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Die Geschichte des Neudorfer CAP-Marktes
 
CAP-Markt-Geschichte Neudorfs endet im Februar 2013
Gedacht für Menschen mit und ohne HandiCAP und der Sicherung der nahversorgung

Duisburg-Neudorf, Dezember 2012 - Wenn sich der Februar 2013 ankündigt, wird es nach den seit Anfang Dezember vorliegenden Ergebnissen von CAP-Markt Betreiber Regenbogen e.V. der Markt an der Mozartstraße schließen müssen. "Wir sind sehr traurig", erklärte Elisbeth Hofmann das Ergebnis der Wirtschaftsprüfung ihres Hauses zu diesem bitteren Ereignis. "Aber bevor wir in die Insolvenz rutschen, müssen wir leider zu dieser Maßnahme greifen. Das Schlimme dabei war, dass wir dies den Mitarbeitern noch vor Weihnachten mitteilen mussten. Und dabei hatten wir mit neuem Marktleiter noch alles versucht, aber die Eröffnung des neuen Penny-Marktes am Sternbuschweg in diesem Jahr sowie die Neueröffnung von Kaisers im nächsten Jahr in unmittelbarer Nähe ließen keine günstige Prognose zu. Wir wurden jetzt auch nicht mehr so gut angenommen."
75 Monate gab es dann also den CAP-Markt in Neudorf.

Dazu Harald Jeschke, Ehrenvorsitzender des Bürgervereins:
Der CAP-Markt mit dem Alleinstellungscharakter im tiefen Neudorfer Süden auch zu liefern reichte wohl nicht. Nun sind 16 Mitarbeiter, davon 7 mit Behinderung, zwei Azubis sowie die Mitarbeiter/Innen des Bäckerladens, betroffen.
Wir stehen also wie zu Weihnachten 2004 vor der erneuten Herausforderung, irgendwie die Nahversorgung für den tiefen Neudorfer Süden und seiner immer älter werdenden Bevölkerung zu sichern. Das wird zur echten Herausforderung, da  jetzt sozusagen die Nahversorgungslandschaft hier "verbrannt" ist. Wir hatten mit dem Wochenmarkt und dem CAP-Markt zwei Schritte nach vorn machen können, müssen nun aber einige zurück vollziehen.
Meine Einstellung ist positiv und durchaus im großen Rahmen zu denken und zu handeln, jetzt aber finde ich die Lage einfach nur schlimm. Ich hatte immer umzugswilligen Menschen aus Mülheim oder Voerde und Rheurdt, die damit liebäugelten nach Neudorf zu ziehen vermitteln können, dass die Nahversorgung hier absolut gesichert sei.
Waren es 2004 und 2005 1,6 Kilometer aus dem Bereich "alte Lotharstraße", Waldhorn- und Steinbruchstraße zum nächsten Nahversorger, so reduziert sich das mit der Eröffnung von Kaisers auf rund 1,2 oder nur einem Kilometer, aber das war es auch schon.

Das war im Oktober 2011: 5 Jahre CAP-Markt in Neudorf 

Duisburg-Neudorf, Oktober 2011 - Am Freitag, 21. Oktober wird an der Mozartstraße gefeiert: Der CAP-Mark besteht fünf Jahre.

Das Grundstück im Jahre 1985...

...und im Jahre 2004. Zu Weihnachten 2004 schloss der Markt. Fotos: Dieter Wozny
 

Regenbogen e.V. als Betreiber teilt mit:

Fünf Jahre ist es her, dass die Regenbogen Integrationsbetriebe GmbH 2006 die Versorgungslücke für Neudorf-Süd schloss und an der Mozartstraße 17 den CAP-Markt eröffnete. Seitdem haben die Bürger des Stadtteils wieder eine Einkaufsmöglichkeit mit Vollsortiment direkt in der Nachbarschaft. Doch der CAP-Markt bietet mehr.
Die CAP-Markt-Mitarbeiter, Menschen mit und ohne HandiCAP, geben der typischen Frage „Darf es etwas mehr sein?“ eine weitere Bedeutung. Im CAP-Markt steht das Menschliche im Mittelpunkt. Dazu zählen die überdurchschnittlich hohe Präsenz der Mitarbeiter im Markt, das Mehr an Freundlichkeit und Zuwendung, das unsere Kunden bei uns erfahren und der Rundum-Service der unter anderem beinhaltet, dass wir sämtliche Waren aus dem Supermarkt und der angeschlossenen Bäckerei bis zu Ihnen nach Haus liefern.
Anlässlich unseres fünften Geburtstages wollen wir mit unseren Kunden und Mitarbeitern, vor allem aber auch mit allen Neudorfern feiern und uns Ihnen, sollten Sie uns noch nicht kennen, näher vorstellen.
Deswegen laden wir Sie für Freitag, 21. Oktober, von 11 bis 16 Uhr, zu uns in den Markt ein, um mit uns ins Gespräch zu kommen.
Sie erwartet an diesem Tag neben vielen Gesprächs- und Kontaktmöglichkeiten – frisch Gegrilltes, kalte Getränke sowie Kaffee und Kuchen zu günstigen Preisen und Infostände mit Informationen zu allen Bereichen des Lebens. Wir freuen uns, Sie an diesem Tag begrüßen zu dürfen.
In den kommenden Monaten wird der CAP-Markt sich zudem gemeinsam mit dem Bürgerverein verstärkt in den Straßen und Siedlungen der Nachbarschaft vorstellen, um über die Bedeutung des Marktes am Standort Mozartstraße zu informieren.

Die Bemühungen der Wirtschaftsförderung Duisburg unter der Federführung von Geschäftsführer Ralf Meurer und Projektmanagerin Sabine Hölscher sowie des Bürgervereins Duisburg-Neudorf e.V. und des Runden Tischs in Neudorf (RuTiNe) richteten sich auf die Wiederbelebung des im Dezember 2004 geschlossenen Frischmarktes an der Mozartstraße 17.

Nach langer langer Planung und Umbaumaßnahmen ab Mitte August wurde ein neuer Kundeneingang auf der Rückseite des Gebäudes eingerichtet, der den Zugang direkt von den Parkplätzen ermöglicht. Marktleiter Frank Skeip und sein Stellvertreter Roman Chaber werden von neun Mitarbeitern - darunter acht Personen mit Schwerbehinderung - unterstützt.
Die Öffnungszeiten: Montags bis Freitags sind 8.00 Uhr - 19.00 Uhr, am Samstag hat der Markt von 8.00 Uhr - 16.00 Uhr geöffnet.

Karin Frankhaenel vom Integrationsamt des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) brachte Zahlen mit. ""Wir haben jetzt mit Duisburg den dritten Markt in NRW eröffnet, demnächst folgt ein weiterer In Hilden. Allein Duisburg hat jetzt schon zwei Märkte.. Wir unterstützen jährlich mit insgesamt sechs Millionen Euro so einen Unternehmensaufbau. Derzeit existieren 40 solcher Unternehmen im Rheinland mit über 800 Mitarbeitern. Das macht volks- und sozialpolitisch Sinn, da dies kostengünstiger ist als die Finanzierung von Arbeitslosigkeit. Hinzu kommt für behinderte sowie das nicht-behinderte Menschen Sozialversicherungsbeiträge und Steuern gezahlt wird, also 95 Prozent der Zuschüsse wieder in öffentliche Kassen zurückfließen."

Auch mit Hilfe der ARGE Duisburg und der Arbeitsförderung wurden die Arbeitsplätze in Duisburg  Plätze geschaffen. Wobei die Initialzündung von Bürgermeisterin Doris Janicki und dem Leiter der Behindertenwerkstatt am Kalkweg Achim von Wehrden kam.

Thomas Heckmann, Bereichleiter der GDW Süd (Werkstätten für behinderte Menschen) kannte die Entstehungsgeschichte der Cap-Märkte. "Es leite sich von handicap ab. Dies begann mit dem ersten Markt in Herrenberg bei Stuttgart. Nun gibt es bundesweit 42 dieser Märkte."

Der neue Marktleiter Frank Skeip, ein Deutsch-Niederländer, hat das Umfeld des Marktes in den letzten Wochen genau unter die Lupe genommen. "Ich war in jeder Kneipe und habe mit sehr vielen Menschen gesprochen, ob sie so einen Markt gutheißen werden. Wenn alle, die gesagt haben das wäre gut, auch kommen und kaufen, werden wir keine Sorgen haben." In Neudorf werden nun auf 650 Quadratmetern Verkaufsfläche mit 7000 Produkten Lieferant ist Edeka) sowie eine Metzgerei und Bäckerei angeboten. 

Die Installierung eines Wochenmarktes auf dem Vorplatz des Waschhauses inmitten der Einschonsteinsiedlung konnte die daraus entstandenen Engpässe für die dort lebenden älteren Menschen aber auch des angrenzenden südlicher gelegenen Bereich Neudorfs durchaus lindern, nicht aber gänzlich ausräumen.



Seit der Schließung des ehemaligen Frischmarktes hatte sich die Wirtschaftsförderung Duisburg mit dem Verein Regenbogen EV um eine Neubelebung nach dem Pilotobjekt im Norden Duisburgs bemüht. Nun wird auch in Neudorf ein so genannter CAP-Markt im Gebäude an der Mozartstraße seine Pforten öffnen. Vorbild war der CAP-Markt - abgeleitet von HandiCAP - in Röttgersbach, in dem unter anderem die Frischwaren zum täglichen Leben auch durch behinderte Menschen Personal angeboten werden.

Das Röttgersbacher Pilotprojekt in Duisburg hat erfolgreich mit behinderten Menschen zum einen diesen einen Arbeitsplatz ermöglicht und zum anderen die Engpässe im Frischwarenbereich der direkten Umgebung nach Schließung des vorherigen Marktes beheben können. An der Mozartstraße wurde mit Starthilfekapital des Landschaftsverbandes Rheinland elf Arbeitsplätze - darunter acht für Schwerbehinderte - geschaffen. Weitere Kapitalgeber kam von der Initiative "Aktion Mensch" und der Stiftung Wohlfahrtspflege des Landes NRW.

 "Dem Regenbogen e.V., bzw. der Tochtergesellschaft "Regenbogen Integrationsbetriebe gGmbH als neuer Franchise-Nehmer des CAP-Marktes sowie dem Ortsteil Neudorf-Süd eröffnen sich jetzt vielfältige neue Perspektiven und Möglichkeiten", betont Elisabeth Hofmann, Geschäftsführerin des Regenbogen e.V.. Franchisegeber ist die GDW - Genossenschaft der Werkstätten für behinderte Menschen Süd eG, Sindelfingen, die seit 1999 CAP-Märkte in Süddeutschland betreibt.

Seit 1986 bestand an der Mozartstraße ein Frischemarkt, der im Dezember 2004 die Ladentür schließen musste. Seither herrscht im Bereich der nahen Strauß- und Einschornsteinsiedlung sowie im weiteren Umfeld eine Unterversorgung mit frischen Lebensmitteln.  (Foto Manfred Schneider)
Ein neuer Wochenmarkt, der freitags für vier Stunden öffnet, konnte diese Lücke nicht schließen. "Mit dem neuen CAP-Markt in Neudorf wird das Angebot an frischen Lebensmitteln und Gebrauchswaren des Alltags erheblich verbessert", berichtet Elisabeth Hofmann. Der Großhändler für die CAP-Marktketten ist Edeka. Das Warenangebot und die Preise in dem rund 650 Quadratmeter großen Ladenlokal werden vergleichbar sein, mit dem einer gängigen Filiale der Supermarktkette mit Vollsortiment. Zusätzliche Attraktivität wird der Markt durch einen Bäckereistand und einen Metzger mit Käsetheke erhalten.

Dabei sind CAP-Märkte keine Supermärkte im herkömmlichen Sinne. Denn in den über 30 CAP-Märkten, die es bereits bundesweit gibt, arbeiten Menschen mit und ohne Handicap zusammen. In Anlehnung an die Bezeichnung "Menschen mit Handicap" entstand das Konzept der CAP-Märkte.

Der neue Supermarkt des Regenbogen e.V. bietet somit nicht nur Lebensmittel in einem reichhaltigen Sortiment, sondern ermöglicht es Menschen mit Schwerbehinderung einen Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt zu finden. "Eine Chance, die diese Menschen oftmals nicht bekommen", berichtet Elisabeth Hofmann. Der Cap-Markt schafft für die Kunden und für die Beschäftigten einen "Lebensmittel-Punkt". Insgesamt werden in dem neuen Supermarkt elf sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze entstehen, davon acht für schwerbehinderte Arbeitnehmer.

Regenbogen e.V. betreibt in der Nähe des Standortes, in Duissern, im Wasserviertel und in Hochfeld Einrichtungen für Menschen mit einer seelischen Erkrankung. Ein Teil der entstehenden Arbeitsplätze wird mit Personen aus diesen Einrichtungen besetzt.
CAP-Märkte dienen der Entwicklung des Gemeinwesens durch eine innerörtliche Versorgung, die immer im Interesse der Kommune liegen muss. "Unser Projekt bekam nicht nur vom Landschaftsverband Rheinland umfassende Unterstützung, Hilfe und Zuspruch erfuhren wir auch durch kommunale Politiker", bedankt sich Elisabeth Hofmann.
Letztlich möglich wird der neue Neudorfer CAP-Markt jedoch vor allem dank der Förderung des LVR. Diese umfasst voraussichtlich einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 160.000 Euro zu den Investitionskosten und laufende Zuschüsse für das Jahr 2006 in Höhe von 19.200 Euro sowie weitere Zuschüsse für die Folgejahre. Die Mittel werden aus den Ausgleichsabgaben zur Verfügung gestellt, die Betriebe leisten müssen, die im unzureichenden Maße Menschen

 

So berichtet die Bürgerzeitung am 18. Oktober 2006:

Neudorfs Bürgervereins-Vorsitzender Harald Jeschke erinnert sich
Es war im Winter 2001, als ich in der Funktion des Pressesprechers der Eishockey-Nationalmannschaft Deutschlands mit Vorbereitungsspielen gegen die Ukraine zu anstehenden WM im eigenen Land (Nürnberg, Köln und Hannover waren Austragungsorte) in Freiburg und Schwenningen war. Mit einem Nationalspieler, der heute in Nordamerika in der NHL (National Hockey League) einige Millionen Dollar in der Saison verdient, war ich dann im Nordschwarzwald in Herrenberg.
Dort sah ich zum ersten Mal einen CAP-Markt. Da mich das interessierte, fragte ich beim Geschäftsführer nach, was sich hinter dem Kürzel verbarg. So wurde ich informiert, dass sich die CSU in strukturschwachen Bereich um die Nahversorgung der Bevölkerung bemühte - und dies mit Menschen mit Behinderung auch betrieb - zum Wohle aller. In Sindelfingen soll der erste Markt dieser Art entstanden sein.


Zurück in Duisburg ging mir das in den Tagen der Marktschließung an der Mozartstraße Ende 2004 nicht aus dem Kopf. Die anschließenden Bemühungen des Gebäudeinhabers verfolgte ich eher mit Argwohn, als sich dort der "Schrey-Markt" einnistete. Mit dem Immobilien-Eigentümer führte ich dann sehr intensive Gespräche, doch der sich abzeichnenden Übernahme mit dem CAP-Markt-Modell zuzustimmen. Das konnte ich mit dem Eigentümer echt gut tun, da wir durch die Eishockey-Bundesligazeit des Eigentümers aus Krefeld Berührungspunkte der besonderen Art hatten.

Als im Oktober 2006 sich die Pforte des CAP-Marktes öffnete, war ein dornenreicher Weg begangen worden. Nun steht eventuell ein ebenso gepflasterter Weg an, da mit der Ansiedlung von Kaisers auf dem Buller-Gelände Umsatzkonkurrenz mit erheblicher Bedeutung ankündigt, was zu fataler Entwicklung im tiefen Neudorfer Süden führen könnte, da es hier für rund 1000 Haushalte im Umfeld des CAP-Marktes keine fußläufige Alternative gibt.

Und da bei der hohen Alterstruktur in diesem Bereich. Der Bürger dieses südlichen Neudorfs wäre gut beraten, dieses Alleinstellungsmerkmal CAP-Markt auch zu erhalten.