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Düsseldorf/Duisburg,
11. Juni 2026 -
Düsseldorf-Lohausen gehört ohne Frage zu den besseren
Wohngebieten der Landeshauptstadt. Im Westen des Stadtteils
Richtung Rhein reiht sich Villa an Villa, im Süden bietet
der Lantzsche Park samt Villa Lantz eine grüne Oase unweit
des Flughafens. Ob sich die Kreuzkröte aber deswegen dort so
wohl fühlt, darf bezweifelt werden. Denn viel mehr wird es
daran liegen, dass die Autobahn GmbH dort, am
nord-westlichen Ende des Lantzschen Park direkt an den
Sportplätzen des Lohausener SV eine ihrer Ausgleichsflächen
unterhält, um dort der sehr seltenen Kreuzkröte eine Heimat
zu bieten.
Ausgleichsfläche für den Bau der A44
Das ca. 20.000 Quadratmeter große Areal wurde 1995 als
Ausgleichsfläche vom Landesbetrieb Straßenbau NRW beim Bau
der Autobahn A44 nördlich der Anschlussstelle
Düsseldorf-Messe/ Arena angelegt. Doch mit der Zeit kam es
zu Fehlentwicklungen. Die zwei Hektar verbuschten,
Sträucher, Bäume und Gräser machten sich breit. Auch wenn
das einige Tiere mögen und dadurch einen Rückzugsort fanden,
für die Kreuzkröte sind diese Bedingungen nicht optimal. Sie
mag es gerne karg und kahl, liebt sonnige Sand- und
Kiesflächen. Nur an zwei weiteren Orten in Düsseldorf sind
die auf der roten Liste stehenden, maximal sieben Zentimeter
großen Amphibien anzutreffen.
Autobahn GmbH hat die Fläche vor fünf Jahren
übernommen
„Nachdem die Fläche stark zuwuchs, wurden im Februar 2019
auf dem Areal großflächig Gehölze entfernt. Zur Schaffung
von vegetationslosen bzw. -armen sonnigen Sand- und
Kiesflächen wurde der Oberboden mit allen Pflanzen
abgetragen. Die Fläche wurde dadurch ausgemagert. Zudem
wurden Laichgewässer aus Ton mit Sandabdeckung geschaffen
und Kiesschüttungen und Totholzhaufen als Verstecke
angelegt. Um einer weiteren Verbuschung entgegenzuwirken,
wurde das gesamte Gelände mit einem 1,30 Meter hohen Zaun
eingezäunt und die Fläche durch Schafe und Ziegen beweidet.
Damit bleibt es von außen störungsfrei. Der Landesbetrieb
Straßenbau NRW war für die Pflege und Entwicklung der
Ausgleichsfläche zuständig, mit Gründung der Autobahn GmbH
vor fünf Jahren haben wir sie übernommen“, schildert
Landespfleger Stefan Greyn aus dem Geschäftsbereich Planung
der in Krefeld ansässigen Autobahn-Niederlassung Rheinland.
Kreuzkröte trotzt dem Anwohner-Protest
Die Eingriffe, fachlich begleitet durch die Untere
Naturschutzbehörde der Stadt Düsseldorf, waren nicht
unumstritten.
Bürger monierten den Kahlschlag, der Jagdpächter beschwerte
sich und auch der damalige Bezirksbürgermeister verstand sie
nicht. Doch die Kreuzkröte hat sich über die Widerstände
hinweggesetzt.
Stefan Greyn: „Eine externe Amphibienkartierung 2025 hat
einen Kreuzkrötenbestand nachgewiesen. Das Entwicklungsziel
ist damit erreicht. Auch in diesem Jahr gibt es einen hohen
Bestand an Quappen im Laichgewässer und Fund erwachsener
Tiere.“
Damit das so bleibt, werden im kommenden Herbst und Winter
zwei in der Zwischenzeit verlandete Laichgewässer
wiederhergestellt und drei kleinere neu angelegt. Im
Randbereich aufkommende Brombeerbestände werden gemulcht. Es
erfolgt eine Ansaat mit Regio-Saatgut zur Förderung der
Insektenpopulation.
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