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Kapriolen, Unwetter und Rekorde

Archiv: Jan - Juni 2024
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Unwettertief droht zum Wochenende – Meteorologischer Sommerstart fällt ins Wasser

• Unwettertief bringt viel Regen zum Wochenende
• Bis Montag örtlich über 100 Liter Regen pro Quadratmeter
• Regional Hochwasser und Überflutungen möglich Gemeinsamkeiten und Unterschiede zur Wetterlage bei der Ahrtal-Flut

Ein Tief nistet sich am Wochenende über Deutschland ein und bringt regional viel Regen. Quelle: WetterOnline


Bonn/Duisburg, 28. Mai 2024 - Die Tiefdruckparade nimmt kein Ende: Am Wochenende deutet sich nun die nächste brisante Wetterlage an. Ein Tief liegt genau über Deutschland und bewegt sich kaum von der Stelle. Die Folgen sind große Regenmengen und Überflutungs- sowie Hochwassergefahr. Im Laufe der zweiten Wochenhälfte verlagert sich ein Tief von den Britischen Inseln nach Deutschland und zieht am Wochenende kaum weiter.  


„Diese Wetterlage sollte man gut im Auge behalten. Es besteht erhöhte Unwettergefahr durch ergiebigen Dauerregen. Nach jetzigem Stand der Wettermodelle könnte vor allem der Süden und Osten Deutschlands betroffen sein. Das kann sich aber in den nächsten Tagen nochmal verschieben“, warnt Niklas Weise, Meteorologe von WetterOnline.


Über 100 Liter Regen pro Quadratmeter
Besonders in den nördlichen Staulagen der Gebirge könnte es den meisten Regen geben. Die Wettermodelle berechnen aktuell einen Niederschlagsschwerpunkt zwischen dem Erzgebirge und dem nördlichen Alpenrand. Bis Anfang nächster Woche können in der Spitze deutlich über 100 Liter Regen pro Quadratmeter zusammenkommen. Flüsse und Bäche führen bei diesen Mengen dann schnell Hochwasser, auch kleinere Erdrutsche sind bei bereits aufgeweichten Böden möglich.


Ähnliche Wetterlage wie bei der Ahrtal-Flut? Die Wetterlage am Wochenende zeigt Parallelen zum Tief BERND im Juli 2021. Damals sorgte das Tief besonders über dem Westen Deutschlands für extreme Regenmengen und ein katastrophales Hochwasser unter anderem im Ahrtal. Auch wenn sich die Wetterlagen auf den ersten Blick ähneln und das Tief eine ähnliche Zugbahn nimmt, gibt es einen entscheidenden Unterschied: Die Luft war bei der Ahrtal-Flut ein paar Grad wärmer und deutlich feuchter. 

Besonders hart traf es unter anderem das Ahrtal in Rheinland-Pfalz. Dort gab es ein katastrophales Hochwasser historischen Ausmaßes. Quelle: WetterOnline 2021


Außerdem spielt es eine entscheidende Rolle, wo und über welchen Zeitraum die größten Niederschlagsmengen fallen. Große Regenmengen haben im Flachland eine geringere Auswirkung, da das Wasser hier in der Regel gut abfließt. Kritisch wird es, sobald viel Regen in kurzer Zeit in einer gebirgigen Umgebung fällt, da sich das Wasser dann im Tal sammelt und in kurzer Zeit abfließen muss. 



- Die wichtigsten Verhaltenstipps bei Gewitter
- Fakten zu Gewittern: darum blitzt und donnert es / Wie schwer ist eine Gewitterwolke?

  Unwettergefahr dauert an

Ein Gewitter kann neben Blitzschlag viele weitere Gefahren mit sich bringen. Quelle: Shutterstock


Bonn/Duisburg, 22./23. Mai 2024 - Ein Tief über Mitteleuropa dreht weiter seine Runden. Es bringt immer wieder kräftige Schauer und Gewitter mit Unwetterpotenzial. Die Naturgewalt Unwetter wird oft unterschätzt. Doch mehrere Verletzte durch Blitzeinschläge am vergangenen langen Pfingstwochenende zeugen von der Gefahr, die von Gewittern ausgeht.

Gut beraten ist, wer sich bei Gewitter richtig verhält
„Ein Tief sorgt in der neuen Woche für sehr wechselhaftes Wetter und es bleibt an vielen Tagen schwülwarm mit gewittrigen Schauern. Weiterhin besteht Unwettergefahr durch Starkregen, Hagel und Sturmböen. Ein großer Fehler ist es, Unwetter zu verharmlosen und Wetterwarnungen nicht zu beachten, auch wenn die meisten Menschen ohne Unwetter durch den Tag kommen. Leichter Regen, Gewitter und unwetterartiger Starkregen können nur wenige Kilometer auseinander liegen. Wenn man von einem Unwetter überrascht wird, kann es schlimm werden. 


Bei einem Blitzeinschlag in Dresden sind an Pfingsten zehn Menschen zum Teil schwer verletzt worden. Vier Menschen schweben in Lebensgefahr. Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich im nordrhein-westfälischen Soest. Nach zwei Blitzeinschlägen in ein Pfingstzeltlager mussten 38 Leichtverletzte ins Krankenhaus eingeliefert werden“, warnt Niklas Weise, Meteorologe von WetterOnline. Um sich vor den vielen Gefahren eines Gewitters zu schützen, gibt es ein paar einfache Tipps. 


Rechtzeitige Warnung
Das Wichtigste ist, rechtzeitig gewarnt zu werden. Ein Blick auf die WetterOnline-App genügt. Droht an Ihrem Standort ein Unwetter, wird eine entsprechende Warnung gut sichtbar auf der Startseite angezeigt. Einen Überblick über die bundesweite Warnsituation bietet die Unwetterkarte. Mit einem Fingertipp sehen Sie sofort, wo es heute und in den nächsten 48 Stunden gefährlich werden kann.  Schutz suchen Blitz und Hagel, aber auch Sturmböen können bei einem Gewitter lebensgefährlich sein.


Sobald sich der Himmel verdunkelt, ist es daher ratsam, Schutz in einem Gebäude oder im Auto zu suchen. Parken Sie am besten nicht in der Nähe von Bäumen, da diese bei einem Gewitter umstürzen können. Wenn Sie sich in der freien Natur ohne Unterstellmöglichkeit befinden, suchen Sie eine Senke auf und gehen Sie in ausreichendem Abstand zu Wäldern in die Hocke. Auf keinen Fall einen Regenschirm aufspannen, da dieser ein bevorzugtes Ziel für Blitze sein kann. 


Raus aus dem Wasser
Ob Schwimmbad, Pool oder Badewanne: Bei drohendem Gewitter sollte der Aufenthalt im Wasser schnellstmöglich beendet werden. Wasser ist ein ausgezeichneter elektrischer Leiter und selbst bei weit entfernten Blitzeinschlägen ist ein Stromschlag möglich.
Übrigens: Auch wenn Gebäude durch Blitzableiter geschützt sind, sollten teure elektrische Geräte zusätzlich mit einem Überspannungsschutz gesichert werden.


Unterführungen und Tunnel meiden
Starkregen und die damit verbundenen Wassermassen stellen bei Unwettern ebenfalls eine große Gefahr dar. Neben Aquaplaning und überfluteten Straßen staut sich das Wasser oft in Unterführungen oder Tunneln. Sobald die Wassertiefe nicht mehr abschätzbar ist, sollte man auf keinen Fall mit dem Auto weiterfahren. Es besteht die Gefahr eines Motorschadens, der nicht nur teuer, sondern auch gefährlich für die Fahrzeuginsassen werden kann, wenn das Fahrzeug mit Wasser vollläuft. 


Achtung Hagel
Wenn sich Gewitterwolken grünlich verfärben, ist häufig mit Hagel zu rechnen. Die Hagelkörner können im Extremfall einen Durchmesser von mehreren Zentimetern erreichen und aufgrund ihrer hohen Fallgeschwindigkeit für Menschen lebensgefährlich sein. Wenn Sie eine solche Wolkenverfärbung am Himmel beobachten, sollten Sie sich so schnell wie möglich in Sicherheit bringen. Um Sachschäden durch Hagel am Auto zu vermeiden, bieten Brücken Schutz. Bei Gebäuden sollten nach Möglichkeit die Rollläden geschlossen werden.   


Fakten zu Gewittern: darum blitzt und donnert es  
Grauer Himmel, Regen, Blitz und Donner: Es gewittert und in Sekundenschnelle wird es draußen ungemütlich. Kaum ein Tag vergeht zurzeit ohne Gewitterwarnung. Ausgerechnet in den warmen Spätfrühlings- und Sommermonaten macht uns dieses Wetter besonders häufig zu schaffen. Aber warum ist das so und wie entstehen Blitz und Donner überhaupt? Niklas Weise, Meteorologe von WetterOnline, beantwortet ein paar Fragen zu Gewittern. 


Stimmt es, dass es im Sommer besonders oft gewittert?
Niklas Weise: „Dass es im Sommer häufiger blitzt und donnert, ist kein Zufall. Am häufigsten gewittert es von Mai bis August mit einem Schwerpunkt im Juli. Insgesamt werden in diesem Zeitraum in Deutschland etwa zwei bis drei Millionen Blitze registriert.“ 


Wie entstehen Gewitter im Sommer? 
Niklas Weise: „Damit Gewitter im Sommer entstehen können, muss die Luft in Bodennähe warm und gleichzeitig feucht sein. Das ist ab dem späten Frühjahr der Fall, wenn die Sonne den Boden besonders stark erwärmt. Diese erwärmt dann auch die feuchte Luft in Bodennähe, sie steigt nach oben und am Himmel bilden sich durch Kondensation Wolken, die über zehn Kilometer hoch werden können.“


•  Wie schwer ist eine Gewitterwolke?
 Niklas Weise: „Eine kleine Gewitterwolke mit einer Grundfläche von zwei Quadratkilometern und einer Höhe von zehn Kilometern hat ein Volumen von 20 Milliarden Kubikmetern. Wenn wir annehmen, dass jeder Kubikmeter Wolke durchschnittlich 10 Gramm Wasser enthält, kommen wir auf 200 Milliarden Gramm oder 200.000 Tonnen Wasser. Zum Vergleich: Ein voll beladener Airbus A380 hat ein Startgewicht von 590 Tonnen.

Die kleine Gewitterwolke wiegt also so viel wie gut 340 voll beladene Großflugzeuge. Das entspricht übrigens locker dem Gewicht von mehr als 20.000 afrikanischen Elefantenbullen. Häufig können Gewitterwolken allerdings noch größer werden.“ 


Warum blitzt es bei Gewittern?
Niklas Weise: „Wenn die Wolke hoch gewachsen ist, wehen in ihr sehr starke Winde. Sie sorgen dafür, dass Wassertropfen und Eiskristalle in der Wolke herumwirbeln, zusammenstoßen und aneinander reiben. Dabei trennen sich ihre elektrischen Ladungen. Typischerweise ist der untere Teil der Gewitterwolke negativ geladen, während der obere Teil wie der Erdboden positiv geladen ist. Ein gewaltiger elektrischer Funke, der Blitz, gleicht diese Ladungsunterschiede wieder aus.“ 


•  Und woher kommt der Donner?
Niklas Weise: „Während des Blitzes entsteht in Sekundenbruchteilen eine enorme Hitze von bis zu 30.000 Grad Celsius. Dadurch erhitzt sich die Luft und dehnt sich explosionsartig aus - das Donnern entsteht. Da sich Licht viel schneller ausbreitet als Schall, hören wir den Donner umso lauter, aber auch umso kürzer, je näher wir am Ort des Blitzeinschlags sind. In größerer Entfernung nehmen wir den Donner als Grollen oder Rumpeln wahr.


Anhand von Blitz und Donner lässt sich auch die Entfernung eines Gewitters bestimmen. Liegen etwa 6 Sekunden dazwischen, ist der Blitz in etwa 2 Kilometern Entfernung eingeschlagen. Blitz ohne Donner gibt es übrigens nicht, denn der Blitz erzeugt den Donner direkt. Wenn wir keinen Donner hören, dann ist das Gewitter einfach zu weit weg. Man spricht dann von Wetterleuchten.“ 


•  Sind große Flüsse eine Barriere für Gewitter?
Niklas Weise: „Flüsse - auch der Rhein oder die Elbe - sind keine Wetterscheiden. Eine Wetterscheide ist eine Grenze, die Gebiete mit unterschiedlichem Wetter voneinander trennt. Sie entsteht durch geografische oder geologische Gegebenheiten. Um das Wetter zu beeinflussen, muss die Geografie groß genug sein - vor allem in der Höhe. Gebirge sind daher Wetterscheiden. Aber Flüsse und Seen hindern kein Wetterphänomen daran, sich auszubreiten - auch kein Gewitter.  

Hat sich ein Gewitter erst einmal gebildet, ist die Energie, die in ihm steckt, so gewaltig, dass selbst geringe Temperaturunterschiede zwischen Land und Fluss keinen Einfluss auf die Zugrichtung des Gewitters haben.“ 

Es donnert und blitzt aus gewaltigen Wolken: Ausgerechnet in den warmen Sommermonaten machen uns Gewitter besonders häufig zu schaffen. Quelle: Shutterstock



Sehr große Waldbrandgefahr im Osten

Mensch ist Hauptverursacher für Brände

Aufgrund der anhaltenden Trockenheit besteht in vielen Gebieten im Osten Deutschlands eine große Waldbrandgefahr. Dort gelten zum Teil bereits die höchsten Warnstufen. Quelle: Shutterstock


Bonn/Duisburg, 15. Mai 2024 - Aufgrund der anhaltenden Trockenheit besteht in vielen Gebieten Ostdeutschlands eine hohe Waldbrandgefahr. Teilweise gilt dort bereits die höchste Warnstufe. Der Wind ist zudem besonders tückisch und verschärft die Gefahrensituation. Kaum ein Waldbrand entsteht jedoch ohne menschliches Zutun. Doch wie kann man Waldbränden vorbeugen und wie verhält man sich im Brandfall richtig? 


In vielen Gebieten Ostdeutschlands ist die Waldbrandgefahr sehr hoch. Viele Wälder dürfen bereits nicht mehr betreten werden, einige sind sogar gesperrt. Ein kleiner Funke genügt, um ein Feuer zu entfachen. Starker und sehr böiger Wind, der in der Nordosthälfte hinzukommt, kann ein ausgebrochenes Feuer schnell weiter anfachen. 


Diese Flächen sind gefährdet
Reine Nadelwälder sind stark waldbrandgefährdet, da die harzigen Nadeln nach längerer Trockenheit extrem brennbar sind. Altes Reisig und trockene Grasflächen erhöhen die Brandgefahr zusätzlich. Ein Funke genügt, um einen Brand auszulösen. Ein trauriges Beispiel war der Flächenbrand im Hohen Venn im deutsch-belgischen Grenzgebiet vor wenigen Tagen, bei dem 170 Hektar Fläche den Flammen zum Opfer fielen. Das alte, trockene Pfeifengras an der Oberfläche des Moores brannte wie Zunder. Glück im Unglück war, dass das Feuer nicht tief in das nasse Moor eindringen konnte. 


Natürliche Auslöser eines Waldbrandes
Natürliche Auslöser von Wald- und Graslandbränden sind Blitzschläge. Diese spielen jedoch im Vergleich zur Brandursache Mensch eine sehr geringe Rolle. Der weitaus größte Teil der Waldbrände in Deutschland entsteht durch Fahrlässigkeit und Brandstiftung. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass der Mensch durch richtiges Verhalten Waldbrände vermeiden kann.  Richtiges Verhalten im und am Wald Um Waldbrände zu vermeiden, ist Aufmerksamkeit das A und O, denn Unachtsamkeit kann fatale Folgen haben.


„Bitte beachten Sie immer die Warnungen“, rät Björn Goldhausen, Pressesprecher von WetterOnline. „Bei der höchsten Warnstufe ist die Gefahr sehr groß, das Betreten des Waldes ist dann in der Regel verboten.“ Rauchen Sie nicht im Wald und werfen Sie keine Zigarettenkippen in die Natur. Zigaretten sollten auch nicht auf die Straße geworfen werden, da sie leicht vom Wind in die trockene Vegetation geweht werden und dort in Sekundenschnelle ein Feuer entfachen können.  


Entzünden Sie kein offenes Feuer - auch kein romantisches Lagerfeuer am Abend! Übrigens: Flaschen, Glasscherben und andere Abfälle, die das Sonnenlicht gebündelt reflektieren, können kein Feuer entfachen. Der Brennglaseffekt ist einfach viel zu schwach oder gar nicht vorhanden.  Abgesehen davon hat Müll in der Natur ohnehin nichts zu suchen. 

Parken Sie Autos und Motorräder nie auf Wiesen und Feldern oder am Waldrand. Der heiße Katalysator oder der Auspuff des Fahrzeugs können trockenes Unterholz und Gras leicht entzünden. 

Was tun, wenn es brennt?
Wer Rauchentwicklung als Anzeichen eines Waldbrandes bemerkt, sollte sofort die Feuerwehr unter der Telefonnummer 112 alarmieren und dabei angeben, von wo aus der vermeintliche Brand beobachtet wird, wo er sich befindet und ob er am Boden oder bereits in den Baumkronen wütet. Wenn Sie von einem Waldbrand überrascht werden, flüchten Sie seitlich zur Windrichtung vom Feuer weg in ein Gebiet mit wenig brennbarer Vegetation.

 

 

Trotz mildem Frühjahr sehr viel Schnee: Gotthardpass - 8 Meter hohe Schneewände 

Überdurchschnittliche Schneehöhen in den Alpen •  Alpenpässe müssen geräumt werden
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Gotthardpass soll vor Ende Mai für den Verkehr frei sein


Übermannshohe Schneewände am Gotthardpass am 13. Mai 2024: Trotz der frühen Hitze im April stehen die Straßenräumer nun vor großen Herausforderungen auf den Alpenpässen.  Quelle: Dr. David Volken

Bonn/Duisburg, 15. Mai 2024 - Der Winter und der Frühling waren in der Schweiz von einigen extremen Wärmephasen mit Föhn geprägt. Trotz der frühen Wärme im April stehen die Straßenwinterdienste auf den Alpenpässen vor großen Herausforderungen. Seit einem Monat laufen die Räumungsarbeiten am über 2100 Meter hohen Gotthardpass auf Hochtouren.

Die Räumungsequipen haben alle Hände voll zu tun, denn dieses Jahr liegt besonders viel Schnee. Dr. David Volken, WetterReporter und Klimaexperte von WetterOnline, war am Montag live vor Ort und berichtet: „Die Schneemassen sind enorm. Stellenweise musste eine bis zu 8 Meter dicke Schneedecke weggefräst werden.“  


Witterung von Tiefs geprägt – Schnee im Rekordbereich für Mitte Mai 
Im Vergleich zu den letzten beiden Wintern liegt derzeit ungewöhnlich viel Schnee. Aber das verwundert den Wetterexperten kaum. „Einige Italientiefs haben in mehreren Schüben Neuschnee gebracht. Beeindruckend sind einerseits die Schneewände, aber auch die vielen Schichten Saharastaub“, sagt der Experte. Dabei verlief der Winter nach einem schneereichen Start ab Mitte Dezember zunehmend schneearm. Der meiste Schnee fiel erst in der zweiten Winterhälfte.


 Ab März änderte sich das Bild und Dr. Volken analysiert: „Im Hochgebirge sind die Schneehöhen überdurchschnittlich und liegen lokal sogar im Rekordbereich für Mitte Mai.“ Bis zu 10 Meter Schnee auf den Pässen  Das Ziel ist es, den Gotthardpass vor Ende Mai für den Verkehr freizugeben. Dr. David Volken: „Bei schlechtem Wetter mit Schneefall und Wind könnte sich die Wiedereröffnung allerdings verzögern, auch die Lawinengefahr spielt mit.“


Auch an anderen Pässen wird derzeit intensiv gearbeitet. Unter anderem sollen Klausen, San Bernardino und Albula bei gutem Wetter noch im Mai geöffnet werden. Furka, Grimsel, Susten und Nufenen öffnen wohl erst im Laufe des Junis. „Auf dem Nufenen türmt sich der Schnee auf der Passstraße sogar bis zu 10 Meter hoch“, weiß Volken.



Sonne und Regengüsse - Pfingsten: Durchwachsen und warm 

Bonn/Duisburg, 15. Mai 2024 - Die Aussichten für das lange Pfingstwochenende sind durchwachsen. Zwar gibt es längere freundliche Phasen, aber vor allem nachmittags entwickeln sich einige kräftige Schauer und Gewitter. Am Samstag bringt ein Tief in den mittleren und östlichen Landesteilen Regengüsse. Von Nordrhein-Westfalen bis in den Nordosten wird der Schirm wohl länger gebraucht. Sonst kommt die Sonne häufig heraus.

Die Temperaturen steigen auf 16 bis 23 Grad. 
Am Pfingstsonntag ist das Schauerrisiko im Osten und Süden am höchsten. Im Nordwesten sieht es dagegen ziemlich freundlich aus.  Am Pfingstmontag nehmen die Wetterunsicherheiten zu. Dies hängt davon ab, ob sich ein Hoch bis zu uns ausdehnt oder ob Tiefdruckeinfluss mit Regengüssen und Gewittern überwiegt. 

Am langen Pfingstwochenende regnet es zeit- und gebietsweise. Bei Ausflügen ins Freie sollte man deshalb den Himmel im Auge behalten. Quelle: Shutterstock


Saubere Luft kann Klimawandel verstärken - Weniger Schwefelaerosole

Saubere Luft trägt zur Erderwärmung bei Ausstoß von Schwefelaerosolen zurückgegangen
Rolle der Kondensationskeime Verschiedene Ursachen der deutlichen Erwärmung

Im Satellitenbild waren Schiffsrouten vor dem Jahr 2020, wie hier im Atlantik, deutlich anhand der hellen Wolkenspuren zu erkennen. Quelle: Shutterstock


Bonn/Duisburg, 7. Mai 2024 - Seit vergangenem Jahr ist die globale Temperatur fast sprunghaft angestiegen. Vor allem die Ozeane haben sich stark erwärmt. In der Wissenschaft wird neben dem Klimawandel eine weitere Ursache dafür diskutiert: Saubere Luft.  Die Klimaerwärmung hat seit einem Jahr an Tempo zugelegt. Vor allem die Temperatur der Oberflächengewässer ist seit 2023 deutlich angestiegen, aber auch an Land wird ein Rekord nach dem anderen gebrochen.


Hauptursache für die Erwärmung ist unbestritten die hohe Konzentration an Treibhausgasen und damit der vom Menschen verursachte Klimawandel. Allerdings rückt noch ein weiterer Faktor in den Fokus der Wissenschaft: Ab dem Jahr 2020 ist der Ausstoß von Schwefelaerosolen aufgrund einer UN-Resolution drastisch reduziert worden.


Schiffe geben seitdem weniger Schwefel in die Luft ab. Was zunächst paradox klingt, ist jedoch plausibel: Gerade die sauberer werdende Luft über den Ozeanen hat einen direkten Einfluss auf die Erwärmung der Oberflächengewässer, denn die Sonne kann das Wasser seitdem ungehindert aufwärmen.


Weniger Kondensationskeime in der Luft
Aerosole sind sehr kleine Schwebeteilchen in der Luft. Diese dienen als Kondensationskeime, an denen sich kleinste Tröpfchen entwickeln. Vor 2020 bildeten die zusätzlich ausgestoßenen Aerosole zahlreiche kleine Wassertröpfchen, die das Sonnenlicht besonders gut reflektieren. Durch das Fehlen der Aerosole aber ist die Einstrahlung und somit der Energieeintrag in den Ozean höher geworden. Entlang der Schifffahrtsrouten soll dieser Erwärmungseffekt nach einer neuen Veröffentlichung sogar 50 Prozent des Erwärmungseffekts der Kohlendioxid-Emissionen ausmachen. 


Weitere mögliche Urachen der Erwärmung 
Neben dem Klimawandel und den fehlenden Schwefelaerosolen gibt es noch weitere Ursachen für die weltweit hohen Temperaturen: 

- Das Klimaphänomen El Niño
- Warmer Atlantik aufgrund windschwacher Verhältnisse
- Natürliche ozeanische Variabilitäten
- Folgen durch den Vulkanausbruch des Unterseevulkans Hunga Tonga-Hunga Ha'apai Quelle ‘We’re changing the clouds.’ An unintended test of geoengineering is fueling record ocean warmth https://www.science.org/content/article/changing-clouds-unforeseen-test-geoengineering-fueling-record-ocean-warmth


Hoch THOMAS sorgt für bestes Ausflugswetter zu Christi Himmelfahrt  

• Christi Himmelfahrt trocken und warm • Richtung Wochenende frühsommerlich
• Tipps: Schönste Wanderrouten in Deutschland • Richtige Ausrüstung zum Wandern

An Christi Himmelfahrt ist das Wetter ideal für eine Wanderung mit der ganzen Familie. Es bleibt meist trocken und ist mit rund 20 Grad angenehm warm. Quelle:Pixabay

Bonn/Duisburg, 6. Mai 2024 - Ab Donnerstag bessert sich das Wetter mit Hoch THOMAS und es bleibt überwiegend trocken. Am beliebten Vatertag herrschen ideale Bedingungen für eine traditionelle Herrentagspartie mit Bollerwagen und „Proviant“. Und auch am Wochenende lädt das Wetter dazu ein, die Wanderschuhe zu schnüren und die schönsten Wanderwege Deutschlands zu genießen.  


Mit zunehmendem Hochdruckeinfluss und wärmerer Luft scheint der Wonnemonat Mai pünktlich zum Feiertag am Donnerstag die Kurve zu kriegen. Ob als Familientag oder traditionell als Vatertag mit rein männlichen Trink- und Ausflugsbräuchen - das Wetter spielt mit. „Einem zumindest äußerlich trockenen Herrentagspartie oder einer Wanderung mit der ganzen Familie steht nichts im Wege. Lediglich am Nachmittag kann es hier und da ein paar Tropfen geben, aber das ist nicht weiter schlimm. Die Höchstwerte liegen im ganzen Land bei angenehmen 20 Grad“, sagt Niklas Weise, Meteorologe bei WetterOnline.


Am Wochenende klettern die Temperaturen weiter nach oben und erreichen vor allem im Südwesten bis zu 25 Grad. Allerdings steigt auch das Regenrisiko wieder an. Für alle, die noch nicht wissen, wo sie gut wandern können, hier ein paar Routentipps: Die schönsten Wanderwege Deutschlands Schritt für Schritt den Alltag hinter sich lassen, die Natur genießen und ganz nebenbei Interessantes über Land und Leute erfahren.

Wer sich erholen und gleichzeitig etwas erleben möchte, packt seinen Rucksack und schnürt die Wanderschuhe. Egal, ob Sie sich beim Wandern fit halten, die Umgebung vor der Haustür entdecken oder einfach nur im Einklang mit der Natur unterwegs sein wollen. Deutschland bietet herrliche Wanderwege unterschiedlicher Länge und Schwierigkeitsgrade, die sich zum Teil nicht in einem Rutsch, aber gut in Etappen bewältigen lassen.  

• Der Nord-Ostsee-Wanderweg in Schleswig-Holstein verbindet nicht nur Nord- und Ostsee, sondern auch Erholung mit einzigartigen Naturerlebnissen. Da der höchste Punkt des Weges gerade einmal 60 Meter misst, ist er auch für Einsteiger und das Wandern mit Kindern bestens geeignet.  

• Der Heidschnuckenweg ist wegen der geringen Höhenunterschiede der Grund, warum die Route auch für ungeübte Wanderer und Kinder gut geeignet ist. Auch für Vierbeiner ist der Weg ideal.   Seinem Beinamen „Traumbalkon des Südens“ macht der Albsteig mit spektakulären Panoramen alle Ehre. Die insgesamt 350 Kilometer lange Strecke ist in 16 Etappen eingeteilt. Der Einstieg ist überall möglich, sodass eine Wandertour individuell geplant werden kann.   

• Der Moselsteig gehört zu den längsten Wanderwegen Deutschlands und bietet abwechslungsreiche Etappen. Soweit er wiederhergestellt ist, bietet der Ahrsteig viel Abwechslung mit stillen Wiesenpfaden und sanften Hochflächen, die engen Felspfaden, imposanten Hochplateaus und lebendigen Weinorten gegenüberstehen.  

• Der Rheinsteig zwischen Wiesbaden, Koblenz und Bonn bietet immer wieder hervorragende Aussichten über das romantische Rheintal mit seinen unzähligen Burgen. Unter dem treffenden Motto "Wo Fels und Wasser dich begleiten„ führt der Eifelsteig durch das größte intakte Hochmoor Europas, das "Hohe Venn". Sie wandern vom Nationalpark Eifel durch die Vulkaneifel bis hin zu den Buntsandsteinfelsen oberhalb von Trier.  
Die Etappen des Altmühltal-Panoramaweges sind für das Wandern mit Kindern in Deutschland bestens geeignet. Eine spannende Abwechslung bietet ein Familien-Kanu-Ausflug auf der Altmühl.  

• Der Rennsteig im Thüringer Wald zählt zu den beliebtesten Wanderwegen Deutschlands und wird jährlich von rund 100.000 Wanderern genutzt. 
• Der Fernwanderweg Kammweg Erzgebirge-Vogtland beeindruckt unter anderem mit geologischen Besonderheiten wie zum Beispiel dem Topasfelsen Schneckenstein und dem Basaltfächer am Hirtstein. 
• Quer durch den Naturpark Südschwarzwald wandert man auf dem Schluchtensteig vorbei an Wasserfällen, aufregenden Tallandschaften und durch Schluchten.  


Die richtige Ausrüstung zum Wandern 
Bekleidung für Wanderer sollte atmungsaktiv, schnell trocknend, bequem und robust sein. Zudem ist ein Lagenlook, mit mehreren Schichten dünnerer Kleidung zu empfehlen. Das sollte immer im Rucksack (Volumen 20 – 30 Liter) sein:   
Erste-Hilfe-Set, persönliche Medikamente, Handy mit Notfallnummern, Karte und Kompass (Wanderführer), Bargeld, Trinkflasche mit ausreichend Wasser (mind. 1,5 Liter), Taschenmesser / Multitool, Proviant (Nüsse, Riegel), kleiner Müllbeutel, Taschentücher und eine Zeckenzange.