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Archiv 2019







Kapriolen, Unwetter und Rekorde - Redaktion Harald Jeschke

 
Corona-Krise macht Vorhersagen unsicher

Weniger Flugzeuge sammeln Wetterdaten

Bonn/Duisburg, 02. April 2020 - Durch die Corona-Krise ist es zu einem dramatischen Einbruch von Wetterdaten gekommen. Verantwortlich dafür ist vor allem der Rückgang des Flugverkehrs.

Flugzeuge sammeln während ihres Fluges wichtige Wetterdaten.  Fehlende Daten von Flugzeugen sorgen dafür, dass Unwetter schwerer vorherzusagen sind. Quelle: WetterOnline

Wetterdaten sind knapp

Ein Blick nach oben zeigt es: Am ungetrübten blauen Himmel fehlen nicht nur Wolken, sondern auch Verkehrsflugzeuge. Durch die Eindämmung der Corona-Pandemie ist der Luftverkehr fast zum Erliegen gekommen. Flugzeuge haben aber zuvor zu tausenden Wetterdaten an die Bodenstationen gefunkt. „Eine geringere Anzahl von Flugzeugen in der Luft, die während ihres Fluges wichtige Wetterdaten über den Ist-Zustand der Atmosphäre sammeln, ist für die Meteorolgen ein großes Problem. Es fehlen schlichtweg Daten. Zu diesen Wetterdaten gehören Temperaturen, Windgeschwindigkeiten und -richtungen, sowie Angaben über die Luftfeuchtigkeit.“, erklärt Matthias Habel, Meteorolge und Pressesprecher von WetterOnline. 

Weniger Prognosegenauigkeit

„Im März sanken die Wetterdaten von mehr als 700.000 auf wenige Tausend pro Tag. Fehlende Datensätze sorgen dafür, dass Unwetter schwerer vorherzusagen sind. Damit erhöht sich das Risiko für Länder, die mehr Vorlauf brauchen, um sich auf Wetterkatastrophen vorzubereiten. Zudem werden Wettervorhersagen unzuverlässiger.“, so Habel.  



Zeichen stehen auf Frühlingswärme - Kaum Regen in Sicht

Bonn/Duisburg, 31. März 2020 - In den nächsten Tagen bleibt es trotz Sonne recht frisch und nachts frostig kalt. Das Wetter am Wochenende wird richtig schön und deutlich wärmer. Auch die Woche vor Ostern geht mild, aber wechselhafter weiter.

Wetter janusköpfig

Hoch KEYWAN sorgt bis Donnerstag für eine Zweiteilung beim Wetter. Während südlich des Mains häufig die Sonne scheint, ist es in der Nordhälfte bewölkter und gebietsweise fallen ein paar Tropfen. „Die Höchstwerte gehen nur zögerlich nach oben. Lediglich entlang des Rheins wird die 10-Grad-Marke überschritten. In den Nächten bleibt es weiterhin frostig. Am Freitag bringt ein Tief besonders im Norden kurzzeitig etwas wechselhafteres Wetter. Dann sind auch die kalten Nächte fast überall vorbei.“, berichtet Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline.

Auch in der nächsten Zeit scheint oft die Sonne und der Frühling läuft zur Hochform auf. Quelle: WetterOnline

Temperatursprung

Am Wochenende strömt warme Mittelmeerluft nach Deutschland. „Dadurch machen die Temperaturen einen Satz nach oben. Die Höchstwerte liegen dann häufig um 15 Grad, teils sind sogar schon 20 Grad drin. Nach derzeitigem Stand scheint fast überall die Sonne. In der Karwoche kommt die Frühlingsluft auch an den Küsten an.“, erklärt Habel. „Ab Dienstag wird es wohl von Nordwesten her wechselhafter. Jedoch bleibt uns die milde Luft wahrscheinlich noch erhalten.“, schränkt der Meteorologe ein. Viel Regen deutet sich auch bis Ostern nicht an. 

Die Frühlingssonne lässt es bald überall grünen und blühen. Quelle: WetterOnline

Regen bleibt Mangelware

Seit Mitte März hat es in einigen Landesteilen kaum geregnet und wenn die Wettermodelle recht behalten, ist auch bis weit in den April hinein verbreitet mit kaum Regen zu rechnen. Die Waldbrandgefahr bleibt somit bestehen und in manchen Regionen nimmt zumindest in den oberen Bodenschichten die Trockenheit deutlich zu.



Ein sehr sonniger, milder März mit etwas zu wenig Niederschlag

Offenbach/Duisburg, 30. März 2020 - Der März 2020 verlief in Deutschland insgesamt zu mild und bei weit über dem Durchschnitt liegendem Sonnenschein etwas zu trocken. Zwar schwächte sich die starke Tiefdrucktätigkeit über dem nordatlantisch-europäischen Raum im Vergleich zum Februar deutlich ab, dauerte aber zunächst noch weiter an. So setzte sich die windige, niederschlagsreiche und milde Westlage bis ins zweite Märzdrittel fort.
Ab der Monatsmitte bestimmte hoher Luftdruck mit viel Sonnenschein im ganzen Bundesgebiet das Wettergeschehen. Dabei wanderte in der letzten Dekade ein Hochdruckgebiet über Nordeuropa hinweg ostwärts – eine Wetterlage, wie sie im gesamten Winter nicht vorgekommen war. Dadurch gelangte mit starkem Ostwind kalte Luft aus Nordosteuropa nach Deutschland. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.

Auf zunächst warme Tage folgte ab dem 21. März ein Temperatursturz Der Temperaturdurchschnitt in Deutschland lag im März mit 5,3 Grad Celsius (°C) um 1,8 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Verglichen mit der wärmeren Periode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung nach oben 1,0 Grad. In den ersten beiden Dekaden lag Deutschland meist im Zustrom milder oder warmer Luft aus Südwest bis West.

In Garmisch-Partenkirchen kletterte das Quecksilber dabei am 12. auf 22,3 °C - der bundesweit höchste Wert im März 2020. Am 20. ging das warme Frühlingswetter mit einem Temperatursturz jäh zu Ende: Konnte man z.B. in Regensburg am 20. nachmittags noch 20 °C ablesen, so waren es am 21. nur noch 4 °C. An den Folgetagen blieben die Maxima trotz uneingeschränkten Sonnenscheins oft im einstelligen Bereich, nachts traten verbreitet mäßige, vereinzelt sogar starke Fröste auf.

Vielerorts wurden nun die tiefsten Werte des ganzen Winterhalbjahres erreicht. Carlsfeld im Erzgebirge meldete am 23. mit -11,4 °C die bundesweit tiefste Temperatur des Monats. Am 27. und 28. wurde es vorübergehend nochmals wärmer. Viel Niederschlag im Schwarzwald, im Osten deutlich trockener Der März blieb mit rund 50 Litern pro Quadratmeter (l/m²) um zehn Prozent unter seinem Soll von 57 l/m². Die niederschlagsreiche Witterung, die bereits im Februar begonnen hatte, hielt noch in den ersten beiden Märzwochen an.
Vor allem im Schwarzwald erreichten dabei manche Messstellen bis zum 10. bereits ihr Monatssoll. Dort fiel mit teils über 200 l/m² auch der bundesweit meiste Regen und Schnee. Allein am 5. kamen in Utzenfeld nahe dem Feldberg 63,0 l/m² zusammen. Zahlreiche Stationen im Osten meldeten dagegen im ganzen Monat weniger als 20 l/m².

Einer der sonnenscheinreichsten Märze seit Messbeginn 1951 Mit etwa 175 Stunden übertraf der März 2020 sein Soll von 111 Stunden um 57 Prozent. Er dürfte damit der viertsonnigste März seit Messbeginn 1951 sein. Am längsten zeigte sich die Sonne an der Nordseeküste und an der Donau mit bis zu 210 Stunden. In Oberfranken und im Allgäu schien sie dagegen örtlich weniger als 150 Stunden. Das Wetter in den Bundesländern im März 2020 (In Klammern stehen jeweils die vieljährigen Mittelwerte der intern. Referenzperiode)

Im März 2020 war Nordrhein-Westfalen mit 6,2 °C (4,5 °C) das zweitwärmste und mit etwa 70 l/m² (71 l/m²) das zweitniederschlagsreichste Bundesland. Die Sonnenscheindauer kam mit annähernd 180 Stunden auf 174 Prozent des Klimawertes (103 Stunden).

Paradox, aber wirksam: Eis als Frostschutz für Obstbäume

Bonn/Duisburg, 27. März 2020 - Sehr milde Luft hat unser Wetter im Februar und Anfang März geprägt. Daher ist die Natur bereits früh erwacht und vielerorts blühen schon die Obstbäume. Obstbauern kämpfen derzeit mit außergewöhnlichen Methoden gegen den Frost.

Temperatursturz zum Wochenstart
Der Winter hat anscheinend noch etwas nachzuholen: Nach mildem Start ins Wochenende bringt eine Kaltfront Schnee bis in tiefe Lagen. Die unterkühlte Wetterlage mit Frost und vielleicht sogar weiteren Flocken hält bis in den April hinein an. „Zum Sonntag gibt es mit einem kräftig auffrischenden Nordwind einen Temperatursturz. Die neue Woche startet frostig und verläuft kühl und überwiegend trocken, aber weniger sonnig als derzeit.“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline.
„Nachts gibt es teils Frost um minus 5 Grad, tagsüber wieder einen unangenehm kalten Wind. Ab Wochenmitte deutet sich sogar ein neuer Schwall Polarluft an. Dies würde pünktlich zum Start in den April klassisches Aprilwetter mit einem Wechsel aus Sonne und einzelnen Schneeregenschauern bedeuten.“, berichtet der Meteorologe.

In einem dicken Eispanzer sind die Obstblüten vor Frost geschützt. - Bild WetterOnline

Gefahr für Obstbäume
Frostige Nächte sind für die bereits blühenden Obstbäumen eine Gefahr. Die empfindlichen Blüten können in der eisigen Luft erfrieren. Ausgerechnet Eis erweist sich als geeigneter Schutz. Die Bäume werden bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt mit Wasser beregnet. Ganze Plantagen verwandeln sich dann in bizarre Eiswelten. Wie ein schützender Panzer legt sich das Eis um die Äste, wobei die sogenannte Erstarrungswärme entsteht. Dadurch werden die Blüten vor dem Erfrieren geschützt.
„Die Erstarrungswärme, die man auch Kristallisationswärme nennt, entsteht dann, wenn ein Stoff seinen Aggregatzustand von flüssig zu fest ändert. Wenn die Obstbäume mit einem Wassernebel berieselt werden, hält die beim Gefrieren des Wassers freiwerdende Kristallisatioswärme die Temperatur des Eises bei 0 Grad. Die darin eingschlossenen Blüten werden so vor Frost geschützt.“, erklärt Habel.

Eine andere Methode zum Schutz der Pflanzen vor Frost ist das nächtliche Aufstellen von brennenden Frostkerzen. Die Weinbauern stellen diese zwischen die Reben, damit die kleinen Feuer dort Wärme abgeben – jedes Grad zählt.


Obstbauern besprühen die Bäume mit Wasser, um die Blüten mit Eis zu bedecken, damit sind diese vor Frost geschützt - Bild WetterOnline

Pflanzen im Garten
Gartenfreunde müssen sich in den kommenden Nächten um ihre Freilandpflanzen sorgen. Wer schon Spinat, frühe Karotten, Radieschen oder Zwiebeln ausgesät hat, sollte diese zur Sicherheit mit Folie abdecken, um Frostschäden zu vermeiden. Empfindliche Topfpflanzen sollte man besser noch einmal ins Haus holen, wenn Platz dafür da ist.

Am Sonntag werden die Uhren vorgestellt

Seit mehr als 40 Jahren geht es mit Mini-Jetlag in die Sommerzeit

Am Sonntagmorgen wird die Uhr um eine Stunde vorgestellt. Tipp: Im Frühjar Plus - Im Herbst Minus. Für den Körper ist die Zeitumstellung, egal ob im März oder im Oktober, ein wenig anstrengend - Bild WetterOnline

Bonn/Duisburg, 26. März 2020 - Jährlich wird die Uhr am frühen Morgen des letzten Sonntages im März von 2 auf 3 Uhr vorgestellt. In diesem Jahr ist das am 29. März der Fall. Damit wird es dann morgens später hell und abends später dunkel. Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe bei WetterOnline, erklärt: „Die meisten Menschen hätten am liebsten das ganze Jahr über die Sommerzeit. Jedoch wäre eine ganzjährige Winterzeit biologisch gesehen viel gesünder für uns, weil sie besser zu unserem Tagesrhythmus passt.“  

Eine Stunde Schlaf geraubt. Ein Großteil der Deutschen lehnt die Zeitumstellung ab.
Bild WetterOnline

Zeitumstellung – auch die innere Uhr wird gestört
Anfang 2019 sprach sich das EU-Parlament für eine Abschaffung der Zeitumstellung im Jahr 2021 aus. Ob sich die Mitgliedsstaaten bis dahin auf eine einheitliche Regelung geeinigt haben, steht noch im Raum. Der Grund für die Abschaffung: Ein Großteil der deutschen Bevölkerung lehnt mittlerweile die Zeitumstellung generell ab. Dies hat meist eine biologische Ursache: Die „innere Uhr“.
Diese steuert den Stoffwechsel und den Schlaf-Wach-Rhythmus und wird durcheinandergebracht. Der Körper braucht oftmals ein bis zwei Wochen, um sich auf die neue Zeit einzustellen. Auch in den Köpfen sorgt die Zeitumstellung für Verwirrung, selbst wenn mittlerweile Smartphones, Computer und Co. die neue Uhrzeit automatisch anpassen.

Energie sparen durch die Sommerzeit?
Warum müssen wir überhaupt Jahr für Jahr unsere Uhren auf die Sommerzeit umstellen? Ihren Ursprung hat die Sommerzeit im Kriegsjahr 1916, als man im deutschen Kaiserreich versuchte, durch das längere Tageslicht Energie zu sparen. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Zeitumstellung mehrmals ab- und wieder angeschafft. Schon seit mehr als 40 Jahren stellen wir nun regelmäßig im März unsere Uhr auf die Sommerzeit um.
Die Idee Energie zu sparen hat sich allerdings als Illusion entpuppt: Zwar ist es im Sommer länger hell, weshalb wir weniger Strom für die Beleuchtung verbrauchen, dafür wird jedoch im Frühjahr und Herbst in den Morgenstunden mehr Energie für das Heizen benötigt – die Umstellung dient demnach nicht einmal dem Geldbeutel. 
 

Sonntag: Schnee bis in tiefere Lagen- Spätwinter will nicht weichen

Schneefallgrenze sinkt

Besonders in den Staulagen der Nordalpen sind von Sonntag bis Dienstag stellenweise mehr als 30 Zentimeter Neuschnee wahrscheinlich. Quelle: WetterOnline


Bonn/Duisburg, 26. März 2020 - Der Spätwinter will sich noch nicht endgültig verabschieden. „Am Sonntag dreht der Wind auf Nord und lenkt erneut Polarluft zu uns. Dabei rieseln regional bis ins Flachland Flocken, meist wird das in Form von kurzen Schauern sein. Teils sind diese auch mit Graupel vermischt.“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline.

„Zuerst gibt es in den östlichen Mittelgebirgen ein paar Zentimeter Neuschnee. Südlich der Donau schneit es zunächst oberhalb von 800 bis 1000 Meter Höhe. Im Tagesverlauf wird es dort von Norden her kälter, sodass die Schneefallgrenze bis in tiefere Lagen sinkt. Dann wird es wahrscheinlich auch im Großraum München weiß. Der Schneefall in den Allgäuer und Bayerischen Alpen hält längere Zeit an. Nach jetzigem Stand kommen von Sonntag bis Dienstag 20 bis 40 Zentimeter Neuschnee zusammen.“, berichtet Habel. Es ist durchaus möglich, dass nur der Osten und Südosten etwas Schnee abbekommen. Andere Wettermodelle berechnen auch für den Westen Niederschläge.

Sonntag: Schnee bis in tiefere Lagen. Quelle: WetterOnline

 

Deutscher Wetterdienst erfüllt seine Kernaufgaben trotz Corona-Krise

 Offenbach/Duisburg, 26. März 2020 – Der Deutsche Wetterdienst (DWD) kann trotz der weltweiten Corona-Pandemie seine zentralen gesetzlichen Aufgaben nach wie vor erfüllen. Dazu gehören vor allem die Warnung der Bevölkerung vor Wettergefahren, die Unterstützung des Katastrophenschutzes bei gefährlichen Wetterlagen und die Sicherung des Land-, Luft- und Seeverkehrs durch meteorologische Informationen und Beratungen.

Prof. Dr. Gerhard Adrian, Präsident des DWD: „Unser wichtigstes Ziel ist, alle für die Daseinsvorsorge und den Betrieb der Infrastrukturen in Deutschland unverzichtbaren Aufgaben des DWD auch in der Corona-Krise rund um die Uhr zu erfüllen.“ Der DWD hoffe, dieses Ziel auch bei steigenden Zahlen kranker oder unter Quarantäne stehender Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erreichen zu können - durch flexiblen Personaleinsatz und die Priorisierung von Aufgaben sowie eine Anpassung betrieblicher Abläufe.
Adrian: „Die Beschäftigten des Deutschen Wetterdienstes in ganz Deutschland haben in dieser außergewöhnlichen Lage die Ärmel hochgekrempelt. Das Team zeigt einen enormen Einsatz und die notwendige Flexibilität - obwohl das für viele Mitarbeitenden und ihre Familien sehr belastend ist. Ich bin deshalb optimistisch, dass wir unsere Aufgaben auch weiterhin erfüllen können.“

Beim DWD arbeiten - um das Ansteckungsrisiko zu minimieren und die Gefahr der Schließung von sicherheitsrelevanten Bereichen im DWD einzugrenzen - bisher rund 750 der etwa 2300 Beschäftigten zeitweise oder ganz im Homeoffice. Der nationale Wetterdienst hat ein rund 500 Expertinnen und Experten umfassendes Notfallteam zusammengestellt, um zum Beispiel den 24stündigen Betrieb seiner umfangreichen Infrastruktur einschließlich Großrechenzentrum, der Wettervorhersagebereiche und vor allem der Flugwetterwarten an den wichtigsten deutschen Flughäfen sicher zu stellen.
Ohne Wetterbeobachtung vor Ort müssten die Flughäfen schließen. Adrian: „Wir sind froh, dass bisher nur eine Handvoll Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Quarantäne sind.“ Mit der weiteren Ausbreitung der Epidemie in Deutschland dürfte die Personalsituation aber auch beim DWD schrittweise kritischer werden. Der DWD-Krisenstab bereitet sich bereits in Abstimmung mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur darauf vor. Falls Leistungen eingeschränkt werden müssten, wird der DWD seine Partner, Kunden und die Öffentlichkeit kurzfristig informieren.

Trotz Frost kaum Reif und Eis

Sibirische Luft und Sonnenstand Verursacher


Bonn/Duisburg, 25. März 2020 - Vielleicht ist es dem einen oder anderen schon aufgefallen: Trotz verbreitet frostigen Nächten gibt es morgens kaum Raueis auf den Wiesen. Auch die Pfützen frieren bei deutlichen Minusgraden vielfach nicht zu. Doch für beide Phänomene gibt es einfache Erklärungen.

Sibirische Kontinentalluft 

Das sonnige Hochdruckwetter mit vielfach klarer und sauberer Luft hält noch bis zum Ende der Woche an. Sonne, blauer Himmel und Nachfrost begleiten uns also weiterhin. „Der morgenliche Spaziergänger kann zurzeit feststellen, dass sich über Nacht weder Reif auf den Wiesen noch Eis auf den Pfützen gebildet hat, obwohl ausreichende Minusgrade herrschten. Gründ dafür sind die Luftfeuchtigkeit und der Sonnenstand“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline.
„Reif entsteht, wenn sich das gasförmige Wasser in der Luft bei frostigen Temperaturen an Gegenständen anlagert. Dafür wird jedoch eine hohe Luftfeuchtigkeit gebraucht, die man im Winter normalerweise auch hat. Die derzeit in Deutschland vorherrschende sibirische Kontinentalluft ist dagegen sehr trocken, wodurch nicht genug Feuchtigkeit für den Raureif zur Verfügung steht.“, erläutert Habel. 

Auf den Wiesen findet sich trotz der nächtlichen Minusgrade derzeit morgens kaum Raureif. Quelle: WetterOnline

Märzsonne schon stark

Auch für das fehlende Eis auf Pfützen und Gewässern gibt es eine einfache Erklärung. „Nach den sonnigen Tagen mit der schon kräftigen Märzsonne ist der Boden und damit auch das Wasser nachts viel zu warm für die Eisbildung. Auch zwölf Stunden mit ordentlichen Minusgraden reichen meist nicht aus, um den Boden und das Wasser ausreichend abzukühlen.“, weiß der Meteoroge. 

Ausblick

Nach kurzer Erwärmung lässt der Märzwinter noch mal seine Muskeln spielen. Besonders im Süden kann es sogar weiß werden. Nächste Woche übernimmt wieder ein Hoch die Regie. Die Temperaturen bleiben allerdings verhalten.

Hoch JÜRGEN zieht sich in den kommenden Tagen langsam zurück. Dadurch zieren zunehmend Wolken den blauen Himmel. Es bleibt jedoch trocken. Am Tag wird es mit Spitzenwerten bis zu 17 Grad milder, auch in den Nächten friert es seltener. Das Wochenende beginnt noch recht freundlich.
Ein auf Nord drehender Wind kündigt aber schon den nächsten Kälterückfall an. Der Sonntag bringt bei einem kräftigen Wind dann besonders in der Südhälfte wohl häufiger Niederschlag. Dabei sinkt die Schneefallgrenze von Norden her immer weiter ab. 

Nach derzeitigem Stand startet die neue Woche im Süden mit einer weißen Überraschung. Auch in anderen Landesteilen sind ein paar Flocken nicht ausgeschlossen. Spitzenwerte von rund 5 Grad und ein böiger Wind erinnern landesweit eher an den Spätwinter.
Im weiteren Wochenverlauf verdrängt Hoch KEYWAN die Wolken und es setzt sich wieder trockenes und vielfach sonniges Wetter durch. Mit den Temperaturen geht es dabei nur zögernd bergauf. Besonders im Norden bleibt Regen bis in den April hinein so erst einmal Mangelware. 


Freunde des Matsches im Glück! Auf Pfützen bildet sich derzeit dem Frost zum Trotz kein Eis. Quelle: WetterOnline

Spannungsreiches Wetter

Trockene Luft sorgt für Aufladung


Bonn/Duisburg, 24. März 2020 - Wenn’s plötzlich funkt oder einem die Haare zu Berge stehen, dann muss das nicht immer an starken Gefühlen liegen: Jeder kennt den kribbelnden Stromschlag, wenn wir metallische Gegenstände oder andere Personen berühren. Doch wie kommt es eigentlich dazu?

Mehrere 10.000 Volt
„Hoch JÜRGEN beschert uns fast landesweit sehr trockene Luft. Besonders nachdem wir uns eine Jacke an- oder ausgezogen haben, bekommen wir schnell ‚einen gewischt‘. Wir haben knisterndes Stromschlagwetter.“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline. „Bekommen wir ‚einen gewischt‘, dann baut sich kurzzeitig eine Spannung von mehreren 10.000 Volt auf, die sich zwischen unserem Körper und einem Objekt blitzartig entlädt – wir spüren den elektrischen Schlag. Bei Dunkelheit sind sogar kleine Blitze sichtbar!“ Grund zur Sorge besteht aber nicht: Die Stromschläge sind zwar mitunter ziemlich unangenehm und erschrecken uns, sie sind aber nicht gefährlich.

Bekommen wir "einen gewischt", dann baut sich kurzzeitig eine Spannung von über 10.000 Volt auf. Die trockene Luft macht‘s möglich. Quelle: WetterOnline


Warum es bei Kälte öfter mal knistert
Ursache für die kleinen Elektroschocks ist elektrostatische Entladung. Denn normalerweise gleichen sich positive und negative Ladungen permanent über die Luftfeuchtigkeit und die feuchte Haut aus. In der kälteren Jahreszeit ist die Luftfeuchtigkeit jedoch sehr viel geringer als im Sommer und auch die Haut trockener, sodass kein Ladungsaustausch stattfinden kann: Der Körper lädt sich auf, bis sich die Elektrizität mit der Berührung eines leitenden Gegenstandes oder eines anders geladenen Menschen auf einen Schlag durch einen Blitz entlädt. Das kann beim Berühren der Türklinke der Fall sein oder auch bei einem Kuss.


Derzeit haben wir knisterndes "Stromschlag-Wetter". Quelle: WetterOnline

Je später der Tag, desto mehr knistert das Wetter
Das Risiko, „einen gewischt“ zu bekommen, steigt und fällt übrigens auch mit der Tageszeit: An kalten Tagen ist die Wahrscheinlichkeit für Knisterwetter am Nachmittag höher als am Vormittag. Mit leicht ansteigenden Temperaturen nimmt der Feuchtigkeitsgehalt der Luft im Tagesverlauf ab und ist nachmittags am niedrigsten. Erst in der Nacht steigt er allmählich wieder an.


Schutz vor dem Schock
Um sich vor den unangenehmen Mini-Schocks zu schützen, hilft es vor allem, die Luftfeuchtigkeit in den Räumen zu erhöhen. Doch Vorsicht, lüften hilft nicht, da so noch mehr trockene Luft in den Raum gelangen würde. Zusätzlich gibt es einen wirkungsvollen Trick, wie Matthias Habel weiß: „Wer zwischendurch immer mal wieder geerdete Gegenstände, wie etwa Heizkörper berührt, kann die Ladung im Körper reduzieren. Wer beim Aussteigen aus dem Auto den Stromschlag verhindern möchte, sollte die Karosserie mit einer Hand oder dem metallischen Autoschlüssel berühren, bevor er einen Fuß auf den Boden setzt.“


Wetterlage macht es möglich: Luft so sauber wie lange nicht

Bonn/Duisburg, 23. März 2020 - Glasklare Luft und gute Fernsicht - derzeit ist die Luftverschmutzung gering. Der Hauptgrund hierfür ist die Wetterlage und nicht etwa die Folge der Corona-Krise. Luftreinheit und Ausbreitung des Virus könnten aber zusammenhängen.

Aktuelle Wetterlage: Ein Hoch über dem Baltikum führt trockene Polarluft nach Mitteleuropa. Quelle WetterOnline

Feinstaub- und Schwefeldioxidbelastung niedrig
Beim Blick aus dem Fenster lässt sich die klare, ungetrübte Luft unschwer erkennen. „Fast im ganzen Land liegt die Fernsicht derzeit bei 50 Kilometer und mehr. Sowohl die Feinstaubkonzentration als auch die von Schwefeldioxid ist sehr niedrig.“, stellt Matthias Habel, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline, fest und erklärt: „Luftschadstoffe entstehen in erster Linie durch den Straßenverkehr und durch die Verbrennung fossiler Energieträger.“

Der tiefblaue Himmel ist aktuell ein gutes Indiz für die klare und reine Luft. Quelle WetterOnline

Klare und reine Luft aus Sibirien
Das geringere Verkehrsaufkommen und die zum großen Teil still gelegte Wirtschaft hat mit Sicherheit einen Einfluss auf die Konzentration von Staub und Schadstoffen in der Luft. „Die aktuelle Wetterlage ist allerdings viel wichtiger. Am Rande eines kräftigen Hochs über dem Baltikum wird im Uhrzeigersinn trockene und kalte Polarluft aus Sibirien nach Mitteleuropa geführt. Diese ist sehr klar und rein. Hinzu kommt ein böiger Ostwind, der einer sogenannten Inversion keine Chance lässt. Unter einer solchen würde die Konzentration von Staub, Ruß und Dreck rasant zunehmen, weil der Wind nur gering ist und die vorhandene Luft daher nicht ausgetauscht wird.“, weiß Habel.


Luftverschmutzung: Einfluss auf Verbreitung des Virus möglich
Der Grad der Luftverschmutzung hat aber wohl einen Einfluss auf die Verbreitung des Virus. Italienische Wissenschaftler haben festgestellt, dass ein Zusammenhang zwischen der Luftverschmutzung und der Häufigkeit von Covid-19-Fällen bestehen könnte. So könnten sich die Viren besonders in feuchter Luft auf Feinstaubpartikeln mehrere Tage halten und durch den Wind verbreitet werden. In der italienischen Poebene waren genau diese Bedingungen zuletzt gegeben.


Wärme und besonders trockene Luft würden demnach dafür sorgen, dass das Virus nicht so lange auf den Feinstaubpartikeln durchhalten könnte. Sollte sich die Studie bestätigen, so würde die derzeitige Wetterlage mit der trockenen Luft und wenig Staub die Ausbreitung des Virus bremsen.



Wetter und Klima wird weltweit extremer

Klimavorhersagen für 10 Jahre im Voraus

Offenbach/Duisburg, 17. März 2020 - “Der Klimawandel hat sich auf der gesellschaftlichen und politischen Tagesordnung einen festen Platz erobert – in Deutschland und auch nahezu weltweit“, erklärt Prof. Dr. Gerhard Adrian, Präsident der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und des DWD anlässlich der jährlichen Klima-Pressekonferenz des nationalen Wetterdienstes. Das habe mit wissenschaftlich gewonnenen Klimafakten zu tun.

“Wir sind die erste Generation, die die Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels so umfassend messen, beobachten und wissenschaftlich analysieren kann. Dieses Wissen ist in der Welt und lässt sich nicht mehr unter den Tisch kehren. Wir sind aber auch die erste Generation, die am eigenen Leib die Folgen der menschengemachten Erderwärmung erlebt.“
Mit Blick auf den globalen Klimawandel und Klimaschutz zieht der WMO-Präsident ein drastisches Fazit: Präsident ein drastisches Fazit: Präsident ein drastisches Fazit: Präsident ein drastisches Fazit: „Alle wichtigen Stellschrauben drehen sich unverändert in die falsche Richtung!“

Die Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre nehme immer noch zu, die weltweite Mitteltemperatur steige weiterhin an und gleiches gelte für den mittleren Anstieg des globalen Meeresspiegels. Adrian: „Die Menschheit hat die Sturmglocken bisher noch nicht hören wollen. Unser Wetter und Klima wird extremer - weltweit, in Europa und hierzulande.“
Global betrachtet war das Jahr 2019 das zweitwärmste, waren die vergangenen fünf Jahre die wärmsten und war die Dekade 2010 bis 2019 die bisher wärmste seit dem Vorliegen weltweiter Aufzeichnungen im Jahr 1850. DWD berechnet erstmals Klimavorhersagen für die kommenden zehn Jahre Angesichts dieser Fakten stelle sich die Frage, mit welchen Folgen des Klimawandels Deutschland und die Welt bereits mittelfristig rechnen müssen.
Antworten darauf könnten die neuen dekadischen Klimavorhersagen des DWD für Deutschland und die Welt geben. Tobias Fuchs, Leiter der Klimatologie des DWD: „Unsere neuen Klimavorhersagen für die kommenden zehn Jahre füllen die Lücke zwischen bereits genutzten Klimavorhersagen für die nächsten Monate und langfristigen Klimaprojektionen bis zum Ende des Jahrhunderts. Sie können damit zum Beispiel Entscheidern in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft helfen, jetzt schon Investitionsentscheidungen an den Klimawandel anzupassen.“
Der DWD hat das vom Bundesministerium für Bi Bildung und Forschung geförderte Forschungsprojekt zu dekadischen Kl Klimavorhersagen nun in den operationellen Betrieb überführt und veröffentlicht die Ergebnisse auf seiner Internetseite ww www.dwd.de/klimavorhersagen.

Temperaturplus von 1,5-2,0 Grad in Deutschland im Zeitraum 2025-2029?
Die aktuelle dekadische Klimavorhersage für Deutschland (Abb. 1) zeige, dass es im Jahr 2020 in allen deutschen Regionen um 1,0-1,5 Grad wärmer werden könne als im Mittel der Referenzperiode 1981-2010.
Im Fünfjahresmittel 2025-2029 erwarte die Klimavorhersage im westlichen und östlichen Teil Deutschlands sogar 1,5-2,0 Grad höhere Temperaturen. Berechnungen des Niederschlags der kommenden zehn Jahre deuten an, dass zum Beispiel im Jahr 2020 hierzulande mit durchschnittlichen Niederschlägen gerechnet werden kann, der Fünfjahreszeitraum 2020-2024 aber wohl zu trocken ausfällt. Vergleichbare Klimavorhersagen berechnet der DWD ab sofort auch für Europa und die Welt.
Wer profitiert davon?
Fuchs: „Potentielle Anwender dekadischer Klimavorhersagen sind zum Beispiel Wasserwerke, wenn es um die Sicherung der Trinkwasserversorgung bei absehbar niederschlagsarmen Jahren geht.“ Aber auch die Land- und Forstwirtschaft könne sich bei der Auswahl des Saatguts oder der vorbeugenden Schädlingsbekämpfung frühzeitig auf trockenere oder warme Zeiträume einstellen.
Für die Energiewirtschaft und Betreiber erneuerbarer Energien könnten dekadische Klimavorhersagen bei der Planung von Reserveleistungen für windarme Jahre sinnvoll sein. Einsatzkräfte wie das THW oder Hilfsorganisationen wie das Deutsche Rote Kreuz, die auch weltweit agieren, könnten sich bei laufenden Hilfsaktionen frühzeitig auf absehbare klimatische Extreme wie Hitze oder Dürre einstellen.

DWD stellt neue Starkregenstatistik
für Deutschland vor Ein weiteres neues Angebot des nationalen Wetterdienstes ist eine Starkregenstatistik für Deutschland. Sie erfasst vor allem mit Hilfe des Wetterradarverbunds des DWD erstmals flächendeckend Starkniederschläge - bisher für den Zeitraum 2001-2018. Ein erstes Ergebnis sei, so DWD-Experte Dr. Thomas Deutschländer, dass Starkniederschläge in Deutschland bevorzugt in der warmen Jahreszeit von Mai bis September auftreten. Der bisherige Spitzenwert stammt dabei aus dem Juli 2006 mit insgesamt 867 Ereignissen. Ein weiteres interessantes Detail sei, dass es im Jahr 2018 erstmals in diesem Jahrhundert hierzulande überdurchschnittlich viele Starkniederschlagsereignisse in einem zu warmen und gleichzeitig zu trockenen Sommer gegeben habe.

In den bisher vergleichbaren Sommern der Jahre 2003, 2013 und 2015 beobachtete der DWD nur durchschnittliche Häufigkeiten von Starkniederschlägen. Sollte sich diese Anomalie im vergleichbaren Sommer 2019 wiederholt haben, könnte das ein Signal dafür sein, dass der Klimawandel selbst in warmen und zugleich trockenen Sommern für ein Plus an Starkregenereignissen sorgt.

Deutschländer: „Das entspräche den Erwartungen der Klimaforscher, dass unsere Sommer künftig sehr stark geprägt sind durch eine Abfolge von Tagen mit extremen Niederschlägen und dann wieder längeren Trockenphasen mit Dürregefahr.“ Obwohl sich mit dem bisher nur 18jährigen Beobachtungszeitraum noch keine Trends ableiten ließen, ist der DWD-Experte überzeugt: „Der Katastrophenschutz, die Wasser- und Versicherungswirtschaft, Stadtplaner oder die Landwirtschaft können diese regional und deutschlandweit sowie differenziert für einzelne Monate vorliegenden Daten zu Starkregenereignissen bei ihren Planungen heute schon sinnvoll nutzen.“


Quelle DWD

DWD-Bilanz des Jahres 2019
Das Jahr 2019 war mit einer Mitteltemperatur von 10,3 Grad Celsius (° C) in Deutschland zusammen mit dem Jahr 2014 das zweitwärmste Jahr seit Beginn der inzwischen 139-jährigen Temperaturzeitreihe (Abb.3). Elf der zwölf Monate des Jahres 2019 waren zu warm. Es war verglichen mit dem Mittelwert der internationalen Referenzperiode 1961-1990 von 8,2 °C 2,1 Grad zu warm. Neun der zehn wärmsten Jahre in Deutschland traten in den vergangenen 20 Jahren auf. Seit Beginn der Aufzeichnungen 1881 beträgt der Erwärmungstrend hierzulande +1,6 Grad oder 0,11 Grad pro Jahrzehnt.

Die verstärkte Temperaturzunahme der jüngeren Vergangenheit vermittelt eine andere Zahl: Seit 1970 wurde es 0,37 Grad pro Dekade wärmer. Vom 24. bis 26. Juli 2019 traten im Westen Deutschlands an drei aufeinanderfolgenden Tagen Höchsttemperaturen von über 40 °C auf. Am 25. Juli erreichte die Hitze in weiten Teilen Deutschlands ihren Höhepunkt. Insgesamt meldeten am 25. Juli 24 Stationen Temperaturmaxima von 40 °C oder mehr.

Neuer Rekordhalter in Deutschland ist nun die Station Lingen im Emsland mit einer Temperatur von 42,6 °C. Zum Niederschlag: Im Vergleich zu den vieljährigen Mittelwerten der Referenzperiode waren 2019 fünf Monate zu nass und sieben zu trocken. In der Summe ergibt sich für das gesamte Jahr mit 735 Litern pro Quadratmeter (l/m2) Niederschlag im Flächenmittel von Deutschland ein Defizit von knapp 54 l/m2 oder 6,8 Prozent.
In der für das Pflanzenwachstum besonders wichtigen Zeit von April bis September fielen im Deutschlandmittel etwa 83 l/m2 weniger Niederschlag als im Referenzzeitraum 1961-1990. Allein in den Monaten Juni, Juli und August betrug das Defizit in der Summe 65 l/m2, das sind rund 27 Prozent. Hitze und Trockenheit prägten wohl am stärksten das Wetter-und Klima-Jahr 2019.

Weitere markante meteorologische Extreme in Deutschland waren die starken und anhaltenden Schneefälle im Jahr 2019. Weitere markante meteorologische Extreme in Deutschland waren die starken und anhaltenden Schneefälle im Nordstau der Alpen sowie einiger Mittelgebirge in der ersten Januarhälfte, die lange Serie von Sturmtiefs mit Böen bis hin zur Orkanstärke von Anfang bis Mitte März oder Tief Jahr 2019. Weitere markante meteorologische Extreme in Deutschland waren waren die starken und anhaltenden Schneefälle im Jahr 2019.

Weitere markante meteorologische Extreme in Deutschland waren die starken und anhaltenden Schneefälle im Nordstau der Alpen sowie einiger Mittelgebirge in der ersten Januarhälfte, die lange Serie von Sturmtiefs mit Böen bis hin zur Orkanstärke von Anfang bis Mitte März oder Tief „Axel“, das Mitte Mai weiten Teilen Deutschlands Stark- und Dauerniederschläge mit Wiederkehrzeiten von zum Teil über 1 100 Jahren brachte.

Natur im Frühlingsmodus

Risiko später Wintereinbruch

Bonn/Duisburg, 16. März 2020 – Flora und Fauna sind auf Frühling eingestellt. Die ersten Vögel fangen bereits mit dem Nestbau an. Damit folgen sie einem Trend der vergangenen Jahre. Jedoch hat dies nicht nur Vorteile, sondern je nach Wetterlage auch Nachteile.

Ein später Wintereinbruch bedeutet Stress für Flora und Fauna. Quelle: WetterOnline

Auf 20 Grad folgt Frost
Der Winter 2019/2020 ist der zweitwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gewesen. Und auch der meteorologische Frühling startete vergleichsweise mild. Die Natur hat entsprechend auf den Wärmestart reagiert.
„In den nächsten Tagen geht es mit den Temperaturen dann weiter und steil bergauf. Bereits am Montag erwärmt sich die Luft fast im ganzen Land auf 15, am Oberrhein bis nahe 20 Grad. Bis Wochenmitte wird es sogar noch etwas wärmer. Dann sind selbst in Hamburg 17 Grad und im Süden örtlich über 20 Grad möglich.“, berichtet Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline, und fährt fort: „Dabei gibt es meist einen freundlichen Mix aus Sonne und einigen Wolkenfeldern. Nur vereinzelt ist auch mal ein kurzer Regenguss dabei. Am Donnerstag kündigt sich im Norden jedoch eine markante Kaltfront an.

"Pünktlich" zum kalendarischen Frühlingsanfang am Freitag legt der Lenz dann eine Bruchlandung hin. Die Temperaturen gehen mit einfließender Polarluft um über zehn Grad zurück.“ Dieser späte Wintereinbruch stellt ein hohes Risiko für Flora und Fauna dar.

Blaumeisen fangen gebietsweise mit dem Bau ihres Nestes an. Quelle: WetterOnline

Nestbau bereits gestartet
Das milde Frühjahr hat bereits einige Vogelarten zum Nestbau motiviert. „Besonders Amseln und Kohlmeisen reagieren flexibler auf die Witterung und bereiten sich schon jetzt auf das Brüten vor. Dadurch verbessern sie ihre Fortpflanzungschancen, indem sie eine Brut mehr im Jahr einschieben.“, weiß Habel.
„Ob frühes Brüten ein Vorteil ist, hängt aber davon ab, wie sich das Wetter weiterentwickelt.“, schränkt er ein. Auch Zugvögel wie Star, Kranich oder Feldlerche, die im Mittelmeerraum überwintern, kehren wegen des frühen Frühlings eher zurück. Im Vergleich zu 1959 kommen diese Zugvögel im Schnitt sieben Tage eher aus ihren Winterquartieren zurück. Eine frühere Rückkehr der Zugvögel führt im Normalfall auch zu einem früheren Brutbeginn dieser Arten.

Es gibt aber einige Vogelarten, die über die Sahara zu uns gelangen. Die großen Distanzen bewirken, dass die Vögel stur nach Kalender losfliegen. In warmen Jahren kommt dadurch der Kuckuck zu spät. Seine Eier kann er dann nicht mehr in fremde Nester schmuggeln, weil seine Wirtsvögel früher angefangen haben zu brüten.

Risiko Wintereinbruch

Derzeit sind Insekten schon früher aktiv und einige Insektenarten, die als erwachsene Tiere überwintern, haben besser überlebt. Die Nahrungssuche stellt kein Problem dar – solange es warm bleibt. Ein Risiko ist allerdings ein später Wintereinbruch im März, wie er sich derzeit abzeichnet. Denn für viele Insekten ist ein Kälteeinbruch lebensgefährlich. Dann finden Vögel und andere Insektenfresser nicht genug Nahrung. Im schlimmsten Fall geben die Brutpaare dann wegen Nahrungsmangel ihre Eier auf.

Wetterumstellung in Sicht

Zeit der Tiefs geht zu Ende

Bonn/Duisburg, 11. März 2020 – Regen und Sturm verabschieden sich bald. Die atlantischen Tiefs ziehen sich immer mehr zurück. Hochs bringen vermehrt freundliches und recht mildes Wetter nach Deutschland. Es deutet sich sogar ein richtiger Frühlingsdurchbruch an.


Mit der Woche wechselt die Wetterlage

Zum Wochenwechsel stellt sich die Wetterlage um. „Die Prognosen gleich mehrerer Wettermodelle berechnen ein Ende der kräftigen Tiefs über dem Nordatlantik. Dann übernehmen Hochs über Europa immer mehr die Regie und bringen uns deutlich ruhigeres Wetter als zuletzt. In den kommenden Tagen werden uns Wind und Regen zwar zunächst noch begleiten. Die Sonne scheint aber immer häufiger und es wird insgesamt trockener. Besonders am Wochenende erwartet uns verbreitet freundliches Wetter, denn ein Hoch liegt dann genau über Deutschland. Dazu wird es frühlingshaft mild mit Werten um 15 Grad in der Westhälfte.“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline.
„Dieses Hoch ist aber nur von kurzer Dauer. Zu Beginn der neuen Woche ziehen nochmals aus Nordwesten Wetterfronten mit leichtem Regen durch. Die Temperaturen gehen aber wohl nicht nennenswert zurück.“, schränkt Habel etwas ein.

Der Frühling kommt mit großen Schritten. In der nächsten Woche sind sogar bis zu 20 Grad drin. Foto WetterOnline

Aussicht auf Frühlingswetter

Anschließend stehen die Chancen für den ersten richtigen Frühlingsdurchbruch nicht schlecht. Zur Wochenmitte stellt sich eine stabile Hochdruckwetterlage ein, die Regenwolken auch in den folgenden Tagen von uns fernhält. Dabei gibt es erneut blauen Himmel mit viel Sonnenschein. Durch die immer stärker werdende Sonne und die einfließende milde Luft kommen wahrscheinlich erste Frühlingsgefühle auf. Wie warm es letztlich wird, ist noch offen. Relativ sicher ist aber, dass die trockenen und freundlichen Abschnitte zunehmen.

In der kommenden Woche wird es häufiger blauen Himmel geben. Foto WetterOnline

Abschwächung des Polarwirbels Ursache der Umstellung

Im Frühling findet eine Umstellung der Großwetterlage oft Ende März oder Anfang April statt. Ursache hierfür ist der sogenannte Polarwirbel, der in der Winterzeit häufig Tiefs nach Mitteleuropa lenkt. Beim Polarwirbel handelt es sich um ein großräumiges, hochreichendes Tief, das eine große Rolle in der atmosphärischen Zirkulation spielt. Wenn sich der Polarwirbel im Frühling wie üblich abschwächt, gelangen auch weniger Tiefs zu uns. Die Wetterlage wird dann meist ruhiger und stabiler.

Hochwasserlage verschärft sich

Pegel vieler Flüsse und Bäche steigen weiter an

Bonn/Duisburg, 6. März 2020 – Atlantische Tiefs sorgen für Dauerregen. Die bereits gesättigten Böden können den ergiebigen Niederschlag nicht mehr aufnehmen. Ein sprunghafter Anstieg der Pegelstände ist möglich.

Wasser steigt rasant
Wegen des vielen Regens steigen die Wasserstände vieler Flüsse deutlich an. „Es steht eine längere nasse Phase bevor und es hört nur zwischendurch kurz auf zu regnen. Tiefs über dem Atlantik schicken immer wieder Wolken und Regen mit viel Wind ins Land. Da viele Böden aber bereits gesättigt sind, fließt das Wasser direkt in die Flüsse und Bäche. Somit steigen die Pegel immer weiter an.“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline.

Die Rheinwiesen in Köln stehen schon unter Wasser. Quelle: WetterOnline


"Am Main, an der Saar und an der Mosel sowie an deren Nebenflüssen gibt es stellenweise bereits Hochwasser. Bis Sonntag nimmt die Hochwassergefahr im gesamten Gebiet von Donau, Rhein und Weser deutlich zu. Ein sprunghafter Anstieg der Pegelstände ist bei ungünstigen Bedingungen möglich. Die instabile Wetterlage lässt eine genaue Prognose über den Höhepunkt der Hochwassersituation nicht zu.“

Auch die Mosel ist bereits über die Ufer getreten. Quelle: WetterOnline

Flugwetterdienst des Deutschen Wetterdienstes rezertifiziert

Offenbach/Duisburg, 4. März 2020 – Die meteorologische Sicherung der zivilen Luftfahrt in Deutschland gehört zu den gesetzlichen Aufgaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Ohne meteorologische Beratung darf kein Flugzeug starten. Neben dieser nationalen Rolle engagiert sich der DWD auch im Rahmen der europäischen Initiative Single European Sky (SES). Seit 2007 ist der Flugwetterdienst des DWD für die Erbringung von flugmeteorologischen Dienstleistungen im einheitlichen europäischen Luftraum (SES) zertifiziert.
Ende des vergangenen Jahres erneuerte das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) das Zertifikat. „Mit der Rezertifizierung wird einerseits die langjährig hohe Qualität der Produkte und Dienstleistungen des DWD-Flugwetterdienstes belohnt, andererseits stellt der Deutsche Wetterdienst damit seine Zukunftsfähigkeit als Flugwetterdienst in Europa unter Beweis,“ sagt Klaus Sturm, Leiter der Abteilung Flugmeteorologie.

5 Tipps für Pollenallergiker im Frühling

So lassen sich Allergiker von den Pollen nicht unterkriegen


Bonn/Duisburg, 4. März 2020 – Die Augen jucken und brennen, die Nase läuft ohne Unterlass: Ab März sorgen Pollen bei Allergikern häufig für Beschwerden. Denn dann ist Hauptsaison der Hasel- und Erlenpollen. Sie gehören zu den sogenannten Frühblühern und sind in vielen Teilen Deutschlands weit verbreitet. Mit den Tipps von WetterOnline können Betroffene jedoch einige Beschwerden lindern.

Im März sorgen Hasel- und Erlenpollen für gezückte Taschentücher bei Allergikern.
Foto WetterOnline

Tipp 1: Gut Vorbereiten

Für Pollenallergiker kann es sich lohnen, immer über anstehende Pollenflüge informiert zu sein. So wissen sie im Voraus, wann sie Vorsichtsmaßnahmen treffen oder etwaige Medikamente bereithalten müssen. Matthias Habel, Meteorologe und Wetterexperte bei WetterOnline, weiß: „Vor allem Haselpollen ärgern Allergiker schon früh im Jahr. Bei milder Luft und Sonnenschein kann das sogar schon im Winter beginnen.“

Etwa ab Ende März beginnt die Zeit der Birkenpollen. Sie gehören zu den aggressivsten Pollen überhaupt. Foto WetterOnline

Tipp 2: Die Augen im Freien schützen

Viele Allergiker haben im Frühling vor allem mit brennenden und tränenden Augen zu kämpfen. Hier kann eine Sonnerbrille Abhilfe schaffen, indem sie als Barriere für die fliegenden Pollen dient. Wenn es dann doch anfängt zu jucken, sollten sich Betroffene nicht die Augen reiben. Damit geraten die Pollen nämlich nur tiefer ins Auge hinein und die Beschwerden nehmen zu. Kühle Kompressen oder Augentropfen können die Symptome kurzfristig lindern. 

Tipp 3: Zu Hause die Pollen fernhalten

Auch wenn die steigenden Temperaturen dazu verlocken: Feuchte Wäsche sollte nicht draußen aufgehängt werden. Wer den Wäscheständer im Innenraum lässt, verhindert, dass die Pollen an den nassen Kleidungsstücken hängen bleiben. Apropos nass: Pollenallergiker sollten ihre Wohnung regelmäßig feucht durchwischen, um die Pollen im Putztuch aufzufangen und auswaschen zu können. Trockene Staubtücher wirbeln die Pollen nur unnötig auf und verteilen sie in der Wohnung.

Tipp 4: Kurze Haare statt Pollenfänger

Generell ist es für Pollenallergiker empfehlenswert, die Haare und gegebenenfalls den Bart jeden Abend zu waschen, um die Pollen des Tages loszuwerden. Aber auch die Frisur kann entscheidende Vorteile bringen: So bieten Zöpfe oder Haarknoten den Pollen nur wenig Gelegenheit, sich zu verfangen. Wer seine Haare offen trägt und für den Frühling mit einem neuen Haarschnitt liebäugelt, der sollte vielleicht einmal eine Kurzhaarfrisur probieren. Denn in kurzen Haaren können weniger Pollen hängen bleiben als in langen. Dasselbe gilt auch für den Bart.

Tipp 5: Verreisen

Wenn alles nichts hilft, kann ein Urlaub zu einem Reiseziel mit geringer Pollenbelastung wieder Zeit zum Durchatmen bringen. So bietet sich beispielsweise ein Urlaub am Meer oder im Hochgebirge oberhalb von 2000 Metern an. Denn hier gibt es frische, fast pollenfreie Luft. Wer mit dem Auto verreist, sollte zudem darauf achten, die Fenster während der Fahrt geschlossen zu halten und die Lüftung auszustellen – so können keine Pollen ins Autoinnere dringen. Alternativ fangen Pollenfilter die kleinen Störenfriede ab, bevor sie zu Beschwerden führen können.


Deutschlandwetter im Februar 2020

Mit einem Plus von 4,9 Grad zweitwärmster Februar in Deutschland seit 1881

Offenbach/Duisburg, 28. Februar 2020 – Statt Winterwetter erlebte Deutschland 2020 den zweitwärmsten Februar seit Beginn flächendeckender Messungen im Jahr 1881. Der Monat war zugleich der zweitnasseste seit Aufzeichnungsbeginn, zeigen erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2 000 Messstationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD).
Als Ursache nennt der nationale Wetterdienst eine lange Reihe kräftiger Tiefdruckgebiete, die unaufhörlich vom Atlantik her über den Norden Europas hinwegzogen. Nahezu ununterbrochen transportierten sie in einem breiten Strom sehr milde Meeresluft heran. Mitteleuropa brachten sie schwere Stürme, ungewöhnlich viel Regen und immer wieder extrem hohe Temperaturen. Die Sonnenscheindauer war im Februar hierzulande leicht unterdurchschnittlich.   Höchsttemperatur im Februar im Müllheim bei Freiburg mit 21,5 °C  

Mit 5,3 Grad Celsius (°C) lag im Februar der Temperaturdurchschnitt um 4,9 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Verglichen mit der Periode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung + 4,3 Grad. Damit war der Februar 2020 der zweitwärmste seit Messbeginn 1881 - nach 1990 mit einem Plus von 5,7 Grad.
Eine sehr milde Südwestströmung brachte Deutschland im Februar häufig zweistellige Temperaturen. In Emmendingen-Mundingen, nördlich von Freiburg, konnte man außergewöhnliche 21 solcher Tage zählen. Das bundesweit höchste Maximum meldete Müllheim, südwestlich von Freiburg, am 16. mit nahezu sommerlichen 21,5 °C. Der tiefste Wert trat am 6. in Oberstdorf mit -14,7 °C auf, als sich der Süden vorübergehend in bodennaher Kaltluft befand.  

125 Litern pro Quadratmeter Niederschlag – typisch sind im Februar 49 l/m²  
Der Februar erreichte mit rund 125 Litern pro Quadratmeter (l/m²) etwa 250 Prozent seines Solls von 49 l/m². Damit war er der zweitnasseste, regional sogar der nasseste Februar seit 1881. Mehr Niederschlag gab es nur 1946 mit gut 127 l/m². In manchen Orten fielen mehr als 400 Prozent des Klimawertes.
Verantwortlich dafür waren zahlreiche Tiefdruckgebiete, die mit ihren Ausläufern über Deutschland zogen. Oft blieben ihre Wolken am Westrand der Berge hängen und sorgten dort für langanhaltende Niederschläge. So fielen im Schwarzwald insgesamt örtlich mehr als 400 l/m² und hier allein am 2. in Baiersbronn-Ruhestein 105,5 l/m².
Die trockensten Gebiete lagen im Lee von Kaiserstuhl und Harz, wo im Februar teils unter 40 l/m² fielen. Schnee brachte der Februar 2020 im Flachland erst am 27., vielerorts fehlte er aber auch völlig. Stattdessen tobten oft schwere Stürme, die große Schäden anrichteten. fielen. Schnee brachte der Februar 2020 im Flachland erst am Donnerstag, 27., vielerorts fehlte er aber auch völlig. Stattdessen tobten oft schwere Stürme, die große Schäden anrichteten.  

Sonnenscheinbilanz leicht negativ  
Der Sonnenschein lag im Februar mit rund 65 Stunden knapp 10 Prozent unter seinem Soll von 72 Stunden. Begünstigt war das Alpenvorland mit örtlich mehr als 125 Sonnenstunden. Im Sauerland und in Schleswig-Holstein schien die Sonne örtlich nur 30 Stunden.
Nordrhein-Westfalen gehörte mit 6,0 °C (1,8 °C) zu den warmen und mit etwa 150 l/m² (58 l/m²) zu den nassen Bundesländern. Die Sonne schien gut 50 Stunden (72 Stunden). Sturmtief „Yulia“ sorgte am 23. für Absagen von Karnevalsumzügen. In Kö Köln stürzte ein Baum auf einen Umzugswagen und zerstörte ihn. Erst am am 27. Februar kam der Winter mit Schnee. Dieser lag am 28. in der Ei Eifel bis 35 cm hoch.

Karneval: Schirm nicht vergessen! 

Buntes Wettertreiben zum Kamelleregen

Bonn/Duisburg, 20. Februar 2020 – Ein wenig jeck ist das Narrenwetter zu Karneval schon. Alles ist drin: Sonne, Wind und Regen. Kein Grund für einen wahren Karnevalisten, Trübsal zu blasen. Schließlich gibt es passend zum Charme auch einen Schirm und winddichte Kleidung.

Ungemütlich, aber mild

Nach einem meist trockenen Freitag sieht das Karnevals-Wochenende schon wieder deutlich bescheidener aus. Der Wind nimmt weiter zu. Zudem ist der Himmel stark bewölkt und von der Nordhälfte zieht ein Regengebiet nach Süden. Dabei strömt weiterhin sehr milde Luft ins Land, wodurch die Höchstwerte meist über 13 Grad liegen.
„Eine Jacke über dem Kostüm oder wärmere Kleidung darunter können trotzdem nicht schaden. Auch ein warmes Tierkostüm als Eisbär oder Pinguin ist immer eine gute Entscheidung, um einen ganzen Karnevalszug ohne Frieren zu genießen.“, rät Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline. Kopfbedeckungen könnten allerdings vom Kopf geweht werden, denn besonders am Sonntag wird der Wind noch stärker und einzelne Sturmböen sind möglich. 

Buntes Wettertreiben: Regen, Konfetti, Sonne und Wind. Quelle: WetterOnline

Es regnet nicht nur Kamelle

Es wird immer wieder nass. Wo genau die Narren wasserfeste Kostüme brauchen, ist aber noch nicht sicher. Wer sich als Mary Poppins oder Pan Tau verkleidet, hat den Schirm sowieso dabei, allen anderen sei seine Mitnahme empfohlen. Denn selbst wenn keine Regentropfen, sondern nur Kamelle von oben fallen, ist ein Schirm recht nützlich. Insgesamt bleibt es aber für diese Jahreszeit eher mild, eine Rückkehr zu winterlichen Temperaturen kann derzeit ausgeschlossen werden.

Rosenmontag

Zum Rosenmontag lässt der Wind wahrscheinlich wieder nach. Bei den Karnevals-Umzügen bleibt das Regenrisiko in den Karnevalshochburgen erhöht. Nach derzeitigem Stand kann sich die Sonne hin und wieder zeigen. Dazu bleibt es weiterhin mild mit Temperaturen um 13 Grad. Nachtfröste sind bei dieser Wetterlage nicht zu erwarten. 

Ein Tierkostüm ist für alle Jecken und Närrinnen bei jedem Wetter eine gute Wahl. Quelle: WetterOnline

Läuse feiern Karneval

Winter: Hochsaison für Kopfläuse

 

Bonn/Duisburg, 17. Februar 2020 – Im Winter gibt es in Kindergärten und Schulen oft das große Jucken auf den Köpfen. Einer der ältesten und häufigsten Quälgeister des Menschen profitiert von dessen Lebensweise. Der Karneval bietet ideale Bedingungen.

Wohlfühltemperatur und Luftfeuchtigkeit

Der Grund für das vermehrte Auftreten von Läusen in der kalten Jahreszeit ist nicht ihre Vorliebe für niedrige Temperaturen. Ganz im Gegenteil: Sie lieben es warm. „Bei Temperaturen von 28 bis 32 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit fühlen sich Läuse besonders wohl. Die Luftfeuchtigkeit ist zwar in geheizten Räumen eher niedrig, aber am Haaransatz von Menschen aufgrund von Schweiß trotzdem in der Regel hoch“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe bei WetterOnline, und ergänzt: „Für die Laus selbst ist die Jahreszeit also völlig unwichtig.“ 

Die Nissen der Kopflaus sind besonders gut im Nacken, im Schläfenbereich und hinter den Ohren zu entdecken. Quelle: WetterOnline

Mensch und Laus – Soziale Wesen

Der Mensch ist die alleinige Lebensgrundlage der Kopflaus. Nur auf unseren Köpfen können die Läuse überleben, sich vermehren und Nahrung finden, indem sie Blut saugen. Entscheidend für die Ausbreitung der Parasiten ist das Verhalten des Menschen. Je öfter man „die Köpfe zusammensteckt“, desto leichter kann die Laus von einem Kopf zum anderen krabbeln.

Da man naturgemäß im Herbst und Winter mehr Zeit mit anderen auf engerem Raum verbringt, erleichtert das den Parasiten den Umstieg von Wirt zu Wirt. Der Run auf die Kinderarztpraxen in Sachen Läuse geht übrigens bereits im September los, da Kopfläuse häufig als Urlaubssouvenirs mitgebracht werden. Denn auch in der schönsten Zeit des Jahres haben Köpfe und Haare manchmal für etwas längere Zeit Kontakt, zum Beispiel im Ferienlager. Kinderfeste wie Karnevalsfeiern kommen einer launigen Laus auch sehr entgegen.

Geschärfte Aufmerksamkeit 

Um einen Befall von Kopfläusen und deren Verbreitung zu vermeiden, ist es sehr wichtig, aufmerksam zu sein. Bei häufigem Kopfjucken und -kratzen sollte schnell reagiert werden. Ein Besuch beim Kinderarzt klärt den Verdacht sofort auf. In der Apotheke gibt es wirksame Mittel zur Läusebekämpfung. Kindergarten und Schule sollten bei Befall umgehend informiert werden und das befallene Kind zuhause bleiben bis die Behandlung erfolgt ist, um einen Pingpong-Effekt zu verhindern. Solange die Läuse mobil sind, ist eine Ansteckung möglich.

Lausige Zeiten: Im Winter haben die Parasiten Hochsaison. Quelle: WetterOnline

Hygienemaßnahmen

Da Kopfläuse nur selten den menschlichen Kopf verlassen, ist eine Ansteckung über Gegenstände sehr unwahrscheinlich. Groß angelegte Reinigungsmaßnahmen sind daher von untergeordneter Bedeutung. Das Robert-Koch-Institut rät, vorsorglich Kämme, Haarbürsten, Haarspangen und -gummis in heißer Seifenlösung zu reinigen. Bettwäsche, Schlafanzüge, Handtücher und Unterwäsche sollten gewechselt werden. Weitere Gegenstände, die mit dem Kopf in Berührung gekommen sein könnten, beispielsweise Kuscheltiere, sollten drei Tage lang in einer Plastiktüte luftdicht aufbewahrt werden. Läuse können ohne menschliches Blut nur ca. 55 Stunden überleben. Insektizide sind vollkommen unnötig. 



Sturm im Norden – Wärme im Süden

Erneut große Wetterturbulenzen

Bonn/Duisburg, 13. Februar 2020 – Sturmtiefs auf dem Atlantik haben weiterhin das Sagen. Während sich Teile des Landes schon auf den nächsten Sturm einstellen müssen, wird es im Süden um die 20 Grad warm. Nächste Woche geht es erneut bergab mit den Temperaturen.

Kapriziös und überdurchschnittlich warm

Das Wochenende präsentiert sich in der Südosthälfte nach letzten Tropfen am Freitag meist trocken und vielfach freundlich. „In anderen Teilen des Landes sieht es jedoch deutlich ungemütlicher aus. Nordwestlich einer Linie von Köln bis nach Berlin breiten sich bei einem auffrischenden Wind hingegen schon am Samstag neue Regenwolken aus. Diese kündigen für den Sonntag den nächsten Sturm an“, warnt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline. Im Süden legt der Wind dann ebenfalls zu, es bleibt allerdings noch trocken. Vor dem Regen zeigt das Thermometer dort teils Temperaturen um 20 Grad an. In der neuen Woche fließt aus Nordwesten allerdings wieder kühlere Luft ein.

Schnee in höheren Lagen

Aus dem Regen wird in den Mittelgebirgen und Alpen dann sogar wieder Schnee. Zudem weht besonders im Norden weiter ein stürmischer Wind. Nach derzeitigem Stand beruhigt sich das Wetter in der zweiten Wochenhälfte langsam. Bei einem Mix aus Sonne und Wolken bleibt es meist trocken. Dazu ist es relativ kühl. Anschließend steigen die Werte erneut an, so warm wie am Wochenende wird es allerdings wohl nicht. Somit wird der Februar am Ende abermals ein überdurchschnittlich milder Monat. 

Turbulente Wetterlage: Im Norden Sturm, im Süden 20 Grad.
Quelle: WetterOnline

Jetstream verantwortlich

Doch warum liegt Deutschland immer wieder genau auf der Zugbahn der Atlantiktiefs? „Der Grund hierfür ist ein stark ausgeprägter Jetstream, an dem sich Tiefs orientieren und sogar verstärken können. Ein Jetstream ist ein sich dynamisch verlagerndes Starkwindband in großer Höhe. Kräftige Tiefs nutzen den Jetstream wie eine Autobahn, wodurch sie oft auf demselben Weg nach Osten ziehen. Und dieser Weg liegt zum Wochenwechsel genau über Deutschland.“, erklärt Habel. 

Übrigens: Durch den Jetstream bei Orkantief SABINE konnte eine Boing 747 die Strecke von New York nach London in nur knapp fünf Stunden zurücklegen. Das ist neuer Rekord für die mehr als 5000 Kilometer lange Strecke.
Der Jetstream liegt Sonntag genau über uns. Je roter die Farben, desto stärker ist das Starkwindband. Quelle: WetterOnline

Wer zahlt bei Sturmschäden?

Diese Versicherungen sind zuständig


Bonn/Duisburg, 10. Februar 2020 – SABINE hält Deutschland in Atem. Der starke Wind richtet stellenweise massive Schäden an. Betroffenen stellt sich schnell die Frage, wer für eventuelle Sturmschäden aufkommt. Im Folgenden haben wir grob aufgeschlüsselt, welche Versicherung welche Kosten übernimmt.

Ab dieser Windstärke zahlen Versicherungen

Orkan SABINE fegt seit Sonntag über West- und Mitteleuropa mit Böen bis 150 km/h hinweg. Schäden durch umstürzende Bäume und fliegende Gegenstände sind die Folge. Das kann für die Geschädigten richtig teuer werden. „Die Versicherung zahlen für Sturmschäden in der Regel ab Windstärke 8, was einer Windgeschwindigkeit von mehr als 62 Stundenkilometern entspricht. Für den Nachweis kann man zum Beispiel das Archiv der aktuellen Windspitzen von WetterOnline nutzen.“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline.  

Schäden am Gebäude

Für zerborstene Glasscheiben oder abgedeckte Dächer zahlt die Wohngebäudeversicherung.  

Die Wohngebäudeversicherung zahlt Schäden an Gebäuden. Quelle: WetterOnline

Schäden am Auto

Die Teilkaskoversicherung erstattet in der Regel die kompletten Kosten für verbeultes Blech oder kaputte Scheiben am Auto.

Schäden am Auto zahlt die Teilkaskoversicherung. 
 

Schäden an der Wohnungseinrichtung

Wenn Möbel oder Haushaltsgeräte durch Blitzschlag oder infolge einer zerborstenen Scheibe beschädigt wurden, dann zahlt die Hausratversicherung.
 

Wenn ein Baum aufs Haus stürzt 

Wenn ein gesunder Baum auf das eigene Haus stürzt, zahlt in der Regel die eigene Wohngebäudeversicherung den Schaden. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um den eigenen Baum oder den eines Nachbarn handelt. Anders sieht es aus, wenn der Baum bereits einen Vorschaden hatte. Für Detailfragen wenden Sie sich direkt an Ihre Versicherung.


Orkantief SABINE kommt Sonntag 

Verkehrsbehinderungen zum Wochenbeginn


Bonn/Duisburg, 7. Februar 2020 – Ein Orkantief rauscht Sonntag heran. Schäden sind zu befürchten. Der Sturm trifft am Nachmittag auf die Nordwesthälfte. In der Nacht zum Montag erreicht er die mittleren und südlichen Landesteile. Landesweit sind Böen um 120 km/h möglich, lokal sogar bis zu 140 km/h. 

Die Karte zeigt in Rot, wo Sturmböen von mehr als 100 Stundenkilometern drohen. Quelle WetterOnline

 

Orkan zum Wochenbeginn

Vom Atlantik rauscht am Wochende Orkantief SABINE heran. Ab Sonntag brechen mit ihm turbulente Zeiten an. „Der Wind nimmt schon vormittags im Nordwesten und Westen spürbar zu. Rasch fegen erste Sturmböen übers Land. Am Nachmittag steigert sich der Sturm zum Orkan, dann drohen verbreitet Böen bis 120 km/h, schlimmstenfalls sogar bis zu 140 km/h.“, befürchtet Matthias Habel, Meteorologe von WetterOnline.  

Ein Sturmfeld erstreckt sich über den Nordatlantik. Rot steht für Sturmböen über 100 km/h - Quelle WetterOnline

Gefahr durch Windbruch

„Ein großes Problem ist, dass der Sturm auf geschwächte Bäume trifft. Sie sind bundesweit durch die Dürre der letzten beiden Jahre massiv geschwächt oder bereits abgestorben. Orkanböen haben diese Bäume nichts mehr entgegenzusetzen. Es ist zu befürchten, dass sie reihenweise umfallen und verbreitet zu Verkehrsbehinderungen führen.“, sagt Matthias Habel.  

Umherfliegende Gegenstände 

Bei den zu erwartenden Windgeschwindigkeiten besteht erhebliche Gefahr durch umherfliegende Gegenstände. „Diese Bedrohung darf nicht unterschätzt werden! Bei Böen von 130 km/h sind selbst kleine und leichte Gegenstände gefährlich. Vor dem Sturm sind lose Gegenstände wie Gartenmöbel, Blumentöpfe, Mülltonnen oder auch Trampoline zwingend zu sichern!“, rät Wetterexperte Habel. „Rund um Baustellen droht Gefahr, da dort Bauzäune und sogar Kräne umstürzen oder Baumaterial und Teile von Gerüsten durch die Gegend fliegen könnten.“ 

Müssen Kinder zur Schule?

Ein heftiger Sturm wie SABINE kann als zwingender Grund für das Nichterscheinen in der Schule gelten. Insofern nicht seitens der Schulbehörden ein Schulausfall angekündigt wird, entscheiden die Erziehungsberechtigten individuell, ob sie ihrem Kind den Schulweg zumuten können. Ist dies nicht der Fall, so muss die Schule informiert werden. Das Fernbleiben von der Schule gilt dann als entschuldigt.  

Begründete Arbeitsverhinderung

Jeder Arbeitnehmer ist verpflichtet, pünktlich auf der Arbeitsstelle zu erscheinen. Drohen Unwetter, so muss er für den Weg mehr Zeit einplanen. Bei einem Sturm, vor dem im Voraus gewarnt wird, kann eine begründete Arbeitsverhinderung vorliegen. Dann kann der Arbeitnehmer zu Hause bleiben, hat allerdings keinen Anspruch auf Vergütung. Der Arbeitgeber kann dann also den Lohn einbehalten oder aber von seinem Mitarbeiter verlangen, dass dieser die ausgefallene Arbeitszeit nachholt.  


Sturm und Orkan zum Wochenwechsel 

Montag könnte mit Verkehrschaos starten  


Bonn/Duisburg, 3. Februar 2020 – Das derzeit unser Wetter bestimmende Hoch FRANK hält nicht lange durch. Im Laufe des Sonntags übernehmen Sturmtiefs die Regie beim Wetter. In der Nacht auf Montag und Montag selbst drohen dann im ganzen Land Sturm und Orkan.

Ein ausgedehntes Sturmfeld ersteckt sich zu Beginn der kommenden Woche über den Nordatlantik. Quelle: WetterOnline

Orkan zum Wochenbeginn

Hoch FRANK bringt uns bis zum Wochenende ruhiges Wetter. Doch Matthias Habel, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline warnt: „Im Laufe des Sonntags braut sich was zusammen! Tiefs vom Atlantik rücken uns mit Regen und immer mehr Wind auf die Pelle. In der Nacht auf Montag droht dann im Norden und Westen Deutschlands die erste richtig schwere Sturmlage des Winters mit Orkanböen bis ins Flachland, die sich im Laufe des Montags auf das gesamte Land ausdehnen.“ 

Sturm- und Orkanböen treffen auf eine vorgeschädigte Vegetation, verbreitet sind Behinderungen möglich. Quelle: WetterOnline

Verkehrschaos zum Start des Berufsverkehrs

Problematisch wird sein, dass der Sturm auf eine geschwächte Vegetation trifft. „Viele Bäume sind bundesweit durch die zwei zurückliegenden trockenen Jahre massiv geschwächt, hunderttausende durch Dürre und Borkenkäfer bereits abgestorbene Bäume stehen als Totholz in den Wäldern. Bei den zu erwartenden Windgeschwindigkeiten von deutlich über 100 Stundenkilometern könnten diese Bäume reihenweise umfallen und dann nahezu überall zu massiven Verkehrsbehinderungen führen.“, sagt Matthias Habel.  

Ausgedehntes Sturmfeld auf dem gesamten Nordatlantik 

„Sollten die derzeitigen Berechnungen der Wettermodelle bestätigen, dann wird anstehende Sturm- und Orkanlage großflächig eines der markantesten Sturmereignisse der letzten 10 bis 15 Jahre sein. Bei uns Meteorologen wecken die aktuellen Wetterkarten Erinnerungen an Orkan KYRILL im Jahr 2007, wenngleich dieser sogar noch ein Tick heftiger war. Dies ist aber nur ein Szenario von vielen. Wie stark der Sturm am Ende wirklich wird, zeigen die kommenden Tage.“, betont Matthias Habel.
„Das Sturmfeld reicht von Neufundland über den gesamten Nordatlantik bis nach Westrussland. Extrem tiefer Luftdruck herrscht vor allem Richtung Norwegen. Dort könnte tatsächlich der Luftdruck-Rekord geknackt werden und das Barometer den tiefsten jemals registrierten Luftdruck anzeigen.“, sagt Habel.

Die Aussichten

Nach dem Sturm ist vor dem Sturm. Nachdem sich das Wetter kurzzeitig am Montag beruhigt, legt der Wind dann schon am Dienstag wieder zu. Ob und wie stark der Wind dann erneut weht, ist aber noch nicht sicher. Klar ist jedoch: Die Zeichen stehen auf Sturm.



Sturm, Regen und Winterintermezzo 

Wetterwoche wird turbulent 


Bonn/Duisburg, 3. Februar 2020 – Nach einer windigen Nacht gibt der Winter örtlich ein kurzes Gastspiel. Zur Wochenmitte fallen nasse Flocken teils bis ins Flachland. Nach ein paar trockenen und kalten Tagen übernehmen Tiefs mit milder Luft die Regie.

In kräftigen Schauern rieseln die Flocken bis ins Flachland. Foto WetterOnline
 

Kaltfront quert – Orkanböen möglich

Wind spielt in den nächsten Tagen eine große Rolle. Besonders in der kommenden Nacht wird es turbulent, wenn ein kleines, aber kräftiges Tief Süddeutschland rasch überquert. „Vor allem an der Kaltfront wird es stürmisch. Am Alpenrand und im Schwarzwald drohen Orkanböen bis 120 Kilometer pro Stunde. In den Hochlagen sind auch Böen bis Tempo 150 möglich. Im Alpenvorland gibt es wahrscheinlich Böen bis 100 Kilometer pro Stunde. Diese können auch im Großraum München und Augsburg auftreten“ warnt Matthias Habel, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline.  

Orkanböen von bis zu 120 Kilometer pro Stunde drohen im Süden des Landes.  Foto WetterOnline

Niederschlag lässt Pegel steigen

Der anhaltende Regen der letzten Tage hat bereits die Flußpegel steigen lassen. In einigen Regionen Süddeutschlands sind binnen 24 Stunden bereits mehr als 50 Liter Regen pro Quadratmeter vom Himmel geprasselt. „Das ist in etwa so viel Niederschlag, wie sonst im Durchschnitt im Februar zusammenkommt. Der Feldberg meldet sogar 102 Liter.“, betont Habel.
Die enormen Regensummen lassen die Pegel vieler kleinerer Flüsse stark steigen. Im Schwarzwald, im Allgäu und im östlichen Alpenbereich sind erste Gewässer über die Ufer getreten. Bis morgen können beispielsweise die Iller, der Lech oder die Traun die Hochwassermeldestufe 2 oder 3 erreichen. Auch an großen Flüssen wie Mosel und Rhein steigen die Pegel kräftig, Überflutungen ufernaher Bereiche werden erwartet.  

Polarluft bringt Flocken  

Zur Wochenmitte gibt es dann kurzzeitig einen Hauch von Winter, denn mit der Kaltfront strömt Polarluft ins Land. Habel erklärt: „In kräftigen Schauern fallen Flocken regional bis ins Flachland. Im Rest des Landes bleibt es stark bewölkt und es ziehen ein paar Schneeregen- und Graupelschauer durch. Mit 3 bis 7 Grad wird es überall deutlich kälter.“ 

Die Aussichten

Anschließend wird es bei steigendem Luftdruck kurz ruhiger. Uns erwartet dann meist trocken-kaltes Hochdruckwetter, oft allerdings mit zähem Nebel oder Hochnebel. Zum Wochenende verabschiedet sich das Hoch Richtung Südosteuropa und macht Platz für atlantische Tiefs. Dadurch wird es wieder wechselhafter. Ob uns sogar das eine oder andere Sturmtief streifen oder überqueren wird, ist noch unsicher. 



Viel zu milder und trockener Januar

Deutschlandwetter im Januar 2020 – kaum Schnee, oft sonnig im Süden

Offenbach/Duisburg, 30. Januar 2020 – Im Januar 2020 lief die Wetterentwicklung stets nach dem gleichen Muster ab: Der Kältepol der Nordhemisphäre über Kanada und Grönland brachte immer wieder kräftige Tiefdruckgebiete auf den Weg von Island über Lappland nach Nordrussland.
Über Südeuropa erstreckte sich dagegen eine Hochdruckzone von der Iberischen Halbinsel zum Schwarzen Meer. Dazwischen befand sich eine starke Südwestströmung, die große Teile Europas und auch Deutschland nahezu durchgehend mit sehr milder Luft überflutete. Lediglich durch die zeitweilige Verlagerung des hohen Druckes etwas nach Norden konnte sich im Süden und in der Mitte vorübergehend eine bodennahe Kaltluftschicht bilden.
Abgesehen davon fiel der Winter in den meisten Gebieten auch im Januar völlig aus. So verlief der Monat deutlich zu mild, bei wenig Niederschlag und viel So Sonnenschein. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.  

Meist sehr mild, im Süden und in der Mitte nur vorübergehend etwas kälter  
Mit 3,3 Grad Celsius (°C) lag im Januar der Temperaturdurchschnitt um 3,8 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung nach oben 2,9 Grad. Damit gehörte der Januar 2020 zu den zehn wärmsten seit Beginn der Messungen 1881. Nur für kurze Zeit befand sich der Süden und die Mitte in bodennaher Kaltluft, so dass man dort ein paar Tage mit Dauerfrost und mäßigem, ganz vereinzelt auch strengem Nachtfrost zählen konnte.

Oberstdorf meldete dabei am 20. über einer dünnen Schneedecke sogar ein Minimum von -14,7 °C. Ansonsten bestimmte meist sehr milde Luft das Wetter, wobei die Maxima häufig zweistellige Werte erreichten. Bundesweit am höchsten kletterte das Quecksilber am 9. in Ohlsbach bei Offenburg mit 16,0 °C.  

Im Norden nass, im Süden trocken, kein Schnee in den Niederungen  
Dem Januar 2020 fehlten mit rund 45 l/m² 30 Prozent zu seinem Soll von 61 Litern pro Quadratmeter (l/m²). Durch die größere Nähe zum tiefen Luftdruck bekam der Norden am meisten Regen ab - in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg sogar verbreitet mehr als im vieljährigen Mittel. Die höchsten Mengen meldeten das Sauerland, der Harz und Schleswig-Holstein mit teilweise über 120 l/m². Die  größte Tagessumme wurde am 27. in Börfink- Thranenweier im Hunsrück mit 40,4 l/m gemessen.
Im Süden dagegen blieben die Niederschläge durch vermehrten Hochdruckeinfluss deutlich geringer. Am Oberrhein und im südlichen Baden-Württemberg kamen örtlich nur um 5 l/m² zustande. In vielen Orten, wie z.B. Bremen, Magdeburg und Dresden, fiel im ganzen Januar keine einzige Schneeflocke. An 319 der etwa 500 DWD Wetterstationen mit Schneehöhenmessung gab es an keinem Tag im Januar eine Schneedecke.  

Die Sonne bevorzugte im Januar den Süden  
Die Sonnenscheindauer lag mit etwa 60 Stunden um 34 Prozent über ihrem Soll von 44 Stunden. Das südliche Baden-Württemberg meldete örtlich über 130 Stunden, das nördliche Niedersachsen und Schleswig- Holstein teilweise weniger als 20 Stunden.
In Nordrhein-Westfalen betrug die Temperatur 4,6 °C (1,2 °C), der Niederschlag rund 50 l/m² (77 l/m²) und der Sonnenschein etwa 45 Stunden (42 Stunden). Eine tiefhängende Wolke am Kölner Dom, die aussah wie der Qualm eines Feuers, löste in der Nacht zu zum 9. einen Großeinsatz der Feuerwehr aus.

Igel: Warmer Winter möglicherweise kein Problem

Zweistellige Temperaturen und ihre Folgen für den Winterschläfer


Bonn/Duisburg, 29. Januar 2020 - Winterruhe und Winterschlaf sind in der Tierwelt erfolgreiche Überlebensstrategien in der Zeit der jahreszeitlich bedingten Nahrungsmittelknappheit. Aber was bedeutet es für unsere heimischen Igel, wenn die Temperaturen wenig winterlich sind? Fragen zum Igel gingen an Ulli Seewald, 1. Vorsitzende des Vereins Pro Igel e.V.

Milder Dezember und außergewöhnliche Januarwärme

Der Dezember 2019 ist sehr mild ausgefallen. Er fügt sich damit nahtlos in die Reihe überdurchschnittlich warmer Dezember-Monate ein. Der Januar bot regional sogar bereits Frühlingswetter. In Greifswald ist der Wärmerekord einer über 120-jährigen Messreihe für Januar gebrochen worden. Daneben gab es in der 13 bis 15 Grad milden Nordhälfte noch weitere Rekorde. Bisher ist der Januar zwei bis fünf Grad wärmer als im Klimamittel gewesen.

Warmer Winter und Klimawandel – Gefahr für den Igel?

Ob warme Winter für den heimischen Igel ein Problem bedeuten, kann man nicht klar beantworten. Die naheliegende Vermutung, dass der fehlende Winter den einzigen Winterschläfer unter den Insektenfressern gravierend stört und letztlich schwächt, ist bisher nicht bewiesen. Grundsätzlich ist der Winterschlaf nicht allein von den Außentemperaturen abhängig, sondern auch von der Tageslichtlänge und einer hormonellen Umstellung. „Aktuell ist bei Pro Igel e. V. noch kein vermehrtes Aufwachen von Igeln gemeldet worden und auch über eine zunehmende Abgabe von Fundtieren an Pflegestellen können wir nichts sicher aussagen.
Aber auszuschließen ist dies nicht, wir sind keine Meldestelle oder ein Kontrollorgan.“, sagt Ulli Seewald, Vorsitzende des Vereins Pro Igel e.V..

„Der Klimawandel wirkt sich vermutlich weit weniger auf den Igel aus als von manchen vermutet! Igel existieren seit vielen Millionen Jahren, länger als Dinosaurier! Sie haben sich immer an Kalt- und Warmzeiten anzupassen gewusst. Eine zunehmende Gefährdung beruht vielmehr auf durch den Menschen verursachte Gefahren. Zu nennen sind Biotopzerschneidung sowie Lebensraum- und Nahrungsminderung durch das Insektensterben.“, erklärt Seewald. 

Bitte schlafen lassen! Igel benötigen gute Verstecke und Laub für ihren Winterschlaf. Mit einem Haufen Zweige und Blätter können Gartenbesitzer Igeln beim Überwintern helfen. Foto WetterOnline

 

Was tun, wenn man jetzt einen aktiven Igel findet?

Igel wachen während ihres Winterschlafes immer mal wieder auf kurz auf. Dies ist eine Art „Reset“ des Stoffwechsels und bedeutet keine Gefahr für das Tier. Anders verhält es sich, wenn der Igel vollständig aufwacht. Wer im Winter einen aktiven Igel beobachtet, sollte dem Tier helfen. Denn richtiges Aufwachen bis hin zu normaler Aktivität und Nahrungssuche erfordert sehr viel Energie.
Ein hilfsbedürftiger Igel gehört in sachkundige menschliche Obhut. „Igelfinder mögen sich unbedingt mit einer Igelstation und/oder einem Tierarzt in Verbindung setzen. Dort wird der Igel medizinisch behandelt und fachkundiger Rat erteilt, ohne den kranke und verletzte Igel zu einem qualvollen Tod verurteilt sind.“, betont Ulli Seewald. Informationen zum Thema Igel: http://www.pro-igel.de


Dienstag: Sturmgefahr für Süddeutschland 

Am Alpenrand orkanartige Sturmböen möglich 

Bonn/Duisburg, 27. Januar 2020 - Der Dienstag droht im Süden Deutschlands stürmisch zu werden: Ein kleines, aber recht kräftiges Tief zieht dann von Großbritannien in Richtung Schweden.

Ein Sturmfeld zieht am Dienstag über Süddeutschland hinweg. Besonders über der Mitte und im Süden ist dann mit Sturmböen zu rechnen. Quelle: WetterOnline

Atlantisches Tief bringt Sturm 

Ein Sturmfeld zieht am Dienstag über Süddeutschland hinweg. Am Alpenrand sind sogar orkanartige Böen nicht ausgeschlossen. „Ein kleines, aber recht kräftiges Tief zieht dann von Großbritannien in Richtung Schweden. An seiner Südseite sind die Luftdruckunterschiede über Süddeutschland besonders groß, deshalb erreicht der Wind dort zeitweise Sturmstärke.“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline.
„Besonders heftig wird es in Schauer- und Gewitternähe, denn da wird der ruppige Wind aus höheren Luftschichten bis zur Erdoberfläche heruntergemischt.“ Im Bergland, vereinzelt aber auch im Flachland sind Böen von 75 bis 90 Kilometer pro Stunde wahrscheinlich. 

Sturmgefahr in Süddeutschland. Böen bis 110 Kilometer pro Stunde möglich. Quelle: WetterOnline

Schwere Sturmböen

In höheren Lagen, wie im Hochschwarzwald oder in den Alpen, drohen schwere Sturmböen über 90 Kilometer pro Stunde. Selbst Böen über Tempo 110 sind nach derzeitigem Stand denkbar. Dazu schneit es zum Teil kräftig, sodass zusätzlich mit Schneeverwehungen zu rechnen ist. 

„Allerdings sind die Unsicherheiten bei den aktuellen Berechnungen der Wettermodelle noch groß: Weder die exakte Zugbahn noch die genaue Stärke des Sturmtiefs lassen sich derzeit im Detail bestimmen.“, schränkt Habel ein. 

Kurzer Wintergruß

Ab Dienstag bringt Polarluft Wintergrüße mit Flocken bis ins Flachland. Teils gibt es sogar kräftige Schneefälle. Die Schneefallgrenze sinkt dabei auf 300 bis 600 Meter Höhe. Bis Mittwochabend fallen im Schwarzwald und im Allgäu teils 30 bis 50 Zentimeter Schnee. Aber auch sonst kann sich in den Mittelgebirgen verbreitet eine geschlossene Schneedecke bilden. Selbst in einigen Flachlandregionen wird es vorübergehend weiß. Wo genau, lässt sich allerdings noch nicht sagen. Schon am Donnerstag ist aber wahrscheinlich wieder Schluss mit Winter. Dann schnellen die Temperaturen in die Höhe und bis über 1500 Meter Höhe stellt sich Tauwetter ein.

 


 

Vor 30 Jahren: Orkantief DARIA wütet - Tote und Millardenschäden

Bonn/Duisburg, 22. Januar 2020 - Der Orkan DARIA hat am 25. und 26. Januar 1990 Teile Europas heimgesucht. Er gehört zu den verheerendsten Stürmen der jüngeren Wettergeschichte.

Sturmtief DARIA entwurzelte zahlreiche Bäume, deckte Häuser ab und führte zu Stromausfällen. Symbolbild. - Quelle WetterOnline

 

Chaos und Zerstörung

Orkan DARIA forderte 94 Menschenleben, acht allein in Deutschland. Der Sturm hinterließ Schäden in Milliardenhöhe und ist einer der teuersten Winterstürme der vergangenen Jahrzehnte. „Großes Chaos hinterließ der Orkan in Nord-, West- und Mitteleuropa, wo die Schäden sich auf rund 4,4 Milliarden Euro beliefen.“, berichtet Matthias Habel, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline. „In einem der mildesten Winter des 20. Jahrhunderts war DARIA am 25. und 26. Januar der Auftakt einer Sturm-Serie, die über Wochen bis Anfang März 1990 andauerte. Die teils starken Stürme tobten, als sich eine starke Westdrift von den USA bis nach Europa ausgebildet hatte.“ DARIA gehört mit den Orkanen LOTHAR 1999 und KYRILL 2007 sogar weltweit zu den finanziell schadenreichsten Naturkatastrophen der vergangenen 50 Jahre.

Mit über 130 Kilometer pro Stunde knickte Orkan DARIA Bäume wie Sreichhölzer um. Symbolbild - Quelle WetterOnline

 

DARIA in Deutschland

Mit großflächig aufgetretenen Windgeschwindigkeiten um 130 Kilometer pro Stunde und extremen Böen bis Tempo 230 auf dem Brocken im Harz riss DARIA am 25. Januar 1990 unzählige Bäume in Deutschland um. In der Folge kam es in Hessen zu einer Zugentgleisung. In Nordrhein-Westfalen wurden zahlreiche Häuser abgedeckt. Auch eine Halle des Flughafen Köln-Bonn wurde beschädigt und die Startbahn musste gesperrt werden. Vorübergehend war es notwendig, die Stromversorgung des Kernkraftwerks in Kalkar zu unterbrechen, als durch Blitzschlag und Sturm zwei Strommaste abknickten.

Auf der Insel Sylt wurden Teile der Südspitze abgetragen. In Schleswig-Holstein stürzten rund 3000 Bäume um. In Ostfriesland warf der Sturm mehrere Hochspannungsmaste um, sodass in einigen Ortschaften der Strom ausfiel.
Nordfrankreich und Großbritannien Auch in anderen Regionen der Republik sowie in Großbritannien, Nordfrankreich und den Niederlanden kam es zu Stromausfällen und massiven Sturmschäden. Die Stromversorgung hunderttausender Menschen brach zusammen.

Im Atomkraftwerk Gravilines in der Bretagne wurden fünf der sechs Blöcke abgeschaltet. In Großbritannien hatten rund eine Million Haushalte keinen Strom. Nachdem der Sturm das Dach des Parlamentsgebäudes in London beschädigt hatte und Regenwasser eingedrungen war, räumte die Polizei die Lobby des Unterhauses. Über den Norden des Landes fegten Schneestürme hinweg, die zu massiven Verkehrsbehinderungen führten. An den Küsten gerieten einige Schiffe in Seenot. Der Fährverkehr im Ärmelkanal sowie zwischen Schottland und Nordirland wurde eingestellt. In Teilen Nordfrankreichs und Großbritanniens wurden Spitzenböen über Tempo 160 registriert.

Sturmserie 1990
Orkan DARIA war der Auftakt einer markanten Sturmserie, die so noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Europa registriert wurde. Nach den eher kleinen Orkantiefs HERTA und JUDITH Anfang Februar folgten Ende des Monats die großflächig zerstörerischen Stürme VIVIAN und WIEBKE, die noch einmal ähnlich hohe Sachschäden verursachten wie DARIA.

Ob und wann ein Sturm droht, erfährt man auf www.wetteronline.de, mit der WetterOnline App oder durch einen Blick auf die neue Wetterstation wetteronline home. Mit dem Alexa-Skill von WetterOnline sowie dem Skill für den Google Assistant können Wetterinfos auch über die digitalen Helfer abgefragt werden.

 

Kunstwerke der Kälte: Eisblumen

So entstehen die filigranen Muster auf den Fenterscheiben

Bonn/Duisburg, 21. Januar 2020 - Vor der Zeit wärmegedämmter Fensterscheiben sah man die vergängliche Glaskunst häufiger bei Frost: Eisblumen. Die Eiskristalle in Anmutung von Federn, Farnblättern, Bäumen oder Blumen entdeckt man zuweilen heute noch an Autoscheiben oder Flachdachfenstern. Ihre Entstehung gibt Rätsel auf.

Glaskunst von Väterchen Frost: Eisblumen in Form von Federn, Fächern oder Blüten.  Foto Wetter Online

Zauberwort Resublimation

Damit sich Eisblumen bilden, bedarf es verschiedener Faktoren. Grundlegend sind die Temperatur und der Feuchtigkeitsgehalt der Luft, die zur sogenannten Resublimation führen. Eisblumen entstehen an der Innenseite ungedämmter dünner Fensterscheiben, wenn die Außentemperatur unter 0 Grad sinkt. Die Luft kann umso weniger Wasser aufnehmen, je kälter sie wird. „Wenn im Winter die Heizung in Räumen abgesenkt wird, um zum Beispiel Energie zu sparen und oder um einfach besser zu schlafen, sinkt die Temperatur im Zimmer und die Luft übersättigt sich mit Wasser.“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline.
„Dieses Wasser setzt sich an den Fensterscheiben ab, so wie man es zum Beispiel nach dem Duschen im Bad beobachten kann. Liegt aber die Temperatur der Fensterscheibe unter 0 Grad, kann das gasförmige Wasser auf dem Glas unmittelbar gefrieren. Das Wasser setzt sich dabei also nicht in flüssiger Form auf der Scheibe ab, sondern direkt im festen Zustand als Eis. Diesen Vorgang nennt man Resublimation.“

Die Entstehung der Gestalt von Eisblumen ist bis heute nicht genau geklärt. Foto Wetter Online

 

Wachstum der Eisblume

Die Bildung einer Eisblume beginnt immer an einem Kristallisationskern. Auf einer Fensterscheibe können dies feine Schmutzpartikel, die Oberflächenbeschichtung oder Kratzer sein. An diesen lagert sich das gefrorene Wasser aus der Luft an. Die Partikel bilden nun den Ausgangspunkt für die weiteren Verzweigungen und Verästelungen der Eisblume. Mehr und mehr Wassermoleküle lagern sich an. Die Gebilde aus Eis wachsen
zusammen, verzweigen sich schließlich weiter und lassen so die besonderen Muster der Eisblumen entstehen. Manchmal kann man in den floralen Formen die Wischmuster vom Fensterputzen oder die Scheibenwischerbewegung wiedererkennen. Oft scheinen die Gebilde aber auch rein zufällig zu entstehen.

Welche Gestalt die Eisblume annehmen wird, lässt sich nach heutigen Erkenntnissen nicht vorhersagen. Eisblumen sind ebene Kristalle des Wassers. Ihre Formen beruhen wie bei einer Schneeflocke auf einer hexagonalen Symmetrie. Interessant ist, dass bei den Eisblumen die Gestalt eines kleinen Teiles so ist wie die des großen, es besteht als eine sogenannte Selbstähnlichkeit. Da ihr Gebilde demnach auch nie fertig sein kann und deshalb unvollkommen ist, beschreibt man sie in der Mathematik auch als Fraktal.

 

Rekord-Hoch EKART über England

Auswirkungen auf Wetter und Gesundheit

Hoch EKART über Großbritannien mausert sich zum stärksten Hochdruckgebiet seit Jahrzehnten in dieser Region Europas. Der Luftdruck steigt auf der Insel bis auf rekordverdächtige 1050 Hektopascal und auch in Deutschland in Rekordnähe.


Der Luftdruck steigt auf rekordverdächtige Werte von über 1045 Hektopascal


Hoher Luftdruck – Ruhiges Winterwetter in Deutschland

In Deutschland stehen die Barometer auf Anschlag. Besonders in Nordrhein-Westfalen kommt man mit über 1045 Hektopascal an die höchsten Luftdruck-Werte seit Jahrzehnten ran. In Essen liegt der über 60 Jahre alte Rekord bei 1047,8 Hektopascal. Durch das extreme Hoch herrscht in der neuen Woche ruhiges Winterwetter in Deutschland.
„Bis Freitag bleibt es im ganzen Land trocken. Dazu gibt es einen Mix aus Sonne und Wolken. Regional können sich Nebel und Hochnebel länger halten, dies gilt vor allem für die Flusstäler. Die Höchstwerte liegen meist zwischen 3 und 7 Grad. Im Dauergrau bleibt es kälter. Nachts wird es verbreitet frostig, Richtung Alpen gibt es in der ersten Wochenhälfte sogar zweistellige Minusgrade. Milder ist es ganz im Norden.“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe bei WetterOnline.

Besonders hohe Luftdruck-Werte werden aktuell in Großbritannien gemessen, das eigentlich für seine Sturmtiefs bekannt ist. Nun aber liegt das extrem kräftige Hoch EKART über den Britischen Inseln. Mit rund 1050 Hektopascal stieg der Luftdruck in der Nacht zum Montag dort auf den höchsten Wert seit 1992. Eventuell wird sogar noch der absolute Luftdruck-Rekord von 1902 geknackt, damals zeigte das Barometer unglaubliche 1053 Hektopascal.

Zur Einordnung erklärt Habel: „Luftdruck ist nichts anderes als das Gewicht der Lufthülle, die uns umgibt. Das Gewicht der Erdatmosphäre ist abenteuerlich! Sie wiegt 5 Trillionen Kilogramm. Auf jedem Quadratmeter Erdoberfläche, und damit auch auf uns Menschen, lasten somit bei einem mittleren Luftdruck von 1.013 Hektopascal rund 10 Tonnen Luft. Das hohe Gewicht der Luftsäule über uns spüren wir jedoch nicht als Last, die auf unsere Köpfe drückt. Die Schwankungen des Luftdrucks allerdings werden möglicherweise von einigen sensiblen Menschen wahrgenommen.“

Auswirkungen des Luftdrucks auf die Gesundheit

Ernsthafte Auswirkungen hat extrem hoher Luftdruck nicht, auch wenn in England am Wochenende vor Störungen des TV-Signals und Ohrdruck gewarnt wurde. Tatsächlich berichten aber immer wieder Menschen davon, dass sie Luftdruckschwankungen „fühlen“. Es wird immer wieder diskutiert wird, ob ein plötzlicher Luftdruckabfall ein Gesundheitsrisiko darstellt, jedoch ist dies wissenschaftlich bisher nicht belegt.
„Jahrzehntelange Forschungen von Medizinern und Atmosphärenphysikern konnten keine direkten Zusammenhänge zwischen Luftdruckschwankungen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen bestätigen. Man kam zu dem Schluss, dass es sich bei den beobachteten Krankheitsfällen und der gleichzeitigen Wetterlage offenbar um Scheinkausalitäten handelt.
Mit anderen Worten: In vielen Millionen Jahren haben wir Landbewohner uns evolutionär an die sich langsam wandelnden natürlichen Druckverhältnisse angepasst. Daher nehmen wir diese nicht wahr.“, sagt Habel.

Anders sieht es aus, wenn sich der Luftdruck plötzlich und rapide verändert, bspw. beim Start oder der Landung eines Flugzeugs, bei der Fahrt in einem Aufzug oder beim raschen Bergauf- oder Bergabfahren mit dem Auto. Unter Umständen kann dabei unsere Ohrtrompete den Druckausgleich zwischen Umgebungsluft und dem Mittelohr nicht schnell genug herstellen. Unser Trommelfell wölbt sich dann minimal nach innen oder außen, was wir als unangenehmen Druck empfinden.


Ob die ruhige Wetterlage Bestand hat, erfährt man auf www.wetteronline.de, mit der WetterOnline App oder durch einen Blick auf die neue Wetterstation wetteronline home. Mit dem Alexa-Skill von WetterOnline sowie dem Skill für den Google Assistant können Wetterinfos auch über die digitalen Helfer abgefragt werden.


Ruhiges Winterwetter mit einem freundlichen Mix aus Sonne und Wolken dank Hoch EKART.

Der Polarwirbel hält den Winter fern

Wettermaschine voll in Fahrt - Grönland-Polarwirbel bringt mildes Wetter

Ein mächtiges Tiefdruckgebiet bei Grönland führt immer wieder milde Luft nach Mitteleuropa. Quelle: WetterOnline

Bonn/Duisburg, 9. Januar 2020 - Schon seit Wochen dümpelt der Winter so vor sich hin. Schnee und Eis haben bei der vorherrschenden Wetterlage keine Chance. „Grund dafür ist der Polarwirbel, der derzeit im Bereich Grönland zu finden ist.“, erklärt Matthias Habel, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline.

„Das ihn umgebende Starkwindband in über 10 Kilometer Höhe – der Jet-Stream – steuert im Winterhalbjahr Zugbahn und Stärke von Tiefdruckgebieten auf der Nordhalbkugel. Der Polarwirbel beeinflusst somit entscheidend die Temperaturverteilung zwischen dem Nordpol und mittleren Breiten.” S

chwächelt der Polarwirbel oder verändert er seine Position, so dominieren Hochdruckgebiete. Polarluft kann dann leichter nach Süden und somit auch nach Mitteleuropa und Deutschland strömen. Ist der Polarwirbel hingegen stark wie derzeit, so bewirkt er kräftige Tiefs. Milde Westwinde dominieren unser Wetter, polare Kaltlufteinbrüche sind unmöglich. “Für winterliche Kälte und Schnee bei uns in Deutschland sind die Voraussetzungen also schlecht, solange Westwind den Ton angibt.”, betont Habel. 

So funktioniert der Polarwirbel
Über Alaska und Sibirien herrscht derzeit hoher Luftdruck. Rund um Grönland hingegen dominiert tiefer Luftdruck das Wettergeschehen und setzt somit den Polarwirbel in Gang. „Um das stark ausgeprägte Tief bei Grönland weht der Wind entgegen dem Uhrzeigersinn. Für uns in Europa bedeutet dies, dass die Luft fast immer aus Westen oder Südwesten zu uns strömt.“, erklärt Matthias Habel.

„Richtig kalte Luft aus Norden und Nordosten hat so keine Chance. Bestenfalls dreht der Wind kurzzeitig mal auf Nordwest und bringt nur den höchsten Lagen der Mittelgebirge ein paar Flocken. Rasch aber dreht der Wind mit Durchzug des Tiefs wieder auf West und lässt die weiße Pracht schnell wieder verschwinden.“

Der Ausblick Für Winterliebhaber gibt es derzeit keinen Grund zur Hoffnung, da alle Wettermodelle übereinstimmend anzeigen, dass die eingefahrene Westwetterlage fortbesteht. „Damit bei uns Winterwetter einkehrt, ist bei uns eine komplett andere Wetterlage erforderlich.“, weiß Habel.
 „Dazu müsste sich der Polarwirbel in Richtung Mitteleuropa oder bestenfalls nach Osteuropa verlagern. Gleichzeitig sollte sich ein mächtiges Hoch über dem Ostatlantik bilden und bis in die Polregion erstrecken. Dann würde die Luft bei uns direkt aus Norden kommen. Winterliches Wetter mit Schnee und Kälte wäre die Folge. Davon allerdings sind wir derzeit meilenweit entfernt. “

Drittwärmstes Jahr seit 1881: Heißeste NRW-Orte am 25. Juli 2019 waren Duisburg-Baerl und Tönisvorst mit 41,2 °C.

2019 Niederschlagsarm und sonnenscheinreich
Offenbach/Duisburg, 30. Dezember 2019 – Wie bereits die meisten der vorangegangenen Jahre, so verlief auch 2019 in Deutschland wieder zu trocken, mit mehr Sonnenschein als üblich und vor allem deutlich zu warm. Es war sogar das drittwärmste Jahr seit dem Beginn von regelmäßigen Messungen 1881. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.

2019 begann mit einem niederschlagsreichen Januar. Wolken stauten sich an den Nord-rändern der Berge und führten dort zu lange nicht erlebten Schneemassen.
- Der Februar zeigte sich dagegen als sonnenscheinreichster Monat seit Messbeginn und mit sehr hohen Temperaturen bereits richtig frühlingshaft.
- Im März fegte eine ganze Reihe von schweren Stürmen über das Land, bevor der April mit trockenem und häufig sehr warmem Wetter schon einen Vorgeschmack auf den Sommer brachte.
- Völlig anders der Mai: Nach 13 zu warmen Monaten hintereinander verlief er sehr kühl und nass. Doch folgte der wärmste und sonnigste Juni seit Messbeginn. Dies war der Auftakt eines weiteren erheblich zu trockenen und extrem heißen Sommers, der alle vorangegangenen noch an Hitze übertraf. Flüsse trockneten aus und auch die Wälder litten unter der großen Trockenheit.
- Im September begann eine Periode mit mehr Niederschlag, die mit kurzen Unterbrechungen bis Weihnachten anhielt und die Dürre allmählich beendete. Im Juli extreme Hitzewelle mit über 40 Grad an drei aufeinander folgenden Tagen. Der Temperaturdurchschnitt lag im Jahr 2019 mit 10,2 Grad Celsius (° C) um 2,0 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung nach oben 1,3 Grad.

Damit gehört 2019 neben 2018 mit 10,5 °C und 2014 mit 10,3 °C zu den drei wärmsten Jahren seit dem Beginn regelmäßiger Aufzeichnungen 1881.
Großen Anteil daran hatten elf zu warme Monate, sowie die extreme Hitze Ende Juli, als die Temperatur an 23 Messstellen auf 40,0 °C oder darüber kletterte. Am höchsten stieg die Temperatur dabei am 25. Juli in Lingen im Emsland mit dem neuen deutschen Rekord von 42,6 °C.
Den kältesten Wert meldete Deutschneudorf-Brüderwiese am 21. Januar mit - -18,6 °C. Erneut zu wenig Niederschlag Mit rund 730 Litern pro Quadratmeter (l/m²) erreichte 2019 nur 93 Prozent des Solls von 789 l/m². Der wenigste Niederschlag fiel vom Thüringer Becken bis zur Leipziger Tieflandsbucht, wo lokal nur etwa 350 l/m² zustande kamen.
Den meisten Regen und Schnee erhielt das Allgäu mit bis zu 2450 l/m². Die größte Tagessumme meldete Kreuth-Glashütte bei Bad Tölz am 28. Juli mit 138,9 l/m
, die höchste Schneedecke abseits der Berggipfel Anger-Stoißberg bei Bad Reichenhall am 13. Januar mit 240 cm.
Sonnenschein deutlich im Plus
Mit etwa 1800 Stunden übertraf der Sonnenschein sein Soll von 1544 Stund Stu Stund S Stund Stu Stund Stunden um 18 Prozent. Am längsten zeigte sich die Sonne am Hochrhein mit r mi mit r mit r mi mit r mit rund 2120 Stunden, am wenigsten im Norden und im Sauerland mit örtli ö örtl örtli ö örtli örtlich unter 1500 Stunden.

Das Jahr 2019 brachte in Nordrhein-Westfalen 10,7 °C (9,0 °C), knapp 805 l/m² (875 l/m²) und etwa 1715 Sonnenstunden (1440 Stunden). Zahlreiche Karnevalszüge fielen am Rosenmontag (4. März) dem Sturmtief „Bennet“ zum Opfer. In Ochtrup im Münsterland wurde ein Mann in seinem Auto von einem Baum erschlagen.
Auch bei Tief „Eberhard“, dessen Sturmfeld am 10. März NRW traf, starb im Sauerland ein Mann in seinem Auto durch einen umstürzenden Baum. Ein Tornado der Stärke F2, das sind 181 bis 253 km/h, fegte am 13. März durch den Ort Roetgen bei Aachen. Er beschädigte mindestens 4 40 Häuser und verletzte sogar fünf Menschen.
 Am 20. Mai fielen in Nieheim im Weserbergland 91,3 l/m². NRW meldete im Juni mit 298 Stunden einen neuen Sonnenscheinrekord. Den Ruf als wärmste Orte von NRW teilen sich seit dem 25. Juli Duisburg-Baerl und Tönisvorst we westlich von Krefeld mit 41,2 °C.

Jahreswechsel: Extremer Böller-Nebel durch Feinstaub

Smog in der Silvester-Nacht

Bonn/Duisburg, 27. Dezember 2019 - Der Wetterbericht für den Jahreswechsel ist auf den ersten Blick gar nicht so schlecht: Trocken, kalt und verbreitet windstill. Doch vor allem aufgrund der Windstille droht in der Silvesternacht die Gefahr von "Böller-Nebel".

Das Jahr endet mit Hochdruck

„Das Wetter am Silvesterabend wird von einem kräftigen Hoch mit Zentrum über Großbritannien dominiert. Es bringt ganz Deutschland trockenes Wetter.“, weiß Matthias Habel, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline. „Dabei wird es im Norden windig und frostfrei bleiben, im Rest des Landes hingegen sinken die Temperaturen bei nur wenig Wind schnell in den frostigen Bereich. Fürs Anstoßen und Raketenzünden empfehlen sich bei Temperaturen von 0 bis minus 4 Grad daher Handschuhe und Mütze.“, so Habel.

Smog und Nebel durch Feinstaub

Von Nordrhein-Westfalen bis nach Bayern wird es zum Jahreswechsel windstill. „Genau dies ist ein Problem!“, warnt Habel. „Die bodennahe Kaltluft wird sich innerhalb von Minuten durch das Feuerwerk mit großen Mengen von Feinstaub anreichern.  Vor allem in Flusstälern und in Orten, wo intensiv Feuerwerk abgebrannt wird, bildet sich in kürzester Zeit dichter Nebel. Dabei wird die Sichtweite abrupt auf unter zehn Meter sinken. Dies schränkt nicht nur die Sicht auf das Feuerwerk ein, sondern stellt auch eine Gefahr für den Straßenverkehr dar. Die hohen Feinstaubmengen können zudem gesundheitsschädlich sein, da der nicht vorhandene Wind die Schadstoffe nicht großflächig verbreitet.“

Aerosole ziehen Feuchtigkeit an 

Der Rauch der Silvesterböller und Raketen trägt Milliarden feinster Partikel in die Atmosphäre. An diese als primäre Aerosole bezeichneten Staubteilchen dockt die in der Luft enthaltene Feuchtigkeit an. In der Folge kann sich in kürzester Zeit dichter Nebel bilden. Aufgrund der verbreitet vorherrschenden Windstille kann diese Situation bis weit nach Mitternacht andauern. Die Feinstaubkonzentration dürfte in vielen Orten die höchsten Werte des ganzen Jahres erreichen. 

Autobahnsperrungen möglich

Besonders extrem war der Nebel zum Jahreswechsel 2014/2015. Damals sank die Sichtweite unter anderem in Hamburg und Köln auf teils unter 5 Meter. Autos fuhren nur noch im Schritttempo durch den "Böller-Nebel", die Fahrer mussten teils von Fußgängern gelotst werden, die sich am Randstreifen der Straße orientierten. Bei Köln wurden damals sogar Autobahnen gesperrt. 

Extremer "Böller-Nebel" kann sich bei Windstille in der Silvesternacht innerhalb von Minuten bilden. Autofahren ist bei solch widrigen Sichtverhältnissen nur noch in Schrittgeschwindigkeit möglich.  Foto WetterOnline


 

Von wegen zu kalt: Sport im Winter ist sehr effektiv

Auf die richtige Tageszeit kommt es an — Dopamin gegen das Wintertief

Bonn/Duisburg, 16. Dezember 2019 - Winterzeit ist Kuschelzeit. Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, ist die Sehnsucht nach Ruhe und Entschleunigung groß. Da machen wir es uns doch lieber mit dem inneren Schweinehund auf dem Sofa bequem, als in die Laufschuhe zu schlüpfen. Die Arbeit an der Bikinifigur verschieben wir auf das nächste Frühjahr und züchten Bauch und Hüften mit Spekulatius und Lebkuchen. Dabei ist ausdauernder Sport gerade in der kalten Jahreszeit besonders effektiv, baut Stress ab und stärkt unser Immunsystem.

Mit Training dem Winterblues trotzen
Was viele nicht wissen: Im Winter verbrauchen wir beim Sport die meisten Kalorien, weil der Körper zusätzliche Energie aufbringen muss, um den Organismus warm zu halten. Wer im Winter also regelmäßig trainiert, kann seine Fitness sogar noch steigern und muss im Frühjahr nicht wieder bei null anfangen. Positiver Nebeneffekt: Sport im Winter hält uns gesund. Setzen wir unseren Körper regelmäßig Kältereizen aus, stärken wir unser Immunsystem. Bei Minusgraden durch den Park zu spurten, ist also nicht nur was für Sportfanatiker und Spitzensportler, sondern eine einfache Lösung, gesund durch den Winter zu kommen. Da durch Sport das Stresshormon Cortisol abgebaut und Wohlfühlhormone wie Dopamin und Serotonin ausgeschüttet werden, entgehen wir durch regelmäßiges Training sogar dem Wintertief und sorgen stattdessen für gute Stimmung.

Geringere Luftfeuchtigkeit im Winter: entschleunigt beschleunigen, so lautet die Devise

Damit Sport im Winter auch gesunde Effekte bringt, sollte man Folgendes wissen: „Die Luftfeuchtigkeit ist bei Kälte meist gering. Atmen wir bei hoher Belastung zu stark durch den Mund, trocknen unsere Schleimhäute aus und wir werden anfälliger für Viren“, so Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe bei WetterOnline. Beim Sport im Winter sollte man es also nicht übertreiben: „Zum Training eignen sich besonders ausdauernde Sportarten mit geringerer Belastung wie beispielsweise Fahrradfahren, Wandern oder moderates Joggen. Wenn es besonders kalt ist, hilft das Atmen durch die Nase. Dann kommt die Luft warm in der Lunge an“, so Habel. 

Ein zu intensives Training bei Kälte kann den Körper hingegen schwächen und krank machen. Um sich vor Krankheiten zu schützen, sind Sportler mit dem Zwiebellook auf der sicheren Seite, denn zwischen den Kleidungsschichten bleibt die Wärme gut erhalten. Wer eine Mütze trägt, schützt seinen Körper ebenfalls vor Wärmeverlust. 

Tageslicht: Power für die Muskeln

Mit durchschnittlich zwei Sonnenstunden täglich ist Tageslicht in der dunklen Jahreszeit nur spärlich vorhanden. Trotzdem sollte man nach Möglichkeit im Hellen trainieren. Studien zeigten, dass Licht sich begünstigend auf die Leistungsfähigkeit und den Stoffwechsel der Muskeln auswirkt. Für ein gesundes Training im Winter ist also der Sport-Biorhythmus entscheidend. Besonders gut eignet sich der Nachmittag, da ist es am wärmsten. 

Die Temperaturen spielen jedoch für das Training nur eine untergeordnete Rolle: Bei regelmäßigem Outdoor-Training im Winter sind auch niedrige Temperaturen unter dem Gefrierpunkt unproblematisch. 


Bei niedrigen Temperaturen ist der Kalorienverbrauch besonders hoch. Quelle: WetterOnline

 

 

Weiße Weihnachten – Ideal und Wirklichkeit

Laut Statistik zu Weihnachten häufig Tauwetter

Bonn/Duisburg, 04. Dezember 2019 - Kurz vor Weihnachten stellt sich die beliebteste aller Fragen: Wie wird das Weihnachtswetter? Doch der Wunsch nach weißen Weihnachten wird seltener erfüllt als gedacht.

Grenzen der Prognose

Die Frage nach Weißen Weihnachten lässt kaum jemanden kalt und frühzeitige Prognosen gibt es jedes Jahr aufs Neue. „Bei langfristigen Prognosen handelt es sich um grobe Modellierungen, die von den Wetterdiensten experimentell durchgeführt werden und Tendenzen für die Wetterentwicklung der kommenden Wochen und Monate angeben“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline. „Für das Wetter über vier bis sieben Tage hinaus kann man aber generell nur Trends zur wahrscheinlichen Entwicklung abschätzen.“ Alles darüber hinaus bleibt also spekulativ. „Denn bereits geringfügige Störungen eines Musters können das Wetter in völlig gegensätzliche Richtungen lenken. Dieses sogenannte Chaos-Prinzip sorgt dafür, dass seriöse Jahreszeiten-Vorhersagen und Prognosen über viele Wochen schlicht und einfach nicht möglich sind“, so der Experte Habel. 

Statistische Chancen für Schnee

Ein paar Wochen vor Heiligabend ist zwar noch keine Prognose möglich, eine statistische Wahrscheinlichkeit kann man aber durchaus bestimmen. „Die Chancen für Schnee an Weihnachten liegen im Flachland meist bei 10 bis 20 Prozent, am Alpenrand bei über 50 Prozent. Für eine genauere Vorhersage müssen wir uns noch gedulden. Erst um den 15. Dezember herum lässt sich ein grober Trend aus den Wettermodellen ablesen, eine halbwegs treffsichere Tagesprognose für die Festtage ist frühestens ab dem 20. Dezember möglich.“, weiß Habel. 

Weihnachtstauwetter-Eine meteorologische Singularität

Ursache für die ernüchternden Zahlen ist das sogenannte Weihnachtstauwetter, das oft für mildes Regenwetter an den Feiertagen sorgt. Mit bis zu 70 Prozent Eintreffwahrscheinlichkeit tritt es bemerkenswert häufig auf. Unter dem Begriff Weihnachtstauwetter versteht man eine milde und nasse Witterungsphase in Mitteleuropa, die in den meisten Jahren in der Zeit um Weihnachten eintritt, meist zwischen dem 24. und 29. Dezember. Bis in die Hochlagen der Mittelgebirge taut dann der Schnee. Das Weihnachtstauwetter gehört zu den bedeutendsten Witterungsregelfällen. Man bezeichnet diese Regelfälle in der Meteorologie als Singularitäten, weil sie mit hoher Wahrscheinlichkeit zu bestimmten Zeiten im Jahr auftreten und vom durchschnittlichen Wetterverlauf der Jahreszeit deutlich abweichen. 


An Heiligabend ist eher selten mit Schnee und Eis zu rechnen. Foro WetterOnline


Herbst: Recht durchschnittlich, aber trotzdem leicht zu warm

Offenbach/Duisburg, 29. November 2019 -  Zu Beginn war der meteorologische Herbst 2019 in Deutschland unter dem Einfluss von Hochdruckgebieten meist warm, trocken und sonnig. Ab Ende September dominierten dann Tiefdruckgebiete mit mehr Wolken und vor allem reichlich Niederschlag, der die große Trockenheit beendete.
Insgesamt verliefen die Monate September, Oktober und November leicht zu warm und nass bei durchschnittlicher Sonnenscheindauer. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.

Häufiger Wechsel zwischen warmen und kühlen Perioden
Mit 10,1 Grad Celsius (°C) lag im Herbst der Temperaturdurchschnitt um 1,3 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur wärmeren Periode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung nach oben 1,1 Grad. Pünktlich zum meteorologischen Herbstbeginn am 1. September gab es einen kräftigen Temperaturrückgang in Deutschland. Lediglich im Osten kletterte das Quecksilber nochmals auf hochsommerliche Werte. Heißester Ort war dabei Coschen, südlich von Eisenhüttenstadt, mit 33,6 °C.

Anschließend wechselten kühle und warme Abschnitte häufig einander ab: Vom 19. bis zum 21. September traten lokal schon die ersten Nachtfröste auf. Dagegen konnte man vom 12. bis zum 15. Oktober für die Jahreszeit recht spät verbreitet noch Sommertage mit 25 °C und mehr zählen.
Während die Temperatur am 31. Oktober in Sohland, südlich von Bautzen, bis auf -8 °C sank, stieg sie bereits am 2. November in Ohlsbach bei Offenburg wieder auf 20 °C an. Den bundesweit tiefsten Wert in diesem Herbst meldete Meßstetten auf der Schwäbischen Alb, östlich von Rottweil, am 11. November mit -9,6 °C.

Ende der großen Trockenheit
Mit etwa 205 Litern pro Quadratmeter (l/m²) überschritt der Herbst sein Soll von 183 l/m² um 11 Prozent. Zunächst setzte sich in den meisten Gebieten die Trockenheit des Sommers weiter fort. Erst im letzten Septemberdrittel ging die Dürre überall in Deutschland mit flächendeckenden Regenfällen zu Ende. Diese kamen für die Wälder jedoch häufig zu spät: Sie waren teilweise bereits abgestorben.
Die nasse Witterung dauerte mit kurzen Unterbrechungen bis in den November an; der Regen ging dabei in der zweiten Novemberdekade mancherorts in Schnee über. Niederschlagsreiche und zu trockene Gebiete lagen im Herbst verstreut in ganz Deutschland. Die Monatssummen schwankten lokal zwischen rund 500 und 90 l/m². Die größte 24-stündige Menge fiel in Sigmarszell-Zeisertsweiler bei Lindau am Bodensee am 8. September mit 71,2 l/m².

Sonnenscheindauer fast genau im Mittel
Der Sonnenschein wich mit rund 315 Stunden kaum von seinem Soll von 311 Stunden ab. Die sonnenscheinreichsten Gebiete mit örtlich bis zu 415 Stunden befanden sich im Bayerischen Wald, im Allgäu und in Sachsen. Wenig Sonnenschein erhielten das Sauerland und Schleswig-Holstein mit teils weniger als 230 Stunden.

Im Herbst 2019 kam Nordrhein-Westfalen auf eine mittlere Temperatur von 10,3 °C (9,5 °C). Die Niederschlagsmenge lag mit mehr als 240 l/m² um 16 Prozent über dem Soll (208 l/m²), die Sonnenscheindauer mit gut 280 Stunden (294 Stunden) um vier Prozent darunter. Damit gehörte Nordrhein-Westfalen zu den sonnenscheinarmen Bundesländern.


Vom Staubkorn zum Eiskristall: So entsteht Schnee 

Bonn/Duisburg, 27. November 2019 - Wie er sich bildet, welche Arten es gibt und warum Schnee eigentlich weiß ist Wenn der Winter vor der Tür steht und es draußen kälter wird, träumen viele von schneebedeckten Dächern und Baumwipfeln.

Damit Schnee entsteht, muss nicht nur die Temperatur, sondern auch die Luftfeuchtigkeit stimmen. Foto WetterOnline

Ob und wieviel Schnee in der kalten Jahreszeit noch fallen wird, hängt nicht allein von der Temperatur ab. Luftfeuchtigkeit und Kondensationskerne Damit Schnee entstehen kann, muss die Luft ausreichend Feuchtigkeit und Kondensationskerne enthalten.
Das können zum Beispiel kleine Staub- oder Rußpartikel sein, die in der Luft schweben. Sinkt die Temperatur in der Höhe weit genug ab, so frieren die Wassermoleküle in der Luft an dem Kondensationskern fest und bilden ein Eiskristall. „Damit Schnee entsteht, müssen die Temperaturen in den Wolken etwa minus 12 Grad betragen“, so Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe bei WetterOnline. Haben sich die Eiskristalle gebildet und sind schwer genug, fallen sie aufgrund der Schwerkraft langsam auf die Erde.
Auf diesem Weg verhaken sich einzelne Kristalle miteinander und bilden so die typischen Schneeflocken. Schneesterne  Die spezielle Form der Eiskristalle entsteht durch den Aufbau der Wassermoleküle. In diesen gruppieren sich die beiden Atome des Wasserstoffs in einem Winkel von 105 Grad um das Sauerstoffatom. Beim Gefrieren entstehen durch die Verbindung mehrerer Wassermoleküle sechseckige Eisplättchen, deren Durchmesser geringer ist als 0,1 Millimeter. Schwebt ein Eisplättchen nach unten, so friert auf diesem Weg Wasserdampf an den sechs Ecken des Plättchens fest und ein Schneestern entsteht.
Jeder Schneekristall ist dabei einzigartig und seine Form abhängig von der Temperatur, weiß Matthias Habel: „Bei tiefen Temperaturen entstehen eher Schneeplättchen und -prismen. Ist es wärmer, bilden die Kristalle ihre Sternform aus“. Auch die Größe der Schneeflocke hängt von Temperatur und Luftfeuchtigkeit ab: Je kälter es ist, desto weniger Luftfeuchtigkeit ist vorhanden und es entstehen nur kleine Flocken. Bei höheren Temperaturen und einer höheren Luftfeuchtigkeit bilden sich hingegen größere Schneeflocken.

„Genau wie Wasser sind Schneekristalle übrigens transparent“, ergänzt Meteorologe Matthias Habel. „Sie wirken jedoch wie kleine Spiegel, die das Licht reflektieren und streuen. Schnee erscheint daher weiß.“  Formen des Schnees  Hat die Schneeflocke den Boden einmal erreicht, beginnt sie mit ihrer Verwandlung.
Während die feinen Kristalle bei frisch gefallenem Schnee intakt sind, verlieren sie durch Temperaturschwankungen ihre Form.
Die feinen Äste bilden sich zurück, brechen ab und kleben aneinander. Mit steigenden Temperaturen wird pulvriger Neuschnee allmählich feuchter. Durch wiederholte Schmelz- und Gefrierzyklen entsteht grobkörniger Sulz- bzw. Nassschnee. Er verwandelt sich durch weiteres Schmelzen und Gefrieren zu einer kompakten Eisschicht, die als Harsch bezeichnet wird.

Schnee, der mindestens ein Jahr alt ist und eine besonders hohe Dichte aufweist wird Firn genannt, aus diesem kann nach Ablauf weiterer Jahre Gletschereis entstehen. Der beste Schnee für Schneemänner und Schneeballschlachten ist übrigens frischer und gleichzeitig feuchter Schnee, denn dieser klebt unter Druck besonders gut zusammen.