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Duisburg, 5. Mai 2026 - Vor vier Jahren feierte Lars Kruse
noch das 70-jährige Jubiläum mit seinem Inhaber geführtem
Geschäft. Doch jetzt herrscht „Tote Hose“ bei Hosen Kruse –
ja, es ist quasi „Schicht im Schlitz“. „Das
Liquidationsverfahren ist eröffnet, der Räumungsverkauf
läuft ab jetzt bis Ende Juni“, sagt der Geschäftsinhaber des
letzten Rheinhauser Modegeschäfts für Männer, das bereits
existierte, als es mit Mackedanz, Monsieur, Corbey und
Deiters hochwertige Konkurrenz in diesem Segment gab.
Jetzt winken Rabatte von 30, 50 oder bis zu 70 Prozent
den Kunden. Getreu dem Motto „Alles muss raus“ leeren
sich die einst prall gefüllten Wandregale und
Kleiderständer. Doch wie kam es dazu? Die Gründe lassen
sich an einer Hand abzählen: „Zuerst bestand das Problem,
dass der Internethandel vieles abgeräumt hat. Dann kam noch
Corona mit seinen Lockdowns und damit verbundenen
Geschäftsschließungen dazu, das hat uns schon schwer
getroffen“, erinnert sich der 30-jährige Inhaber.
Irgendwie habe man sich durch die Krise „hindurchgewuselt“,
so Kruse.
Das Geschäft Hosen Kruse wurde 1952 von
Hermann Kruse gegründet. Es ist das letzte Inhaber geführte
Modegeschäft für Männer in Rheinhausen, es besteht bereits
in dritter Generation mit Lars Kruse als letztem
Geschäftsführer. Der Räumungsverkauf beginnt jetzt und
dauert bis zum 30. Juni. Rabatte von 30 bis zu 70 Prozent
sind erhältlich auf alle geführten Markenwaren.
„Was uns endgültig das Genick gebrochen hat, ist die
Baustelle unmittelbar vor der Haustür“, erklärt Lars Kruse.
Schon seit mehr als einem Jahr werden auf dem Endstück der
Krefelder Straße, kurz vor der Bücken-Kreuzung also quasi
unweit vom Eingang des Ladens, Bauarbeiten betrieben, so
dass die Straße bis heute in unterschiedlichen Abschnitten
gesperrt blieb. „Wir haben mehrfach bei der Stadt angefragt,
wann die Arbeiten denn mal zu Ende sind, aber da kam nicht
viel. Lediglich ein Schild mit der Aufschrift „Zufahrt Hosen
Kruse frei“ haben sie uns in der Einfahrt von der
Bücken-Kreuzung angeboten.“ Somit sei die Laufkundschaft
ausgeblieben, schon „eine gefühlte Ewigkeit“ würden die
normalerweise durchfahrenden Autos und Busse über die
nahliegende, schmale Ulmenstraße umgeleitet, was zu
täglichem Verkehrschaos dort führt.
Sicherlich war es eine schwere Entscheidung für den jungen
Geschäftsinhaber. Er habe auch lange mit seinen Eltern,
Volker und Barbara Kruse, die das Geschäft bis vor ein paar
Jahren geleitet und ihm später übergeben hatten, gesprochen.
„Wir haben aber keine andere Lösung mehr gesehen“,
konstatiert Lars Kruse sichtlich betroffen. Denn schließlich
hatte sein Großvater Hermann Kruse das Modegeschäft Hosen
Kruse 1952 gegründet. „Er hat hier an der Krefelder Straße
in einem Laden, der wie ein langer Schlauch aussah und halb
so groß war wie das jetzige Geschäft - seine Waren
verkauft“, sagt Lars Kruse. Später eröffneten seine Eltern
zwei Fillialen an der Krefelder Straße gegenüber dem Markt
in Hochemmerich und auf der Friedrich-Alfred-Straße am Ende
der Rheinhauser Fußgängerzone. „Die Filialen mussten wir
aber Anfang der 2000er-Jahre schließen, und wir vergrößerten
hier die Geschäftsräume an der Krefelder Straße“.
Auch das Kerngeschäft verlagerte sich, es war nicht mehr die
Mode für die männlichen Durchschnittsgrößen, die sie
führten. Vielmehr spezialisierte sich Hosen Kruse auf
Übergrößen bei Hosen, Hemden, Anzügen und Jacken.
„Wir hatten Größen bis zu 12 XL im Angebot“, erinnert sich
Lars Kruse. Da sie nun solche Nischen bedienten, sei auch
viel Kundschaft von außerhalb der Stadt zu ihnen gekommen.
Und: „Wir konnten viele Kunden über das Internet außerhalb
Deutschlands gewinnen, in ganz Europa waren wir gut
vernetzt."
Der Service am Kunden war den Betreibern
immer wichtig: Und irgendwie hat das Geschäft noch immer den
Charme der 80er-Jahre. Die Stammkundschaft konnte sich
immer auf eine fachgerechte Beratung durch den Inhaber und
seine letzte verbliebene Mitarbeiterin verlassen. „Wir haben
über all die Jahre einen Blick für die Konfektionsgrößen
unserer Kunden entwickelt, und können so ziemlich genau
sagen, welche Maße denen passen.“
Bleibt nur die
Frage, was aus dem Inhaber wird? „Ich werde mir einen Job im
Einzelhandel suchen, habe ja Kaufmann gelernt“, so
Kruse.
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