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Februar 2017

Die digitalen Stromzähler kommen: Austausch und teils Vernetzung der Geräte vorgeschrieben
Duisburg, 9. Februar 2017 -
In so manchen Zählerschrank könnte in den kommenden Monaten Bewegung kommen: Bis 2032 sollen flächendeckend digitale Stromzähler in Betrieb sein, im Fachjargon „moderne Messeinrichtungen“ genannt.
Deshalb schreibt der Gesetzgeber den schrittweisen Austausch der analogen Zähler vor. Und für einige Haushalte mit sehr hohem Stromverbrauch oder größerer Solaranlage geht die Umstellung noch weiter: Sie erhalten zusätzlich zum digitalen Zähler ein sogenanntes Gateway – das ist eine Kommunikationseinheit, die Daten versenden und empfangen kann. Damit haben sie dann ein „intelligentes Messsystem“, auch bekannt als Smart Meter.
„Der Smart Meter wird künftig nach und nach zum Standard für immer größere Verbrauchergruppen. Das birgt sowohl Chancen als auch Risiken“, erklärt Marina Steiner, Leiterin der Verbraucherzentrale in Duisburg. Die wichtigsten Informationen rund um digitale Zähler und Smart Meter hat die Verbraucherzentrale NRW zusammengestellt:
- Digitale Stromzähler sind allein noch keine Smart Meter. Erst kombiniert mit sogenannten Gateways, die die Datenübertragung ermöglichen, ergeben sich intelligente Messsysteme. Digitale Zähler allein versenden also keine Daten, können diese aber speichern und Haushalten so theoretisch helfen, ihren Verbrauch zu steuern. Moderne Messeinrichtungen speichern Tages-, Wochen-, Monats- und Jahreswerte für 24 Monate.
- Veranlasst wird die Installation von Messeinrichtungen und -systemen durch den Messstellenbetreiber. Dabei handelt es sich nicht um den Stromanbieter, mit dem der Stromliefervertrag besteht, sondern um ein weiteres Unternehmen, in der Regel den örtlichen Netzbetreiber. Drei Monate vor dem geplanten Einbau müssen betroffene Verbraucher informiert werden.
Widersprechen können diese der Installation nicht. Sie können aber prüfen, ob der theoretisch mögliche Wechsel zu einem anderen Messstellenbetreiber ihnen günstigere Konditionen bringt.
- Den Einbau von Smart Metern dulden müssen derzeit Haushalte, die im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre jährlich mehr als 10.000 Kilowattstunden Strom verbraucht haben, ab 2020 sinkt diese Grenze auf 6.000 kWh. Auch für Betreiber von Solaranlagen oder
Blockheizkraftwerken ab sieben Kilowatt elektrischer Leistung besteht bereits Einbaupflicht.
Über den Zählereinbau bei kleineren Anlagen oder geringeren Verbräuchen, entscheidet der Messstellenbetreiber ab 2018 beziehungsweise 2020 selbst. Theoretisch kann jeder Haushalt betroffen sein. Eine Übersicht dazu gibt es unter www.verbraucherzentrale.nrw/smart-meter.
- Für die jährlichen Kosten gelten gesetzliche Obergrenzen, die vom Stromverbrauch oder der stromerzeugenden Anlage abhängen. Ein Vier-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.600 kWh kann zum Beispiel für einen Smart Meter mit bis zu 40 Euro zur Kasse gebeten werden. Ein digitaler Zähler allein darf unabhängig vom Verbrauch bis zu 20 Euro kosten.
Zum Vergleich: Derzeit liegen die jährlichen Zählerkosten in NRW bei durchschnittlich rund 13 Euro. Ebenfalls von den Verbrauchern bezahlt werden müssen gegebenenfalls notwendige Umbauten am Zählerschrank.  Die Stromverbrauchswerte, die intelligente Messsysteme erheben können, lassen theoretisch Rückschlüsse auf Alltag, Gewohnheiten und Lebensstandard der Bewohner zu und dürfen nicht in falsche Hände geraten.
Deshalb stellt das Gesetz hohe Anforderungen an die Datensicherheit. Der gesetzlich ab 2017 vorgesehene Smart-MeterEinbau verzögert sich derzeit, da das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) noch keine drei Systeme als datensicher zugelassen hat – das aber ist Voraussetzung für den Start.
- Nicht alle Daten fließen automatisch über die Leitungen: Von Haushalten mit einem Jahresverbrauch unter 10.000 kWh erhalten Versorger und Netzbetreiber im Regelfall nur den Jahreswert als Summe. Liegt der Verbrauch aber höher oder wird Strom erzeugt, erhalten sie von intelligenten Messsystemen täglich ein Verbrauchs- beziehungsweise Einspeiseprotokoll in 15-Minuten-Intervallen vom jeweiligen Vortag.

Mehr Informationen zu modernen Messeinrichtungen und intelligenten Messsystemen gibt es unter
www.verbraucherzentrale.nrw/smart-meter.
Die Verbraucherzentrale NRW hilft in ihren Beratungsstellen sowie direkt bei Ratsuchenden zu Hause bei Fragen rund um die Energie weiter. Terminvereinbarungen sind möglich unter 0211/339 996 555, mehr Informationen dazu gibt es unter www.verbraucherzentrale.nrw/energieberatung.

 

 

Verkaufen, verschenken oder vererben? Worauf Immobilienbesitzer achten sollten
Wer sein Eigenheim an die Nachkommen verschenkt, will ihnen meist Kosten ersparen – doch unterm Strich kann es günstiger sein, einen Verkauf zu vereinbaren. Über solche steuerlich bedingten Feinheiten sowie andere Chancen und Risiken bei der Weitergabe von Wohneigentum informiert die Verbraucherzentrale NRW im Ratgeber „Meine Immobilie verkaufen, verschenken oder vererben“.
Das Buch erläutert, was bei der Trennung von den eigenen vier Wänden im Detail zu beachten ist.
Das richtige Vorgehen bei der Wertermittlung und der Umgang mit Maklern kommen dabei ebenso zur Sprache wie Grundlagen zur Grund-, Erbschaft- und Einkommensteuer. Auch ganz praktische Fragen werden beantwortet, etwa: Wie mache ich das Haus fit für die Übergabe? Und welchen Nutzen haben in diesem Zusammenhang Gutachten? Informationen zu Wohn- und Nutzungsrechten, Hinweise zur Vorbereitung des Notarvertrags und zahlreiche konkrete Beispiele runden die Hilfe für die gut geplante Eigentumsübergabe ab.
Der Ratgeber hat 192 Seiten und kostet 12,90 Euro.
Bestellmöglichkeiten: Im Online-Shop unter www.ratgeber-verbraucherzentrale.de oder unter 02 11 / 38 09-555. Der Ratgeber ist auch in der Beratungsstelle Duisburg, Friedrich-Wilhelm-Str. 30 und im Buchhandel erhältlich

 

Nach Ablauf nicht automatisch schlecht - Mindesthaltbarkeitsdatum von Lebensmitteln
Wenn beim Joghurt aus dem Kühlschrank das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) abgelaufen ist, heißt das noch lange nicht, dass das Milchprodukt schlecht ist und nicht mehr gegessen werden kann. Auch Lebensmittel im Laden, bei denen das MHD überschritten ist, sind häufig noch genießbar und dürfen weiter verkauft werden.
Anders ist dies hingegen bei leicht verderblichen Lebensmitteln wie frischem Geflügel und Hackfleisch. Bei diesen Produkten gibt das Verbrauchsdatum (VD) das Endstadium der Haltbarkeit an. Die Verwirrung der Verbraucher hinsichtlich der richtigen Lesart des MHDs und des VDs, aber auch zur Verwendung und Aufbewahrung von Lebensmitteln ist groß. Das zeigt sich daran, dass viele Lebensmittel nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums nicht im Magen, sondern im Müll landen.
„Der beste Schutz vor vorzeitigem Verderb von Lebensmitteln sind ein sorgfältiger Umgang und eine korrekte Lagerung“, betont Marina Steiner, Leiterin der Beratungsstelle Duisburg der Verbraucherzentrale NRW.
Sie gibt folgende Hinweise und Tipps:
• Was das Mindesthaltbarkeitsdatum bedeutet: „Mindestens haltbar bis“ – diese Kennzeichnung ist auf fast allen verpackten Lebensmitteln Pflicht. Sie gibt an, bis zu welchem Zeitpunkt das durchgehend richtig gelagerte und ungeöffnete Lebensmittel seine spezifischen Eigenschaften wie Geschmack, Geruch und Nährwert behält.
Nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums ist das Lebensmittel nicht automatisch verdorben. Denn: Viele Hersteller wollen auf Nummer sicher gehen und legen ein Mindesthaltbarkeitsdatum weit vor Ablauf fest. Ob Produkte noch genießbar sind, lässt sich nach dem Anbruch meist mit den eigenen Sinnen überprüfen, zum Beispiel durch genaues Hinsehen, Riechen und Probieren.
• Wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist: Dann dürfen Lebensmittel weiter verkauft werden. Waren mit überschrittenem MHD müssen in den Verkaufsregalen jedoch einwandfrei sein. Ist dies der Fall, liegt in der Regel kein Sachmangel zur Beanstandung vor. Viele Geschäfte bieten Produkte mit überschrittenem MHD mit einem entsprechenden Hinweis zu günstigeren Sonderpreisen an.
Das ist aber keine Pflicht. Anders ist es beim Verbrauchsdatum: Abgepackte, leicht verderbliche Lebensmittel mit der ausdrücklichen Kennzeichnung „zu verbrauchen bis“ dürfen nach Überschreitung des angegebenen Datums nicht mehr verkauft und sollten dann auch nicht mehr verzehrt werden.
• Bedeutung der Aufbewahrungsbedingungen: In bestimmten Fällen findet sich in der Nähe des MHD auch die Angabe von Aufbewahrungs- und Verwendungsbedingungen für das verpackte Lebensmittel.
Solche Hinweise wie „kühl und trocken lagern“ oder „vor Wärme und Feuchtigkeit schützen“ sollten unbedingt beachtet werden, um die Haltbarkeit zu gewährleisten. Ganz wichtig ist auch die Einhaltung der Kühlempfehlungen auf den Packungen – zum Beispiel 2 Grad Celsius bei Hackfleisch.
• Umgang mit geöffneten Verpackungen: Auch für angebrochene Lebensmittel, wie verpackte Fruchtsäfte oder Milch, müssen in bestimmten Fällen Aufbewahrungsbedingungen und der Verzehrzeitraum angegeben werden – etwa durch Hinweise wie „nach dem Öffnen innerhalb von zwei Tagen verzehren“ oder „geöffnet gekühlt drei Tage haltbar“.
Angaben wie „trocken und kühl lagern“ zum Beispiel bei Keksen und Kaffee oder „trocken und vor Licht geschützt aufbewahren“ etwa bei Brot liefern hingegen leider keine genauen Empfehlungen. Die Hersteller legen diese Formulierungen unterschiedlich aus – im Zweifelsfall kann nur eine Nachfrage beim jeweiligen Produzenten Klarheit schaffen.
• Richtig kühlen: Im Kühlschrank gibt es unterschiedliche Temperaturzonen. Ganz oben, wo es am wärmsten ist, sollte Selbstgekochtes platziert werden. In die mittleren Fächer gehören Käse und Milchprodukte und auf die untere Glasplatte leicht Verderbliches wie Fleisch und Fisch. Die Boxen unten sind ideal für die Aufbewahrung von kälteverträglichem Obst und Gemüse. Die Türfächer beherbergen Eier, Butter und Getränke.
Mit Fragen zum Mindesthaltbarkeitsdatum und Anliegen rund um Lebensmittel können sich Verbraucher an die Beratungsstelle Duisburg, Friedrich-Wilhelm-Str. 30 wenden. www.verbraucherzentrale.nrw/beratung-vor-ort.

Januar 2017

Leitfaden für pflegende Angehörige: Rechtliche Grundlagen und praktische Hilfen für den Alltag
Duisburg, 27. Januar 2017 - Mehr als zwei Drittel der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland werden zu Hause versorgt – und zwar in der Regel von ihren Angehörigen. Diese kümmern sich um die Versorgung, beantragen Leistungen und klären finanzielle Fragen.
Oft stoßen sie dabei an ihre Grenzen, weil Ansprechpartner fehlen, Anträge abgelehnt werden oder der Pflegealltag an ihren Kräften zehrt. Der neu aufgelegte Ratgeber „Pflege zu Hause organisieren – Was Angehörige wissen müssen“ der Verbraucherzentrale NRW unterstützt Pflegende Schritt für Schritt bei der Organisation ihrer oft ungewohnten Aufgaben. Die Neuauflage berücksichtigt dabei alle Änderungen der Pflegereform 2017.
Beginnend beim unverzichtbaren Antrag auf Pflegeleistungen und der Überlegung, ob die Betreuung zu Hause wirklich zu leisten ist, führt der Ratgeber durch den Pflegealltag und die nötige Vorbereitung. Er nennt zuständige Stellen für finanzielle Unterstützung sowie fachlichen Rat und erläutert rechtliche Aspekte etwa von Vollmachten und Versicherungen. Zudem klärt er auf über Regelungen für Berufstätige, wie die gehaltslose Pflegezeit oder die gehaltsreduzierte Familienpflegezeit. Praxistipps für die eigentliche Pflege und die Auswahl eines Pflegedienstes sowie Hilfen für den Umgang mit emotionalen Belastungen runden das Angebot ab.
Der Ratgeber hat 216 Seiten und kostet 14,90 Euro. Bestellmöglichkeiten: Im Online-Shop unter www.ratgeber-verbraucherzentrale.de oder unter 02 11 / 38 09-555. Der Ratgeber ist auch in der Beratungsstelle Duisburg, Friedrich-Wilhelm-Str. 30 und im Buchhandel erhältlich.

 

Ratgeber: Nebenberuflich der eigene Chef sein Basiswissen für den Weg in die Selbstständigkeit
Duisburg, 19. Januar 2017 - Ein zweites Einkommen nach Feierabend erarbeiten sich Millionen Menschen in Deutschland als ihr eigener Chef. Als freie Autoren etwa, im Handwerk oder mit kleineren Onlineshops sind sie nebenberuflich selbstständig. Dafür brauchen sie neben einer Geschäftsidee auch einiges Know-how. Denn Selbstständige müssen zum Beispiel Stundensätze kalkulieren, Material und Arbeitsmittel finanzieren, Kunden werben und Buchführung betreiben. Beim Einstieg hilft der Ratgeber „Nebenberuflich selbstständig – Steuern, Recht, Finanzierung, Marketing“ der Verbraucherzentrale NRW, der in Kooperation mit der ZDF-Sendung WISO herausgegeben wird.
Das Buch vermittelt das kaufmännische, steuerliche und rechtliche Basiswissen für den erfolgreichen Sprung aufs zweite Standbein. Es erläutert die Rahmenbedingungen rund um die Selbstständigkeit im Bereich der freien Berufe sowie in Handwerk und Gewerbe und gibt Tipps, worauf Teilzeit-Gründer etwa bei Bankgeschäften oder Kreditaufnahme achten sollten. Auch Besonderheiten im nebenberuflichen Bereich werden ausführlich erläutert.
Antworten auf Fragen zu Haftungsrisiken, Sozialversicherung und Altersvorsorge sowie ein Überblick über die Steuerregelungen für Selbstständige runden das Informationspaket ab
Der Ratgeber hat 160 Seiten und kostet 16,90 Euro, als E-Book 13,99 Euro.
Bestellmöglichkeiten: Im Online-Shop unter www.ratgeber-verbraucherzentrale.de oder unter 02 11 / 38 09-555. Der Ratgeber ist auch in der Beratungsstelle Duisburg, Friedrich-Wilhelm-Str. 30 und im Buchhandel erhältlich.

 

Ratgeber
Was tun, wenn jemand zum Pflegefall wird? Die Neuerungen der Pflegereform 2017

12. JANUAR 2017 - Wenn ein Mensch pflegebedürftig wird, stehen oft in kürzester Zeit wichtige und weitreichende Entscheidungen an: Soll die Pflege zu Hause oder in einem Heim stattfinden? Wer übernimmt sie? Welche finanzielle Unterstützung wird wann und wo beantragt? Mit dem Ratgeber „Pflegefall – was tun?
Schritt für Schritt zur guten Pflege“ gibt die Verbraucherzentrale NRW hierbei eine kompakte Hilfestellung, die alle Neuerungen der zweiten Stufe der Pflegereform ab Januar 2017 berücksichtigt – unter anderem die Umstellung auf fünf Pflegegrade und die Einführung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs. Das Buch erscheint in Kooperation mit der ZDF-Sendung WISO.
Angehörige erfahren, wie sie schnell reagieren und die Versorgung sicherstellen können. Wie sich anschließend auch dauerhaft eine gute Pflege gestalten lässt und welche Unterstützung Kranken- und Pflegekassen dabei gewähren, sind weitere Themen. Zudem lernen die Betroffenen, worauf sie beim Besuch des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen und der Auswahl eines Pflegeheims oder Pflegedienstes achten sollten. Informationen und Tipps für Berufstätige über gesetzliche Regelungen zu Auszeiten im Job runden das Angebot ab.

Der Ratgeber hat 184 Seiten und kostet 16,90 Euro, als E-Book 13,99 Euro.
Bestellmöglichkeiten: Im Online-Shop unter www.ratgeber-verbraucherzentrale.de oder unter 02 11 / 38 09-555. Der Ratgeber ist auch in der Beratungsstelle Duisburg, Friedrich-Wilhelm-Str. 30 und im Buchhandel erhältlich.


Sturm, Schnee, Dauerfrost und Glatteis Ohne Versicherung kann’s teuer werden
Duisburg, 5. Januar 2017 - Der Winter macht ernst: Sturmgefahr und Schneeverwehungen in einigen Teilen Deutschlands. Temperaturen rund um den Gefrierpunkt sorgen vielerorts für Frieren, Zähneklappern und Gefahren durch Frost. Ob geplatzte vereiste Rohrleitungen im Haus oder folgenschwere Ausrutscher durch Schneeglätte auf den Straßen: Ist das Risiko von Schäden und Unfällen nicht ausreichend abgesichert, kann der Winter im Klammergriff von Kälte teure Konsequenzen nach sich ziehen. „Zwar fängt die richtige Versicherungspolice in vielen Fällen den finanziellen Schaden auf, doch Hausbesitzer, Mieter und Verkehrsteilnehmer haben bestimmte Pflichten zu erfüllen, um Gefährdungen durch Eis und Schnee zu vermeiden“, erklärt die Verbraucherzentrale NRW. Nachfolgend gibt sie einen Überblick über die wichtigsten Winterpflichten bei Kälte:
- Wasserrohre absperren: Wenn Wasser gefriert, dehnt es sich aus und kann auf diese Weise leicht Rohre sprengen.
Noch größer wird der Schaden, wenn aufgetautes Wasser aus den geplatzten Leitungen in die Wohnung fließt. In der Regel übernehmen Hausrat- und Wohngebäudeversicherung einen solchen Schaden – falls dieser spezielle Versicherungsschutz im Vertrag enthalten ist. Eine volle oder teilweise Übernahme der Kosten kann jedoch auch vom Versicherer verweigert werden, falls die Rohre nicht rechtzeitig entleert beziehungsweise abgesperrt oder die Wohnräume nicht ausreichend beheizt wurden.  Gehwege von Eis und Schnee räumen:
Bei den ersten dicken Flocken beginnt für Eigentümer auch der Winterdienst vor der eigenen Haustür: Vereiste Flächen müssen gestreut, Gehwege und Zufahrten müssen nach einem Schneefall geräumt werden. Diesen Winterdienst haben Mieter zu übernehmen, falls dies im Mietvertrag so vereinbart wurde. Rutscht ein Passant auf einem vereisten oder schneebedeckten Weg aus und verletzt sich, können Ersatzansprüche auf denjenigen zukommen, der die Streupflicht missachtet hat. Ohne Haftpflichtversicherung kann dies teuer werden.

- Bei Sturz versichert: Wird Passanten ein vorschriftsmäßig geräumter und gestreuter Gehweg dennoch zum Verhängnis, springt bei Verletzungen die gesetzliche Unfallversicherung ein – aber nur dann, wenn der sogenannte
Wegeunfall auf dem unmittelbaren Weg zur Arbeit oder anschließend auf dem direkten Heimweg passiert ist.
Auch für diesen und sonstige Ausrutscher mit schmerzhaften Folgen zahlt die private Unfallversicherung. Ist die eigene Arbeitskraft aufgrund eines Sturzes dauerhaft beeinträchtigt, ist dies ein Fall für die Berufsunfähigkeitsversicherung. Beide finanziellen Absicherungen greifen aber nur, wenn sie beizeiten abgeschlossen wurden.
- Sturmschäden am Haus sofort der Versicherung melden: Rütteln Windböen und Eisregen gehörig am Haus bietet die Gebäudeversicherung einen Schutz gegen Sturm, Hagel, Feuer und Brand. Eine solche Police sollten Hausbesitzer vorweisen können, wenn das Dach abgedeckt, der Schornstein beschädigt oder ein Baum aufs Haus gefallen ist.

Wurden Hausratgegenstände zum Spielball des Wintersturms, sind diese Schäden durch die Hausratversicherung abgedeckt.
- Dächer im Blick haben und prüfen: Halten die Dächer von Haus, Wintergarten oder Garage den Schneemassen nicht stand, springt die Gebäudeversicherung hingegen nicht automatisch bei Schäden ein. Diese müssen Hausbesitzer mit einer Extra-Vereinbarung beziehungsweise einer zusätzlichen Police für Elementarschäden abgesichert haben, die auch für die Folgen von Naturkatastrophen wie Hochwasser, Erdbeben oder Lawinen zahlt. Werden Menschen durch rutschende Schneebretter oder herabfallende Eiszapfen von Dächern verletzt, kommt bei Einfamilienhäusern, in denen auch die Eigentümer wohnen, deren private Haftpflichtversicherung für Schäden auf, falls sie eine Mitverantwortung für den Unfall tragen.
Bei vermieteten Gebäuden übernimmt die Grundbesitzerhaftpflicht entstandene Kosten.
- Winterreifen sind Pflicht: Wer derzeit noch mit Sommerbereifung fährt und bei einem Glätteunfall das eigene Fahrzeug beschädigt, muss damit rechnen, dass die Kfz-Versicherung den Schaden abhängig vom Grad des eigenen Verschuldens – wenn überhaupt – nur geringfügig reguliert. Bei vielen Kaskotarifen verzichten Versicherer allerdings ausdrücklich darauf, Ausgleichszahlungen wegen grober Fahrlässigkeit zu verweigern. Wurde eine andere Person oder deren Fahrzeug geschädigt, regulieren die Versicherer den verursachten Haftpflichtschaden auch bei Missachtung der Winterreifenpflicht.
Zum vorsorglichen Versicherungsschutz bei Unwetter und Kälte bietet die Versicherungsberatung der Beratungsstelle Duisburg, Friedrich-Wilhelm-Str. 30 eine halbstündige Beratung für 40 Euro an. Ihre Schadensfallberatung hilft, wenn es bei der Regulierung von Schäden Probleme gibt.
Weitere Hinweise und ein Pfad zu lokalen Kontaktadressen gibt’s online unter www.verbraucherzentrale.nrw/versicherungsberatung.
Zentral erreichbar berät auch das Verbrauchertelefon NRW zu Versicherungsschäden – donnerstags von 10 bis 12 Uhr unter 0900-1-89 79 60 für 1,86 Euro pro Minute aus dem deutschen Festnetz. Mobilfunkpreise können variieren.

 

Ratgeber

Reklamation, Umtausch, Widerruf: Basiswissen für König Kunde
Wenn die guten Gaben unter dem Weihnachtsbaum den Beschenkten nicht gefallen oder gar defekt sind, stehen Umtausch, Widerruf und Reklamation an. Was aber greift wann? Was ist der Unterschied zwischen Gewährleistung und Garantie, und wie werden Ansprüche am besten geltend gemacht?
Diese und viele weitere Fragen beantwortet der Ratgeber „Meine Rechte bei Kauf und Reklamation – Basiswissen für König Kunde“ der Verbraucherzentrale NRW. Das Buch vermittelt die Rechtslage rund um Käufe im Ladengeschäft ebenso wie beim Versandhandel, in Online-Shops und bei Auktionen. Neben der Beschaffenheit der Ware geht es dabei auch um nicht eingehaltene Liefertermine oder gebrochene Werbeversprechen.
Die Leserinnen und Leser erfahren, dass „Geld zurück“ längst nicht die einzige denkbare Folge aus einer Reklamation ist, und lernen, wie sie ihre Rechte durchsetzen können. Ein ganzes Kapitel rund um den eigentlichen Kauf greift zudem Themen wie das Kleingedruckte in Verträgen oder Bonus- und Kundenkarten unter die Lupe.
Der Ratgeber hat 120 Seiten und kostet 9,90 Euro, als E-Book 7,99 Euro.
Bestellmöglichkeiten: Im Online-Shop unter www.ratgeber-verbraucherzentrale.de oder unter 02 11 / 38 09-555. Der Ratgeber ist auch in der Beratungsstelle Duisburg, Friedrich-Wilhelm-Str. 30 und im Buchhandel erhältlich.

 


Haushaltscheck

Belastungen abfedern Haushaltskasse auf Sparkurs bringen
Das alltägliche Leben wird für viele Bürgerinnen und Bürger stetig teurer – steigende Strom- und Gaspreise, stattlicher Anteil an Benzinkosten, aber auch die Anhebung von Lebenshaltungskosten belasten viele private Haushaltskassen: „Hinzu kommt, dass vor allem ältere Menschen mehr Geld für private Serviceleistungen und den Erhalt ihrer Mobilität aufbringen müssen“, erklärt die Verbraucherzentrale NRW: „Ein gutes Finanzmanagement im Haushalt ist deshalb wichtig, damit die Ausgaben nicht die Einnahmen übersteigen und am Monatsende fürs Ablegen auf der hohen Kante auch noch etwas übrig bleibt."
Gute Vorsätze im neuen Jahr, besser noch geldwerte Tipps für den Check oder Wechsel eines Haushaltspostens helfen schon, das eigene Budget nicht überzustrapazieren:
Stromanbieterwechsel: Die Suche nach Produkt- und Tarifalternativen auf dem Energiemarkt kann sich lohnen! Kunden haben bei angekündigten Preiserhöhungen ein Sonderkündigungsrecht. Wer den Saft aus der Steckdose in der teuren Standard-Grundversorgung seines lokalen Energielieferanten bezieht, kann durch den Wechsel in einen günstigeren Tarif sparen. Oder Stromkunden wechseln zu einem neuen – preiswerteren – Stromanbieter.
Um das individuell günstigste Angebot zu finden, ist der eigene Stromverbrauch pro Jahr eine wichtige Größe zum Vergleich. Je kürzer die Vertragsbindung, umso flexibler ist ein Stromkunde. Empfehlenswert sind Vertragslaufzeiten von nicht mehr als einem Jahr, damit schnell auf aktuelle Preisentwicklungen reagiert und bei einem weiteren Preisanstieg eventuell zu einem neuen Anbieter gewechselt werden kann.
- Versicherungsschutz: Auch die Vorsorge für Schadensfälle gehört auf den Prüfstand, denn viele Policen sind überflüssig, passen nicht zum persönlichen Bedarf oder sind zu teuer. Der Versicherungsschutz sollte nach dem GAU-Prinzip aufgebaut werden, das heißt, der „größte anzunehmende Unfall“ ist in jedem Fall abzusichern.
Ein Muss ist die private Haftpflichtversicherung; auch die Risiken Tod und Invalidität sollten abgesichert sein. Verzichtet werden kann auf Policen, die keine Existenz bedrohenden Schäden versichern. Auch die Prämien gilt es kritisch in den Blick zu nehmen: Bei identischen Leistungen …/2
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unterscheiden sich die Preise bei den verschiedenen Versicherern erheblich.  Mobilitätserhalt: Kosten für Sprit und den Unterhalt des eigenen Autos kann man mit Fahrgemeinschaften, dem Umstieg aufs Fahrrad sowie auf Bus und Bahn einiges an Fahrt nehmen. Aber auch Car-Sharing ist für viele ein geeignetes Modell, um die Fixkosten beim Auto auf viele Köpfe zu verteilen und so ohne Mobilitätsverlust ans Ziel zu kommen.  Sichere Geldanlage: Trotz derzeit niedriger Zinsen – jedes geliehene Darlehen hat seinen Preis! Nicht nur ein aufgenommener Kredit muss abgestottert werden, sondern zusätzlich werden auch noch Zinsen und Gebühren fällig. Auch der Kauf von Aktien oder eine Geldanlage mit dem Versprechen hoher Renditen sind für Laien auf dem Finanzsektor oftmals mit unkalkulierbaren Risiken verbunden. Eine bessere Variante ist deshalb meist nicht der Griff zum schnellen Geld oder das Setzen auf steigende Kurse, sondern das rechtzeitige Vorsparen. Bevor es an eine Kreditaufnahme geht, sollte man prüfen, ob die eigene Haushaltskasse eine monatliche Ratenbelastung überhaupt verkraftet oder ob man für eine Geldanlage noch einen zusätzlichen Betrag zur Verfügung hat. Außerdem sollte man Kreditvermittler und selbst ernannte Finanzberater meiden. Durch zusätzliche Provisionen, die sie kassieren, gehen deren Angebote meist richtig ins Geld.
Weitere Hilfestellungen für den persönlichen Sparkurs im Haushalt gibt „Das Haushaltsbuch“ der Verbraucherzentrale NRW. Der Ratgeber bietet zwölf Monatsübersichten zum Eintragen und Festhalten der Einnahmen, der festen Ausgaben und des finanziellen Spielraums, 54 Wochenübersichten fürs Notieren der täglichen Ausgaben sowie eine Jahresübersicht für die Gesamtbilanz.

Das Buch ist für 7,90 Euro in der Beratungsstelle Duisburg, Friedrich-Wilhelm-Str. 30 oder im Buchhandel erhältlich. Für zusätzlich 2,50 Euro für Porto und Versand kommt es gegen Rechnung auch ins Haus. Bestellung im Online-Shop unter www.ratgeber-verbraucherzentrale.de oder telefonisch unter 0211/3809-555.