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Ideenwettbewerb „Gemeinsam geht besser“: Jury um Philipp Lahm kürt u. a. SV Rhenania Hamborn
Auftaktveranstaltung am 25.02.2025

Duisburg, 18. Februar 2026 - Respekt-Armbänder für Eltern, Empowerment für geflüchtete Mädchen oder die Besetzung eines neu geschaffenen Vereinsorgans per Zufallsprinzip: Das sind nur drei der Projekte, mit denen sich Vereine beim Ideenwettbewerb „Gemeinsam geht besser“ beworben haben.

Eine Jury rund um DFB-Ehrenspielführer Philipp Lahm, der den Wettbewerb mit seiner Stiftung initiiert hatte, hat nun entschieden, welche der 220 eingereichten Ideen gefördert werden. Allen Ideen ist gemein, dass sie Zusammenhalt, Teilhabe oder Mitbestimmung im Verein stärken wollen.
Die neun Gewinnervereine dürfen sich über Förderungen im Gesamtwert von 150.000 Euro freuen, die aus Mitteln der Robert Bosch Stiftung, der Beisheim Stiftung und der Niedersächsischen Lotto-Sport- Stiftung stammen.

„Ich bin beeindruckt, wie viel Innovationskraft und Tatendrang in den Vereinen steckt. Es gibt so viele Menschen, die sich tagtäglich engagieren für das Richtige“, bilanziert Philipp Lahm mit Blick auf die Einreichungen beim Ideenwettbewerb „Gemeinsam geht besser“. Die Philipp Lahm-Stiftung hatte den Wettbewerb zusammen mit der Robert Bosch Stiftung GmbH, der Beisheim Stiftung und der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung im Sommer 2025 durchgeführt; insgesamt wurde eine Fördersumme von 150.000 Euro ausgelobt. Vereine konnten sich niedrigschwellig – zum Beispiel per Sprachnachricht – über die Webseite treffpunktverein.de mit ihren Ideen bewerben.
Anschließend wurden die 220 Einreichungen von einem Projektteam der Philipp Lahm-Stiftung gesichtet und bewertet, knapp 40 Ideen erreichten die Finalrunde. Ende September legte sich eine achtköpfige Jury, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der beteiligten Stiftungen sowie von Einrichtungen der politischen Bildungsarbeit, auf neun Gewinnervereine fest.

„Besonders beeindruckt haben mich Projekte, bei denen sich mehrere Sportvereine zusammengetan haben, um mit ihren Initiativen nicht nur auf Vereinsebene, sondern auf politischer Ebene eine Wirkung zu erzielen“, gibt Jury-Mitglied Dr. Larissa Kuhn (Beisheim Stiftung) einen Einblick.

„Sportvereine sind wichtige Orte der Begegnung, an denen Menschen aus unterschiedlichen Lebenswelten zusammenkommen. Hier erfahren sie ganz praktisch, wie Demokratie funktioniert. Sie lernen, Kompromisse zu finden, respektvoll miteinander umzugehen und Konflikte zu lösen. Als Robert Bosch Stiftung unterstützen wir gezielt solche Orte, an denen gesellschaftlicher Zusammenhalt im Alltag eingeübt wird“, klärt Jury-Mitglied Alexander Heinrich (Robert Bosch Stiftung) über den Hintergrund des Wettbewerbs auf.

Philipp Lahm, der sich selbst in seinem Heimatverein FT Gern engagiert, ergänzt: „Beim Sport verschwinden die Grenzen sozialer Herkunft. Menschen mit den unterschiedlichsten Lebensperspektiven kommen zusammen und verschreiben sich einem gemeinsamen, sportlichen Ziel. Das wollen wir unbedingt fördern.“

Die Gewinner des Ideenwettbewerbs „Gemeinsam geht besser“
Athletic Sonnenberg: Durch gemeinsames Kampfsporttraining und begleitende Dialogformate will der Verein aus dem Chemnitzer Stadtteil Sonnenberg Menschen aus verschiedenen Lebensrealitäten zusammenbringen. Insbesondere Menschen mit Migrationshintergrund und aus der queeren Community.
TSV Wittenau & FC Internationale Berlin: Die Vereine wollen junge Menschen per Zufallsauswahl in verantwortliche Positionen (sogenannte Community-Räte) bringen und ihnen so Gestaltungsspielräume und Selbstwirksamkeitserfahrungen eröffnen.
Tennis Borussia Berlin: In interaktiven Workshops will der Verein seine Mitglieder im Umgang mit den Themen Antisemitismus, Rassismus und Homophobie schulen.
SV Waldeck Obermenzing: Vor jedem Jugend-Fußballspiel sollen die Kinder Armbänder aus recyceltem Silikon an die Eltern und Zuschauer übergeben. Mit der Aufschrift „Respekt und Miteinander“ wollen sie so ein Zeichen setzen gegen unangemessenes Verhalten am Spielfeldrand.
SV Rhenania Hamborn: Mit verschiedenen Methoden will der Verein aus dem Duisburger Stadtteil Hamborn die Integration stärken. Darunter ein Patenschaftsmodell, eine Wertesaison und kreative Aktionen wie das Gestalten von Graffiti, Bannern und Social Media-Formaten.
Sportfreunde 02 Reutlingen: Die Sportfreunde aus Reutlingen möchten Tendenzen der sozialen Desintegration in Reutlingen bekämpfen. Dabei wollen sie ihr Sportangebot u.a. in Flüchtlingsunterkünfte tragen und neben der sportlichen Anleitung auch psychosoziale Betreuung leisten.
Sportfreunde Blau-Gelb Marburg: Der Verein möchte insbesondere geflüchtete Mädchen einladen, kostenfrei an Fußballtrainings teilzunehmen, um sie so aus der sozialen Isolation zu holen. Zum Konzept zählt zudem ein Workshop- Programm.
Polar Pinguin e.V.: Der Berliner Verein organisiert das Fußballturnier „Kicken mit Herz-Cup“, bei dem gemischte Teams mit Paten antreten. Die Kinder legen dabei die FairPlay-Regeln fest. In spielfreien Phasen gibt es Workshops, unter anderem zu den Themen Demokratie und Konfliktlösung.
SV Kompass e.V.: Der Verein aus Osnabrück möchte zur Mitmachplattform werden, bei dem Jugendliche in Eigenregie ein neues Sportangebot entwickeln, Ferienwerkstätten organisieren und so den Vereinsalltag aktiv demokratisch mitgestalten können.

Die Ideenwettbewerb-Jury Alexander Heinrich (Robert Bosch Stiftung) Dr. Larissa Kuhn (Beisheim Stiftung) Clemens Kurek (Niedersächsische Lotto Sport Stiftung) Inga Gertmann (More in Common) David Naujeck (Bundeszentrale für politische Bildung) Prof. Dr. David Jaitner (Sporthochschule Köln) Dr. Kinza Khan (Akademie für politische Bildung Tutzing) Philipp Lahm (Vorstandsvorsitzender Philipp Lahm-Stiftung)