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NRW: Zahl der Sterbefälle während der Hitzewelle im Juni 2026 erreicht neuen Höchststand seit 2000
IT.NRW

Düsseldorf/Duisburg, 3. August 2026 - In der zweiten Junihälfte des Jahres 2026 lagen in Nordrhein-Westfalen an 11 aufeinanderfolgenden Tagen Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vor, darunter 8 Tage mit der höchsten Warnstufe. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt anhand vorläufiger Daten mitteilt, erreichte die Zahl der Sterbefälle in der zweiten Woche dieser langanhaltenden Hitzephase den zweithöchsten Wert seit Januar 2000. In der betreffenden Kalenderwoche starben vom 22. Juni 2026 bis zum 28. Juni 2026 insgesamt 6.335 Menschen aus NRW.

Bisheriger Höchstwert der Sommermonate Juni bis August wird um gut 1.400 Sterbefälle überschritten
Die Zahl der Sterbefälle überschritt damit deutlich den bisherigen saisonalen Höchstwert für die Sommermonate seit Januar 2000. In den Monaten Juni bis August der Jahre 2000 bis 2025 lag die höchste wöchentliche Sterbefallzahl bei 4.883.

Doch nicht nur im Vergleich zu bisherigen Sommermonaten, in denen das Niveau der Sterbefälle typsicherweise niedriger liegt, war die Zahl der Todesfälle in der 26. Kalenderwoche dieses Jahres außergewöhnlich hoch. Selbst in den Wintermonaten während Grippe- und COVID-19-Wellen wurden derartig hohe Sterbefallzahlen historisch nur vereinzelt erreicht. Der wöchentliche Höchstwert in diesem Jahrhundert wurde in der 51. Kalenderwoche des Jahres 2022 mit 6.349 Gestorbenen gemessen. Der aktuelle Wert unterschreitet diesen lediglich um 14 Fälle. Eine ähnlich hohe wöchentliche Sterbefallzahl wurde zuletzt während der Grippewelle im Februar 2018 in der 10. Kalenderwoche mit 6.179 Gestorbenen registriert.

Neuer Höchstwert der Sterbefälle pro Tag am 28. Juni 2026
Bei der Betrachtung der Sterbefälle auf Tagesbasis übertrafen die Fallzahlen zum Ende der Hitzephase sämtliche seit dem 1. Januar 2000 erfassten Werte (9.676 Tage) deutlich. Am 28. Juni 2026 verstarben in NRW 1.494 Personen, am Vortag waren es 1.371. Zum Vergleich: Ende 2022 sowie im Februar 2018 blieben die Tageswerte trotz stark erhöhter Mortalität in diesen Zeiträumen unter der Marke von 1.000 Sterbefällen am Tag.

Anhaltende Hitzephase ab dem 18. Juni 2026
Vom 18. bis zum 28. Juni 2026 veröffentlichte der Deutschen Wetterdienst (DWD) an jedem Tag Hitzewarnungen für die Kreise und kreisfreien Städte in NRW. An 8 Tagen, davon 5 in der zweiten Woche der Hitzewelle (26. Kalenderwoche), wurde vor extremer Wärmebelastung gewarnt, welche die höchste Warnstufe des DWD darstellt. Damit gab es bereits im Juni 2026 doppelt so viele Tage mit extremer Wärmebelastung als bisher maximal – gemessen seit Einführung des amtlichen Hitzewarnsystems im Jahr 2005 – in einem Kalenderjahr vorlagen.

Sterbefallkalender NRW veranschaulicht den Einfluss von Wärmebelastung auf die Mortalität
Welchen Einfluss neben Hitze das Infektionsgeschehen in den Wintermonaten auf die Sterblichkeit hat und welche Rolle das Alter der Gestorbenen spielt, betrachtet die Analyse „Sterbegeschehen in Nordrhein-Westfalen” anhand des neuen Sterbefallkalenders NRW. Dieser stellt auf Basis der endgültigen Sterbefallzahlen für den Zeitraum 2015 bis 2025 tagesscharf die Sterbefälle nach Altersgruppen bereit und verknüpft diese mit ergänzenden Daten des Deutschen Wetterdienstes und des Robert Koch-Instituts.

Das Statistische Bundesamt veröffentlicht vorläufige Sterbefallzahlen für Tage, Wochen und Monate als Bundes- sowie Landesergebnisse im Statistischen Bericht zu den Sterbefällen (Statistischer Bericht - Tabelle 12613-07: Sterbefälle nach Tagen in den Bundesländern - Insgesamt).

Vorläufige plausibilisierte Zahlen für Kreise und kreisfreie Städte in NRW nach Altersgruppen liegen voraussichtlich im September 2026 vor und werden durch IT.NRW veröffentlicht.
 
• 6.335 Gestorbene in der Woche vom 22. bis 28. Juni 2026
• Neues Maximum der Sterbefälle pro Tag am 28. Juni 2026
• Sterbefallkalender NRW veranschaulicht den Einfluss von Wärmebelastung auf die Mortalität