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Januar 2022

Altersvorsorge - Ratgeber lotst zu planvoller Strategie
Duisburg, 18. Januar 2022 - Neben der Rente noch weiterarbeiten? Auf Aktiengewinne spekulieren? Freiwillig Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen? Oder die eigene Immobilie zu Geld machen, ohne dass man dort ausziehen muss? Bei der Suche nach der richtigen Strategie für die finanzielle Vorsorge im Alter blitzen viele Ideen auf, um mögliche Lücken durch fehlende Versicherungsjahre, Auszeiten wegen Kindererziehung oder Pflege oder durch Zeiten mit geringem Verdienst zu schließen.

Der Ratgeber „Altersvorsorge“ der Verbraucherzentrale stellt die wichtigsten Bausteine vor und lotst dabei zum individuell passenden Konzept. Das Buch erläutert die Grundzüge der gesetzlichen und privaten Rentenversicherung und vermittelt Wissenswertes zu Riester und Rürup. Aber auch Wertpapiere und Immobilien fehlen nicht bei der Vorstellung des Kanons zur Altersvorsorge. Dabei werden die jeweiligen Vor- und Nachteile herausgearbeitet.


Darüber hinaus werden auch Möglichkeiten zur Altersvorsorge etwa bei Arbeitslosigkeit, Pflegezeiten oder Auslandsaufenthalten aufgezeigt. Eine Faustregel besagt, dass etwa zehn Prozent des Nettoeinkommens zurückgelegt werden müssen, um im Alter genug zum Leben zu haben.

Da das jedoch nur für alle gilt, die eine gesetzliche Rente erwarten und von vielen weiteren Faktoren abhängt, ist frühzeitiges Kümmern die beste Strategie für die individuell passende finanzielle Absicherung.


Der Ratgeber „Altersvorsorge. Die besten Strategien für Ihre finanzielle Absicherung“ hat 232 Seiten und kostet 19,90 Euro, als E-Book 15,99 Euro." Bestellmöglichkeiten: Im Online-Shop unter www.ratgeber-verbraucherzentrale.de oder unter 0211 / 38 09-555. Der Ratgeber ist auch in den Beratungsstellen der Verbraucherzentralen und im Buchhandel erhältlich.

Pflege: Ab Januar 2022 werden viele Menschen finanziell entlastet
Duisburg, 17. Januar 2022 - Die neue Pflegereform wurde schon im Juni 2021 im Bundestag beschlossen, doch wichtige Regelungen treten erst zum neuen Jahr in Kraft. Die Beratungsstelle Duisburg erklärt, was Pflegebedürftige und ihre Angehörigen in Duisburg nun wissen sollten.


Fünf Prozent mehr bei der Pflegesachleistung
Wer für Unterstützung bei der Körperpflege, der Ernährung, der Mobilität oder der häuslichen Versorgung einen Pflegedienst bezahlt, erhält ab dem 1. Januar 2022 pro Monat fünf Prozent mehr bei der Pflegesachleistung – allerdings erst ab Pflegegrad 2. Und so steigen konkret die monatlichen Beträge:

Pflegegrad 2: von 689 Euro auf 724 Euro
Pflegegrad 3: von 1.298 Euro auf 1.363 Euro
Pflegegrad 4: von 1.612 Euro auf 1.693 Euro
Pflegegrad 5: von 1.995 Euro auf 2.095 Euro.

Zehn Prozent mehr bei der Kurzzeitpflege
Für die Kurzzeitpflege wird der Leistungsbetrag ab dem 1. Januar 2022 um zehn Prozent angehoben. Er liegt dann bei 1.774 Euro. Wenn die Pflegeeinrichtung also eine Rechnung über 2.000 Euro für die Kurzzeitpflege bei der Pflegekasse einreicht, übernimmt diese davon nun 1.774 Euro statt bisher 1.612 Euro. Die Differenz tragen die Pflegebedürftigen. Steigende Lohnkosten können die Entlastung zukünftig jedoch wieder zunichtemachen.

 
Erhöhte Leistungen für die Pflege im Heim
Wer im Pflegeheim lebt, wird ab 2022 beim sogenannten „pflegebedingten Eigenanteil“ entlastet. Denn die Pflegeversicherung zahlt nun einen Zuschlag zum pflegebedingten Eigenanteil. Mit der Dauer der Pflege steigt er an. Damit verringert sich für Menschen mit Pflegegrad 2 bis 5 im Pflegeheim der Eigenanteil an den Pflege- und Ausbildungskosten.


Die Pflegekasse übernimmt: 5 Prozent im ersten Jahr 25 Prozent im zweiten Jahr 45 Prozent im dritten Jahr 70 Prozent in den folgenden Jahren. Bei einem ursprünglichen Eigenanteil von 700 Euro beträgt der neue Eigenanteil im ersten Jahr also 665 Euro, im zweiten Jahr 525 Euro, im dritten Jahr 385 Euro und ab dem vierten Jahr 210 Euro. Die Pflegekasse zahlt den Leistungszuschlag an das Pflegeheim, ein Antrag ist nicht erforderlich.


Anspruch auf Übergangspflege in der Klinik
Menschen, deren Versorgung nach einem Krankenhausaufenthalt nicht anders sichergestellt werden kann, haben einen Anspruch auf Übergangspflege im Krankenhaus. Das gilt seit Ende 2021 für maximal zehn Tage. Der Anspruch greift etwa, wenn häusliche Krankenpflege, eine Reha-Behandlung, Kurzzeitpflege, Verhinderungs- oder Tagespflege nicht verfügbar sind. Betroffene oder Angehörige sollten das frühzeitig mit dem Sozialdienst des Krankenhauses oder mit der Krankenkasse klären."


Weiterführende Infos und Links: Mehr zu den Zuschlägen im Pflegeheim unter: www.verbraucherzentrale.nrw/node/68404 Alles zur Pflegereform hat die Verbraucherzentrale NRW hier zusammengefasst: www.verbraucherzentrale.nrw/node/63628 Welche Leistungen es bei Pflege zu Hause gibt, zeigt diese Grafik: www.verbraucherzentrale.nrw/node/64399

Ist das normal oder Demenz?
Neuer Ratgeber begleitet von der Diagnose bis zur Organisation des Alltags


Duisburg, 07. Januar 2022 - Den Schlüssel verlegt? Einen Termin vergessen? Immer öfter das passende Wort nicht parat? Keine Lust mehr auf Treffen mit Freunden oder Kontakten im Verein? Ist das noch normal oder schon Demenz? Aus Angst vor der Diagnose sollte die ärztliche Abklärung möglicher Warnzeichen keinesfalls auf die lange Bank geschoben werden. Denn je früher erkannt, desto besser lässt sich die Krankheit behandeln, ihr Fortschreiten verlangsamen und vor allem die Selbstständigkeit der Menschen mit Demenz noch lange erhalten.

Der neue „Ratgeber Demenz“ der Verbraucherzentrale begleitet Betroffene und deren Angehörige hierbei ganz praktisch Schritt für Schritt: Von den ersten Anzeichen über die Diagnose bis hin zur Organisation des Alltags und möglicher Entlastungsangebote.

Anhand vieler Beispiele macht das Buch die Welt der Demenz nachvollziehbar und verständlich, sodass alle besser mit den krankheitsbedingten Veränderungen umgehen können. Erklärt wird zunächst, wie Gehirn und Gedächtnis funktionieren, welche Formen der Erkrankung und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt – und wo deren Grenzen sind.

Der Ratgeber zeigt, wie das Lebensumfeld von Betroffenen organisiert werden kann, um weiterhin allein und selbstständig wohnen zu können. Über Leistungen aus der Kranken- und Pflegeversicherung für Menschen mit Demenz wird ebenso informiert wie über rechtliche Möglichkeiten zur selbstbestimmten Vorsorge. Checklisten und Erfahrungsberichte sowie ein umfangreiches Verzeichnis von Beratungsund Informationsangeboten komplettieren die praktische Hilfe für Angehörige.

Der Ratgeber „Ratgeber Demenz. Praktische Hilfen für Angehörige“ hat 200 Seiten und kostet 19,90 Euro, als E-Book 15,99 Euro. Bestellmöglichkeiten: Im Online-Shop unter www.ratgeber-verbraucherzentrale.de oder unter 0211 / 38 09-555. Der Ratgeber ist auch in den Beratungsstellen der Verbraucherzentralen und im Buchhandel erhältlich.

 

Dezember 2021

Gas.de stellt Belieferung ein – was nun?
Verbraucherzentrale Duisburg gibt Betroffenen Handlungsempfehlungen
Duisburg, 27. Dezember 2021 -
Anfang Dezember hat die gas.de Belieferungsgesellschaft mbH, auch bekannt unter der Marke „Grünwelt Energie“, für zahlreiche Verbraucher:innen plötzlich die Gaslieferung eingestellt. Erst Tage später wurden Betroffene vom Energieversorger persönlich darüber informiert, der im gleichen Schreiben ebenfalls die Kündigung des Liefervertrages erklärte.
Paulina Wleklinski, Leiterin der Beratungsstelle Duisburg der Verbraucherzentrale NRW, erklärt die Rechtslage und gibt Tipps für Betroffene zum Umgang mit dem Belieferungsstopp.

- Ist die Kündigung des Energieliefervertrages rechtlich zulässig?
Nach Auffassung der Verbraucherzentrale existiert keine Rechtsgrundlage für die Kündigung der Lieferverträge. Eine Kündigung durch „gas.de“ ist damit unwirksam und unzulässig.


- Sollten Betroffene auf der Weiterbelieferung durch „gas.de“ bestehen?
Die Wiederaufnahme der Belieferung ist rechtlich möglich. Dazu sollte der Anbieter schriftlich zur Wiederbelieferung aufgefordert werden. Einen entsprechenden Musterbrief bietet die Verbraucherzentrale NRW zum Download an. Zeigt sich der Anbieter nicht einsichtig, müsste die Wiederbelieferung letztlich gerichtlich durchgesetzt werden.

Betroffene Verbraucher:innen sollten daher prüfen, ob eine Weiterbelieferung finanziell sinnvoll ist, indem sie die Laufzeit ihres Vertrages überprüfen und den zeitlichen Ablauf einer etwaigen Preisgarantie dabei berücksichtigen.

- Können Kund:innen Schadensersatz einfordern und den Anbieter wechseln?
Da die Kündigung des Belieferungsvertrages rechtlich unzulässig ist, empfiehlt die Verbraucherzentrale NRW, einen Schadensersatz gegenüber „gas.de“ einzufordern und den Anbieter zu wechseln. Die Höhe des Schadensersatzes richtet sich nach den Mehrkosten. Diese ergeben sich aus der Differenz zwischen dem gas.de-Tarif und einem neuen Tarif eines alternativen Energieversorgers und dem Gasverbrauch während der Restlaufzeit des Vertrages bei „gas.de“.


Auch dazu bietet die Verbraucherzentrale NRW einen Musterbrief zum Download an. Was sollten Betroffene bei der Abwicklung des Vertragsverhältnisses mit „gas.de“ nach dem Belieferungsstopp beachten? Im ersten Schritt sollten mögliche Daueraufträge oder entsprechende Lastschriften beim Bankinstitut gestoppt werden. Betroffene sollten den aktuellen Zählerstand ablesen und ihrem Grundversorger und „gas.de“ mitteilen.

Für die Abschlussrechnung bei „gas.de“ ist die Höhe der Gaskosten bis zum 02. Dezember 2021 mit den gezahlten Abschlägen zu vergleichen. Abschließend sollten Kund:innen „gas.de“ schriftlich zum Schadensersatz auffordern.

- Von welchem Energieversorger erhalten Betroffene nach dem Belieferungstopp ihr Gas? Nach dem Belieferungsstopp durch „gas.de“ stehen Betroffene nicht unmittelbar ohne Gas da, sondern fallen in den Ersatzversorgungstarif ihres Grundversorgers. Der zuständige Grundversorger kann beim Netzbetreiber erfragt werden. Der Netzbetreiber ist in der Regel auf der jeweiligen Energierechnung zu finden. Alternativ kann der Grundversorger durch Eingabe der Postleitzahl über ein Vermittlungsportal ermittelt werden. Allerdings führen einige dieser Grundversorger aktuell einen in der Regel teuren Grundversorgungstarif für Neukunden ein.

Betroffene, die in Folge des Belieferungstopps diesen teuren Neukundentarif der Grundversorgung fallen, sollten im ersten Schritt schriftlich Widerspruch einlegen und den Grundversorger dazu auffordern, das Preisniveau auf das der Bestandskund:innen anzugleichen. So kann später ein möglicher Schadensersatz geltend gemacht werden.

- Wie findet man einen neuen Gasanbieter?
Betroffene sollten sich möglichst kurzfristig einen preisgünstigeren Anbieter etwa über Vermittlungsportale suchen, falls der Grundversorgungstarif überteuert ist. Aber auch hier gilt Vorsicht, denn nicht immer stimmen Suchergebnis im Portal und tatsächliches Vertragsangebot überein. Ob der Tarif wie im Portal beschrieben verfügbar ist, sollte daher beim Anbieter selbst überprüft werden. Überprüfen sollten Betroffene auch, ob die Kosten des Vergleichstarifs, mit denen das Portal rechnet, auf sie zutreffen."

Weiterführende Infos und Links: Tipps und Hilfen rund um das Thema Energieverträge unter: https://www.verbraucherzentrale.nrw/node/38513 Alle Ratschläge inklusive Download-Link für die Musterbriefe zur Weiterbelieferung und Forderung von Schadensersatz hier: https://www.verbraucherzentrale.nrw/node/66020



Betrügerische Mails im Umlauf: Vermeintliche E-Mails der Bank ING täuschen Verbraucher:innen
Duisburg, 20. Dezember 2021 - Aktuell kursiert eine betrügerische E-Mail, die vorgibt von der Bank ING zu stammen. Auch weitere Fälle im Namen anderer Banken und Sparkassen sind denkbar. Der perfide Trick: Die E-Mails sind nicht nur im täuschungsechten Design der Bank gehalten, sondern verweisen als Referenz auch auf die Verbraucherzentrale NRW. Es wird behauptet, die Verbraucherzentrale NRW würde über eine „neue sichere Karte" berichten, die in Kürze eingeführt werde. Angeblich werde damit eine Vorgabe der Europäischen Zahlungsdienstrichtlinie umgesetzt.


Tatsächlich gibt es zwar eine solche Richtlinie (PSD2). Sie trat aber bereits 2019 in Kraft. Aktuell gibt es keine Neuerung und somit auch keinen Handlungsbedarf. Der Link in der Fake-Mail sollte keinesfalls angeklickt werden, da ein schadhafter Virus dahinter verborgen sein könnte oder Kriminelle darüber die Zugangsdaten von Kund:innen abgreifen wollen, wenn diese ihre Daten dort eintippen. Die E-Mail wird am besten in den Spam-Ordner verschoben oder sofort gelöscht. Wie Verbraucher:innen betrügerische E-Mails erkennen, erklärt die Verbraucherzentrale NRW.

- Phishing-Mails erkennen
So manch betrügerische E-Mail sieht täuschend echt aus. Oft lassen sich Betrüger jedoch anhand fehlerhafter Grammatik oder Rechtschreibung erkennen, weil die Texte mit einem Übersetzungsdienst aus einer anderen Sprache übersetzt worden sind. Ein weiterer Hinweis sind Zeichenfehler, wie etwa kyrillische Buchstaben oder auch fehlende Umlaute. Ebenfalls schnell als Phishing zu erkennen sind E-Mails, die auf Englisch oder Französisch verfasst sind. Wer kein Konto bei einer Bank mit Sitz im Ausland führt, kann sicher sein, dass die eigene Bank nur auf Deutsch mit ihren Kund:innen kommuniziert.

Ein weiteres Merkmal von Phishing-Mails ist, dass sie dazu auffordern, ganz dringend und innerhalb einer bestimmten (kurzen) Frist zu handeln. Oft wird dies sogar mit einer Drohung verbunden – beispielsweise, dass sonst die Kreditkarte oder der Online-Zugang gesperrt werden.


- IP-Adresse enttarnt Betrüger
Manche Phishing-Mails sind sehr gut gemacht. Die Absender-E-Mail-Adresse scheint vertrauenswürdig, der Link im Text auch, das Deutsch ist flüssig. Trotzdem muss diese E-Mail nicht echt sein. Auch Absenderangaben von E-Mails lassen sich fälschen. Um jeden Zweifel an der Echtheit einer E-Mail auszuräumen, sollte der sogenannte Mail-Header oder Quelltext geprüft werden. Dort steht die IP-Adresse des Absenders. Nur diese ist fälschungssicher und gibt Aufschluss über den tatsächlichen Absender.
Wie das Auslesen des Headers funktioniert. erklärt die Verbraucherzentrale auf ihrer Website.

- Niemals Daten eingeben oder Links öffnen
Die Aufforderung, persönliche Daten sowie möglicherweise PIN oder TAN einzugeben, ist ein weiterer Hinweis auf eine Betrugsmasche. Banken und Online-Zahlungsdienste werden dazu niemals per E-Mail auffordern. PIN und TAN werden von Geldinstituten niemals telefonisch oder per E-Mail abgefragt; dies zählt zu den wesentlichen Sicherheitsregeln. In immer mehr Phishing-E-Mails werden die Empfänger aufgefordert, eine Datei zu öffnen, die entweder als Anhang der E-Mail direkt beigefügt ist oder alternativ über einen Link zum Download bereitsteht.

In der Regel beinhaltet diese Datei ein schädliches Programm wie einen Virus oder ein trojanisches Pferd. Daher gilt: Niemals Links in E-Mails öffnen, deren Absender unbekannt ist oder nicht zweifelsfrei seriös erscheint. Bei E-Mails mit einem Dateianhang ist grundsätzlich Misstrauen geboten. Banken versenden in der Regel keine E-Mails, sondern Briefe. Nur in Ausnahmefällen versenden sie E-Mails mit Links, auf die Empfänger:innen klicken sollen. Dann geht es beispielsweise um neue AGB, nicht aber um das Einloggen in das Kundenkonto. Auch Dateianhänge, die eine Eingabe von Daten erfordern, verschicken Banken niemals per Mail."


Weiterführende Infos und Links: Der Phishing-Radar der Verbraucherzentrale NRW fasst kontinuierlich aktuelle Betrügereien zusammen. Weitere Informationen unter: www.verbraucherzentrale.nrw/phishing Die Anleitung zum Auslesen eines E-Mail-Headers findet sich unter: www.verbraucherzentrale.de/node/6077

Haushaltsbuch hilft, Sparpotenziale zu entdecken
Strom, Gas, Lebensmittel – viele wichtige Dienstleistungen und Waren sind in den vergangenen Monaten dramatisch teurer geworden. Ähnlich hoch war die Inflation in Deutschland laut Statistischem Bundesamt zuletzt vor fast 30 Jahren. Selbst ohne diesen Effekt ist der Start in ein neues Jahr meist teuer. Das Budget ist von Geschenkeeinkäufen zusammengeschmolzen und wer Versicherungen jährlich bezahlt, bekommt im Januar oft viele Rechnungen.

Zum Jahreswechsel ist es deshalb besonders wichtig, den Überblick über die Einnahmen und Ausgaben zu behalten und rechtzeitig ein Sparguthaben aufzubauen. Der Ratgeber der Verbraucherzentrale „Das Haushaltsbuch“ hilft dabei, sich einen Überblick über die eigenen Finanzen zu verschaffen. Ein Haushaltsbuch hält schwarz auf weiß fest, wofür Monat für Monat Geld ausgegeben wird, entlarvt, in welchen Bereichen die Euros eventuell zu locker sitzen und zeigt Sparpotenziale auf. Mit den Eintragungen kann im Prinzip noch in diesem Jahr begonnen werden, da die zwölf Monats- und 54 Wochenübersichten individuell mit Datumsangaben versehen werden können.

Der Ratgeber bietet außerdem wertvolle Tipps zu Geldanlagen, Versicherungen oder Nebenjobs. Ein Haushaltsbuch zu führen, verhilft nicht unbedingt zu mehr Geld. Allerdings lässt sich so nachvollziehen, wohin es verschwindet und somit besser gegensteuern.
Der Ratgeber „Das Haushaltsbuch. Alle Finanzen im Griff. Ausgaben und Einnahmen für 12 Monate“ hat 100 Seiten und kostet 9,90 Euro. Bestellmöglichkeiten: Im Online-Shop unter www.ratgeber-verbraucherzentrale.de oder unter 0211 / 38 09-555. Der Ratgeber ist auch in den Beratungsstellen der Verbraucherzentralen und im Buchhandel erhältlich."


Preiserhöhung übersehen? Informationsschreiben und Jahresrechnungen für Strom und Gas genau prüfen
Duisburg, 10. Dezember 2021 - Eine Vielzahl von Strom- und Gasversorgern hat die Preise bereits angehoben oder Erhöhungen zum Jahreswechsel angekündigt. Nicht selten werden in diesen Wochen auch Jahresrechnungen verschickt. „Die Dynamik bei den Energiepreisen in den vergangenen Wochen war enorm, insbesondere bei Gas und die Beschaffungspreise sind weiterhin hoch“, sagt Paulina Wleklinski, Leiterin der Duisburger Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW.


„Die Kontrolle von Informationsschreiben und der Jahresrechnung ist deshalb wichtig. Denn haben Verbraucher:innen Preiserhöhungsschreiben erhalten, können sie in der Regel von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen und sich einen günstigeren Anbieter suchen. Der Wechsel in den Grundversorgungstarif des örtlichen Energieversorgers kann in manchen Kommunen beispielsweise eine preisgünstige Übergangslösung sein.“

Was bei der Prüfung der Rechnung konkret zu beachten ist, hat die Verbraucherzentrale NRW zusammengestellt.

Stimmt der Preis?
Grundpreis und Preis pro Kilowattstunde müssen mit der Vertragsbestätigung oder der jüngsten Mitteilung einer wirksamen Preisänderung übereinstimmen. Es stehen andere Preise in der Rechnung als erwartet, aber Sie haben gar kein Preisänderungsschreiben erhalten? Dann muss der Anbieter nachweisen, dass sie eine Preisänderungsmitteilung erhalten haben. Eine alleinige Hinterlegung einer Preismitteilung im Online-Portal reicht nach Ansicht der Verbraucherzentrale NRW nicht aus. Die Preisänderung ist dann unwirksam.


Sind die neuen Abschläge realistisch?
Die neuen Monatsabschläge müssen zum Verbrauch aus der letzten Abrechnung passen. Realistische Werte erhält man so: Zunächst die Zahl der Kilowattstunden auf der Jahresrechnung mit dem aktuellen Preis pro Kilowattstunde multiplizieren. Dann den sogenannten Grundpreis für das ganze Jahr addieren. Zum Schluss die entstandene Summe durch zwölf teilen.


Ist der Bonus richtig berechnet und ausbezahlt?
Beim Anbieterwechsel gibt es oft einen Bonus. Ein Sofortbonus wird in der Regel in den ersten Belieferungsmonaten ausgezahlt, ein Neukundenbonus üblicherweise mit der ersten Jahresabrechnung gutgeschrieben. Fehlt er oder wurde er falsch berechnet, sollte beim Versorger nachgehakt werden.


Fehlerhafte Abrechnung?
In Rechnungen sind eine Vielzahl von Angaben für den Anbieter verpflichtend. Anfangs- und Endzählerstand, Preis, bei Verbrauchsschätzung warum und wie geschätzt wurde und Einiges mehr. Fehlerhafte Rechnungen berechtigen aber in den meisten Fällen nicht zur Zurückbehaltung einer Nachforderung. Verbraucher:innen sollten die Rechnung beim Anbieter beanstanden, etwa per Einschreiben, den Abrechnungsfehler benennen und zur Rechnungskorrektur auffordern. Zusätzlich sollte schriftlich erklärt werden, dass der aus eigener Sicht zu hohe Anteil des geforderten Betrags nur unter Vorbehalt gezahlt wird. So können Kund:innen das zu viel gezahlte Geld später zurück verlangen, wenn sich der Fehler bestätigt.

Schlechte Erfahrungen teilen!
Die Verbraucherzentrale NRW sammelt unter www.verbraucherzentrale.nrw/kontakt-nrw Fälle von Anbietern, die Boni nicht auszahlen oder Preiserhöhungen „verstecken“. Auch Fälle, in denen der Abschlag zu hoch angesetzt wurde, sind interessant. Angenommen werden eingescannte Dokumente mit kurzer Fallschilderung und Kontaktdaten für Rückfragen. Eine Einzelfallberatung kann nicht per Mail, sondern nur in den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale NRW erfolgen."

Die Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW in Duisburg bleibt am 09.12.2021 wegen einer Betriebsversammlung geschlossen.

Besserer Schutz bei Kontopfändung
Duisburg, 08. Dezember 2021 - Die wichtigsten Änderungen zum P-Konto im Überblick Wird ein Girokonto gepfändet, kann es für Betroffene schnell existentiell eng werden: Bargeld kann nicht abgehoben, Einkäufe können nicht gezahlt, Miete und Stromkosten können nicht überwiesen werden. Damit nicht alles verloren ist, haben Betroffene die Möglichkeit, ihr Girokonto in ein Pfändungsschutzkonto umzuwandeln.
Das sogenannte P-Konto schützt Kontoguthaben bis zu einem bestimmten Freibetrag vor dem Zugriff von Gläubigern. Ab dem 1. Dezember treten Änderungen zum P-Konto in Kraft, die bessere Schutzmöglichkeiten für Verbraucher:innen beinhalten. Die Verbraucherzentrale NRW fasst die wichtigsten Neuerungen zusammen:


Gemeinschaftskonto
Gemeinschaftskonten können nicht in P-Konten umgewandelt werden. Das Guthaben auf Gemeinschaftskonten lässt sich jetzt aber innerhalb eines Monats nach der Pfändung schützen. Kontoinhaber:innen können während dieses Monats die Aufteilung des Guthabens und die Übertragung des eigenen Anteils auf ein Einzelkonto verlangen.


Umwandlung
Es gibt einen nun auch per Gesetz klar gestellten Anspruch auf Umwandlung eines Girokontos in ein P-Konto - auch ohne Pfändung und auch bei Konten im Minus. Ein P-Konto bietet automatisch einen Pfändungsschutz von 1.260 Euro je Kalendermonat. Ebenso wurde das Recht auf Rückumwandlung in ein reguläres Girokonto ausdrücklich geregelt.

Konto im Minus
Ist das Konto im Minus, konnten bislang nur Sozialleistungen und Kindergeld vor Pfändung und Verrechnung geschützt werden. Andere Einkünfte, zum Beispiel Lohn oder Rente, waren für überschuldete Kontoinhaber:innen oft nicht mehr verfügbar. Hier greift für P-Konten ab dem 1. Dezember ein gesetzliches Auf- und Verrechnungsverbot im Rahmen der geltenden Freibeträge. Diese stehen auf dem P-Konto dann im Guthaben zur Verfügung.


Verlängerte Ansparmöglichkeit
Ein nicht verbrauchter Teil des Freibetrags bleibt nun auch noch in den nächsten drei Monaten geschützt. Bislang konnte es nur einmal in den Folgemonat übertragen werden. So kann beispielsweise Geld für größere Anschaffungen gespart werden. Zusätzlich gilt das sogenannte „First In – First Out“-Prinzip: jede Abbuchung verbraucht dabei zuerst das älteste noch vorhandene Guthaben.


Bescheinigungen
Es werden neue Regelungen zur Geltungsdauer von Bescheinigungen eingeführt, sodass Kreditinstitute nicht mehr willkürlich und ohne Vorwarnung bisherige Bescheinigungen unberücksichtigt lassen können. Außerdem wird der Zugang zu Bescheinigungen erleichtert, damit mehr Kontoinhaber:innen auch tatsächlich die Freibeträge in voller gesetzlich vorgesehener Höhe zur Verfügung stehen.

Informationspflichten
Die Kreditinstitute haben nun Informationspflichten über den zur Verfügung stehenden Freibetrag und auch das im nächsten Monat pfändbar werdende Guthaben. Diese wichtigen Informationen waren bislang für Inhaber:innen von P-Konten oft nicht eindeutig erkennbar."

Weiterführende Infos und Links: Ausführliche Hinweise zu Fragen rund um das P-Konto finden Sie auf der Homepage der Verbraucherzentrale NRW unter: www.verbraucherzentrale.nrw/das-pfaendungsschutzkonto-pkonto-31097 Die Verbraucherzentrale NRW bietet in 13 Städten eine kostenlose Schuldner- und Insolvenzberatung an. Mehr Infos unter: www.verbraucherzentrale.nrw/node/1294


Umweltfreundliche Weihnachtszeit
Ratgeber gibt Tipps – Wegweiser für nachhaltiges 2022

Ein zertifizierter Bio-Weihnachtsbaum, der ohne Pestizide und Düngemittel gezogen wurde – und noch dazu aus der Region stammt und somit keine langen Transportwege hinter sich hat. Statt das Lieblingsparfüm aufwendig in Folie, Glitzer und Flitter zu verschenken lieber mit einer Umhüllung aus Naturmaterialien überraschen. Diese und jede Menge weitere Tipps für eine nachhaltige Weihnachtszeit hat der Ratgeber „Einfach nachhaltig“ der Verbraucherzentrale parat. Und er zeigt sich darüber hinaus als Wegweiser, Vorsätze für einen umweltfreundlicheren Alltag 2022 einfach in die Tat umzusetzen.


Nicht alle Lebensbereiche lassen sich problemlos nachhaltig verändern. So ist die Entfernung zum Arbeitsplatz oder die Energiebilanz der Mietwohnung eher festgelegt. Doch es genügt, erst einmal zu überlegen, was jeder und jede für sich selbst realistisch umsetzen kann. Die Leser:innen erhalten Anregungen, wie sie Abfall reduzieren, Wasser bewusster nutzen oder Energie sparen können. Außerdem stellt das Buch Alternativen zum eigenen Auto und tierischen Produkten vor. Experteninterviews, Tipps und Beispielrechnungen runden das Informationsangebot ab.


Der Ratgeber „Einfach nachhaltig. Umweltbewusst einkaufen, haushalten und leben“ hat 144 Seiten und kostet 16,90 Euro, als E-Book 12,99 Euro. Bestellmöglichkeiten: Im Online-Shop unter www.ratgeber-verbraucherzentrale.de oder unter 0211 / 38 09-555. Der Ratgeber ist auch in den Beratungsstellen der Verbraucherzentralen und im Buchhandel erhältlich."