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Jeder zehnte Autofahrer am Smartphone
ACE untersucht Smartphone-Ablenkung in Duisburg

Duisburg, 10. August 2026 - Mit dem Handy-Verkehrs-Check in Duisburg an der Mercatorstraße vor dem Hauptbahnhof beteiligte sich der ACE-Kreis Niederrhein an der diesjährigen Clubinitiative des ACE Auto Club Europa. Unter dem Motto „Kopf hoch!“ untersuchen die rund 700 ACE-Ehrenamtlichen seit April bundesweit die Ablenkung durch Smartphones am Steuer. Dafür überprüfen sie an über 250 innerörtlichen Kreuzungen in ganz Deutschland, wie häufig Autofahrende hinter dem Steuer zum Handy greifen.
 
Die Ergebnisse der bundesweiten Checks sollen zeigen, wie verbreitet Smartphone-Ablenkung im Straßenverkehr ist und wo besonderer Handlungsbedarf besteht. Mit der Clubinitiative will der ACE auf die Risiken der Smartphone-Nutzung am Steuer aufmerksam machen und ein stärkeres Bewusstsein für konzentriertes und verantwortungsvolles Verhalten im Straßenverkehr schaffen.
 
Hohe Handynutzung in Duisburger Autos
Beim Handy-Verkehrs-Check überprüften die Ehrenamtlichen des ACE-Kreis Niederrhein das Verhalten von Autofahrenden auf der Mercatorstraße vor dem Hauptbahnhof. Während einer 30-minütigen Beobachtung des Verkehrs wurde erfasst, wie häufig sichtbare Handy-Verstöße am Steuer begangen wurden.
 
Insgesamt zählten die Ehrenamtlichen 147 Fahrzeuge, bei 14 davon wurden entsprechende Verstöße dokumentiert.
„Beobachtet haben wir das In-die-Hand-Nehmen des Smartphones, das Tippen auf dem Display und das Ans-Ohr-Halten,“ stellt Jörg Starke, Vorsitzender des ACE-Kreis Niederrhein, fest und betont, „Dabei haben sich 10 Prozent aller Autofahrenden im Stadtverkehr durch das Smartphone ablenken lassen. Diese hohe Ablenkungsquote ist eine Gefahr für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden.“
 
Ablenkung durch Smartphones erhöht Unfallrisiko deutlich
Das Smartphone ist für viele Menschen ihr ständiger Begleiter – auch im Auto. Ein kurzer Blick auf eine Nachricht, ein rascher Wechsel der Musik oder ein schneller Check der Sozialen Medien: Schon wenige Sekunden Ablenkung können im Straßenverkehr schwerwiegende Folgen haben.
 
Wer bei Tempo 50 innerorts zwei Sekunden lang nicht auf die Straße schaut, legt rund 28 Meter im „Blindflug“ zurück. Selbst bei Tempo 30 sind es in dieser Zeit noch etwa 17 Meter – eine Strecke von mehreren Autolängen ohne Blick für die Gefahren des Straßenverkehrs. Besonders im dichten innerstädtischen Verkehr kann das fatale Folgen haben, vor allem für Zufußgehende oder Radfahrende.
 
Auch die Unfallstatistik zeigt die Bedeutung des Problems: Laut Auswertung der Unfallstatistik 2024 des Statistischen Bundesamts wurde im Jahr 2024 bei 8.722 Unfällen mit Personenschaden Ablenkung als Unfallursache festgestellt. In 1.039 Fällen hat die Nutzung elektronischer Geräte nachweislich zum Unfall geführt. Insgesamt sind sogar 25 Menschen bei solchen Unfällen ums Leben gekommen.
 
Von Bußgeld bis Fahrverbot
Tolga Kaya, Regionalbeauftragter des ACE in Nordrhein-Westfalen, warnt: „Wer während der Autofahrt das Handy in die Hand nimmt oder ans Ohr hält, riskiert nicht nur die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer, sondern auch empfindliche Strafen. Schon der einfache Verstoß wird mit einem Bußgeld in Höhe von 100 Euro und einem Punkt geahndet. Kommt es infolge der Ablenkung zu einer Gefährdung oder gar zu einem Unfall, steigen die Bußgelder an, zusätzlich drohen weitere Punkte in Flensburg und ein Fahrverbot.“
 
Bundesweite Checks seit April
Die bundesweiten Handy-Verkehrs-Checks laufen seit April 2026. Die rund 700 ACE-Ehrenamtlichen dokumentieren dabei an mehr als 250 innerörtlichen Kreuzungen, wie häufig Autofahrende während der Fahrt ihr Smartphone sichtbar nutzen. Grundlage ist ein standardisierter Beobachtungsbogen, mit dem sichtbare Handy-Verstöße systematisch erfasst werden. Die Gesamtergebnisse werden im Herbst veröffentlicht.