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Kapriolen, Unwetter und Rekorde - Redaktion Harald Jeschke

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Wetterfront bringt Schnee und Eisregen - Glatteisgefahr am Donnerstag in der Nordwesthälfte

Glatteisgefahr am Donnerstagmorgen
Schnee und Eisregen - Regionen im Nordwesten betroffen
Sturmtief nähert sich
Bonn/Duisburg, 24. Januar 2023 - Am Donnerstagmorgen kann es im Norden und Nordwesten gefährlich glatt werden. Eine Wetterfront bringt Regen und Schnee und im Übergangsbereich Glatteisregen. Es wird aber längst nicht so viele Regionen betreffen wie zuletzt vor Weihnachten. 

Der Weg zur Arbeit und zur Schule kann am Donnerstagmorgen regional zur Rutschpartie werden. Eisglätte droht am Donnerstag jedoch nur in einem schmalen Streifen im Norden. Dort zieht schon am Mittwochabend eine Regenfront auf, die im Laufe der Nacht auf ihrem Weg nach Süden auf Frostluft trifft. Anfangs kann auch etwas Schnee fallen. 


Von Glätte betroffene Regionen 

Gefährlich glatt wird es vor allem im Übergangsbereich von Schnee zu Regen, nämlich dort, wo der Regen auf den gefrorenen Boden fällt. Björn Goldhausen, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline: „Nach jetzigem Stand könnte ein Gebiet vom nördlichen Nordrhein-Westfalen über Niedersachsen bis nach Mecklenburg-Vorpommern vom Glatteis kalt erwischt werden, aber auch Hambug könnte betroffen sein. Wobei die Betonung auf ‚könnte’ liegt. Denn diese Variante ist noch nicht gesetzt. Möglich ist auch, dass sich das Gebiet etwas weiter nördlich oder südlich verschiebt.“ 


Abschwächung der Wetterfront  

Es ist jedoch anhand einer anderen Berechnung nicht auszuschließen, dass sich die Wetterfront schon zum morgendlichen Berufsverkehr stark abschwächt, sodass dann kaum noch Niederschlag fällt. Selbst dann dürfte es aber am Morgen durch die Regenfälle in der Nacht glatt sein. 


Recht sicher ist, dass die Wetterfront bis zum Mittag immer schwächer wird und förmlich „verhungert“. Sie bringt dann, wenn überhaupt, nur noch wenig Schnee.
Im Nordwesten lässt sich am Donnerstag vielleicht sogar die Sonne blicken. Dort erwärmt sich die Luft auf 5 Grad, im Süden bleibt es mit Werten um 0 Grad kalt.  


Im Laufe der Nacht zum Freitag regeneriert sich die Wetterfront noch einmal und bringt nach jetzigem Stand vor allem von Sachsen bis nach Baden-Württemberg etwas Schnee. Weiter nördlich kann es sogar wieder etwas regnen. Ganz vereinzelt besteht dann wieder Glatteisgefahr. 


Stürmischer Wochenstart

Spannend wird das Wetter dann wieder zum Start in die neue Woche, wenn sich ein Sturmtief nähert. Nach derzeitiger Analyse beschert es uns turbulentes Wetter mit Sturmböen und kräftigen Regenfällen im Norden sowie weiteren Schnee im Süden. Die Wettermodelle berechnen regional für Montag auch Sturmböen mit rund 80 Kilometer pro Stunde. 

Mit dem kräftigen Nordwestwind wird das Wasser der Nordsee zudem gegen die Küsten gedrückt, sodass dort eine Sturmflut wahrscheinlich ist.


 

Klimatologischer Rückblick auf 2022

Das sonnenscheinreichste und eines der beiden wärmsten Jahre in Deutschland

Offenbach, 23. Januar 2023 - 2022 war das sonnenscheinreichste und gemeinsam mit 2018 wärmste Jahr in Deutschland seit Beginn der systematischen Wetteraufzeichnungen mit einem deutlichen Niederschlagsdefizit. In den zurückliegenden 9 Jahren traten mit 2022 fünf Jahre mit einer Jahresdurchschnittstemperatur größer 10 °C auf.

So hohe Werte wurden vor 2014 in Deutschland noch nie erreicht. Die Folgen waren erneut Hitzewellen und sehr trockene Bedingungen in den Sommermonaten mit Auswirkungen insbesondere auf die Land- und Forstwirtschaft, ähnlich wie in den Jahren 2018, 2019 und 2020 sowie ein ausgesprochen warmer Jahreswechsel 2022/23 mit vielfachen neuen Monatsrekorden. Auch europaweit war das Jahr 2022 das bisher zweitwärmste Jahr seit Auswertungsbeginn, mit regional intensiven Hitze- und Dürreperioden. Global waren die vergangenen acht Jahre die wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen.

Andreas Becker, Leiter der Abteilung Klimaüberwachung im DWD: „Seit dem Jahr 1881 haben wir nun einen Anstieg der Jahresmitteltemperatur in Deutschland von 1,7 Grad. Dieser lässt sich nur durch den menschgemachten Klimawandel erklären. Seit Anfang der Siebziger Jahre hat sich dieser Erwärmungstrend deutlich beschleunigt und es gibt keinen Grund anzunehmen, dass sich dieser in den nächsten Jahren verlangsamen wird. Wir erleben inzwischen Hitzeperioden und -intensitäten, die wir aus den Klimamodellen eigentlich erst in ein paar Jahrzehnten erwartet hätten. Dies alles muss für uns eine starke Motivation sein, den Klimaschutz in Deutschland und global bedeutend stärker voranzutreiben, denn Anpassung ist viel teurer und selbst bei uns nur begrenzt möglich.“

Weitere Infos:https://www.dwd.de/DE/klimaumwelt/aktuelle_
meldungen/230123/artikel_jahresrueckblick-2022.html

 

Vielerorts Rodelwetter am Wochenende 

Weiterhin winterlich mit neuem Schnee

Bonn/Duisburg, 19. Januar 2022 – Mit bis zu 20 Zentimetern Schnee herrscht in den Mittelgebirgen nach einer langen Durststrecke endlich Winterwetter. Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt bleibt dort die weiße Pracht vorerst liegen. Nachschub ist auch schon in Sicht und sogar im Flachland wird es weiß.    


Neuer Schneefall schon in Sicht 

Am Freitag ist besonders in den westlichen Mittelgebirgen nochmal Neuschnee zu erwarten, der die Pisten für das Wochenende bestens präpariert. Am Alpenrand flockt es ebenfalls bis in die Täler hinab. Die östlichen Mittelgebirge sind dann am Wochenende an der Reihe. Im Laufe des Samstags kommt dort von Osten her Schneefall auf, der sich am Sonntag bis in die Mitte Deutschlands voranarbeitet.

Besonders im Erzgebirge sowie im Harz, wo aktuell noch verhältnismäßig wenig Schnee liegt, stehen die Chancen auf Schneefall sehr gut. Aber selbst in tieferen Lagen kann der Schlitten vorsichtshalber mal aus dem Keller geholt werden, denn in weiten Teilen Deutschlands ist eine weiße Überraschung am Wochenende nicht unwahrscheinlich.  


Aktuelle Schneehöhen am Donnerstag

Freudenstadt (Schwarzwald) – 21 cm

Kahler Asten (Rothaargebirge) – 21 cm

Wasserkuppe (Rhön) – 17 cm

Neuhaus (Schiefergebirge) – 14 cm

Cottbus (Flachland) – 13 cm 

Großer Arber (Bayerischer Wald) – 12 cm

Fichtelberg (Erzgebirge) – 6 cm

Braunlage (Harz) – 5 cm


Autofahren im Winter - Gut vorbereitet den Stresslevel senken

Winterliche Herausforderung für Autofahrer 
Schneefälle bis ins Flachland 
Stress vor Beginn der Fahrt durch richtige Ausrüstung vermeiden
Zeit einplanen
Richtige Fahrweise und Bremsen bei Schnee und Glätte

Schnee, Glätte und schlechte Sicht sind die Stressfaktoren beim winterlichen Autofahren. Quelle: Shutterstock


Bonn/Duisburg, 18. Januar 2022 – Wenn Glatteis droht, Schnee vom Himmel fällt und es dazu im winterlichen Berufsverkehr noch dunkel ist, dann steigt die Furcht vor der oft unvermeidbaren Autofahrt. Wer jedoch der Angst das Lenkrad überlässt, macht schneller Fehler. Gut informiert gelingt auch die Fahrt durch den Schnee.


In den kommenden Tagen ziehen immer wieder Schneefälle nach Deutschland und Autofahrer sind verbreitet vor winterliche Herausforderungen gestellt. Sogar im Flachland ist der Winter angekommen. Schnee und Glätte drohen auch da, wo man eher weniger an den Umgang mit diesen Phänomenen gewöhnt ist. Besonders in Schauern und einzelnen Wintergewittern am Donnerstag und Freitag flockt es im Norden und Westen kräftig. Am Wochenende ist auch die Südosthälfte von Schnee betroffen und es wird glatt.  


Gut ausgerüstet lässt es sich ruhiger angehen
 

Besonders Schnee, Eis und eine schlechte Sicht durch Dunkelheit oder die schräg stehende Sonne fordern im Winter alle Verkehrsteilnehmer und der Stresslevel steigt. „Um diesen während der Fahrt mit dem Auto möglichst gering zu halten, sollte man schon vorher alle zusätzlichen Unsicherheitsfaktoren ausschalten“, rät Björn Goldhausen, Meteorologe und Pressesprecher bei WetterOnline. 


Die notwendige Ausrüstung für das Fahrzeug steht ganz oben auf der Checkliste: Winterreifen, geladene Batterie, Frostschutz im Wischwasser und ein funktionierender Kühler sollten vorhanden sein, der Tank ausreichend gefüllt. Eiskratzer und Schneefeger sowie Enteisungsspray sollten außerhalb des Autos vor der Fahrt griffbereit sein.

Eine warme Decke, ein Handykabel und ein heißes Getränk gehören bei längeren Fahrten für den Fall eines größeren Staus in das Auto. Auch eine Sonnenbrille sollte im Auto parat liegen, um das Blenden durch die tiefstehende Sonne zu verhindern. Hinter dem Steuer schränkt dicke Winterkleidung die Bewegungsfreiheit ein, deshalb sollte man diese vorher ausziehen. 


Ein ganz wichtiger Faktor zur Stressvermeidung ist Zeit. Diese wird für das vollständige Befreien des Autos von Schnee und Eis und vor allem auch während der Fahrt gebraucht. 


Defensive und achtsame Fahrweise wichtig
 

Wer optimal vorbereitet sein möchte, dem sei ein jährliches Fahrtraining ans Herz gelegt. Eine gute mentale Vorbereitung ist auch, die Situation hinter dem Steuer gedanklich durchzuspielen, um später besonnen reagieren zu können. 

Beim Anfahren gilt es, wenig Gas zu geben. Da der Bremsweg auf glatten Straßen deutlich länger ist, ist Abstandhalten wichtig. Rechtzeitiges und vorsichtiges Bremsen verhindert das Ausbrechen des Wagens.

Kommt man doch ins Rutschen: Fuß von der Bremse, Kupplung treten und gegenlenken. Ruckartige Manöver sind generell zu vermeiden. Bei einer notwendigen Vollbremsung reagiert das Antiblockiersystem. Mit diesem bleibt das Auto lenkbar und einem Hindernis kann ausgewichen werden. Beim Bremsen eines alten Autos ohne ABS hilft die „Stotterbremse“. 


Und schließlich gilt: Wer im Hinterkopf hat, dass neben einem selbst auch andere Verkehrsteilnehmer Fehler machen und ebenso unter Stress stehen können, der fährt generell vorsichtiger.


Winter nimmt nächste Woche neuen Anlauf

Nasskaltes Wetter mit Schnee und Nachtfrost

Bonn/Duisburg, 13. Januar 2022 – In der kommenden Woche gehen die Temperaturen deutlich zurück und gebietsweise rieseln auch Flocken. Im Flachland bleibt es allerdings meist bei einem nasskalten Intermezzo, während der Winter in einigen Mittelgebirgen mit ordentlich Schnee erstmals zeigt, was er kann.

In der kommenden Woche wird es deutlich kälter und bis ins Flachland kann sich zeitweise eine nasse Schneedecke ausbilden. Quelle: Shutterstock


Eine nasskalte und zeitweise winterliche Wetterphase steht in der nächsten Woche an. Dabei liegen die Temperaturen tagsüber nur noch zwischen 0 und 5 Grad und nachts gibt es vielerorts leichten Frost. Während im Flachland mit schnell wieder tauendem Schnee eher Schmuddelwetter angesagt ist, kann es in Lagen ab 400 Metern Höhe bei einer solchen Wetterlage richtig winterlich werden. Dadurch sinkt die Hochwassergefahr etwas, denn der Niederschlag wird im Bergland als Schnee gebunden.


Januar kehrt zum „Normalzustand“ zurück

„Die kommende Woche entspricht schon eher dem Wetter, das wir Mitte Januar typischerweise erwarten würden. Wenn uns das kalt vorkommt, liegt das daran, das wir von einem sehr hohen Temperaturniveau kommen. Die ersten zehn Januartage waren mit 8 Grad im Mittel so mild wie ein klassischer April,“ verdeutlicht Björn Goldhausen, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline.

An Silvester und Neujahr wurden mit Höchstwerten von 15 bis 20 Grad sogar zahlreiche Temperaturrekorde aufgestellt. In der kommenden Woche rutscht das Thermometer vielfach zum ersten Mal in diesem Jahr in den Frostbereich. Meist bleibt es bei leichten Frösten zwischen 0 und -5 Grad, über Schneeflächen und im Bergland wird es jedoch kälter.


Aufatmen in den Skigebieten

Mit der Umstellung der Wetterlage erreicht die feuchtkalte Luft auch die Mittelgebirge und die Alpen. Dort stehen die Chance auf eine ordentliche Neuschneeauflage nicht schlecht. In den Alpen fällt im Wochenverlauf bei Temperaturen im Minusbereich immer wieder Schnee bis in die Täler.  



 Moore wertvolle Klimaschützer 

Intakte Moore speichern enorme Mengen an Kohlendioxid
Zerstörung für wirtschaftliche Nutzung setzt Treibhausgase frei
Entwässerte Moore verschärfen den Treibhauseffekt
Tiere und Pflanzen bedroht
Renaturierung stoppt Emission

Feuchtgebiete wichtige Rolle für das Klima

Bonn/Duisburg, 12. Januar 2022 – Feuchtgebiete wie Moore wurden lange Zeit trockengelegt, um Flächen für die Landwirtschaft zu gewinnen. Die Entwässerung aber hat Folgen für das Klima und die biologische Vielfalt.


Jahrhundertelang wurden Moore zum wirtschaftlichen Nutzen entwässert und trockengelegt. Entwässerten Mooren jedoch entweichen sehr große Mengen an Treibhausgasen. Eine Wiederherstellung der Moore wäre deshalb ein effektiver und wichtiger Schritt zur deutlichen Verringerung der Emission. 

Intakte Moore speichern mehr Kohlendioxid als alle anderen Ökosysteme der Welt. Auch das „Hohe Venn“ in der Eifel gehört zu den äußerst wertvollen Klimaschützern. Foto Shutterstock


Moore unheimlich wertvoll
 

Moore haben eine für das Klima wichtige Eigenschaft. Intakte Moore speichern Kohlenstoff, und zwar mehr Kohlendioxid als alle anderen Ökosysteme der Welt. Laut dem BUND bedecken Moore nur drei Prozent der Erdoberfläche, speichern aber rund 30 Prozent des erdgebundenen Kohlenstoffs. Pro Hektar binden sie viermal mehr CO2 als die Tropenwälder. Dadurch wirken sie der Klimaerwärmung entgegen.

Björn Goldhausen, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline: „Moore haben für den Klimaschutz eine große Bedeutung. Aus dieser Erkenntnis heraus wird inzwischen im Sinne der Klimarettung daran gearbeitet, einige Moorflächen wieder zu vernässen und zu renaturieren. Forscherinnen und Forscher arbeiten zudem an einem Konzept zur nachhaltigen Bewirtschaftung nasser Flächen. Seit hunderten von Jahren wurden Moore für den Menschen zum Torfabbau genutzt und trockengelegt, um Flächen für die Landwirtschaft zu gewinnen, sei es als Acker- oder Weideflächen.
Was für die Menschen kurzfristig gut war, hat sich für das Klima als sehr schädlich erwiesen. Trockengelegte Moore verschärfen den Treibhauseffekt sogar, weil sie das gespeicherte Kohlendioxid und andere klimawirksame Gase wieder abgeben. So entsteht eine Spirale, denn auch die Moore sind vom Klimawandel bedroht. In trockenen und warmen Jahren verlieren die Feuchtgebiete Wasser. Das gesamte Ökosystem reagiert darauf empfindlich. Durch zerstörte Moore sind Tiere und Pflanzen bedroht.“  



Moore in Deutschland
 

"O schaurig ist´s übers Moor zu gehen", schrieb die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff 1842. Aller Romantik zum Trotz wurde den Mooren in Deutschland tüchtig der Garaus gemacht. Nach Angaben des BUND gelten nur noch 5 Prozent der ehemals 1,5 Millionen Hektar Moorfläche in Deutschland als naturnah. Allein aus entwässerten deutschen Mooren entwichen jährlich rund 45 Millionen Tonnen CO2.

Nicht nur die Trockenlegung der Moore für die landwirtschaftliche Nutzung ist ein Problem, sondern auch der immer noch andauernde Torfabbau. Forscherinnen und Forscher haben dafür eindringliche Zahlen. In Deutschland enthält demnach eine 15 Zentimeter mächtige Torfschicht in etwa gleich viel Kohlenstoff wie ein 100-jähriger Wald auf gleicher Fläche. Geht also im Umkehrschluss die Torfmächtigkeit in einem Moor um einen Meter zurück, wäre es notwendig das Sechsfache an Fläche aufzuforsten und 100 Jahre wachsen zu lassen, um einen Ausgleich zu erreichen. 


Vom Torfabbau erholen sich Moore nur sehr schlecht. Björn Goldhausen: „Übrigens kann jeder einen Teil zur Rettung der Moore beitragen, indem er den Fleischkonsum reduziert und damit den Weideflächenbedarf senkt. Auch ist wichtig, auf den Kauf von torffreier Blumenerde zu achten.“


Die Uhr für den Winter tickt - Tage werden jetzt wieder spürbar länger

Bonn/Duisburg, 09. Januar 2022 – Egal wie wir es drehen und wenden, die Tage des Winters sind gezählt und das nicht nur aufgrund der unwinterlichen Wetteraussichten. Damit ist klar, dass es nicht ums Wetter geht. Die Sonne steht nun jeden Tag ein bisschen höher und die Tageslänge wächst in den kommenden Wochen immer schneller. Winterwetter im Flachland hat es somit zunehmend schwer.

Mit zunehmendem Sonnenstand geht es dem imaginären Schnee immer mehr an den Kragen. Quelle: Shutterstock


„Ticktack, ticktack…wenn man genau hinhört, dann hört man die Uhr des Winters schon leise ticken. In den kommenden Wochen wird dieses Ticken noch deutlich lauter. Und daran ist nicht etwa das Wetter schuld, was ja unwinterlicher kaum sein könnte, sondern vielmehr die geneigte Erdachse, die sich jetzt unaufhaltsam wieder der Sonne zuwendet“, erklärt Björn Goldhausen, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline.


In den zunehmend kürzer werdenden Nächten hat die Luft somit weniger Zeit sich abzukühlen und die immer höher steigende Sonne lässt auch die Globalstrahlung besonders ab Februar deutlich ansteigen. Dadurch kann eine Schneedecke selbst bei leichtem Frost tagsüber schon anfangen zu tauen.


Dem imaginären Winter geht’s an den Kragen

Bis Ende Januar nimmt die Tageslänge im Süden um eine und im Norden Deutschlands sogar schon wieder um fast anderthalb Stunden zu. Die Sonne steht dann schon wieder 5 Grad höher über dem Horizont als noch Anfang Januar. In sechs Wochen sind die Tage schon über zwei Stunden länger und die Sonne steht über 10 Grad höher, Ende Februar haben wir schon 3 Stunden gewonnen und 16 Grad.

Somit hat die Sonne mehr und mehr Kraft und die Wahrscheinlichkeit für nachhaltiges Winterwetter im Flachland sinkt von Woche zu Woche.

Eine Rückkehr von Schnee und Frost ist natürlich noch längst nicht ausgeschlossen. Im Februar und selbst im März sind durchaus noch hochwinterliche Wetterlagen möglich. Je höher die Sonne aber steigt, umso besser müssen die meteorologischen Bedingungen passen.


Wetterlage aktuell alles andere als winterlich

Durch den Blick auf die aktuelle Wetterlage wird das Ticken eher noch lauter. Eine Umstellung auf winterliches Wetter lässt sich nämlich auch in dieser Woche beim besten Willen nicht ablesen. Stattdessen rauscht in einer westlichen bis südwestlichen Strömung ein Atlantiktief nach dem anderen mit milder Luft im Gepäck durch. Höchstens in den Gipfellagen der Mittelgebirge gibt es vorübergehend mal ein paar nasse Schneeflocken.

Die Alpen bekommen besonders über 1000 Meter Höhe hingegen einiges an Neuschnee ab. Damit es jedoch im Flachland winterlich wird, müsste der Wind auf Nord oder Ost drehen. Das ist aktuell aber nicht in Sicht. Sollte sich die Wetterlage auch in der zweiten Januarhälfte nicht umstellen, könnte uns nach jetzigem Stand stattdessen ein rekordmilder Januar ins Haus stehen. 


Frühling mitten im Winter Über 20 Grad – Temperaturrekorde purzeln reihenweise

Bonn/Duisburg, 03. Januar 2022 – Hinter uns liegt der mit Abstand wärmste Jahreswechsel seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Deutschland. In Oberbayern sowie am Oberrhein wurden an Silvester mehr als 20 Grad registriert. Der Klimawandel spielt bei diesen Temperaturen eine entscheidende Rolle. 

Der Jahreswechsel war in Deutschland mit lokal über 20 Grad extrem mild. Foto Shutterstock


An Silvester und Neujahr purzelten bei dem frühlingshaft milden Wetter zahlreiche Temperaturrekorde. Der Spitzenwert wurde mit 20,8 Grad an Silvester in Wielenbach in Oberbayern gemessen und übertraf damit den alten Rekord um fast vier Grad. Auch am Neujahrstag war es mit verbreitet 15 bis 19 Grad an vielen Orten so warm wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen im Januar.

„Der Klimawandel ist sicherlich nicht verantwortlich für die extrem milde Wetterlage derzeit. Bei den Rekordtemperaturen hat er aber durchaus seine Finger im Spiel. Denn ohne Klimawandel wäre es um einige Grad kühler gewesen. Entsprechend ist es sehr wahrscheinlich, dass wir in den kommenden Jahrzehnten im Winter immer mal wieder Spitzenwerte von rund 20 Grad erleben werden.

In klimatologisch gesehen naher Zukunft ist es sogar nicht ausgeschlossen, dass wir im mitteleuropäischen Winter vereinzelt über Sommertage mit einer Höchsttemperatur von 25 Grad und mehr staunen werden“, so Björn Goldhausen, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline.

Ungewöhnliche Wärme wird im Klimawandel zum „neuen Normal“
Extreme Temperaturen kommen der Definition nach eigentlich selten vor. Im Klimawandel sind wir damit allerdings nun immer häufiger konfrontiert. Da die Mitteltemperatur steigt, sind auch die Extreme um einige Grad höher. Sehr kalte Tage sind also nicht mehr ganz so kalt, während sehr heiße Tage heißer werden.

So wurde beispielsweise in den vergangenen Sommern häufiger als noch zuvor die 40-Grad-Marke überschritten. Vergleichbar ist das im Winter mit der 20-Grad-Marke. So wie jetzt zum Jahreswechsel muss in den kommenden Wintern häufiger mit solchen Temperaturen gerechnet werden. Im Gegenzug wird es in den Wintern auch in Zukunft immer mal wieder kalte Witterungsabschnitte geben. Diese werden aber nicht ganz so kalt ausfallen wie bei vergleichbaren Wetterlagen in der Vergangenheit.

 

Weihnachtsmonat unter dem Strich recht ausgeglichen, aber mit Temperaturextremen

Offenbach, 30. Dezember 2022 – Die ersten kalten Dezemberwochen mit einem eisigen Tiefpunkt in der zweiten Dekade machten vor allem in Teilen des Ostens von Deutschland sowie im Bergland Hoffnung auf eine weiße Weihnacht. Doch das Wetter sorgte ab dem 19. Dezember für eine Kehrtwende um 180 Grad: Was mit Glatteisregen begonnen hatte, endete landesweit mit sehr milden Temperaturen sowie Tauwetter.


Sowohl an Weihnachten als auch zum Jahreswechsel kam ein Gefühl von Frühling auf. So fiel der letzte Monat im Jahr 2022 bei ziemlich ausgewogener Niederschlagsmenge und Sonnenscheindauer etwas zu warm aus. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.

Eisige Adventszeit, sehr milde Weihnachten und Rekordtemperaturen zur Jahreswende
Die erst viel zu kalte und dann teils rekordwarme Witterung führte im Dezember 2022 zu einem Temperaturdurchschnitt von etwa 1,8 Grad Celsius (°C). Der Monat lag damit etwa ein Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 und erreichte genau das Mittel der aktuellen und wärmeren Vergleichsperiode 1991 bis 2020.

Dass diese „Temperaturglättung“, also das Monatsmittel, jedoch extreme Spitzen in sich birgt, zeigen folgende Messwerte: Heinersreuth-Vollhof, Landkreis Bayreuth, erreichte am 18. mit -19,3 °C den deutschlandweit tiefsten Wert. An Silvester hingegen werden mutige Exoten das Sektglas in kurzer Hose bei 20 °C und mehr im Oberrheingraben tagsüber heben können.

Zunächst Schnee im Nordosten und Bergland, dann regenreiches letztes Dezemberdrittel
Im Weihnachtsmonat fielen rund 65 Litern pro Quadratmeter (l/m²). Das lag nur etwa zehn Prozent unter dem Niederschlagsmittel der Referenzperioden 1961 bis 1990 (70 l/m²) und 1991 bis 2020 (71 l/m²). In den ersten beiden Dekaden zauberte der Dezember vor allem in den östlichen Mittelgebirgen sowie in Teilen des Ostens und Nordens beeindruckende Winterlandschaften. Ab dem 19. wurde dieser Zauber jedoch nach und nach beendet.

Glatteisregen läutete Milderung und eine regenreiche Phase ein, in der die Station Sankt Blaisen-Menzenschwand im Hochschwarzwald am 23. mit 63 l/m² den maximalen Tagesniederschlag meldete. Im Schwarzwald waren auch mit über 200 l/m² die höchsten Monatssummen zu finden.

Ausgewogene Sonnenscheindauer
Mit etwa 39 Stunden war die Sonnenscheindauer im Dezember ziemlich typisch. Vergleich: 38 Stunden (Periode 1961 bis 1990) und 42 Stunden (Periode 1991 bis 2020). Am hellsten war es im Süden und Südwesten mit teils über 50 Stunden. Nach Nordosten hin verringerte sich die Belichtungsdauer um mehr als die Hälfte.

NRW befand sich mit einer Dezembertemperatur von 2,9 °C (2,3 °C) auf dem zweiten Platz der wärmsten Regionen, trotz eisiger Tage und Nächte um die Monatsmitte. Doch die teils über 15 °C milde, ja schon frühlingshafte Luft im letzten Monatsdrittel war dominierender.

An Silvester könnten Rekorde purzeln. Vor der Milderung verursachte Glatteisregen am 19. zahlreiche Unfälle im Land. Im Bundesland fielen 85 l/m² (88 l/m²). Die Sonne zeigte sich rund 39 Stunden (37 Stunden).