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Duisburg, 2. Juni 2026 - „On her Majesty`s Secret Service“
unterwegs zu sein, ist normalerweise nur einem, nämlich dem
Top-Geheimagenten der britischen Krone, James Bond,
vorbehalten. Doch genau dieses Motto haben die fünf Sänger
und eine Sängerin von „The Queen`s Six“gewählt für ihre
Mai-Tour durch Deutschland mit dem Abschlusskonzert in der
Duisburger Salvatorkirche.
Und das zurecht: Denn
dieses Vokalensemble, das auch Bestandteil des St. George`s
Chapel Choir, ist den englischen Royals so nah, wie sonst
kaum jemand. Schließlich wohnen die ausgewählten Vokalisten
auf dem Wochenendsitz von King Charles III, also auf Schloss
Windsor. Wie es ist, dort zu leben lässt, erzählen die
Sänger Anthony Thompson, Bass, und Tom Lowen, Bariton.
„Wir wohnen in dem Teil von Schloss Windsor, der einst
der Klosterbereich des Schlosses war, in abgetrennten
Wohnungen mit unseren Familien“, sagt der 45-jährige Anthony
Thompson. „Ab und zu sehen wir den König, aber es nicht so,
dass er regelmäßig auf dem Schloss weilt, denn er ist ja
unter der Woche in seinem Amtssitz, also dem Buckingham
Palace, in London“.
„Ja, es kommt vor, dass er
alleine in die St. George`s Kapelle zum Beten geht, dann ist
er aber vom Sicherheitsdienst abgeschottet“, ergänzt der
31-jährige Tom Lowen. „Er ist ein sehr gläubiger Mensch“
Und, haben sie schon für den König gesungen? „Ja, an
Ostern haben wir in einer großen Messe für die königliche
Familie gesungen. Das war schon beeindruckend. King Charles
mag am liebsten Musik vom englischen Komponisten Hubert
Parry, aus dem viktorianischen Zeitalter, oder auch sehr
gerne russisch-orthodoxe Choralmusik“, weiß Anthony
Thompson. „Unser Alltag auf Windsor ist so, dass wir
eigentlich wenige Proben haben, vielleicht eine halbe Stunde
am Tag, wir singen ja in den täglichen Evensongs und Messen
bis zu 40 Minuten am Stück. An Sonntagen gestalten wir drei
Services in der Schlosskapelle mit. Mittwochs ist immer
frei.“, sagt Tom Lowen mit einem Lächeln.
Beide
haben im frühen Kindesalter angefangen zu singen, sind dann
in unterschiedlichen Chören gestartet und schließlich über
Umwege in dem renommierten St. George`s Chapel Choir
aufgenommen worden. Was aber war das beeindruckendste
Erlebnis als Sänger im Auftrag vormals der Queen, jetzt des
King. Anthony Thompson erinnert sich: „Die Hochzeit von
Harry und Meghan war natürlich ein großartiges Event, das ja
Milliarden Menschen an den Fernsehern verfolgen konnten. Wir
standen unweit von George Clooney und Oprah Winfrey, die
hinter uns im Publikum saßen. Traurigere Anlässe waren
natürlich die Begräbnismessen von Prinz Philipp 2021 und
Queen Elisabeth II. 2022, in denen wir mit dem St. George
Chapel Choir aufgetreten sind.“
„Das für mich
beeindruckendste Ereignis war eine 30-Stunden-Fahrt mit King
Charles zur Audienz in den Vatikan zu Papst Leo XIV..
Charles wollte sich mit dem katholischen Oberhaupt über
Fragen der anglikanischen und katholischen Kirche
austauschen, ein Thema, das den König sehr interessiert.“,
so Tom Lowen. „Wir haben dann sogar in der Sixtinischen
Kapelle singen dürfen“. Ähnlich gut wie die Akustik
in der päpstlichen Kapelle, war der Klang des Vokalensembles
in der Salvatorkirche, die mit etwa 300 Besuchern gut
gefüllt war. Und die sechs Sänger ließen ihre Stimmen
schweben, die Mischung der Lieder aus der Renaissance und
dem Frühbarock von englischen Komponisten wie William Byrd
und Thomas Morley, also den „Hits der damaligen Zeit“, bis
zu den Songs mit den meisten Klicks der aktuellen
Streaming-Dienste wie „No Time to die“ von Billie Eilish,
beeindruckten die 300 Besucher nachhaltig. Höhepunkt war
sicherlich das Medley aus den James Bond-Titelsongs „Nobody
does it better“ und „For your Eyes only“, das zu gewaltigem
Applaus bei den Gästen führte. Und da die Kantorei unter
Leitung von Markus Strümpe in diesem Jahr ihr 75-jähriges
Jubiläum feiert, durften die Amateursänger und –sängerinnen
drei Stücke mit den Profis aus England aufführen. Zusammen
sangen die Ensembles das getragene „Ave Verum“ von William
Byrd und das synkopisch-versetzte „If ye love me“ von
Thomas Tallis, dirigiert wurden die Vokalisten dabei von
Countertenor Tom Lilburn.
Kantoreimitglied
Simone Schulze aus dem Alt war gespannt auf den Auftritt mit
den Profis: „Wir haben gerade nur eine Probe mit den Queen's
Six gehabt, und die haben uns dann richtig gut angeleitet,
wo wir lauter und leiser werden müssen. Die Stücke selbst
hatten wir schon Monate vorher geübt.“ Und es schloss sich
der musikalische Zirkel mit Hits aus den 80ern:
Mit„Caravan of Love“ von den Housemartins und „Video killed
the Radio Star“ von The Buggles zeigten The Queen's Six noch
mal die musikalische Versiertheit und Brillanz, die dieses
Sextett auszeichnet. Achso, wird sich das Ensemble
nach dem Tod von der Queen jetzt in The King's Six
umbenennen, wie etwa in der englischen Hymne der Fall?
„Nein, wir behalten den Namen, auch deshalb, weil wir uns
2008 zum 450-jährigen Thronjubiläum von Queen Elisabeth I.
von den Tudors gegründet haben“, erklärt Anthony Thompson.
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