Lösungsvorschläge, sollte es doch einmal zu Konflikten oder Interessenkollisionen in einer Eigentümergemeinschaft kommen. Entscheidend ist, seine Rechte zu kennen – nur dann kann man rechtzeitig die Weichen stellen und Streit bestenfalls bereits im Voraus verhindern.
Der Ratgeber „Lexikon Eigentumswohnung. Praxiswissen von A bis Z“ hat 368 Seiten und kostet 19,90 Euro, als E-Book 15,99 Euro. Bestellmöglichkeiten: Im Online-Shop unter www.ratgeber-verbraucherzentrale.de oder unter 0211 / 38 09-555. Der Ratgeber ist auch in der Beratungsstelle Duisburg, Friedrich-Wilhelm-Str. 30, 47051 Duisburg und im Buchhandel erhältlich."  

Hilfsangebote für pflegende Angehörige
Duisburg, 20. Januar 2020 - Wenn die Kräfte zur selbstständigen Lebensführung nachlassen, werden die meisten pflegebedürftigen Menschen im eigenen Zuhause von Angehörigen versorgt – oft sogar ohne Unterstützung durch einen Pflegedienst. Um mehr über mögliche Hilfen zur Entlastung bei der Pflege zu erfahren, gibt es zahlreiche Beratungs- und Schulungsangebote.

„Betroffene und Interessenten sollten das vielfältige Angebot nutzen, damit sie Pflegesituation gut und mit Entlastungshilfen bewältigen können“, erklärt die Verbraucherzentrale NRW. Die Verbraucherzentrale NRW bietet zur Orientierung einen Überblick über Zugänge zu Pflegehilfen: Pflegeberatung: Wer einen Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung gestellt hat oder die Leistungen schon nutzt, kann eine Pflegeberatung in Anspruch nehmen. Diese wird von der Pflegekasse oder einer unabhängigen Beratungsstelle, zum Beispiel einem Pflegestützpunkt angeboten. Auch ein Hausbesuch in der eigenen Wohnung ist möglich.
Betroffene, pflegende Angehörige und ehrenamtliche Pflegepersonen sollten dieses unterstützende Angebot so früh wie möglich nutzen, um von Anfang an ihre Leistungsansprüche zu kennen und eine gute Versorgung zu organisieren. Die Pflegeberater ermitteln den individuellen Hilfebedarf und beraten umfassend über mögliche Leistungen.
Sie haben auch Entlastungsangebote für pflegende Angehörige im Blick. Kontakt: Pflegeberatung finden Ratsuchende bei ihrer Pflegekasse, diese hat eine Beratung fest im Programm. Darüber hinaus sind Pflegestützpunkte, kommunale Beratungsstellen und Beratungsangebote der kirchlichen Anbieter und Wohlfahrtsverbände auch kompetente Ansprechpartner. In Nordrhein-Westfalen vermittelt der Pflegewegweiser NRW über eine landesweite Datenbank – unter www.pflegewegweiser-nrw.de Beratungs- und Unterstützungsangebote in der Nähe.
Der Pflegewegweiser ist auch über eine Hotline erreichbar unter 0800 4040044, montags bis mittwochs und freitags von 9 bis 12 Uhr, donnerstags von 14 bis 17 Uhr.
- Pflegekurse: Die Pflegekassen sind außerdem verpflichtet, Pflegekurse für Angehörige und ehrenamtliche Pflegepersonen anzubieten. Angehörige und Interessenten erfahren dort in kleinen Gruppen, wie sie mit körperlichen und seelischen Belastungen der Pflege umgehen können. Sie erhalten Informationen rund um die Pflegeversicherung und erwerben fachliches und praktisches Know-how. Es werden auch themenbezogene Pflegekurse angeboten, etwa Pflegekurse für die Pflege von Menschen mit Demenz, Multipler Sklerose oder einem erlittenen Schlaganfall. Die Pflegekurse sind kostenfrei und werden meist in Kooperation mit Wohlfahrtsverbänden oder ambulanten Pflegediensten durchgeführt.
- Pflegende Angehörige können ein passendes Angebot entweder vor Ort oder zu vielen Themen auch online nutzen. Auskunft über die verschiedenen Angebote geben die Pflegekassen.

- Apps: Das Angebot von Anwendungsprogrammen im Internet (Apps) für pflegende Angehörige ist noch recht klein. Es gibt Apps zur digitalen Selbsthilfe, als Informations- und Nachschlagetool und Apps mit Anleitungen zu bestimmten pflegerelevanten Problemen. Nutzer sollten darauf achten, dass das Angebot aus Deutschland stammt, da oft schlecht übersetzte Apps aus anderen Ländern die hierzulande geltenden Gegebenheiten nicht berücksichtigen.
Nutzer sollten darauf achten, dass die heruntergeladenen Anwendungen konkrete Informationen für Pflegesituationen bieten – etwa zu den Leistungen der Pflegeversicherung, zu entlastenden Pflegeangeboten oder Checklisten zum Beispiel für einen Krankenhausaufenthalt.
- Selbsthilfe-App: Die App „in.kontakt“ ist ein Angebot zur Selbsthilfe von „Wir pflegen NRW e. V.“ Die Anwendung ermöglicht pflegenden Angehörigen einen sicheren und geschützten Austausch untereinander und wird gefördert durch das Bundesministerium für Gesundheit und die Techniker Krankenkasse. Weitere Infos zu Pflegeberatungsangeboten im Internet unter www.verbraucherzentrale.nrw/pflegeunterstützung"

Sinnvoll vorsorgen: Aktionstag zu Verfügungen bei Krankheit und Pflege Duisburg, 17. Januar 2020 - Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung - für den Fall, dass persönliche Entscheidungen nötig, aber nicht mehr möglich sind, sollte sich jeder um die passende Vorsorgeverfügung rechtzeitig kümmern. Doch die Beschäftigung mit dem persönlichen Willen bei ernsthafter Krankheit, Pflege und Demenz kosten viele Menschen eine große Überwindung.
Die Verbraucherzentrale in Duisburg möchte den ersten Schritt rund um die richtige Vorsorge mit in Gang setzen: Was die unterschiedlichen Verfügungen jeweils regeln, in welcher Kombination sie sinnvoll sind, worauf man beim Ausfüllen dieser Dokumente achten sollte und wie sie im Ernstfall zur Anwendung kommen, dies beleuchten eine Juristin, ein Experte aus der Betreuungsstelle der Stadt Duisburg und ein Palliativarzt am Mittwoch, 29.01.2020, 17:00 - 19:30 Uhr aus juristischer und medizinischer Sicht. Informieren und Rat holen können sich alle Interessenten, die wissen wollen, wie eine Patientenverfügung und eine Vorsorgevollmacht verfasst werden und gemeinsam am besten wirksam werden können.
Die Teilnahme ist kostenlos. Veranstaltungsort: Konferenz und Beratungszentrum "Der Kleine Prinz" Saal: "Black Box" Schwanenstr. 5-7 47051 Duisburg Aufgrund der begrenzten Sitzplätze ist eine namentliche Anmeldung unter Nennung der Personenzahl und einer Rückrufnummer bis zum 28.01.2020 zwingend erforderlich: persönlich Friedrich-Wilhelmstraße 30, 47051 Duisburg und telefonisch: 0203/488011-03 zu unseren Öffnungszeiten: Montag und Freitag 9:00 - 15:00 Uhr Dientstag und Donnerstag 9:30 - 13:00 und 14:00 - 18:00 Uhr oder Online: www.verbraucherzentrale.nrw/beratungsstellen/duisburg  

Fragen und Antworten für Verbraucher  
Statt teurer Gerichtskosten: So funktionieren Schlichtungsstellen  
Berlin/Duisburg, 10. Januar 2020 - Mangelhafte Ware, Ärger mit dem Handwerker oder dem Mobilfunkanbieter? Wenn sich keine Einigung mit Unternehmen abzeichnet, haben Verbraucher die Möglichkeit, sich an sogenannte Verbraucherschlichtungsstellen zu wenden. Diese sind leicht zugänglich, kostengünstig und ersparen häufig den Gang zum Gericht. Was Sie wissen sollten.  
Was sind Verbraucherschlichtungsstellen?
Die neue Waschmaschine wird beschädigt geliefert und der Online-Händler sorgt nicht für Ersatz. Der Handwerker leistet schlechte Arbeit oder es gibt Streit mit der Versicherung. In Fällen wie diesen können sich Verbraucherinnen und Verbraucher an Verbraucherschlichtungsstellen wenden. Die Idee dahinter: eine schnelle und kostengünstige Einigung außerhalb des Gerichts. Seit April 2016 gilt das Verbraucherstreitbeilegungsgesetz (VSBG).
Es stellt sicher, dass sowohl für Verbraucherinnen und Verbraucher als auch für Unternehmen bei Streitigkeiten aus allen Verbraucherverträgen außergerichtliche Streitschlichtungsmöglichkeiten bestehen. Welche Verbraucherschlichtungsstellen gibt es?
Das Bundesamt für Justiz und Verbraucherschutz führt 27 Verbraucherschlichtungsstellen. Dabei wird fast die gesamte Palette des Verbraucherlebens abgedeckt. Beispielsweise die Bereiche Energie, Banken, Versicherungen, Telekommunikation, Rechtsanwälte, öffentlicher Personenverkehr und der Online-Handel. Ergänzt wird das Angebot durch die Universalschlichtungsstelle des Bundes in Kehl.

Seit dem 1. Januar 2020 ist die Allgemeine Verbraucherschlichtungsstelle in Kehl die "Universalschlichtungsstelle des Bundes". Diese ist eine vom Bundesamt für Justiz und Verbraucherschutz (BMJV) anerkannte unabhängige Schlichtungsstelle. An sie können sich Betroffene bei Streitigkeiten wenden, wenn es für ihr Anliegen keine branchenspezifische Schlichtungsstelle gibt.
Dies kann zum Beispiel bei Kaufverträgen von Waren wie Kleidung, Möbel und Elektroartikel oder auch bei Dienstleistungen im Freizeitbereich wie etwa dem Erwerb von Veranstaltungstickets der Fall sein. Voraussetzung: Das betroffene Unternehmen muss in Deutschland niedergelassen sein.

Wie funktioniert ein Schlichtungsverfahren?
Bevor es zu einem Schlichtungsverfahren kommt, müssen Verbraucherinnen und Verbraucher zunächst selbst auf das Unternehmen zugehen und versuchen, zu einer Lösung zu kommen. Gelingt es den Betroffenen nicht, sich mit dem Unternehmen zu einigen oder ist der Lösungsvorschlag wenig zufriedenstellend, wird der Schlichter aktiv. Verbraucher können bei der jeweiligen Schlichtungsstelle einen Antrag online, per Post oder per E-Mail einreichen.
Der Schlichter kontaktiert dann das Unternehmen und fragt zunächst nach, ob es zur Teilnahme an einer Schlichtung bereit ist. Trifft dies zu, unterbreitet der Schlichter einen konkreten Schlichtungsvorschlag. Dieser erfolgt neutral und unabhängig. Der Vorschlag kann nun von beiden Seiten akzeptiert werden. Sollte dieser jedoch hinter den Erwartungen des Verbrauchers zurückbleiben, kann der Verbraucher noch immer den Gerichtsweg wählen.
Wichtig: Die Verjährung ist für die Dauer des Schlichtungsverfahrens gehemmt.

Der Schlichter kann aber auch als Mediator auftreten. Das heißt, dieser präsentiert dann keinen konkreten Vorschlag, sondern führt lediglich durch das Verfahren. Unternehmen und Betroffene einigen sich dann selbst auf eine einvernehmliche Lösung. Welche Vorteile bieten Verbraucherschlichtungsstellen? Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist das Verfahren in der Regel kostenfrei. Missbräuchliche Anträge können jedoch Geld kosten.
Innerhalb der gesetzlichen Frist von 90 Tagen bekommen Verbraucherinnen und Verbraucher in der Regel eine Antwort. Verbraucherschlichtungsstellen unterliegen der Neutralität und Unabhängigkeit. Beide Parteien können selbst entscheiden, ob sie sich an der Schlichtung beteiligen und ob sie den ausgearbeiteten Schlichtungsvorschlag annehmen.

Nimmt jedes Unternehmen an einer Schlichtung teil?
Ob ein Unternehmen am Verfahren teilnimmt, können Verbraucherinnen und Verbraucher oft schon vor Vertragsabschluss den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) entnehmen. Auf den Internetauftritten tausender Unternehmen findet man zum Beispiel den Hinweis, dass diese im Streitfall bereit sind, an Streitschlichtungsverfahren teilzunehmen.

Für Streitigkeiten von Verbrauchern mit einem Unternehmen innerhalb der EU hat die Europäische Kommission eine Online-Streitbeilegungsplattform eingerichtet. Verbraucher können hier ihre Beschwerde einreichen, das Unternehmen wird anschließend per E-Mail benachrichtigt. Bei grenzüberschreitenden Streitigkeiten bietet zudem die nationale Kontaktstelle – das Europäische Verbraucherzentrum – Rat und Hilfe an.  


Als Rentner kein Geld verschenken
Ratgeber mit Tipps für die Steuererklärung
Duisburg, 9. Januar 2020 - Viele Ruheständler verschenken Jahr für Jahr Geld ans Finanzamt, das sie sich zurückholen könnten. Der Ratgeber „Steuererklärung für Rentner und Pensionäre 2019/2020“ der Verbraucherzentrale informiert über die wichtigsten Spartipps – von typischen Werbungskosten wie Beiträgen zur Gewerkschaft oder Reiseaufwendungen über Gesundheits- und Pflegekosten bis hin zur Anmeldung der Haushaltshilfe.
Die Neuauflage 2020 des Ratgebers enthält zudem viele Beispiele, aktuelle Steuerformulare und Ausfüllhilfen. Das Buch erläutert Grundbegriffe des Einkommensteuerrechts und hilft Rentnerinnen und Rentnern dabei, Freibeträge sowie das zu versteuernde Einkommen zu berechnen. Denn häufig existieren neben dem Ruhegehalt noch weitere Einkünfte zum Beispiel aus Vermietung oder Zinserträgen.
Einige Einnahmen bleiben steuerfrei. Dazu zählen neben eher seltenen Fällen wie dem Ehrensold für bedürftige Künstler nicht nur Selbstverständlichkeiten wie Trinkgelder. Für Rentner interessant sein können zum Beispiel auch Regelungen für Unfallrenten sowie Übungsleiter-, Betreuungs- und Ehrenamtspauschalen. Der Ratgeber „Steuererklärung für Rentner und Pensionäre 2019/2020“ hat 224 Seiten und kostet 14,90 Euro, als E-Book 11,99 Euro.

Bestellmöglichkeiten: Im Online-Shop unter www.ratgeber-verbraucherzentrale.de oder unter 0211 / 38 09-555.
Der Ratgeber ist auch in der Beratungsstelle Duisburg, Friedrich-Wilhelm-Str. 30, 47051 Duisburg und im Buchhandel erhältlich.

"App gegen Flugärger": Kostenlose Hilfe für Passagiere
Flug verspätet, gestrichen oder Anschlussflieger verpasst: Passagiere müssen solchen Flugärger nicht widerstandslos hinnehmen. In vielen von solchen Fällen können Passagiere auf eine Entschädigung pochen. Die Verbraucherzentrale NRW hat mit Mitteln des NRW-Verbraucherschutzministeriums eine kostenlose App zum Check von Ansprüchen entwickelt.
„Die Anwendung für Smartphones hilft Flugreisenden mit wenigen Klicks, Entschädigungsleistungen auf Basis der EU-Fahrgastrechteverordnung zu ermitteln und bei den zuständigen Airlines geltend zu machen“, erklärt die Verbraucherzentrale NRW. Nachfolgend wird aufgezeigt, wie die App funktioniert:
- Rechte von Flugkunden:
Muss eine Fluggesellschaft für gravierende Versäumnisse geradestehen, ist sie verpflichtet zu zahlen. Die EU-Fluggastrechte-Verordnung sichert Kunden zwischen 250 und 600 Euro an Ausgleichszahlung bei Verspätungen von mehr als drei Stunden und bei Annullierungen von Flügen zu – unabhängig vom Ticketpreis.
Dazu gibt’s auch eine Entschädigung für durch die Verzögerungen notwendige, aber von der Fluggesellschaft verweigerte Verpflegung am Flughafen oder Übernachtung im Hotelzimmer. Die Höhe der Ausgleichszahlung richtet sich nach der Streckenlänge und den Umständen von Verspätung und Ausfällen. Außerdem muss der Flug von einem EU-Airport abheben oder in einem Land der Europäischen Union landen und außerdem von einer Fluggesellschaft mit Sitz in der EU durchgeführt werden.
In Fällen von höherer Gewalt – etwa. bei Unterwettern, Vulkanausbrüchen oder Fluglotsenstreiks – gehen Passagiere jedoch leer aus. App-Service: Mit Hilfe der Flugärger-App der Verbraucherzentrale NRW sind Passagiere nun in der Lage, ihre Ansprüche auf Basis der EU-Fluggastrechte-Verordnung bequem und kostenlos zu berechnen und sofort auf dem Postweg oder per E-Mail bei der Airline einzufordern.
Die in der App hinterlegten Datenbanken ermöglichen Flugkunden einen Zugriff auf nahezu sämtliche weltweiten Flugverbindungen mit Flugnummern, Start- und Landedaten seit 1. Mai 2019.
- Einfache Navigation: Betroffene Passagiere, die sich nach einem Flugärger die gleichnamige App aus dem Store für Android- oder IOS-Handys auf ihr Handy laden, werden bei der Bedienung der Applikation intuitiv an die Hand genommen, um eigenständig anhand ihrer Dateneingabe ihre Ansprüche auf Entschädigung Schritt für Schritt zu prüfen.
- Die Flugärger-App gleicht die Kundeneingaben mit den im Hintergrund vorhandenen Flugdaten ab, um die Entschädigungsansprüche von Flugreisenden zu berechnen. Bei einem weiteren Klick erzeugt die App ein Anschreiben mit den ermittelten Ansprüchen. Das Schreiben wird, adressiert an die richtige Airline, im eigenen Mailprogramm geöffnet und per Klick versandt. Alternativ kann es ausgedruckt und auf dem Postweg versandt werden. Weitere Erläuterungen und Links rund um die komplexe Materie der Fluggastrechte runden den Service der Flugärger-App ab.
- Nächster Klick bei Ablehnung: Falls die Airline Ansprüche zurückweist, können sich Betroffene hilfesuchend an die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) oder an die Schlichtungsstelle Luftverkehr beim Bundesamt für Justiz wenden. Mit Hilfe eines Fristenweckers und einer Historien-Ansicht kann auch die fortgesetzte Klärung von Ansprüchen in der Flugärger-App komfortabel organisiert werden.
Die App gibt’s als kostenlosen Download im Internet für IOS und Android unter www.verbraucherzentrale.nrw/flugaerger-app. Rechtliche Infos und Hinweise zur persönlichen Beratung rund um Ärger mit den Airlines gibt’s unter www.verbraucherzentrale.nrw/flugaerger."



Gas oder Strom wird teurer? Anbieterwechsel prüfen!
Tipps für die Suche nach dem passenden Tarif

Duisburg, 7. Januar 2020 - Viele Stromanbieter werden zum Jahreswechsel steigende Umlagen und Netzentgelte zum Anlass nehmen, ihre Preise zu erhöhen. Auch beim Gas kann es zu Verteuerungen kommen. Die Verbraucherzentrale NRW rät deshalb, gerade jetzt alle Schreiben von Energieanbietern sorgfältig zu lesen.
„Informationen zu Preiserhöhungen sind nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen, sondern manchmal geradezu versteckt“, berichtet Paulina Wleklinski, Leiterin der Beratungsstelle Duisburg der Verbraucherzentrale NRW. „Transparente Informationen zu Preiserhöhungen sind zwar vorgeschrieben – daran halten sich aber leider nicht alle Anbieter.“
Steigt der Preis, sollten Verbraucher einen Anbieterwechsel prüfen. „Bei jeder Preiserhöhung haben Kunden ein Sonderkündigungsrecht bis zum Tag, an dem die Erhöhung in Kraft tritt. Und wer in der Grundversorgung ist, kann sowieso immer mit einer Frist von zwei Wochen kündigen“, erklärt Wleklinski. Sie plädiert dafür, die Chancen zu nutzen, denn: „Mit einem Stromtarifwechsel können viele Haushalte über hundert Euro pro Jahr sparen. Bei Gas ist es in der Regel noch deutlich mehr.“
Worauf beim Umstieg zu achten ist, hat sie zusammengetragen: Vergleichsportale nutzen: Der Weg zum neuen Strom- oder Gasvertrag führt in aller Regel über ein Online-Tarifportal. Hier gibt es einen guten Überblick über das Angebot. Wichtig dabei: Nicht ungeprüft die Voreinstellungen übernehmen, sondern die Filter an die eigenen Wünsche anpassen.
So sollten zum Beispiel nicht nur Anbieter angezeigt werden, zu denen ein Wechsel direkt über das Portal möglich ist. Sonst ist die Auswahl unnötig klein. Nicht von Boni blenden lassen: Empfehlenswert ist zum Beispiel, versprochene Bonuszahlungen nicht sofort in den Vergleich einzubeziehen. Denn diese mindern die Kosten nur im ersten Vertragsjahr – danach sind Bonustarife teilweise sehr teuer. Außerdem zahlen nicht alle Anbieter versprochene Boni auch zuverlässig aus.
- Flexibel bleiben: Wer kurze Laufzeiten und Kündigungsfristen wählt, kann regelmäßig prüfen, ob sich ein besserer Tarif findet. Energieverträge sollten deshalb zunächst maximal ein Jahr laufen und sich dann höchstens um einen Monat automatisch verlängern. Die Kündigungsfrist sollte nicht länger als vier Wochen sein.
- Garantiert günstig? Preisgarantien sollen vor steigenden Preisen schützen. Sie sind aber häufig eingeschränkt.
Einen Schutz vor steigenden Preisen bieten sie nur, wenn die wichtigsten Preisbestandteile abgedeckt sind. Bei Gas sollten mindestens die Beschaffungskosten und die Netzentgelte von der Garantie abgedeckt sein, beim Strom auch alle gesetzlich vorgeschriebenen Umlagen.
- Ökotarife nicht überschätzen: Öko-Tarife bedeuten leider keine zuverlässige Investition in mehr Klimaschutz. Die beiden Labels „ok-power“ und „Grüner Strom“ geben zwar beim Strom Orientierung, beim Gas aber gibt es keine derart zuverlässigen Hilfen.
Der sicherste Weg zum klimaschonenden Energieverbrauch ist deshalb das Energiesparen. Ein paar zusätzliche Euro sind also besser in programmierbare Thermostate oder effiziente Haushaltsgeräte investiert, als in den Aufpreis für einen Öko-Tarif. www.verbraucherzentrale.nrw/energievertraege

 

Dezember 2019

Silvesterknaller: Zündende Tipps für schadloses Böllern
Duisburg, 27. Dezember 2019 - In diesem Jahr ist der Verkauf von Knallern & Co. offiziell vom 28. bis 31. Dezember 2019 erlaubt. Wer sich fahrlässig verhält oder gegen bestehende Gesetze und Verordnungen verstößt, muss in der Regel für den Schaden haften.
„Deshalb ist es ratsam, nur zugelassene Feuerwerkskörper zu zünden und sich beim Silvesterspaß strikt an die Bedienungsanleitung zu halten. Zudem dürfen pyrotechnische Gegenstände nicht in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern sowie Kinder- und Altersheimen abgebrannt werden. Das gilt auch für reetgedeckte und Fachwerk-Häuser“, diese und andere zündende Tipps hat die Verbraucherzentrale NRW für Feuerwerk-Fans zum Jahreswechsel.

- Nur zugelassene Ware kaufen:
Die explosiven Stoffe in Feuerwerkskörpern können bei unsachgemäßer Handhabung nach dem Zünden gefährliche Verletzungen verursachen. Deshalb müssen sie von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) oder einer vergleichbaren europäischen Behörde zugelassen werden.
Diese Zulassung bedeutet nicht, dass die Feuerwerkskörper ungefährlich sind, sondern dass mit Krachern und Raketen bei sachgerechter Verwendung sicher hantiert werden kann. Geprüftes Feuerwerk ist zu erkennen an der Registriernummer, dem CE-Zeichen und an der Kennnummer der Stelle, die beim jeweiligen Hersteller über die Qualitätssicherung wacht. Die ersten vier Ziffern der Kennzeichnung geben die Stelle an, die geprüft hat.
"0589" etwa steht für die BAM; die spanische Prüfstelle LOM hat "0163". Die Registriernummer "0589 - F2 -1234" bedeutet als Beispiel, dass die BAM geprüft hat, das Feuerwerk für Personen ab 18 Jahren erlaubt ist (F2) und die fortlaufende Nummer "1234" trägt.

- Produkte ohne Prüfnummer meiden:
Kleinstfeuerwerk der Klasse F1 ist weniger gefährlich und darf deshalb das ganze Jahr über an Personen ab zwölf Jahren verkauft werden. Dagegen dürfen Raketen und Böller mit der Bezeichnung F2 nur zu Silvester an Personen über 18 Jahre abgegeben und in der Nacht zu Neujahr im Freien abgebrannt werden. Für Feuerwerkskörper ohne amtliche Prüfnummer gilt: Finger weg! Diese Waren entsprechen meist nicht dem Sicherheitsstandard.
Bei diesen Produkten fehlen sowohl Zulassungsnummer als auch Verwendungshinweise in deutscher Sprache. Zudem lässt ihre Qualität meist zu wünschen übrig: Fehlzündungen drohen, oder diese Feuerwerkskörper explodieren wegen ihrer oft erheblich höheren Sprengkraft heftiger als erwartet.

- Warnung vor illegaler Ware aus dem Ausland:
Feuerwerkskörper ohne amtlichen Segen werden häufig auf Trödelmärkten angeboten, finden sich bisweilen aber auch in Geschäften. Produkte ohne Prüfnummer stammen aus Osteuropa, Dänemark oder den Niederlanden. Einfuhr und Verkauf dieser illegalen Waren sind nach Paragraf 5 des Sprengstoffgesetzes verboten. Wer Knaller ohne Zulassung zündet, verhält sich ordnungswidrig und kann für mögliche Personen- und Sachschäden haftbar gemacht werden.

- Bedienungsanleitung unbedingt befolgen:
Die Haftung kann allerdings auch den treffen, der erlaubte Feuerwerkskörper in den Himmel jagt. Deshalb sollte die Gebrauchsanweisung genau beachtet werden. Zur Sicherheit ist beim Abfackeln ein Eimer Wasser oder einen Feuerlöscher bereitzuhalten. Auf keinen Fall sollte an den Knallern vor dem Abbrennen herumgebastelt werden.
Blindgänger dürfen nicht ein zweites Mal gezündet, sondern sollten mit Wasser übergossen und anschließend in der grauen Restmülltonne entsorgt werden. Raketen beim Zünden nie in der Hand halten! Kinder sind unbedingt von Feuerwerkskörpern fernzuhalten!

- Bei Unfällen Versicherung einschalten:
Führt unsachgemäßer Umgang mit Krachern und Raketen zu dauerhaften gesundheitlichen Blessuren, zahlt die private Unfallversicherung. Für Verletzungen anderer Personen kommt hingegen die Privathaftpflicht des Böllerfreundes auf. Fängt das eigene Haus Feuer, springt in aller Regel die Wohngebäudeversicherung ein. Brandschäden an der Inneneinrichtung trägt die Hausratversicherung. Wird ein Auto durch Brand oder Explosion einer Rakete beschädigt, übernimmt die Teilkaskoversicherung des Halters den Schaden.
Verursachen glimmende Böller allerdings nur Seng- und Schmorschäden, zahlt die Versicherung nicht. Falls der Wagen mutwillig ramponiert wird – zum Beispiel weil Kracher auf dem Dach gezündet wurden – kommt nur die Vollkaskoversicherung für Schäden auf. Sie erstattet abzüglich der Selbstbeteiligung, sofern diese vertraglich vereinbart wurde.

- Besondere Haftung bei Kindern berücksichtigen:
Kinder unter sieben Jahren haften nicht für Schäden, die sie angerichtet haben. Was viele Eltern jedoch nicht wissen: Nur wenn sie beim Zündeln und Hantieren mit Feuerwerkskörpern ihre Aufsichtspflicht verletzt haben, gleicht die (Familien-)Haftpflichtversicherung etwaige Schäden anderer Personen aus."

Drohne - Weihnachtsgeschenk zum Abheben
Coburg/Duisburg, den 11. Dezember 2019 - Drohnen führen schon seit Jahren die Hitliste der Weihnachtsgeschenke an Vorbei die Zeiten von Puppe und Co: Heute liegen eher elektronische Geschenke unter dem Weihnachtsbaum. Besonders beliebt bei Jung und Alt sind ferngesteuerte Drohnen. Doch reines Spiel-zeug sind sie nicht. Deshalb stutzen rechtliche Vorgaben den Drohnen auch die Flügel: Nicht überall, wo man fliegen kann, darf man und ohne Versicherung muss man sogar ganz auf dem Boden bleiben.
Wer haftet für Schäden
Egal, ob die Drohnen gewerblich oder privat als Freizeitvergnügen genutzt werden: Im Schadenfall ist laut der HUK-COBURG immer der Eigentümer bzw. der Halter in der Uhr. Das gilt auch, wenn er seine Drohne verleiht. Und ein Unfall ist auch im Privatbereich schnell passiert: Oft werden Drohnen von einer Windböe erfasst, stürzen ab und beschädigen ein parkendes Auto. Für die Schäden am Auto muss der Drohnenhalter geradestehen.
Aus diesem Grund bieten private Haftpflichtversicherungen seit einiger Zeit Versicherungsschutz für Drohnen. Wichtig für den Versicherungsschutz ist das Gewicht: Privatgenutzte Drohnen bis zu 250 Gramm sind in der privaten Haftpflichtversicherung meist kostenfrei mitversichert, während die schweren Ausführungen eigens miteingeschlossen werden müssen. Ein Gespräch mit dem Versicherer macht also Sinn. Das gilt auch für Kunden mit länger laufenden Policen.
Gewerbliche Nutzer brauchen ohnehin eine eigene Drohnenversicherung. Doch egal, ob privat oder gewerblich genutzt, die Haftungsfrage hängt bei Drohnen nicht vom Verschulden ab. Der Gesetzgeber geht bei unbemannten Flugobjekten von einer Gefährdungshaftung aus. Das heißt, der Halter haftet mit oder - wie im Beispiel beschrieben - ohne Verschulden.

Überfliegen verboten
Der Neugierde von Drohnen im öffentlichen Raum sind Grenzen gesetzt: Tabu sind z. B. Naturschutzgebiete, Einsatzorte von Polizei und Feuerwehr oder Flächen in der Nähe von Flughäfen. Auch ist die Flughöhe limitiert: Maximal 100 Meter sind erlaubt. Und in Wohngebieten dürfen sich die unbemannten Flugobjekte nur in einem klar umrissenen Umfeld bewegen: Der Blick in Nachbars Garten ist verboten. Lediglich das eigene Grundstück darf in Augenschein genommen wer-den. Drohnen mit mehr als 250 Gramm müssen in Wohngebieten auf der Erde bleiben.
Gleiches gilt, wenn die unbemannten Flugobjekte optische und akustische Signale empfangen können. Wer die kleinen Ufos außerhalb seines Sichtbereichs steuern will, muss sich für leichte Modelle bis zu 250 Gramm entscheiden und eine Videobrille tragen. Außerdem dürfen sie nicht grenzenlos aufsteigen, bei 30 Metern ist Schluss.
– Vergessen lässt sich das Thema Flughöhe nur auf speziellen Modellflugplätzen und mit einer Ausnahmegenehmigung der Landesluftfahrtbehörden.

Drohnen haben mittlerweile einen festen Platz im Sack des Weihnachtsmanns. Gut zu wissen, er bei Unfällen haftet und wo und wie die kleinen Flugobjekte fliegen dürfen. Foto: HUK-COBURG

Wenn das Geschenk kein Volltreffer war
Umtausch und Reklamation unerwünschter Gaben
Die begehrte Smart-Watch versagt von vornherein ihre multimedialen Dienste, der kabellose Bluetooth-Kopfhörer wird gleich doppelt ausgepackt, SOS-Päckchen mit Schlips, Oberhemd und Socken erfreuen manches Männerherz nur scheinbar.

„Was ausgepackt auf dem Gabentisch nicht gefällt, kann nicht immer umgetauscht werden. Vielfach kommt es darauf an, ob der Verkäufer im Laden gnädig gestimmt ist“, erklärt die Verbraucherzentrale NRW. Rund um Reklamation und Umtausch unliebsamer Gaben nach dem Weihnachtsfest hat die Verbraucherzentrale NRW folgende Tipps:
- Umtausch: Trifft das Geschenk partout nicht den Geschmack oder lag es gleich zweimal unter dem Weihnachtsbaum, haben Käufer keineswegs automatisch ein Recht, das Präsent umzutauschen. Vielmehr sind sie auf die Kulanz des Händlers angewiesen.
Wer sich nicht schon beim Kauf schriftlich hat zusichern lassen, dass das Geschenk umgetauscht werden kann, der hat schlechte Karten, wenn der Händler die Ware nicht zurücknehmen will, bloß weil sie nicht gefällt. Reklamation: Wenn die gekaufte Ware nicht in Ordnung ist, also die Spielekonsole streikt oder der Reißverschluss an der Ski-Jacke klemmt, haben Käufer klare Rechte gegenüber dem Verkäufer. Denn beim Kauf besteht zwei Jahre lang die Möglichkeit, Ansprüche wegen eines Mangels beim Händler geltend zu machen.

- Rechte des Händlers: Bevor der Kunde jedoch den Kaufpreis der fehlerhaften Ware zurückerhält oder mindern kann, muss er dem Händler die Möglichkeit geben, zu reparieren oder mangelfreien Ersatz zu liefern.
- Vorteile für Kunden: Kommt es wegen des Mangels zum Streit, muss der Händler innerhalb der ersten sechs Monate nach dem Kauf nachweisen, dass die Ware einwandfrei war, als sie über die Ladentheke ging.
- Auch das ist Musik für Kundenohren: Bei schlecht verständlichen oder fehlerhaften Montage- oder Bedienungsanleitungen haftet der Verkäufer!
- Gutschein: Wer mit einem Gutschein beschenkt wurde, muss darauf achten, wann die Einlösefrist endet. Wenn nichts anderes vereinbart wurde, gilt die gesetzliche Verjährungsfrist von drei Jahren.
- Kauf im Internet: Wurde das Präsent im Internet gekauft, ist die Rückgabe einfacher. Fast jeder im Internet geschlossene Vertrag kann innerhalb von 14 Tagen widerrufen werden. Widerrufen und die Ware zurückschicken kann man auch, wenn einem der Artikel nicht gefällt. Wichtig ist aber, dass die Widerrufsfrist an den Weihnachtsfeiertagen noch nicht abgelaufen ist."

Gesündere Weihnachtsplätzchen: Weniger Zucker
Ratgeber hilft mit Infos und Rezepten
Duisburg, 6. Dezember 2019 - Wie wäre es dieses Jahr mit Hefeschnecken statt Spritzgebäck oder Dinkel-Nuss-Hörnchen statt Zimtsternen? Es gibt viele zuckerarme Backrezepte oder alternative Ersatzstoffe, die es ermöglichen, die Vorweihnachtszeit gesünder zu gestalten.

Der Ratgeber der Verbraucherzentrale „Achtung, Zucker!“ bietet ausführliche Informationen und praktische Tipps, um mit weniger von der süßen Substanz durch den Tag zu kommen – und das nicht nur zum Fest der Liebe. Das Buch stellt die verschiedenen Zuckerarten vor, erklärt, wie gesundheitsschädlich sie wirklich sind und welche Höchstmengen nicht überschritten werden sollten. Außerdem deckt es Fallen im Supermarkt auf und stellt mögliche Alternativen vor. Dazu gehören zum Beispiel Trockenfrüchte, Honig oder Apfelmus.

Im praktischen Teil bietet der Ratgeber mehr als 50 zuckerarme Rezepte zum Backen und Kochen. Ob die Lieblingsplätzchen noch süß genug schmecken, hängt von den übrigen Zutaten, deren Qualität und auch dem persönlichen Geschmack ab. Bleibt bis Weihnachten also noch genug Zeit, um herauszufinden, wie sich die Zuckermengen geschmackvoll reduzieren lassen, und mit den neuen Rezepten zu experimentieren.
Der Ratgeber „Achtung, Zucker! Die schlimmsten Zuckerfallen und die besten Alternativen“ hat 192 Seiten und kostet 14,90 Euro, als E-Book 11,99 Euro. Bestellmöglichkeiten: Im Online-Shop unter www.ratgeber-verbraucherzentrale.de oder unter 0211 / 38 09-555. Der Ratgeber ist auch in der Beratungsstelle Duisburg, Friedrich-Wilhelm-Str. 30, 47051 Duisburg und im Buchhandel erhältlich.

Alles, was den Haushalt leichter macht
Tipps und Tricks für die Festtage und den Alltag

Die Gastgeber gehören an den Tisch, nicht an den Herd. Das gilt beim Weihnachtsessen ebenso wie zu allen anderen Anlässen. Doch ein besonderes Menü für viele Gäste schütteln nur die wenigsten einfach aus dem Ärmel. Gerade an den Festtagen ist deshalb gute Vorbereitung besonders wichtig.

Der Ratgeber der Verbraucherzentrale „Haushalt im Griff“ gibt Tipps, wie man etwa Portionsgrößen richtig berechnet, wann man mit den ersten Arbeiten anfangen sollte und wie viel Pufferzeit zwischen Ankunft der Gäste und dem Essen angemessen ist. Auch zu vielen alltäglichen Aufgaben rund ums Putzen und Kochen bietet das Buch Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Checklisten sowie Profitipps von Bloggern und Experten.
Wie kriege ich den Kalk vom Duschkopf? Was hilft gegen den Fettfilm im Backofen? Wie halte ich Kleidermotten fern? Mit Fragen wie diesen sehen sich die meisten irgendwann konfrontiert, denn vor dem Haushalt kann sich kaum jemand drücken. Die Leserinnen und Leser erfahren, wie sie sich selbst die Arbeit erleichtern und diese zugleich umweltverträglicher gestalten können. Dazu gehören auch Tipps, wie man die Wohnung in kürzester Zeit vorzeigbar macht. So bleibt etwa zwischen Heiligabend und Neujahr neben dem Kochen auch das Putzen ganz entspannt im Griff.

Der Ratgeber „Haushalt im Griff. Einfach, schnell und nachhaltig“ hat 200 Seiten und kostet 16,90 Euro. Bestellmöglichkeiten: Im Online-Shop unter www.ratgeber-verbraucherzentrale.de oder unter 0211 / 38 09-555. Der Ratgeber ist auch in der Beratungsstelle Duisburg, Friedrich-Wilhelm-Str. 30, 47051 Duisburg und im Buchhandel erhältlich.