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Einbringung des Doppelhaushalts 2027/2028 und des Haushaltssicherungskonzepts bis 2037

Duisburg, 28. September 2026 - Oberbürgermeister Sören Link sowie Stadtdirektor und Stadtkämmerer Martin Murrack haben heute sowohl den Entwurf für den Doppelhaushalt 2027/2028 als auch das neue Haushaltssicherungskonzept (HSK) in den Rat der Stadt eingebracht.

Das Duisburger Zahlenwerk spiegelt die dramatische bundesweite Finanzkrise der Kommunen wider, setzt gleichzeitig aber auch ein klares Signal für eine umfassende Modernisierung und Digitalisierung der Stadtverwaltung.

Bund und Land - Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen
„In den vergangenen Jahren haben wir gezeigt, dass Duisburg schwierige finanzielle Herausforderungen bewältigen kann. Seit 2015 haben wir ausgeglichene Haushalte vorgelegt und die Überschuldung beendet. Dadurch konnten wir unter anderem wieder gezielt in Bildung, Sicherheit, Verkehrsinfrastruktur und den ÖPNV investieren. Jetzt stehen wir erneut vor großen Kraftanstrengungen. Sie werden uns viel abverlangen, aber wir werden alles dafür tun, dass notwendige Investitionen in die Zukunft unserer Stadt weiter möglich bleiben. Dazu gehört auch, dass Bund und Land die Kommunen nicht mit immer neuen Aufgaben belasten dürfen, ohne diese ausreichend zu finanzieren. Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen. Damit Duisburg in den nächsten Jahren weiterhin handlungsfähig bleibt, müssen wir nun gemeinsam und entschlossen alle dafür erforderlichen Maßnahmen umsetzen“, betont Oberbürgermeister Sören Link.

Eingeleitet wurde das nun vorgelegte Sparprogramm bereits Mitte 2025, als Stadtkämmerer Martin Murrack aufgrund der herannahenden Haushaltsrisiken eine restriktive Bewirtschaftung verfügt hatte. Die tatsächliche Dimension und das erschreckende Tempo der finanziellen Verschlechterung stellten sich in den vergangenen Monaten unerwartet noch schwerwiegender dar. Ein Phänomen, das derzeit alle deutschen Großstädte ereilt. Die unzureichenden Finanzierungen von Bund und Land bei gleichzeitig dynamisch steigenden Sozial-, Personal- und Sachkosten engen den Ausgabespielraum der Kommunen dramatisch ein.

Harte HSK-Vorgaben bis 2037: Rekorddefizite im Doppelhaushalt
Die Zahlen des Haushaltsentwurfs verdeutlichen den akuten Handlungsdruck: Für das Jahr 2027 wird im ordentlichen Ergebnis mit einem Defizit von minus 439,8 Millionen Euro geplant. Im Jahr 2028 wird dieser Fehlbetrag ein Minus von 462,6 Millionen Euro erreichen. Ohne ein genehmigungsfähiges HSK droht Duisburg somit der Verlust der finanziellen Gestaltungsfähigkeit und damit unter anderem der Stopp von freiwilligen Leistungen. Um auch weiterhin handlungsfähig zu bleiben, legt die Stadt dem Rat daher gleichfalls ein HSK mit einem Zeithorizont von zehn Jahren vor.

Die Konsolidierungslinie steigt bis 2037 von 108 Millionen Euro im Jahr 2027 auf 418,0 Millionen Euro an. Die größte Position bilden dabei die Sachkosten, deren jährliches ansteigendes Konsolidierungsvolumen sich in der Spitze im Jahr 2037 auf 306,1 Millionen Euro belaufen wird.

KI-Offensive soll Abbau von 909 Stellen auffangen
Zu den Konsolidierungsmaßnahmen gehört auch der rechnerische Wegfall von exakt 909,81 Stellen in der Kernverwaltung.
Stadtdirektor und Stadtkämmerer Martin Murrack stellt hierzu jedoch klar: „Wir dürfen dieses HSK nicht als reines Kürzungsinstrument betrachten, sondern müssen die Krise als Chance begreifen, unsere Strukturen nachhaltig zu verändern, Abläufe zu verbessern und Duisburg zukunftsfest aufzustellen. Durch den flächendeckenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz und automatisierten Prozessen sollen daher künftig bürokratische Hürden abgebaut, Verwaltungsabläufe effizienter gestaltet und die Personalstruktur gezielt an die veränderten Anforderungen und Bedarfe angepasst werden.“

is zum planmäßigen Ende des HSK-Zeitraums wächst die jährliche Konsolidierungsvorgabe im Personal- und Versorgungsetat auf eine Gesamtsumme von 111,9 Millionen Euro an. Der damit einhergehende Stellenabbau erfolgt allerdings absolut sozialverträglich. Hierzu soll konsequent die natürliche Altersfluktuation der kommenden Jahre genutzt werden.
Die Stadt Duisburg ist gerade in den kommenden Jahren zwingend auf hochqualifizierte Fachkräfte angewiesen. Um diesen Bedarf zu sichern, werden die Ausbildungsplätze konsequent und stabil auf dem Niveau der Vorjahre an den langfristigen Personalbedarf angepasst.

Eindringlicher Appell an den Bund und das Land NRW
Bei allen Bemühungen um einen baldmöglichst wieder ausgeglichenen Haushalt wird bei der Analyse der genannten Haushaltsdaten deutlich, dass sich die eigentliche Ursache der Finanznot durch kein noch so rigides kommunales Sparprogramm lösen lässt. Das strukturelle Problem liegt in der chronischen Unterfinanzierung der Städte durch die übergeordneten politischen Ebenen.
Stadtdirektor und Stadtkämmerer Martin Murrack fordert daher im Namen der Stadtspitze „Wir machen hier vor Ort in den Kommunen die eigentliche Arbeit für die Menschen. Jetzt sind Berlin und Düsseldorf an der Reihe. Es ist Zeit, dass Bund und Land sich ihrer Verantwortung stellen und endlich für eine dauerhafte, auskömmliche Finanzierung der Kommunen sorgen. Sie müssen jetzt liefern!“

Der Entwurf des Haushaltsplans 2027/2028 sowie die Beschlussvorlage der beabsichtigten HSK-Maßnahmen sind unter nachstehendem Link abrufbar: https://www.duisburg.de/haushalt