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Landtag, Ministerien , Bezirksregierung und Verfassungsgerichte aktuell
Bezirksregierung Düsseldorf: Duisburgs Schulsituation


Neue Ministeriums-Broschüre zum Insektenschutz

Düsseldorf/Duisburg, 17. Juli 2019 - Praxistipps und jede Menge Fakten trägt die neue Broschüre "Insekten schützen – Artenvielfalt bewahren" auf 44 ansprechend gestalteten Seiten zusammen Umweltministerin Heinen Esser: "Weniger Insekten, weniger Blütenpflanzen und Singvögel, weniger Vielfalt. Diese Negativkette müssen wir gemeinsam durchbrechen, die Bewahrung der biologischen Vielfalt ist Kernanliegen der nordrhein-westfälischen Umwelt- und Naturschutzpolitik. Deswegen freue ich mich, dass wir mit der neuen Broschüre Tipps und Fakten zum Insektenschutz auf 44 Seiten allgemeinverständlich zur Verfügung stellen können".

Fast Dreiviertel aller Tierarten in Deutschland sind Insekten, von denen die meisten nur winzig klein sind. Insekten sind für unsere Ökosysteme unverzichtbar, dennoch nehmen in den letzten Jahrzehnten gerade die blütenbesuchenden Insekten merklich ab, längst ist der Rückgang auch in Nordrhein-Westfalen angekommen.
Das Umweltministerium gibt deshalb eine neue Broschüre unter dem Titel "Insekten schützen – Artenvielfalt bewahren" heraus.
 Großzügige Fotostrecken, Kurzporträts heimischer Arten und prägnante Wissenstexte über das Wirken der kleinen Tiere laden zum Blättern ein. Zahlreiche Ansprechpartner für Kommunen und Privatpersonen, weiterführende Infoangebote, Medien und Links unterstreichen den Servicecharakter des Heftes.

Kommunale Best-Practice-Beispiele und Tipps für pestizidfreie und naturnahe Garten- und Balkongestaltung runden die Broschüre ab. Die Publikation im modernen Design informiert über die Ursachen des Insektensterbens und gibt eine Übersicht der Maßnahmen, die die nordrhein-westfälische Landesregierung bereits ergriffen hat, um den Verlust der biologischen Vielfalt entgegenzuwirken. Nordrhein-Westfalen besitzt eine faszinierende Natur, die immer wieder neu begeistert.
Teil dieser vielfältigen Natur zu sein, sie zu sehen, zu hören und zu erleben, ist von unschätzbarem Wert. Der Erhalt der biologischen Vielfalt ist eine zentrale Aufgabe menschlicher Daseinsvorsorge und Kernanliegen der Landesregierung.

"Wir müssen alles dafür tun, unseren Artenschatz den nachfolgenden Generationen zu vererben", sagt Umweltministerin Ursula Heinen-Esser. Ministerin Heinen-Esser: "Insekten sind faszinierende Tiere, die ökologische Schlüsselfunktionen selbst im Polareis oder in der Wüste wahrnehmen. Aber auch vor unserer Haustür leisten sie Wertvolles. Wir alle können Insekten Lebensraum und Nahrung spenden, indem wir seltener den Rasen mähen, auf die Anlage von Steingärten verzichten oder Obst und Gemüse aus regionalem und biologischem Anbau kaufen."

Kostenlose Bestellung oder herunterladen als PDF-Datei [http://url.nrw/Zv6]

Trinkwasserversorgung in NRW ist auch an heißen Tagen gesichert

Düsseldorf/Duisburg. 28. Juni 2019 - Die Trinkwasserversorgung in Nordrhein-Westfalen ist auch an heißen Tagen gesichert. Darauf weist das nordrhein-westfälische Umweltministerium hin. Die Wasserversorgungsanlagen im Land sind so ausgelegt, dass sie eine sichere Versorgung der Menschen mit Trinkwasser sicherstellen. Auch die Talsperren des Landes, in vielen Landesteilen wichtige Ressource für die Trinkwasserversorgung, sind nach dem feuchten Winterhalbjahr noch ausreichend gefüllt.
"Aber selbstverständlich ist der Wasserbedarf bei einer anhaltenden warmen und trockenen Witterung deutlich erhöht. Dies haben nicht zuletzt die Erfahrungen aus dem vergangenen Sommer gezeigt", sagt Umweltministerin Ursula Heinen-Esser. Infolge der langen Trockenperiode des Vorjahrs sind die tiefen Bodenschichten weiterhin zu trocken, auch die Grundwasserkörper sind noch nicht wieder voll aufgefüllt. Einige Kommunen, in denen es aufgrund anhaltender Trockenheit zu Versorgungsengpässen kommt, haben ihre Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, sorgsam mit dem Trinkwasser umzugehen und auf das Sprengen ihrer Gärten, das Befüllen von Schwimmbecken oder den Einsatz von Hochdruckreinigern zu verzichten.
"Ich appelliere an die Bürgerinnen und Bürgern in den betroffenen Regionen, die Verhaltensregeln ihrer Kommunen ernst zu nehmen und unbedingt zu beachten", sagt Ministerin Heinen-Esser.
"Wasser ist unser Grundnahrungsmittel Nummer Eins. Auch wenn unsere Wasserversorgung grundsätzlich nicht gefährdet ist, sind alle zu einem sorgsamen und sparsamen Umgang mit unserem Grund- und Trinkwasser aufgerufen und Wasser ist nicht zu verschwenden."

Weitere Informationen: Thema "Wasserversorgung und Trinkwasser" [https://www.umwelt.nrw.de/umwelt/umwelt-und-wasser/wasserversorgung-und-trinkwasser/]

Land setzt beim Schulmilchprogramm neue Akzente

Förderung künftig nur noch für zuckerfreie Milchprodukte

 

Düsseldorf/Duisburg. 1. Juni 2019 -Das Schulmilchprogramm wird mit anderen Akzenten fortgesetzt. Mit Beginn des kommenden Schuljahres wird das Land nur noch reine Schulmilch fördern und dabei über das EU-Schulmilchprogramm ausschließlich ungezuckerte Milchprodukte anbieten. Dies haben das Verbraucherschutzministerium und das Schulministerium zur künftigen Ausgestaltung des Schulmilchprogramms heute bekannt gegeben. Vorausgegangen war ein intensiver sachlich-fachlicher Austausch mit Wissenschaft, Praxis, den Schulen und insbesondere auch den Eltern.

"Auf dieser Grundlage haben wir entschieden, fortan zuckerfreie Milchprodukte zu fördern und keine Fördermittel mehr für Kakao aufzuwenden", erklärte Verbraucherschutzministerin Heinen-Esser. "Ohne die tägliche Ration an Kohlenhydraten, Vitaminen und Mineralstoffen kommen Körper und Lebensgeister morgens nicht in Schwung. Milch ist insbesondere für das Kinderfrühstück ein wertvoller Baustein." Daher werde man dieses Angebot weiterhin aufrechterhalten und noch stärker fördern. Schulministerin Yvonne Gebauer ergänzte: "Gleichzeitig wollen wir die begleitenden pädagogischen Angebote weiter ausbauen." Gemeinsam betonen Heinen-Esser und Gebauer auch die Bedeutung eines vollwertigen Frühstücks für Kinder.

"Viele Kinder frühstücken nicht mehr zu Hause und kommen auch nicht mehr mit einem Butterbrot in die Schule. Essen und Trinken in der Schule bekommt einen wichtigeren Stellenwert, damit unsere Schüler-innen und Schüler fit und leistungsfähig den Schultag bewältigen können. Welche Produkte von Dienstleistern an Schulen angeboten werden, entscheidet letztlich der jeweilige Träger beziehungsweise die Schule, daher stehen alle Beteiligten in einer gemeinsamen Verantwortung", sagte Schulministern Gebauer. Wenn Eltern und Schüler dies wünschen, kann selbstverständlich auch künftig Kakao bestellt werden; dieser wird jedoch nicht mehr gefördert. Ministerin Heinen-Esser: "Das Land setzt durch Programme wie das Schulobst- und Milchprogramm bereits positive Signale. Die Beratung der Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung trägt zur Etablierung einer gesunden Verpflegung bei."

Im September 2018 hatte Ministerin Heinen-Esser zu einem Fachdialog "Fakten zur Schulmilch" eingeladen. Im Januar 2019 folgte ein gemeinsam mit der Verbraucherzentrale NRW ausgerichtetes wissenschaftliches Symposium "Frühstück macht Schule". Ein wesentliches Ergebnis des Fachdialogs und des Symposiums war die Bedeutung des Schulfrühstücks. Zur weiteren Meinungsbildung hatte das Verbraucherschutzministerium mit Unterstützung des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) in den zurückliegenden Wochen eine Elternbefragung durchgeführt. Das Stimmungsbild dieser nicht repräsentativen Befragung hat die derzeitige Praxis der Bestellungen sowie eine differenzierte Sichtweise der Eltern bestätigt:

Land setzt beim Schulmilchprogramm neue Akzente 31.05.2019 Förderung künftig nur noch für zuckerfreie Milchprodukte Das Schulmilchprogramm wird mit anderen Akzenten fortgesetzt. Mit Beginn des kommenden Schuljahres wird das Land nur noch reine Schulmilch fördern und dabei über das EU-Schulmilchprogramm ausschließlich ungezuckerte Milchprodukte anbieten. Dies haben das Verbraucherschutzministerium und das Schulministerium zur künftigen Ausgestaltung des Schulmilchprogramms heute bekannt gegeben. Vorausgegangen war ein intensiver sachlich-fachlicher Austausch mit Wissenschaft, Praxis, den Schulen und insbesondere auch den Eltern.
"Auf dieser Grundlage haben wir entschieden, fortan zuckerfreie Milchprodukte zu fördern und keine Fördermittel mehr für Kakao aufzuwenden", erklärte Verbraucherschutzministerin Heinen-Esser. "Ohne die tägliche Ration an Kohlenhydraten, Vitaminen und Mineralstoffen kommen Körper und Lebensgeister morgens nicht in Schwung. Milch ist insbesondere für das Kinderfrühstück ein wertvoller Baustein."
Daher werde man dieses Angebot weiterhin aufrechterhalten und noch stärker fördern. Schulministerin Yvonne Gebauer ergänzte: "Gleichzeitig wollen wir die begleitenden pädagogischen Angebote weiter ausbauen."
Gemeinsam betonen Heinen-Esser und Gebauer auch die Bedeutung eines vollwertigen Frühstücks für Kinder. "Viele Kinder frühstücken nicht mehr zu Hause und kommen auch nicht mehr mit einem Butterbrot in die Schule. Essen und Trinken in der Schule bekommt einen wichtigeren Stellenwert, damit unsere Schüler-innen und Schüler fit und leistungsfähig den Schultag bewältigen können. Welche Produkte von Dienstleistern an Schulen angeboten werden, entscheidet letztlich der jeweilige Träger beziehungsweise die Schule, daher stehen alle Beteiligten in einer gemeinsamen Verantwortung", sagte Schulministern Gebauer.

Wenn Eltern und Schüler dies wünschen, kann selbstverständlich auch künftig Kakao bestellt werden; dieser wird jedoch nicht mehr gefördert. Ministerin Heinen-Esser: "Das Land setzt durch Programme wie das Schulobst- und Milchprogramm bereits positive Signale. Die Beratung der Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung trägt zur Etablierung einer gesunden Verpflegung bei." Im September 2018 hatte Ministerin Heinen-Esser zu einem Fachdialog "Fakten zur Schulmilch" eingeladen. Im Januar 2019 folgte ein gemeinsam mit der Verbraucherzentrale NRW ausgerichtetes wissenschaftliches Symposium "Frühstück macht Schule".
Ein wesentliches Ergebnis des Fachdialogs und des Symposiums war die Bedeutung des Schulfrühstücks. Zur weiteren Meinungsbildung hatte das Verbraucherschutzministerium mit Unterstützung des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) in den zurückliegenden Wochen eine Elternbefragung durchgeführt. Das Stimmungsbild dieser nicht repräsentativen Befragung hat die derzeitige Praxis der Bestellungen sowie eine differenzierte Sichtweise der Eltern bestätigt:


- Circa 12.000 Eltern haben an der Umfrage teilgenommen, weit überwiegend Eltern von Grundschulkindern.
- 83 Prozent der Befragten finden es wichtig oder sehr wichtig, dass ihre Kinder täglich Milch und Milchprodukte bekommen.
Auf die Frage, welche Produkte sollten über das EU-Schulmilchprogramm zu einem vergünstigten Preis abgegeben werden, antworteten 42 Prozent Milch und Milchprodukte ohne Zuckersatz aus, 39 Prozent Milch und Kakao, zehn Prozent Milch, sechs Prozent "egal" und drei Prozent Enthaltung.

Zehn Jahre Deutsche Alleenstraße

Düsseldorf/Duisburg, 29. Mai 2019 - Nordrhein-Westfalen feiert zehn Jahre Deutsche Alleenstraße. In Anwesenheit von Umweltministerin Ursula Heinen-Esser wurde die Bedeutung der Alleen heute in Schlangen im Kreis Lippe gewürdigt. "Zehn Jahre Deutsche Alleenstraße in Nordrhein-Westfalen - das ist ein Grund zum Feiern. Damit führt seit zehn Jahren eine der beliebtesten Ferienrouten Deutschlands quer durch Nordrhein-Westfalen.

Alleen sind ein Symbol für Lebensqualität und Heimat, die wir gerade für unsere künftigen Generationen erhalten wollen", sagte Ministerin Heinen-Esser. Ab 2007 hatte sich die Landesregierung um den Anschluss an die Deutsche Alleenstraße bemüht. Im Mai 2009 konnte die Route eingeweiht werden.

Alleen sind von einmaliger landschaftlicher Schönheit und eine Bereicherung für Mensch und Natur. Nordrhein-Westfalen hat viele wunderschöne Alleen. Im Kataster des Landes sind über 5.500 Alleen erfasst. Besonders alte Alleen aus einheimischen Baumarten wie Buchen, Eichen und Linden sind für die Erhaltung unserer Biologischen Vielfalt wichtig. Dazu zählen auch die Allen aus Kultursorten wie Kirsch-, Pflaumen- und Apfelbäumen in den ländlichen Regionen Nordrhein-Westfalens.

Heinen-Esser: "Alte Alleen sind kulturhistorische Zeugnisse und heute wichtiger denn je: Sie wirken dem Verlust an biologischer Vielfalt entgegen, denn gerade an Buchen, Eichen und Linden leben viel Insekten". Dazu zählen vor allem die blütenbesuchenden Fluginsekten wie Bienen, Wildbienen, und Schmetterlinge. Besonders bekannt ist ein Bienen-Produkt: der Lindenblütenhonig.

Allee des Monats

Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz präsentiert jeden Monat eine neue "Allee des Monats" auf seiner Seite www.allee-des-monats.nrw.de/.

Wer sich mit einem Foto bewerben möchte, kann dieses an die Adresse allee-des-monats@mulnv.nrw.de mailen. Wichtig: Ort und Baumart(en) und ungefähres Alter sollten genannt werden, gerne auch eine kurze Geschichte, warum diese Allee vielleicht sogar die Lieblingsallee ist. Aus allen Einsendungen wird die "Allee des Monats" ausgewählt.

Der 22. Mai ist der Internationale Tag der biologischen Vielfalt.

Düsseldorf/Duisburg, 22. Mai 2019 - Im Jahr 1992 wurde an diesem Tag der Text des internationalen Übereinkommens über die Erhaltung der biologischen Vielfalt verabschiedet. "Der Tag erinnert an unsere Verpflichtung und Verantwortung, die biologische Vielfalt zu schützen und zu erhalten. Wir müssen alles dafür tun, unseren Artenschatz den nachfolgenden Generationen zu vererben", so Umweltministerin Ursula Heinen-Esser. Das Ausmaß des Artensterbens war in der Geschichte der Menschheit noch nie so groß wie heute, zudem nimmt die Aussterberate weiter zu. So lautet die ernüchternde Analyse eines aktuellen globalen Biodiversitäts-Checks, den der Weltbiodiversitätsrat Anfang Mai vorgelegt hat.

"Die Zahlen sind beängstigend. Wir müssen massiv gegensteuern und das Ausmaß und die Geschwindigkeit des globalen Artensterbens stoppen. Neben dem Klimawandel stellt der Verlust unserer biologischen Vielfalt die gegenwärtig größte ökologische Bedrohung dar. Der aktuellen Abnahme der biologischen Vielfalt, dem Verlust an Insekten und Singvögeln vor unserer eigenen Haustüre müssen wir mit Nachdruck begegnen", erklärt Heinen-Esser.

Insekten schützen – Artenvielfalt bewahren
Zu den bekannten Bedrohungen der Artenvielfalt in Nordrhein-Westfalen gehören der Verlust von Lebensräumen durch intensive Flächennutzung infolge von Bebauung, Land- und Forstwirtschaft, Waldverlust, Änderungen des Nährstoff- und Wasserhaushalts sowie Bodenschatzgewinnung. Weitere Treiber sind die Einflüsse des Klimawandels und die Ausbreitung gebietsfremder, invasiver Arten. 

"Weniger Insekten, weniger Blütenpflanzen und Singvögel, weniger Vielfalt und am Ende weniger Erträge in der Landwirtschaft. Diese Negativkette müssen wir gemeinsam durchbrechen", so Heinen-Esser. In der Biodiversitätsstrategie NRW hat das Land umfangreiche Maßnahmen gegen den Verlust der Arten- und Lebensraumvielfalt auf der gesamten Landesfläche formuliert. Heinen-Esser: "Wir müssen zweigleisig fahren: Einerseits müssen wir die bereits bekannten Ursachen angehen und andererseits müssen wir durch den Aufbau solider Forschung noch offene Fragen klären. Beides müssen wir parallel tun."

Im Jahr 2017 startete Nordrhein-Westfalen als erstes Bundesland eine Langzeitstudie zum Ausmaß des Insektenschwunds. In dem Portal www.biodiversität-nrw.de der Landwirtschaftskammer können sich Landwirte informieren, welche Maßnahmen zur Stärkung der Artenvielfalt für ihren Betrieb infrage kommen und welche Förderungsmöglichkeiten es gibt. Konferenz zum Artenschutz am 3. Juni Am 3. Juni 2019 veranstaltet das Umweltministerium in Düsseldorf eine Konferenz aller relevanten Akteure, um gemeinsam über die Ursachen des Artenschwundes zu diskutieren und erforderliche Gegenmaßnahmen zu beraten.

Die Konferenz richtet sich an Naturschutzverbände, Biologische Stationen, Landwirtschaftsverbände, Gartenbauverbände, Wirtschaftsverbände, Waldbauern, Kommunale Spitzenverbände, insbesondere auch an Vertreter aus Wissenschaft und Forschung. Weitere Informationen: über biologische Vielfalt und Biodiversitätsstrategie NRW www.umwelt.nrw.de/naturschutz/natur/biologische-vielfalt-und-biodiversitaetsstrategie-nrw über das Internationale Übereinkommen über die biologische Vielfalt beim Bundesumweltministerium www.bmu.de/WS4354

Grüne Infrastruktur im Ruhrgebiet: Landschaftspark Duisburg Nord hat Vorbildcharakter

NRW-Umweltministerin Heinen-Esser: Belastete Fläche wurde zu attraktivem Freizeit-Ort in der Metropole Ruhr
Düsseldorf/Duisburg, 20. Mai 2019 - Die Landesregierung will die Grüne Infrastruktur in der Metropolregion Ruhr ausbauen und stärken. Wie Grüne Infrastruktur auf ehemaligen Industriestandorten beispielhaft umgesetzt werden kann, haben sich Umweltministerin Ursula Heinen-Esser und Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender von Emschergenossenschaft und Lippeverband, heute im Landschaftspark Duisburg-Nord angeschaut.

"Hier sehen wir, wie wir belastete Flächen zu attraktiven Orten der Grünen Infrastruktur entwickeln können. Der Landschaftspark macht die Metropole Ruhr noch attraktiver und ist international anerkannt als gelungenes Nachnutzungskonzept", erklärte Ministerin Heinen-Esser.
Der Landschaftspark Duisburg Nord auf dem ehemaligen Gelände eines Eisenhüttenwerks bietet einen attraktiven Freizeit- und Erholungsraum. Zugleich ist er vielfältiger Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten. Mit dem Umbau der Alten Emscher und einem optimierten Regenwassermanagement wurden aus einem begradigten Abwasserkanal ein attraktives Gewässer als Teil des Parks und ein Lebensraum für Wasser-Lebewesen.
Im Rahmen der Unterstützung für den Emscher Landschaftspark unterstützt das Land NRW auch den Landschaftspark Duisburg Nord. "Grüne Infrastruktur ist ein wichtiger Faktor einer nachhaltigen Stadtentwicklung. Hier im Landschaftspark Duisburg-Nord sieht man, wie das industrielle Erbe der Region mit den Themen Grün und Blau verbunden werden können. Aus der Alten Emscher, die früher Abwasser führte, ist mittlerweile ein attraktives Gewässer geworden, das sogar Fischereiqualität erreicht hat – ein echter Mehrwert für Menschen und Natur", sagte Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender von Emschergenossenschaft und Lippeverband.

Das Themenforum Grüne Infrastruktur des Umweltministeriums ist Bestandteil der Ruhr-Konferenz. Sie wurde von der Landesregierung initiiert, um die Entwicklung des Ruhrgebiets zu einer erfolgreichen Metropolregion zu forcieren. Die Ruhr-Konferenz ist als Prozess angelegt, der eine intensive Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Wirtschaft, Wissenschaft, Kulturschaffenden, Verbänden und Vereinen anregen will. Diese Zusammenarbeit erfolgt in 20 Themenforen. Gemeinsam mit Prof. Dr. Paetzel moderiert und koordiniert Ministerin Heinen-Esser das Themenforum Grüne Infrastruktur. Ideen und Projektvorschläge zur Stärkung der Grünen Infrastruktur wurden im Januar und im April bei zwei Veranstaltungen mit Akteuren vor Ort erarbeitet.

Derzeit werden die Vorschläge weiterentwickelt, um sie der Landesregierung zur Umsetzung vorzuschlagen. Diese bündelt die Vorschläge aller Themenforen zu einem Maßnahmenpaket mit Leit- und Einzelprojekten für das Ruhrgebiet. Die Umsetzung der Projekte soll ab 2020 erfolgen.
Der Begriff Grüne Infrastruktur beschreibt ein strategisch geplantes Netzwerk von natürlichen oder naturnahen Grün- und Freiflächen wie Parks, Wälder, Frischluftschneisen, Biotope oder naturnahe Gewässer, das sowohl die verdichteten Städte und Ballungsräume als auch den ländlichen Raum durchzieht. Es erbringt in vielen Bereichen wichtige Ökosystemleistungen für unsere Gesellschaft. Weitere Informationen:
www.landschaftspark.de

20. Mai ist Weltbienentag: Biene ist nicht gleich Biene

Düsseldorf/Duisburg, 19. Mai 2019 - Bestäubung durch Bienen und andere Insekten. Aber Biene ist nicht gleich Biene. Während bei den gezüchteten Honigbienen die Zahl der Völker in menschlicher Obhut steigt, nimmt die Zahl ihrer wildlebenden Verwandten – deutschlandweit ca. 560 verschiedene Arten – über die Jahre deutlich ab. Laut der Roten Liste bedrohter Tierarten sind in Nordrhein-Westfalen über 50 Prozent der Wildbienen und Wespen gefährdet. Aber gerade die Wildbienen sind entscheidend für die Bestäubung etwa von Obstbäumen, denn sie fliegen im Gegensatz zur Honigbiene immer, so auch bei kühlfeuchtem Frühlingswetter.
Zum morgigen Weltbienentag erklärt Umweltministerin Ursula Heinen-Esser: "Weniger Wildbienen, bedeuten weniger Obsternten, weniger Blütenpflanzen, weniger Singvögel und damit weniger Vielfalt insgesamt. Diese Negativkette müssen wir gemeinsam durchbrechen, das liegt in unserem ureigenen Interesse. Die Bewahrung der biologischen Vielfalt ist Kernanliegen der nordrhein-westfälischen Umwelt- und Naturschutzpolitik. Dies gilt insbesondere für die Bienen. Sie sind Bestandteil unsere Lebensversicherung der Artenvielfalt."

Der Verlust von Lebensräumen etwa durch intensive Flächennutzung infolge von Bebauung, Land- und Forstwirtschaft, Änderungen des Nährstoff- und Wasserhaushalts sowie Bodenschatzgewinnung, sowie der Einfluss des Klimawandels und gebietsfremde, invasive Arten setzen nicht nur den Wildbienen zu, sondern die gesamte Artenvielfalt unter Druck. Heinen-Esser: "Wir müssen zweigleisig fahren: Einerseits müssen wir die bereits bekannten Ursachen angehen und andererseits müssen wir durch den Aufbau solider Forschung noch offene Fragen klären. Beides müssen wir parallel tun."
Bereits 2017 startete NRW als erstes Bundesland eine Langzeitstudie zum Insektenschwund: Bis Ende 2022 wird auf 120 Probeflächen die aktuelle Situation blütenbestäubender Insekten überprüft, ein gemeinsames Forschungsvorhaben mit der Universität Osnabrück wird den kommenden drei Jahren die statistisch valide Datengrundlage für weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Insektenrückgangs ermitteln.
Am 03. Juni findet mit Ministerpräsident Armin Laschet und Umweltministerin Heinen-Esser ab 11:00 Uhr in den Düsseldorfer Rheinterrassen der Kongress "Insekten schützen – Artenvielfalt bewahren" statt. Weitere Informationen: zum Thema "Biologische Vielfalt und Insektensterben" www.umwelt.nrw.de/naturschutz/natur/biologische-vielfalt-und-biodiversitaetsstrategie-nrw

Umweltministerin Ursula Heinen-Esser besichtigt einen Bienenstock bei ihrem Besuch am 1. Mai 2019 auf Gut Leidenhausen in der Wahner Heide bei Köln.   Foto  "MULNV NRW"

Diese Tierquälerei muss ein Ende haben
Nordrhein-Westfalen setzt sich für einen Stopp der Tötung männlicher Eintagsküken ein

14. Mai 2019 - So Ministerin Heinen-Esser. Die Verhandlung vor dem Bundesverwaltungsgericht findet am 16. Mai statt.
Jedes Jahr werden nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums in Deutschland etwa 45 Millionen männliche sogenannte Eintagsküken getötet.

"Diese Tierquälerei muss schnellstmöglich ein Ende haben. Mit den ethischen Grundsätzen des Tierschutzes ist diese Praxis nicht vereinbar", erklärt Landwirtschafts- und Verbraucherschutzministerin Ursula Heinen-Esser im Vorfeld der in dieser Woche anstehenden Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes zur Rechtmäßigkeit des Kükentötens. mehr

 

Waldumbau in Zeiten des Klimawandels ist wichtiger denn je

Zum Tag des Baumes am 25. April

Dem aus diesem Anlass gekürten Baum des Jahres – der Flatterulme – gebührt an diesem Tag eine besondere Beachtung: Sie ist in Nordrhein-Westfalen ein eher seltener Baum, der vor allem in feuchten Bach- und Flussauen wächst und bis zu 100 Tage Überflutung im Jahr übersteht. Gerade am Tag des Baumes rückt die generelle Bedeutung von Bäumen und Wäldern für die Umwelt, das Klima und die Menschen verstärkt in das öffentliche Bewusstsein. Dies gilt besonders in Zeiten, in denen in Wäldern sichtbar wird, wie stark die Bäume mit dem Klimastress zu kämpfen haben. Das vergangene Jahr mit Stürmen, anhaltender Trockenheit und der Ausbreitung des Borkenkäfers hat Wälder und Bäume massiv angegriffen.

"Der Anblick kranker Bäume schmerzt. Auch aktuell ist es zu trocken, die Waldbrandgefahr ist erhöht. All dies stellt den Wald und die Waldwirtschaft weiterhin vor große Herausforderungen. Damit unsere Wälder ihre vielen Funktionen auch künftig erfüllen können, müssen wir sie fit machen für den Klimawandel. Wir müssen ihre Widerstandskraft, ihre Resilienz stärken. Das wollen wir durch die Entwicklung von Mischwäldern auf der Basis einheimischer Laubhölzer erreichen", so Umweltministerin Ursula Heinen-Esser.

"Die Folgen des Klimawandels haben uns in den vergangenen Jahren hart getroffen. Unsere Forstleute arbeiten bereits seit Jahren intensiv an einem Waldumbau hin zu stabilen, vielfältigen Mischwäldern, die den Wetterextremen besser gewachsen sind", so Andreas Wiebe, Leiter Wald und Holz NRW. Mit dem Ziel, die Stabilität und Widerstandskraft der Wälder zu erhöhen, hat das Land im Dezember 2018 ein neues Waldbaukonzept Nordrhein-Westfalen vorgelegt. Demnach werden im Wald der Zukunft vor allem standortangepasste Mischbestände stehen. Diese sollen sich möglichst natürlich verbreiten.
Die Vielfalt soll das Risiko für den Wald mindern. Weitere Informationen zum klimaangepassten Waldbau im Internetportal Waldinfo.NRW. Früher war der kühle und feuchte April der klassische Frühlingsmonat, um Bäume zu pflanzen. Wie in den vergangenen Jahren erreichten auch in diesem Jahr die Temperaturen bereits im Februar die 20 Grad-Marke.
Die Nachricht, dass sich das Klima verändert, ist nicht neu. Die Geschwindigkeit der Klimaveränderungen und die Heftigkeit ihrer Auswirkungen für den Wald, wie Sturmschäden, Dürre und Borkenkäferbefall sind enorm.

Die Prognosen zu den Auswirkungen des Klimawandels deuten darauf hin, dass sich Witterungsextreme, wie im Jahr 2018, zukünftig häufen können. Die nahe Verwandtschaft der Flatterulme, dem Baum des Jahres, ist ein Beispiel, wie wichtig es ist, auf Vielfalt im Wald zu setzen. Bergulme und Feldulme waren wichtige Bestandteile heimischer Laubwälder. Ihr Holz, auch bekannt unter dem Namen Rüster, war ein beliebtes Möbelholz. Beide Arten sind durch das Ulmensterben nahezu völlig aus nordrhein-westfälischen Wäldern verschwunden.
Die Flatterulme dagegen ist deutlich weniger anfällig gegen den gefürchteten Käfer- und Pilzbefall. Der robusten Flatterulme setzt vor allem der Verlust ihrer natürlichen Lebensräume zu: der Flusstäler, Feuchtgebiete und Auenwälder. Auch wenn die Flatterulme vielseitig und anpassungsfähig ist, ihr Hauptlebensraum ist in den letzten Jahren vielerorts Trockenlegungen für den Flächenbedarf von Industrie, Landwirtschaft, Straßen und Siedlungsbau oder der Begradigung von Bächen und Flüssen gewichen. Als Leitbaumart dieser feuchten Gebiete leistet sie bei der Revitalisierung der Bach- und Flussauen jedoch einen wesentlichen Beitrag, der gefördert werden muss.  

 

Tag gegen Lärm: Einmal ruhig innehalten

24. April 2019 - Heute wird weltweit der "Tag gegen Lärm" begangen, der in diesem Jahr unter dem Motto "Alles laut oder was?" steht. NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser nimmt diesen Tag zum Anlass, um auf die zunehmende Lärmbelastung in unserer Umwelt und die damit verbundenen gesundheitlichen Folgen aufmerksam zu machen. "Indem wir die Lärmbelastungen senken, verbessern wir die Lebensqualität der Menschen und die Attraktivität und Standortqualität unserer Städte", sagt Ministerin Heinen-Esserin.

 Am heutigen Tag gegen Lärm sind alle Menschen aufgerufen, um 14.15 Uhr für 15 Sekunden still zu sein. Die Landesregierung unterstützt Städte und Gemeinden bei der Erfassung der Lärmbelastung und der Aufstellung der Lärmaktionspläne. Unter anderem erstellt das Landesumweltamt (LANUV) die Lärmkarten für die Städte und Gemeinden mit weniger als 100.000 Einwohnern und die beiden großen Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn.

Die Lärmkarten sind eine wichtige Grundlage für die Erarbeitung und Umsetzung von Maßnahmen zur Lärmminderung. "Der heutige Tag lädt auch dazu ein, einmal ruhig innezuhalten. Er ruft in Erinnerung, dass hohe Lärmbelastungen ein massives Umwelt- und Gesundheitsproblem darstellen. Dies gilt insbesondere in den Ballungsräumen. Jeder kann im Kleinen dazu beitragen, dass es ruhiger zugeht", sagte Umweltministerin Heinen-Esser. Weitere Informationen: Verbrauchertipps zum Thema "Was kann ich selbst gegen Lärm tun?"
www.umwelt.nrw.de/index.php?id=2038 www.umgebungslaerm.nrw.de  www.umwelt.nrw.de/umwelt/umwelt-und-gesundheit/laerm  


Internationaler Tag der Wälder (21. März 2019)

Gemeinsam wollen Waldbesitzer, Förster und Politik die Wälder künftig klimafester machen

 

Düsseldorf/Duisburg, 18. März 2019 - Stürme im Winter und Frühjahr, Trockenheit im Sommer gefolgt von einer Massenvermehrung des Borkenkäfers sind Folgen des Klimawandels und haben in nordrhein-westfälischen Wäldern deutlich sichtbare Spuren hinterlassen. Im Jahr 2018 gerieten alle Baumarten unter Stress, vor allem die auf kühles und feuchtes Klima spezialisierte Fichte.
Erste Forschungsergebnisse in diesem Jahr zeigen zudem, dass viele Borkenkäfer zumindest bis jetzt den Winter überlebt haben. Damit wächst die Gefahr einer Fortsetzung der Borkenkäferkalamität in das Jahr 2019 hinein. Wärme, Trockenheit und Borkenkäfer treffen dabei vor allem Fichtenwälder, die auf großer Fläche ohne Mischbaumarten wachsen.

Am 21. März ist "Tag der Wälder". Im Vorfeld erklären das Umweltministerium, die Forstwirtschaft und Spitzenvertreter aus der Waldwirtschaft, ihren jeweiligen Beitrag dazu zu leisten, um die Wälder in Nordrhein-Westfalen gemeinsam fit für das künftige Klima zu machen.
Ministerin Ursula Heinen-Esser sagt zum Tag des Waldes: "Wir müssen zweigleisig fahren: Derzeit benötigt die Waldwirtschaft akute Hilfe. Dafür stehen 2019 rund 1,2 Millionen Euro zusätzliche Fördermittel von Bund und Land und für die folgenden vier Jahre weitere 550.000 Euro jährlich zur Verfügung. Darüber hinaus muss der Wald aber langfristig klimastabiler werden, denn zurzeit ist er zu anfällig für die Folgen des Klimawandels. Für den Waldbau bedeutet das: Vorsorge treffen und Risiken minimieren durch Diversifizierung und die Wahl geeigneter Baumarten.

Die Waldschäden waren im letzten Jahr sehr groß und besorgniserregend, die extreme Sommertrockenheit hat alle Baumarten geschwächt. Der Klimawandel wird uns vergleichbare Situationen, wie wir sie 2018 hatten, künftig immer öfter bescheren. Mit unserem gemeinsamen Waldbaukonzept haben wir den aktuellen Stand der Forschung für die notwendige Klimaanpassung der Wälder kürzlich vorgestellt. Es wird künftig darauf ankommen, klimastabilere Mischwälder auf Basis heimischer Baumarten aufzubauen".

Auch der Vorsitzende des Waldbauernverbandes Nordrhein-Westfalen, Dr. Philipp Freiherr Heereman unterstützt die Zielrichtung: "Forstwirtschaft mit ihrem einmaligen Produkt Holz ist eine wichtige Säule der gesamten Wirtschaft Nordrhein-Westfalens. Deswegen müssen wir zukunftsorientiert handeln, dazu steht im besonderen Maße der private Waldbesitz. Mit den Schwierigkeiten, die gegenwärtig auf dem Wald und unserem Holzmarkt lasten, dürfen die Waldbauern nicht alleine gelassen werden.

Andreas Wiebe, Leiter von Wald und Holz Nordrhein-Westfalen ist sich dessen bewusst: "Gerade im Zeichen des Klimawandels und der anstehenden forstlichen Strukturveränderung unterstützen und beraten unsere Försterinnen und Förster mit Überzeugung und Sachverstand die Waldbesitzer in unserem Land. Unsere Mitarbeitenden begegnen täglich Bürgerinnen und Bürgern im Wald. Sie machen jeden Tag die Erfahrung, wie wichtig der Wald für unsere Menschen im Lande ist, gerade auch im Ballungsraum und der Ballungsrandzone."

Bürgermeister Bernhard Halbe, Vorsitzender des Gemeindewaldbesitzerverbandes Nordrhein-Westfalen hob hervor: "Die Bürger erleben vor allem gesunde und vitale Mischwälder als sehr positiv. Sie fördern Erholung, Motivation und Gesundheit. Gerade in unmittelbarer Nähe unsere Städte sind sie für die Naherholung von unschätzbarem Wert, wobei auch die Einnahmen aus dem Verkauf von Holz und dessen spätere Nutzung als CO2-Speicher ihre Bedeutung haben."

Gemeinsames Ziel aller Beteiligten ist es, insbesondere den privaten und kommunalen Waldbesitz in dieser Krise zu unterstützen. "Dabei können wir es nicht bei der rein fachlich beratenden Unterstützung der Waldbesitzer belassen. Ein umfassender Ansatz ist notwendig, der auch Hilfestellungen struktureller und finanzieller Art vorsieht. Neben den bereits beschlossenen und derzeit umgesetzten Hilfsmaßnahmen werden weitere Unterstützungen erforderlich sein", bilanziert Heinen-Esser.
Zur Bewältigung der Schäden im Wald hat das Land 2018 eine "Task Force Borkenkäfer" eingesetzt. Sie koordiniert besitzartenübergreifende und konkrete Maßnahmen, wie z. B. potentielle Bekämpfungsstrategien, Holzlagermöglichkeiten oder Logistikverbesserungen. In der Task Force arbeiten gemeinsam Vertreter der Waldbesitz- und Holzwirtschaftsverbände, des Naturschutzes, des Bundes Deutscher Forstleute, der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt sowie Experten der Landesforstverwaltung Nordrhein-Westfalen.

Um 2018 umgehend mit konkreten Maßnahmen beginnen zu können, wurden Fördergelder für bis zu zehn sogenannte "Debarking Heads" zur Umrüstung von Harvestern zu Erprobungszwecken freigegeben. Mit "Debarking Heads" wird die Rinde befallener Bäume im Rahmen des üblichen Aufarbeitungsprozesses entfernt. Darüber hinaus hat der Landesbetrieb Wald und Holz forstlich ausgebildete "Kalamitätshelfer" befristet eingestellt, um die extrem belasteten Personen in den Kalamitätsschwerpunkten zu unterstützen, die Bediensteten des Landesbetriebs selbst stehen den Waldbesitzenden mit Rat und Tat zur Seite.

Angesichts der gegenwärtig schwierigen logistischen Situation hat die Landesregierung die derzeitigen Regelungen zum maximalen Transportgewicht von 44 Tonnen sowie zum Aussetzen des Sonn- und Feiertagsfahrverbots für den Transport von Kalamitätsholz bis zum Ende des Jahres 2019 verlängert. Die Regelung erfolgte in Abstimmung mit den angrenzenden Bundesländern, so dass auch eine überregionale Holzvermarktung erleichtert wird.

2019 stehen aktuell rund 1,5 Millionen Euro zusätzliche Fördermittel von Bund und Land für den Wald in Nordrhein-Westfalen zur Verfügung. Für die folgenden vier Jahre sind darüber hinaus weitere 550.000 Euro jährlich bereitgestellt worden. Darunter fallen ganz praktische Maßnahmen wie beispielsweise die Überwachung des Borkenkäferflugs, das Entrinden der von ihnen befallenen von Stämme im Wald sowie die Anlage von Trocken- und Nasslagerplätzen.

Als Teil der langfristig angelegten Klimaanpassungsstrategie Wald wurden 2018 mit dem neuen Waldbaukonzept, das vermehrt auf Mischwälder aus überwiegend heimischen Baumarten setzt, auch das neue Internetportal "Waldinfo.nrw" vorgestellt.

Hintergrund zum Internationalen Tag der Wälder

Der 21. März wurde erstmals 1971 Jahren von der FAO als "Tag des Waldes" ausgerufen. Dies geschah als Reaktion auf die globale Waldvernichtung. Mit knapp vier Milliarden Hektar bedecken Wälder noch rund 30 Prozent der Erdoberfläche. Während sich – ausgehend von Deutschland – seit über 300 Jahren eine nachhaltige Forstwirtschaft in vielen Teilen Europas etablierte, ist die Sorge um die Regenwälder groß, die nach wie vor durch Raubbau und Klimawandel bedroht sind. Ende des Jahres 2012 wurde dann auf Beschluss der Plenarsitzung der UN-Generalversammlung der traditionelle 21. März eines jeden Jahres zum "Tag der Wälder" auf internationaler Ebene erklärt.
Dieser Welttag der Forstwirtschaft soll die Wichtigkeit aller Arten von Wäldern und ebenso der Bäume außerhalb von Wäldern betonen und würdigen. Einer breiten Öffentlichkeit soll deutlich gemacht werden, dass es im internationalen Zusammenspiel gilt, die nachhaltige Bewirtschaftung, die Erhaltung und die Entwicklung aller Arten von Wäldern und Bäumen zugunsten heutiger und künftiger Generationen zu stärken. In diesem Jahr steht der Tag der Wälder unter dem Motto "Wald und Bildung". (Quelle: FAO, Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen)


Weitere Informationen: zum Internationalen Tag der Wälder (in englischer Sprache bei der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen/FAO) www.fao.org/international-day-of-forests/en www.waldinfo.nrw.de Thema "Wald und Klima" www.umwelt.nrw.de/naturschutz/wald/wald-und-klima Landeswaldbericht 2019 www.umwelt.nrw.de/mediathek/broschueren/detailseite-broschueren/?no_cache=1&broschueren_id=11443&cHash=1bbf5826b5feab3d951f27d45ba898fd

Weltverbrauchertag 2019: Unlautere Geschäftspraktiken im Telekommunikationssektor unterbinden
Ministerin Ursula Heinen-Esser: Der Handel muss seiner Informationspflicht nachkommen

Düsseldorf/Duisburg, 14. März 2019 - Verbraucherschutzministerin Ursula Heinen-Esser und Verbraucherzentralenvorstand Wolfgang Schuldzinski kritisieren zum Weltverbrauchertag am 15. März unlautere Geschäftspraktiken im stationären Telekommunikationshandel. Sie fordern mehr Transparenz und ein Widerrufsrecht beim Abschluss eines Telekommunikationsvertrags.

Bei der Befolgung der gesetzlichen Vorgaben zeigen sich massive Mängel: "Ein neues Smartphone kaufen oder aktuelle Tarife erfragen – mit diesen Anliegen kommen die Kundinnen und Kunden in ein Geschäft und verlassen es oft mit einem Vertrag, den sie gar nicht haben wollten. Der Handel kommt in vielen Fällen seiner Informationspflicht nicht nach", kritisierte Ministerin Ursula Heinen-Esser die Fehlentwicklung bei Kundeninformation und Kundenberatung im stationären Telekommunikationshandel.

"Aus Verbrauchersicht gibt es keinen Grund, weshalb das Widerrufsrecht, welches bereits bei Online- und Haustürgeschäften in der Regel 14 Tage lang besteht, nicht auch auf Verträge mit komplexem Inhalt und Wechselwirkungen, wie dies bei etwa Telekommunikations-Dienstleistungen der Fall ist, künftig ausgeweitet werden kann", erläuterte der Verbraucherzentralenvorstand Schuldzinski den Kerngedanken des gemeinsamen Vorstoßes.

Damit Kundinnen und Kunden im Gewirr von Kosten, Extras und Tarifen einen für sie passenden Handyvertrag finden können, ist der Handel rechtlich verpflichtet, über die wichtigsten Details vor einem Vertragsabschluss zu informieren. Doch die Vorgaben der seit Juni 2017 geltenden Transparenzverordnung werden nur unzureichend umgesetzt: So müssen Händlerinnen und Händler auf ein Produktinformationsblatt hinweisen, das nach Vorgaben der Bundesnetzagentur gestaltet ist. Sie müssen es leicht zugänglich bereitstellen; also entweder sehr gut sichtbar auslegen oder den Kundinnen und Kunden aushändigen.

Diese Informationspflicht wird erheblich vernachlässigt. Das ergab eine Stichprobe, die 59 Beratungsstellen der Verbraucherzentrale in 301 Telefongeschäften landesweit durchgeführt haben. Aufgesucht wurden Shops mit und ohne Bindung an die großen Mobilfunkunternehmen. Demnach händigten nur zwei Shopverkäufer das Produktinformationsblatt von sich aus aus.
Neun von zehn Händlerinnen und Händlern gaben das Papier auch auf Nachfrage nicht raus. In keinem Fall konnten Verbraucherinnen und Verbraucher die vollständigen Vertragsunterlagen vor der Unterschrift zur Prüfung mit nach Hause nehmen. Die Folge: Kundinnen und Kunden geraten häufig in eine Druck- und Überrumpelungssituation und stimmen ohne gründliche Prüfung dem Abschluss eines Handyvertrags zu.

Gegenüber der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen schildern Ratsuchende, dass sie mit Vertragsbedingungen konfrontiert worden seien, die von den mündlich abgesprochenen Konditionen deutlich abwichen. Realisieren sie später den tatsächlichen Preis- und Leistungsumfang, bereuen viele von ihnen die Vertragsunterschrift – bei Mindestlaufzeiten von 24 Monaten kann dies teuer werden.
"Nach derzeitiger Rechtslage sind Verbraucher in aller Regel jedoch bis zum Ende der Mindestlaufzeit an einen im Geschäft geschlossenen Vertrag gebunden und haben keine Möglichkeit, diesen vorzeitig zu beenden. Bei derartigen Vertragsabschlüssen besitzen Kunden insbesondere grundsätzlich kein Widerrufsrecht, wie dies beispielsweise bei Vertragsschlüssen im Internet oder an der Haustür der Fall ist", erläuterte Wolfgang Schuldzinski die derzeitige Rechtslage.

Das Verbraucherschutzministerium und die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen sprechen sich dafür aus, die Schutzlücke bei Vertragsanbahnungen im stationären Telekommunikationshandel zu schließen. "Die Einführung eines Widerrufsrechts auch für Verträge, die innerhalb von Geschäftsräumen geschlossen wurden, werde ich rechtlich prüfen", erklärte Ursula Heinen-Esser. Die Ministerin will die Ausweitung des Widerrufsrechts auch auf stationär geschlossene Vereinbarungen in sogenannten Dauerschuldverhältnissen bei der Verbraucherschutzministerkonferenz einbringen.

Weitere Informationen: Informationen rund um Handyverträge, zu Tarifen, einem lückenlosen Wechsel, den Feinheiten bei Laufzeiten, Kündigungen oder Prepaid-Restguthaben sowie hilfreiche Links zu Musterbriefen und Telekommunikationsberatung auf den Seiten der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen www.verbraucherzentrale.nrw/handyvertrag

 
5.500 Alleen in Nordrhein-Westfalen

Ab jetzt können Fotos der schönsten Alleen Nordrhein-Westfalens zur Wahl der "Allee des Monats" eingesandt werden:
allee-des-monats@mulnv.nrw.de

Düsseldorf/Duisburg, 07. März 2019 - Alleen sind von einmaliger landschaftlicher Schönheit und eine Bereicherung für Mensch und Natur. Keine Allee gleicht der anderen. Nordrhein-Westfalen hat viele wunderschöne Alleen. Im Kataster des Landes sind über 5.500 Alleen erfasst. Aus diesem Grund präsentiert das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz demnächst jeden Monat eine neue "Allee des Monats" auf seiner Seite im Internet.

Fotografen können ab jetzt Bilder von Nordrhein-Westfalens schönsten Alleen an die Adresse allee-des-monats@mulnv.nrw.de mailen. Wichtig: Ort und Baumart(en) und ungefähres Alter sollten genannt werden, gerne auch eine kurze Geschichte, warum diese Allee vielleicht sogar die Lieblingsallee ist. Aus allen Einsendungen wird die "Allee des Monats" ausgewählt.

Informationen zu Alleen in Nordrhein-Westfalen finden sich unter www.alleen.nrw.de. Ein Foto der Lieblingsallee und die zugehörige Geschichte können unter allee-des-monats@mulnv.nrw.de zugesendet werden. www.alleen.nrw.de startet mit einer Allee der Lippischen Alleenstraße (Foto beigefügt). Für Fotografinnen Theresa Stipp und Annia Gully-Watson, Praktikantinnen der Unteren Naturschutzbehörde des Kreis Lippe, ist diese Allee ein "Birkliches" Wunder!

Papenhauser Allee

 Bildautor Jörg Westphal

 

 

Umweltministerium legt erste Auswertung zur Luftqualität 2018 vor

Düsseldorf/Duisburg, 16. Januar 2019 - Das Umweltministerium hat eine erste Auswertung zur Stickstoffdioxidbelastung 2018 veröffentlicht. Ausgewertet wurden die Jahresmittelwerte der 59 Standorte in Nordrhein-Westfalen, an denen die Luftschadstoffbelastung mit Stickstoffdioxid (NO2) mit Hilfe eines automatischen Messverfahrens im Messcontainer erfasst wird.

Von diesen Messorten ergibt sich für 35 Probenahmestellen eine Abnahme (zwischen -1 und 6 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter Luft) und für 13 eine Zunahme (zwischen 1 und 2 µg/m³) des Jahresmittelwertes der NO2-Belastung im Vergleich zum Vorjahr. Verbessert haben sich die Werte im Vergleich zum Jahresmittelwert 2017 unter anderem an der Konrad-Adenauer-Straße in Solingen (6 µg/m³), an der Gathe in Wuppertal (4 µg/m³), am Clevischen Ring in Köln, an der Corneliusstraße in Düsseldorf und an der Wilhelmstraße in Aachen (jeweils 3 µg/m³).
Weil die Ergebnisse noch nicht validiert sind, müssen sie allerdings als vorläufig bezeichnet werden. Eine abschließende Bewertung der Luftqualitätswerte für das Jahr 2018 ist erst nach Vorliegen aller validierten Messergebnisse möglich. Einen Überblick über die bislang vorliegenden Messergebnisse in Nordrhein-Westfalen finden Sie in beigefügter Tabelle.
Neben automatisierten Messcontainern werden Passivsammler zur Ermittlung der NO2-Belastungen eingesetzt. Deren Messergebnisse liegen erst zu einem späteren Zeitpunkt vor, weil sie in einem aufwändigen Verfahren zunächst im Labor analysiert und anschließend ausgewertet werden müssen. Dies betrifft insgesamt 75 Messstandorte. Zuständig für die Überwachung der Luftqualität In Nordrhein-Westfalen ist das Landesamt für Umwelt, Natur und Verbraucherschutz (LANUV). Weitere Informationen: vorläufige Jahresmittelwerte der Stickstoffdioxid-Konzentration 2018 (PDF) www.umwelt.nrw.de/fileadmin/redaktion/PDFs/umwelt/luft/stickstoffdioxid-konzentration_2018.pdf beim LANUV NRW www.lanuv.nrw.de/umwelt/luft/ Thema "Luft" www.umwelt.nrw.de/umwelt/umwelt-und-gesundheit/luft  

 

 

Ruhr-Konferenz will Grüne Infrastruktur in der Metropolregion Ruhr stärken

Umweltministerin Ursula Heinen-Esser will die Grüne Infrastruktur in der Metropolregion Ruhr ausbauen und stärken. Gemeinsam mit ihren Ko-Moderatoren Josef Tumbrinck (Vorsitzender NABU NRW) und Prof. Dr. Uli Paetzel (Vorstandsvorsitzender Emschergenossenschaft) sowie Expertinnen und Experten diskutierte Ministerin Heinen-Esser bei der Auftaktveranstaltung des Themenforums "Grüne Infrastruktur – Metropolregion Ruhr" über Möglichkeiten, Grün- und Freiflächen im Ruhrgebiet zu sichern, verbinden und weiterzuentwickeln.

"Wir stecken mitten im Klimawandel und unsere Artenvielfalt ist in Gefahr. Deshalb müssen wir bei der Entwicklung unserer Städte die Vorteile von vernetzten Grün- und Freiflächen nutzen – insbesondere im Hinblick auf ein ökologisch und ökonomisch nachhaltiges, gesundes und attraktives Umfeld für die Menschen vor Ort. Wir brauchen eine Grüne Infrastruktur, die gleichberechtigt zur grauen Infrastruktur ist", sagte Ministerin Ursula Heinen-Esser.

Der Begriff Grüne Infrastruktur beschreibt ein strategisch geplantes Netzwerk von natürlichen oder naturnahen Grün- und Freiflächen, das sowohl die verdichteten Städte und Ballungsräume als auch den ländlichen Raum durchzieht. Grüne Infrastruktur dient unter anderem dem Erhalt der Biodiversität, der Anpassung an die Folgen des Klimawandels und der Schaffung eines ökologisch und ökonomisch nachhaltigen, gesunden, attraktiven Umfelds.
"Grüne und blaue Infrastruktur ist der Schlüsselfaktor für die Zukunft des Ruhrgebiets: Eine lebenswerte Region für Mensch und Natur", sagte Josef Tumbrinck, Vorsitzender des NABU NRW.

150 Expertinnen und Experten legten heute den Grundstein für die Bildung eines großen Netzwerks, um Ideen zur Stärkung der Grünen Infrastruktur im Ruhrgebiet zu entwickeln. Dabei kann im Ruhrgebiet auf erfolgreiche Projekte aufgebaut werden. Dazu gehören beispielsweise der Emscher Landschaftspark und die Renaturierung der Emscher. Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft, betonte: "Grüne – und blaue – Infrastruktur ist nicht nur ein harter Standortfaktor, sondern auch ein wesentliches Element einer nachhaltigen Klimaanpassungsstrategie unserer Region."

Themenforum Grüne Infrastruktur als Bestandteil der Ruhr-Konferenz

Das Themenforum Grüne Infrastruktur des Umweltministeriums ist Bestandteil der Ruhr-Konferenz, die von der Landesregierung initiiert wurde, um die Entwicklung des Ruhrgebiets zu einer erfolgreichen Metropolregion zu forcieren. Die Ruhr-Konferenz ist als Veränderungsprozess für die Region und ihre Menschen angelegt, der eine intensive Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Wirtschaft, Wissenschaft, Kulturschaffenden, Verbänden und Vereinen anregen will. Diese Zusammenarbeit erfolgt in rund 20 Themenforen.

Ziel des von Ministerin Heinen-Esser, Josef Tumbrinck und Prof. Uli Paetzel gemeinsam moderierten Themenforums ist es, Grüne Infrastruktur im Ruhrgebiet aufzuwerten, zu sichern und zu erweitern.
"Grün- und Freiräume sind in verdichteten Räumen Voraussetzung für eine hohe Lebensqualität und bilden einen wichtigen Standortfaktor. Wir setzen uns dafür ein, gemeinsam eine Vision für die Grüne Infrastruktur im Ruhrgebiet zu entwickeln, erfolgreiche bestehende Projekte auszuweiten, zu verknüpfen und neue Projekte zu initiieren, umzusetzen und langfristig abzusichern. Dabei wollen wir explizit auch um Unterstützung und Mitwirkung bei den Bürgerinnen und Bürgern im Ruhrgebiet werben", betonte Ministerin Heinen-Esser. Infos unter www.land.nrw/de/ruhr-konferenz

Luftreinhaltung: Land geht in Berufung gegen die Urteile des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen zur Fortschreibung der Luftreinhaltepläne Essen und Gelsenkirchen

Düsseldorf, 20. Dezember 2018 - Die Landesregierung hat heute Berufung gegen die Urteile des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen vom 15. November 2018 zur Fortschreibung der Luftreinhaltepläne Essen und Gelsenkirchen eingelegt. Nach Auffassung der Landesregierung kann mit den geplanten und vorgelegten Maßnahmen ein wesentlicher Beitrag zur Senkung der Luftbelastung erreicht werden und sind Fahrverbote angesichts der absehbaren Einhaltung der Grenzwerte unverhältnismäßig.

Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hatte mit seinen am 15. November 2018 verkündeten Urteilen das Land dazu verurteilt, in Essen ein zonenbezogenes Fahrverbot einzurichten. Davon soll auch  eine Teilstrecke der Bundesautobahn 40 erfasst werden. Für Gelsenkirchen fordert das Verwaltungsgericht ein streckenbezogenes Fahrverbot. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung hatte das Verwaltungsgericht die Berufung zugelassen.

Erklärtes Ziel der Landesregierung ist es, die Luftqualität in den Ballungsräumen und damit den Gesundheitsschutz nachhaltig zu verbessern. Zugleich muss die Mobilität der Menschen sichergestellt werden. Die Bezirksregierungen arbeiten zusammen mit den Kommunen mit Hochdruck an der Fortschreibung der Luftreinhaltepläne, um die Luftqualitätsgrenzwerte schnellstmöglich einzuhalten. Durch die Betonung der Wahrung der Verhältnismäßigkeit hat das Bundesverwaltungsgericht in seinem Grundsatzurteil wichtige Hinweise für die Fortschreibung gegeben. Hierbei sind auch die negativen Auswirkungen der Verlagerung des Verkehrs auf Ausweichstrecken zu beachten.

Ministerin Heinen-Esser: "Ein zonenbezogenes Fahrverbot, das auch streckenweise Autobahnen einbezieht, würde einen massiven Eingriff in die Verkehrsstruktur des Ruhrgebiets bedeuten mit erheblichen Auswirkungen für Anwohner, Pendler und die Wirtschaft."

Landesregierung weist in der Senne zweites "Wolfsgebiet" in Nordrhein-Westfalen aus

Nach dem "Wolfsgebiet Schermbeck" am Niederrhein weist das Umweltministerium nun ein weiteres Wolfsgebiet in Nordrhein-Westfalen im Bereich der Senne aus. Hier liegen genügend Nachweise und Anhaltspunkte vor, so dass von einem standorttreuen Wolf ausgegangen werden kann. Anhand genetischer Analysen konnte ein weiblicher Wolf mit der Kennung GW1044f seit Ende Juli dieses Jahres mehrfach individuell nachgewiesen werden. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (LANUV) geht davon aus, dass dieses Tier mittlerweile standorttreu geworden ist.

Umweltministerin Heinen-Esser: "Vor diesem Hintergrund weisen wir hier in der Senne auf der Grundlage unserer Förderrichtlinien Wolf mit Wirkung zum 20. Dezember nun auch das zweite Wolfsgebiet in Nordrhein-Westfalen, das "Wolfsgebiet Senne" aus. Das Wolfsgebiet ist zugleich Förderkulisse, denn hier erhalten Tierhaltungen mit Schafen und Ziegen sowie Wildgehege ab sofort Förderungen für Maßnahmen zum Herdenschutz." Das Wolfsgebiet Senne ist 922 km2 groß und umfasst Teile der Kreise Gütersloh, Lippe und Paderborn sowie der Stadt Bielefeld.

Beide Wolfsgebiete, "Schermbeck" und "Senne", werden von einer großzügig dimensionierten Pufferzone umfasst, in der künftig ebenfalls Präventionsmaßnahmen gefördert werden sollen – dazu werden zurzeit die aktuellen Förderrichtlinien angepasst.

Wie bereits zum Wolfsgebiet "Schermbeck" am Niederrhein informiert das Wolfsportal Nordrhein-Westfalen künftig auch zum "Wolfsgebiet Senne". Das unter www.wolf.nrw öffentlich zugängliche Portal wird vom Landesumweltamt Nordrhein-Westfalen (LANUV) regelmäßig aktualisiert. Dr. Thomas Delschen, Präsident des LANUV betonte: "Mit unserem Wolfsportal informieren wir die Bürgerinnen und Bürger über Nachweise, Nutztierrisse, sowie über das Verhalten und die Biologie von Wölfen. Mit Hilfe von interaktiven Karten und Listen können alle Ereignisse rund um den Wolf in Nordrhein-Westfalen unmittelbar nachvollzogen werden." Darüber hinaus sind für Anfang 2019 im Wolfsgebiet Senne Informationsveranstaltungen vor Ort vorgesehen.

Hintergrund:

1995 wurde der erste Wolf, im Jahre 2000 das erste Rudel in Ostdeutschland nachgewiesen. Denn der Osten Deutschlands grenzt seit jeher an eine Region, in der der Wolf nie ausstarb.
In der damaligen DDR wurden jedoch alle von Osten her einwandernden Wölfe geschossen, nach dem Zusammenbruch der DDR im Jahre 1989 änderte sich das. Entsprechend der europäischen FFH-Richtlinie (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) ist der Wolf heute nach Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt (§ 44 BNatSchG), damit genießt der Wolf den höchsten Schutz.

Seitdem wurde kein einziger Angriff auf Menschen belegt. 2009 erfolgte der erste Nachweis eines einzelnen, durchziehenden Wolfs in Nordrhein-Westfalen, auch hier gab es seitdem keine Gefahr für einen Menschen.

Weitere Informationen:
  • www.wolf.nrw

  • über das Monitoring bei der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) https://dbb-wolf.de/Wolfsmanagement/monitoring

  • über das Nachweisverfahren durch DNA-Proben beim Senckenberg Forschungsinstitut www.senckenberg.de/root/index.php?page_id=5821

  • beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) können Hinweise auf einen Wolf telefonisch gemeldet werden: Telefon 02361/305-0; außerhalb der Geschäftszeiten und am Wochenende in der Nachrichtenbereitschaftszentrale des LANUV unter Telefon 0201-714488.

 

 

Neue Instrumente für die künftige Waldbewirtschaftung in Nordrhein-Westfalen

Düsseldorf/Duisburg, 07. Dezember 2018 - Heute stellt Umweltministerin Heinen-Esser in Düsseldorf Branchenvertretern der Forst- und Holzwirtschaft das neue Waldbaukonzept Nordrhein-Westfalen vor. Heinen-Esser: "Unsere Wälder in Nordrhein-Westfalen sind in diesem Jahr durch den Orkan Friederike, die extreme Sommertrockenheit und den starken Borkenkäferbefall sehr stark geschädigt. Das Land Nordrhein-Westfalen stellt nun wichtige neue Instrumente zur Verfügung, die den Waldbesitz bei den Herausforderungen im Klimawandel unterstützen. Dafür setzt die Landesregierung verstärkt auf Digitalisierung, auch in der Forstwirtschaft. Die Lösungsansätze basieren auf modernen Informationstechnologien. Wichtig sind dabei vor allem unser neues Waldbaukonzept und das Internetportal Waldinfo.NRW. Ziel all dieser Aktivitäten ist die Entwicklung klimastabilerer Mischwälder aus überwiegend heimischen Baumarten."

Neue Instrumente als praktische Hilfen für den Waldbesitz

Das neue Waldbaukonzept Nordrhein-Westfalen richtet sich als Empfehlung mit vielen Auswahlmöglichkeiten sowohl an den Privat- und Kommunalwald - zusammen 84 Prozent der Waldfläche in Nordrhein-Westfalen - als auch an den Landeswald. Zur Erfüllung der vielfältigen Waldfunktionen und auf der Grundlage der Eigentümerziele werden vor allem standortgerechte Mischbestände aus überwiegend heimischen Baumarten empfohlen. Auch die Verwendung von geeignetem Vermehrungsgut spielt eine große Rolle.
Einige wissenschaftlich besonders abgesicherte eingeführte Baumarten aus anderen Regionen Deutschlands oder der Erde werden überwiegend als Beimischungen empfohlen. Hierbei dürfte vor allem die Douglasie zukünftig eine größere Rolle spielen, aber zum Beispiel auch die in Süddeutschland verbreitet vorkommende Weißtanne ist eine vielversprechende Baumart.

Umweltministerin Heinen-Esser: "Die Waldbauempfehlungen werden dazu beitragen, die Stabilität und Resilienz der Wälder im Klimawandel zu erhöhen und das Risiko für die Forstbetriebe zu verringern. Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt die Umsetzung des Waldbaukonzepts auch mit Beratungs- und Schulungsangeboten sowie mit Fördermöglichkeiten." Die ersten Fortbildungsveranstaltungen beginnen im Frühjahr 2019. 
Die forstliche Standortkarte unterstützt die praktische Anwendung des Waldbaukonzepts in der Fläche. Sie liefert den Waldbesitzern in digitaler Form benötigte Daten zur Wasser- und Nährstoffverfügbarkeit für die Waldbäume. Das neue Internetportal Waldinfo.NRW stellt vielfältige öffentliche Walddaten vor allem in Form digitaler Karten benutzerfreundlich an. Dies beinhaltet zum Beispiel Informationen zur Waldbedeckung, zu Waldböden und zum Klima sowie zu Waldwegen und zu Naturschutzgebieten. Waldbesitzer können dies auch per Smartphone im Gelände abrufen.
Umweltministerin Heinen-Esser: "Mit dem neuen Internetportal für den Wald treiben wir die Digitalisierung in der Forstwirtschaft voran und setzen die Open-Data-Politik des Landes um. Die Bereitstellung dieser Informationen, die wir weiter ausbauen wollen, befördert auch die Entwicklung eines vielfältigen forstlichen Dienstleistungsangebots in Nordrhein-Westfalen."

 

Weitere Informationen:
NRW-Waldbaukonzept ansehen und als Broschüre bestellen www.umwelt.nrw.de/mediathek/broschueren/detailseite-broschueren/?no_cache=1&broschueren_id=11146 www.waldinfo.nrw.de zum Thema "Waldbau" www.umwelt.nrw.de/naturschutz/wald/waldbewirtschaftung/waldbau/

 

 

Ministerin Heinen-Esser: "Wir müssen uns für die Herstellung langlebiger Produkte einsetzen" 

Umwelt- und Verbraucherschutzministerin Ursula Heinen-Esser ruft vor Weihnachten zu einem bewussten Einkauf von Elektro- und Elektronikgeräten wie Smartphones, Küchengeräte oder Spielzeug auf: "Diese Produkte werden immer komplexer und bestehen aus einer großen Anzahl von Rohstoffen, die nur sehr begrenzt vorkommen und teilweise unter ökologisch und sozial fragwürdigen Bedingungen gewonnen werden. Weil der Preis an der Ladentheke nur einen kleinen Teil dieser ökologischen und sozialen Kosten widerspiegelt, sollten Verbraucherinnen und Verbraucher beim Kauf eines Elektro- oder Elektronikgerätes darauf achten, möglichst langlebige Produkte zu kaufen." Besonders bei nur kurzzeitig genutztem Elektro-Spielzeug sollten Eltern prüfen, ob der Kauf notwendig sei.

 

Öko-Design von Elektro- oder Elektronikgeräten voranbringen

Defekte Elektro- oder Elektronikgeräte wurden früher noch zur Reparatur gegeben. Diese Angebote gibt es inzwischen immer weniger und die Geräte werden viel zu früh zu Abfall. Der Kauf eines neuen Produkts belastet nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt. "Ich setzte mich dafür ein, dass bei der Herstellung von Elektro- oder Elektronikgeräten auch Langlebigkeit, Reparaturfreundlichkeit oder Recyclingfähigkeit verpflichtend vorgeschrieben werden. Solche Anforderungen an das Öko-Design von Produkten müssen auf EU-Ebene vorangetrieben werden", betonte Ministerin Heinen-Esser.

 

Rückgabe von Altgeräten auch über den Handel möglich

Wenn ein elektrisches Gerät tatsächlich als Abfall entsorgt werden muss, haben die Verbraucherinnen und Verbraucher nicht nur die Möglichkeit, den Elektro-Schrott bei der Kommune abzugeben. Seit drei Jahren sind auch die großen Händler von Elektro- und Elektronikgeräten dazu verpflichtet, kostenlos Altgeräte zurückzunehmen. Beim Kauf eines neuen Produkts muss der Verkäufer ein vergleichbares Altgerät zurücknehmen. Auch ohne Kauf einer neuen Ware sind die großen Händler dazu verpflichtet, Kleingeräte kostenlos zurückzunehmen.

Diese Pflichten hat auch der Online-Handel, über den Elektro- und Elektronikgeräte in erheblichem Umfang bezogen werden.

Ministerin Heinen-Esser: "Viele Verbraucherinnen und Verbraucher wissen gar nicht, dass sie Altgeräte im Handel kostenlos zurückgeben können. Der Handel sollte seiner gesetzlich vorgeschriebenen Pflicht nicht nur zur Rücknahme, sondern auch zur Information der Verbraucherinnen und Verbraucher nachkommen."

Verbraucherinnen und Verbraucher sollten darauf achten, ihre Altgeräte ausschließlich den Kommunen, dem Handel oder den Herstellern von Elektro- und Elektronikgeräten zu überlassen. Nur wenn die Altgeräte bei Kommunen, dem Handel oder den Herstellern abgegeben werden, besteht die Möglichkeit, dass die Altgeräte in dafür zugelassenen Anlagen hochwertig behandelt werden. Gefährliche Stoffe werden entfernt und wertvolle Rohstoffe zurückgewonnen.

Land und Kommunen wollen Erfassung von Altgeräten weiter verbessern

Über die Kommunen werden die größten Mengen an Altgeräten zurückgenommen. Derzeit führt das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) eine Untersuchung bei den Kommunen durch. Die Ergebnisse sollten Mitte 2019 in einem Fachbericht des LANUV veröffentlicht werden, zusammen mit Empfehlungen für die Rücknahme von Altgeräten. Ab 2019 müssen erheblich mehr Altgeräte über die offiziellen Kanäle erfasst werden als in der Vergangenheit. Bisher galt eine Erfassungsquote von 45 Prozent der in Verkehr gebrachten Menge, die in Deutschland knapp erreicht wurde. Ab 2019 erhöht sich die Quote laut EU-Richtlinie auf 65 Prozent.

 

 

 

Land geht in Berufung gegen die Urteile des Verwaltungsgerichts Köln zur Fortschreibung der Luftreinhaltepläne Köln und Bonn

Düsseldorf/Duisburg, 05. Dezember 2018 - Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen hat heute Berufung gegen die Urteile des Verwaltungsgerichts Köln vom 8. November 2018 zur Fortschreibung der Luftreinhaltepläne Köln und Bonn eingelegt. Nach Auffassung der Landesregierung kann mit den geplanten und vorgelegten Maßnahmen ein wesentlicher Beitrag zur Senkung der Luftbelastung erreicht werden und sind Fahrverbote angesichts der absehbaren Einhaltung der Grenzwerte unverhältnismäßig. Dies soll nun das Oberverwaltungsgericht klären.

Das Verwaltungsgericht Köln hatte mit seinen am 8. November 2018 verkündeten Urteilen das Land dazu verurteilt, in der Umweltzone Köln weitere Fahrverbote insbesondere für Dieselfahrzeuge anzuordnen und in Bonn streckenbezogene Fahrverbote vorzusehen. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung hatte das Verwaltungsgericht die Berufung zugelassen.

Erklärtes Ziel der Landesregierung ist es, die Luftqualität in den Ballungsräumen und damit den Gesundheitsschutz nachhaltig zu verbessern. Zugleich muss die Mobilität der Menschen sichergestellt werden. Die Bezirksregierungen arbeiten zusammen mit den Kommunen mit Hochdruck an der Fortschreibung der Luftreinhaltepläne, um die Luftqualitätsgrenzwerte schnellstmöglich einzuhalten. Durch die Betonung der Wahrung der Verhältnismäßigkeit hat das Bundesverwaltungsgericht in seinem Grundsatzurteil wichtige Hinweise für die Fortschreibung gegeben. Hierbei sind auch die negativen Auswirkungen der Verlagerung des Verkehrs auf Ausweichstrecken zu beachten.

"Fahrverbote können nur die Ultima Ratio sein. Maßnahmen wie Nachrüstungen halte ich weiterhin für verhältnismäßiger als Fahrverbote. Diese würden die Bewohner der Städte und insbesondere auch Pendler massiv treffen. Nicht wenige von ihnen haben sich, auch um Umwelt und Klima zu schützen, erst kürzlich einen neuen Diesel-Pkw zugelegt. Ziel ist es, erst einmal alle Maßnahmen und Potenziale auszuschöpfen, die einen geringeren Eingriff in die Rechte der Bürgerinnen und Bürger bedeuten", sagte Umweltministerin Ursula Heinen-Esser.

Beim Diesel-Gipfel in dieser Woche hat die Bundesregierung angekündigt, noch in diesem Jahr die rechtlichen und technischen Regelungen für Hardware-Nachrüstung vorzulegen. 

In den Verfahren zu den Luftreinhalteplänen Essen und Gelsenkirchen liegen die schriftlichen Urteilsbegründungen noch nicht vor. Mit Zustellung der Urteilsgründe beginnt in diesen Verfahren die einmonatige Frist zur Einlegung der Berufung. Im Fall Essen hatte die Landesregierung bereits unmittelbar nach der Urteilsverkündung angekündigt, in Berufung gehen zu wollen. Hier soll laut Verwaltungsgericht ein zonales Fahrverbot unter Einbeziehung einer Autobahn umgesetzt werden.

 

Diesel-Fahrverbot für das Ruhrgebiet

Deutsche Umwelthilfe erwirkt erstes Autobahn-Diesel-Fahrverbot auf der A40 im Ruhrgebiet sowie Diesel-Fahrverbote für Essen und Gelsenkirchen
Gelsenkirchen/Düsseldorf/Duisburg, 15. November 2018 - Verwaltungsgericht Gelsenkirchen gibt Klagen für „Saubere Luft“ der Deutschen Umwelthilfe statt – Bisher stärkstes Urteil für den Gesundheitsschutz – DUH erwirkt elftes und zwölftes Urteil in Folge zu Diesel-Fahrverboten in Deutschland –

Luftreinhaltepläne der beiden Ruhrgebietsstädte müssen bis zum 1. Juli 2019 um eine 18 Stadtteile umfassende Diesel-Fahrverbotszone für Essen und streckenbezogene Diesel-Fahrverbote für Gelsenkirchen erweitert werden – Zum ersten Mal soll in Essen mit der Sperrung der A40 für Dieselfahrzeuge bis einschließlich Euro 5/V auch eine Autobahn in die Fahrverbotszone einbezogen werden – Heutige Kabinettsentscheidung zur Heraufsetzung von NO2- und NOx-Grenzwerten: Diesel-Fahrverbote kommen trotz Änderung des BImSchG auch für Städte unter 50 µg NO2/m3 – Bundesland Nordrhein-Westfalen mit den meisten Klagen für Diesel-Fahrverbote

Essen/Gelsenkirchen, 15.11.2018: Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hat heute über die Klagen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) für „Saubere Luft“ in den Städten Essen und Gelsenkirchen entschieden (Essen: 8K 5068/15, Gelsenkirchen: 8K 5254/15) und beiden Klagen in vollem Umfang stattgegeben: Der Luftgrenzwert für das Dieselabgasgift Stickstoffdioxid (NO2), der seit dem Jahr 2010 verbindlich gilt, ist schnellstmöglich einzuhalten, spätestens im Jahr 2019. Dabei geht es um eine Grenzwerteinhaltung jeweils im gesamten Stadtgebiet. Die internationale Umweltrechtsorganisation ClientEarth unterstützt Klagen für „Saubere Luft“ der DUH.

Für die Stadt Essen hat das Gericht (höchster NO2-Belastungswert in Essen:49 µg/m3) entschieden, dass die Landesregierung ein Diesel-Fahrverbot für 18 Stadtteile inkl. der Stadtmitte als „Blaue Umweltzone“ in den Luftreinhalteplan aufzunehmen hat. Dieses gilt ab dem 1. Juli 2019 für alle Diesel unterhalb der Abgasnorm Euro 5 und Benziner unterhalb der Norm Euro 3. Zum 1. September 2019 ist das Verbot auf Diesel-Pkw, Busse und Nutzfahrzeuge der Abgasnorm Euro 5 zu erweitern.
Zum ersten Mal in Deutschland wurde von einem Gericht auch ein Diesel-Fahrverbot für eine Bundesautobahn verfügt. Ab dem 1. Juli 2019 gilt dies auf der Autobahn A40 für Diesel-Pkw, Busse und Nutzfahrzeuge bis einschließlich der Abgasstufe Euro 4/IV, ab dem 1. September 2019 wird dieses für Euro 5/V Diesel ausgedehnt. Grund ist die hohe Belastung einer Wohnsiedlung in Essen-Frohnhausen, hier führt die Bundesautobahn unmittelbar vorbei. Das Gericht hat zusätzlich dem Land die Prüfung weiterer Fahrverbote für neun weitere Verdachtsfälle außerhalb der „Blauen Umweltzone“ mit Frist bis zum 1. April 2019 auferlegt. Damit stellt das Gericht mit seinem Urteil das verfassungsrechtlich geschützte Recht auf Gesundheit der Menschen in Essen und Gelsenkirchen über die Profitinteressen der Automobilindustrie.  
Für die Stadt Gelsenkirchen, welche mit 46 µg NO2/m3 geringere Grenzwertüberschreitungen beim Dieselabgasgift NO2 als Essen aufweist, muss das beklagte Land Nordrhein-Westfalen ein streckenbezogenes Diesel-Fahrverbot auf der besonders belasteten Kurt-Schumacher-Straße festlegen. Dieses muss zum 1. Juli 2019 für alle Dieselfahrzeuge unterhalb der Abgasnorm Euro 6 und alle Benziner unterhalb der Abgasnorm Euro 3 in Kraft treten.
Das Gericht betonte, dass ein Großteil der vom Land NRW bisher in den Luftreinhalteplänen angeführten Maßnahmen „keine schnelle Wirkung“ verspricht. Die schnellstmögliche Grenzwerteinhaltung noch vor 2020, wie es das Bundesverwaltungsgericht gefordert hat, ist somit nicht möglich. Daher kann auf Diesel-Fahrverbote nicht mehr verzichtet werden. Der lange Zeitraum, in dem der Grenzwert überschritten wird, zwingt zu einer besonders effizienten Maßnahmenplanung.  
Dazu Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Mit der erstmaligen Sperrung einer Bundesautobahn für Diesel-Pkw, Busse und Lkw muss auch eine Kanzlerin Merkel erkennen, dass sie mit ihrer Politik gegen den Gesundheitsschutz und für die Profitsicherung einer betrügerischen Industrie gescheitert ist. Das letzte Beispiel für eine Fernsteuerung dieser Bundesregierung aus den Konzernzentralen von BMW, Daimler und VW ist die heute im Bundeskabinett beschlossene, europarechtswidrige Heraufsetzung von Dieselabgasgift-Grenzwerten. Was Gerichte von dieser industriefreundlichen Gesetzesnovelle halten, zeigte sich wenige Stunden nach der Regierungs-Pressekonferenz im Gelsenkirchener Richterspruch: Die erstmalige Einführung eines ersten Diesel-Fahrverbots auf der Autobahn A40 sowie in Essen und Gelsenkirchen. Diesel-Fahrverbote kommen trotz Änderung des BImSchG auch für Städte auch unter 50 µg NO2/m3.“

 

Das NRW-Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz teilt mit:
Zu den heutigen Urteilen des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen zur Fortschreibung der Luftreinhaltepläne Essen und Gelsenkirchen nimmt Umweltministerin Ursula Heinen-Esser wie folgt Stellung: "Es ist ohne Zweifel, dass die Einhaltung der Grenzwerte maßgeblich für den Gesundheitsschutz der Bevölkerung ist. Die Bezirksregierungen Düsseldorf und Münster haben für Essen und Gelsenkirchen ambitionierte Luftreinhaltepläne mit einer Vielzahl von Maßnahmen vorgelegt, um dieses Ziel zu erreichen.
Das Urteil kommt daher für uns überraschend, zugleich bietet es Orientierung", sagte Umweltministerin Heinen-Esser. Sie kündigte an, dass die Landesregierung die Urteile, sobald sie vorliegen, sehr genau prüfen will, um dann zu entscheiden, ob sie in Berufung gehen wird. Dort, wo zonale Fahrverbote drohen, insbesondere wenn eine Stadt und eine Autobahn im Zentrum eines Ballungsgebietes wie dem Ruhrgebiet betroffen sind, sei schon jetzt absehbar, dass die Landesregierung in Berufung gehen wird.
"Wir stehen in unseren Ballungsräumen vor großen Herausforderungen. Wir müssen jetzt in wenigen Monaten das schaffen, was in vielen Jahren zuvor nicht gelungen ist – die Grenzwerte gelten bereits seit dem Jahr 2010", sagte Heinen-Esser. "Unser erklärtes Ziel bleibt es, die Luftqualität und damit die Lebensqualität nachhaltig so zu verbessern, dass wir den Ausstoß von Stickoxiden reduzieren und die Luftqualitätsgrenz-werte flächendeckend einhalten. Gleichzeitig müssen wir die Mobilität der Menschen sicherstellen."
"Wir sind auf einem guten Weg, aber wir sind eben noch nicht am Ziel", sagte die Ministerin. "Daher müssen wir beides tun: die Grenzwerte kurzfristig schnellstmöglich einhalten und unsere Mobilität mittel- und langfristig so emissionsfrei wie möglich gestalten." Parallel zur Gerichtsverhandlung wurde heute im Bundeskabinett eine Änderung des Bundesimmissionsschutzgesetzes beschlossen.
Das Leipziger Bundesverwaltungsgericht hatte explizit aufgegeben, die Verhältnismäßigkeit von Dieselfahrverboten zu prüfen. Eine gesetzliche Einordnung zur Verhältnismäßigkeit von Dieselfahrverboten würde allen Beteiligten und auch den Gerichten eine zusätzliche Orientierung bieten.
Darüber hinaus regelt die vorgesehene Novelle, dass Diesel-Fahrzeuge der Abgasnormen Euro 4 und Euro 5 von Fahrverboten ausgenommen werden, falls sie im Alltag nicht mehr als 270 Milligramm Stickstoffdioxid pro Kilometer ausstoßen – etwa wenn sie mit zusätzlichen Katalysatoren nachgerüstet wurden.
"Insbesondere die konsequente Umsetzung der Hardware-Nachrüstung von Diesel-Fahrzeugen wäre aus Sicht des Gesundheits- und Verbraucherschutzes eine sinnvolle und wirksame Maßnahme zur schnelleren Erreichung der Stickstoffdioxid-Grenzwerte und damit zur Vermeidung von Fahrverboten", sagte Heinen-Esser.