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Redaktion Harald Jeschke

11. Dezember 1946 in New York: Kinderhilfswerk Unicef wird ins Leben gerufen! Am 24. Juli 1957 wurde in Duisburg aus Dankbarkeit und der Einsicht, dass auch in vielen anderen Teilen der Welt Kinder in großer Not leben, die Arbeitsgruppe Duisburg ins Leben gerufen.

Unterstützung für Kinder gerade in Krisenzeiten unverzichtbar

UNICEF-Geschäftsbericht 2019: Große Spendenbereitschaft in Deutschland


© UNICEF/UNI218434/Rfaat

Köln/Duisburg, den 19. Juni 2020 - Das Deutsche Komitee für UNICEF hat im Jahr 2019 Einnahmen in Höhe von 126,21 Millionen Euro aus Spenden und dem Verkauf der beliebten UNICEF-Karte erzielt. Die Einnahmen in 2019 liegen damit deutlich über dem Ergebnis des Vorjahres (111,56 Millionen Euro). Die Bundesbürger sowie Partner wie Unternehmen und Stiftungen gehörten so auch im vergangenen Jahr zu den wichtigsten Unterstützern des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen.

Zu dem erfreulichen Gesamtergebnis und einem der international höchsten Beiträge aus privaten Spenden zur UNICEF-Programmarbeit für Kinder haben rund 493.000 aktive Spenderinnen und Spender in Deutschland beigetragen. Besonders wertvoll ist die kontinuierliche Hilfe aus inzwischen nahezu 291.000 UNICEF-Patenschaften. Die regelmäßigen Beiträge der UNICEF-Patinnen und -Paten ermöglichen es UNICEF, in Notsituationen weltweit schnell und flexibel zu reagieren und Kindern wirksam zu helfen. 

„Die weltweite Coronakrise zeigt: Die Bedürfnisse von Kindern und jungen Menschen spielen noch immer viel zu oft eine nachgeordnete Rolle, auch bei uns in Deutschland. Dabei haben wir die Verantwortung dafür, dass jedes Kind sein Potenzial entfalten kann, ganz gleich, wo und in welchen Verhältnissen es aufwächst. Die große Unterstützung der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger ermöglicht es UNICEF gerade in schwierigen Zeiten, an der Seite der Kinder zu stehen“, erklärte der Vorsitzende von UNICEF Deutschland, Georg Graf Waldersee anlässlich der Mitgliederversammlung des Deutschen Komitees für UNICEF.

„Allen Spenderinnen und Spendern gilt unser tiefster Dank.“ Covid-19-Pandemie: Kinder schützen Angesichts der durch die Covid-19-Pandemie hervorgerufenen globalen Krise ruft UNICEF dazu auf, Kinder nicht allein zu lassen und den Einsatz für die am stärksten benachteiligten und ärmsten Kinder und Familien fortzusetzen und auszuweiten. Regierungen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft müssen ihren Einsatz für Kinder verstärken, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen und die weitreichenden wirtschaftlichen und sozialen Folgen für Kinder zu verringern.

„Die gegenwärtige Pandemie ist mehr als eine Gesundheitskrise. Ihre sozialen und wirtschaftlichen Folgen bringen die ärmsten und schwächsten Kinder weltweit in existenzielle Gefahr. Um diese Gefahr zu überwinden, müssen wir alle zusammenstehen“, sagte Graf Waldersee „Die beispiellose Situation erfordert beispiellose globale Solidarität. Nur so können wir verhindern, dass aus der Krise eine andauernde, weltweite Katastrophe für Kinder wird.“
Insgesamt konnte das Deutsche Komitee für UNICEF in 2019 die weltweite UNICEF-Hilfe für Kinder mit 94,22 Millionen Euro unterstützen. 2,81 Millionen Euro kamen der satzungsgemäßen Programm- und Kinderrechtsarbeit in Deutschland zugute. Die Kosten für Verwaltung sowie Öffentlichkeitsarbeit und Werbung in Deutschland betrugen – gemäß den Kriterien des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) – 19,04 Prozent. 

Der ehrenamtliche Vorstand von UNICEF Deutschland
In der heutigen Mitgliederversammlung von UNICEF Deutschland wählte das ehrenamtlich arbeitende Gremium zwei neue Mitglieder in den Vorstand: die Beiratsvorsitzende der Würth-Gruppe, Bettina Würth, und die Bundestagsabgeordnete Britta Haßelmann. Georg Graf Waldersee wurde in der darauffolgenden Vorstandssitzung in seinem Amt als ehrenamtlicher Vorsitzender des Deutschen Komitees für UNICEF bestätigt.
Dagmar Wöhrl, Parlamentarische Staatssekretärin a.D., wurde als Nachfolgerin für die turnusgemäß aus dem Vorstand ausgeschiedene Claudia Graus zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Weitere Mitglieder des UNICEF-Vorstands sind derzeit: der Journalist und ehemalige Chefredakteur des Magazins GEO, Peter-Matthias Gaede (stellv. Vorsitzender), die Staatsministerin a.D. und Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, die Journalistin und ehemalige UNICEF-Schirmherrin Daniela Schadt, der Unternehmer Dr. Jochen Gutbrod, der Manager und Gründer Dr. Johannes Meier, Christine Langen, Sprecherin des Beirats der UNICEF-Arbeitsgruppen, sowie ihr Stellvertreter Rainer Köhler.

Dank der Spenden aus Deutschland konnte UNICEF im vergangenen Jahr unter anderem lebensrettende Hilfe in Kriegs- und humanitären Krisengebieten wie zum Beispiel in Syrien, Jemen und dem Südsudan auf den Weg bringen. In Mosambik konnte UNICEF nach den schweren Wirbelstürmen schnelle Nothilfe leisten und die Weichen für den Wiederaufbau von Wasserversorgung und Schulen stellen. Ein weiterer Schwerpunkt waren Bildungsprogramme für besonders benachteiligte Kinder, zum Beispiel in Afghanistan, in der Elfenbeinküste, Nepal, Liberia und Malawi. Der Geschäftsbericht 2019 und den ausführlichen Finanzbericht stehen zur
Einsicht und zum Download bereit

UNICEF und ILO: Covid-19 droht Millionen Kinder zusätzlich in Kinderarbeit zu drängen

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der arbeitenden Kinder um 94 Millionen zurückgegangen – diese Fortschritte sind in Gefahr 


Der zehnjährige Bassiru in Niger arbeitet in der Ziegelproduktion. Er ist nur ein paar Monate zur Schule gegangen. Dann musste er den Unterricht abbrechen und arbeiten, um die Familie zu unterstützen. © UNICEF Niger/2017/Soumaila

Köln, den 12. Juni 2020 // Laut UNICEF und der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) könnten Millionen Kinder durch die Covid-19-Krise zusätzlich in Kinderarbeit gedrängt werden. Damit droht die Zahl der arbeitenden Kinder zum ersten Mal seit 20 Jahren wieder zu steigen.  Dem Bericht „COVID-19 and child labour: A time of crisis, a time to act” zufolge ist es in den vergangenen 20 Jahren gelungen, die Zahl der Kinder, die arbeiten müssen, um 94 Millionen zu senken.
Diese Fortschritte sind nun gefährdet. Aus dem zum heutigen Welttag gegen Kinderarbeit veröffentlichten Bericht geht hervor, dass die Situation der Kinder, die heute bereits arbeiten, sich weiter verschlechtern könnte, weil sie beispielsweise mehr oder unter noch schwierigeren Bedingungen als zuvor arbeiten müssen. Viele weitere könnten in die schlimmsten Formen von Kinderarbeit gedrängt werden, die ihre Sicherheit und Entwicklung gefährdet.   

 „Da vielen Familien durch die Pandemie ihr Einkommen wegbricht, könnten Eltern auf Kinderarbeit zurückgreifen, wenn sie nicht unterstützt werden“, sagte Guy Ryder, Generaldirektor der ILO. „Soziale Sicherung ist in Krisenzeiten unabdingbar, da sie die am stärksten benachteiligten Familien unterstützt. Es macht einen entscheidenden Unterschied, wenn Maßnahmen zur Bekämpfung von Kinderarbeit übergreifend in die Bereiche der Bildung, des Sozialschutzes, der Justiz, der Arbeitsmärkte und internationalen Menschen- und Arbeitsrechte integriert werden.“

Laut dem Bericht könnten durch Covid-19 mehr Familien in die Armut abrutschen. Durch den finanziellen Druck könnten mehr Kinder in Kinderarbeit gedrängt werden. Einigen Studien zufolge führt ein Anstieg von Armut um einen Prozentpunkt in manchen Ländern zu einem Anstieg von Kinderarbeit um mindestens 0,7 Prozent.
„In Krisenzeiten ist Kinderarbeit für viele Familien die einzige Möglichkeit, ihre Familie zu versorgen“, sagte UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. “Wenn die Armut steigt, Schulen schließen und soziale Dienste eingeschränkt werden, werden mehr Kinder in Arbeit gedrängt. Wir müssen aus Covid-19 lernen und eine Welt schaffen, in der dafür gesorgt ist, dass Kinder und ihre Familien in Zukunft für ähnliche Krisen besser gewappnet sind. Hochwertige Bildung, soziale Sicherung und bessere wirtschaftliche Chancen sind die Voraussetzung dafür.“

Menschen, die ohnehin schon benachteiligt sind – beispielsweise Menschen, die im informellen Sektor arbeiten oder Wanderarbeiter – werden am stärksten unter der Rezession, steigender informeller Arbeit, Arbeitslosigkeit, dem Rückgang des Lebensstandards, gesundheitlichen Problemen, unzureichender sozialer Sicherung sowie anderen Belastungen leiden. Darüber hinaus gibt es Anzeichen dafür, dass Kinderarbeit zunimmt, wenn Schulen aufgrund der Pandemie geschlossen werden. Derzeit können über eine Milliarde Kinder in 130 Ländern nicht zur Schule gehen. Selbst wenn Schulen wieder öffnen, werden es sich manche Eltern nicht leisten können, ihre Kinder zurück in die Schule zu schicken. 
Dadurch steigt das Risiko, dass mehr Kinder in gefährliche oder ausbeuterische Arbeit gedrängt werden. Da Mädchen besonders von Ausbeutung in der Landwirtschaft oder im Dienstleistungssektor bedroht sind, könnte die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern zunehmen.  Maßnahmen müssen nun ergriffen werden, um der Gefahr zunehmender Kinderarbeit entgegenzuwirken. Dazu gehört eine bessere soziale Sicherung, leichterer Zugang zu Krediten für ärmere Familien, faire Arbeitsbedingungen für Erwachsene, Maßnahmen zur Wiedereingliederung von Kindern in die Schule, einschließlich der Abschaffung von Schulgebühren, und mehr Mittel für die Kontrolle von Arbeitsverhältnissen und die Durchsetzung von Rechtsvorschriften.

Die wichtigsten Fakten zu Kinderarbeit 
In den vergangenen 20 Jahren ist es gelungen, die Zahl der Kinder, die arbeiten müssen, statt zur Schule zu gehen, weltweit zu senken. Trotzdem müssen immer noch 152 Millionen Kinder zwischen 5 und 17 Jahren unter Bedingungen arbeiten, die ihre Entwicklung, ihre Bildung und ihre Gesundheit gefährden.  73 Millionen Kinder werden in den sogenannten „schlimmsten Formen der Kinderarbeit“ ausgebeutet – in Sklaverei und sklavenähnlichen Abhängigkeiten, Zwangsarbeit, als Kindersoldaten, Kinderprostituierte oder bei kriminellen Tätigkeiten wie dem Missbrauch von Kindern als Drogenkuriere. 
Die meisten Kinder arbeiten in der Landwirtschaft (71 Prozent), gut 17 Prozent als Hilfskräfte im Dienstleistungsbereich und 11,9 Prozent in der Industrie. Zwei Drittel der arbeitenden Mädchen und Jungen arbeiten informell im Familienverbund. Fast alle Staaten haben sich mit der Agenda für nachhaltige Entwicklung darauf geeinigt, bis zum Jahr 2025 alle Formen der Kinderarbeit zu überwinden – angefangen mit den schlimmsten Formen der Ausbeutung.
 Doch die Fortschritte sind sehr ungleich verteilt und gehen zu langsam. Deshalb werden 2025 vermutlich weiter über 121 Millionen Mädchen und Jungen arbeiten müssen – und durch wachsende Armut in Folge der Covid-19 Pandemie könnte diese Zahl sogar noch deutlich höher ausfallen.

 >> Kinderarbeit: Die 7 wichtigsten Fragen & Antworten

Öffentlicher Appell zum Tag des Grundgesetzes am 23. Mai: Kinderrechte ins Grundgesetz – jetzt!

Köln/Duisburg, 22. Mai 2020 - UNICEF Deutschland und zahlreiche namhafte Unterstützerinnen und Unterstützer wenden sich zum Tag des Grundgesetzes mit einem öffentlichen Appell an die Politik. Sie fordern darin, mit der Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz die rechtliche Grundlage für ein kinderfreundliches Deutschland zu schaffen. Jedes Kind hat Rechte. Doch im deutschen Grundgesetz, das morgen 71 Jahre alt wird, kommen die Kinderrechte bis heute nicht vor. Zum Tag des Grundgesetzes ruft UNICEF Deutschland mit einem erneuten öffentlichen Appell zur Aufnahme der Kinderrechte in die deutsche Verfassung auf. 

© UNICEF/Sebastian Bänsch

„Die Rechte und Interessen von Kindern werden hierzulande noch immer nicht ausreichend berücksichtigt. Dies hat uns nicht zuletzt die Covid-19-Pandemie vor Augen geführt“, erklärt Georg Graf Waldersee, Vorsitzender von UNICEF Deutschland bei der Veröffentlichung des Aufrufs. „Deshalb ist es an der Zeit, die Kinderrechte im deutschen Grundgesetz zu verankern und damit den Bedürfnissen der Kinder und ihren besonderen Rechten endlich mehr Aufmerksamkeit und Nachdruck zu verschaffen – nicht nur in der gegenwärtigen Krise.“

Zu den Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern des Appells gehören bekannte Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und dem Kulturbereich sowie Fachleute und ehrenamtlich Engagierte. Sie appellieren an die Bundesregierung sowie an die Mitglieder des Bundestags und des Bundesrats an dem im Koalitionsvertrag vereinbarten Vorhaben festzuhalten, die Kinderrechte in das Grundgesetz aufzunehmen.
In dem Appell heißt es: „Die Aufnahme der Kinderrechte in das Grundgesetz bedeutet, das Wohl von Kindern in den Mittelpunkt zu stellen, Kinder als eigenständige Rechtsträger anzuerkennen, Eltern in ihrer Erziehungsaufgabe den Rücken zu stärken, Kinder besser zu schützen und zu fördern sowie Kinder anzuhören und zu beteiligen, wenn es um ihre Belange geht.“

Vielen Kindern in Deutschland geht es gut – aber längst nicht allen von ihnen Trotz vieler Fortschritte in den vergangenen Jahren haben auch in Deutschland noch immer nicht alle Kinder die gleichen Chancen ihre Rechte zu verwirklichen. Vielmehr besteht die Gefahr, dass ein beträchtlicher Teil der Kinder weiter an den Rand der Gesellschaft gedrängt wird. Armut, mangelnde Bildungschancen und Gewalt in der Familie sind für viele junge Menschen Alltag.

UNICEF Deutschland befürchtet, dass sich die Situation vieler Kinder in Folge der Covid-19-Pandemie deutlich verschlechtern könnte. „Unsere Gesellschaft kann sich nicht damit abfinden, auch nur ein einziges Kind abzuhängen“, so Graf Waldersee weiter. „Wir brauchen eine junge Generation, die auf die Herausforderungen des Alltags heute und auf die Welt von morgen gut vorbereitet ist. Es ist unsere Pflicht, Bedingungen zu schaffen, unter denen Kinder bestmöglich geschützt und gefördert werden und ihre Persönlichkeit und Fähigkeiten gut entfalten können. Kinderrechte im Grundgesetz stärken die Zukunftsfähigkeit unseres Landes.

Ihre Verankerung in unserer Verfassung liegt im Interesse unserer Kinder, ihrer Familien und unserer ganzen Gesellschaft.“ » Den vollständigen Appell finden Sie hier.

Namen der Unterzeichnerinnen und Unterzeichner
Georg Graf Waldersee (Vorstandsvorsitzender UNICEF Deutschland) Thomas Krüger (Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes) Heinz Hilgers (Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes) Prof. Dr. Sabine Walper (Präsidentin der Deutschen Liga für das Kind)  Anas Ahmed (Mitglied des Beirats von UNICEF Deutschland) Folkmar Biniarz (Dipl.-Sozialarbeiter, ehemaliger Jugend- und Heimleiter; Komitee-Mitglied UNICEF Deutschland) Otto Bitter (Komitee-Mitglied UNICEF Deutschland) Matthias Brenner (Schauspieler und Intendant des Neuen Theaters Halle) Sabine Christiansen (Journalistin und Medienunternehmerin) Raphael Cleven (Mitglied des Beirats von UNICEF Deutschland) Prof. Dr. Theresia Degener (Professorin für Recht und Disability Studies; ehem. Vorsitzende des Ausschusses der Vereinten Nationen für die Rechte von Menschen mit Behinderungen) Ekin Deligöz (Bundestagsabgeordnete) Dr. Antje von Dewitz (Geschäftsführerin VAUDE) Dr. Philipp B. Donath (Rechtswissenschaftler, Goethe-Universität Frankfurt am Main) Julian Draxler (Fußballprofi) Peter-Matthias Gaede (Stellv. Vorstandsvorsitzender UNICEF Deutschland)  Prof. Dr. Gudrun Goes (Mitglied des Beirats von UNICEF Deutschland) Berkay Gür (Mitglied des UNICEF JuniorBeirats) Karl Haeusgen (Vorsitzender des Aufsichtsrats der HAWE Hydraulik SE, München) Regina Halmich (ehemalige Boxweltmeisterin; Botschafterin des Deutschen Kinderhilfswerkes) Prof. Dr. Bernd Helmig (Komitee-Mitglied UNICEF Deutschland) Jasmin Hembach (Mitglied des UNICEF JuniorBeirats) Wolf-Rainer Hermel (Vorstandsvorsitzender i. R. Feuersozietät / Öffentliche Lebensversicherung Berlin-Brandenburg; Komitee-Mitglied UNICEF Deutschland) Lars Juister (Mitglied des Beirats von UNICEF Deutschland) Esra Khariri (Mitglied des UNICEF JuniorBeirats) Heribert Klein (Bankdirektor i.R.; Komitee-Mitglied UNICEF Deutschland) Helena Klöhr (Mitglied des Beirats von UNICEF Deutschland) Tom Koenigs (ehem. Bundestagsabgeordneter; Komitee-Mitglied UNICEF Deutschland) Gabriele Köhler (Komitee-Mitglied UNICEF Deutschland) Rainer Köhler (Vorstandsmitglied UNICEF Deutschland, Stellvertretender Sprecher des Beirats von UNICEF Deutschland) Prof. Dr. Lothar Krappmann (Mitglied des UN-Kinderrechtsausschusses (2003 – 2011)) Dr. Arnd D. Kumerloeve (40 Jahre Komitee-Mitglied UNICEF Deutschland) Magnus Graf Lambsdorff (Komitee-Mitglied UNICEF Deutschland) Christine Langen (Vorstandsmitglied UNICEF Deutschland, Sprecherin des Beirats von UNICEF Deutschland) Prof. Dr. Manfred Liebel (Mitgründer und Schirmherr des Masters „Childhood Studies and Children’s Rights“, Fachhochschule Potsdam)  Anne Lütkes (Vizepräsidentin des Deutschen Kinderhilfswerkes) Marie-Luise Marjan (Schauspielerin) Prof. Dr. Jörg Maywald (Professor für Kinderrechte und Kinderschutz, Fachhochschule Potsdam)  Dr. Johannes Meier (Professor HHL Graduate School of Management; Vorstandsmitglied UNICEF Deutschland)  Enie van de Meiklokjes (Moderatorin; Botschafterin des Deutschen Kinderhilfswerkes) Jess Mukeba (Mitglied des UNICEF JuniorBeirats) Hildegard Müller (Vorstandsmitglied UNICEF Deutschland) Norbert Müller (Bundestagsabgeordneter, Kinder- und Jugendpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE) Eva Padberg (Model) Dr. Sigrid Peter (Kinder- und Jugendärztin, Vizepräsidenten des BVKJ e.V) Petja Pucci (Mitglied des Beirats von UNICEF Deutschland) Katja Riemann (Schauspielerin) Wolfgang Schmitz (WDR-Hörfunkdirektor i.R.; Komitee-Mitglied UNICEF Deutschland) Sarah Schulten (Mitglied des UNICEF JuniorBeirats) Tina Srowig (Journalistin) Heike Taubert (Finanzministerin Thüringen; Mitglied des Thüringer Landtages; Komitee-Mitglied UNICEF Deutschland) Dr. Michael Vesper (Minister a.D.; Komitee-Mitglied UNICEF Deutschland)  Peter Walter (Komitee-Mitglied UNICEF Deutschland) Stephan Wassmuth (Vorsitzender Bundeselternrat) Willi Weitzel (Moderator und Welterforscher) Dr. Maria von Welser (Publizistin und TV-Journalistin; Komitee-Mitglied UNICEF Deutschland) Dagmar G. Wöhrl (Staatssekretärin a.D., Vorstandsmitglied UNICEF Deutschland) Bettina Würth (Beiratsvorsitzende der Würth-Gruppe)  

Der Appell für Kinderrechte im Grundgesetz wird unterstützt von dem Deutschen Kinderhilfswerk, dem Deutschen Kinderschutzbund und der Deutschen Liga für das Kind. Gemeinsam mit UNICEF Deutschland setzen sich die Organisationen im Aktionsbündnis Kinderrechte seit vielen Jahren für die Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz ein. Die Bundesregierung hat beschlossen, Kinderrechte ins Grundgesetz aufzunehmen. Die Bundesjustizministerin hat einen entsprechenden Gesetzentwurf vorgelegt, der derzeit diskutiert wird.

» Dieses Video erklärt anschaulich, warum die Kinderrechte ins Grundgesetz aufgenommen werden sollten. 

Covid-19: Weltweit wächst Not der Kinder 

UNICEF benötigt 1,6 Milliarden US-Dollar um die Folgen der Pandemie für die ärmsten Kinder zu mildern

Jhabua/Indien: Riya und Mukesh benutzen eine Handwaschstation. | © UNICEF/UNI325442

New York/Köln/Duisburg, 12. Mai 2020 - Für den weltweit wachsenden Bedarf an humanitärer Hilfe für Kinder in Folge von Covid-19 benötigt UNICEF dringend mehr Mittel. Wegen der verheerenden sozioökonomischen Konsequenzen der Krankheit und wachsender Not von Familien erhöht das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen seinen ursprünglich im März veröffentlichten Nothilfeaufruf von 651 Millionen auf 1,6 Milliarden US-Dollar.
Zu Beginn des fünften Monats der Pandemie sind die Kosten für Hilfsgüter, Transporte und Umsetzung von Hilfsmaßnahmen dramatisch gestiegen.
„Die Pandemie ist eine Gesundheitskrise aus der immer mehr eine Krise der Kinderrechte wird“, sagt UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. „Schulen sind geschlossen, Eltern können nicht arbeiten und der Druck auf Familien wächst. Die Mittel werden uns ermöglichen, auf die Krise zu reagieren, uns von ihren direkten Nachwirkungen zu erholen und die Kinder vor den langfristigen Folgen zu schützen.“ 

Der Zugang zu Gesundheitsversorgung und routinemäßigen Impfungen ist bereits für Hunderte Millionen Kinder beeinträchtigt. Dies kann zu einem signifikanten Anstieg der Kindersterblichkeit führen. Gleichzeitig erhöhen Ausgangsbeschränkungen, Schulschließungen und daraus folgende Isolation die ohnehin hohen Belastungen für die ärmsten und benachteiligten Kinder.

Nach Einschätzung von UNICEF leben rund 77 Prozent der Kinder und Jugendlichen weltweit – dies sind 1,8 Milliarden Mädchen und Jungen – in einem der 132 Länder, in denen aufgrund von Covid-19 Ausgangsbeschränkungen verhängt wurden. Unter diesen Bedingungen sowie aufgrund des wirtschaftlichen Abschwung wachsen die Risiken von Gewalt, Missbrauch und Vernachlässigung für Kinder. Mädchen sind besonders von sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt bedroht.

Viele vertriebene, geflüchtete und migrierte sowie zurückgeführte Kinder haben nur eingeschränkten Zugang zu Hilfe und Schutz. Sie sind auch zunehmend mit Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung konfrontiert. UNICEF konzentriert seine Antwort auf die Pandemie im Bereich der humanitären Hilfe besonders auf Länder, die bereits vorher unter humanitären Krisen litten. Die Pandemie bedeutet eine zusätzliche Bedrohung für die Kinder. Es ist deshalb besonders wichtig, bestehende Hilfen aufrecht zu erhalten bzw. auszubauen. Ziel ist es, die Ausbreitung des Virus zu lindern und die Folgeschäden für Kinder, Frauen und besonders verletzliche Bevölkerungsgruppen zu verringern. Dazu gehört es, den Zugang zu Gesundheitsversorgung, Nahrung, Wasser und sanitären Einrichtungen, Bildung und Schutz sicherzustellen.

UNICEF hat bislang 215 Millionen US-Dollar für den Kampf gegen die Pandemie erhalten.
Hierdurch wurden
über 1,67 Milliarden Menschen durch Informationskampagnen zu Händewaschen und Hygiene erreicht;
über 12 Millionen Menschen erhielten Zugang zu sauberem Wasser, sanitären Einrichtungen und Hygieneartikeln;
UNICEF hat 6,6 Millionen Schutzhandschuhe, 1,3, Millionen OP-Masken, 428.000 Atemschutzmasken, 291.000 Schutzkittel, 13.000 Schutzbrillen, 63.000 Gesichtsschutzschilder, 200 Geräte zur Konzentration von Sauerstoff und 34.500 Diagnosetests in 52 Länder ausgeliefert;
 rund 80 Millionen Kinder profitieren von Fernlernangeboten; über 10,9 Millionen Kinder und Frauen erhalten elementare medizinische Hilfe in von UNICEF unterstützten Gesundheitseinrichtungen; 
über 830.000 Kinder, Eltern und Betreuende erhielten psychosoziale Unterstützung.

 

Greta Thunberg startet Kampagne für Kinderrechte angesichts von Corona

„Die Corona-Pandemie ist, ebenso wie die Klimakrise, eine Krise der Kinderrechte“

Djaffar Shalchi, der Gründer von Human Act & Greta Thunberg haben sich zusammengetan, um die Arbeit von UNICEF im Kampf gegen das Coronavirus zu unterstützen. © UNICEF/UNI325440/Gregersen

New York/Köln/Duisburg, 30. April 2020 - Greta Thunberg startet heute eine weltweite Kampagne für Kinderrechte zusammen mit der dänischen Nichtregierungsorganisation Human Act. Die Klimaaktivistin ruft angesichts der Corona Pandemie junge Menschen und andere Unterstützer dazu auf, mehr Menschen für die Unterstützung der lebensnotwendigen Arbeit von UNICEF zu gewinnen.
Ziel ist es, die Kinder vor den dramatischen Folgen der Pandemie wie Nahrungsmangel, überlasteten Gesundheitssystemen, Gewalt und dem Verlust von Bildungsmöglichkeiten zu schützen. Human Act ist eine dänische Stiftung, die weltweit gegen extreme Armut kämpft und für Freiheit, Frieden und Gerechtigkeit eintritt. 
„Die Corona-Pandemie ist, wie die Klimakrise, eine Krise der Kinderrechte. Sie betrifft alle Kinder, schon heute und in Zukunft. Aber benachteiligte Kinder werden besonders darunter leiden. Ich rufe alle dazu auf, zu handeln und mit mir zusammen die lebensnotwendige Arbeit von UNICEF zu unterstützen - um das Leben von Kindern zu retten, ihre Gesundheit zu schützen und ihnen zu ermöglichen, weiter zu lernen", erklärt Greta Thunberg. 

Zum Auftakt der Kampagne stellen Human Act und die Greta Thunberg Stiftung 200.000 US-Dollar bereit. 100.000 US-Dollar davon hatte Human Act der Klimaaktivistin als Auszeichnung für ihren weltweiten Einsatz zur Verfügung gestellt und verdoppelt diese Summe nun nochmals. Die Kampagne ruft junge Menschen, Experten, Wirtschaftsmanager, Regierungen und andere Unterstützer auf, sich dem Einsatz für die UNICEF-Arbeit anzuschließen.  

Die Erlöse aus dem Aufruf fließen direkt in die UNICEF-Nothilfemaßnahmen gegen Covid-19 – zum Beispiel für die Bereitstellung von Seife, Schutzmasken, Handschuhen, Hygieneartikeln und Schutzausrüstung sowie fürlebensrettende Aufklärungsarbeit und Unterstützung für Gesundheitssysteme. Ein Report der Vereinten Nationen warnt, dass Kinder in Gefahr sind, die am stärksten betroffenen Opfer der Covid-19 Pandemie zu werden.
Während Kinder von den direkten Gesundheitsfolgen der Krankheit bislang weniger betroffen sind, hat die Krise massive Auswirkung auf ihr Wohlbefinden. Alle Kinder jeden Alters und in allen Ländern sind durch die Krise betroffen, insbesondere durch ihre sozioökonomischen Auswirkungen und in manchen Fällen durch die getroffenen Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Krankheit.  

UNICEF unterstützt weltweit Regierungen und lokale Partner und arbeitet mit Wirtschaftsunternehmen zusammen, um die Auswirkungen der Pandemie zu verringern. Dazu gehört:  sicherzustellen, dass wichtige Hilfsgüter und Hilfsleistungen für Kinder, Frauen und bedrohte Bevölkerungsgruppen verfügbar und zugänglich sind; verstärkte Aufklärungsarbeit zum Schutz durch Händewaschen mit Seife; Unterstützung für Regierungen durch die Beschaffung von Schutzausrüstungen für Gesundheitshelfer – etwa Schutzkleidung, Handschuhe, Masken, Sauerstoffmasken und Medikamenten; Unterstützung von Lernmöglichkeiten für Kinder, die keine Schule besuchen können sowie; Sicherstellung von psychosozialer Unterstützung für betroffene Familien. 

„Die Corona-Pandemie ist die größte Herausforderung, die die Welt seit Generationen gesehen hat“, sagte UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. „Kinder und Jugendliche gehören zu den am stärksten betroffenen Opfern der Folgen von Covid-19, daher ist es nur natürlich, dass sie selbst etwas dagegen tun wollen. Durch ihren Einsatz hat Greta Thunberg gezeigt, dass junge Menschen Stellung beziehen und die Welt verändern. UNICEF ist erfreut, dass Greta und ihre Unterstützer sich nicht nur entschieden haben, gegen diese Pandemie zu kämpfen, sondern auch beschlossen haben, dies gemeinsam mit UNICEF zu tun."

UNICEF: „Aus der globalen Gesundheitskrise darf keine globale Katastrophe für Kinder werden“

Syrische Kinder beobachten, wie im Nordwesten des Landes ein Schulgebäude desinfiziert wird, das derzeit von vertriebenen Familien bewohnt wird.

 © UNICEF/UNI316131/Haj Kadour/AFP


Köln/Duisburg, den 13. April 2020 - UNICEF warnt, dass die Corona-Pandemie zu einer existentiellen Bedrohung für die Gesundheitsversorgung, die Bildung und den Schutz der ärmsten Kinder der Erde wird. Während praktisch überall auf der Welt Regierungen drastische Maßnahmen ergriffen haben, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, treffen Schulschließungen, Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen sowie der Wegfall von Einkommensmöglichkeiten Kinder in Entwicklungsländern und in Krisenregionen besonders hart. 

Steigende Infektionszahlen in Ländern des Nahen und Mittleren Osten sowie in Afrika, Asien und Lateinamerika überfordern nicht nur die dortigen schwachen Gesundheitssysteme. Die Krise gefährdet auch die fragile Grundversorgung der ärmsten Kinder und setzt sie großen Risiken aus, wenn die Eltern ihre Arbeit als Tagelöhner verlieren, Schulspeisungen ausfallen oder Impfkampagnen gestoppt werden.

Angesichts der globalen Krise ruft UNICEF Regierungen, Unternehmen und private Spender auf, jetzt alles zu tun, um den Schutz und die Hilfe für die verletzlichsten Kinder der Erde sicherzustellen. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen arbeitet mit Gemeinden, Regierungen und Partnern zusammen, um die Ausbreitung von Covid-19 zu verlangsamen und die sozialen und wirtschaftlichen Folgen für Kinder und ihre Familien abzufedern.

Hierzu hat UNICEF einen
weltweiten Aktionsplan gestartet. In Deutschland unterstützen zudem bereits zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens den Aufruf #TeamMenschheit von UNICEF gemeinsam mit anderen großen Hilfswerken.
„Die Pandemie ist für Millionen Kinder und ihre Familien in fragilen Staaten, armen Gemeinden und Krisenregionen eine existentielle Gefahr. Sie haben kaum Möglichkeiten, sich vor Ansteckung zu schützen und oft keinen Zugang zu medizinischer Hilfe.
Sie müssen noch mehr leiden, weil humanitäre Helferinnen und Helfer sich nur eingeschränkt bewegen und dringend benötigte Hilfsgüter nicht ausgeliefert werden können. Väter und Mütter in armen Familien sind es, die als erste ihre Jobs verlieren und nicht mehr wissen, wie sie ihre Kinder ernähren sollen. Die beispiellose globale Gesundheitskrise braucht jetzt schnell ein beispielloses, international koordiniertes Handeln, um eine globale Katastrophe für Kinder abzuwenden“, sagte Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. 

Wo die Pandemie Kinder besonders bedroht:
Besonders groß ist die Sorge, dass sich das Virus in überfüllten Flüchtlingslagern zum Beispiel in Syrien, in Bangladesch oder in Griechenland ausbreitet. Familien haben dort kaum Möglichkeiten der täglichen Hygiene. Viele Kinder leiden an Mangelernährung oder anderen Vorerkrankungen und haben neuen Gefahren nur noch wenig entgegenzusetzen. Ihre Grundversorgung mit Nahrung, Medikamenten oder Wasser ist gefährdet.
In der Nähe der griechischen Hauptstadt Athen wurden bereits Flüchtlingslager abgeriegelt, nachdem Bewohner positiv auf das Virus getestet wurden. Naher und Mittlerer Osten: Seit Mitte März verbreitet sich das Coronavirus in Ländern wie Syrien, der Türkei, dem Irak und Iran, in denen sehr viele Kinder aufgrund von Konflikten, Flucht, Vertreibung oder Armut bereits auf humanitäre Hilfe angewiesen sind.
Über 110 Millionen Kinder in der Region besuchen seit Wochen keine Schule mehr – zusätzlich zu rund 15 Millionen Mädchen und Jungen, die schon vorher keinen Zugang zu Schulen hatten. Das Virus breitet sich zusehends auch auf dem afrikanischen Kontinent aus, wo es in vielen Ländern keine ausreichenden Behandlungsmöglichkeiten gibt und zahlreiche Menschen in städtischen Ballungszentren oder in Flucht- und Konfliktsituationen kaum Möglichkeit haben, sich und andere zu schützen.
Viele Kinder in Ländern der Sahelzone und im südlichen Afrika leiden an Mangelernährung oder anderen Vorerkrankungen, die das Immunsystem schwächen. 39 Prozent der Bewohner auf dem Kontinent haben zu Hause keine Möglichkeit, sich die Hände mit Wasser und Seife zu waschen. Wenn Einkommensmöglichkeiten wegfallen, wird die Not in vielen Familien noch weiter zunehmen.
In Asien ist besonders die steigende Zahl von Infektionen in Bangladesch besorgniserregend. Mehr als 850.000 Angehörige der Rohingya leben dort in überfüllten Flüchtlingslagern, wo sie sich kaum vor Ansteckung schützen können. Gleichzeitig erschweren Bewegungseinschränkungen auch für Hilfsorganisationen die Versorgung der Menschen.
In Pakistan haben solche Maßnahmen bereits dazu geführt, dass 300 Zentren zur Behandlung lebensgefährlich mangelernährter Kinder geschlossen werden mussten. In Indien haben Millionen armer Tagelöhnerinnen und Tagelöhner kein Einkommen mehr und sind in einem Massenaufbruch in ihre Dörfer zurückgekehrt.

Weltweit gehen derzeit 1,5 Milliarden Mädchen und Jungen nicht mehr zur Schule. Es besteht in vielen Regionen der Erde die Gefahr, dass Kinder, deren Schulen nun geschlossen sind, nicht wieder dorthin zurückkehren. Wenn Kinder nicht mehr lernen, sich mit Freunden treffen und kein geregeltes Alltagsleben mehr führen können, entstehen zusätzliche Risiken. Dazu gehören Stress, Misshandlungen, geschlechtsspezifische Gewalt, soziale Ausgrenzung oder die Trennung von ihren wichtigsten Bezugspersonen.
Beobachtungen aus China deuten darauf hin, dass Gewalt in Familien in den vergangenen Monaten gestiegen ist.

Wie UNICEF hilft
UNICEF leistet weltweit Aufklärungsarbeit, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen, stellt Hygieneartikel und sauberes Wasser bereit, schult Gesundheitspersonal und beschafft Schutzkleidung und medizinische Hilfsgüter.
Gemeinsam mit Regierungen und Partnern werden alternative Lernmöglichkeiten entwickelt. UNICEF berät Regierungen dabei, wie sie jetzt die ärmsten Familien unterstützen können und unterstützt Maßnahmen, um Kinder vor Ausbeutung, Gewalt und Missbrauch angesichts der Krise zu schützen. 

 

#TeamMenschheit: Zusammenhalten gegen Corona!

Hilfswerke und Prominente starten Solidaritätsaktion

#TeamMenschheit | © UNICEF DT

Köln/Duisburg, 1. April 2020 - Corona verändert unser Leben. Die Bedrohung durch das Virus trifft alle Menschen – in wohlhabenden Ländern genauso wie in Entwicklungsländern und Krisengebieten. Um diese Gefahr zu überwinden, müssen wir alle zusammenstehen. Zusammenhalt und Mitmenschlichkeit sind jetzt existentiell – bei uns und weltweit. 
Zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens starten deshalb heute die Aktion #TeamMenschheit – darunter u.a. die UNICEF-Schirmherrin Elke Büdenbender, ESA-Astronaut Alexander Gerst, Rockstar Udo Lindenberg, der Basketballer Dirk Nowitzki, die Fußballstars Mats Hummels und Julian Draxler, die Top-Models Eva Padberg und Franziska Knuppe und die Band Glasperlenspiel.  Initiiert hat die Aktion UNICEF Deutschland gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz, der Diakonie Katastrophenhilfe und Caritas international, die im Aktionsbündnis Katastrophenhilfe zusammenarbeiten.

#TeamMenschheit ruft ausdrücklich andere Organisationen, Institutionen, Unternehmen und Einzelpersonen zum Mitmachen auf! „Mit dieser Aktion möchten wir in dieser für uns alle neuen und sehr schwierigen Situation allen Menschen Mut machen: Bleiben Sie dran und setzen Sie sich weiter für Mitmenschlichkeit ein! Das Virus gefährdet die Menschen weltweit. Gerade in armen Ländern sind sie jetzt besonders gefährdet. Wir dürfen diese Menschen nicht vergessen und müssen ihnen helfen. Halten wir zusammen – bei uns und weltweit“, erklärte UNICEF-Schirmherrin Elke Büdenbender.

"Die Corona Pandemie lehrt uns: Globale Lösungen für globale Herausforderungen sind manchmal nur möglich, wenn jeder Einzelne von uns einen Beitrag leistet – egal wo wir leben. Unser Planet ist so klein. Angesichts der Gefahr durch das Virus müssen wir jetzt alle im Alltag zwar physisch Abstand halten – aber gerade jetzt auch sozial zusammenstehen mit denen, die unsere Hilfe brauchen. Bei uns und weltweit“, sagt ESA-Astronaut Alexander Gerst.

 „Die weltweite Pandemiekrise bedroht Millionen Kinder in einer ganz neuen Art oder stürzt sie in noch dramatischere Situationen als jene, in denen sie ohnehin schon sind. Sie wird Mädchen und Jungen gerade in den ärmsten Ländern, in Kriegs- und Krisengebieten zusätzlich gefährden: ihre Gesundheit, ihre Entwicklung und ihre Zukunftsperspektiven. Deshalb sind sie gerade jetzt auf unsere Hilfe angewiesen“, erklärte Georg Graf Waldersee, Vorsitzender von UNICEF Deutschland. 

Warum?
Das Corona-Virus wurde bis heute in über 200 Ländern und Territorien der Erde nachgewiesen. Nach Asien sind derzeit Europa und die USA Zentren der Pandemie. Auch im Nahen Osten, Afrika und Lateinamerika steigt die Gefahr, an Covid-19 zu erkranken. Das Virus breitet sich nun auch in Ländern mit schwachen Gesundheitssystemen aus. Viele davon haben bereits mit humanitären Krisen durch Krieg, Flucht oder in Folge des Klimawandels zu kämpfen. Es sind Länder, in denen viele Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser und Seife oder die Hoffnung auf ein Krankenhausbett haben.

Wer ist das #TeamMenschheit?
Wir – das sind wir alle. Jeder kann mitmachen. #TeamMenschheit ist eine Bewegung, die angesichts der globalen Probleme den Menschen und die Menschlichkeit in den Mittelpunkt stellt. Die Initiatoren und Unterstützer mobilisieren dazu ihre Netzwerke aus Jugendlichen und Erwachsenen, berichten von ihren „Helden“, stellen eigene Aktionen vor und rufen zu weiteren solidarischen Projekten auf. Jeder kann mitmachen!

Die Botschaft: Lasst uns gemeinsam über alle Unterschiede und Grenzen hinweg aktiv werden:
1. Setze ein Zeichen für Zusammenhalt Teile unser #TeamMenschheit-Herz aus Daumen und Zeigefinger auf allen Kanälen.
2. Verbreite #TeamMenschheit Zeige allen mit dem Hashtag, was du selbst tust für mehr Zusammenhalt und was dich bei anderen begeistert. 
3. Bleib dran Folge #TeamMenschheit und unterstütze die Hilfe - in Deutschland und weltweit.  
Kinder, die unsichtbaren Opfer der Corona-Pandemie: Weltweit können wegen der Corona-Pandemie derzeit bereits 1,5 Milliarden Mädchen und Jungen nicht mehr zur Schule gehen. Für Mädchen und Jungen, die nicht mehr zur Schule gehen, sich nicht mehr mit Freunden treffen und kein normales Leben mehr führen können, bedeutet die Pandemie zusätzliche Risiken. 

Millionen Mädchen und Jungen in Kriegs- und Krisengebieten oder auf der Flucht haben keine Möglichkeiten der täglichen Hygiene und sind oft bereits durch Mangelernährung geschwächt. Die Ausbreitung von Covid-19 überfordert in vielen Ländern die ohnehin schwachen Gesundheitssysteme. Oft fehlt es an Behandlungsmöglichkeiten, Atemschutzmasken, Handschuhen und Schutzkleidung. Unzählige arme Familien in Ländern leben in unhygienischen Verhältnissen und haben keinen Zugang zu elementarer medizinischer Versorgung.  

Wie wir helfen können: UNICEF unterstützt in Städten und Gemeinden weltweit den Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Virus - durch Aufklärungsarbeit sowie die Bereitstellung von Hygieneartikeln für Schulen und medizinischen Hilfsgütern für Gesundheitsstationen. Diese Hilfe ist besonders in Ländern, die nur über schwache Gesundheitssysteme verfügen, überlebenswichtig.

Weltweiter Nothilfeaufruf der Vereinten Nationen zu COVID-19

Nothilfebüro der Vereinten Nationen: COVID-19 kann nur global bekämpft werden


Nigeria im März 2020: Fardida Abdulazeez (9) nach nach einer Veranstaltung zur Coronavirus-Prävention. | © UNICEF/UNI313542/Ojo

New York/Köln/Duisburg, 25. März 2020 -
- Der Nothilfekoordinator der Vereinten Nationen warnt davor, dass Versäumnisse bei der Unterstützung von Ländern mit schwachen Gesundheitssystemen Millionen Menschen gefährden und zu einer weiteren globalen Ausbreitung des Coronavirus führen würden.
- Die Vereinten Nationen starten heute einen weltweiten Nothilfeaufruf zur Bekämpfung von COVID-19 in 51 Ländern in Südamerika, Afrika, dem Nahen Osten und Asien. Insgesamt benötigen die Vereinten Nationen hierfür 2 Milliarden US Dollar. 
- Die Regierungen weltweit werden aufgerufen, den globalen Nothilfeaufruf uneingeschränkt zu unterstützen und gleichzeitig die Finanzierung laufender humanitärer Hilfsprogramme aufrecht zu erhalten.

UN-Generalsekretär António Guterres ruft heute zur Unterstützung von Hilfsprogrammen in Höhe von 2 Milliarden US Dollar zur Bekämpfung von COVID-19 in Ländern mit schwachen Gesundheitssystemen auf, um Millionen Menschen zu schützen und die weitere globale Verbreitung von COVID-19 zu verhindern. 
  

Weltweit gibt es bereits über 16.000 Todesfälle und mehr als 400.000 Menschen haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Das Virus hat überall auf der Erde Fuß gefasst und erreicht nun auch Länder, die sich aufgrund von Konflikten, Naturkatastrophen und dem Klimawandel bereits in einer humanitären Krise befinden.

Die Hilfsprogramme sollen von den Vereinten Nationen gemeinsam mit internationalen Nichtregierungsorganisationen und NGO-Konsortien umgesetzt werden. Mit den Geldern des Nothilfeaufrufs wollen die Vereinten Nationen: 

  • - Ausstattung für Labore zur Diagnose des Virus sowie medizinische Hilfsgüter zur Behandlung bereitstellen; 
    - Anlagen zum Händewaschen in Flüchtlingscamps und Siedlungen installieren; Informationskampagnen starten, um Menschen zu informieren, wie sie sich und andere schützen können;
    - Luftbrücken und Logistikzentren in Afrika, Asien und Lateinamerika etablieren, um humanitäre Helferinnen und Helfer und Hilfsgüter dorthin zu bringen, wo sie am dringendsten benötigt werden.

UN-Generalsekretär António Guterres sagte:  

„COVID-19 ist eine Bedrohung für die gesamte Menschheit – und die gesamte Menschheit muss dagegen ankämpfen. Maßnahmen einzelner Länder werden nicht ausreichen. Wir müssen die besonders gefährdeten Menschen unterstützen – Millionen Menschen, die sich am wenigsten schützen können. Dies ist eine Frage der grundlegenden menschlichen Solidarität. Und es ist zentral für die Bekämpfung des Virus. Wir müssen uns jetzt für die am meisten gefährdeten Menschen einsetzen.“ 

UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock sagte:

„COVID-19 hat bereits das Leben in einigen der wohlhabendsten Länder der Welt k verändert. Es erreicht nun auch Menschen in Konfliktregionen und an Orten, wo die Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser und Seife haben sowie keine Hoffnung auf ein Krankenhausbett, wenn sie schwer erkranken.“ 

„Die ärmsten und besonders gefährdeten Menschen ihrem Schicksal zu überlassen, wäre nicht nur grausam, sondern auch unklug. Wenn wir es zulassen, dass sich das Coronavirus an diesen Orten verbreitet, wird dies das Leben von Millionen Menschen in Gefahr bringen, ganze Regionen würden ins Chaos gestürzt und das Virus könnte sich erneut rund um den Globus ausbreiten.“ 

“Regierungen, die die Pandemie in ihrem jeweiligen Land bekämpfen, kümmern sich zu Recht vorerst um das Wohl ihrer eigenen Bevölkerung. Aber die harte Wahrheit ist, dass sie die Bevölkerung in ihrem Land nicht schützen können, wenn sie nicht zugleich Maßnahmen ergreifen, um die ärmsten Länder weltweit zu schützen.“ 

„Unsere Priorität ist es, das Überleben von Menschen in den ärmsten Ländern der Welt, die auf humanitäre Hilfe der Vereinten Nationen angewiesen sind, zu sichern. Mit angemessener Finanzierung kann unser Nothilfe-Programm humanitäre Organisationen mit den geeigneten Instrumenten ausstatten, damit sie das Virus bekämpfen, Leben retten und die weltweite Ausbreitung von COVID-19 aufhalten.“  

Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der WHO, sagte:

„Das Virus breitet sich nun in Ländern mit schwachen Gesundheitssystemen aus, darunter einige Länder, die bereits mit humanitären Krisen konfrontiert sind. Diese Länder benötigen unsere Unterstützung – sowohl aus Solidarität, als auch um uns alle zu schützen und die Pandemie einzudämmen. Gleichzeitig dürfen wir die Pandemie nicht auf Kosten anderer humanitärer Gesundheitskrisen bekämpfen.“  

UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore sagte:  

„Kinder sind die unsichtbaren Opfer der Covid-19 Pandemie. Ausgangssperren und Schulschließungen wirken sich auf ihre Bildung, ihre psychische Gesundheit und den Zugang zu grundlegenden Gesundheitsdiensten aus. Das Risiko von Ausbeutung und Missbrauch ist sowohl für Jungen als auch für Mädchen höher als je zuvor. Für Kinder auf der Flucht und in Konfliktländern werden die Folgen unvorstellbar schlimm sein. Wir dürfen sie nicht im Stich lassen.“ 

An dem virtuellen Launch des COVID-19 Nothilfeaufruf nahmen neben dem UN-Generalsekretär auch Mark Lowcock, Dr Tedros Adhanom Ghebreyesus und Henrietta Fore via Videokonferenz teil.    

Gemeinsam forderten sie die UN-Mitgliedstaaten zur finanziellen Unterstützung des Nothilfeaufrufs auf, um die Auswirkungen von COVID-19 in Ländern mit schwachen Gesundheitssystemen abzuschwächen und das Virus weltweit einzudämmen. Gleichzeitig appellierten sie daran, bestehende Hilfsprogramme, die zum Überleben von mehr als 100 Millionen Menschen weltweit beitragen, die auf humanitäre Hilfe der Vereinten Nationen angewiesen sind, weiterhin zu unterstützen.    

Sie warnten die UN-Mitgliedstaaten davor, dass eine Umverteilung von finanziellen Mitteln der humanitären Hilfe ein Umfeld schaffen würde, in dem Cholera, Masern und Meningitis sich weiter ausbreiten könnten, in dem mehr Kinder mangelernährt würden und Extremisten die Kontrolle übernehmen könnten – ein perfekter Nährboden für das Coronavirus.  

Anlässlich des Launch des Nothilfeaufrufs gab Mark Lowcock 60 Millionen Dollar aus dem zentralen Nothilfefonds der Vereinten Nationen (CERF) frei. Insgesamt stehen damit 75 Millionen US Dollar aus dem zentralen Nothilfefonds zur Verfügung, um die weltweiten Bemühungen zur Eindämmung der Ausbreitung des COVID-19-Coronavirus zu unterstützen. Darüber wurden bisher nationale Fonds im Wert von 3 Millionen US-Dollar bereitgestellt.

Die CERF-Finanzierung, eine der umfangreichsten jeher, wird folgende UN-Organisationen unterstützen: WFP zur Gewährleistung der Kontinuität der Lieferketten und des Transports von Helferinnen, Helfern und Hilfsgütern; WHO zur Eindämmung der Pandemie, und weitere Organisationen zur humanitären Hilfe und dem Schutz besonders gefährdeter Menschen, wie Frauen und Mädchen sowie geflüchtete und vertriebene Menschen. Die Unterstützung umfasst Hilfsprogramme in den Bereichen Ernährung, körperliche und seelische Gesundheit, Wasser und Hygiene sowie Schutz. 

Drei Milliarden Menschen können sich zu Hause nicht die Hände waschen

Unicef zum heutigen Weltwassertag: Sauberes Wasser und Wissen über Hygiene sind Schlüssel im Kampf gegen das Coronavirus

Samos/Griechenland im März 2020: Kinder geflüchteter Familien holen Wasser im Empfangs- und Identifizierungszentrum in Vathi. | © UNICEF/Romenzi

Köln/Duisburg, 22. März 2020 - Zugang zu sauberem Wasser, sanitären Anlagen und Wissen über Hygiene sind die wichtigsten und effektivsten Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Doch Millionen Familien in Kriegs- und Krisengebieten oder in überfüllten Flüchtlingsländern wie in Syrien, in Bangladesch oder auch in Griechenland haben kaum Möglichkeiten für tägliche Hygiene. Unzählige in Armut lebende Familien in Ländern mit schwachen Gesundheitssystemen leben in unhygienischen Verhältnissen. Sie alle brauchen dringend Informationen und Unterstützung, um sich vor dem
Coronavirus zu schützen.
„Mit großer Sorge blicken wir derzeit in die Regionen der Welt, in denen die meisten Familien nicht die Möglichkeit zu regelmäßiger Hygiene haben“, erklärt Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. „Corona zwingt uns im Augenblick alle, unser Leben zu verändern. Zugleich müssen wir angesichts der globalen Gefahr jetzt auch den verletzlichen Kindern und ihren Familien vor allem in Krisenregionen beistehen.“

Das Coronavirus wurde laut Weltgesundheitsorganisation in über 160 Ländern gemeldet. Nach aktuellen Schätzungen der Vereinten Nationen haben 40 Prozent der Weltbevölkerung, das sind rund drei Milliarden Menschen, zu Hause keine Möglichkeit, sich die Hände mit Wasser und Seife zu waschen. Fast drei Viertel der Menschen in den am wenigsten entwickelten Ländern verfügen zu Hause nicht über die grundlegende Ausstattung zum Händewaschen.

Weltweit haben fast die Hälfte aller Schulen keine Anlagen für das Händewaschen mit Wasser und Seife. Dies betrifft rund 900 Millionen Kinder im Schulalter. Über ein Drittel der Schulen weltweit und die Hälfte der Schulen in den am wenigsten entwickelten Ländern haben überhaupt keinen Ort, an dem sich Kinder die Hände waschen können. 16 Prozent der Gesundheitseinrichtungen, also etwa jede sechste, verfügen weder über funktionale Toiletten noch über Handwaschmöglichkeiten an den Behandlungsorten.

Angesichts der Corona-Pandemie hat UNICEF gemeinsam mit der Weltgesundheits-organisation und vielen Partnern wie facebook Informationskampagnen für Eltern und Kinder gestartet. Landesweite Händewaschkampagnen über Social Media, im Fernsehen, in Schulen und in öffentlichen Einrichtungen erreichen Millionen Menschen.

Auch in Deutschland informiert eine UNICEF-Sonderseite über wichtige Fakten und gibt Tipps für Familien. UNICEF setzt sich weltweit dafür ein, dass Kinder und ihre Familien Zugang zu geeigneten Sanitäranlagen und Hygiene haben. Darüber hinaus fördert UNICEF das Händewaschen in über 90 Ländern. » Eine UNICEF-Sonderseite über das Coronavirus hier.

Geflüchtete und migrierte Kinder in der Türkei und Griechenland „Schutz und Hilfe für Kinder muss jederzeit Priorität haben“

250.000 Euro für UNICEF-Soforthilfe im türkisch-griechischem Grenzgebiet

Türkei 2020: Ein Kleinkind wärmt sich an einem Feuer in der Nähe der türkisch-griechischen Grenze auf. | © UNICEF/Turakoglu, ASAM

Köln/Duisburg,, 09. März 2020 - UNICEF ruft dringend zu humanitärer Hilfe und zum Schutz aller geflüchteten und migrierten Kinder in Griechenland und der Türkei auf. Es muss alles getan werden, um Kinder aus den aktuellen Auseinandersetzungen im türkisch-griechischen Grenzgebiet herauszuhalten und sie mit Nahrung, sauberem Wasser, medizinischer Hilfe, Decken und Schutzutensilien zu versorgen.
Die unhaltbaren Zustände in Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln müssen so rasch wie möglich abgestellt werden. 

„Die Ankündigung der Bundesregierung im Rahmen einer Koalition williger europäischer Staaten 1.000 bis 1.500 Kinder aus Lagern auf den griechischen Inseln aufzunehmen ist eine wichtige humanitäre Geste. Dabei darf es aber nicht stehen bleiben, es muss eine menschlich tragfähige politische Lösung der Krise gefunden werden“, erklärte Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland.
„Die Kinder in Griechenland und der Türkei dürfen nicht länger Spielball der Politik sein -  jeder Tag unter diesen Umständen ist für die Kinder ein Tag zu viel. Wir appellieren an alle beteiligten Regierungen, ihrer Verantwortung nachzukommen und dem Schutz von Kindern jederzeit Priorität einzuräumen.“ Mit Unterstützung der Würth-Gruppe hat UNICEF Deutschland heute 250.000 Euro für Soforthilfe für Kinder und Familien an der türkisch-griechischen Grenze bereitgestellt. UNICEF ist vor Ort und verteilt über seine lokalen Partner Trinkwasser, Decken und Hygieneartikel. Mobile Teams sind unterwegs, um besonders hilfebedürftige Kinder und Familien zu unterstützen.
Sie helfen ihnen zum Beispiel, bei Gesundheitsproblemen Krankenhäuser aufzusuchen. Damit die Kinder etwas Normalität bekommen, wurde zusammen mit dem Türkischen Halbmond ein mobiler kinderfreundlicher Ort aufgebaut. Auf den griechischen Inseln und auch auf dem Festland unterstützt UNICEF zusammen mit seinen Partnern die Behörden, Aufnahme- und Betreuungskapazitäten zu erhöhen.

In der Nähe des Lagers Moria auf der Insel Lesbos unterstützt UNICEF trotz angespannter Sicherheitslage ein Familienzentrum, in das jeden Tag 350 Kinder und Frauen kommen – die Kapazität soll auf 650 erweitert werden. Auf Bitten lokaler Partner wurden Decken und andere Hilfsgüter beschafft, die am Hafen verteilt werden.  Derzeit leben in Griechenland etwa 40.000 geflüchtete und migrierte Kinder, darunter 5.300 unbegleitete Kinder. Im türkisch-griechischen Grenzgebiet halten sich schätzungsweise 16.000 Menschen auf, etwa 40 Prozent sind Frauen und Kinder.


"Chance auf ein kinderfreundlicheres Deutschland nicht ungenutzt lassen“

Berlin/Duisburg, 7. März 2020 - „Wir dürfen die Chance auf ein kinderfreundlicheres Deutschland nicht ungenutzt lassen“ so Georg Graf Waldersee, Vorstandsvorsitzender UNICEF Deutschland, zum morgigen Koalitionsausschuss.
Die Mitglieder des Koalitionsausschusses wollen bei ihrem Treffen morgen auch über den aktuellen Gesetzentwurf zur Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz beraten. Dazu Georg Graf Waldersee, Vorstandsvorsitzender von UNICEF Deutschland: „Fast 30 Jahre nachdem sich die Bundesrepublik dazu verpflichtet hat, die UN-Konvention über die Rechte des Kindes umzusetzen, besteht nun die richtungsweisende Chance, die rechtliche Grundlage für ein kinderfreundlicheres Deutschland zu schaffen.
Die Bundesregierung sollte diese Chance nutzen. Dabei kommt es für unsere Kinder auf eine kluge Formulierung des Verfassungstextes an, denn davon hängt vieles für sie ab. Insbesondere, in welchem Umfang ihr Wohl bei staatlichen Entscheidungen, die sie betreffen, berücksichtigt wird. Dazu gehört beispielsweise, in wie weit ihre Interessen bei städtebaulichen Fragen wie der Planung von Spielplätzen berücksichtigt werden. Die Kinderrechtskonvention formuliert den Vorrang des Kindeswohlprinzips und die Beteiligungsrechte dabei klar und deutlich. Der endgültige Verfassungstext darf dahinter nicht zurückbleiben.“

Kinder- und Jugendmedienschutz endlich den Erfordernissen der digitalen Welt anpassen“

UNICEF-Geschäftsführer Christian Schneider zum Entwurf eines zweiten Gesetzes zur Änderung des Jugendschutzgesetzes

Köln/Duisburg, 6. März 2020 - Anlässlich der aktuellen Diskussion um die Reform des Jugendmedienschutzes fordert UNICEF Deutschland, die Rechte von Kindern auch in der digitalen Welt zu stärken. Dazu sagte Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland: „Wir begrüßen den vom Bundesfamilienministerium vorgelegten Gesetzentwurf als dringend erforderlichen Schritt, um den Kinder- und Jugendmedienschutz endlich den Erfordernissen der digitalen Welt anzupassen.“
Onlinemedien sind für Kinder und Jugendliche heute ein selbstverständlicher und meist positiver Teil ihres Lebens. Das hat der von UNICEF 2019 veröffentlichte Bericht „Kids Online“ des Hans-Bredow-Instituts gezeigt. Gleichzeitig sind junge Menschen dort vielfältigen Risiken ausgesetzt und machen negative, zum Teil belastende Erfahrungen. Der Bericht macht deutlich, dass Kinder und Jugendliche besser vor schädlichen und rechtswidrigen Medieninhalten sowie vor Interaktionsrisiken, wie Mobbing, Grooming, selbstgefährdendem Verhalten oder Kostenfallen, geschützt werden müssen.“
„Mit dem neuen Gesetz sollen die bestehenden Schutzlücken geschlossen werden. Zum einen soll eine kohärente Alterskennzeichnung Kindern, Jugendlichen und Eltern die verlässliche, zeitgemäße Orientierung hinsichtlich der Nutzungsrisiken ermöglichen. Zum anderen sollen Dienstanbieter verpflichtet werden, wirksame Vorsorgemaßnahmen zu treffen. Dazu gehören die Einrichtung von Melde- und Beschwerdesystemen oder Voreinstellungen, mit denen Risiken für Kinder- und Jugendliche begrenzt werden können. Die Erweiterung der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien zu einer Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz ist dafür von großer Bedeutung.“

„Aus Sicht von UNICEF Deutschland beinhaltet der Gesetzentwurf wesentliche Elemente, um Kindern und Jugendlichen eine sichere Nutzung von und Teilhabe an digitalen Medien zu ermöglichen – der Jugendschutz kommt damit im digitalen Zeitalter an. Wie im Gesetzentwurf vorgesehen, müssen Kinder und ihr Umfeld gestärkt werden. Anbieter müssen sich verpflichten, Schutzmaßnahmen zu erhöhen. Um dies zu erreichen, ist eine koordinierte Zusammenarbeit der verantwortlichen Akteure auf Bund- und Länderebene erforderlich.“ 


"Unsere Zukunft beginnt mit unseren Kindern“
UNICEF-Jahresgespräch Schloss Bellevue

Berlin/Köln/Duisburg, 3. März 2020 - Mit der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung hat sich die internationale Staatengemeinschaft im Jahr 2015 dazu verpflichtet, eine gerechtere Welt und eine lebenswerte Zukunft für die nachfolgenden Generationen zu schaffen. Doch bis heute leben nach Einschätzung von UNICEF fast eine Milliarde Kinder in Ländern, die weit davon entfernt sind, die globalen nachhaltigen Entwicklungsziele zu erreichen. 

UNICEF-Schirmherrin Elke Büdenbender trifft Kinder in Nepal. | © UNICEF/UNI286229/PRASAD NGAKHUSI

Akute globale Herausforderungen wie die rasante Urbanisierung, der Klimawandel und die Umweltzerstörung, die große Zahl gewalttätiger Konflikte sowie eine zunehmend fragile politische Weltlage bedrohen die Zukunft von Millionen Kindern. Über 600 Millionen Kinder wachsen weiterhin in Armut auf.

Ohne verstärkte internationale Anstrengungen zur Verwirklichung der Kinderrechte werden 

bis zum Jahr 2030 etwa 60 Millionen Kinder vor ihrem fünften Geburtstag an vermeidbaren Ursachen sterben;
 weltweit noch immer 225 Millionen Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 17 Jahren nicht zur Schule gehen; 
noch immer 150 Millionen Mädchen vor ihrem 18. Geburtstag heiraten;
bis zum Jahr 2040 schätzungsweise 600 Millionen Kinder in Gebieten mit extremem Wassermangel leben.

Auf Einladung von UNICEF-Schirmherrin Elke Büdenbender kamen heute beim traditionellen UNICEF-Jahresgespräch in Schloss Bellevue Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sowie Jugendliche und junge Erwachsene zusammen. Unter dem Titel „Es ist Zeit! Für Kinderrechte und nachhaltige Entwicklung“ unterstrichen sie die zentrale Bedeutung der Kinderrechte für Entwicklung und Frieden und riefen zu einem stärkeren Engagement für Kinder und mit ihnen auf. 

Eine Dekade des Handelns – für Kinder und mit ihnen gemeinsam

Kinder und ihre Rechte spielen eine entscheidende Rolle für die Umsetzung der in der Agenda 2030 verankerten 17 globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung. UNICEF-Schirmherrin Elke Büdenbender: „Unsere Zukunft beginnt mit unseren Kindern. Nur wenn sie gesund, gebildet und geschützt aufwachsen und in ihrem Potenzial von Anfang an gefördert werden, kann die Vision einer besseren Zukunft für uns alle Wirklichkeit werden. Die Verwirklichung der Kinderrechte für alle Kinder ist ein Schlüssel für eine nachhaltige Entwicklung.“

Die meisten Ziele für nachhaltige Entwicklung beziehen sich auf eines oder mehrere Kinderrechte. So hat sich die Staatengemeinschaft zum Ziel gesetzt, die Überlebens- und Entwicklungschancen von Kindern zu verbessern, allen Kindern und Jugendlichen den Zugang zu Bildung zu ermöglichen, Mädchen und Jungen weltweit besser vor Gewalt und Ausbeutung zu schützen, das Lebensumfeld nachfolgender Generationen zu wahren und die Chancengleichheit von Kindern zu fördern. 

„Für Millionen Mädchen und Jungen hängen ihr Leben und ihre Zukunftsperspektiven davon ab, wie ernst Regierungen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft ihre Verpflichtung auf die Agenda 2030 nehmen und somit auch die Verwirklichung ihrer Rechte vorantreiben,“ so Georg Graf Waldersee, Vorstandsvorsitzender UNICEF Deutschland. „Die Zwischenbilanz zur Umsetzung der Agenda 2030 zeigt, ein ‚Weiter so‘ darf es nicht geben. Es ist Zeit: Die Kinder brauchen in den nächsten zehn Jahren ein weitaus stärkeres Engagement für ihre Rechte.“  

Damit die Kinder von heute und morgen in einer sicheren, gerechten und zukunftsfähigen Welt aufwachsen können, ruft UNICEF dazu auf, 2020 in eine Dekade des Handelns aufzubrechen und die Lücken bei der Umsetzung der Kinderrechte zu schließen.   

Fortschritte für Kinder sind möglich – das haben die Entwicklungen seit der Verabschiedung der UN-Konvention über die Rechte des Kindes gezeigt. Diese Fortschritte müssen Ansporn sein für mehr Einsatz für Kinderrechte in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Starke Partnerschaften und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen selbst können entscheidende Impulse für eine friedliche und nachhaltige Entwicklung geben. 


UNICEF: Der Schutz der Kinder muss bei der Reaktion auf die aktuellen Flüchtlingssituationen Priorität haben

Statement von Afshan Khan, UNICEF-Regionaldirektorin für Europa und Zentralasien und Sonderkoordinatorin für die Hilfe für Flüchtlinge und Migranten in Europa.


Edirne/Türkei am 29. Februar 2020: Eine Familie aus Afghanistan am türkisch-griechischen Grenzübergang. | © UNICEF/Almohibany 

Köln/Genf/Duisburg, 3. März 2020 - „Die tragische Nachricht vom Tod eines Kindes vor der griechischen Insel Lesbos, das an Bord eines Bootes mit 50 weiteren Personen war, erinnert erneut daran, welch großen Gefahren geflüchtete und migrierte Kinder auf der Suche nach Sicherheit in Europa ausgesetzt sind. Ob auf dem Meer, an Grenzübergängen oder in Konfliktgebieten: Kinder auf der Flucht sind besonders gefährdet. In den vergangenen Wochen sind in der syrischen Provinz Idlib durch die eskalierende Gewalt über 575.000 Kinder vertrieben worden. 
Unter 13.000 Menschen die sich derzeit an der türkisch-griechischen Grenze in Erdine aufhalten, sind schätzungsweise 40 Prozent Familien mit Kindern. Die Staaten müssen alles in ihrer Möglichkeit Stehende tun, um ihnen weiteres Leid zu ersparen. UNICEF und seine Partner sind vor Ort, um die dringendste Not der Kinder mit Schutzutensilien, Wasser, Hygieneartikeln, Decken und anderen Hilfsgütern zu lindern.  Wir arbeiten auch daran, die Menschen, die entlang der türkischen Grenze zu Bulgarien gestrandet sind und von wo gewaltsame Zurückweisungen berichtet werden, zu unterstützen.

Kinder und Familien, die ihre Heimat verlassen mussten, erwarten gemeinsame Lösungen von den verantwortlichen Politikern. Dazu gehören auch die finanzielle und politische Unterstützung für Staaten, die Hilfesuchende willkommen heißen, sowie die ernsthafte Bereitschaft, die am meisten Gefährdeten unter ihnen umzuverteilen.
Es ist an der Zeit, dass alle betroffenen Länder ihre internationalen Verpflichtungen einhalten, Kinder vor Gewalt und Leid zu schützen, egal woher sie kommen.
Es ist Zeit, für sicheren Zugang zu Asyl und internationalem Schutz zu sorgen, anstatt mit Aktionen und Statements Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung noch zu befördern.
Und es ist an der Zeit für europäische Solidarität mit Griechenland und der Türkei, die der Welt ihre Großzügigkeit bei der Aufnahme und Unterbringung einer großen Zahl von Kindern und Familien gezeigt haben. Kein einzelner Staat kann alleine Flucht und Migration managen.
Alle Staaten profitieren davon, beim Schutz von Kindern und Familien zusammenzuarbeiten. So gefährdet wie Kinder sind, brauchen sie unterwegs auf der Flucht oder in der Migration dringend Schutz. Kein Kind sollte auf der Suche nach Sicherheit sein Leben oder seine Zukunft riskieren müssen.“

UNICEF: Über eine halbe Million Kinder in Idlib auf der Flucht

Horror, Gewalt und Kälte im Nordosten Syriens

Köln/Duisburg, 18.Februar 2020 - Seit Anfang Dezember sind nach Schätzungen von UNICEF über 500.000 Kinder im Nordwesten Syriens vor den schweren Kämpfen in der Provinz Idlib geflohen. Zehntausende Kinder und ihre Familien leben bei eiskalten Temperaturen, Regen oder Schnee im Freien.

„Wir sind drei Tage gelaufen, jetzt leben wir in Zelten. All unsere Sachen sind nass und voller Dreck“, sagt Nadia, eine Mutter, die aus der Ortschaft Sarageb in der Nähe von Aleppo vertrieben wurde. „Ich habe ein sehr krankes Kind, es muss dringend operiert werden, aber ich kann mir das nicht leisten. Wenn mein Kind stirbt, kann ich es nur noch beerdigen.“
Seit Anfang des Jahres wurden in der Provinz 77 Kinder getötet oder verletzt – dies ist nur die Zahl der verifizierten Todesfälle, die Dunkelziffer ist vermutlich noch höher. „Die Situation im Nordwesten Syriens ist absolut unhaltbar – selbst für dortige Verhältnisse“, erklärt Henrietta Fore, Exekutivdirektorin von UNICEF.

„Kinder und Familien sind gefangen in einer verzweifelten Situation voller Gewalt, bitterer Kälte, Nahrungsmangel und furchtbaren Lebensbedingungen. Eine solche Missachtung der Sicherheit und des Wohlergehens von Kindern und Familien ist beispiellos und darf nicht weitergehen.“

Gemeinsam mit seinen Partnern leistet UNICEF weiter lebensrettende Hilfe für Familien in Idlib sowie für die dort kürzlich vertriebenen Menschen. Dazu gehören Hygieneartikel, sauberes Trinkwasser und warme Kleidung. UNICEF überwacht auch den Gesundheits- und Ernährungszustand der Kinder und unterstützt Notschulen sowie psychosoziale Hilfe.

UNICEF: Mangelnde Finanzierung gefährdet Wiedereingliederung ehemaliger Kindersoldaten

Welttag gegen den Einsatz von Kindersoldaten 

Am 12. Februar erinnert jährlich der Internationale Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten („Red Hand Day“) an das Schicksal von Kindern, die in Kriegen und bewaffneten Konflikten als Soldatinnen und Soldaten missbraucht werden. 


Südsudan: Das Mädchen 'Khamisa' (17) wird 2018 aus den Reihen einer bewaffneten Gruppe entlassen. | © UNICEF/UN0276007/Rich

Köln/Duisburg, 12. Februar 2020 -  Zum Welttag gegen den Einsatz von Kindersoldaten ruft UNICEF zu mehr Unterstützung bei der Demobilisierung und Wiedereingliederung von Mädchen und Jungen auf, die beim Militär oder in bewaffneten Gruppen eingesetzt wurden.
Im Südsudan müssen dringend notwendige Hilfen für diese Kinder im kommenden Monat eingestellt werden, wenn nicht umgehend die benötigten Finanzmittel bereitgestellt werden. Unmittelbar betroffen sind 900 Mädchen und Jungen, die bereits für die Freilassung registriert sind und darauf warten, wieder in ein normales Leben zurückzukehren. Wenn sie nicht dabei unterstützt werden, hat dies langfristige negative Auswirkungen auf die Kinder und kann die Gesellschaft als Ganzes destabilisieren.

„Das Wort ‚Frustration‘ beschreibt nicht annähernd, wie ich mich fühle“, so Mohamed Ag Ayoya, Leiter von UNICEF Südsudan. „Die Kinder sind registriert, verifiziert und stehen kurz vor der Freilassung. UNICEF hat ein bewährtes und wirksames Programm zur Reintegration dieser Kinder. Wir haben jedoch nicht die Mittel, um diese wichtige Arbeit fortzusetzen. Im Namen der Kinder weise ich auf diesen Missstand hin. Sie wollen ein neues Leben beginnen und ihre Kindheit zurück.“
Der Missbrauch von Kindern als Soldatinnen und Soldaten ist eine schwere Verletzung der Kinderrechte. Die genaue Zahl betroffener Mädchen und Jungen ist nicht bekannt, da ihr Einsatz meist nicht offiziell dokumentiert werden kann. Schätzungen gehen von bis zu 250.000 betroffenen Kindern weltweit aus. Die Vereinten Nationen veröffentlichen jedes Jahr einen Bericht über schwere Menschenrechtsverletzungen an Kindern in bewaffneten Konflikten, in dem auch die Zahlen für nachweislich rekrutierte Kinder genannt werden.
So wurden allein im Jahr 2018 im Südsudan 453 Rekrutierungen von Kindern verifiziert, fast 20 Prozent davon Mädchen. Doch weitaus mehr Kinder fliehen vom Militär oder bewaffneten Gruppen oder werden freigelassen ohne jemals registriert werden zu können.

Das harte Schicksal von Kindersoldatinnen 
Die besonderen Probleme von Kindersoldatinnen werden hierbei bis heute kaum gesehen. Neben dem Einsatz in kriegerischen Auseinandersetzungen als Kämpferinnen und Kundschafterinnen, in der Logistik oder bei Transporten, werden Mädchen als Köchinnen, Trägerinnen, Sanitäterinnen oder bei der Feldarbeit eingesetzt. In extremen Fällen werden sie zu Selbstmordattentaten gezwungen. Kindersoldatinnen sind oft massiver, insbesondere sexueller Gewalt und Ausbeutung ausgesetzt.
Dies belastet ihre Gesundheit und Psyche ein Leben lang. Die Rekrutierung führt darüber hinaus häufig zu einem Ausschluss aus ihren bisherigen Lebensverhältnissen: Stigmatisierung, die Geburt von unehelichen Kindern in Folge sexueller Gewalt, eine vermutete Täterinnenschaft und damit eine mögliche Strafverfolgung verhindern den Weg zurück in ein normales Leben.

Seit 2015 hat UNICEF im Südsudan die Freilassung und Wiedereingliederung von 3.677 Kindern unterstützt. UNICEF hofft, dass mit der voraussichtlichen Bildung einer Einheitsregierung in diesem Monat und hoffentlich weiteren Schritten in Richtung Frieden mehr Kinder freigelassen werden, die dann auch Hilfe bei der Wiedereingliederung brauchen. 

Schritt für Schritt zurück in ein normales Leben
Das dreijährige Wiedereingliederungsprogramm kostet pro Kind rund 2.000 US-Dollar. Hiervon werden u.a. psychosoziale Hilfen, Lernmöglichkeiten, Sozialarbeiter sowie die Suche nach Angehörigen und die Familienzusammenführungen finanziert. Seit über einem Jahr ist dieses Programm jedoch stark unterfinanziert. 

Insgesamt benötigt UNICEF Südsudan für das laufende Jahr 4,2 Millionen US-Dollar, um das Programm für bereits freigelassene Kinder fortzusetzen und weitere Kinder in das Programm aufzunehmen. Bei ausreichender Finanzierung könnte UNICEF 2020 im Südsudan rund 2.100 ehemalige Kindersoldatinnen und -soldaten unterstützen.
UNICEF fordert insbesondere die „Group of Friends zu Kindern und bewaffneten Konflikten“ (darunter Kanada, die EU, Frankreich, Deutschland, Norwegen, Schweden, das Vereinigte Königreich und die USA) dazu auf, voranzugehen und die Zukunft der am stärksten gefährdeten Kinder Südsudans und damit die Zukunft des Landes zu sichern.

Weltweit setzen Menschen am „Red Hand Day“ mit roten Handabdrücken ein Zeichen gegen diese schwere Verletzung der Kinderrechte. Auch in Deutschland beteiligen sich viele Kinder und Jugendliche in diesem Jahr wieder und fordern Politikerinnen und Politiker auf, sich stärker für das Ende des Einsatzes von Kindersoldatinnen und -soldaten einzusetzen.
Gemeinsam mit dem Bündnis Kindersoldaten gegen den Missbrauch von Kindern als Soldatinnen und Soldaten macht UNICEF in diesem Jahr weltweit besonders auf das Schicksal betroffener Mädchen aufmerksam.

Kinderrechte schaffen Zukunft

UNICEF Deutschland und Deutsches Kinderhilfswerk geben Motto zum Weltkindertag 2020 bekannt


Köln/Berlin/Duisburg, 31. Januar 2020 - Das Motto des diesjährigen Weltkindertags am 20. September lautet „Kinderrechte schaffen Zukunft“. Damit machen UNICEF Deutschland und das Deutsche Kinderhilfswerk darauf aufmerksam, dass die Verwirklichung der Kinderrechte einen entscheidenden Beitrag für nachhaltige Entwicklung darstellt. Das Wohlergehen von Kindern – sowohl in Deutschland als auch weltweit – muss zum Maßstab einer zukunftsorientierten Politik werden. 

Mit dem Motto des Weltkindertags unterstreichen die beiden Organisationen – Deutsches Kinderhilfswerk und UNICEF Deutschland – erneut die große Bedeutung der Verankerung der Kinderrechte im deutschen Grundgesetz. Denn damit würde den Anliegen von Kindern auf allen Ebenen der Gesellschaft, in Politik, Verwaltungen, Kommunen oder Schulen Nachdruck verliehen.

Wenn es gelingt, bessere Bedingungen zu schaffen, unter denen alle Kinder bestmöglich geschützt und gefördert werden und sie ihre Persönlichkeit frei entfalten können, ist das im Interesse der Kinder und der gesamten Gesellschaft. Starke Kinderrechte machen Deutschland kindgerechter und zukunftsfähiger.  Besondere Bedeutung hat für UNICEF Deutschland und das Deutsche Kinderhilfswerk auch der diesjährige Beginn der letzten Dekade bis zur Zielmarke für die sogenannten Sustainable Development Goals (SDGs) im Jahr 2030.

Weltweit suchen die Regierungen mit diesem Entwicklungsplan nach Antworten auf die drängenden sozialen, ökologischen und ökonomischen Probleme. Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung gelten in Entwicklungs- und Industrieländern gleichermaßen. Ihre Umsetzung ist eng mit der Verwirklichung der Kinderrechte verknüpft – zum Beispiel in den Bereichen Gesundheit, Bildung oder Schutz vor Gewalt. 

„Jedes Kind auf der Welt hat ein Recht darauf, gesund aufzuwachsen, gut gefördert, geschützt und beteiligt zu werden. Die Verwirklichung der Kinderrechte ist der Schlüssel für eine nachhaltige und zukunftsfähige Gesellschaft“, sagt Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. „Weltweit machen Kinder und Jugendliche zu Recht darauf aufmerksam, dass ein Umdenken nötig ist, um Armut, Ungerechtigkeit und Umweltzerstörung entschieden anzugehen. Und wir müssen gemeinsam mit ihnen nach Lösungen suchen.“

„Das Wohl des Kindes muss bei allen staatlichen Maßnahmen und Entscheidungen Berücksichtigung finden“, sagt Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes. „Das gilt für Kinderrechte im Grundgesetz ebenso wie für die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele. Für beides brauchen wir Gesetzesänderungen und ein grundsätzliches Umdenken auf dem Weg zu einer kinderfreundlicheren und nachhaltigeren Gesellschaft. Die Interessen von Kindern müssen weltweit in lokale Handlungsstrategien mit einfließen – nur so können die Entwicklungsziele erreicht werden.“

Am Weltkindertag am 20. September 2020 machen bundesweit zahlreiche Initiativen mit Festen und Aktionen auf die Situation der Kinder aufmerksam. In Berlin und Köln finden die beiden größten Kindertagsfeste statt. Dazu werden jeweils 100.000 Besucherinnen und Besucher rund um den Potsdamer Platz in Berlin und im Kölner Rheingarten erwartet.

Gewalt im zentralen Sahel

UNICEF: Fast 5 Millionen Kinder brauchen im zentralen Sahel humanitäre Hilfe

Nabyla (13) aus Burkina Faso hat Glück: In der Stadt Kaya hat sie Schutz gefunden und kann weiter die Schule besuchen. | © UNICEF/UNI280375/Tremeau


Dakar/Genf/New York/Duisburg, 28. Januar 2020 - Fast fünf Millionen Kinder in Burkina Faso, Mali und Niger, werden in 2020 humanitäre Hilfe benötigen, erklärt UNICEF heute. Hauptursache ist der dramatische Anstieg von Gewalt, der einhergeht mit Angriffen auf Kinder und Zivilisten sowie mit Entführungen und Rekrutierung von Kindern in bewaffnete Gruppen.
„Wir sind erschüttert von dem Ausmaß an Gewalt gegenüber Kindern im zentralen Sahel. Sie werden getötet, verstümmelt, sexuell missbraucht und Hunderttausende von ihnen haben traumatische Erfahrungen gemacht,“ sagt Marie-Pierre Poirier, UNICEF-Regionaldirektorin für West- und Zentralafrika.

Die Angriffe gegen Kinder haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Ein Beispiel: Mali verzeichnete in den ersten drei Quartalen des Jahres 2019 allein 571 schwerste Kinderrechtsverletzungen. Im Vergleich dazu wurden 544 solcher Vorfälle in 2018 und 386 in 2017 dokumentiert. 
Seit Anfang 2019 mussten in der gesamten Region mehr als 670.000 Kinder wegen bewaffneter Konflikte und Unsicherheit ihr zu Hause verlassen.  „Kinder, die von der Gewalt im zentralen Sahel betroffen sind, brauchen dringend Schutz und Unterstützung,“ fügt Poirier hinzu.

„UNICEF ruft Regierungen, Militär, nichtstaatliche bewaffnete Gruppen und andere Konfliktparteien dazu auf, die Angriffe auf Kinder (in ihren Häusern, Schulen oder Gesundheitszentren) zu stoppen. UNICEF fordert einen sicheren Zugang zu allen betroffenen Kindern. Wir rufen alle Parteien dazu auf, den Zugang zu sozialen Hilfsangeboten zu schützen und zu erleichtern.“

Der Gewaltanstieg hat auch eine verheerende Auswirkung auf die Bildung der Kinder.
Ende 2019 waren 3.300 Schulen in den drei zentralen Sahel-Ländern aufgrund der Gewalt geschlossen oder nicht mehr in Betrieb. Das sind sechs Mal mehr geschlossene Schule als noch im April 2017. 650.000 Kinder und 16.000 Lehrende sind davon betroffen. Unsicherheit und Vertreibung erschweren den Zugang von Kindern und Familien zu grundlegenden Dienstleistungen, wie Essen und Nahrungsmitteln. Dies kann zu einer Verschlechterung der Gesundheit und des Ernährungszustandes der Kinder führen.
UNICEF schätzt, dass in der zentralen Sahelzone dieses Jahr über 709.000 Kinder unter fünf Jahren an schwerer akuter Unterernährung leiden und lebensrettende Behandlung brauchen werden.  
Gleichzeitig wird die Versorgung mit sauberem Trinkwasser immer schwieriger. Allein in Burkina Faso, wo mehr als ein Fünftel der Bevölkerung Binnenflüchtlinge sind, sank der Anteil der Menschen, die Zugang zu sauberem Trinkwasser haben zwischen 2018 und 2019 um 10 Prozent. Einige Regionen erlebten sogar einen Rückgang um 40 Prozent.

 UNICEF ist vor Ort in Burkina Faso, Mali und Niger und arbeitet mit seinen Partnern daran, Kindern mit dem Nötigsten zu versorgen – in den Bereichen Schutz, Bildung, Gesundheit, Ernährung, Wasser und Hygiene. Die UN-Kinderorganisation benötigt für das Jahr 2020 208 Million US-Dollar für die humanitäre Hilfe in der zentralen Sahelzone. 

 

UNICEF: Ein tödliches Jahrzehnt für Kinder geht zu Ende

Mehr als 170.000 schwere Kinderrechtsverletzungen in Kriegsgebieten / Zahl der nachgewiesenen Angriffe auf Kinder seit 2010 verdreifacht

New York/Berlin/Köln/Duisburg, 30. Dezember 2019 - Kinder tragen die Hauptlast der zahlreichen Kriege und Konflikte auf der Erde. Wie UNICEF heute bekannt gab, haben die Vereinten Nationen seit 2010 offiziell mehr als 170.000 schwere Verletzung gegen die Rechte von Kindern in Konflikten registriert – das entspricht mehr als 45 Vorfällen pro Tag in den letzten zehn Jahren.
Die Zahl der Länder, die von Konflikten geprägt sind, ist seit der Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention im Jahr 1989 auf dem höchsten Stand. In Dutzenden gewaltsamen, bewaffneten Konflikten werden Kinder getötet und verstümmelt und aus ihrer Heimat vertrieben.

Im Nordosten Syrien, in verlassenen Dörfern von Al-Hasakeh, suchen Familien im November 2019 Schutz vor gewaltsamen Auseinandersetzungen. | © UNICEF/UNI229181/Keder


„Auf der ganzen Welt dauern Konflikte heute länger an, verursachen mehr Blutvergießen und fordern mehr junge Menschenleben“, sagte UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. „Die Angriffe auf Kinder gehen unvermindert weiter, weil Konfliktparteien eine der Grundregeln des Krieges missachten: den Schutz von Kindern. Auf jede Gewalttat gegen Kinder, die Schlagzeilen macht und über die wir uns empören, kommen viele weitere, über die nicht berichtet wird.“

2018 haben die Vereinten Nationen mehr als 24.000 schwere Kinderrechtsverletzungen offiziell dokumentiert. Dazu gehören die Tötung und Verstümmelung von Kindern, sexuelle Gewalt gegen Kinder, Entführungen, der verweigerte Zugang zu humanitärer Hilfe, die Rekrutierung und der Einsatz von Kindern beim Militär und in bewaffneten Gruppen sowie Angriffe auf Schulen und Krankenhäuser. Obwohl die Maßnahmen zur Beobachtung und Dokumentation von schweren Kinderrechtsverletzungen verstärkt wurden, ist die Zahl heute mehr als zweieinhalb Mal so hoch wie im Jahr 2010.
2018 wurden mehr als 12.000 Kinder getötet oder verstümmelt. Luftangriffe, der Einsatz von Sprengwaffen wie Landminen, Mörsern, selbstgebauten Sprengkörpern, aber auch Raketenangriffe, Streumunition und Artilleriebeschuss verursachen die meisten Verletzungen und Todesfälle. Rückblick auf ein grausames Jahr für Kinder Auch im Jahr 2019 ließen die Angriffe und die Gewalt gegen Kinder nicht nach. Allein in der ersten Jahreshälfte haben die Vereinten Nationen über 10.000 schwere Kinderrechtsverletzungen nachgewiesen. Die Dunkelziffer wird deutlich höher sein.

- Januar: In Nord- und Ostsyrien starben durch Gewalt, Vertreibung und extrem harte Wetterbedingungen mindestens 32 Kinder.
- Februar: Im Osten der Demokratischen Republik Kongo kam es zu mehreren gewalttätigen Übergriffen auf Ebola-Behandlungszentren. Immer wieder werden seither solche Einrichtungen angegriffen.
- März: Mehr als 150 Menschen, darunter 85 Kinder, starben bei dem Angriff einer bewaffneten Gruppe auf das Dorf Ogossagou in der Region Mopti im Zentrum von Mali. Bei einem weiteren Angriff auf Sobanou-Kou kamen weitere 24 Kinder ums Leben.
- April: Bei einer Explosion in der Nähe von zwei Schulen in Sanaa, Jemen, wurden 14 Kinder getötet und 16 weitere schwer verletzt. Im Jemen kann jede fünfte Schule infolge des Konflikts nicht mehr genutzt werden.
- Mai: UNICEF ruft alle Mitgliedsstaaten der UN dazu auf, den Kindern, die ihre Staatsangehörigen sind oder von Staatsangehörigen geboren wurden und die in den Lagern und Haftanstalten im Nordosten Syriens festsitzen, die sichere, würdevolle, freiwillige Rückkehr und Wiedereingliederung in ihre Herkunftsländer zu ermöglichen.
Nach wie vor leben etwa 28.000 ausländische Kinder aus mehr als 60 verschiedenen Ländern, darunter fast 20.000 Kinder aus dem Irak, im Nordosten Syriens.
Im gleichen Monat wird berichtet, dass im Rakhaing-Staat in Myanmar Kinder bei der Eskalation von Gewalt getötet und verletzt wurden.
- Juni: In dem Dorf Konduga im Nordosten Nigerias wurden drei Kinder als Sprengstoffattentäter in den Tod geschickt. Bei dem Anschlag während der Übertragung eines Fußballspiels starben 30 Menschen, 48 weitere werden verletzt. Berichten zufolge wurden in den ersten beiden Juniwochen mindestens 19 Kinder bei Protesten im Sudan getötet und weitere 49 verletzt. 
- Juli: Zahlreiche Kinder wurden bei einer gewaltigen Explosion in Kabul, Afghanistan, verletzt. Im gleichen Monat wurden 32 Kinder aus bewaffneten Oppositionsgruppen im nördlichen Südsudan freigelassen. UNICEF schätzt jedoch, dass Tausende Kinder immer noch von Streitkräften und bewaffneten Gruppen festgehalten werden.
- August: An einem einzigen Wochenende wurden Berichten zufolge 44 Zivilistinnen und Zivilisten bei Luftangriffen im Nordwesten Syriens getötet, darunter 16 Kinder und zwölf Frauen.
- September: UNICEF berichtet, dass zwei Millionen Kinder im Jemen nicht zur Schule gehen können. Die Zahl beinhaltet fast eine halbe Million Kinder, die seit der Eskalation des Konflikts im März 2015 die Schule gänzlich abgebrochen haben.
- Oktober: Bei einer Gewalteskalation im Nordosten Syriens wurden fünf Kinder getötet und 26 Kinder verletzt. In den ersten neun Monaten des Jahres wurden in Syrien somit 657 Kinder getötet und 324 Kinder verletzt.
- November: UNICEF gibt bekannt, dass nach drei Jahren Gewalt und Instabilität im Nord- und Südwesten Kameruns mehr als 855.000 Kinder nicht zur Schule gehen und 59.000 Jugendliche vertrieben wurden.
- Dezember: Fünf Kinder starben bei einem bewaffneten Angriff auf eine Kirche in Burkina Faso. In der Ostukraine, wo fast eine halbe Million Kinder von dem Konflikt betroffen sind, wurden in diesem Jahr 36 Angriffe auf Schulen gemeldet. Eine Schule wurde allein fünfzehnmal beschädigt. Mitte des Monats berichtet UNCEF, dass in Afghanistan in den ersten neun Monaten dieses Jahres täglich durchschnittlich neun Kinder getötet oder verstümmelt wurden.

UNICEF fordert alle Konfliktparteien auf, ihren völkerrechtlichen Verpflichtungen nachzukommen und Übergriffe auf Kinder sowie Angriffe auf die zivile Infrastruktur wie Schulen, Krankenhäuser und die Wasserversorgung zu beenden. UNICEF ruft alle Staaten dazu auf, ihren Einfluss auf die Konfliktparteien zum Schutz von Kindern geltend zu machen. In den genannten Ländern arbeitet UNICEF mit Partnern zusammen, um die am stärksten gefährdeten Kinder zu unterstützen.


UNICEF-Foto des Jahres: „Kinder sind das Wertvollste, das wir haben“

Köln/Berlin/Duisburg, 19. Dezember 2019 - Das UNICEF-Foto des Jahres 2019 erzählt vom mutigen Überlebenskampf von Kindern angesichts gleich dreier Tragödien unserer Zeit: Armut, Umweltverschmutzung und Kinderarbeit. Auf dem Siegerbild porträtiert der deutsche Fotograf Hartmut Schwarzbach die 13-jährige Wenie, die in einem Meer von Müll im Hafen von Manila (Philippinen) Plastikreste aus dem Wasser fischt.  Auch der zweite und der dritte Preis fangen die Verletzlichkeit, aber auch die Stärke von Kindern angesichts bedrückender Lebensumstände ein.

Philippinen: Die Kinder, der Müll und der Tod | © Hartmut Schwarzbach, Deutschland (Argus Fotoagentur)


Der australische Fotograf Andrew Quilty zeigt in einem an alte Meister erinnernden Familienporträt aus Afghanistan sieben Kinder – keines hat mehr beide Beine. Folgen der Explosion eines Blindgängers in ihrem abgelegenen Dorf. Mit dem dritten Preis wurde die Reportage des spanischen Fotografen Antonio Aragón Renuncio über arbeitende Kinder in Goldminen in Burkina Faso ausgezeichnet.

 „Das
UNICEF-Foto des Jahres erzeugt Nähe; Nähe zu Kindern, die sonst kaum jemand sieht. Es zeigt ihre Not – aber auch ihre Stärke, selbst unter den trostlosesten Bedingungen nicht aufzugeben“, erklärte Elke Büdenbender, Schirmherrin von UNICEF Deutschland, bei der Preisverleihung in Berlin. „Unsere Botschaft lautet: Kinder sind das Wertvollste, das wir haben. Wir alle tragen Verantwortung für ihr Leben und ihre Zukunft.“ 

„Das UNICEF-Foto des Jahres 2019 visualisiert auch 30 Jahre nach Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention die vielen Felder, auf denen aus einem schönen Traum noch Realität werden muss. Es ist ein Appell, globale Probleme nicht wegzureden. Von Armut und Ausbeutung, von Krieg und Flucht, von Hunger und mangelnden Bildungschancen sind Millionen von Kindern besonders brutal betroffen; und das gilt auch für die bereits zu spürenden Folgen des Klimawandels“, sagte Peter-Matthias Gaede, stellvertretender Vorsitzender von UNICEF Deutschland.

„In diesem besonderen 20. Jubiläumsjahr des Fotowettbewerbs erreichten uns über 90 erstklassige Reportagen aus aller Welt. Die vielseitigen Erzählweisen der Fotografen, das Leben von Kindern und Kindheit künstlerisch, journalistisch und dokumentarisch einzufangen, waren herausragend“, erklärte der Vorsitzende der Jury, Prof. Klaus Honnef. „Die Bilder erzählen Geschichten, wie Texte es nur selten können.“

Das Siegerbild: Die Kinder, der Müll und der Tod  Wenie lebt auf den Philippinen. Sie sammelt jeden Tag Plastikmüll im Stadtteil Tondo am Hafen von Manila, um diesen anschließend bei einem Müll-Recycler für wenig Geld zu verkaufen. Auch wenn Kinderarbeit verboten ist, bleibt vielen Mädchen und Jungen in dem Slum keine andere Wahl. Schon Siebenjährige paddeln auf Bambusflößen oder Kühlschranktüren durch das Hafenbecken. Sie riskieren ihre Gesundheit und oft auch ihr Leben, wenn sie in dem keimverseuchten Wasser nach Wertstoffen suchen, um ihre Existenz zu sichern. 

Der zweite Preis: Tapfer ohne Orden Der zweite Preis des internationalen Fotowettbewerbs dokumentiert die grausamen Folgen von Hinterlassenschaften des Krieges in Afghanistan. Eine ganze Familie ist gezeichnet durch die Explosion eines Blindgängers in ihrem Dorf. Das Familienporträt zeigt die Würde der sieben Kinder, denen Gliedmaßen fehlen. Sie mussten die Mutter und Schwester sterben sehen. Im vergangenen Jahr wurden in Afghanistan über 1.400 Zivilisten bei Explosionen von Minen und Blindgängern verletzt oder getötet – fast 90 Prozent waren Kinder. Fotograf ist der in Afghanistan lebende Australier Andrew Quilty.

Der dritte Preis: In der Unterwelt Antonio Aragón Renuncio hat die Qual der Goldsucher-Kinder von Burkina Faso festgehalten – bis hin zu den Friedhöfen, auf denen viele von ihnen liegen. Weltweit werden Millionen Mädchen und Jungen in Minen, Textilwerkstätten, auf Farmen, in Privathaushalten oder in Bordellen ausgebeutet. Renuncio, bereits im Vorjahr Gewinner des Wettbewerbs, dokumentiert eines von vielen dieser Schicksale. 

Neun weitere Reportagen hob die Jury mit ehrenvollen Erwähnungen hervor:  Anas Alkharboutli, Syrien (dpa), Reportage: Zu bunt, um wahr zu sein? (Syrien) Antonio Aragón Renuncio, Spanien (Freier Fotograf), Reportage: Widerstand an der Kreidetafel (Burkina Faso) Sang Moo Han, Südkorea (für UNICEF Korea/Seoul), Reportage: In der harten Schule des Lebens (Bangladesch) Emilienne Malfatto, Frankreich (Freie Fotografin), Reportage: Fatma und Tiktum (Irak) Roselena Ramistella, Italien (Freie Fotografin), Reportage: Next Generation (Europa) Gregg Segal, USA (Freier Fotograf), Reportage: Was die Kinder essen (wenn sie zu essen haben) Mohammad Shahnewaz Khan, Bangladesch (VOHH Institute), Reportage: Sterne, die nicht leuchten können (Bangladesch) Matilde Simas, USA (Freie Fotografin), Reportage: Die Handelsware Mädchen (Philippinen) Daniele Vita, Italien (Freier Fotograf), Reportage: Das Erbe der Mysterien (Italien)

20 Jahre UNICEF-Foto des Jahres
Zum 20. Mal zeichnet UNICEF Deutschland mit dem internationalen Wettbewerb „UNICEF-Foto des Jahres“ Bilder und Reportagen professioneller Fotojournalisten aus, die die Persönlichkeit und die Lebensumstände von Kindern auf herausragende Weise dokumentieren. Voraussetzung für die Teilnahme ist die Nominierung durch einen international renommierten Fotografie-Experten. Eine Übersicht aller ausgezeichneten Fotoreportagen finden Sie auf www.unicef.de/foto. Der Wettbewerb wird von der DZ BANK unterstützt.

Afghanistan tödlichstes Kriegsgebiet 

UNICEF: Täglich neun Kinder getötet oder verstümmelt in Afghanistan

UNICEF fordert die Konfliktparteien dazu auf, Kinder zu schützen und Angriffe auf Schulen und Krankenhäuser zu stoppen.  

In Kandahar/Afghanistan stehen drei Jungen im Schlafsaal des Waisenhauses Shaheed Abdul Ahad Khan Karzai. Das Waisenhaus unterstützt mehr als 180 Kinder im Alter von sechs bis 18 Jahren. © UNICEF/UNI229584/Bouvet

New York/Genf/Kabul/Köln, 17. Dezember 2019- Laut einem aktuellen UNICEF-Bericht hat der anhaltende Konflikt in Afghanistan verheerende Auswirkungen auf das Leben von Kindern. Das UN-Kinderhilfswerk kritisiert, dass die Konfliktparteien ihrer Pflicht nicht nachkommen, Kinder zu schützen.
Allein in den ersten neun Monaten dieses Jahres wurden in Afghanistan täglich rund neun Kinder getötet oder verstümmelt – so der heute veröffentlichte UNICEF-Bericht „Preserving Hope in Afghanistan: Protecting children in the world’s most lethal conflict“. Dies entspricht einem Anstieg von elf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Verantwortlich hierfür ist die Zunahme von Selbstmordattentaten und Bodenkämpfen zwischen regierungstreuen Kräften und ihren Gegnern.
„Das Jahr 2019 war für afghanische Kinder besonders tödlich", sagte UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. „Kinder, ihre Familien und Gemeinschaften leiden jeden Tag unter den schrecklichen Folgen des Konflikts. Sie wünschen sich nichts sehnlicher als groß zu werden, zur Schule zu gehen, zu lernen und ihre Zukunft selbst zu gestalten. Wir können und müssen noch viel mehr tun, um ihren außergewöhnlichen Mut und ihre Resilienz zu stärken.“

Afghanistan tödlichstes Kriegsgebiet
In den Jahren zwischen 2009 und 2018 wurden in Afghanistan insgesamt etwa 6.500 Kinder getötet und rund 15.000 weitere verletzt. 2018 war das Land das tödlichste Kriegsgebiet der Welt.  Kinder in Afghanistan leiden jedoch nicht nur unter der Gewalt, sondern auch unter den Folgen von Naturkatastrophen, Armut und Unterentwicklung. 
Der Bericht dokumentiert, dass in dem Land 3,8 Millionen Kinder humanitäre Hilfe benötigen, jedes dritte Mädchen vor dem 18. Geburtstag verheiratet ist, 3,7 Millionen Kinder im schulpflichtigen Alter nicht zur Schule gehen, 600.000 Kinder unter fünf Jahren schwer-mangelernährt sind, 30 Prozent der Mädchen und Jungen Kinderarbeit leisten müssen und 400.000 jungen Afghaninnen und Afghanen, die jährlich in den Arbeitsmarkt eintreten, häufig die beruflichen Qualifikationen fehlen, um eine existenzsichernde Arbeit zu finden. 
„Die jungen Menschen in Afghanistan müssen wissen, dass mehr im Leben auf sie wartet als einer bewaffneten Truppe beizutreten oder aus dem Land zu fliehen und ihr Glück im Ausland zu versuchen", sagte Aboubacar Kampo, Leiter von UNICEF Afghanistan. „Mit der richtigen Unterstützung können sie sich aus dem Kreislauf von Gewalt und Unterentwicklung befreien und eine bessere Zukunft für sich und ihr Land gestalten."

UNICEF fordert alle Konfliktparteien auf, ihren menschen- und völkerrechtlichen Verpflichtungen nachzukommen und Kinder zu schützen,
Angriffe auf Schulen und Gesundheitszentren zu stoppen und den Zugang zu humanitärer Hilfe zu ermöglichen. Unterstützung für die am stärksten gefährdeten Kinder in Afghanistan In Afghanistan arbeitet UNICEF mit den Behörden und lokalen Gemeinden auch daran, eine Reihe gefährdender gesellschaftlicher Einstellungen zu verändern. So sind beispielsweise Mädchen durch Ehrenmorde, häusliche und sexuelle Gewalt besonders gefährdet. Gemeinsam mit Partnern sorgt UNICEF für die Behandlung von 277.000 schwer-mangelernährten Kindern.

Das Programm müsste jedoch deutlich ausgeweitet werden, um weitere 300.000 bedürftige Kinder zu erreichen. UNICEF nutzt zunehmend nachhaltige solarbetriebene und nach dem Gravitationsprinzip arbeitende Wassersysteme, um Familien zu helfen, die im vergangenen Jahr von einer schweren Dürre betroffen waren. Trotzdem haben derzeit nur 64 Prozent der Bevölkerung Zugang zu einer guten Versorgung mit sauberem Trinkwasser. UNICEF benötigt für seine Hilfe für die Kinder in Afghanistan im kommenden Jahr 323 Millionen US-Dollar. Derzeit sind die
Programme vor Ort noch zu 75 Prozent unterfinanziert. 

UNICEF warnt: Masern weltweit auf dem Vormarsch

Rund die Hälfte aller neuen Masern-Ausbrüche werden in fünf Ländern registriert 
New York/Köln/Duisburg, den 5. Dezember 2019 - Im vergangenen Jahr starben schätzungsweise 140.000 Menschen an den Folgen von Masern, die meisten von ihnen Kinder unter fünf Jahren. Dies geht aus den neuesten Schätzungen hervor, die heute von der Weltgesundheitsorganisation und der US-Gesundheitsbehörde CDC im Auftrag der Measles and Rubella Initiative veröffentlicht wurden. 


Samoa 2019: Joanne (5) zeigt nach ihrer Impfung stolz ihren markierten kleinen Finger. © UNICEF/UNI232379/Stephen

„Die völlig unakzeptable Zahl der Kinder, die im vergangen Jahr aufgrund dieser vermeidbaren Krankheit ihr Leben verloren hat, zeigt, welch große Bedrohung Masern-Ausbrüche für Kinder weltweit darstellen“, sagte UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. „Wenn Kinder nicht geimpft werden, gefährdet dies ihr ganzes Umfeld. Dies beobachten wir derzeit in der Demokratischen Republik Kongo, wo in diesem Jahr bereits mehr als 4.500 Kinder unter fünf Jahren starben oder auf Samoa, wo zahlreiche Kinder an Masern erkrankt sind und nicht zur Schule gehen können.“ 

Weltweite Masernkrise bedroht Kinder Im Vergleich zu 2017 haben sich die weltweiten Masern-Fälle im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt. Auch in diesem Jahr liegen die Zahlen bislang gefährlich hoch. Laut Weltgesundheitsorganisation wurden in den ersten elfeinhalb Monaten des Jahres 2019 bereits über 413.000 Masern-Erkrankungen weltweit registriert – verglichen mit 353.236 im Vorjahr.
Zusätzlich wurden allein in der Demokratischen Republik Kongo in diesem Jahr bereits 250.000 Masern-Fälle registriert.

Insgesamt ist damit im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um 300 Prozent zu verzeichnen. Allein in den vergangenen Wochen starben dutzende Kinder bei einem Masernausbruch im polynesischen Inselstaat Samoa. Zu den Hauptgründen für die verheerende Zunahme gehören geringe Impfquoten und fehlender Impfschutz in einigen Bevölkerungsgruppen oder Regionen - auch in Ländern, die zuvor als masernfrei galten.
Unter anderem können Kinder wegen Unsicherheit, Konflikten sowie dem Zusammenbruch von öffentlichen Gesundheitsdiensten in
abgelegenen bzw. schwer zugänglichen Gebieten nicht geimpft werden. Darüber hinaus führen Nachlässigkeit, Impfskepsis und Fehlinformationen dazu, dass Eltern die Impfung ihrer Kinder verzögern oder unterlassen. 
In den USA erreichte die Zahl der gemeldeten Masern-Fälle im Jahr 2019 einen neuen Höchststand; Albanien, Tschechien, Griechenland und Großbritannien verloren im vergangenen Jahr ihren Status als masernfrei. Rund die Hälfte aller neuen Masern-Ausbrüche wurden in der Demokratischen Republik Kongo, Liberia, Madagaskar, Somalia und der Ukraine registriert.

Laut UNICEF und der Weltgesundheitsorganisation stagniert die weltweite Masern-Impfquote seit 1999. Für einen vollständigen Schutz sind zwei Masern-Impfungen notwendig. Weltweit haben 2018 schätzungsweise 19 Millionen Kinder nicht die erste Dosis erhalten. Nur 86 Prozent der Kinder weltweit erhielten die erste Dosis, weniger als 70 Prozent haben auch die zweite Dosis erhalten.
Eine Impfquote von 95 Prozent ist nötig, um Masern-Ausbrüche zu verhindern. UNICEF führt zusammen mit Partnern große Impfkampagnen durch. In den ersten acht Monaten von 2019 hat UNICEF zusammen mit Partnern 28,9 Millionen Kinder gegen Masern geimpft

UNICEF: 59 Millionen Kinder in Krisengebieten brauchen Hilfe

Weltweiter Nothilfeaufruf des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen für 2020

Jemen 2019: Zwei Kinder in Aden wurden während einer mobilen Impfkampagne gegen Masern und Röteln geimpft. | © UNICEF/Fadhel

Genf/Köln/Duisburg, 04. Dezember 2019 - Mehr Kinder in Kriegs- und Krisengebieten weltweit brauchen Hilfe als je zuvor. Vor diesem Hintergrund ruft UNICEF Regierungen und Öffentlichkeit zur Unterstützung von
Hilfsprogrammen für 59 Millionen Kinder in 64 Ländern auf. Insgesamt benötigt UNICEF für seine Nothilfeprogramme im nächsten Jahr 4,2 Milliarden US-Dollar – dreieinhalb Mal so viele finanzielle Mittel wie noch vor zehn Jahren. 

 „Nie zuvor benötigten so viele Kinder humanitäre Hilfe”, erklärt UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. „Jedes vierte Kind weltweit wächst derzeit in einem Land auf, das von Konflikten oder Naturkatastrophen betroffen ist. Mehr Kinder weltweit als je zuvor mussten ihr Zuhause verlassen. Sie brauchen dringend Schutz und Hilfe. Konflikte sind neben Hunger, Infektionskrankheiten sowie extremen Wetterphänomenen in Folge des Klimawandels die Hauptursache dafür, dass Millionen Menschen Hilfe suchen.” 

Kinder in Notsituationen brauchen insbesondere sauberes Wasser, Nahrung, Bildung, medizinische Hilfe und Schutz. Insgesamt will UNICEF im nächsten Jahr 95 Millionen Eltern und Kinder mit humanitärer Hilfe erreichen.  
Die meisten finanziellen Mittel benötigt UNICEF für geflüchtete Kinder und Familien aus Syrien und aufnehmende Gemeinden in Ägypten, Jordanien, Libanon, Irak und der Türkei (864.1 Millionen US-Dollar) – gefolgt von Jemen (535 Millionen US-Dollar), Syrien (294.8 Millionen US-Dollar), der
Demokratischen Republik Kongo (262.7 Millionen US-Dollar) und Südsudan (180.5 Millionen USD). 

Nicht nur mehr, sondern auch flexible finanzielle Mittel seien unabdingbar, um Kinder in Krisen- und Katastrophengebieten zu erreichen – vor allem in den Ländern, die in der Regel stark unterfinanziert sind, betonte Fore.  „Um Kinder in Notsituationen solange zu unterstützen bis sie wieder in die Normalität zurückfinden, benötigen wir langfristige und schnell verfügbare finanzielle Mittel ohne Zweckbindung.
Eine flexible finanzielle Unterstützung ermöglicht es uns, das Leben von mehr Kindern zu retten und ihnen eine Zukunft zu ermöglichen“, sagte Fore.  So konnte UNICEF in den letzten Monaten dank einer flexiblen Finanzierung die Hilfsprogramme in Burkina Faso und Mali angesichts der verschärften humanitären Lage aufstocken, obwohl der diesjährige Nothilfeaufruf für diese Länder nur zu weniger als einem Fünftel finanziert ist.  

Insgesamt waren die weltweiten Nothilfe-Programme von UNICEF für 2019 zum ersten November noch zu 43 Prozent unterfinanziert.  Ausblick: Nothilfe 2020 Mit den Geldern des weltweiten Nothilfeaufrufs für Kinder will UNICEF in 2020: 5,1 Millionen Kinder mit schwerer akuter Mangelernährung behandeln; 8,5 Millionen Kinder gegen Masern impfen; 28,4 Menschen mit sauberem Wasser versorgen; 4,5 Millionen Kindern und Angehörigen Zugang zu psychosozialer Hilfe ermöglichen; 1,4 Millionen Kinder und Frauen mit Maßnahmen zur Prävention von geschlechtsspezifischer Gewalt erreichen bzw. Betroffene unterstützen;  10,2 Millionen Kindern Zugang zu formellen und informelle Bildungsangebote eröffnen; 1,7 Millionen bedürftige Familien mit kleinen finanziellen Hilfen unterstützen; 49 Millionen Menschen in Krisengebieten mit Aufklärungsprogrammen erreichen und sie bei der Lösung alltäglicher Probleme in den Gemeinden beteiligen. 

Rückblick: Nothilfe 2019
In den ersten acht Monaten von 2019 hat UNICEF 51 Millionen Menschen in Krisengebieten erreicht, darunter 29 Millionen Kinder. UNICEF hat: 2.1 Millionen Kinder wurden mit schwerer akuter Mangelernährung behandelt; 28,9 Millionen Kinder gegen Masern geimpft; 32,2 Millionen Menschen mit sauberem Wasser versorgt; 2.6 Millionen Kindern und ihren Angehörigen Zugang zu psychosozialer Hilfe ermöglicht; 3,9 Millionen Kinder Zugang zu formellen und informellen Bildungsangeboten ermöglicht;  850.000 Menschen in so genannten Cash Transfer-Programmen mit geringen Geldbeträgen unterstützt. 

„Lucky Xmas“: Udo Lindenberg mit Schlittschuhen vor Peace-Zeichen
- „Lass die Zukunft nicht verhungern“  

Köln/Duisburg, 29. November 2019 - Mit seiner neuen UNICEF-Karte schliddert Udo Lindenberg in eine hoffentlich unbeschwerte Weihnachtszeit – trotz weltweiter Krisen und Herausforderungen.  

Für Friedensgespräche und gegen den Klimawandel: Udo Lindenberg präsentiert das Peace-Zeichen seiner neuen UNICEF-Weihnachtskarte. | © Tine Acke

„Lucky Xmas“ zeigt Udo Lindenberg mit Schlittschuhen vor einem Peace-Zeichen. Das Motiv entspringt Erinnerungen an glückliche Kindertage: „Ich bin schon als Kind Schlittschuh gelaufen, in Gronau auf dem Stadtparkteich“, so Udo Lindenberg. „Und dann auch mal in New York am Rockefeller Center. Naja, Schlittschuhe oder Rock ‘n‘ Roll-Schuhe – ne schnelle Sohle eben, so war das bei mir immer schon! Was sagte neulich einer zu mir – wollen Sie nicht mal kürzertreten? Ne, sag ich, lieber längere Schuhe anziehen.“  
Mit dem Thema Eislaufen verbindet der Rockstar ein Statement zum Kampf gegen die Erderwärmung und dem Schmelzen des Polareises. Dabei unterstützt er besonders das Engagement von jungen Menschen für eine klimafreundlichere Politik.

Udo Lindenberg: „Mit wem ich gerne mal Eislaufen würde? Am liebsten mit Greta Thunberg!“  Der Klimawandel hat gravierende Folgen für die Gesundheit und das Wohlbefinden von Kindern. Eine steigende Zahl wird künftig von Nahrungsmittelknappheit und Wassermangel betroffen sein. Viele werden ihre Heimat infolge von Naturkatastrophen verlassen müssen.   Zum neunten Mal hat Udo Lindenberg jetzt vor Weihnachten eine Grußkarte exklusiv für UNICEF gestaltet. Die Karten sind Teil seines langjährigen Engagements für Frieden und seiner Solidarität mit den Opfern von Konflikten und Gewalt.

Auch in diesem Jahr ist das Peace-Zeichen ein zentrales Element der Karte. Udo Lindenberg: „An Weihnachten sollte am besten ein Besuch in Kirchen, Moscheen und Synagogen auf dem Plan stehen – auf nen Friedensgespräch.“  Bereits im Sommer hatte Udo Lindenberg gemeinsam mit UNICEF und seinen Fans ein buntes Zeichen für den Frieden gesetzt. Anlässlich seiner diesjährigen Tournee hatte der UNICEF-Pate seine Fans aufgerufen, individuelle Peace-Zeichen zu gestalten und in den sozialen Medien zu veröffentlichen. Aus unzähligen kreativen Peace-Zeichen wurden fünf Gewinner-Motive gekürt, die auch in seiner Bühnenshow zu sehen waren.  
Die neue UNICEF-Karte von Udo Lindenberg ist erhältlich unter
www.unicef.de/karten (solange der Vorrat reicht).
Das 5er-Sortiment kostet zehn Euro inkl. Mehrwertsteuer. Darüber hinaus wird die Karte von UNICEF-Gruppen auf Weihnachtsmärkten, Ständen und in Grußkarten-Shops vor Ort angeboten. Hier kostet die Einzelkarte zwei Euro.

„Lass die Zukunft nicht verhungern“  
UNICEF-Schirmherrin Elke Büdenbender: „Rechtzeitige Hilfe rettet Kinderleben“


Amira (9 Monate) aus dem Südsudan bekommt in einem UNICEF-Ernährungszentrum nährstoffreiche Erdnusspaste. | © UNICEF/UN0345092/Wilson

Weltweit leiden Millionen Kinder an lebensgefährlicher Mangelernährung – auch wenn es aktuell keine offiziell erklärte Hungersnot gibt. Weitgehend unbeachtet von der Weltöffentlichkeit sterben derzeit in Ländern wie dem Südsudan, Jemen oder Somalia jeden Tag zahlreiche Mädchen und Jungen, weil ihre Körper aufgrund von akutem Hunger keine Widerstandskraft mehr haben. 

Hunderttausende Kinder sind so schwer mangelernährt, dass ihr Leben ohne therapeutische Hilfe unmittelbar in Gefahr ist. Andere bleiben in ihrer Entwicklung zurück und tragen dauerhafte Schäden davon.
Unter dem Motto „Lass die Zukunft nicht verhungern“ ruft UNICEF mit seiner Weihnachtsaktion 2019 zu Spenden auf, um Kindern am Rande einer Hungersnot zu helfen, bevor es zu spät ist. „Jede Mutter und jeder Vater wünscht sich nichts mehr, als dass ihr Kind gesund aufwachsen kann“, sagt UNICEF-Schirmherrin Elke Büdenbender.
„Derzeit sind hunderttausende Kinder im Südsudan, Somalia und Jemen so schwer mangelernährt, dass sie täglich um ihr Überleben kämpfen. Leider wird diese schleichende Tragödie des Hungers kaum gesehen. Dabei kann einfache und vor allem rechtzeitige Hilfe – zum Beispiel mit nährstoffreicher Erdnusspaste – ihnen das Leben retten.“
Auch UNICEF-Botschafter Mats Hummels unterstützt den dringenden Spendenaufruf. „Man kann mit nur 35 Euro ein Kind einen Monat lang gegen Mangelernährung behandeln. Das finde ich absolut erschwinglich, um ein Kind wieder aufzupäppeln. Vielleicht wäre das auch eine schöne Idee zu Weihnachten."  Zum ersten Mal unterstützen auch Influencer auf ihren Social-Media-Kanälen die UNICEF Weihnachtsaktion.
Mit dabei sind unter anderem Webvideoproduzent Julien Bam, Fashion- und Lifestyle-Kolumnistin Marie von den Benken sowie Bloggerin und Autorin Luise Morgeneyer. Zum heutigen „Black Friday“ vieler Einzelhändler ruft UNICEF zu Spenden auf, damit Kinder in Krisengebieten lebensrettende Hilfspakete erhalten. Lage im Südsudan ist dramatisch, berichtet UNICEF-Mitarbeiterin  Besonders dramatisch ist die Lage im Südsudan.

UNICEF rechnet damit, dass im kommenden Jahr dort 1,3 Millionen Kinder von akuter Mangelernährung und den damit einhergehenden Erkrankungen betroffen sein werden – schon jetzt leiden 260.000 Kinder an lebensbedrohlicher Mangelernährung. Verschärft wird ihre Situation durch die Folgen der schweren Überschwemmungen im Oktober.
UNICEF richtet Behandlungszentren für die von den Fluten betroffenen Mädchen und Jungen ein und versorgt sie mit therapeutischer Spezialnahrung, sauberem Wasser und medizinischer Hilfe. „Die Kinder, die in unsere Ernährungszentren im Südsudan kommen, sind oft von Krankheiten wie Malaria, Masern und Durchfall so geschwächt, dass sie allein kaum noch essen können“, beschreibt Sandra Bulling, Mitarbeiterin von UNICEF Deutschland, nach einem aktuellen Besuch im Südsudan.

„Die Kinder verlieren sehr schnell Gewicht und würden ohne lebensrettende Erdnusspaste und Medikamente nicht überleben. Die Spenden aus Deutschland helfen, ihr Überleben zu sichern und geben Hoffnung.“ Im Bürgerkriegsland Jemen sind schätzungsweise 2 Millionen Kinder unter fünf Jahren akut mangelernährt – rund 360.000 von ihnen lebensbedrohlich. In Somalia sind schätzungsweise 138.000 Kinder in diesem dramatischen Zustand. Weltweit sind rund 50 Millionen Kinder unter fünf Jahren akut mangelernährt. 

Hilfe ist möglich Wird akute Mangelernährung rechtzeitig erkannt und behandelt, haben die Kinder gute Chancen, zu überleben und wieder gesund zu werden. Mit den Spenden aus der Weihnachtsaktion sorgt UNICEF dafür, dass der Ernährungszustand der Kinder untersucht wird, um sie bei Bedarf so schnell wie möglich behandeln zu können. Schwer mangelernährte Kinder versorgt UNICEF mit nahrhafter Erdnusspaste oder therapeutischer Spezialmilch. Helfer klären Mütter über die Bedeutung des Stillens und gesunder Ernährung auf. UNICEF sorgt zudem für sauberes Trinkwasser, um Kinder vor gefährlichen Infektionskrankheiten zu schützen. 

So wirken Spenden für die Weihnachtsaktion 70 Euro ermöglichen die lebensrettende Therapie mit Erdnusspaste für zwei Kinder. Jedes Päckchen Erdnusspaste enthält 500 Kalorien sowie viele Vitamine und Mineralstoffe. Mit 100 Euro kann UNICEF 30 Dosen Spezialmilch für Kinder bereitstellen, die so geschwächt sind, dass sie keine feste Nahrung zu sich nehmen können. Für 150 Euro kann UNICEF 5.625 Päckchen mit Mikronährstoffen bereitstellen, um Kinder vor gefährlichen Mangelerscheinungen zu schützen und ihr Immunsystem zu stärken.   UNICEF ruft zu Spenden für Kinder am Rande einer Hungersnot: UNICEF, Bank für Sozialwirtschaft Köln IBAN DE57 3702 0500 0000 3000 00 BIC BFSWDE33XXX Spendenstichwort: Mangelernährung

Magazin Metropole Ruhr nimmt Kinderrechte in den Fokus

Duisburg, 21. November 2019 - Vor 30 Jahren wurden die Kinderrechte in die Charta der Vereinten Nationen (UN) aufgenommen. Was hat sich seitdem getan - konkret auch in der Metropole Ruhr? Wie füllt die Region die Charta mit Leben? Die aktuelle Ausgabe des Magazins Metropole Ruhr widmet sich in sehr individuellen Geschichten aus dem Ruhrgebiet den zehn wichtigsten Kinderrechten, die UNICEF aufführt.


Dazu gehören beispielsweise die Themen Gleichheit, Gesundheit, Bildung und elterliche Fürsorge. Eine farbige Sprechblase kennzeichnet im Magazin das Kinderrecht, auf das die jeweilige Story fokussiert. Zum Start erzählt Fußballnationalspieler Julian Draxler, was ihn antreibt, sich als UNICEF-Pate zu engagieren.


Weitere Beiträge beleuchten die Arbeit der Kinder-und Jugendparlamente in der Region, die Idee einer "Schule ohne Rassismus" und das Engagement des Friedendorfs International. Zum Abschluss wirft Autor und Comedian Bastian Bielendorfer einen humorvollen Blick auf die Jugend von heute. Wie immer bietet die Ausgabe außerdem Veranstaltungstipps.


Das Heft Metropole Ruhr gibt der Regionalverband Ruhr (RVR) gemeinsam mit der Ruhr Tourismus GmbH (RTG) heraus. Es präsentiert ein facettenreiches Ruhrgebiet, das einlädt, Land und Leute kennenzulernen und mehr über Kultur, Freizeit, Wirtschaft und Wissenschaft einer Metropole der neuen Art zu erfahren. Das Magazin erscheint viermal jährlich im Markt1 Verlag und wird mit 100.000 Exemplaren an zahlreichen Orten wie Touristeninfos und Szenelokalen verteilt. idr
www.magazin.metropole.ruhr

 

UNICEF: Kinderrechte für jedes Kind verwirklichen

„Kids Takeover“ in Schloss Bellevue: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigt das Engagement von Kindern und Jugendlichen

Zum internationalen Tag der Kinderrechte ergreifen überall auf der Welt Kinder und Jugendliche das Wort, wie hier im September im Rahmen der UN-Generalversammlung Morayo Adegbile (12) aus Nigeria neben Greta Thunberg (16) aus Schweden.  © UNICEF/Chalasani

Köln/Berlin/Duisburg, 20. November 2019 - Am 30. Jahrestag der Kinderrechte verschafft UNICEF mit Aktionen rund um den Erdball den Anliegen von Kindern und Jugendlichen Gehör. Dabei ergreifen junge Menschen in Politik, Medien oder Schulen das Wort. In Berlin diskutieren Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und UNICEF-Schirmherrin Elke Büdenbender mit 13 Kindern und Jugendlichen über „Kinderrechte – Demokratie – Zukunft“.
Die Mädchen und Jungen im Alter von zehn bis 17 Jahren werden in Schloss Bellevue im Rahmen eines „Kids Takeover“ protokollarisch wie Präsidentinnen oder Präsidenten empfangen. In ganz Deutschland organisieren UNICEF-Gruppen in über 60 Städten und Gemeinden sowie mehr als 180 Schulen Diskussionen über die Umsetzung der Kinderrechte.  

Die 17-jährige Julia Kaluza aus Ostfildern erklärte in Berlin: „Es geht um unser Leben und um unsere Zukunft. Wir wollen mitreden und ernst genommen werden.“

In über 50 Ländern finden „Kids Takeover“ mit Regierungsvertretern statt – zum Beispiel in Armenien, Indonesien, Jordanien, Libanon und Ruanda. Bei den Vereinten Nationen in New York und in Genf sowie im Europaparlament erheben junge Menschen ihre Stimme.
Zahlreiche bekannte Gebäude werden blau angestrahlt, um ein Zeichen für Kinderrechte zu setzen – darunter der Shanghai Tower, das Pantheon in Paris, die Akropolis in Athen oder der Panama Kanal und die Bosporus-Brücke in Istanbul. Internationale Stars wie Millie Bobby Brown und David Beckham sowie mehr als 80 international tätige Unternehmen – darunter H&M, IKEA und SAP – zeigen, dass sie sich für Kinderrechte einsetzen. 

Die UN-Konvention über die Rechte des Kindes garantiert seit 1989 allen Kindern grundlegende Rechte: auf Überleben, Entwicklung, Schutz und darauf, gehört zu werden. Seither sank die weltweite Kindersterblichkeit, mehr Kinder erhielten Zugang zu Bildung und der Kinderschutz wurde verbessert. Doch die Fortschritte sind sehr ungleich verteilt und erreichen vor allem die ärmsten und am stärksten marginalisierten Kinder nicht genug.

In reichen wie in armen Ländern gibt es eine erschreckende Kluft zwischen Kindern, die gut gefördert und behütet aufwachsen und denen, die keine faire Chance haben. Die Kinder von heute sind mit gravierenden globalen Veränderungen wie der weltweiten Urbanisierung, der Digitalisierung und dem Klimawandel konfrontiert. 

„Trotz großer Fortschritte stehen die Kinderrechte heute an einem kritischen Punkt. Wir brauchen stärkeren politischen Willen und Einsatz, damit sie für alle Kinder Wirklichkeit werden“, sagt Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. „Angesichts einer wachsenden Polarisierung in Teilen der Gesellschaft und in der Politik sind das Bekenntnis zu den Kinderrechten und der Einsatz für menschenwürdige und nachhaltige Lebensverhältnisse für alle Kinder ein zentraler gemeinsamer Wert und eine der wichtigsten internationalen Aufgaben.“


Kinderrechte in Gefahr
Trotz historischer Erfolge zu wenig Fortschritte für die ärmsten Kinder

Köln/Berlin/Duisburg, 18. November 2019 - In den vergangenen 30 Jahren haben die Kinderrechte maßgeblich dazu beigetragen, das Leben von Kindern zu verbessern. Doch die ärmsten Kinder profitieren bis heute zu wenig von den sozialen und medizinischen Errungenschaften des 21. Jahrhunderts – so UNICEF. Gleichzeitig gibt es Anzeichen dafür, dass positive Entwicklungen stagnieren oder sich die Situation der Kinder weltweit wieder verschlechtert.
Es ist zu befürchten, dass in Folge des Klimawandels in vielen Ländern Nahrungsmittelknappheit und Wassermangel weiter zunehmen und sich Krankheiten ausbreiten. Durch die rasante weltweite Urbanisierung werden noch mehr Kinder in Armenvierteln aufwachsen. Der internationale UNICEF-Report „Für jedes Kind, alle Rechte.

Nom Som Vandy, 4 Jahre, aus Kambodscha. © UNICEF/UN0222197/Brown

Die UN-Konvention über die Rechte des Kindes an einem Scheideweg“ sieht die Kinderrechte an einem kritischen Punkt stehen und fordert ein Umdenken in Politik und Gesellschaft: Überleben: Die weltweite Kindersterblichkeit ist in den vergangenen 30 Jahren um 60 Prozent gesunken. Doch die ärmsten Kinder tragen bis heute ein doppelt so hohes Risiko, vor ihrem fünften Geburtstag zu sterben, wie ihre Altersgenossen aus wohlhabenderen Familien.

Gesundheit: Impfungen retten jedes Jahr drei Millionen Menschen das Leben. Doch rund 19,4 Millionen Kinder sind nicht gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten geimpft. Neben einem trügerischen Gefühl von Sicherheit führen schwache Gesundheitssysteme, Fehlinformationen und die Ablehnung von Impfungen dazu, dass sich die Masern weltweit wieder ausbreiten. 2018 wurden rund 350.000 Masernfälle registriert, mehr als doppelt so viele wie 2017.

Bildung: Bis 2007 gelang es noch, jedes Jahr mehr Kinder einzuschulen – doch seither ist die Zahl der Mädchen und Jungen im Grundschulalter, die keine Schule besuchen, bei 59 Millionen stehengeblieben. Allein in Afrika werden bis 2030 zusätzlich 1,3 Millionen Lehrer benötigt, um dem Bevölkerungswachstum Rechnung zu tragen. Kinderschutz: Im letzten Jahrzehnt ist der Anteil von Kinderehen bei Mädchen weltweit zwar gesunken. Insgesamt bleibt er jedoch auf einem hohen Niveau. Die ärmsten Mädchen sind in einigen Ländern heute sogar in noch größerer Gefahr als 1989, früh verheiratet zu werden.  

Konflikte: Eines von vier Kindern wächst heute in Ländern auf, die von Konflikten und Naturkatastrophen betroffen sind. Die Zahl offiziell registrierter schwerer Kinderrechtsverletzungen in Kriegs- und Krisengebieten hat sich seit 2010 verdreifacht. „Das wichtigste ist, Kindern Liebe und Fürsorge zu schenken. Sie brauchen Verständnis und eine gute Ausbildung. Erwachsene müssen die Rechte von Kindern respektieren und schützen,“ sagt der 17-jährige Kinderrechtsaktivist Felix Banda aus Malawi bei der Vorstellung des UNICEF-Berichts in Berlin. Die 15-jährige Negin Moghiseh aus Kaiserlautern, die sich mit UNICEF Deutschland für die Kinderrechte engagiert, ergänzt: „‘Leave no one behind‘ heißt auch, dass alle Kinder die gleichen Chancen haben müssen. Bildung spielt hierfür eine wichtige Rolle.“

„Nach 30 Jahren haben heute mehr Kinder ein besseres und gesünderes Leben. Es wurde viel erreicht, auch wenn Fortschritte bei den Ärmsten noch nicht hinreichend spürbar sind“, sagte Georg Graf Waldersee, Vorsitzender von UNICEF Deutschland. „Jetzt gilt es, uns auch neuen Gefahren und Risiken zu stellen, denen Kinder in Zeiten rasanter Veränderung ausgesetzt sind. Diejenigen, die das vielleicht am deutlichsten sehen, sind die Kinder selbst. Wir müssen sie einbeziehen und mit ihnen arbeiten – nicht nur für sie. Sie haben ein Recht darauf!“ „Solange wir nicht auch die ärmsten und am stärksten marginalisierten Kinder erreichen, sind die Erfolge der vergangenen Jahrzehnte in Gefahr“, erklärt Cornelius Williams, Leiter der weltweiten Kinderschutzprogramme von UNICEF. „Für eine gerechtere und inklusivere Welt für Kinder sind ein stärkerer politischer Wille und mehr Mittel nötig.“

Fortschritte für Kinder sind möglich
Kinder verfügen heute über mehr Möglichkeiten zu lernen und sich zu vernetzen als jemals zuvor. Gleichzeitig wächst die Kluft zwischen den Mädchen und Jungen, die gut genährt, geschützt und gefördert aufwachsen, und denen, die nie eine faire Chance haben. Zusätzlich sind die heutigen Kinder mit tiefgreifenden globalen Umbrüchen konfrontiert wie dem demographischen Wandel, weltweiter Urbanisierung, Digitalisierung, Konflikten und Migration sowie den Folgen des Klimawandels. 
Ohne entschlossenes Handeln in Politik und Gesellschaft werden zum Beispiel die Folgen des Klimawandels unumkehrbar sein und Kinder in Zukunft viel schlechtere Aussichten für ihr Leben haben als heute. Es ist zu befürchten, dass die Kinder- und Menschenrechte in dieser angespannten Situation verstärkt unter Druck geraten und der Einsatz zu ihrer Verwirklichung nachlässt. 

Deshalb ruft UNICEF zum 30. Jahrestag zu einem entschlosseneren Kampf gegen Armut, Hunger, Diskriminierung und Umweltzerstörung auf.  In einer Zeit großer Umbrüche und wachsender politischer Polarisierung sieht UNICEF im Bekenntnis zu den Kinderrechten und zur Schaffung menschenwürdiger und nachhaltiger Lebensverhältnisse für alle Kinder einen zentralen gemeinsamen Wert und eine der wichtigsten internationalen Aufgaben.

Investitionen in Bildung und Ausbildung für die ärmsten Kinder und Jugendlichen sind nachweislich die wichtigsten Investitionen in Frieden und eine nachhaltige Entwicklung. Dafür sind ein stärkerer politischer Wille, angemessenere Budgets und eine kontinuierliche Überwachung der Situation der Kinder erforderlich.  Die Digitalisierung sowie mobile Kommunikationstechnologien eröffnen neue Chancen, voneinander zu lernen und gemeinsam Verbesserungen für Kinder zu entwickeln. Diese Möglichkeiten müssen aber noch intensiver genutzt werden. 
e Zusammenfassung sowie Info- und Bildmaterial zu 30 Jahren Kinderrechte: