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Geschichte des Zoos







Redaktion Harald Jeschke

Tierische Inventur: Der Zoo Duisburg zählte seine Tiere

 Mit Klemmbrett und Stift wurde der Tierbestand am Kaiserberg vier Wochen lang gezählt. Das Ergebnis: Im Zoo Duisburg leben fast 5.000 Tiere aus 369 Arten

Duisburg, 27. Januar 2023 - Zum Ende eines jeden Jahres beginnt sie, die tierische Inventur im Zoo Duisburg. Von Ameise bis Zwergmanguste – es wird alles gezählt, was am Kaiserberg in den Gehegen schwimmt, läuft, krabbelt und fliegt. Nun steht das Ergebnis fest: Fast 5.000 Individuen aus 396 Arten leben zum Stichtag 31. Dezember 2022 im Zoo Duisburg.  

Bei der tierischen Inventur haben es einige Tierpfleger und Tierpflegerinnen leichter, andere deutlich schwerer. Kleine, besonders flinke oder gut getarnte Tiere werden gleich mehrfach gezählt. So im Aquarium: Über mehrere Tage und in festgelegten Intervallen wird der Bestand in den einzelnen Anlagen erfasst. Auch Fotos kommen hierbei zur Hilfe, um jedes einzelne Individuum aus den Fischschwärmen zu dokumentieren.

Sind alle Tiere gezählt, vergleichen die Zoologen die gesammelten Daten mit den Aufzeichnungen, die das ganze Jahr über gemacht werden. Denn täglich hält das Zoo-Team fest, welche Tiere geboren, verstorben, angekommen oder abgereist sind.  

Biologe Oliver Mojecki erklärt: „Der Tierbestand unterliegt stetigen Veränderungen – Tiere kommen an, einige finden in anderen zoologischen Einrichtungen ein neues Zuhause. Indem Zoos Tiere untereinander austauschen, wird der Bestand unter geschützten Bedingungen erhalten. Mit der Abgabe unserer Nachzuchten tragen wir somit zum Arterhalt bei“.

So verließen in 2022 zwei Duisburger Koalas den Kaiserberg, um in anderen Zoos eigene Familien zu gründen. Während ‚Tarnis‘ neue Wahlheimat der Zoo von Zürich ist, verschlug es Koalaweibchen ‚Eerin‘ in das rund 600 km entfernte Dresden. Außerdem wurde der Bestand an Fischen im Aquarium übergangsweise reduziert, weil sich eine Anlage im Umbau befindet.  

Im vergangenen Jahr begrüßte das Zoo-Team aber auch zahlreiche Neuankömmlinge. Die wohl schwergewichtigste Veränderung im Tierbestand gab es im Sommer: Aus dem dänischen Zoo von Odense reisten die Seekuh-Brüder Manfred und Pablo an den Kaiserberg und eroberten das Herz der Zoo-Belegschaft wie Besuchern im Sturm. Mit der Fertigstellung der Outback-Voliere kamen weitere Tierarten aus anderen Zoos nach Duisburg.

Foto Zoo Duisburg

So bevölkern beispielsweise Flinkwallabys, Mähnenenten und Maskenkiebitze die neu geschaffene Themenvoliere mit ihren markanten Rundbögen und fühlen sich augenscheinlich pudelwohl. Denn schon kurz nach dem Einzug vermeldeten die betreuenden Tierpfleger ersten Nachwuchs bei Spitzschopftauben und Gelbfußpfeifgänsen, die ebenfalls in der australischen Landschaftsanlage ein Zuhause gefunden haben.


Auch in der Asienvoliere des Affenhauses gab es gefiederten Nachwuchs: Rührend kümmerten sich beide Krontauben-Eltern um ihr Küken. Wie auch die Altvögeln, tragen auch die Küken nach ihrem Schlupf die namensgebende Federkrone auf ihrem Kopf.   
Foto Zoo Duisburg


Im Koalahaus klettern mit ‚Godarra‘, ‚Erlinga‘ und ‚Yunga‘ gleich drei junge Beuteltiere durchs Geäst und werden zunehmend selbstständig. Zeitgleich wächst versteckt in den Beuteln von ‚Gooni‘ und ‚Eora‘ die nächste Koala-Generation.

Foto: Zoo Duisburg

Auch die Delfinfamilie hat Zuwachs bekommen: Im September brachte Weibchen Debbie ein Jungtier zu Welt. Seitdem mischt der kleine ‚Domingo‘ die Familiengruppe kräftig auf.

 Foto: Zoo Duisburg 


Besonderen Nachwuchs gab es auch im Duisburger Affenhaus. Sowohl bei den hochbedrohten Roloway-Meerkatzen wie auch bei den Bärenstummelaffen wurde je ein Jungtier geboren.


Nachwuchs der bedrohten Art stellte sich auch bei den Ostafrikanischen Bongos ein: Nach 11 Jahren Pause wurde im Sommer ein kleines Bongo-Weibchen geboren, welches wegen ihrer großen Ohren von der Belegschaft liebevoll ‚kleine Fledermaus‘ genannte wird.

Für den Erhalt der charismatischen Antilopen ist der Nachwuchs enorm wichtig, wie Oliver Mojecki erklärt: „Schätzungen gehen davon aus, dass es in den Regenwäldern Kenias lediglich noch 70-80 ostafrikanische Bongos gibt. Somit stehen die Tiere am Rande der Ausrottung. Jede Nachzucht unter geschützten Bedingungen im Zoo stärkt die Reservepopulation und nährt die Hoffnung, dass die Tiere zumindest in Zoos überleben können“.  

Zahlreiche weitere Tierkinder erfreuten Besuchende und Zoo-Team gleichermaßen: So gab es im vergangenen Jahr unter anderem Nachwuchs bei den Alpakas, Meißner Widdern, Erdmännchen, Wildkatzen und Brillenpinguinen. Und auch die Inselfruchttauben, welche innerhalb der Zoolandschaft erstmals im Jahr 2021 in Duisburg erfolgreich gezüchtet wurden, zogen erneut Jungtiere auf.  

 „Foto: Zoo Duisburg“     

Aus dem Ei geschlüpft: Kleiner Bambushai wartet auf Geschwister

Insgesamt 22 Eier hat Haiweibchen Nadja im Zoo Duisburg gelegt. Die Winzlinge stehen als Botschafter für viele ihrer stark gefährdeten Artgenossen. Mini-Hai ist für Besuchende zu sehen.

Duisburg, 26. Januar 2023 - Wochenlang fieberte das Zoo-Team dem Ereignis entgegen, nun ist der erste von hoffentlich 22 kleinen Haien im Zoo Duisburg geschlüpft. Etwa 18 Zentimeter lang ist der Mini-Räuber. Sandgarnelen stehen bald auf seinem Speiseplan.  

Junger Bambushai - Foto Zoo Duisburg

Am frühen Morgen war der da, der kleine Hai. Ganz von allein hat das Jungtier die ledrige Eihülle durchstoßen. „Wir haben die Entwicklung vom Ei bis hin zum Junghai wochenlang begleitet. Den Winzling nun schwimmen zu sehen macht uns sehr stolz“, sagt Maik Peschke, Revierleiter des Aquariums im Zoo Duisburg. Für den Tierpfleger beginnt nun eine spannende Zeit.

„Der Schlupf kostet die jungen Haie viel Energie, sie müssen nun zügig anfangen zu fressen“, so Peschke über die Herausforderungen bei der Aufzucht. Sandgarnelen gilt es zu finden und zu erbeuten. Sie stehen in den ersten Lebenswochen auf dem Speiseplan. Mit zunehmendem Alter erweitert sich das Nahrungsspektrum um kleine Fischchen und auch Muschelfleisch. Um die Aufzucht besser begleiten und die Nahrungsaufnahme bestmöglich gestalten zu können, lebt der kleine Hai in die Kinderstube – einem transparenten Einsatz, der im Aquarium montiert und für die Zoobesucher einsehbar ist.  


 Bambushaie gehören mit einer Länge von rund 80 - 90 cm zu den kleineren Haiarten. Die nachtaktiven Tiere leben in den Riffen der Küstenregionen des Indischen Ozeans, wo sie sich am Tage auch verstecken. Bedingt durch die Zerstörung der Korallenriffe und den Fang als Speisefisch nehmen die Bestände des Bambushais ab. Generell eilt Haien ihr unbegründet schlechter Ruf meist voraus: Sie gelten nicht als Sympathieträger, werden daher häufig nicht gut genug geschützt und gnadenlos gejagt.

Schätzungen zufolge sterben jedes Jahr rund 100 Millionen Haie durch den Menschen. Das hat zur Folge, dass rund 75 Prozent der tropischen, küstennah lebenden Haie und Rochen gefährdet sind. Dabei sind die Gründe für die Gefährdung aller Haiarten vielfältig: Haie landen ungewollt als sogenannter Beifang in Netzen wie an Langleinen, ihr Lebensraum wird verschmutzt und Riffe zerstört. Auch die Kinderstube vieler Haiarten wird immer kleiner, denn die für Babyhaie so wichtigen Mangrovenwälder werden gerodet. Der Hauptgrund für das Verschwinden der Meeresräuber liegt aber in der gezielten Fischerei.

Insbesondere wegen ihrer Flossen werden Haie gezielt gefangen. Meist noch lebend, werden den Tieren die Flossen abgetrennt – der Körper dann über Bord geworfen, wo sie qualvoll sterben. In getrocknetem Zustand werden die Flossen vor allem in asiatische Länder exportiert. Dort finden sie Verwendung in Haifischflossen-Suppe sowie der traditionellen Medizin. Aber auch innerhalb Europas werden Haie kommerziell gehandelt und das Fleisch verkauft. Hierzu zählt unter anderem die sogenannte Schillerlocke, mit der die geräucherten Bauchlappen des Dornhais gemeint sind. Aber auch als Haifischsteak findet das Fleisch Abnehmer.  


Der stetige Rückgang von Haien hat Auswirkungen auf das Ökosystem Meer. Als Raubtiere am Ende der Nahrungskette nehmen insbesondere die großen Haiarten eine wichtige Rolle ein. Sie kontrollieren die Population ihrer Beute. Fehlt der Hai, kommen die sensiblen Nahrungsbeziehungen und schlussendlich das ganze Ökosystem Meer aus dem Gleichgewicht.  


Großer Erfolg für den Arterhalt: Hochbedrohte Tierart hat Nachwuchs

Aquarien-Team des Zoo Duisburg gelingt erstmals die Nachzucht des Mangarahara-Buntbarsches.
Die Rolle von Zoos als Zufluchtsort für bedrohte Tierarten wird einmal mehr deutlich.

Magarahara-Buntbarsch - Foto Zoo Duisburg


Duisburg, 25. Januar 2023 - Dem Zoo Duisburg ist ein großer Erfolg in Sachen Arterhalt gelungen: Mehrere Hundert kleine Mangarahara-Buntbarsche sind im Aquarium geschlüpft. Bis 2013 galt die ursprünglich nur auf Madagaskar beheimatete Tierart als ausgestorben. Weltweit arbeiten Zoos an der Rettung der unscheinbaren Fischart.

Gäste des Zoos können die Mini-Fische beobachten.  
Unter den wachsamen Augen der Eltern wuseln hunderte kleine Fischlarven umher. Ihr Schlupf im Aquarium des Zoo Duisburg ist eine Sensation, denn erstmals wachsen am Kaiserberg Vertreter dieser hochbedrohten Tierart heran. „Das ist ein großer Erfolg – für uns als Zoo, sowie für den Schutz dieser unscheinbaren Fische“, freut sich Revierleiter Maik Peschke.

Dabei betont der Tierpfleger die Rolle, die wissenschaftlich geführte Zoos auch für den Schutz unscheinbarer Tierarten einnehmen: „Man kann sagen – wir als Zoofamilie sind Unterstützer von Tierarten, die ansonsten kaum Freunde haben. Wir sind wichtige Partner und Motoren im Artenschutz und geben jeden Tag unser Bestes für unsere Schützlinge sowie dem Schutz der biologischen Vielfalt“.  

Seit Sommer 2020 betreut das Aquarienteam die Mangarahara-Buntbarsche. Schon die Eiablage im Schauaquarium vor einigen Wochen war für Maik Peschke etwas ganz Besonderes. „Nun gilt es Daumen drücken, dass ein Teil der Jungtiere auch groß wird“, so Peschke, der mit seinen vielen Jahren Berufserfahrung um die Herausforderung der Aufzucht von Jungfischen in Gemeinschaftsanlagen weiß.


Insbesondere müssen die Eltern ihren Nachwuchs beschützen und das Futter muss auf die Jungtiere besonders abgestimmt sein. Daher servieren die Mitarbeitenden mehrfach täglich Plankton, um die Aufzucht bestmöglich zu unterstützen. Es ist schon das zweite Mal, dass im Zoo Duisburg eine hochbedrohte Fischart aus Madagaskar vermehrt werden konnte. Schon im Sommer 2021 gelang dem Aquarien-Team - als zweite Einrichtung in Europa - die Nachzucht des Loiselle-Madagaskarbuntbarsches.  


Neben den Magarahara-Buntbarschen und den Loiselle-Madagaskarbuntbarschen lebt mit den Madagaskar-Ährenfischen eine dritte Fischart der Flusssysteme Madagaskars am Kaiserberg. Die Gründe für die Gefährdung der drei Arten sind vielfältig – aber alle menschengemacht: Brandrodung für die Landwirtschaft, das unkontrollierte Abholzen des Regenwaldes für Feuerholz und die Produktion von Holzkohle führen unter anderem dazu, dass immer mehr ursprünglicher Regenwald auf Madagaskar gerodet und unwiederbringlich zerstört wird.


Dadurch kommt das Ökosystem aus dem Gleichgewicht, Seen und Flüsse trocknen aus, der Lebensraum zahlreicher Fischarten schwindet. Für Oliver Mojecki, Zoologischer Leiter in Duisburg, steht es außer Frage, dass diese Tierarten ohne das Engagement der Zoos und ihren Netzwerken verloren wären: „Die Bedingungen im ursprünglichen Lebensraum verschlechtern sich dramatisch. So wird einmal mehr deutlich, dass Zoos wichtige Archen für Tierarten sind, die im ursprünglichen Lebensraum vom Menschen verdrängt wurden. Zugleich machen zahlreiche erfolgreiche Wiederansiedlungen verschiedensten Tierarten Hoffnung für die Zukunft“.  

Der Magarahara-Buntbarsch: Die Geschichte der globalen Rettungsaktion Mehrere Jahre galt der Mangarahara-Buntbarsch als „im Freiland ausgestorben“. Im Jahr 2013 wurden einige Individuen auf Madagaskar wiederentdeckt. Es begann eine globale Rettungsaktion: Die 18 gefundenen Buntbarsche wurden in eine Fischzuchtanlage auf Madagaskar überführt und sie vermehrten sich. Zum Aufbau eines sicheren Bestandes außerhalb Madagaskars wurde ein Teil der Jungfische nach Kanada geschickt.

Auch im Zoo von Toronto vermehrten sich die Buntbarsche so gut, dass einige Tiere nach Europa überführt werden konnten. Dem Kölner Zoo, der mittlerweile auch die Zuchtprojekte für madagassische Fische koordiniert, gelang die Zucht ebenfalls, so dass das Netzwerk zum Erhalt der Mangarahara-Buntbarsche größer wurde. Von Köln aus siedelten im Sommer 2020 insgesamt 30 Tiere ins Duisburger Aquarium um, wo sie das neu gestaltete Madagaskarbecken sowie eine Zuchtanlage hinter den Kulissen bezogen.

 „Wir sind Teil des Netzwerkes zur Erhaltung des Mangarahara-Buntbarsches und wollen mit der Haltung und Zucht dieser bedrohten Tierart aktiv dazu beitragen, eine stabile Reservepopulation unter geschützten Bedingungen zu etablieren. Einen ersten Schritt haben wir nun getan, worauf wir sehr stolz sind“, verdeutlicht der Zoologische Leiter Oliver Mojecki.  

Ein Video der Jungfische finden Sie unter folgendem Link: https://we.tl/t-0P4QDDlrSv. „Video: Zoo Duisburg“  

 

Zum Verlieben: Vier kleine Zwergotter kuscheln im Zoo miteinander

Im Zoo Duisburg wurden vier niedliche Zwergotter geboren
Die Charaktere der Sesamstraße inspirierten die Tierpfleger bei der Namenswahl.  

Mit Glück und Geduld kann der Nachwuchs auf der Außenanlage beobachtet werden. „Foto: Zoo Duisburg“  


Duisburg, 20. Januar 2023 - Putzmunter tapsen vier kleine Zwergotter durchs Nest, schauen mit ihren Knopfaugen umher und fiepen leise. Bereits Ende November wurden Samson, Tiffy, Elma und Finchen im Zoo Duisburg geboren. Seitdem hütete das Quartett die schützende Wurfhöhle. Nun stand ein erster Besuch von Zootierärztin Dr. Carolin Bunert auf dem Programm. Es folgte die Namenswahl der betreuenden Tierpfleger.  

Während des ersten medizinischen Check-Ups wurden Lunge und Herz abgehorcht, der Nabel kontrolliert und auch ein Blick in das kleine Mäulchen geworfen. „Alle Vier sind putzmunter, wohlauf und haben die Untersuchung vorbildlich und ohne großes Gezeter gemeistert“, freut sich Dr. Carolin Bunert. Auch das Geschlecht der Kleinen konnte die Zootierärztin gemeinsam mit den betreuenden Tierpflegern und Tierpflegerinnen bestimmen: Ein Männchen und drei Weibchen erweitern die bestehende Zwergotter-Familie am Kaiserberg.  

„Foto: Zoo Duisburg“


„Schon bevor wir wussten, welches Geschlecht der aktuelle Nachwuchs hat, haben wir uns entschieden, die Kleinen nach Charakteren der Sesamstraße zu benennen“, erzählt Revierleiter Philipp Goralski. „Ausschlaggebend dafür war, dass die Serie in diesem Jahr ihr 50jähriges Jubiläum feiert und uns alle in der Kindheit begeistert und begleitet hat“. Dabei ist die Wahl auf Samson, Tiffy, Elma und Finchen gefallen. „Natürlich waren auch Oscar oder Krümelmonster in der engeren Auswahl“, verrät der Tierpfleger mit einem Lachen.  


Asiatische Zwergotter leben in Familienverbänden von rund 12 Tieren und gelten als sehr soziale Tierart. Mit lauten Rufen kommunizieren die Mitglieder einer Gruppe untereinander. In ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet setzen Lebensraumverlust sowie der illegale Tierhandel in Asien den sympathischen Zwergottern zunehmend zu. Daher gilt die Art als „gefährdet“.  

Babyboom: Zoo Duisburg erwartet 22 Tierkinder

Duisburg, 17. Januar 2023 - Noch entwickeln sich die kleinen Haie in ihren Eikapseln. Die Winzlinge stehen als Botschafter für viele ihrer stark gefährdeten Artgenossen. Besucher können die Entwicklung live verfolgen.  

Bambushai ‚Nadja‘ - „Foto: Zoo Duisburg“


Vor einem Jahr zog Bambushai Nadja an den Kaiserberg. Hier lernte sie ihren Artgenossen Lenny kennen. Schon kurz nach ihrer Ankunft beobachtete das Pflegerteam erste Annäherungen. Nun gibt es Nachwuchs, der sich aber noch in Eiern befindet.  

Eikapseln im gesonderten Aufzuchtbereich - „Foto: Zoo Duisburg“  


Rund sechs cm lang sind die bräunlichen Eikapseln der Bambushaie. In jeder von ihnen wächst ein kleiner Hai heran. Mit dem Schlupf der Mini-Räuber rechnet Maik Peschke innerhalb der nächsten Wochen.

„Über mehrere Tage werden, so hoffen wir, immer wieder Jungtiere aus dem Ei schlüpfen“. Der Revierleiter des Duisburger Aquariums weiß aber auch um die Herausforderungen der Aufzucht kleiner Haie: „Der Schlupf fordert sehr viel Energie, deswegen müssen die Jungtiere schnell anfangen zu fressen“. In den ersten Lebenswochen stehen kleine Garnelen auf dem Speiseplan. Später werden sich die jungen Bambushaie beispielsweise von Fischchen und Muscheln ernähren – Nahrung, die auch bei ihren Eltern auf dem Speiseplan steht.  

 

Bambushaie gehören mit einer Länge von rund 80-90 cm zu den kleineren Haiarten. Die nachtaktiven Tiere leben in den Riffen der Küstenregionen des Indischen Ozeans, wo sie sich am Tage auch verstecken. Bedingt durch die Zerstörung der Korallenriffe und den Fang als Speisefisch nehmen die Bestände des Bambushais ab.

Junger Bambushai in Eikapsel - „Foto: Zoo Duisburg“


Generell eilt Haien ihr unbegründet schlechter Ruf meist voraus: Sie gelten nicht als Sympathieträger, werden daher häufig nicht gut genug geschützt und gnadenlos gejagt. Schätzungen zufolge sterben jedes Jahr rund 100 Millionen Haie durch den Menschen. Das hat zur Folge, dass rund 75% aller Haiarten auf der sogenannten Roten Liste stehen.

Dabei sind die Gründe für die Gefährdung vielfältig: Haie landen ungewollt als sogenannter Beifang in Netzen wie an Langleinen, ihr Lebensraum wird verschmutzt und Riffe zerstört. Auch die Kinderstube vieler Haiarten wird immer kleiner, denn die für Babyhaie so wichtigen Mangrovenwälder werden gerodet. Der Hauptgrund für das Verschwinden der Meeresräuber liegt aber in der gezielten Fischerei. Insbesondere wegen ihrer Flossen werden Haie gezielt gefangen.

Meist noch lebend, werden den Tieren die Flossen abgetrennt – der Körper dann über Bord geworfen, wo sie qualvoll sterben. In getrocknetem Zustand werden die Flossen vor allem in asiatische Länder exportiert. Dort finden sie Verwendung in Haifischflossen-Suppe sowie der traditionellen Medizin. Aber auch innerhalb Europas werden Haie kommerziell gehandelt und das Fleisch verkauft. Hierzu zählt unter anderem die sogenannte Schillerlocke, mit der die geräucherten Bauchlappen des Dornhais gemeint sind. Aber auch als Haifischsteak findet das Fleisch Abnehmer.  

Der stetige Rückgang von Haien hat Auswirkungen auf das Ökosystem Meer. Als Raubtiere am Ende der Nahrungskette nehmen insbesondere die großen Haiarten eine wichtige Rolle ein. Sie kontrollieren die Population ihrer Beute. Fehlt der Hai, kommen die sensiblen Nahrungsbeziehungen und schlussendlich das ganze Ökosystem Meer aus dem Gleichgewicht.  

 

Kleiner Delfin im Zoo Duisburg der Öffentlichkeit vorgestellt

Auch einen Namen hat das männliche Jungtier bekommen. Dabei ist eine wohlgepflegte Tradition im Duisburger Delfinarium fortgeführt worden.

Duisburg, 11. Januar 2023 - Am 04. September 2022 wurde der kleine Delfin geboren. In den letzten Wochen hat das Jungtier die übrigen Familienmitglieder kennengelernt und ist jetzt für die Besucherinnen und Besucher des Zoos zu sehen. Auch seinen Namen hat das jüngste Mitglied der Duisburger Delfinfamilie bekommen: ‚Domingo‘ leitet sich aus der spanischen Sprache ab und bedeutet übersetzt „Sonntag“ – der Tag der Geburt des Jungtieres.

Delfinjungtier Domingo l Quelle: L. Dommes

Dabei folgte die Namensgebung einer wohlgepflegten Tradition, wie Revierleiter Roland Edler erzählt: „Alle bei uns geborenen Delfine tragen einen Namen, der mit dem Anfangsbuchstaben ‚D‘ beginnt – ‚D‘ wie Duisburg. Das haben wir beibehalten“.  

Mit der Entwicklung des jüngsten Familienmitgliedes ist das Zoo-Team sehr zufrieden. In den letzten Wochen lernte Domingo daher auch die übrigen Familienmitglieder kennen - schrittweise, mit viel Fingerspitzengefühl und unter Beobachtung der erfahrenen Tierpfleger.
„Beim Kennenlernen der Familienmitglieder achten wir darauf, dass zuerst die Tiere mit der engsten Verbindung zur Mutter vorgestellt werden. Unsere langjährige Erfahrung hat gezeigt, dass dies am besten funktioniert und das Jungtier nicht überfordert“, erläutert Roland Edler.  

Immer an der Seite von Domingo ist Debbie, die mit ihren mittlerweile sieben Jahren eine noch sehr junge Mutter ist. „Debbie hat sich zu jedem Zeitpunkt vorbildlich und absolut souverän verhalten. Grundlage dafür ist, dass sie innerhalb der Familiengruppe durch Beobachten viel über den Umgang und die Aufzucht von Jungtieren gelernt und dieses Wissen umgesetzt hat. Das unsere gewachsene Familiengruppe so etwas ermöglicht, macht mich sehr stolz“, sagt Dr. Kerstin Ternes, Zootierärztin und Expertin für Delfine.

Delfinjungtier Domingo an der Seite von Mutter Debbie l Quelle: Zoo Duisburg



Mit der erfolgreichen Zusammenführung der Familiengruppe besteht nun auch für die Besucherinnen und Besucher des Zoo Duisburg die Möglichkeit, Domingo zu beobachten und seine Aufzucht mitzuverfolgen. Wie schon in den ersten Lebenswochen, wird das Zoo-Team die weitere Aufzucht intensiv beobachten und wissenschaftliche Daten sammeln. Die gesammelten Daten erweitern das Wissen über Delfine und werden der internationalen Fachwelt zur Verfügung gestellt. Aber nicht nur die Aufzucht von Jungtieren ist Studieninhalt im Duisburger Delfinarium.


Die wissenschaftliche Arbeit mit den Tieren dient Artenschützern weltweltweit als Grundlage. So wurde in Duisburg beispielsweise die Haftbarkeit von GPS-Trackern mittels Saugnapf an Delfinhaut erprobt. Mit den Geräten können u.a. Wanderrouten von Walen und Delfinen verfolgt werden. Das funktioniert aber nur, wenn die Geräte auch halten. Eine Studie, die im ursprünglichen Lebensraum unmöglich gewesen wäre. Im Duisburger Delfinarium wurde auch ausprobiert, wie Delfine auf reflektierende Netze reagieren. Sind die Tiere in der Lage solch speziell beschichtete Fischernetze über Echoortung zu erkennen, kann es helfen, dass weniger Delfine in solchen Netzen verenden.

Darüber hinaus konnten Forscher bei uns grundlegende Erkenntnisse zum Kommunikationsverhalten von Delfinen sammeln. Mit diesem Wissen kann die Gruppenzugehörigkeit von Delfinen festgestellt werden und hilft, das Leben im Familienverband noch besser zu verstehen. Diese Beispiele unterstreichen die Bedeutung der wissenschaftlichen Arbeit von anerkannten Delfinarien.
 

 

Besondere Themenführungen im Winter und Frühjahr

Duisburg, 10. Januar 2023 - Die thematisch wechselnden Monatsführungen geben den Gästen des Zoos einen vielfältigen Einblick in das tierische Treiben am Kaiserberg.

„Wetterunabhängiges Zooerlebnis – Tierhäuser im Fokus“am 21. Januar
Ein Besuch in den Tropen, an karibischen Sandstränden oder in schillernden Unterwasserwelten: Mit seinen zahlreichen Tierhäusern ist der Zoo Duisburg auch bei schlechtem Wetter einen Besuch wert.

Im Rahmen der Themenführung „Wetterunabhängiges Tiererlebnis – Tierhäuser im Fokus“ erfahren interessierte Zoobesucher allerhand wissenswertes über Seekühe, Leguane und tropische Meeresbewohner. Auch ein Besuch im Koalahaus steht auf dem Programm. Mit etwas Glück lassen sich hier mehrere Jungtiere bei ihren Ausflügen durch das Geäst beobachten.

Eine vorherige Buchung über den Online-Shop des Zoos ist unbedingt erforderlich. Der Preis für die einstündige Führung beträgt 6 Euro für Erwachsene und 3 Euro für Kinder zuzüglich zum regulären Zooeintritt. Die Führung startet um 12.00 Uhr am Haupteingang.  

Wirtelschwanzleguan l Zoo Duisburg / G. Sickmann  


„Superhelden im Tierreich“ / 11. Februar 2023
Sie sind besonders stark, können im Dunkeln sehen oder giftige Nahrung fressen: Viele Tierarten haben „Superkräfte“, die sie für ihr alltägliches Überleben brauchen.

Blattschneider-Ameise l Zoo Duisburg / J. Tegge

Im Rahmen der Themenführung „Superhelden im Tierreich“ erfahren interessierte Zoobesucher, welche geheime Superkraft Blattschneiderameisen, Elefanten, Delfine, Koalas und Co. haben. Eine vorherige Buchung über den Online-Shop des Zoos ist unbedingt erforderlich. Der Preis für die einstündige Führung beträgt 6 Euro für Erwachsene und 3 Euro für Kinder zuzüglich zum regulären Zooeintritt. Die Führung startet um 12.00 Uhr am Haupteingang.  


„Die Letzten ihrer Art“ / 04. März 2023
Socorro-Taube, Mangarahara-Buntbarsch, Bürstenschwanz-Rattenkänguru und Ostafrikanischer Bongo. Neben ungewöhnlich Namen eint diese Tiere eine traurige Gemeinsamkeit – sie alle sind hochbedroht und die Letzten ihrer Art. Bei der gleichnamigen Themenführung erfahren interessierte Zoobesucher aus erster Hand, was Zoologische Gärten konkret im Artenschutz tun, wie global verknüpfte Zuchtprogramme funktionieren und welche Tierarten nur dank der Bemühungen von Zoos überlebt haben.

Socorro-Taube l Zoo Duisburg / I. Sickmann

Eine vorherige Buchung über den Online-Shop des Zoos ist unbedingt erforderlich. Der Preis für die einstündige Führung beträgt 6 Euro für Erwachsene und 3 Euro für Kinder zuzüglich zum regulären Zooeintritt. Die Führung startet um 12.00 Uhr am Haupteingang.