Abmahner, Abzocker, Betrüger? 'Pfusch am Bau'
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Jochem Knörzer
 
"Wer gendert, ist nur zu faul zum Schreiben oder Sprechen!"

"Copyright Agent" - auch nur ein Abmahn- und Abzockverein
Heinrich Scheinhardt

Duisburg, 7. Juni 2026 - Vielleicht sogar eine betrügerische Organisation. Denn bereits in der ersten Mail wird ein "Entschädigungsbetrag" in Höhe von € 549 für einen angeblichen Lizenzverstoß, ein Foto/Bild betreffend, gefordert. Für ein Bild, wie sich schnell herausstellte, an dem diese Organisation sicher keine Lizenz hat!
Das wäre, nach meinem Rechtsempfinden, dann ein Betrugsversuch.

Die Organisation mit Sitz in Dänemark, verschickt Mails, stellt sich als Beschützer von Bildrechten dar und behauptet, dass eine partnerschaftlich verbundene Agency die Bildrechte an einem bestimmten, z. B. in einer Pressemitteilung oder Artikel verwendeten,
Bild hält. Ein paar einschlägige Paragraphen folgen und die Aufforderung, eine Lizenz nachzuweisen.
Den eigenen Nachweis tritt man nicht an.
Es folgt unmittelbar die Forderung eines Entschädigungsbetrages in Höhe von € 549.
Per angegebenen Link kann man "relevante Informationen" einsehen und die Zahlung vornehmen. Oder die Nutzungslizenz nachweisen.

Ganz schön frech! Einfach mal so eine Bildersoftware durchlaufen lassen und, ohne eigenen Nachweis, eine Lizenz anfragen. Dazu der ungefragte Tipp, doch demnächst den Namen oder die Agentur in Verbindung mit dem Bild anzugeben. Wenn man sich den Artikel angesehen hätte, hätte man oft beides lesen können.

Immerhin gibt man eine Frist von 14 Tagen, setzt bei ignorieren der Mail voraus, dass man keine Lizenz nachweisen kann.

In trustpilot.com schneidet diese Organisation bei aktuell 192 Bewertungen mit gerade einmal sehr 1,4 Sternen schlecht ab.
174 werten - weil weniger nicht geht - mit einem Stern und berichten von eigenen Bilder, von freien Bildern und Bildern, die nachweislich bei Pressemitteilungen z. B. zu Veranstaltungen angehängt waren, für die diese - doch kriminelle? - Organisation einen Lizenznachweis, ansonsten einen Entschädigungsbetrag forderte.
Die Masche scheint einträglich zu sein, für 2024 stößt man auf einen Jahresumsatz von 13,47 Millionen Kronen,
rund 1,75 Millionen Euro.

Meine Meinung: Wenn man sich des Bildes sicher ist, könnte man es auf einen Prozess anlegen.
Bei Bildern aus Pressemitteilungen den Versender informieren und gegebenenfalls in einem Prozess den Streit verkünden.
Vorher Kontakt zu einem kompetenten Anwalt aufnehmen.

"Copyright Agent" - seriös ist anders!