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Uni-Termine

 
Jetzt anmelden für die Kinderuni

Duisburg, 20. Januar 2020  - Wieso, weshalb, warum? Naseweise, Schlaumeier und alle, die es werden wollen, haben im März an der Universität Duisburg-Essen (UDE) gute Karten: Unikids, die Kinderuni für Acht- bis Zwölfjährige, nimmt sich wieder knifflige Themen vor. Diese spannenden Nachmittage mitzumachen, ist kostenlos; man muss sich allerdings anmelden – möglichst schnell. Denn die Plätze sind heiß begehrt.

Eine wichtige Regel gibt es: Wenn die Forschenden Kompliziertes kinderleicht erklären und die Unikids ihnen Löcher in den Bauch fragen, bleiben sie unter sich. Erwachsene dürfen im Hörsaal nebenan zuschauen. Die Kinderuni findet jeweils von 17 Uhr bis ca. 18 Uhr statt, am Campus Duisburg im Audimax LX, am Campus Essen im Audimax R14.

Das ist das Programm: 4. März, Duisburg: Zu früh geboren – wie kleine Kinder groß und stark werden Jedes zehnte Baby kommt vor dem Ende der normalen Schwangerschaft zur Welt. Meist sind diese Kinder sehr klein und wiegen weniger als 500 Gramm. Was ist zu tun, damit sie trotzdem überleben?

11. März, Essen: Bewohner des Wassers in Gefahr  Umweltverschmutzung und Erderwärmung lassen viele Arten aussterben. Wie Forschende die biologische Vielfalt mit U-Booten, Satelliten und DNA-Sonden erkunden und Schutzmaßnahmen entwickeln, zeigt diese Vorlesung. 18. März, Duisburg: Mobil in die Zukunft – Walking-Bus, Smart-Bike, Robo-­Shuttle und Co.

Was nutzt Du? Wir alle legen am Tag viele Wege zurück, ob zur Schule, zum Sport oder um Freunde zu treffen. Dabei nutzen wir verschiedene Verkehrsmittel. Welche sind schlecht fürs Klima? 25. März, Essen: Warum uns Geschichten und Musik tief berühren können Was haben Geschichten und Musik gemeinsam? Warum können sie uns unterhalten, trösten und beunruhigen? Kann man sie auch falsch verstehen?
Das wird anhand spannender und verrückter Beispiele herausgefunden.

Weitere Informationen: www.uni-due.de/unikids
Programm: https://www.uni-due.de/unikids/programm.php Anmeldung: https://www.rektorat-rv.wiwi.uni-due.de/veranstaltungen/unikids/anmeldeformular/

 

Deutsche Krebshilfe fördert interdisziplinäre Forschung Immuntherapie durch Nano-Werkzeuge  

Essen/Duisburg, 8. Januar 2020 - Gemeinsam verfolgen Wissenschaftler aus Medizin, Biologie und Chemie der Universität Duisburg-Essen (UDE) jetzt einen neuen und visionären Ansatz in der Bekämpfung onkologischer Erkrankungen. In dem gemeinsamen Projekt unter Leitung von Prof. Dr. Sven Brandau sollen Nanowerkzeuge entwickelt werden, die innerhalb von Tumoren krebsfördernde Immunzellen ausschalten.
Die Deutsche Krebshilfe fördert das Präzisions-Immuntherapie-Projekt über drei Jahre mit 800.000 Euro. Mit knapp 230.000 Todesfällen im Jahr sind Krebserkrankungen nach Aussage des Bundesamts für Statistik die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Dabei ist Krebs nicht gleich Krebs, denn es gibt sehr viele verschiedene onkologische Erkrankungen. Fast allen menschlichen Tumoren gemein ist jedoch, dass ihr Gewebe nicht nur Krebszellen, sondern auch tumorfördernde Immunzellen enthält. Und genau hier setzen die Wissenschaftler an: Ihr Ziel ist es, diese Immunzellen durch eine hochspezifische Immuntherapie gezielt zu erkennen und auszuschalten.

Dafür möchten sie im Verbund geeignete molekulare Nano-Werkzeuge entwickeln. Die Forschungsgruppen von Prof. Dr. Sven Brandau, Medizinische Fakultät, Prof. Dr. Barbara Saccà, Fakultät für Biologie, und Prof. Dr. Sebastian Schlücker, Fakultät für Chemie, haben hierfür erfolgreich eine Forschungsförderung der Deutschen Krebshilfe eingeworben.
Ihr Projekt „Präzisionsimmuntherapie durch molekulare Erkennungsmotive auf Goldnanostäbchen“ wurde aus zahlreichen Projektvorschlägen ausgewählt und wird ab 2020 für drei Jahre mit rund 800.000 Euro im Förderschwerpunkt „Visionäre neue Konzepte in der Krebsforschung“ gefördert.
Das interdisziplinäre Team kombiniert hierzu sein Know-how zur Immunonkologie, DNA-Nanotechnologie, Nanomaterialchemie und optischen Spektroskopie

V.l.: Prof. Sebastian Schlücker, Prof. Barbara Saccà und Prof. Sven Brandau; Quelle: UDE/ UK Essen)

Studienplatzvergabe Medizin: Info über Änderungen

Duisburg, 04. Dezember 2019 - Wer künftig Medizin studieren möchte, muss sich ab Sommersemester 2020 bei der bundesweiten Plattform hochschulstart.de bewerben.
Was sich dadurch ändert und wie die Chancen auf einen Platz sind, erklärt das Akademische Beratungs-Zentrum (ABZ) der Universität Duisburg-Essen (UDE) an zwei Terminen im Dezember. Arbeiten im Labor © pixabay.com Zum neuen Verfahren informiert das ABZ am 10. Dezember um 18 Uhr im
Glaspavillon am Campus Essen (Universitätsstraße 12) und am 19. Dezember um 17 Uhr im Hörsaal LX 1203 am Campus Duisburg (Lotharstraße 63). Anmeldungen sind nicht erforderlich.

120.000 Euro für zdi-Schülerlabor MINT-Blicke erweitern

Duisburg, 2. Dezember 2019 - Technische Geräte wie Mikroskope sind für MINT-Fächer unverzichtbar. Wie sie funktionieren, können Jugendliche bald virtuell mit Augmented Reality Apps im zdi-Schülerlabor an der Universität Duisburg-Essen (UDE) erleben. Finanziert wird das Projekt mit 60.000 Euro zur Hälfte vom Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung, zur anderen aus Mitteln des zdi-Schülerlabors und vom Lehrstuhl für Verteilte Systeme von Prof. Dr. Torben Weis.

Mikroskopie an der UDE für Schulklassen © UDE/eventfotograf.in


Technische Geräte wie Mikroskope sind für MINT-Fächer unverzichtbar. Wie sie funktionieren, können Jugendliche bald virtuell mit Augmented Reality Apps im zdi-Schülerlabor an der Universität Duisburg-Essen (UDE) erleben. Finanziert wird das Projekt mit 60.000 Euro zur Hälfte vom Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung, zur anderen aus Mitteln des zdi-Schülerlabors und vom Lehrstuhl für Verteilte Systeme von Prof. Dr. Torben Weis.

Augmented Reality (AR) Apps sind Teil der realen Welt, sie ergänzen sie durch digitale und virtuelle Elemente. Das funktioniert über mobile Endgeräte mit Kamera und einen Auslöser. Die wohl bekanntesten Beispiele: das Spiel Pokémon Go, bei dem virtuelle Monster mit Handy oder Tablett-Kamera gefangen werden. Oder Fußballübertragungen, für die der korrekte Freistoß-Abstand im Bildschirm eingeblendet wird.

Inzwischen wird AR zudem in der industriellen Fertigung und Logistik genutzt, wo Beschäftigte Informationen über Datenbrillen oder Displays von Mobilgeräten erhalten. Aber auch in der Ausbildung ist AR nützlich. „Schüler behalten selbst erlebte Inhalte viel besser als nur gehörte“, sagt Dr. Kirsten Dunkhorst, Leiterin des zdi-Schülerlabors an der UDE. Digitale Bilder, 3D-Elemente, Videos seien für abstrakte und komplexe Inhalte anschaulicher als Texte. Professor Weis und sein Team entwickeln bis 2022 Apps für das Projekt „AR-InGo – Augmented Reality für die Ingenieurwissenschaften“.

8- bis 13-Klässler sollen künftig virtuell nachvollziehen, wie etwa Mikroskope Oberflächen abbilden, oder welche chemischen Reaktionen in einer Farbstoffsolarzelle ablaufen. Ziel des AR-Projekts ist, ein digitales Schulungskonzept zu entwickeln und zugleich kleine und mittelständische Unternehmen einzubeziehen. Damit sähen die Jugendlichen schon im zdi-Schülerlabor, wie ihre berufliche Zukunft aussehen könnte.
„Gerade in MINT-Ausbildungen oder im Studium werden AR-Anwendungen immer häufiger als Lernmittel genutzt“, sagt Kirsten Dunkhorst. „Wenn die Jugendlichen bereits durch uns erfahren, wie AR in den Ingenieurwissenschaften eingesetzt wird, möchten sie das vielleicht künftig auch und entscheiden sich für ein Ingenieurstudium.“


Carl-Duisberg-Plakette für Reinhard Zellner

Chemie in der Atmosphäre
Duisburg, 28. November 2019 - Wie Treibhausgase dem Klima schaden, beschäftigt ihn seit Jahrzehnten. Wegweisende Arbeiten hat er zur Atmosphärenchemie verfasst, große Forschungsverbünde koordiniert und bundesweit in Fach- und politischen Gremien mitgearbeitet. Für seine herausragenden Verdienste bekommt Reinhard Zellner, Chemieprofessor der Universität Duisburg-Essen (UDE Foto: privat ), am 4. Dezember die Carl-Duisberg-Plakette verliehen. Vergeben wird sie von der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh).


Damit würdigt die GDCh nicht nur Zellners umfangreichen Beiträge zu Klimaforschung und Atmosphärenchemie, sondern auch wie er seine Ergebnisse in der Umweltpolitik, der Öffentlichkeit und in Fachkreisen vermittelte. Reinhard Zellner war bis 2018 an der UDE Professor für Physikalische Chemie mit Schwerpunkt Atmosphärenchemie. Er gehörte der Enquete-Kommissionen des Deutschen Bundestags „Schutz der Erdatmosphäre“ sowie „Schutz des Menschen und Umwelt“ an.
Außerdem koordinierte er das deutsche Ozon-Forschungsprogramm, war Vorsitzender des Sachverständigenkreises des Bundesforschungsministeriums "Globale Umweltaspekte" und engagierte sich im GDCh-Beratergremium für Altstoffe.
Bis 2018 war Reinhard Zellner auch verantwortlich für zwei Gemeinschaftsausschüsse zu Luftqualität und Feinstäuben. In diesen Ausschüssen arbeiten Fachleute verschiedener Organisationen zusammen, um den aktuellen Stand der Forschung zu bewerten und weiteren Erkenntnisbedarf zu ermitteln. Für seine Arbeiten und sein Engagement wurde der Klimaforscher mehrfach ausgezeichnet.

 

Heute vor 50 Jahren: Duisburgs neue Universität politisch angeschoben

Duisburg, 26. November 2019 - Der damalige Ministerpräsident Heinz Kühn /SPD) stellte dem Landtag acht neue Universitätsstandorte in NRW vor, darunter Essen und Duisburg.  
Als tolerante Metropole an der Mündung der Ruhr in den Rhein beherbergte Duisburg bereits von 1655 bis 1818 eine Universität. Lange Zeit war sie die einzige wissenschaftliche Institution am Niederrhein, ehe sich im 20. Jahrhundert die Szene belebte: durch die Vorläufer von Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen und in Essen zusätzlich durch die Folkwang-Hochschule und eine aus den ehemaligen Städtischen Krankenanstalten hervorgegangene, zunächst zur Universität Münster gehörenden Medizinischen Fakultät.  
Am 1. August 1972 wurden in Duisburg und Essen Universitäten-Gesamthochschulen gegründet. Dreißig Jahre lang waren sie selbständig, jetzt bauen sie im Zentrum und am westlichen Rand des Ruhrgebiets eine gemeinsame Zukunft auf.
Die alte Universität Duisburg wurde am 14. Oktober 1655 feierlich eröffnet und 1818 aufgelöst. Herzog Wilhelm V von Jülich-Berg-Kleve (genannt Wilhelm der Reiche) fasste im Jahre 1555 den Entschluss, für seine Länder eine eigene Landesuniversität zu gründen, um für seine niederrheinischen Herzogtümer einen geistigen Mittelpunkt zu schaffen. Herzu war es notwendig, eine Erlaubnis von Kaiser und Papst zu erhalten, die allerdings sehr zögerlich auf das Ansinnen des Herzogs reagierten. Unterdessen wurden die Vorbereitungen für die Schaffung einer Universität in Duisburg aufgenommen.
So nahm im Jahre 1559 das akademische Gymnasium in Duisburg seinen Lehrbetrieb unter der Leitung des Humanisten Heinrich Castritius auf. Der berühmte Kartograph Gerhard Mercator lehrte dort drei Jahre lang - von 1559 bis 1562 - Geometrie, Mathematik und Kosmologie. Dieses Gymnasium ist Nachfolger der vor 1280 gegründeten Lateinschule und Vorgänger des heutigen Landfermann-Gymnasiums.

Bundesweites Professorinnenprogramm UDE zum dritten Mal erfolgreich

Duisburg, 13. November 2019 - Mehr Frauen in Wissenschaft und Forschung: Auch bei der dritten Auflage des bundesweiten Professorinnenprogramms hat die Universität Duisburg-Essen (UDE) mit ihrem Zukunftskonzept zur Gleichstellung überzeugt. Sie kann nun die Anschubfinanzierung für bis zu drei Erstberufungen von Frauen auf unbefristete W2- oder W3-Stellen beantragen. Über einen Zeitraum von fünf Jahren wären das bis zu 2,5 Mio. Euro an Drittmitteln. Schon beim Professorinnenprogramm I und II hatte die UDE gepunktet.

Das Professorinnenprogramm von Bund und Ländern soll die Chancengerechtigkeit an Hochschulen verbessern und dafür sorgen, dass Frauen in allen Qualifikationsstufen und insbesondere in Spitzenfunktionen stärker vertreten sind.
„Wenn man exzellente Wissenschaftlerinnen gewinnen möchte, spielen die Rahmenbedingungen eine zentrale Rolle“, sagt Prof. Dr. Dagmar Führer-Sakel, Prorektorin für Forschung, wissenschaftlichen Nachwuchs & Wissenstransfer.

„Die strategischen Maßnahmen unserer Universität tragen dazu bei, Nachwuchsforscherinnen zu stärken und ein Umfeld zu bieten, in dem sich individuelle Lebensentwürfe und Karriere vereinbaren lassen.“
Solche Maßnahmen werden auch diesmal dank der Gelder umgesetzt, die durch die Anschubfinanzierung frei werden. Seit der ersten Bewerbung im Professorinnenprogramm 2008 hat sich an der UDE viel getan. Das drückt sich auch in Zahlen aus: Hochschulleitung und Hochschulrat sind paritätisch besetzt.

Der Senat sowie drei von sieben Kommissionen werden von Frauen geleitet. Der Anteil der Absolventinnen liegt bei 59 Prozent (zu Studienbeginn sind die Geschlechteranteile etwa gleich), während er bei den Promotionen auf 45 Prozent angewachsen ist. „Luft nach oben“ gibt es hingegen bei den Habilitationen (30 Prozent) und bei dem Professorinnenanteil. Dieser liegt derzeit bei 26 Prozent und damit immerhin doppelt so hoch wie 2006 (13 Prozent). Für das Professorinnenprogramm III hatten sich insgesamt 71 Hochschulen beworben, 50 wurden positiv begutachtet.

- Souverän geplant: Wege in ein neues Studium
- Jobmesse für Ingenieure - Startschuss für die Karriere
- Neue E-Learning-Plattform für IT-Expertinnen

Zum Weltstudententag am 17. November: Im zweiten Anlauf zum passenden Studiengang

Frankfurt/Duisburg, 12. November 2019 - Am 17. November 2019 ist Weltstudententag: ein guter Anlass, um den Verlauf des eigenen Studiums zu reflektieren und die ursprünglichen Erwartungen mit der Realität abzugleichen. Läuft alles nach Plan oder ist möglicherweise der Zeitpunkt gekommen, einen anderen Weg einzuschlagen? Das erfordert Mut. Wie der Studiengangwechsel vorbereitet werden sollte und gelingen kann, erklären die Experten vom Recruiting-Dienstleister IQB Career Services.

Studienwahl zwischen Schnellschuss und Berufung
Die Entscheidung für einen Studiengang fällt oft zwischen Klausurvorbereitung und Abiparty. Einige junge Menschen haben ihr Berufsziel klar vor Augen, während andere sich blindlings für ein Studienfach einschreiben. Viele Studierende merken jedoch oftmals erst nach einigen Semestern, ob die Inhalte des gewählten Fachs dauerhaft zu ihrem Können und zu ihren Neigungen passen. „Es ist gar nicht so leicht, sich die Unzufriedenheit mit dem eigenen Studium einzugestehen“, weiß Susanne Glück, Geschäftsführerin der IQB Career Services. „Viele Betroffene haben Sorge, als Versager abgestempelt zu werden und empfinden eine Neuorientierung als Schwäche – dabei erfordert dieser Weg Mut und Stärke. Und: Wer dauerhaft im falschen Studium hängen bleibt, wird oftmals frustriert und gefährdet den Abschluss.“ Daher lautet der Expertenrat: Zuversichtlich sein, gut vorbereiten und den Studiengang wechseln.
Neuorientierung gezielt planen
Studierende können auf unterschiedliche Hilfsmittel zurückgreifen, um ihren Weg in ein neues Studium zu planen. Wer schon an einer Universität eingeschrieben ist, findet im Vorlesungsverzeichnis zahlreiche Anregungen und hat die Möglichkeit, als Gasthörer bei anderen Studienrichtungen zu schnuppern. Der Vorteil: Dieses Vorgehen ist besonders praxisnah, denn Gespräche mit den anderen Studierenden geben schnell Aufschluss darüber, welchen Berufswunsch sie haben und welche Inhalte das Studium vermittelt. Nicht zuletzt sollte im Hörsaal das Bauchgefühl stimmen.

Eine weitere Möglichkeit, um den universitären Werdegang neu zu planen, sind Karrieremessen: „An unseren IQB-Karrieremessen nehmen regelmäßig auch Studierende teil, die sich neu orientieren möchten – und das aus einem guten Grund“, betont Susanne Glück. Denn: An den Messeständen präsentieren sich keine Studiengänge, sondern Firmen mit unterschiedlichen Berufsfeldern von Controlling über Grafik bis hin zur Rechtsabteilung. Gespräche am Messestand können also dabei helfen, zunächst das passende Berufsziel zu finden und dann zu erfahren, welches Studium dafür nötig ist. Die beruflichen Perspektiven, die ein Studiengang eröffnen kann, sind oftmals deutlich breiter gefächert, als die Studierenden zunächst denken.

Neben dem Schnuppern an der Universität und dem Besuch einer Karrieremesse gibt es auch so genannte Studienführer – gedruckt und online –, die jährlich aktualisiert sämtliche Studienmöglichkeiten in Deutschland auflisten und erklären. Diese Herangehensweise ist zwar sehr theoretisch, kann aber dennoch helfen, den Blick über den Tellerrand zu erweitern – möglicherweise auch als Vorbereitung für eine Karrieremesse.

Studierende, die mit ihrer Fächerwahl dauerhaft unzufrieden sind, sollten sich umorientieren und neue Wege wagen. Foto StartupStockPhotos_Pixaba

 

Jobmesse für Ingenieure - Startschuss für die Karriere
Vielleicht trifft man den künftigen Arbeitgeber, mit Sicherheit bekommt man gute Tipps: Auf der Karrieremesse am 27. November sind Studierende und Absolventen der Ingenieurwissenschaften und der Physik an der Universität Duisburg-Essen (UDE) genau richtig. Von 10 bis 15 Uhr können sie am Duisburger Campus (Foyer Gebäude LA und LX) 21 Unternehmen kennenlernen.
Sie bringen unterschiedliche Angebote mit: Praktika, Trainee-Programme, Themen für Abschlussarbeiten und natürlich feste Jobs. Neben etablierten Teilnehmern wie Renesas Electronics Europe, thyssenkrupp und TROX konnten 2019 auch neue Unternehmen wie Huawei und ZF hinzugewonnen werden.
Tipps für die optimale Vorbereitung des Messebesuchs gibt es auf den Seiten des Akademischen Beratungs-Zentrum Studium und Beruf (ABZ), das die Messe in diesem Jahr zum sechsten Mal gemeinsam mit der Fakultät für Ingenieurwissenschaften und ihrem Förderverein ausrichtet.

Neue E-Learning-Plattform für IT-Expertinnen
Frauen sind in der IT-Branche deutlich unterrepräsentiert. Das wollen Wissenschaftler*innen der Universität Duisburg-Essen (UDE) ändern und haben die Plattform IT&me entwickelt. Expertinnen können sich hier untereinander vernetzen und weiterbilden.  
Trotz vieler Vorteile einer diversen Belegschaft haben es weibliche Fachkräfte immer noch schwer, in der männerdominierten IT-Branche Fuß zu fassen. Sie werden häufig mit Vorurteilen konfrontiert, und vielen fehlt die Zusammenarbeit mit Kolleginnen. Dies führt unter Umständen dazu, dass die ohnehin schon wenigen Frauen die IT-Branche wieder verlassen und andere gar nicht erst einsteigen.
Um dem entgegenzuwirken, bietet die Plattform IT&me einen Raum, in dem die Kombination „Frau“ und „IT-Expertin“ der Normalfall ist.  Frauen können sich hier fachlich weiterbilden und ein Netzwerk mit Gleichgesinnten aufbauen. Die Lernumgebung wurde im Rahmen des gleichnamiges Projektes IT&me am Lehrstuhl für Software Engineering am Softwaretechnik-Institut paluno entwickelt.

Lernen in jeder Lebenslage
IT&me setzt die Wünsche und Bedürfnisse um, die in Umfragen und Gesprächen mit IT-Expertinnen ermittelt wurden. Hierzu zählt z.B., dass die Plattform das Lernen in jeder Lebenslage unterstützt – egal ob Vollzeit-Job oder Elternzeit. So wurden kurze Lerneinheiten entwickelt, die sowohl bei konkretem Bedarf also auch entlang eines didaktisch konzipierten Lernpfades bearbeitet werden können. Speziell entwickelte Empfehlungsalgorithmen wählen passende nächste Lerneinheiten aus und erleichtern den Nutzerinnen die Suche nach neuen oder sich anschließenden Themen.
Testerinnen gesucht
Die kommenden Monate werden dazu genutzt, die Plattform auf Funktionalität und Bedienbarkeit zu evaluieren. Dafür wird Feedback von Nutzerinnen gesammelt und ausgewertet. Interessentinnen können sich unter: www.itand.me ein Profil anlegen und die Plattform kostenlos nutzen und testen. Das Verbundprojekt, das der UDE-Lehrstuhl für Software Engineering der mit Partnern umsetzt wird vom Bundesforschungsministerium gefördert.

 

 

Ehrensenator Krings wird der Uni fehlen

Duisburg, 11. November 2019 - Er wird der Stadt, aber auch der Universität Duisburg-Essen (UDE) fehlen: Mit 93 Jahren ist der frühere Duisburger Obermeister Josef Krings verstorben. Ohne sein energisches Engagement wäre der Aufbau der Hochschule ab 1972 und ihre Öffnung in die Region nicht möglich gewesen.

Der Pädagoge und Politiker betrieb auch die Förderung von Zukunftstechnologien und universitätsnahen Dienstleistungen in der Mess- und Mikroelektronik mit Leidenschaft und trug so wesentlich dazu bei, dass sich seine Stadt zu einem bedeutenden Zentrum in diesem Bereich entwickelte. Die damalige Universität Duisburg verlieh ihm 1989 dafür die Ehrensenatorwürde.

Foto (© Uwe Köppen/Stadt Duisburg

In Düsseldorf geboren, führte Krings` Weg geradewegs ins Ruhrgebiet. Seine Ausbildung zum Lehrer für Deutsch und Geschichte schloss er 1949 an der Pädagogischen Akademie in Essen ab. Von1962 bis 1970 war er Realschulkonrektor in Duisburg, ab 1971 Direktor der Realschule Mülheim-Broich. Parallel machte Krings sich in der Lokalpolitik einen Namen. 1957 wurde er Mitglied der SPD, fünf Jahre später in den Stadtrat gewählt. Von 1966 bis1970 war er Landtagsabgeordneter, von 1969 bis 1974 Bürgermeister der Stadt Duisburg. Ein Jahr später wurde er zum damals noch ehrenamtlichen Oberbürgermeister gewählt – und blieb es 22 Jahre. Krings war in zahlreichen Gremien zu finden, unter anderem als Vorsitzender des Kuratoriums für die Universität Gesamthochschule Duisburg.
Am Herzen lag ihm auch der Erhalt des Krupp-Werkes in Rheinhausen und der Ausbau des Duisburger Hafens zu einem internationalen Logistikzentrum.  Neben der Begeisterung für den Industriestandort Duisburg, ließ Krings aber auch sein Interesse für Kunst und Kultur nie zu kurz kommen, so engagierte er sich unter anderem an der Oper am Rhein. Der UDE blieb er über Jahrzehnte hinweg verbunden. Er nahm regen Anteil an ihrer Geschichte und Entwicklung, die er selbst gerne in Vorträgen der Öffentlichkeit nahebrachte.



- UDE erhält erneut Gütesiegel
- Vorzeitige Rente bleibt attraktiv  
- Studierende verfassen Buch: Neue Seidenstraße, neue Weltordnung?

UDE erhält erneut Gütesiegel
Duisburg, 07. November 2019 - Chancengleichheit und Vielfalt Für ihre zukunftsorientierte, erfolgreiche und nachhaltige Personalpolitik wurde die Universität Duisburg-Essen (UDE) erneut mit dem Total E-Quality-Prädikat ausgezeichnet. Es ist bereits das fünfte Mal in Folge, dass die Uni das Gütesiegel erhält. Es gilt für drei Jahre und ist zum zweiten Mal mit dem Zusatz ‚Diversity‘ versehen. 

„Auf diese Auszeichnung können wir stolz sein“, sagte Gleichstellungsbeauftragte Prof. Dr. Christine Heil, als sie das Prädikat, das von der Initiative TOTAL E-QUALITY Deutschland vergeben wird, in München entgegennahm (5.11.). „Seit 2008 ergreift die UDE erfolgreich Maßnahmen, um Vielfalt, Bildungsaufstieg und Partizipation fest zu verankern: Alle an der Hochschule wirken daran mit, dass Chancengleichheit und Vielfalt gelebt wird. Aktuell setzt die Hochschulleitung zusätzliche Schwerpunkte im Bereich Gesellschaftliche Verantwortung und Transfer.“ 

In der Jury-Begründung zur Preisvergabe heißt es: „An der Universität Duisburg-Essen sind Gleichstellungsziele und Diversity Management in Steuerungs- und Controlling-Instrumente integriert. Zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie überzeugt das umfassende Gesamtkonzept, das auch Personen mit Pflegeverantwortung, Väter und Führungskräfte explizit adressiert. Die Universität Duisburg-Essen verfügt über ein herausragendes Profil in der Geschlechterforschung sowie über zahlreiche Maßnahmen zur Integration der Geschlechterforschung und Chancengleichheit in die Lehre.“

Ein paar Zahlen: 48 Prozent der Studierenden an der UDE sind Frauen, bei den Promovierenden sind es 37 Prozent; 43 Prozent der wissenschaftlich Beschäftigten sind weiblich, der Frauenanteil in Technik und Verwaltung beträgt 58 Prozent, bei den Professuren sind es zurzeit 26 Prozent. Eva Maria Roer, die Vorsitzende von Total E-Quality Deutschland, lobt: „Die Universität Duisburg-Essen schafft gleiche Rahmenbedingungen für beruflichen Erfolg und fördert Karrieren von Frauen. Sie steigert mit dieser Auszeichnung ihre Attraktivität als Arbeitgeber nach innen und außen.“
Wer das Total E-Quality-Prädikat erhalten möchte, muss ein aufwändiges Bewerbungsverfahren durchlaufen. Das haben für 2019 insgesamt 60 Organisationen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Verbänden erfolgreich gemeistert. 

Vorzeitige Rente bleibt attraktiv  
Die einen gehen regulär in Rente, die anderen treten so früh wie möglich in den Ruhestand und nehmen dafür auch Abschläge in Kauf. Diese Polarisierung zeigt der neue Altersübergangsreport des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE). Untersucht wird darin, wie sich die schrittweise Anhebung der Altersgrenze auf 67 Jahre auf den Rentenzugang in Deutschland auswirkt. Im Jahr 2017 ging mehr als jeder zweite Neurentner vor dem 65. Lebensjahr in den Ruhestand.
 „Die Anhebung der Regelaltersgrenze fördert die Polarisierung im Rentenzugangsalter und verschärft in der Folge die soziale Ungleichheit im Alter“, folgert der IAQ-Forscher Arthur Kaboth. „Denn wer vorzeitig in Rente geht, weil er oder sie beispielweise durch gesundheitliche Einschränkungen oder fehlende Erwerbsperspektiven quasi dazu gezwungen ist, muss geringere Rentenanwartschaften und Abschläge akzeptieren. Das bedeutet: mit weniger Geld auskommen.“ 
Zwar erfreut sich die abschlagsfreie Altersrente für besonders langjährig Versicherte (Rente ab 63) insbesondere bei Männern großer Beliebtheit (36,2 Prozent). Auch Frauen gehen mittlerweile häufiger auf diesem Weg in den Ruhestand (27,1 Prozent). Dennoch wurde fast jede vierte Altersrente mit Abschlägen in Anspruch genommen.
„Das zeigt, dass der vorzeitige Renteneintritt nach wie vor attraktiv und für bestimmte Personen notwendig ist und alle rentenrechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft werden“, stellt der IAQ-Rentenexperte Prof. Dr. Martin Brussig fest. Auf der einen Seite nehmen Übergänge in Rente aus stabiler Beschäftigung zu und spiegeln somit auch die Arbeitsmarktsituation Älterer wider, die sich in den letzten Jahrzehnten verbessert hat. Andererseits erreichen die verbesserten Chancen nicht alle Versicherten. Nach wie vor geht ein erheblicher Anteil aus Langzeitarbeitslosigkeit in den Ruhestand. Der Altersübergangs-Report des IAQ veröffentlicht seit 2004 in unregelmäßiger Folge Ergebnisse des ‚Altersübergangs-Monitors‘, der von der Hans-Böckler-Stiftung gefördert wird.

Studierende verfassen Buch: Neue Seidenstraße, neue Weltordnung?
China baut: Weltweit entstehen Verkehrswege, Kraftwerke und digitale Netze für die Neue Seidenstraße. Schätzungsweise eine Billion Dollar dürfte das Megaprojekt die Volkrepublik kosten, über 60 Länder machen bereits mit. Will Peking mit den künftigen Handelsrouten auch eine andere Weltordnung schaffen? Masterstudierende der Universität Duisburg-Essen (UDE) sind dieser Frage auf den Grund gegangen. Sie haben neue Daten ausgewertet und ihre Ergebnisse auf Englisch als Buch veröffentlicht.* 
2013 hat China seine Initiative zur Neuen Seidenstraße verkündet. Seither wird vor allem im Westen über die Folgen der Investitionen und Infrastrukturmaßnahmen spekuliert – meist mit negativem Tenor. In vielen Medien wird gemutmaßt, die Volksrepublik baue an einer neuen Weltordnung  „Made in China“. Die liberalen, demokratischen Werte seien in Gefahr.  Will Peking wirklich sein „autoritäres“ Modell exportieren? Das haben sieben Studierende des Masterprogramms Internationale Beziehungen und Entwicklungspolitik analysiert.
Gestützt auf neue Datensätze kommen sie zum Ergebnis, dass China in erster Linie darauf abzielt, sein  politisches und ökonomisches System zu stabilisieren. Ein aggressiver Modellexport finde nicht statt, vielmehr profitiere die Volksrepublik von den bestehenden Strukturen der Welt(handels)ordnung und versuche diese allenfalls punktuell umzubauen. Dass die Sieben unter die wissenschaftlichen Autoren gegangen sind, ist ein Erfolg der Angebote zum ‚Forschenden Lernen‘ an der UDE. Im Rahmen des Buchprojekts – erarbeitet in Seminaren unter Leitung von Chinaexpertin Prof. Nele Noesselt – wurden die Studierenden  an die Forschung wie auch die Politikanalyse herangeführt. Fortsetzung folgt: Weitere Studien sind in Arbeit. 

* Noesselt, Nele (Hg.): Reassessing Chinese Politics, National System Dynamics and Global Implications, 2019, Nomos/Tectum-Verlag, ISBN 978-3-8288-4325-7 

- Gregor Gysi spricht über Weltgeschehen
- Studierendenwerke NRW forden mehr finanzielle Unterstützung

 Gregor Gysi spricht über Weltgeschehen
Duisburg, 2. November 2019 - Neue alte Feindbilder? Auf die Welt 30 Jahre nach dem Ende des Kalten Krieges schaut Dr. Gregor Gysi bei seinem öffentlichen Vortrag an der Universität Duisburg-Essen (UDE). Am Dienstag, 26. November, um punkt 16 Uhr, spricht er über „Neue Gräben, alte Feinde?“ (Campus Duisburg, Raum LX 1203).

Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich.  Wer den Politiker erleben möchte, schickt daher bis spätestens 15. November 2019 eine E-Mail an
anna.conradt@uni-due.de. Die Platz

Studierendenwerke NRW forden mehr finanzielle Unterstützung
Mündliche und schriftliche Stellungnahme
Im Rahmen der Verbändeanhörung zum Gesetz über den Haushaltsplan 2020 nehmen die Studierendenwerke mündlich Stellung. Bereits im Vorfeld wurde eine ausführliche schriftliche Stellungnahme dem Landtag übermittelt. Die Landesregierung wird in beiden aufgefordert, sich ihren Zielen im Regierungsprogramm klar zu werden und entsprechend zu handeln. Zuhören – Entscheiden – Handeln Insbesondere die regierungstragende Partei CDU hatte sich in ihrem Regierungsprogramm vorgenommen, die Studierendenwerke aufgabengerecht zu finanzieren.
Doch bis auf eine einmalige Erhöhung der Verwaltungskosten für die BAföG-Ämter in 2018 ist bislang nichts in der Legislaturperiode passiert. Somit drohen den Studierenden höchstwahrscheinlich Erhöhungen der Sozialbeiträge und steigende Mieten und Preise in den Wohnanlagen und Mensen. Auch das Angebot in den Bereichen Beratung und Kultur ist direkt finanziell betroffen.
Andere Verbände unterstützen die Studierendenwerke Breite Unterstützung erhalten die Studierendenwerke mittlerweile auch von anderen Verbänden. Sowowhl das Landes-ASten-Treffen NRW als auch die  Hochschulen für Angewandte Wissenschaften NRW sowie der Deutsche Gewerkschaftsbund – Bezirk NRW weisen auf die Problemlagen der Studierendenwerke hin. Darüber hinaus beklagt auch die Landespersonalrätekonferenz die ausbleibende finanzielle Hilfe des Landes. zahl ist allerdings begrenzt. Gregor Gysi ist in diesem Wintersemester Gastprofessor für Politikmanagement der Stiftung Mercator an der NRW School of Governance und hält ein Seminar für Masterstudierende.

Algen: vom Wasser aufs Land   

Duisburg, 25. Oktober 2019 - Neun Jahre hat es gedauert, nun sind 200 Wissenschaftler am Ziel: Ihnen ist es gelungen, Gensequenzen von über 1100 Pflanzenarten zu ermitteln. Dabei stießen Prof. Dr. Michael Melkonian von der Universität Duisburg-Essen (UDE) und seine internationalen Kollegen auch auf überraschende Erkenntnisse über Algen – nachzulesen in der aktuellen Ausgabe des renommierten Fachmagazins Nature.   

Alge aus der weltweit größten Sammlung CCAC (Quelle: Central Collection of Algal Cultures)

Einblicke in eine Milliarde Jahre Pflanzenevolution sind rar und damit besonders herausfordernd für Melkonian und weitere Experten aus aller Welt. Neben Landpflanzen untersuchten die Wissenschaftler auch rund 250 Algenarten.
„Normalerweise untersuchen wir Evolutionsprozesse indem wir Gensequenzen vergleichen“, so Prof. Melkonian, der als Seniorprofessor von Köln an die UDE-Fakultät für Biologie gewechselt ist. „Bei Algen dachte man, dass das wegen ihres hohen Alters nicht funktioniert. Das hat sich nun als Irrtum herausgestellt.“ Durchgeführt wurde die Forschung mit Algen mit Hilfe der CCAC (Central Collection of Algal Cultures), der weltweit größten Algensammlung. Sie befindet sich seit Anfang des Jahres durch eine Schenkung der Universität zu Köln nun an der UDE.   
Algen gelang früh der Sprung vom Wasser aufs Land.
„Überrascht hat uns, dass eine Gruppe von Grünalgen (Streptophyta) bereits mehrere Hundert Millionen Jahre vor der Entstehung der eigentlichen Landpflanzen wie Moose, Farne und Samenpflanzen unsere Lebensräume eroberten“ so Prof. Melkonian. „In der Frühphase dieser Landnahme entstanden viele Genfamilien neu oder expandierten. Damit wurden die Voraussetzungen gelegt, damit terrestrische Organismen, einschließlich des Menschen, entstehen konnten.“ 

Im späteren Verlauf der Pflanzenevolution spielten Genom-Verdopplungen eine wichtige Rolle. So konnten im Rahmen des Projekts über 200 Genomverdopplungen im Stammbaum der Pflanzen zeitlich eingeordnet werden. Die neuen Gensequenzen können Forscher weltweit für zahlreiche Projekte nutzen, darunter eines, das nun zehntausend Pflanzengenome ermitteln will. „Die Algen und die CCAC werden auch hier eine wichtige Rolle spielen, aber ob dieses Projekt noch zu meinen Lebzeiten beendet werden kann, wage ich nicht zu prognostizieren“, lacht Prof. Melkonian (71).

Strom aus Meereswellen

Duisburg, 21. Oktober 2019 - Mit der Kraft von Meereswellen Strom erzeugen – das geschieht seit kurzem an einer Versuchsanlage in der belgischen Nordsee. Die Anlage wurde von der NEMOS GmbH u. a. mit der Universität Duisburg-Essen (UDE) entwickelt und vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert. Zwei Jahre wird der Testbetrieb laufen. Ist er erfolgreich, soll ein Kraftwerk gebaut werden.

Die Versuchsanlage im Betrieb in der belgischen Nordsee. Foto: VIVES DroneLab

 Die Idee eines Wellenkraftwerks treibt Jan Peckolt schon seit seiner Diplomarbeit um. 2012 gründete er das Start-Up NEMOS, um die Technologie zu realisieren. Und die funktioniert so: Vergleichbar mit Offshore-Windparks werden 40 Meter lange Schwimmkörper im offenen Meer installiert. Sie richten sich zum Seegang aus und wandeln bis zu 70 Prozent der Wellenenergie in mechanische Energie um, mit der wiederum ein Generator Strom erzeugt.
Diese Entwicklung trug Peckolt mehrere Preise ein; er patentierte die Steuerung, und seine Firma forschte dank Fördermitteln aus Berlin gemeinsam mit Wissenschaftlern weiter an der Anlage. Aufwändige Modellversuche und Analysen fanden im Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme (DST) und an mehreren Lehrstühlen der UDE statt.

„Die Geotechnik beispielsweise war für das Gründungsdesign der Anlage und die Konzeptionierung des Installationsvorgangs unverzichtbar“, sagt Jan Peckolt. „So wurden von den Forschern zahlreiche Simulationen und Tests unter kontrollierten Laborbedingungen sowie in natürlichem Gewässer durchgeführt.“ Wesentliche Komponenten der Anlage konnten in den Labors des Fachgebiets für Energiespeicherung und -transport an einem 40 Tonnen schweren Prüfstand erprobt und optimiert werden.
Der Lehrstuhl für Mechatronik sowie das Institut für Schiffstechnik, Meerestechnik und Transportsysteme unterstützten die Entwicklung mit ihrem Know-how. Zum Erfolg des Projekts haben auch die LIROS GmbH und die Schaeffler Technologies GmbH & Co. KG beigetragen. Sie entwickelten wichtige Komponenten für das NEMOS-Wellenkraftwerk. Diverse Bauteile konnten speziell für den Seewassereinsatz unter härtesten Bedingungen qualifiziert werden. Seit Mitte September ist in der belgischen Nordsee vor Ostende ein skalierter Anlagenprototyp im Versuchsbetrieb. Bewährt dieser sich, folgt der letzte Schritt: Dann sollen die ersten kommerziellen Kraftwerke entstehen, die jeweils Strom für 700 bis 800 Haushalte liefern.

 

Uni berät zu Studiengängen

Für Studierende und Eltern
Duisburg, 17. Oktober 2019 - Interesse an einem Medizin-Studium, dem Lehramt oder an Mathe, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik – den sogenannten MINT-Fächern? Die Studierendenberatung der Universität Duisburg-Essen (UDE) bietet in den kommenden Wochen Infoveranstaltungen.

Was sich 2020 bei der Vergabe der Medizin-Studienplätze ändert, erfahren Interessierte in zwei Veranstaltungen: einmal am Campus Essen am Dienstag, 10. Dezember, von 18 bis 19.30 Uhr (Glaspavillon, Universitätsstraße 12) sowie am Campus Duisburg am Donnerstag, 19. Dezember, von 17 bis 18.30 Uhr (LX 1203, Lotharstraße 63a).

Ums Lehramtsstudium dreht sich die Beratung am Dienstag, 12. November, von 15 bis 17 Uhr im BildungsPunkt Essen. Informationen übers MINT-Studium bekommen Studierende und Studieninteressierte am Donnerstag, 16. Januar 2020, von 15 bis 17 Uhr im Uni-Office im Duisburger Stadtfenster, Steinsche Gasse 26.

Für Väter und Mütter, die mehr über die Studienmöglichkeiten an der UDE erfahren möchten, wird zweimal die beliebte Elternsprechstunde angeboten: am Samstag, 26. Oktober, von 11 bis 13 im Duisburger Uni-Office und am Samstag, 25. Januar 2020, von 11 bis 13 Uhr im BildungsPunkt Essen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Gastprofessur für Politikmanagement: Gregor Gysi diskutiert mit Studierenden

Duisburg, 14. Oktober 2019 - Für die einen ist er ein Vordenker der Linken, die er lange Jahre führte, für andere eine wichtige Stimme des Ostens. Gregor Gysi ist geschätzt – bis in andere Parteien – und hat das geeinte Deutschland politisch maßgeblich mitgestaltet.

„30 Jahre nach dem Mauerfall wird Gregor Gysi die Studierenden an seinen persönlichen Demokratie-Erlebnissen teilhaben lassen und gemeinsam mit uns über Umbrüche, Parteienwandel und gespaltene Meinungsmuster in Ost und West diskutieren“, so Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte, Direktor der NRW School of Governance.

In einem Seminar des Masterstudiengangs Politikmanagement wird Gysi mit den Studierenden zudem Antworten auf die dringlichsten gesellschaftlichen und demokratischen Herausforderungen erörtern. „Ich freue mich auf spannende Diskussionen und gegenseitigen Erkenntnisgewinn darüber, wie wir Demokratie und Politik entwickeln müssen, um in einer sich polarisierenden Gesellschaft Grundwerte und Grundrechte lebendig zu halten“, erklärt Gysi - Foto Deutscher Bundestag.

In der DDR hatte Gregor Gysi lange als Anwalt gearbeitet und Regimekritiker vertreten. Schon früh trat er in die SED ein und war in Wendezeiten der letzte Vorsitzende der SED-PDS (1989-1993). Gysi beteiligte sich später maßgeblich an der Transformation der vormaligen DDR-Partei zur gesamtdeutschen Partei „Die Linke“.

Nach dem Mauerfall war er zunächst Vorsitzender der PDS und Bundestagsabgeordneter, um dann in den Berliner Senat zu wechseln. Seit 2005 sitzt Gysi für die Linken im Bundestag, zehn Jahre war er deren Fraktionsvorsitzender. Nachdem er 2015 dieses Amt aufgegeben hatte, wurde er im Jahr darauf Präsident der Europäischen Linken.

Die NRW School of Governance wird seit 2006 von der Stiftung Mercator unterstützt. Dazu zählen verschiedene Veranstaltungsformate und die Gastprofessur, die seit zwölf Jahren verliehen wird. Gregor Gysis Vorgänger waren unter anderen Rita Süssmuth, Christian Wulff und Peer Steinbrück.

- Denken im Alltag
- Studie unter UDE Beteiligung Religiosität und politische Kultur
- Mehr Energie, weniger CO2 - 9 Millionen Euro für KWK-Forschung

Mehr Energie, weniger CO2 - 9 Millionen Euro für KWK-Forschung
Duisburg, 13. Oktober 2019 - Umweltfreundlich Strom und Wärme produzieren – das ist die Idee der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Das Forschungsprojekt KWK.NRW 4.0 bekommt für die Entwicklung und den Test neuer Systeme neun Millionen Euro von der EU und dem Land NRW.* Die Projektkoordination hat das Essener Gas- und Wärme-Institut, Partner ist die Universität Duisburg-Essen (UDE) mit dem Zentrum für BrennstoffzellenTechnik (ZBT) und den drei Lehrstühlen Energiewirtschaft, Energietechnik sowie Umweltverfahrens- und Anlagentechnik.
Die Kraft-Wärme-Kopplung gilt als umweltfreundliche Technik, denn mit ihr kann man gleichzeitig Strom, Wärme und Kälte erzeugen. Sie hat einen hohen Wirkungsgrad und stößt weniger Treibhausgase aus. Die Anlagen können zum Beispiel mit Gasmotoren, Turbinen, aber auch mit Brennstoffzellen betrieben werden. Diese sind sehr interessant, weil sie besonders emissionsarm sind.

Die Wissenschaftler im Verbund möchten nun neue KWK-Konzepte entwickeln und untersuchen, wie flexibel, ökologisch und wirtschaftlich zwei innovative Brennstoffzellensysteme sind: Im ersten Teilprojekt (iFlex KWK 4.0) entwickeln sie neue KWK-Versorgungskonzepte sowohl für den gewerblichen und industriellen Verbrauch als auch für städtische Quartiere. Hierfür kombinieren sie am ZBT in Duisburg eine vorhandene Phosphorsäure-Brennstoffzelle mit einer Absorptionskältemaschine, um längere Laufzeiten der Brennstoffzelle und eine bessere Wirtschaftlichkeit zu erreichen.
Für die zweite Teilstudie (Demo Hybrid-SOFC) wird beim Essener Partner Gas- und Wärme-Institut das europaweit erste Hybrid-System aus einer Festoxid-Brennstoffzelle mit nachgeschalteter Mikro-Gasturbine installiert. Dadurch wird die Stromerzeugung extrem effizient.
KWK.NRW 4.0 läuft für drei Jahre, Ende 2021 sollen erste Ergebnisse vorliegen.
*Die Mittel stammen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und dem Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen.

Eine Phosphorsäure-Brennstoffzelle © ZBT, Fuji N2telligence


Denken im Alltag

Wie gut können sich Jugendliche und Erwachsene konzentrieren? Wie denken sie? Wie viel können sie sich merken? Diese und weitere Fragen untersucht Dr. Florian Schmitz. Er ist neuer Professor für Psychologische Diagnostik und Methodik an der Fakultät für Bildungswissenschaften der Universität Duisburg-Essen (UDE).
Nach seinem Psychologie-Studium (1999-2004) an der Universität Bonn wechselte Florian Schmitz bis 2011 an die Universität Freiburg, wo er 2010 promoviert wurde. Danach forschte er bis 2019 an der Universität Ulm, darunter drei Jahre auf einer Stelle der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Die Professur, die er nun an der UDE übernimmt, hatte er bereits 2017/18 vertretungsweise besetzt. Für sein erstes UDE-Projekt setzt Professor Schmitz Jugendliche und Erwachsene an Computer oder Smartphones, um mehr über ihre Gedächtnisleistung zu erfahren.
„Dabei werden ihre Antworten, Reaktionszeiten und Lösungswege aufgezeichnet. Auf diese Weise bekommen wir mehr Informationen als bei konventionellen Tests mit Papier und Bleistift“, sagt er und erläutert: „Wir können etwa modellieren, wie sich die Leistung über die Zeit verändert. Zugleich sind Rückschlüsse möglich, wie die Teilnehmenden Probleme lösen.“
Ein wichtiges Ziel seiner Forschung besteht darin, kognitive Leistungen präziser zu messen und die Diagnostik zu verbessern. Des Weiteren erforscht der Psychologe, wie risikoreich und impulsiv Schüler und junge Erwachsene im Alltag unterwegs sind. Wer etwa hat Angst vorm Schwarzfahren? Wer liebt Mutproben? Wer lädt kopiergeschützte Musik runter?
„Wir versuchen besser zu verstehen, welche Faktoren zu risikobereitem Handeln beitragen“, so der 41-Jährige. „Was motiviert die Menschen, welche Erfahrungen suchen sie, welche Defizite zeigen sie bei der Kontrolle ihres Verhaltens – und wie können wir diese Merkmale wissenschaftlich zuverlässig erfassen?“ Hierzu beantworten die Teilnehmenden u.a. Fragebögen und bearbeiten verhaltensnahe Aufgaben am Computer. 

Studie unter UDE Beteiligung Religiosität und politische Kultur
Wie hängen Religiosität und politische Einstellungen zusammen? Welche Formen von Religiosität begünstigen rechtspopulistische Haltungen, welche fördern die Demokratie? Mit solchen Fragen befasst sich das interdisziplinäre „Konsortium zur Erforschung des Verhältnisses von Kirchenmitgliedschaft, Religiosität, politischer Kultur und Vorurteilsstrukturen“.
Geleitet wird es von der Universität Leipzig. Beteiligt ist die Politologin Prof. Dr. Susanne Pickel von der Universität Duisburg-Essen (UDE). Die Gruppe wird für zwei Jahre von der Evangelischen Kirche in Deutschland gefördert. Eine repräsentative Umfrage unter 2.500 Bundesbürgern steht im Mittelpunkt des Projekts. Für sie entwickelte Professorin Pickel eine neue Methodik. Die Fragen werden offen gestellt, um zu ermitteln, wie sich die Menschen Demokratie konkret vorstellen und ob sie diese Eigenschaften in Deutschland verwirklicht sehen. „Damit ist es erstmals möglich, ein vielfältigeres Spektrum individueller Demokratievorstellungen repräsentativ für die deutsche Bevölkerung abzubilden“, erklärt die Wissenschaftlerin.
Die Forschungsgruppe untersucht, wie sich verschiedene Formen von Frömmigkeit und nichtreligiöser Weltanschauung auf politische Einstellungen auswirken. Auch die Haltung gegenüber anderen Kulturen und Religionen im Land interessiert. Anlass der Studie ist die aktuelle gesellschaftliche Entwicklung einer sich in Teilen polarisierenden und radikalisierenden Bevölkerung. Beteiligt sind die Universitäten Leipzig, Duisburg-Essen, Bern und Luzern.

- Soziologie-Studierende untersuchen Marxloh: Besser als sein Ruf?
- 6,5 Millionen für Terahertz-Integrationszentrum 6G und Radare

Soziologie-Studierende untersuchen Marxloh: Besser als sein Ruf?
Duisburg, 9. Oktober 2019 - Brautmodenmeile oder Schrottimmobilien, lebendiges, buntes Quartier oder No-Go-Area: Die Sicht auf Duisburg-Marxloh kann recht unterschiedlich ausfallen. Einen genaueren Blick auf das Stadtteilimage warfen Soziologie-Studierende der Universität Duisburg-Essen (UDE) im Lehrforschungsprojekt „Die Herstellung eines Problemviertels“.
Sie werteten Zeitungsberichte aus und führten Interviews. Am 16. Oktober stellen sie ihre Ergebnisse öffentlich vor (18-20 Uhr, Gerhard-Mercator-Haus). Um herauszufinden, wie über Marxloh in den Medien berichtet wird, verglichen die Masterstudierenden die nationale, lokale und Boulevard-Berichterstattung seit 2015. Sie werteten über 500 Artikel der FAZ, SZ, Bild, WAZ und Duisburger Stadtanzeiger aus.
In die überregionale Presse schaffte es der Stadtteil erwartungsgemäß fast nur, wenn es um Kriminalität und Konflikte ging. Die lokalen Medien hätten umfassender und ausgewogener berichtet, zieht Laurens Lauer, einer der Projektleiter, eine erste Bilanz. Doch nicht nur das: „Es wird auch unterschiedlich mit Schuldzuweisungen und konkreten Forderungen umgegangen, was zu recht unterschiedlichen Problemvorstellungen führen kann“, so der Soziologe.
Außerdem interessierte die Studierenden, was im Viertel engagierte Menschen über die Entwicklungen denken. Dazu interviewten sie vor Ort Mitglieder von Vereinen, in Religionsgemeinschaften, Parteien oder Initiativen. Dabei zeigt sich: Die Befragten bewerten die geschichtliche Entwicklung Marxlohs bis Ende der 1970er meist übereinstimmend: von einem Schultenhof zu einem Montanstandort. Verschiedene Sichtweisen tauchen erst für die Jahre danach auf.
„Genau diese Zeit ist historisch kaum erforscht. Die wenigen Studien die es gibt, enthalten sehr widersprüchliche Informationen“, meint Dr. Glaucia Peres da Silva, Ko-Leiterin des Projekts. Und das spiegele sich auch in den Aussagen der Befragten wider.
„Wir hatten den Eindruck, dass die Interviewten gezielt Informationen auswählten, die ihre Argumente untermauerten.“ Eins lasse sich aber feststellen: Je mehr sich die Interviewten in Marxloh einbringen und selbst Erfahrungen sammeln, desto positiver ist die Sicht auf ihren Stadtteil.

6,5 Millionen Euro für Terahertz-Integrationszentrum 6G und modernste Radare
Die ersten 5G-Mobilfunkantennen werden gerade in Deutschland installiert – die Universität Duisburg-Essen (UDE) forscht bereits an Hochfrequenz-Technologien für übermorgen: an 6G Terahertz-Kommunikation mit mehr als 100 Gigabit/s Datenraten, an modernsten Radaren und anderen alltagstauglichen Anwendungen. Um in neue Produktionsanlagen und Geräte investieren zu können, erhält die UDE über 6,5 Millionen Euro aus Landes- und EU-Mitteln*.
Dadurch entsteht ein deutschlandweit einmaliges Terahertz-Integrationszentrum (THzIZ). Terahertz-Technik kann viel mehr, als Hunderte von Gigabit pro Sekunde zu übertragen: „Sie ermöglicht, die Position von Objekten hochgenau zu bestimmen und gleichzeitig  ihre chemische Zusammensetzung zu analysieren. Die schnellen Wellen haben riesiges Potenzial“, sagt Prof. Dr. Nils Weimann.
„In der Medizintechnik könnte die für den Menschen ungefährliche Terahertz-Strahlung etwa bei der Untersuchung von Hautkrebs helfen". Andere medizinische Anwendungen für mobile THz-Sensoren sind die Analyse der Atemluft für die Diagnose oder die Abbildung der Fußsohle bei der Bewertung von Diabeteserkrankungen. Allerdings ist man noch nicht soweit, neue Systeme im Industriemaßstab kostengünstig herstellen zu können. Das könnte sich ändern.
„Durch das neue Terahertz-Integrationszentrum können wir unsere erfolgreiche Forschung nun gezielt ausbauen und innovative Terahertz-Module für mobile und alltagstaugliche Anwendungen bis zur Marktreife entwickeln“, freut sich Weimann. Bereits heute werden an der UDE neuartige elektronische und optoelektronische THz-Halbleiter-Chips entworfen, u.a. im Rahmen des Sonderforschungsbereichs MARIE.
Am Zentrum für Halbleitertechnik und Optoelektronik (ZHO) wurde kürzlich das Labor „ForLab smartBeam“ eingerichtet: Die Forschung dort soll eine exakte und sichere Umfelderkennung für Roboter und autonome Fahrzeuge ermöglichen. Durch die erneute millionenschwere Förderung wird das ZHO jetzt weitere modernste Produktionsanlagen und Messgeräte erhalten.
*Die 6,5 Millionen Euro Förderung stammen aus dem Programm NRW.Forschungsinfrastrukturen und dem europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Aufgebaut und koordiniert wird das THzIZ von den Professoren Dr. Nils Weimann, Dr. Andreas Stöhr, Dr. Daniel Erni und Dr. Thomas Kaiser.

Nacht der Physik an der UDE t der Physik an der UDE

Duisburg, 23. September 2019 - Wissenschaft zum Anfassen Kristalle wachsen lassen, selbst einen Laser nutzen oder lieber die Experimente in der Show bestaunen? Am Freitag, 27. September, ab 17 Uhr lädt die Nacht der Physik an der Universität Duisburg-Essen (UDE) zum Mitmachen und Staunen ein. Das hochaktuelle Thema in diesem Jahr: Energy Science – für unsere Zukunft. Prof. Axel Lorke und Dr. Nicolas Wöhrl bei ihrer Physik-Show 2018.

Alle zwei Jahre öffnet die Fakultät für Physik an der Lotharstraße 1 ihre Tore. Nun lockt sie zum fünften Mal bis zu 500 Besucher an den Campus in Duisburg. Mit Vorträgen, Laborführungen und spannenden Experimenten geben die Wissenschaftler Einblicke in die Physik und ihren Forschungsalltag. Alle Neugierigen können große Stahlkolosse bestaunen, in denen kleinste Proben mit einem Laser beschossen werden.

Selbst zum Physiker werden? Kein Problem: In den Schülerlaboren können Besucher unter anderem Kristalle zum Wachsen bringen. In diesem Jahr hat sich die Fakultät für Physik erstmals für einen Themenschwerpunkt entschieden: Energy Science – für unsere Zukunft. So möchten die Veranstalter die unterschiedlichen Methoden der Energiegewinnung mit den Vor- und Nachteilen für die Umwelt vermitteln.

Wer die harte Arbeit nicht scheut, kann zum Beispiel an einer Kurbelanlage selbst elektrischen Strom erzeugen. Das kann aber ganz schön in die Muskeln gehen – es sei denn, eine Physikerin verrät ein paar Tricks. Absolventen des Studiengangs „Energy Science“ präsentieren ihre aktuellen Bachelor- und Masterarbeiten an Infoständen und in kurzen Vorträgen.

So erhalten die Besucher nicht nur einen Einblick in die aktuelle Forschung, sondern können auf unterhaltsame Art etwas über ein Thema lernen, das uns alle zunehmend beschäftigt. Begleitet werden die Vorträge und Laborführungen von einem Rahmenprogramm im Foyer des Hörsaalgebäudes MC. Infostände, Exponate und Gewinnspiele sorgen für ein abwechslungsreiches Programm. Ein Food Truck sorgt für das kulinarische Wohl.


Wissenschaftliches Buch über Emojis 

Duisburg, 16. September 2019 - Zwinker, Winke, Daumen hoch Sie fallen sofort ins Auge und sagen oft mehr als Worte. Emojis nutzt fast jeder. Unsere Kommunikation haben sie verändert – und bereichern sie auch, finden Prof. Michael Beißwenger und Dr. Steffen Pappert. Die beiden Linguisten von der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben anhand vieler privater WhatsApp-Nachrichten untersucht, wie die bunten Bildzeichen gebraucht werden.

Ihre Ergebnisse erscheinen Ende September als Buch. „Handeln mit Emojis“* ist das erste deutschsprachige wissenschaftliche Werk zu diesem Thema. Internetkommunikation ist anders: Meist wird getippt, die Rechtschreibung ignoriert und der Text mit Smileys und Symbolen gemischt. Schnell geht es zwischen den Beteiligten hin und her, fast wie in einem mündlichen Dialog.
Emojis haben hier eine ganz wichtige Aufgabe, sagen die Autoren: Mit ihnen pflegen wir zwischenmenschlichen Beziehungen, umschiffen Missverständnisse auf der sozialen Ebene und zeigen den Kommunikationspartnern, wie unsere schriftlichen Äußerungen gemeint sind. Für ihre Analyse haben Beißwenger und Pappert zahlreiche WhatsApp-Daten ausgewertet. Größtenteils stammen die Mitschnitte von Studierenden, die diese in pseudonymisierter Form für die Forschung gespendet haben.
„Die Zusammenhänge und Anlässe, zu denen kommuniziert wird, waren dabei ganz unterschiedlich. Man plaudert mit Freunden oder der Familie, plant mit Kommiliton*innen ein Referat für ein Uniseminar, redet über andere, über Partys, Klausuren oder Zwischenmenschliches,“ nennt Prof. Michael Beißwenger Beispiele. Solche Dialoge – manche umfassen 50 oder mehr Nachrichten – haben die Linguisten für ihr Buch auseinandergenommen. Anhand von 64 Einzelanalysen demonstrieren sie, was Emojis leisten.
Von zwei Grundfunktionen spricht Dr. Steffen Pappert: „Die eine ist das Lesbarmachen. Mit einem Emoji zeigt man, wie das Geschriebene zu interpretieren ist, ironisch etwa, oder man signalisiert mittels der Bildzeichen, welche Einstellungen man zum Mitgeteilten hat. Die andere ist das Sichtbarmachen: Durch bildliche Ausschmückung versichern wir den anderen unserer Wertschätzung oder leisten – im wahrsten Sinne des Wortes – Beziehungsarbeit. “

An den ausgewerteten Daten lasse sich zudem erkennen, wie kreativ und witzig Nutzer mit Emojis umgehen. Die Bildzeichen sind dabei weit mehr als belanglose Spielerei, auch wenn sie spielerisch verwendet werden. „Sie strukturieren die Nachricht, können Satzzeichen, Worte bzw. ganze Sätze ersetzen und sind der Bilderrahmen für den Text“, sagt Beißwenger.
„Emojis rufen Emotionen hervor, vermitteln den Beteiligten Nähe, und man kann sie sogar gezielt weglassen, um bewusst auf Distanz zu gehen. Emojis sind auch nicht nur einfach ein Ersatz für Gestik, Mimik oder Körpersprache. Man handelt mit ihnen.“

Vier neue Masterstudiengänge

Duisburg, 13. September 2019 - Vier neue Masterstudiengänge starten zum Wintersemester an der Universität Duisburg-Essen, für die man sich noch einschreiben kann: Sozioökonomie, Psychologie, Econometrics sowie der kostenpflichtige Studiengang Digital Business Innovation and Transformation.

Digital Business Innovation and Transformation (M.Sc.):
Der weiterbildende Masterstudiengang der Wirtschaftswissenschaften ist praxisnah und hat einen hohen E-Learning-Anteil. Er ist kostenpflichtig und richtet sich an Fach- und Führungskräfte, die sich mit Digitalisierung beschäftigen. In vier Semestern lernen die Studierenden unter anderem Digitalisierungsprojekte zu planen, zu organisieren und zu steuern und Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle zu entwickeln und zu bewerten.

Sozioökonomie (M.A.): 
Er richtet sich vor allem an Studierende der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Inhaltlich geht es um Fragen von gesellschaftlicher und wirtschaftspolitischer Relevanz, beispielsweise um die ökonomische Ungleichheit, die Zukunft der europäischen Integration, Finanz- und Wirtschaftskrisen, den Wandel des Wohlfahrtsstaates, Umwelt und Beschäftigung sowie Staatsaufgaben und Staatsverschuldung.

Psychologie (M.Sc.): 
Der Schwerpunkt liegt auf der Pädagogischen Psychologie. Vermittelt werden u.a. Kenntnisse der Diagnostik und Begutachtung, der Klinischen Psychologie, der Persönlichkeitsentwicklung. Auch Präventions- und Interventionskonzepte, Kognitions- und sozialpsychologische Grundlagen von Lernen und Leisten sowie Forschungsmethoden und Evaluation sind Inhalte.

Econometrics (M.Sc.): Die UA Ruhr, also die Universitäten Duisburg-Essen, Bochum und Dortmund, bilden in diesem englischsprachigen internationalen Masterstudiengang gemeinsam aus. Inhaltlich vereint er die Wirtschaftswissenschaften, Mathematik und Statistik. Die Studierenden erlernen statistische Verfahren, die sie dann auf ökonomische Daten anwenden.

Probestudium: Einfach mal reinschnuppern

Duisburg, 31. August 2019 - Studieren? Und wenn ja, welches Fach? Das beschäftigt viele Schüler nicht erst zum Abitur. Die Universität Duisburg-Essen (UDE) macht verschiedene Angebote, sich zu orientieren. An MINT-Interessierte der Oberstufe richtet sich das Probestudium. Beim Probestudium sind die Schüler unter sich. Sie bekommen Einblicke in ausgewählte Fächer: Physik, Elektro- und Informationstechnik, Nano Engineering, Chemie und Angewandte Informatik/Systems Engineering.

Die Veranstaltungen, dazu zählen Vorlesungen, Seminare, Übungen und Laborführungen, finden zwischen Oktober und Februar an verschiedenen Nachmittagen statt. Ab sofort kann man sich anmelden:
 www.uni-due.de/abz/studieninteressierte/probestudium.shtml
Weitere Informationen Akademisches Beratungs-Zentrum Studium und Beruf (ABZ): Silke Gramsch, Tel 0203/37-9 2404,
silke.gramsch@uni-due.de, Dr. Verena Wockenfuß, Tel. 0201/18-3 4995

Probanden für Gamer-Studien gesucht.

Was und wie spielt Deutschland?
Duisburg, 21. August 2019 - Für die einen öffnen sich an Rechnern und Konsolen neue Welten, die anderen können am Daddeln nichts finden – Dr. Magnus Liebherr und Stephanie Antons von der Universität Duisburg-Essen (UDE) interessieren sich für beide Gruppen. Die Kognitionspsychologen suchen Probanden für zwei neue Studien.  
Was, wann und wieviel wird in Deutschland gespielt? Wer ist überhaupt ein Gamer, und was für Fähigkeiten braucht es dazu?

„Wir wollen uns ein umfassendes Bild machen und suchen deshalb Videospieler aus ganz Deutschland“, so Studienleiter Magnus Liebherr vom Lehrstuhl für Allgemeine Psychologie: Kognition (Prof. Dr. Matthias Brand). Alle, die gerne zocken, können an einer zehnminütigen Online-Umfrage (http://udue.de/wasspieltdeutschland) teilnehmen. „Alter, Geschlecht oder die Häufigkeit des Spielens ist egal.“ 
Spezieller wird es bei der zweiten Studie. Gesucht werden Frauen und Männer zwischen 18 und 35 Jahren, die mindestens 14 Mal in der Woche Schlachten schlagen bei „Multiplayer Online Battle Arena“ (MOBA)-Games – oder die überhaupt nicht spielen.

Die Studie wird mithilfe der funktionellen Magnetresonanztomographie (MRT) am Erwin L. Hahn Institut in Essen durchgeführt. Für die dreistündige Untersuchung bekommen die Probanden eine Aufwandsentschädigung von 40 Euro.  MOBA-Games sind Echtzeit-Strategiespiele mit Wettkampfcharakter, die Millionen von Menschen weltweit an die Rechner und Konsolen locken. Was dabei im Kopf der Spieler und Nicht-Spieler vor sich geht, soll der Scanner zeigen.

„Wir möchten unter anderem mehr über die Effekte des Spielens auf Aufmerksamkeit, Handlungskontrolle und Arbeitsgedächtnis herausfinden“, erklärt Liebherr. Ergänzend sammeln die Wissenschaftler Angaben zu Gamingverhalten, Impulsivität und Soziodemographie. Interessierte können unverbindlich ihre Telefonnummer hinterlassen, um mehr Infos zur Studie zu erhalten: gaming-fmrt@uni-due.de 

Probanden für Social-Media-Studie gesucht

Duisburg, 9. August 2019 - Ein Tag ohne WhatsApp, Facebook oder Instagram? Nahezu unvorstellbar. Fleißig posten wir, was wir gerade mit wem machen, fotografieren unser Essen und lassen andere daran teilhaben, was uns gefällt. Doch warum teilen wir so viele Informationen freiwillig? Das möchte Sina Ostendorf von der Universität Duisburg-Essen (UDE) mit Hilfe von Facebook-Nutzer*innen herausfinden. Die Doktorandin sucht Probanden für ihre Studie. 

Ob für Familie und Freunde oder gleich die ganze Öffentlichkeit: Fotos, Videos und Status-Updates werden gepostet, es wird geklickt und kommentiert. Wie sich Menschen auf sozialen Netzwerkseiten verhalten, möchte Sina Ostendorf vom Lehrstuhl für Allgemeine Psychologie: Kognition von Prof. Dr. Matthias Brand und Mitglied des Graduiertenkollegs „User-Centred Social Media“ besser verstehen. „Mich interessiert besonders, welche Rolle unser grundlegendes Entscheidungsverhalten dabei spielt und welche Effekte es haben kann, wenn wir täglich Facebook oder WhatsApp nutzen.“   

Für die Studie werden weibliche und (insbesondere) männliche Teilnehmer ab 16 Jahren gesucht, die regelmäßig und aktiv auf Facebook sind und dort mindestens einen Post in den letzten drei Monaten hinterlassen haben. Ihre Aufgabe: verschiedene Fragebögen beantworten und ein digitales Kartenspiel am PC spielen. Dafür müssen sich die Probanden im Laufe der Studie selbst bei Facebook einloggen.  
Der Versuch am Campus Duisburg dauert ca. 90 Minuten und wird mit 10 Euro pro Stunde vergütet. Interessierte wenden sich für weitere Informationen an probanden.allgpsy@uni-due.de .

- Mobilität der Zukunft
- Studie zu Kinderlebensmitteln: Was verführt zum Kaufen
- Strahlenbelastung bei Kindern Spätfolgen beobachten

Duisburg, 3. August 2019 - Muss das Rad neu erfunden werden? „Natürlich nicht“, sagt Dr. Dirk Wittowsky. „Aber die Angebote, mit denen sich die Menschen in NRW fortbewegen können, müssen ausgeweitet und besser vernetzt werden.“
Der neue Professor für Mobilitäts- und Stadtplanung untersucht an der Fakultät für Ingenieurwissenschaften der Universität Duisburg-Essen (UDE), wie sich Verkehrs- und Stadtstrukturen nachhaltig optimieren lassen. Prof. Dr. Dirk Wittowsky -Foto © UDE/Frank Preuß - absolvierte sein Studium des Bauingenieurwesens von 1991 bis 1999 an der Universität-Gesamthochschule Essen. Danach ging er bis 2004 an die Universität Karlsruhe, wo er 2008 über dynamische ÖPNV-Informationsdienste und ihre Nutzerakzeptanz promoviert wurde.
Von 2005 bis 2007 war er Projektleiter beim Integrierten Verkehrs- und Mobilitätsmanagement der Region RheinMain. Anschließend wechselte er bis 2011 zur Deutschen Bahn und entwickelte Verkehrs- und Prognosemodelle sowie Marktanalysen für innovative Mobilitätsangebote.
Seit 2012 leitete er die Forschungsgruppe Alltagsmobilität und Verkehrssysteme am ILS-Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung in Dortmund, das sich mit unterschiedlichen Dimensionen des urbanen Wandels beschäftigt. An der UDE wird er besonders die individuellen Bedürfnisse und Einstellungen von Bewohner*innen in Städten fokussieren.
„Es ist wichtig, die Gestaltung der Infrastruktur an gesellschaftlichen Veränderungsprozessen und an die neuen Formen der Mobilität anzupassen, denn der Verkehr in den Städten stellt teilweise ein gesundheitliches Risiko für die Bevölkerung durch Schadstoffe in der Luft, Lärm sowie mangelnder Bewegung dar, so dass das private Auto als alleiniges „Universalgenie“ immer mehr in Frage gestellt werden muss“, sagt der 48-Jährige. 
Wittowsky findet es wichtig, mit neuen urbanen Infrastrukturen abseits der autogerechten Stadt zu ermöglichen, sich im Alltag mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln fortzubewegen – etwa mit Fahrrad, Bus und Bahn oder Sharing-Angeboten und deren Kombination. So könnten u.a. die Wege für Fahrrad oder E-Bike ausgebaut und der ÖPNV besser mit neuen Mobilitätsformen zu integrierten Verkehrslösungen vernetzt werden. Klimawandel, Energiewende sowie Digitalisierung und Automatisierung sieht er als Treiber einer nachhaltigen Verkehrs- und Mobilitätswende.

Studie zu Kinderlebensmitteln: Was verführt zum Kaufen
Mini-Würstchen, Kinderfruchtjoghurts oder Tierkekse: Kinderlebensmittel gibt’s inzwischen in allen Supermärkten. Neben den Kleinen sollen besonders die Eltern angesprochen werden. Was denken sie über die Produkte, lassen sie sich zum Kauf verleiten? Darüber weiß man wenig, weshalb die Wirtschaftspsychologen der Universität Duisburg-Essen (UDE) Prof. Dr. Oliver Büttner und Raphaela Bruckdorfer sich daransetzen, es zu erforschen.
Die Studie, die sie gemeinsam mit einem österreichischen Kollegen durchführen, wird vom Kompetenzzentrum Verbraucherforschung NRW mit 32.000 Eurogefördert. „Gesundheits- und Verbraucherschutz kritisieren Kinderlebensmittel häufig als ungesund und machen sie teils mitverantwortlich für kindliches Übergewicht“, sagt Professor Büttner.

Allerdings sei bisher nur sehr wenig über die Überzeugungen der Käufer bekannt.  Deswegen möchte das Team zunächst mit einer Online-Befragung herausfinden, welche Laientheorien es gibt: Welche Einstellung haben Erwachsene zu Kinderlebensmitteln, wie finden sie deren Aufmachung und was motiviert zum Kauf? Hierzu erforschen die Wissenschaftler u.a., ob Geschlecht, Alter und Bildung der Verbraucher für ihre Entscheidungen wichtig sind. 
„Im zweiten Teil des Projektes untersuchen wir durch Blickaufzeichnung, welche Verpackungsmerkmale Erwachsene bei den Kinderlebensmitteln besonders beachten“, so Büttner. „Sind es beispielsweise knallige Farben, Comicfiguren oder Gewinnspiele auf dem Karton?“ Mit ihrer Studie ‚Laientheorien zu Kinderlebensmitteln‘ wollen die drei Wissenschaftler eine Forschungslücke schließen und die Verbraucherarbeit und -bildung verbessern.

Strahlenbelastung bei Kindern: Spätfolgen beobachten
Kranke Kinder zu behandeln, heißt für Mediziner immer Risiken und Nutzen abwägen – sei es bei Strahlenbehandlung von Tumoren oder Röntgenstrahlen. Doch wie wirken sich solche medizinisch notwendigen Eingriffe langfristig aus? Darum dreht sich das europäische Projekt „HARMONIC“, an dem sich insgesamt 24 Partner aus 13 Ländern beteiligen. Einziger klinischer Partner in Deutschland sind die Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) und dem Universitätsklinikum Essen. Die Arbeitspakete der Universitätsmedizin Essen sowie des Westdeutschen Protonentherapiezentrums Essen (WPE) umfassen insbesondere die Bereiche Radiotherapie und Dosimetrie.
„Die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Strahlentherapie ist ohne Frage sinnvoll“, so Prof. Dr. Beate Timmermann Direktorin der Klinik für Partikeltherapie am WPE und Co-Leiterin des HARMONIC-Arbeitspaketes zu „Radiotherapie“. Die Klinik für Partikeltherapie als eines der größten europäischen Zentren für pädiatrische Radioonkologie leistet einen elementaren Beitrag zum geplanten Aufbau eines pan-europäischen Registers im Rahmen des Projektes.

Anhand einer einzig großen Kohorte sollen die langfristigen Auswirkungen der Strahlenbelastung bei Kindern analysiert werden. Mit diesen Erkenntnissen kann das Risiko für mögliche Folgeschäden, beispielsweise hinsichtlich der endokrinologischen Folgen und der Entstehung von Zweittumoren, besser eingeschätzt werden.
Außerdem will die interdisziplinär besetzte Forschergruppe im Arbeitspaket zur Dosimetrie die Strahlenbelastung des gesamten Körpers und an relevanten Risikoorganen rekonstruieren, um das Risiko für die Entstehung von Zweittumoren nach Radiotherapie zu untersuchen. Nicht zuletzt kann mit den gewonnenen Daten auch die Strahlentherapie für die jungen Patienten im Rahmen der onkologischen Behandlung optimiert werden.
Das Projekt „HARMONIC“ –kurz für Health Effects of Cardiac Fluoroscopy and Modern Radiotherapy in Peadiatrics- untersucht in weiteren Arbeitsgruppen anderer Projektpartner außerdem den Einfluss ionisierender Strahlung bei pädiatrischen Patienten nach interventionellen kardiologischen Eingriffen, sowie Biomarker für die Auswahl optimaler Diagnostik und Therapie. 
Das Projekt wurde aus Mitteln des Euratom-Forschungs- und Ausbildungsprogramms 2014-2018 im Rahmen der Finanzhilfevereinbarung Nr. 847707 finanziert. Das Projekt wird somit im Zuge von Horizon 2020 der Europäischen Kommission mit insgesamt knapp sieben Millionen Euro gefördert.  Davon entfallen insgesamt rund 1,3 Millionen € auf die Universitätsmedizin Essen. HARMONIC startete im Juni 2019 und hat eine Projektlaufzeit von fünf Jahren.

BAföG-Statistik: 727 000 Geförderte,  56 % waren Frauen
Im Jahr 2018 erhielten in Deutschland 727 000 Personen Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG). Das waren 55 000 Personen weniger als im Vorjahr (-7,1 %).
Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, erhielten 410 000 Frauen (56 %) und 317 000 Männer (44 %) BAföG-Leistungen. Von den Geförderten waren 2018 rund 209 000 Schülerinnen und Schüler und 518 000 Studierende. Die Zahl der geförderten Schülerinnen und Schüler ging im Vergleich zum Vorjahr um 7,3 % zurück, die Zahl der geförderten Studierenden fiel um 7,0 %.

Förderverein Uni Duisburg-Essen zieht Bilanz

Zwei neue Vorstandsmitglieder gewählt  
Duisburg, 24. Juli 2019 - Bereits zwei Jahre nach der Gründung des Fördervereins der Universität Duisburg-Essen hat sich die Zahl der Mitgliedsunternehmen von 30 auf fast 60 verdoppelt.
In der jüngsten Mitgliederversammlung zeigte sich Vereinspräsident Gisbert Rühl, Vorsitzender des Vorstands der Klöckner & Co SE, über diese positive Entwicklung höchst erfreut: „Wir haben nicht nur die Zahl unserer Mitglieder aus der Wirtschaft verdoppelt, sondern auch die Einnahmen. So können wir noch mehr junge Menschen und innovative Projekte fördern, als zuvor.“  

Die Förderung von Forschung und jungen Talenten ist die Basis für den Standort und die ansässigen Unternehmen. „Kaum eine Unterstützung trägt für unseren Wirtschaftsstandort bessere Früchte, als frühzeitig in Talente und neue Ideen zu investieren. Die Arbeit im Ruhrgebiet hat sich gewandelt und so wird sich auch der Wettbewerb um Wissen weiter wandeln. Mit unserem Förderverein sind wir deshalb Motor eines neuen Strukturwandels“, erklärt Rühl.  

Auf der Mitgliederversammlung wurden zwei neue Vorstandsmitglieder gewählt – Dr. Matthias Weinberg, Leiter Competence Center Metallurgy bei der Thyssenkrupp Steel Europe AG, und Helmut Schiffer, Vorsitzender des Vorstands der Sparkasse Essen. Weinberg arbeitet ab sofort auch als zweiter Stellvertretender im Geschäftsführenden Vorstand mit.    

V.l.: Gisbert Rühl, Vorsitzender des Vorstands der Klöckner & Co SE und Professor Dr. Ulrich Radtke, Rektor der Universität Duisburg-Essen) Foto: Philipp Pohlmann


- Masterarbeit Rassismus an Schulen ausgezeichnet
- UA Ruhr startet internationalen Masterstudiengang Econometrics

Rassismus an Schulen
Duisburg, 19. Juli 2019 - Für ihre Masterarbeit über Rassismuserfahrungen in der Schule hat Aylin Karabulut (Foto privat) den Förderpreis des Augsburger Wissenschaftspreises für interkulturelle Studien 2019 erhalten. Die 26-Jährige ist Absolventin und nun wissenschaftliche Mitarbeiterin der UDE. Sie promoviert mit einem Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes.
„Welche Erfahrungen macht ihr in der Schule?“ Das fragte Aylin Karabulut im letzten Jahr Jugendliche mit Zuwanderungsgeschichte an acht weiterführenden Schulen in Deutschland. Und die kamen sehr schnell auf Rassismus zu sprechen. Im Zuge ihrer Befragung fand Karabulut heraus, dass Diskriminierungen vor allem vom Lehrpersonal ausgingen: So wurden die Jugendlichen von diesem nicht mehr als Individuen wahrgenommen, sondern als Teil einer häufig als defizitär dargestellten Gruppe gesehen.
Die Betroffenen empfanden ihre Erfahrungen als besonders einschneidend und benachteiligend, da die Schule ihre weitere Zukunft maßgeblich beeinflusst. Trotzdem entwickelten sie verschiedene Strategien, mit rassistischer Diskriminierung umzugehen. „Frau Karabulut hat die Erfahrungswelt von Schülerinnen und Schülern mit Zuwanderungsgeschichte kritisch in den Blick genommen und schmerzliche Fragen gestellt, deren Antworten auch für die Praxis von großer Bedeutung sind“, lobte die Jury.
Aylin Karabulut hat im letzten Jahr das Lehramt-Studium für Gymnasien und Gesamtschulen mit den Fächern Deutsch, Sozialwissenschaften und Bildungswissenschaften an der UDE abgeschlossen. Aktuell ist sie Promotionsstipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Arbeitsbereich Migrations- und Ungleichheitsforschung der UDE. In ihrer Doktorarbeit befasst sie sich mit schulischer Rassismuskritik.

UA Ruhr startet internationalen Masterstudiengang Econometrics  
Zum kommenden Wintersemester startet ein neuer gemeinsamer Studiengang der TU Dortmund, der Ruhr-Universität Bochum und der Universität Duisburg-Essen: Der viersemestrige englischsprachige Masterstudiengang „Econometrics“ bringt Wirtschaftswissenschaften, Mathematik und Statistik zusammen. Interessierte können sich bis 4. Oktober einschreiben.
Das neue Angebot richtet sich an Studierende mit hervorragenden Englischkenntnissen, die einen Bachelorabschluss in Mathematik, Statistik oder Wirtschaftswissenschaften haben – und bereits einige Vorerfahrung in den zwei anderen Disziplinen mitbringen. Das bedeutet: Die Studierenden erlernen im neuen Masterstudiengang statistische Verfahren, wofür sie mathematische Grundlagen brauchen.
Die Verfahren wenden sie dann auf ökonomische Daten an. Dazu erlernen sie in Statistik- und Informatik-Kursen die effiziente Handhabung großer Datenmengen. Ziel ist es schließlich, ökonomisch relevante Fragen zu beantworten und wirtschaftliche Zusammenhänge zu analysieren und zu bewerten. Fachkräfte mit diesen Fähigkeiten sind sowohl in der Politikberatung als auch in der Privatwirtschaft gefragt.
Ebenso bieten sich in der Wissenschaft Optionen: Die Ökonometrie ist ein innovatives Forschungsfeld und ein wachsendes Lehrgebiet. Econometrics ist der erste Studiengang, der von allen drei UA Ruhr-Universitäten durchgeführt wird. Koordinierte Stundenpläne ermöglichen ein effizientes standortübergreifendes Studium.

SommerUni: Spannende Experimente und ungewöhnliche Exkursionen

Duisburg, 9. Juli 2019 - Für junge Frauen und Männer ab 15 Jahren gibt es bei der SommerUni in Natur- und Ingenieurwissenschaften der Universität Duisburg-Essen (UDE) noch Restplätze (19. bis 23. August). Wie entstehen Holografien aus Licht? Was passiert mit unserem Müll, und wie viele Unendlichkeiten gibt es eigentlich? Zu solchen und vielen weiteren Fragen dürfen sie in der Projektwoche experimentieren.
Neben den Einblicken in die Studienfächer und Informationen zum Studium im Allgemeinen lernen die Teilnehmenden bei Exkursionen wie z.B. zu Hochtief, dem Chempark in Leverkusen oder Siemens auch direkt mögliche Arbeitsfelder kennen. Um junge Schülerinnen und Schüler für ein MINT-Studium begeistern zu können, sind fast alle Veranstaltungen nach Geschlechtern getrennt.

45 Jahre Förderunterricht Erfolgsmodell ohne Ende

UDE/Duisburg, 2. Juli 2019 - 45 Jahre alt und topaktuell: Der Förderunterricht für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund an der Universität Duisburg-Essen feiert Geburtstag. Zum Fest am 4. Juli am Campus Essen (Glaspavillon, Beginn 17 Uhr) kommen Ehemalige, Förderlehrer*innen und der aktuelle Abschlussjahrgang.

Auf dem Weg zu Integration und Chancengleichheit: 17.730 Schüler*innen mit ausländischen Wurzeln wurden seit 1973 gefördert. Was heute eine Selbstverständlichkeit ist, bedarf in den Anfangsjahren großes Engagement der Lehrenden, darunter Dr. Johannes Meyer-Ingwersen. „An der neu gegründeten Universität gelang es ihm damals, die Beschäftigung mit den Sprachen und Kulturen der Migranten und ihrer Kinder in der Lehramtsausbildung zu verankern. Ihm war schnell klar, dass Integration nicht durch automatische Anpassung geschieht, sondern die Potenziale durch unsere angehenden Pädagogen gefördert werden müssen“, erklärt Leiterin Dr. Gülşah Mavruk.
Heute werden pro Jahr rund 1.000 mehrsprachige Schülerinnen und Schüler ab der Jahrgangsstufe 6 aus mehr als 45 Nationen gefördert – in Kleingruppen je nach Leistungsstand, Sprachkenntnissen, Lernvoraussetzungen, Klasse, Schulform und Schulfach. Egal, ob es um den Schulunterricht, sozialpädagogische Betreuung oder die Suche nach Praktikums- und Ausbildungsplätzen geht, 83 Förderlehrer*innen und 85 Praktikant*innen helfen in allen Bereichen. Gülşah Mavruk ist seit Jahren eng mit dem Projekt verbunden. Als Studentin war sie selbst Förderlehrerin für Deutsch, Englisch, Mathematik und Französisch, bevor sie 2016 die Leitung übernahm.
„Für uns ist die Feier zum Abschluss der erfolgreichen Schulkarrieren immer ein Höhepunkt des Jahres“, freut sich die Pädagogin. In diesem Jahr haben 76 Schüler*innen die allgemeine Hochschulreife und Fachhochschulreife erworben und weitere 86 einen qualifizierten Abschluss nach der Klasse 10. Das Projekt Förderunterricht wird am Institut für Deutsch als Zweit- und Fremdsprache in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Lehrerbildung, dem JobCenter Essen, einer Vielzahl Essener Schulen und unter Mitwirkung außerschulischer Institutionen durchgeführt.

UDE verbessert sich im internationalen THE-Ranking TOP 20 in der Welt

Duisburg, 27. Juni 2019 - Die Universität Duisburg-Essen (UDE) verbessert ihren Platz im Times Higher Education (THE) Young University Ranking der 200 weltbesten Universitäten, die noch keine 50 Jahre alt sind: Sie rangiert nun an 14. Stelle. Im vergangenen Jahr lang die UDE noch auf dem 19. Platz. Ausgezeichnet werden die Universitäten, die sich in kurzer Zeit rasch und erfolgreich entwickelt haben und als "rising stars" der Hochschullandschaft gelten.

Aber auch den direkten Vergleich mit etablierten Universitäten, dem World University Ranking 2019, braucht die UDE nicht zu scheuen: Während sie vor vier Jahren zu den 350 der besten 1.250 Universitäten weltweit gehörte, gelingt ihr aktuell der Sprung auf den 190. Platz. Überzeugen kann sie besonders im THE-Zitationsindex, hier zählt sie zu den TOP 100 (Platz 97).
Im bundesweiten Vergleich liegt die UDE hier auf Platz fünf hinter Heidelberg, der Berliner Charité, Kiel und Ulm. Rektor Prof. Dr. Ulrich Radtke: „Unsere guten Platzierungen und kontinuierlichen Verbesserungen im THE-Ranking der letzten Jahre zeigen, dass wir für unsere Leistungen auch international anerkannt werden. Weltweit zählen wir unübersehbar zu den stärksten jungen Spitzenuniversitäten, was uns beim Werben um weitere kluge Köpfe, aber auch Fördermittel noch weiter nach vorne bringt.“
THE beurteilt die forschungsstärksten Universitäten der Welt nach verschiedenen universitären Dimensionen wie Lehre, Forschung, Wissenstransfer und internationale Ausrichtung. Die Bewertung erfolgt auf Grundlage von dreizehn Leistungsindikatoren, von denen Zitationen und Reputation das meiste Gewicht haben. Im Young University Ranking werden subjektive Bewertungsfaktoren geringer gewichtet, da sie vor allem Traditionsunis nützen.

UDE: Finale von freestyle physics
Mausefalle, Aschenputtel und der Mond Wird die Mausefalle den Tischtennisball weit schießen? Bleibt die Wasserrakete lang genug in der Luft? Fragen die rund 2.000 Jungen und Mädchen seit Wochen umtreibt. Denn: Sie bereiten sich auf das Finale von freestyle physics vor. Der große Wettbewerb der Universität Duisburg-Essen (UDE) wird vom 1. bis 5. Juli ausgetragen.

Drei Monate Tüftelei liegt hinter den Schülern der Klassen 5 bis 13. Jetzt müssen ihre Erfindungen vor den kritischen Augen der Jury bestehen. Diese kürt nicht nur die drei besten Lösungen einer Aufgabe; sie zeichnet zusätzlich besonders pfiffige Ideen mit einem Sonderpreis aus. „Wir freuen uns schon jetzt darauf, 323 Mausefallenkatapulte in Aktion zu sehen, denn so viele Schüler*innen stellen sich der schwierigen Aufgabe“, so Organisator Dr. Andreas Reichert.

„Fünfzig Jahre Mondlandung feiern wir mit unserer Aufgabe am Mittwoch. Die Astronauten üben oft in großen Wassertanks, wie man trotz Schwerelosigkeit arbeiten kann. Gebaut werden soll eine Landefähre, die auch in einem Wassertank funktioniert. Wir sind gespannt auf die Ergebnisse.“ Egal ob mittendrin oder nicht, ein Rahmenprogramm gibt es für alle: Wer von dem Finale verschnaufen möchte, kann sich durch Labore führen lassen und Vorträge besuchen.

Alle Finaltage finden von 12 bis 15 Uhr im freestyle-physics-Zelt am Campus Duisburg statt (hinter dem ZBT / Zugang am besten über die Carl-Benz-Straße 199).

Mo, 1.Juli: Mausefallen-Katapult

Di, 2.Juli: Aschenputtelmaschine

Mi, 3.Juli: Mondlandung

Do, 4. Juli: Windmühlen

Fr, 5.Juli: Wasserrakete


UDE setzt sich im Volleyball durch
Deutscher Hochschulmeister Sieger am Netz: Die Männer-Volleyballmannschaft der Universität Duisburg-Essen (UDE) ist Deutscher Hochschulmeister und holt damit den begehrten Titel ins Ruhrgebiet. Gleichzeitig löst das Team damit das Ticket für die EUSA Games 2020, den Europameisterschaften der Studierenden.
Für den Titelverteidiger Bochum war bereits in der Vorrunde Schluss, während sich die UDE unter die besten Vier im Turnier in Hamburg spielte. Im ersten Spiel gegen die Uni Karlsruhe, die mit der Zweitligamannschaft auflief, gelang es dem mit bundesligaerfahrenen Spielern gespickte UDE-Team seinen Rhythmus in Aufschlag und Block zu finden.
Besonders die Mittelblocker Oskar Klinger und David Seybering, die auf Einsätze in Juniorennationalmannschaften zurückblicken können, stellten unüberwindbare Hindernisse dar, während Jan Holthausen über die Diagonale punktete. Deutlich gingen alle drei Sätze an die UDE.
Am Folgetag stand man den Gegnern aus München gegenüber. Die Mannschaft zeigte sich von Beginn an präsent und selbstbewusst, startete mit einer Serie harter Sprungaufschläge und ging mit 6:1 in Führung. Satz eins und zwei gingen mit 25:13 und 25:17 an Duisburg-Essen. Auch in dieser Begegnung gab es lediglich in Satz 3 eine kurze Schwächephase. Das Team jedoch konterte umgehend und hatte bis zum 18:14 den finalen Satz gedreht. „Wir haben eine zweitligareife vor allem mannschaftlich geschlossene Leistung geboten“, resümiert Trainer Thomas Stark.
Lobende Worte fand er für Libero Tim Boer und Lukas Schattenberg, die für Stabilität im Spielaufbau sorgten. „Thomas Woitzak zog im Zuspiel geschickt die Fäden und unsere Mittelangreifer Klinger und Seybering sowie Jan Holthausen punkteten nach Belieben. Andreas Tins, Thomas Eickelberg und Otto Feltges führten sich bei taktischen Wechseln sofort ins Spielgeschehen ein.“
Weitere sportliche Hoffnungen liegen nun auf der UDE-Fußballmannschaft, die ebenfalls in die Meisterschaft-Finals eingezogen ist. Im Halbfinale trifft sie auf die Uni Rostock, danach warten die Teams aus Würzburg oder Bayreuth.

UDE: Langer Abend der Studienberatung

 Duisburg, 17. Juni 2019 - Für viele Studiengänge ist am 15. Juli Bewerbungsschluss. Wer auf den letzten Drücker noch Fragen loswerden möchte, sollte den 27. Juni nutzen. An diesem Donnerstag veranstalten die Hochschulen in NRW einen Langen Abend der Studienberatung. Auch die Universität Duisburg-Essen (UDE) nimmt sich zusätzlich Zeit für Abiturienten, Schüler und Eltern. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Von 16.30 bis 21 Uhr kann man sich am Campus Duisburg im Hörsaalfoyer des LA-Gebäudes individuell (kurz-) beraten lassen und verschiedene Vorträge besuchen. Sie drehen sich ums Bewerben und Einschreiben sowie um die Lehrerausbildung und die Studienplatzvergabe für Medizin. Außerdem sind verschiedene Förderwerke vor Ort (ab 14 Uhr) und informieren über Stipendien. Denn eines zu bekommen, ist gar nicht so schwer. 

UDE: 25 Jahre IN-EAST

Duisburg, 4. Juni 2019 - Ostasien als Herausforderung Klein angefangen, groß herausgekommen: Vor 25 Jahren wurde das Institut für Ostasienwissenschaften IN-EAST gegründet. Heute ist es nicht nur ein Aushängeschild der Universität Duisburg-Essen (UDE), sondern eine der größten und einflussreichsten Adressen in Europa, was die sozial- und wirtschaftswissenschaftliche Forschung zu China, Japan und Korea angeht.
Gefeiert wird dieser Geburtstag am 14. Juni ab 15 Uhr im Duisburger Lehmbruck-Museum mit dem jährlichen Ostasientag und einem Festakt mit Altbundespräsident Christian Wulff. Interessierte können sich bis zum 10. Juni anmelden unter http://udue.de/ineast25.

Nähmaschinen, Kameras, Videorecorder, Autos… In den 1970er und 1980er Jahren sah sich der Westen bei immer mehr Produkten von einer asiatischen Macht herausgefordert: Japan. Das war neu. Auch für die Ostasienforschung - interessierte sie sich seinerzeit doch vorwiegend für Kultur, Sprache, Literatur und Geschichte. Antworten, warum sich erst Japan und später andere fernöstliche Länder zu Industrienationen entwickelten, konnte sie kaum geben.
Dies war die Geburtsstunde der Duisburger Ostasienstudien: Anders wollten sie sein, und sich aktuellen, wirtschaftlich und gesellschaftlich relevanten Themen widmen. Das Konzept hatte Erfolg: Heute arbeiten und lernen mehr als 50 Wissenschaftler und über 350 Studierende am IN-EAST.

Beim diesjährigen Ostasientag analysieren (ab 15 Uhr) nicht nur Experten des IN-EAST Fragen einer neuen Industriepolitik. Ihr wurde früher eine wichtige Rolle für den wirtschaftlichen Aufstieg Ostasiens zugeschrieben – heute wird in Deutschland auch angesichts der Herausforderung durch China diskutiert, ob man selbst eine neue Industriepolitik nötig habe. So hat Bundeswirtschaftsminister Altmaier in seinem Strategiepapier entsprechende Vorschläge formuliert.

Bei der anschließenden Jubiläumsfeier (ab 17 Uhr) hält Altbundespräsident Christian Wulff die Festansprache. Wulff, ausgezeichnet mit Ehrendoktortiteln bekannter Universitäten in Japan und China, ist häufig in Ostasien und hat zu gesellschaftlich bedeutenden Themen Stellung genommen und wichtige Impulse gesetzt, etwa zur Völkerverständigung und zum Interessenausgleich zwischen China und der EU.

  

Wirtschaftsweiser neu an der UDE

Duisburg, 28. Mai 2019 -Prof. Dr. Achim Truger Ein handlungsfähiger Staat ist gleichermaßen zentral für die Wirtschaft wie für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Das sagt Prof. Dr. rer. pol. Achim Truger, neuer Professor für Soziökonomie mit dem Schwerpunkt Staatstätigkeit und Staatsfinanzen an der Fakultät für Gesellschaftswissenschaften der Universität Duisburg-Essen (UDE).

Wirtschaftsweiser neu an der UDE Prof. Dr. Achim Truger - Foto UDE

Ein handlungsfähiger Staat ist gleichermaßen zentral für die Wirtschaft wie für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Das sagt Prof. Dr. rer. pol. Achim Truger, neuer Professor für Soziökonomie mit dem Schwerpunkt Staatstätigkeit und Staatsfinanzen an der Fakultät für Gesellschaftswissenschaften der Universität Duisburg-Essen (UDE).
Sein Studium der Volkswirtschaftslehre schloss Truger 1992 an der Universität zu Köln ab, wo er 1997 mit Auszeichnung promoviert wurde. Danach leitete er u.a. das Referat für Steuer- und Finanzpolitik in der Hans-Böckler-Stiftung (1999-2012). Bevor er an die UDE kam, war er seit 2012 Professor für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Makroökonomie und Wirtschaftspolitik an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin. Am UDE-Institut für Sozioökonomie wird er vor allem die Schuldenbremse des Staates erforschen.
„Wir müssen besser verstehen, wie zentral sie für staatliches Handeln ist und wie man sie in Deutschland für öffentliche Investitionen und konjunkturell ausgestalten kann“, erklärt er. Genauso wichtig sei, wie sie und andere fiskalische Restriktionen sich auf kommunale Finanzen auswirken. „Das gilt insbesondere für Kommunen, die wie hier in NRW tief im Strukturwandel stecken.“
Zudem möchte er Reformoptionen für die Finanzpolitik in der Europäischen Währungsunion näher untersuchen. Trugers Sichtweise gefällt nicht jedem. „Sozioökonomie ist aber eine Ermöglichungswissenschaft“, erklärt er.
Viele Wirtschaftswissenschaftler*innen hätten bisher zentrale Punkte wie eine gleichmäßigere Einkommensverteilung, Arbeitsmarkregulierungen oder die Stärkung des Sozialstaates kritisch beäugt und sich gegen sie ausgesprochen. Er gehört seit kurzem zu den fünf Wirtschaftsweisen, die die Bundesregierung als Sachverständigenrat für die Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung wirtschaftspolitisch beraten.


- UA Ruhr: Neues Graduiertenkolleg 
- Internationale Konferenz zu Videospielen

Regionale Ungleichheit und Wirtschaftspolitik
Duisburg, 14. Mai 2019 - Weshalb gibt es immer noch regionale Unterschiede, etwa bei Einkommen oder Beschäftigung? Warum gleichen sich die Lebensverhältnisse nicht an? Welche Mechanismen verhindern das, und welche wirtschaftspolitischen Folgerungen lassen sich daraus ableiten? Diesen Fragen widmen sich Doktorand*innen in der Universitätsallianz Ruhr im neuen Graduiertenkolleg „Regionale Ungleichheit und Wirtschaftspolitik“.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert das Kolleg an den Universitäten Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen (Sprecherhochschule) ab 1. Oktober für viereinhalb Jahre. Antworten in Zeiten von Nationalismus und Populismus Wenn Regionen auseinanderdriften, wirkt sich das in vielen Bereichen aus. So werden damit beispielsweise Wahlergebnisse erklärt.
„Es ist daher nicht nur in Zeiten von steigendem Nationalismus und Populismus wichtig, die Ursachen und Folgen regionaler Ungleichheit besser zu verstehen. Das Graduiertenkolleg wird sich dieser Aufgabe widmen“, sagt Prof. Dr. Tobias Seidel. Er ist Sprecher des neuen Kollegs und hat den Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre an der Universität Duisburg-Essen inne.

Von Ländern nicht auf Regionen schließen Regionale Wirtschaftsstrukturen unterscheiden sich in wichtigen Punkten von der Gesamtstruktur einer Volkswirtschaft, sodass Erkenntnisse aus Länderstudien nicht direkt auf die regionale Ebene übertragen werden können. So sind auf regionaler Ebene Agglomerationseffekte und die Mobilität von Arbeitnehmern besonders bedeutend. „Ein zentrales Ziel des Graduiertenkollegs ist es, zu einem besseren Verständnis der regionalen ökonomischen Mechanismen und folglich zu einer besseren wirtschaftspolitischen Beratung beizutragen“, so Prof. Dr. Thomas Bauer, Inhaber des Lehrstuhls Empirische Wirtschaftsforschung an der Ruhr-Universität Bochum.

Wissen aus unterschiedlichen Gebieten
Die Wissenschaftler*innen werden im Kolleg neue methodische Entwicklungen in der Regionalökonomik nutzen, um solche Fragen zu klären. Ökonomen aus unterschiedlichen Bereichen wie etwa Arbeitsmärkte, Finanzwissenschaft und Makroökonomik bringen ihr Wissen ein. „Damit bieten wir ein exzellentes akademisches Lernumfeld für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler“, betont Prof. Dr. Christiane Hellmanzik vom Lehrstuhl Urbane, Regionale & Internationale Wirtschaftsbeziehungen der Technischen Universität Dortmund.

Ausbildung bereitet auf verschiedene Karrierewege vor
Die strukturierte Ausbildung der Promovierenden beinhaltet neben Vorlesungen Forschungsseminare und Soft-Skill-Seminare sowie eine engmaschige Betreuung und Beratung. Absolvent*innen werden damit vorbereitet auf eine Karriere in der Wissenschaft, in öffentlichen Institutionen wie Ministerien, in der Privatwirtschaft oder bei nationalen und internationalen Organisationen wie dem Internationalen Währungsfonds, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD oder der Weltbank.

Die Universitätsallianz Ruhr
Seit 2007 arbeiten die drei Ruhrgebietsuniversitäten unter dem Dach der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr) strategisch eng zusammen. Durch Bündelung der Kräfte werden die Leistungen der Partneruniversitäten systematisch ausgebaut. Unter dem Motto „gemeinsam besser“ gibt es inzwischen über 100 Kooperationen in Forschung, Lehre und Verwaltung. Mit mehr als 120.000 Studierenden und nahezu 1.300 Professorinnen und Professoren gehört die UA Ruhr zu den größten und leistungsstärksten Wissenschaftsstandorten Deutschlands.

Internationale Konferenz zu Videospielen
Raum im Rechner Es geht um digitale Gärten, Labore auf dem Bildschirm und um die Frage, wie Raum in Computerspielen dargestellt, genutzt und erlebt wird: Das Institut für Anglophone Studien lädt vom 15. bis 18. Mai zur Internationalen Konferenz „Playing the Field II: Video Games, American Studies, and Space“ nach Essen.
Mit Millionen Spielern weltweit sind Videospiele nicht nur die populärste Unterhaltungsform der Gegenwart, sondern Teil einer rapide wachsenden Industrie. Gleichzeitig hat sich die Beschäftigung mit Videospielen von kleinen Fanmagazinen hin zu großen journalistischen und akademischen Publikationen verschoben.

„Digitale Spielwelten faszinieren Jung und Alt mit ihren foto-realistischen Darstellungen, die dank Smartphones, Tablets und Virtual-Reality-Brillen immer mehr Teil unseres Alltages werden“, erklärt Organisator Dr. Dietmar Meinel. Die Konferenz findet am Kulturwissenschaftlichen Institut sowie im Casino am Campus Essen statt. Sie setzt sich kritisch mit den Spielen großer Studios, unabhängiger Entwicklerteams sowie mit mobilen Apps auseinander. Die narrativen, ästhetischen und interaktiven Elemente der Raumdarstellung stehen dabei im Mittelpunkt der Beiträge, die in englischer Sprache gehalten werden.
„Mit der Konferenz wollen wir uns kritisch mit der Inszenierung von Räumlichkeit in Videospielen aus einer dezidiert nordamerikanischen Sicht auseinandersetzen. Uns interessiert zum Beispiel die digitale Geografie populärer, amerikanischer Mythen wie ‚der Wildnis‘ oder ‚der frontier‘.“ Interessierte können die Veranstaltung kostenlos und ohne vorherige Anmeldung besuchen.

UDE-Studiengänge im CHE-Ranking: Bestnoten
Gleich in mehreren Kategorien erreichten die untersuchten Studienfächer der Universität Duisburg-Essen (UDE) Spitzenwerte im aktuellen Hochschulranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE). So platzierte sich zum Beispiel das Fach Psychologie in der Spitzengruppe, wenn es um Studierbarkeit, Prüfungen, IT-Infrastruktur und Räume geht. Beste Ergebnisse bekommen auch die UDE-Fächer Elektro- und Informationstechnik sowie Werkstofftechnik/Materialwissenschaft und Bauwissenschaften bei der Unterstützung am Studienanfang.

Im Bereich der Forschung punktet die UDE-Erziehungswissenschaft vor allem bei den eingeworbenen Forschungsmitteln und die Fächer Elektro- und Informationstechnik schneiden sehr gut ab bei den Zitaten pro Publikation. Das CHE-Hochschulranking ist das umfassendste seiner Art im deutschsprachigen Raum: Mehr als 300 Universitäten und Fachhochschulen wurden untersucht und über 150.000 Studierende befragt. Das Besondere: Neben Fakten zu Studium, Lehre, Ausstattung und Forschung gehen auch studentische Urteile in die Bewertung ein. Jedes Fach wird im Dreijahresrhythmus neu bewertet.

Leitungswechsel in der Universitätsbibliothek Bilo geht – Walger kommt

Duisburg, 2. Mai 2019 - „Möglich machen“ – das war das Motto von Albert Bilo als leitender Bibliotheksdirektor der Universitätsbibliothek Duisburg-Essen (UB). Nach 22 Jahren Dienstzeit verabschiedete er sich am 30. April in den Ruhestand. Seine Nachfolge übernimmt Nicole Walger, die von der UB Siegen an die UDE wechselt.

 Albert Bilo gibt Nicole Walger seine Schlüssel - Foto UDE.


Die UB ist das Herz einer Uni: Als Lernort für Studierende verzeichnet sie pro Jahr mehr zwei Millionen Nutzer. Sie leihen sich mehr als 700.000 Bücher aus und ordern den Zugang zu fünf Millionen E-Books. Sie können dies an sieben Tagen in der Woche tun, in der Regel bis 22.00 Uhr. Albert Bilo weiß: „Unsere UB steht ganz vorn im Landesvergleich der Hochschulen in NRW.“

Multimediakonzept oder der Ausbau des E-Learnings: In den letzten beiden Jahrzehnten waren wichtige Weichenstellungen erforderlich. Dies zu organisieren, zu moderieren und in die Universität zu vernetzen war das besondere Verdienst von Bilo, der sich stets als Manager und Ermöglicher verstand. Erst recht als er 2012 zusätzlich noch das Amt des Chief Information Officers (CIO) im Auftrag des Rektorats übernahm.
Gefragte Expertise
Ein weiteres Anliegen des scheidenden Bibliothekdirektors war die nationale und internationale Vernetzung mit Fachkollegen und Gremien, darunter als Vorsitzender der Universitätsbibliotheken NRW, als Vorstandsmitglied im Deutschen Bibliotheksverband, als DFG-Gutachter, als Beiratsmitglied der Deutschen Nationalbibliothek oder auch als Beiratsvorsitzender des Hochschulbibliothekszentrum Köln, der Schaltstelle der NRW-Bibliothekssysteme. Sein persönliches Fazit: „Die Digitalisierung muss aktiv gestaltet werden, sei es in der Literaturversorgung oder am Arbeitsplatz. Was unabhängig von der medialen Präsentationsform bleiben wird, ist die Notwendigkeit, kritisch mit Inhalten umzugehen. Künftig möchte ich endlich in Ruhe und mit Nachhaltigkeit, in eigener Zeiteinteilung und an beliebigem Ort Inhalte gründlich lesen können.“

Nahtloser Übergang
Seine Nachfolgerin, Nicole Walger (41), übernimmt das Amt zum 1. Mai. Sie studierte zunächst Germanistik und Romanistik an der Goethe-Universität in Frankfurt/Main, um dann noch ein Studium der Bibliotheks- und Informationswissenschaften an der Fachhochschule Köln anzuschließen. Ab 2011 leitete sie einer Bereichsbibliothek an der UB Mainz und wurde 2016 stellvertretende Leiterin der UB Siegen. Dort baute sie Strukturen und Dienste zum wissenschaftlichen Publizieren und zum Forschungsdatenmanagement auf.

 

 

20 Jahre Geschlechterforschung

Festprogramm mit internationalen Gästen

Duisburg/Essen, 25. April 2019 -  Das Geschlecht polarisiert, vereint, verändert sich und bleibt ein topaktuelles Forschungsthema. Seit 20 Jahren arbeitet das von Prof. Dr. Doris Janshen gegründete Essener Kolleg für Geschlechterforschung (EKfG) an der Universität Duisburg-Essen (UDE) auf diesem Gebiet. Was bereits erreicht wurde und welche neuen Ziele noch warten, markiert eine internationale Jubiläumsveranstaltung am 9. und 10. Mai am Campus Essen. Anmeldungen sind bis zum 30. April möglich.

„Der Aufbau eines interdisziplinären Forschungszusammenhangs unter Einschluss der Medizin und eines gezielten Nachwuchsförderprogramms war in den ersten Jahren des Kollegs eine Pionierleistung“, erklärt Professorin Karen Shire, Direktorin des EKfG. „Diese inspiriert unsere fachübergreifende Forschung, an der sich Mitglieder aus mehr als 20 Disziplinen beteiligen, bis heute.

Aktuell gehören u.a. die Geschlechtereffekte der Digitalisierung, die Sichtbarmachung des Beitrags der Geschlechterforschung zum Dialog von Wissenschaft und Gesellschaft sowie der Ausbau der Zusammenarbeit in Forschung und Nachwuchsförderung in der Universitätsallianz Ruhr zum Programm des EKfG“. Ein Highlight der Veranstaltung ist der Festvortrag der renommierten Geschlechterforscherin Prof. Sylvia Walby, die über Geschlechtergerechtigkeit in der EU spricht.
Die britische Soziologin ist zurzeit als Anneliese-Maier-Forschungspreisträgerin am EKfG zu Gast. Zusätzlich werden erfolgreiche interdisziplinäre Forschungsprojekte unter Beteiligung der Medizin, den Geistes-, Sozial- und Ingenieurwissenschaften vorgestellt. Weitere Programmpunkte widmen sich der Nachwuchsförderung und den Kooperationen des Kollegs.

Zwei Physiker bei Nobelpreisträgertagung

Duisburg, 18. April 2019 - Von Legenden lernen Jeden Sommer ist Lindau am Bodensee die klügste Stadt der Erde: Mehr als 40 Nobelpreisträger treffen mit vielversprechenden Nachwuchswissenschaftlern zusammen. Die mittlerweile 69. Tagung vom 30. Juni bis 5. Juli ist der Physik gewidmet. Auch zwei Talente vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) konnten sich gegen große internationale Konkurrenz durchsetzen und erhalten die Gelegenheit, den ganz Großen in die Karten zu gucken.

„Es ist eine einmalige Chance, über den Tellerrand zu schauen und Einblicke in Bereiche der Physik zu erhalten, die meiner eigenen Forschung fernliegen“, fasst Doktorand Benjamin Zingsem aus der Arbeitsgruppe von Prof. Michael Farle seine Motivation zusammen. Seine Kollegin, Doktorandin Iuliia Novoselova, ergänzt: „Wir werden Ideen entwickeln, Kooperationen aufbauen und sicher auch neue Freunde finden.“
Die Forschung von Zingsem beschäftigt sich mit magnetischen Schwingungen, die als vielversprechende Kandidaten gelten, Informationen zu prozessieren und zu speichern. Dabei arbeitet er unter anderem an einer Technik, diese Schwingungen elektronenmikroskopisch sichtbar zu machen. Novoselova beschäftigt sich mit der neuen Materialklasse der magnetischen MAX-Phasen. Diese sind aus Schichten aufgebaut, die nur je eine Atomlage dünn sind.
Das Besondere an ihnen: Sie zeigen gleichzeitig Eigenschaften von keramischen wie metallischen Werkstoffen. Zur diesjährigen Tagung reisen 580 Nachwuchswissenschaftler aus 88 Ländern an. Sie treffen auf 42 Nobelpreisträger, mit denen sie sich in Vorträgen, Diskussionen, Master Classes und weiteren Veranstaltungsformaten austauschen und vernetzen.

Auch die Physikpreisträger von 2018, Donna Strickland und Gérard Mourou, nehmen im Sommer teil. Die Lindauer Nobelpreisträgertagungen fördern seit ihrer Gründung 1951 den Austausch zwischen Wissenschaftlern unterschiedlicher Generationen, Kulturen und Disziplinen. Die Konferenzen sind abwechselnd den drei naturwissenschaftlichen Nobelpreis-Disziplinen gewidmet: Physiologie und Medizin, Physik oder Chemie. Alle fünf Jahre findet eine interdisziplinäre Tagung statt.

IT-Symposium Ruhr: Mensch, Maschine!

Flottensteuerung, intelligente Gebäude, Autonomes Fahren – längst kommuniziert Software eigenständig mit mechanischen Bauteilen.

Duisburg. 17. April 2019 - Wie Mensch und digitale Systeme der Industrie 4.0 wechselwirken, darum geht es im IT-Symposium Ruhr, zu dem Prof. Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen (UDE) am 21. Mai nach Bochum einlädt. Die Anmeldung ist ab sofort möglich. Das IT-Symposium findet am 21. Mai in Bochum statt. Anmeldungen sind ab sofort möglich.

Die Verschmelzung von Informationstechnologie und realer Welt bildet die Grundlage für viele moderne technische Systeme, die Maschinen erlauben, Einfluss auf die reale Welt zu nehmen – wie beim autonomen Fahren. „Human-Centered Cyber-Physical Systems“ (HCPS) beziehen den Menschen in diesen Regelkreis ein. Als Wechselwirkung zwischen Mensch und Maschine bilden HCPS als neues Forschungsfeld die Basis für innovative Anwendungen in der Autoindustrie. Gemeinsam mit Prof. Dr. Torben Weis (Fachgebiet Verteilte Systeme) und Prof. Dr. Gregor Schiele (Fachgebiets Eingebettete Systeme der Informatik) lädt Dudenhöffer, der das CAR – Center Automotive Research an der UDE leitet, führende Experten aus der Automobilindustrie und IT-Branche an den Bochumer G DATA Campus.
Wissenschaftler und Industriemanager erläutern in Tandem-Sessions Chancen und Risiken der Industrie 4.0, neue Geschäftsmodelle und digitale Dienstleistungen im Auto sowie die Sicherheit von Daten und Privatsphäre. Auch neue rechtliche, psychologische und ethische Herausforderungen – Wer haftet beim autonomen Fahren? – werden diskutiert.



2.285 Studenten in der Metropole Ruhr erhalten ein Deutschlandstipendium
Die Zahl der Studenten an Ruhrgebietshochschulen, die ein Deutschlandstipendium erhalten, ist 2018 weiter gestiegen. 2.285 junge Frauen und Männer wurden im vergangenen Jahr gefördert, 111 mehr als 2017. Das teilt das Statistische Landesamt IT.NRW mit. Besonders viele Stipendiaten (1.475) gibt es an den Universitäten der Metropole Ruhr.
Mit 486 Stipendiaten hatte die Universität Duisburg-Essen die meisten, gefolgt von der Ruhr-Universität Bochum (461) und der Technischen Universität Dortmund (455). Das Deutschlandstipendium wurde im Jahr 2011 zur Unterstützung von Studenten eingeführt, deren Werdegang herausragende Leistungen in Studium und Beruf erwarten lässt. Das einkommensunabhängige Fördergeld in Höhe von monatlich 300 Euro wird je zur Hälfte vom Bund und von privaten Förderern getragen. Die Hochschulen sind dafür zuständig, die privaten Mittel einzuwerben. idr

Studie zu „Arbeit auf Abruf“: Gesetz mit Lücken

Duisburg, 15. April 2019 - Durch die Reform des Arbeitszeitgesetzes Anfang 2019 wurde „Arbeit auf Abruf“ in Deutschland stärker reguliert. In der Praxis bleiben aber Schutzlücken - insbesondere, wenn Abrufarbeit mit Niedriglöhnen und niedrigem Stundenumfang kombiniert wird. Denn gerade dann sind die finanziellen Anreize bzw. Zwänge für Beschäftigte hoch, bei Auftragsspitzen „freiwillig“ mehr und flexibler zu arbeiten.

Auf diesen Zusammenhang macht ein aktueller Report aus dem Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE) aufmerksam. Dr. Karen Jaehrling und Dr. Thorsten Kalina haben darin anhand von Daten aus dem Sozio-ökonomischen Panel (SOEP) die Verbreitung von Abrufarbeit und die damit verbundenen Risiken untersucht. Nach ihren Berechnungen arbeiten 5,4 Millionen - über 15 Prozent - der abhängig Beschäftigten „auf Abruf“. Rund 1,7 Millionen nennen explizit diese – gesetzlich geregelte – Variante, die übrigen haben Rufbereitschaft oder Bereitschaftsdienst.

„Allerdings sind auch diese Beschäftigten, wenn sie nur kurze oder gar keine vertraglich festgelegten Arbeitszeiten haben, überdurchschnittlich häufig von Niedriglöhnen und Armut betroffen“, so das Ergebnis der Auswertungen. Daneben gibt es eine Reihe informeller Varianten von Abrufarbeit, mit denen Unternehmen das finanzielle Risiko einer schwankenden Auslastung auf ihre Belegschaft verlagern und ihr hohe zeitliche Flexibilität abverlangen.

Mit digitalen Plattformen im Internet, mobilen Endgeräten und einschlägigen Apps lässt sich der Personaleinsatz längst per Smartphone planen: Bei Bedarf können Mitarbeitende kurzfristig abgerufen werden; das ist etwa in der Reinigungsbranche, im Hotel- und Gaststättengewerbe oder in der ambulanten Pflege schon üblich. „Rechtsprechung und Gesetzgebung gehen an diesen informellen Varianten bislang vorbei“, stellte das IAQ-Team fest. Die Zahl der informellen Jobs „auf Abruf“ lässt sich auf Basis der vorliegenden Datensätze nur schwer bestimmen.

Näher in den Blick genommen haben die beiden Autoren die Gruppe der Beschäftigten ohne vertraglich festgelegte Arbeitszeit – das sind rund 2,1 Millionen Menschen. Sie haben einerseits Dienstleistungsberufe und Helfertätigkeiten mit kurzen tatsächlichen Arbeitszeiten, anderseits aber Jobs mit akademischen Anforderungen oder Führungspositionen, die ein langes Tagespensum mit sich bringen. Wer 35 Wochenstunden und weniger arbeitet, hat mit über 72% ein extrem hohes Niedriglohnrisiko. Besonders betroffen von der Abrufarbeit mit niedrigem Stundenumfang sind Verkäufer, Hilfs- oder Reinigungskräfte sowie Kellner, egal ob sie formell oder informell auf Abruf arbeiten.

Neudorfer Uni-Wald: Studenten rufen zum Kampf um den Erhalt auf

In Duisburg gab es bereits von 1655 bis 1818 eine Universität (Alte Universität)

 

Duisburg, 14. Februar 2019 - Bereits 1655 wurde die Alte Universität Duisburg gegründet. Sie musste allerdings vor 2001Jahren 1818 ihre Pforten schließen zugunsten der Bonner Neugründung. Erst am 1. August 1972 blühte der Hochschulstandort wieder auf mit der Gründung der Gesamthochschulen in Duisburg und Essen, die sich 2003 zur heutigen Universität Duisburg-Essen zusammenschlossen.

Der bei der Bevölkerung so beliebte Lotharplatz an der Lotharstraße verschwand.

 

Ebenso das hoch angesehene Licht- und Luftbad, das der Verein für Volksgesundheits-Pflege und Naturheilkunde im Duisburger Walde eingerichtet hatte. Das Bad befand sich an der Lotharstraße 67a.

Das Motiv der Ansichtkarte (um1900) zeigt das  „Abteil für Herren“.
Fotos Neudorfer Chronik "Einst und Heute" (Bürgerverein Duisburg-Neudorf e.V., Archiv Bütefür/Sammlung Stausberg)

Heute befinden sich an dieser Stelle die „Keksdosen“ der Universität.
Ebenso musste der Club Raffelberg weichen.

 

1914 erhielt der CR das Clubgelände an der Lotharstraße mit 8 Tennisplätzen und einem Hockeyplatz auf dem oberen Lotharplatz. Ein kleines Clubhaus wurde aus Mitgliederstiftungen gebaut. 1995 musste durch die Kündigung des Erbpacht- und Pachtvertrages seitens der Stadt Duisburg das wunderschöne Gelände an der Lotharstraße aufgegeben werden. Die Stadt Duisburg stellte dem Club Raffelberg ein neues Sportgelände im Sportpark Wedau. Die Universität nutzt seitdem das Gelände. Vor knapp elf Jahren Vor knapp elf Jahren fusionierten die Gesamthochschulen Duisburg und Essen zur UDE.

Foto Uni Duisburg 2005

UDE erhält Forschungsgelder für Umfelderkennung bei autonomem Fahren

Duisburg, 08. Februar 2019 - Dunkelheit, schlechte Sicht, plötzliche Bewegung auf der Straße: Damit das autonom fahrende Auto auch unter solchen Bedingungen "richtig" reagiert und bremst, ist eine hocheffiziente Sensortechnik vonnöten. Die heutigen Sensoren zur Umfelderkennung haben jedoch Grenzen, beispielsweise bei verdeckter Sicht.
Neue Sensoren auf der Basis von Hochfrequenzstrahlung könnten die Lösung sein. Sie entstehen künftig an der Universität Duisburg-Essen (UDE).

Hierfür finanziert das Bundesforschungsministerium den Ausbau eines Mikroelektronik-Labors mit knapp vier Millionen Euro. Das neue Labor "ForLab SmartBeam" ist am Zentrum für Halbleitertechnik und Optoelektronik (ZHO) angesiedelt. Mit den 3,95 Millionen Euro aus Berlin werden jetzt zwei hochwertige Anlagen sowie Instrumente zur Hochfrequenzmessung angeschafft. idr

Fraunhofer IMS stärkt Bio-Sensorik

Duisburg, 04. Februar 2019 - Prof. Dr. Karsten Seidl ist neuer Abteilungsleiter der Mikro- und Nanosysteme des Fraunhofer IMS in Duisburg. Gleichzeitig hat er eine Professur in der Medizintechnik an der Universität Duisburg-Essen angenommen. Mit Karsten Seidl stärkt die Duisburger Forschungseinrichtung das Themenfeld um die Bio-Sensorik.

Sensoren im Miniaturformat, die den Druck im Auge, Hirn oder Herz messen sind schon lange ein Forschungsschwerpunkt des Fraunhofer-Instituts für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme IMS – auch bei der Arbeit von Prof. Karsten Seidl stehen sie im Fokus. Zu ihnen gehören unter anderem sogenannte Bio-Sensorsysteme, die überprüfen, wie Organe arbeiten und wann sie unterstützt werden müssen und die Bio-Nanosensorik, mit denen sich beispielsweise die DNA von Krebszellen analysieren und individuelle Therapien realisieren lassen.

Neben seiner Tätigkeit im Bereich der Mikro- und Nanosysteme des IMS hat der 36Jährige auch die gleichnamige Professur für Medizintechnik an der Fakultät für Ingenieurwissenschaften an der Universität Duisburg-Essen angenommen.

»Durch die Kombination von meiner Arbeit am IMS und an der Uni bieten sich großartige Möglichkeiten, die Erforschung neuartiger Technologien und Systeme bis zur Anwendungsreife voranzutreiben«, freut sich Karsten Seidl – der im Oktober 2018 seine Arbeit in Duisburg aufgenommen hat – auf die neuen Aufgaben. Weitere Ziele von Seidl am IMS sind der Wiederaufbau der Gruppe Biohybride Systeme sowie der Ausbau der Labore.

Bereits viel Erfahrung im Bereich der Medizintechnik Als Produktmanager bei der Bosch-Konzerntochter Robert-Bosch-Healthcare hat der gebürtige Dresdner zuletzt »Lab-on-Chip«-Lösungen entwickelt. Mit diesen Systemen lassen sich kleinste Flüssigkeitsmengen vollständig und automatisch analysieren. Diesen Ansatz wird er auch bei seiner Arbeit am IMS weiter verfolgen: »Wir wollen diese Systeme weiter deutlich sensitiver gestalten, um einzelne Biomoleküle zu detektieren. Medizinische Implantate werden wir verkleinern bis in den Bereich von wenigen Mikrometern und die elektronische Ankopplung von außen verbessern.«

Neben seinen Tätigkeiten am IMS und der Universität ist Seidl außerdem ehrenamtlich im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Biomedizinische Technik (DGBMT) aktiv und dort unter anderem der Verantwortliche für den Bereich Young Professionals sowie der stellvertretender Leiter des Fachausschusses »Aus- und Weiterbildung - BMT im Studium.«

Für sein Diplom an der Johns Hopkins University (USA) entwickelte Karsten Seidl einen Sensor, der die Einstichtiefe chirurgischer Nadeln bei Prostatakrebs-Operationen misst. An der Universität Freiburg wurde er 2011 mit einer Arbeit über Neuro-Implantate promoviert, die zum Beispiel Gehirnsignale messen und Medikamente dort abgeben, wo sie im Körper gebraucht werden. Ab 2012 war er dann für Bosch tätig.

Fraunhofer IMS Seit über 30 Jahren beschäftigen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Fraunhofer IMS in Duisburg mit der Entwicklung von mikroelektronischen Schaltungen, elektronischen Systemen, Mikrosystemen und Sensoren. Aufgrund seines umfangreichen Know-hows, dem Zugang zur Technologie und den hochwertigen Entwicklungsleistungen ist das Institut ein weltweit anerkannter Partner für die Industrie. In acht Geschäftsfeldern widmet sich das Fraunhofer IMS der angewandten Forschung, der Vorentwicklung für Produkte und deren Anwendungen. Stabile, effiziente und vermarktbare Technologien und Verfahren, die in sehr vielen Branchen zum Einsatz kommen, stehen dabei im Mittelpunkt der Auftragsarbeiten. www.ims.fraunhofer.de

Prof. Dr. Karsten Seidl freut sich auf seine neuen Aufgaben am Fraunhofer IMS sowie an der Uni Duisburg-Essen. Mit Karsten Seidl stärkt das IMS die Bio-Sensorik – zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören unter anderem Bio-Sensorsysteme und die BioNanosensorik. © Uni Duisburg-Essen

 

Fraunhofer IMS ist Partner im EU-Projekt »EnABLES«

Duisburg, 31. Januar 2019 - Mit der Entwicklung von »selbstversorgenden« Sensoren nachhaltige Energielösungen für IoT-Anwendungen ermöglichen – das ist das Ziel der europäischen Initiative »EnABLES«. Zehn namhafte europäische Forschungsinstitute arbeiten dabei zusammen. Mit an Bord ist auch das Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme IMS in Duisburg.

Die Anzahl von vernetzten intelligenten Geräten im Kontext des Internet of Things (IoT) steigt rasant – bis 2025 wird es weltweit schätzungsweise eine Billion IoT-Geräte geben. Mit dieser Entwicklung geht ein ebenfalls steigender Energiebedarf einher – alle diese Geräte müssen mit Strom versorgt werden. »Im EU-Projekt EnABLES suchen wir nach Möglichkeiten, den Stromverbrauch der IoT-Geräte im Sinne der Nachhaltigkeit zu reduzieren. Durch den Einsatz von Energy-Harvesting-Lösungen soll die Notwendigkeit eines Batteriewechsels möglichst vermieden werden. Dazu wollen wir am Institut unseren Teil beitragen«, erklärt Dr. Gerd vom Bögel vom Fraunhofer IMS.


Vertreter der EnABLES Partner bei einem Projekttreffen in Cork (Irland). Ganz rechts im Bild, Dr. Gerd vom Bögel vom Fraunhofer IMS. © EnABLES/Tyndall


Finanziert durch die EU bieten die teilnehmenden Institute im Rahmen des EUForschungsinfrastrukturprojekts ihr Know-how und ihre Infrastruktur Dritten an. Dazu gehört unter anderem der kostenlose Zugang zu Simulationen und Laboren sowie zu Konzept- und Machbarkeitsstudien für Interessenten aus Industrie und anwendungsnaher Forschung.

Die Basis für die gemeinsame Forschung bieten die Teilbereiche Energy-Harvesting, Energiespeicherung, Power-Management und Systemintegration. »Im Rahmen des EnABLES-Projekts werden insbesondere IoTEntwickler und –Hersteller unterstützt. Das Angebot reicht von Technologien und Simulationsmodellen bis hin zum Design von Geräten und Systemen«, erläutert Gerd vom Bögel. Alle EnABLES-Partner verfügen über das Grundlagenwissen der Energiewandlungstechnologien und Erfahrungen in dessen Anwendung für IoT Applikationen.

Dieses soll nun zur Unterstützung von Anwendern bei der Implementierung dieser Technologien genutzt werden. Das Leistungsspektrum reicht von Machbarkeitsuntersuchungen über Entwicklungsunterstützung durch Simulationen bis hin zum Test von Prototypen – jeweils in Abhängigkeit von der angefragten Applikation. So führt das Fraunhofer IMS im EnABLES-Projekt beispielsweise die Machbarkeitsuntersuchung eines vollständig drahtlosen Sensors (Energieversorgung und Messwertübertragung per Funk) für Industrie- und Gebäudeanwendungen oder die Performancemessung eines neuentwickelten Harvester-ICs durch.

EnABLES-Aktivitäten
Ein erster Schritt innerhalb des Projekts war der Aufbau der sogenannten »StartCommunity«, einer Plattform, in der sich alle EnABLES-Partner miteinander vernetzen können. Dadurch soll die interne Zusammenarbeit gestärkt werden – gemeinsame Forschungsarbeiten, unter der Berücksichtigung von den jeweiligen Bedürfnissen und Möglichkeiten, tragen dazu ebenfalls ihren Teil bei.
Darüber hinaus wurde ein Portal aufgebaut, das die Kontaktaufnahme zu Forschern und Laboren ermöglicht (www.enables-project.eu). Interessierte können sich unverbindlich registrieren, um weitere Informationen zu erhalten. Konkrete Anfragen für eine Unterstützung in Form einer Dienstleistung durch die EnABLES-Partner können ebenfalls einfach und unbürokratisch über das Portal gestellt werden.

Das EnABLES-Projekt wird im Rahmen des Programms »Horizon 2020« der Europäischen Union gefördert. Folgende europäische Institute arbeiten dabei zusammen: Tyndall National Institute (Irland), CEA Leti & Liten (Frankreich), Fraunhofer IMS (Deutschland), Fraunhofer IIS (Deutschland), imec (Niederlande), Karlsruher Institut für Technologie (Deutschland), Politecnico Di Torino (Italien), Universität Bologna (Italien), Universität von Perugia (Italien) und die University of Southampton (Großbritannien).


Fraunhofer IMS Seit über 30 Jahren beschäftigen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Fraunhofer IMS in Duisburg mit der Entwicklung von mikroelektronischen Schaltungen, elektronischen Systemen, Mikrosystemen und Sensoren. Aufgrund seines umfangreichen Know-hows, dem Zugang zur Technologie und den hochwertigen Entwicklungsleistungen ist das Institut ein weltweit anerkannter Partner für die Industrie.
In acht Geschäftsfeldern widmet sich das Fraunhofer IMS der angewandten Forschung, der Vorentwicklung für Produkte und deren Anwendungen. Stabile, effiziente und vermarktbare Technologien und Verfahren, die in sehr vielen Branchen zum Einsatz kommen, stehen dabei im Mittelpunkt der Auftragsarbeiten. www.ims.fraunhofer.de

UDE: Engineer's Night über Künstliche Intelligenz

Wenn Alexa Bahnhof versteht  
Was früher nur Menschen konnten, erledigen heute immer öfter Roboter und Computer. Was kann Künstliche Intelligenz, was nicht? Darum geht es bei der Engineer’s Night der Universität Duisburg-Essen (UDE) am 18. Januar. Jede Menge Action ist garantiert. Ab 17 Uhr führen die Ingenieure durch Labore und zeigen an eindrucksvollen Beispielen, woran sie forschen: 3-D-Druck, Datenübertragung oder neue Werkstoffe beispielsweise. Studieninteressierte können sich außerdem beraten lassen.  
Das Programm ab 19 Uhr steht dann ganz im Zeichen der Künstlichen Intelligenz: Das Deutsche Forschungszentrum DFKI aus Bremen bringt die B-Humans mit: Warum diese fußballspielenden humanoiden Roboter sechsfache Weltmeister sind, werden die Zuschauer live erleben.  
Was hat Airhockey mit industriellen Anwendungen zu tun? Auch das wird geklärt. Wer möchte, kann gegen den Computer zocken. Und die boomenden Sprachassistenten sind ebenfalls ein Thema. Im Vortrag „Alexa, warum verstehst du mich nicht?“ wird unterhaltsam demonstriert, warum Mensch und Maschine noch nicht auf einer Wellenlänge liegen.  

 

 

Wochen der Studienorientierung: Die UDE macht mit

Das richtige Fach finden

Duisburg, 08. Januar 2019 - Wie stehen die Chancen für ein Medizinstudium? Wie wird man Lehrer, und was tun, wenn man sein Fach noch gar nicht gefunden hat? Bei den NRW-weiten Wochen der Studienorientierung vom 14. Januar bis zum 8. Februar macht auch die Universität Duisburg-Essen (UDE) mit. Sie hilft Schülern mit Vorträgen und Workshops, für sich das Richtige zu entdecken.

 

An verschiedenen Terminen stellt die UDE Studiengänge und Abschlüsse vor; sie informiert, wie man strukturiert das passende Fach findet, wie man sich bewirbt und einschreibt. Für einige Veranstaltungen wie etwa die des freestyle-physics-Schülerlabors muss man sich anmelden: https://www.uni-due.de/abz/studieninteressierte/wochen_der_studienorientierung

 

Einen geballten Einblick ins Uni-Leben gibt es am 6. Februar – dann ist an der ganzen Uni Schülerinfotag. Man kann in viele Studiengänge hineinschnuppern, Labore besichtigen und sich beraten lassen. Über 90 Veranstaltungen verhelfen an jenem Mittwoch zu mehr Durchblick, wie es nach dem Abi weitergehen kann.

 

Nicht nur an Technik-Fans richtet sich die Engineer's Night: Am 18. Januar, ab 17 Uhr, zeigen die Ingenieure anschaulich, woran sie arbeiten und wie ein Studium aussieht.

 

Ausschließlich für Mütter und Väter von Studieninteressierten ist hingegen die Elternsprechstunde da: Sie findet am Samstag, 19. Januar, um 11 Uhr im Duisburger Uni-Office, Steinsche Gasse 26, statt.

 

Weitere Informationen:,

https://www.uni-due.de/abz/studieninteressierte/wochen_der_studienorientierung

https://www.uni-due.de/abz/studieninteressierte/infotag,

https://www.uni-due.de/de/interessierte.php

 

 

- Beatmung intelligent überwachen  
- Interleukin-7 als Marker für Mukoviszidoseverlauf?

UDE-Projekt für weit verbreitete Lungenerkrankung: Beatmung intelligent überwachen  

Duisburg, 21. Dezember 2018 - 65 Mio. Menschen leiden weltweit unter der chronischen obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). Verengte Atemwege führen dabei sehr oft zu Atemnot. In einem neuen Forschungsprojekt der Universität Duisburg-Essen (UDE) soll ein telemedizinisches System entwickelt werden, das eine atmungsentlastende Beatmungstherapie ermöglicht. Die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) fördert das Vorhaben mit rund 190.000 Euro (AiF).

 

Kooperationspartner sind der Lehrstuhl für Mechanik und Robotik und die LemonMedical GmbH, die die Prototypentwicklung des Flowsensors übernimmt. Für die medizinische Expertise und die Überprüfung der klinischen Eignung ist das Evangelische Klinikum Niederrhein zuständig. Prof. Wojciech Kowalczyk: „Wir sorgen für das Mikrocomputersystem zur drahtlosen Datenerfassung und den Messalgorithmus, damit der Therapieverlauf datengestützt überwacht werden kann.“ 

Geplant ist, dass integrierte Filter kurzzeitig Unregelmäßigkeiten beseitigen helfen. Abweichungen von normalen Beatmungsparametern werden frühzeitig durch lernfähige Algorithmen erkannt und ermöglichen eine schnelle Therapiekorrektur. Die ausgewerteten Messergebnisse sind dem medizinischen Personal dann jederzeit online zugänglich und unterstützen sie bei der Diagnostik.

 

 

UDE/UK Essen: Interleukin-7 als Marker für Mukoviszidoseverlauf?  

Patienten mit Mukoviszidose bekommen häufig Lungeninfektionen, die ihr Immunsystem schwächen. Wie schwer die Erkrankung ist, zeigt Interleukin-7 (IL-7) an, ein Botenstoff des Immunsystems, das haben Forscher der Ruhrlandklinik, der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) und des Universitätsklinikums Düsseldorf herausgefunden. IL-7 ist wichtig, um eine wirksame Reaktion des menschlichen Immunsystems zu erzeugen und aufrecht zu erhalten.

 

Die Forscher analysierten die Blutwerte von 164 Patienten, die Proben in der Westdeutschen Biobank Essen hinterlegt haben. Beim Vergleich mit Kontrollprobanden stellte sich heraus, dass die IL-7-Konzentration im Blutserum von Mukoviszidose-Patienten deutlich erhöht ist. „Wir wissen nun, dass es einen statistischen Zusammenhang gibt zwischen einem erhöhten IL-7-Spiegel und einer verschlechterten Lungenfunktion im Krankheitsverlauf“, so Dr. Sivagurunathan Sutharsan, der diese Studie federführend im Westdeutschen Lungenzentrum betreut hat.

 

Die Ergebnisse bestätigten sich durch Zeitverlaufsanalysen nach einem Jahr. Ein erhöhter IL-7-Spiegel kann deshalb – in Kombination mit anderen Risikofaktoren – auf eine beeinträchtigte Immunreaktion bei Mukoviszidosepatienten hinweisen. In weiterführende Langzeitstudien soll nun untersucht werden, ob der IL-7-Serumspiegel auch als Frühmarker verwendet werden kann, um den individuellen Verlauf von Lungenerkrankungen vorherzusagen.

 

UDE zu Arbeitszeiten von Frauen und Männern: Familienpolitik zieht – aber nur bei den Müttern  

CAMPUS:REPORT geht zu Herzen
Duisburg, 13. Dezember 2018 - Das aktuelle Hochschulmagazin der Universität Duisburg-Essen (UDE) ist voller Liebe. Wissenschaflerinnen erklären, ob Sexroboter bald unsere Partner fürs Leben werden, warum wir uns nach der romantischen Liebe sehnen und welche Hormone los sind, wenn wir uns verknallen. Auch geht’s um Blümchensex, um Emoji statt Liebesbrief und wie es ist, mit einem fremden Herzen zu leben. Kann man an das Gute glauben, wenn man fast 40 Jahre Schwerverbrecher begutachtet hat? Ja, sagt ‚Psychiatrie-Papst‘ Norbert Leygraf.  
Der CAMPUS:REPORT wird in den nächsten Tagen an der Uni ausgelegt. Es gibt ihn außerdem als PDF und im Netz:   https://www.uni-due.de/imperia/md/content/dokumente/campusreport/cr-2018-02.pdf https://www.uni-due.de/de/campusreport

 

UDE zu Arbeitszeiten von Frauen und Männern: Familienpolitik zieht – aber nur bei den Müttern  
Mütter in Deutschland arbeiten heute deutlich länger als noch vor sechs Jahren– ganz besonders Mütter von Klein- und Kleinstkindern. Dabei leben Frauen und Männer weiter in unterschiedlichen Arbeitszeitrealitäten: Im Jahr 2017 war fast jede zweite Frau Teilzeit beschäftigt (46,5%), aber nur knapp jeder zehnte Mann (9,4%). Teilzeit gilt trotz der Nachteile für die Altersabsicherung inzwischen als Blaupause für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf – wird aber vor allem von Müttern, sehr viel seltener von Vätern gewählt. Das zeigen aktuelle Untersuchungen des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE).
Mit ca. 35,2 Stunden in der Woche sind die durchschnittlichen Arbeitszeiten in Deutschland seit 2010 stabil. Die der Männer haben sich leicht verringert, während Frauen heute länger – aber vor allem Teilzeit – einem Beruf nachgehen.
Der Gender Time Gap, die geschlechterbezogene Arbeitszeitlücke, hat sich damit von 9,3 Std. auf 8,7 Std. weiter reduziert. Im EU-Vergleich haben die deutschen Frauen die zweitkürzesten Arbeitszeiten – bei einer überdurchschnittlich hohen Erwerbstätigenquote. Trotzdem sind Mütter in Deutschland deutlich schlechter in den Arbeitsmarkt eingebunden als Frauen ohne Kinder.
„Bei aller Familienfreundlichkeit bleiben Kinder immer noch ein Risikofaktor für die Erwerbstätigkeit und finanzielle Absicherung von Frauen!“, sagt die IAQ-Arbeitszeitexpertin Dr. Angelika Kümmerling.  
„Zwar scheinen die familienpolitischen Maßnahmen wie Kita-Ausbau und Elternzeit Wirkung zu zeigen. Allerdings wird hier alleine an der „Schraube“ Frau/ Mutter gedreht, die bestehende Rollenverteilung wird kaum angegriffen“, kritisiert sie. Auf Seiten der Männer habe sich kaum etwas getan. Eine Ursache sieht Kümmerling im Ehegattensplitting, das im Widerspruch zur Familienpolitik steht. „Das ist der Hemmschuh für eine gleichberechtigte Arbeitsteilung!“

 

 

 

 UDE: Mercator-Professur 2018: Altbundespräsident Joachim Gauck 

Duisburg, 27. November 2018 - Mehr als tausend Zuhörer folgten dem zweiten Vortrag von Altbundespräsident Joachim Gauck als Mercator-Professor der Universität Duisburg-Essen (UDE) am 27. November am Essener Campus. Im Mittelpunkt stand der Staat der Bürger in Zeiten neuer Verunsicherungen.  
Gauck beleuchtete zunächst den tiefgreifenden Wandel in Wirtschaft („Globalisierung“) und Gesellschaft („Digitalisierung“), aber auch die Zuwanderung. All dies habe vielfältige Ängste – vor Überforderung, drohendem Abstieg oder Orientierungslosigkeit – geweckt, die Populisten auszunützen verstünden.  
 
„Doch statt diese Zukunftsvision als ein gefahrvolles Tal der Tränen auszumalen, sollten wir uns auf Veränderungen positiv einstellen und alle Menschen möglichst gut für sie wappnen, um jedenfalls einen Teil der Ängste zu verringern“, so Gauck.

Es komme darauf an, das seelische Gleichgewicht zu behalten und das Vertrauen auf sich selbst: „Wir können das schaffen, auch weil wir ermächtigende Erfahrungen gesammelt haben, als wir Not und Krisen überwunden haben und das Land zu einem lebens- und liebenswerten Raum gemacht haben.“  
Er warnte aber auch vor den Gefahren der Ungeduld: „Respektieren wir, dass Menschen, um sich mit dem Wandel anzufreunden, Zeit brauchen und Möglichkeiten der Einübung, ihn in ihr Leben zu integrieren. Leisten wir uns als Demokraten tatsächliche Debatten mit Andersdenkenden und vor allem Anderslebenden.“  
Gauck appellierte an das Publikum, sensibel zu werden für die Perspektiven, Nöte und Sorgen der anderen und sie mit ihren Sorgen nicht den Populisten mit ihren einfachen Weltbildern zu überlassen. Die Last der Veränderung müsse gemeinsam getragen werden, sei es durch verstärkte (Weiter-)Bildung oder mehr bürgerschaftliches Engagement, etwa im Ehrenamt, „hier treffen ganz unterschiedliche Menschen aufeinander und setzen ihre Leben in gemeinsame Beziehung zueinander.“  

Zweiter Vortrag im Rahmen der Mercator-Professur von Altbundespräsident Joachim Gauck - Foto UDE

 

 

Duisburg, 20. November 2018 - Auch der zweite Vortrag von Altbundespräsident Joachim Gauck als Mercator-Professor der Universität Duisburg-Essen (UDE) am 27. November ist restlos ausgebucht. Wer keine Karte hat, aber die Vorlesung über "Der Staat der Bürger in Zeiten neuer Verunsicherungen" am Bildschirm live mitverfolgen möchte, sollte um 18 Uhr den Youtube-Kanal der UDE aufrufen unter https://www.youtube.com/UDEchannel.  

Die Dokumentation des ersten Vortags („Der Staat der Bürger – wie wir wurden, was wir sind“) ist unter https://www.uni-due.de/de/mercatorprofessur abrufbar. Rektor Ulrich Radtke: „Die große Nachfrage auf die beiden Vorträge bestätigt uns, dass wir in Joachim Gauck eine Idealbesetzung für die Mercator-Professur gefunden haben. Mit geschliffenen Worten und großer Überzeugungskraft setzt er sich für gelebte Demokratie und Freiheit ein. Mit ihm erfüllt sich erneut die Grundidee der Mercator-Professur: Weltoffenheit und debattenanregende Beiträge zu wichtigen Zeitfragen.“ 

Zur Person:

Joachim Gauck (78) ist gebürtiger Rostocker. Nach dem Theologiestudium war er von 1965 bis 1990 für die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Mecklenburgs tätig, viele Jahre davon als Pastor. Schon als Jugendlicher geriet er in Opposition zur DDR-Diktatur. 1989 war er einer der Gründer der Bürgerbewegung Neues Forum und leitete die wöchentlichen Friedensgebete, aus denen die Protestdemonstrationen hervorgingen. 

Im März 1990 zog Gauck als Abgeordneter in die erstmals frei gewählte Volkskammer ein und wurde Vorsitzender des Parlamentarischen Sonderausschusses zur Kontrolle der Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit. Im Oktober 1990 wurde er zum Sonderbeauftragten für die personenbezogenen Stasi-Unterlagen berufen und leitete von 1991 bis 2000 die entsprechende Behörde. 

Anschließend engagierte er sich in verschiedenen Funktionen u.a. für Demokratie sowie gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Am 18. März 2012 wurde er mit großer Mehrheit zum elften Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt. In dieser Zeit ermutigte er die in Deutschland lebenden Menschen – Einheimische ebenso wie Eingewanderte –, ihr Leben aktiv als Bürger zu gestalten und Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.  

Für sein Wirken wurde er mit zahlreichen Ehrungen und Preisen ausgezeichnet, darunter der Theodor-Heuss-Medaille, dem Geschwister-Scholl-Preis, dem Europäischen Menschenrechtspreis und dem Ludwig-Börne-Preis. Er ist Ehrendoktor der Universitäten Rostock, Jena, Augsburg, der National University of Ireland/Galway, der Hebrew University of Jerusalem, der Université Paris-Sorbonne sowie der Maastricht University.

 

Prof. Dr. Thomas Forkmann ist neu an der UDE Depressionen erkennen und behandeln  
Etwa vier Millionen Menschen in Deutschland sind depressiv. Wie man die ernste psychische Erkrankung erkennt und behandelt, erforscht Dr. Thomas Forkmann (39 - Foto UDE), der neue Leiter der Psychotherapie-Ambulanz an der Universität Duisburg-Essen (UDE), welche sich derzeit im Aufbau befindet. Er hat die Professur für Klinische Psychologie an der Fakultät für Bildungswissenschaften der UDE übernommen.  
Prof. Forkmann: „Ich möchte meine Faszination und Begeisterung für das Fach an die Studierenden weitergeben und die Klinische Psychologie auch im praktischen Handeln erlebbar machen. Als Erstes bauen wir eine Hochschulambulanz auf, um die psychotherapeutische Begleitforschung voranzubringen und die Klinische Lehre an aktuellen Problemlagen auszurichten.“  
Ein Schwerpunkt seiner Forschung konzentriert sich darauf, eine Depression und eventuelle Suizidneigung rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln. Im Bereich „Selbstwahrnehmung und Beurteilung“ werden Prozesse untersucht, die für die Entstehung und den Verlauf psychischer Störungen zentral sind. Außerdem sollen Instrumente entwickelt werden, die verschiedene Aspekte von Gesundheit und Krankheit erfassen.  
Forkmann studierte Psychologie an der Universität Göttingen und der National University of Ireland, Galway (2000 bis 2005). Dann forschte er ein Jahr an der Uni Göttingen und wechselte danach bis 2015 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an die Uniklinik der RWTH Aachen, wo er 2008 mit einer Arbeit über Depressionen promovierte. 2013 griff er das Thema für die Habilitation wieder auf und schloss zugleich die Ausbildung zum psychologischen Psychotherapeuten mit der Approbation ab. Von 2015 bis 2018 war er stellvertretender Direktor des Instituts für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie an der Uniklinik der RWTH Aachen und übernahm in diesem Zeitraum auch Vertretungsprofessuren an der Uni Wuppertal sowie an der UDE.