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Duisburg, 18.
März 2025 - Eine ausgewogene Versorgung mit allen wichtigen
Nährstoffen ist die Grundlage für die Gesundheit und
Leistungsfähigkeit von Pferden. Pferdehalter müssen eine
ausgewogene Ernährung mit allen Nährstoffen sicherstellen.
Moderne Pferdehaltung verhindert oft die vollständige
Nährstoffaufnahme durch das normale Grundfutter. Die
Konsequenzen einer mangelhaften Versorgung zeigen sich oft
schleichend und werden erst spät erkannt. Von stumpfem,
glanzlosem Fell über deutliche Leistungsschwäche und
Konditionsverlust bis hin zu ernsthaften, teilweise
irreversiblen Stoffwechselerkrankungen reicht das breite
Spektrum der möglichen gesundheitlichen Folgen einer
unzureichenden Nährstoffversorgung. Durch eine sorgfältig
geplante Supplementierung lassen sich Nährstofflücken
effektiv schließen und die Lebensqualität der Pferde
deutlich steigern.

Grundlegende Nährstoffe und ihre Funktionen im
Pferdekörper
Proteine, Kohlenhydrate und Fette
liefern die Energie für alle Körperfunktionen des Pferdes.
Proteine bauen Muskeln, Bindegewebe und Enzyme auf, während
Kohlenhydrate hauptsächlich Energie liefern. Besonders
wichtig sind dabei die essenziellen Aminosäuren Lysin und
Methionin, die der Pferdekörper nicht selbst synthetisieren
kann. Mineralstoffe übernehmen vielfältige Aufgaben im
Organismus: Calcium und Phosphor stabilisieren das Skelett,
während
Magnesium beim Pferd für
Entspannung sorgt und
die Muskelkontraktion reguliert. Spurenelemente wie Zink,
Kupfer und Selen wirken als unverzichtbare Cofaktoren in
zahlreichen enzymatischen Prozessen des Stoffwechsels und
stärken gleichzeitig durch ihre antioxidativen Eigenschaften
das Immunsystem des Pferdes nachhaltig. Die fettlöslichen
Vitamine A, D, E und K sowie die wasserlöslichen B-Vitamine
und Vitamin C ergänzen das Nährstoffspektrum. Jeder einzelne
dieser Stoffe erfüllt spezifische Funktionen, die sich
gegenseitig beeinflussen und verstärken.
Die Auswirkungen von Nährstoffmangel auf die
Pferdegesundheit
Wenn essentielle Nährstoffe
fehlen, zeigen sich erste Anzeichen durch feine
Verhaltensänderungen und Veränderungen im äußeren
Erscheinungsbild. Pferde, die unter einem Eisenmangel
leiden, zeigen deutliche Symptome wie Leistungsschwäche und
anhaltende Müdigkeit, während gleichzeitig ein Zinkmangel,
der häufig durch unausgewogene Fütterung oder schlechte
Futterqualität entsteht, zu verschiedenen Hautproblemen und
einer verzögerten Wundheilung führt, was besonders bei
aktiven Sport- und Arbeitspferden problematisch ist.
Calciummangel, der sich häufig schleichend über mehrere
Monate entwickelt und zunächst unbemerkt bleibt, kann
langfristig zu schwerwiegenden Knochenproblemen führen, die
besonders bei jungen Pferden im Wachstum, deren
Skelettentwicklung noch nicht abgeschlossen ist, oder bei
tragenden Stuten, die einen erhöhten Mineralstoffbedarf
haben, auftreten.
Die
wissenschaftliche Forschung zur
Ernährungslage bei Pferden
zeigt deutliche Zusammenhänge zwischen Mangelerscheinungen
und chronischen Erkrankungen. Selenmangel schwächt die
Muskulatur und kann die gefürchtete Weißmuskelkrankheit
verursachen. Ein Vitamin-E-Defizit, das häufig durch
unzureichende Fütterung oder mangelnde Weidequalität
entsteht, beeinträchtigt die antioxidative Abwehr des
Organismus erheblich, wodurch die natürlichen
Schutzmechanismen geschwächt werden und betroffene Pferde
deutlich anfälliger für bakterielle sowie virale Infektionen
werden, was ihre Gesundheit nachhaltig gefährdet. Diese
schleichenden Mängel, die sich häufig über mehrere Monate
oder sogar noch längere Zeiträume hinweg entwickeln, werden
bedauerlicherweise in den meisten Fällen erst dann erkannt
und diagnostiziert, wenn bereits ernsthafte, teilweise
irreversible gesundheitliche Schäden am betroffenen Pferd
entstanden sind.
Optimale
Nährstoffversorgung durch gezieltes
Futterergänzungsmanagement
Hochwertiges Raufutter in
ausreichender Menge ist die wichtigste Grundlage für eine
gute Pferdefütterung. Eine regelmäßige Nährstoffanalyse von
Heu und Stroh hilft dabei, Mängel rechtzeitig zu erkennen.
Moderne Futtermittelzusätze ermöglichen eine präzise
Supplementierung entsprechend dem individuellen Bedarf. Wer
die organische Nährstoffzufuhr verstehen möchte, sollte auf
natürliche Quellen wie Kräuter, Algen und spezielle Öle
setzen. Verschiedene Faktoren wie Alter, Gewicht,
Arbeitsbelastung und
Gesundheitszustand des Pferdes
sind für die richtige Dosierung entscheidend. Während ältere
Pferde häufig Hilfe bei der Nährstoffverwertung benötigen,
brauchen Sportpferde mehr Elektrolyte und Antioxidantien.
Eine regelmäßige Blutuntersuchung, die idealerweise zweimal
jährlich durchgeführt werden sollte, gibt detaillierten
Aufschluss über den aktuellen Versorgungsstatus des Pferdes
und ermöglicht gezielte Anpassungen der Fütterung.
Praktische Umsetzung einer bedarfsgerechten
Nährstoffzufuhr
Die tägliche Fütterungspraxis
erfordert ein sorgfältig geplantes und durchdachtes
Management, das sicherstellt, dass alle essentiellen
Nährstoffe in der richtigen Menge und Zusammensetzung
optimal bereitgestellt werden. Kleine Mahlzeiten über den
Tag verteilt fördern die Nährstoffaufnahme und schonen die
Verdauung. Die Fütterungsreihenfolge bestimmt maßgeblich die
optimale Verdauung der Pferde. Bei der Freizeitgestaltung
mit Pferden sollte die Fütterungszeit berücksichtigt werden,
um Verdauungsprobleme zu vermeiden. Die nachfolgend
aufgeführten Aspekte, die sowohl für die tägliche Routine
als auch für die langfristige Gesunderhaltung der Pferde von
entscheidender Bedeutung sind, sollten bei der praktischen
Umsetzung der Fütterungsmaßnahmen, welche stets an die
individuellen Bedürfnisse angepasst werden müssen, besonders
sorgfältig beachtet werden:
• Tägliche Überwachung von
Futteraufnahme und Fressverhalten
• Rationsanpassung an
Jahreszeiten und Weidezeiten
• Regelmäßige Gewichtskontrolle
zur Früherkennung von Über- oder Unterversorgung
• Dokumentation aller
Futtermittel und Ergänzungen für bessere Nachvollziehbarkeit
Die Art
und Weise, wie Futtermittel gelagert werden, hat einen
erheblichen Einfluss auf deren Nährstoffgehalt. Die Qualität
von Heu und Kraftfutter bleibt in trockenen, dunklen und gut
belüfteten Lagerräumen optimal erhalten.
Langfristige Vorteile einer ausgewogenen
Nährstoffversorgung für Pferde
Eine kontinuierlich optimale
Nährstoffversorgung, die durch sorgfältig ausgewählte
Futtermittel und bedarfsgerechte Supplementierung
gewährleistet wird, zahlt sich nicht nur in der Jugend und
während der aktiven Jahre, sondern über die gesamte
Lebensspanne des Pferdes vom Fohlenalter bis ins hohe
Seniorenalter deutlich aus. Gut versorgte Tiere zeigen
nicht nur eine deutlich höhere Widerstandsfähigkeit
gegenüber verschiedensten Krankheiten, sondern erholen sich
auch merklich schneller von körperlichen und mentalen
Belastungen aller Art. Das seidig schimmernde Fell der
Pferde glänzt gesund, während die Hufe kontinuierlich
gleichmäßig und mit fester Hornstruktur wachsen und sich
gleichzeitig die gesamte Muskulatur harmonisch und kraftvoll
entwickelt. Zuchtstuten werden fruchtbarer und Hengste
entwickeln eine deutlich bessere Spermienqualität.
Sportpferde erreichen ihr volles Leistungspotenzial und
bleiben länger aktiv. Ältere Pferde profitieren nachweislich
von einer deutlich verlangsamten Alterung ihrer körperlichen
und geistigen Funktionen, wodurch sie ihre natürliche
Lebensfreude und Vitalität bis ins hohe Alter bewahren
können.
Die Investition in hochwertige Futtermittel
und durchdachte Ergänzungen, die sowohl den individuellen
Bedürfnissen des jeweiligen Pferdes als auch seinen
altersspezifischen Anforderungen gerecht werden, reduziert
langfristig die Tierarztkosten erheblich, da durch die
optimale Nährstoffversorgung viele ernährungsbedingte
Erkrankungen von vornherein vermieden werden können.
Hufrehe und das Equine Metabolische Syndrom kommen bei gut
versorgten Pferden deutlich seltener vor. Die emotionale
Ausgeglichenheit und gesteigerte Lernbereitschaft der Pferde
führt zu einer deutlichen Verbesserung ihrer
Aufnahmefähigkeit, wodurch sich sowohl das tägliche Training
als auch der allgemeine Umgang mit den Tieren erheblich
vereinfacht und harmonischer gestaltet.
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