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Zum Tag der Kinderrechte am 20. November: Jugendliche wollen in der Politik mehr gehört werden

Köln/Berlin/Duisburg, 17. November 2017 – Bildung, Klima und Gleichberechtigung: Mit diesen Themen muss sich aus der Sicht von Jugendlichen der neue Bundestag besonders befassen. Dies ist das Ergebnis der nicht repräsentativen UNICEF-Umfrage „ich bin #wählerisch“.
Rund 8.000 Heranwachsende aus ganz Deutschland haben sich vor der Bundestagswahl daran im Internet, an ihrer Schule oder auf der Straße beteiligt. Sie wurden danach gefragt, welches ihrer Ansicht nach die wichtigsten Aufgaben für eine zukunftsgerichtete Politik sind. Entgegen einer häufig beklagten Gleichgültigkeit zeigt die Umfrage ein großes Interesse von jungen Menschen an zentralen Zukunftsthemen und ihre Erwartung, dass die Politik ihre Meinung dazu hört.

Anlässlich des Internationalen Tages der Kinderrechte tritt UNICEF am 20. November weltweit für mehr Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ein. An diesem Tag wurde die UN-Konvention über die Rechte des Kindes verabschiedet. Dabei übernehmen Mädchen und Jungen in zahlreichen Ländern mit einem „KidsTakeover“ symbolisch die Macht in Domänen, die normalerweise Erwachsenen vorbehalten sind. Die internationale Aktion wird von zahlreichen prominenten UNICEF-Botschaftern unterstützt.
https://www.unicef.org/world-childrens-day/

Vor der Bundestagswahl hat der UNICEF-JuniorBeirat Jugendliche in ganz Deutschland dazu aufgerufen, die ihrer Ansicht nach wichtigsten Themen für die Politik zu identifizieren. Die Heranwachsenden dürfen zwar noch nicht wählen, doch sind auch sie von den politischen Entscheidungen betroffen.

„Jugendliche erhalten bisher zu wenig Möglichkeiten, ihre Interessen und Meinungen an politische Entscheidungsträger weiterzugeben.
Dabei brennen ihnen viele Zukunftsfragen unter den Nägeln – das hat die UNICEF-Umfrage gezeigt“, sagt Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. „Die Abgeordneten des neuen deutschen Bundestages sollten Jugendlichen mehr zuhören und ihre Ideen ernst nehmen ‒ nicht nur am Tag der Kinderrechte, sondern regelmäßig. Dies wäre ein echter Beitrag zu einer Politik für die nachwachsenden Generationen.“ 

Stimmen der Jugendlichen: Womit soll sich die Politik befassen?
Die nicht repräsentative Umfrage „ich bin #wählerisch“ fand im Internet, in Schulen und auf der Straße großes Interesse bei den Jugendlichen:

- Die Umfrageteilnehmer, die online mitmachten, möchten das Thema Bildung (28,4%) auf die politische Agenda setzen, fast ebenso viele Stimmen erhielten die Themen Nachhaltigkeit und Klima (28%). Es folgt das Thema Gleichberechtigung (21,2%).
- Auch offline war eine Teilnahme an der Umfrage möglich, zum Beispiel in Schulen und Fußgängerzonen. Dabei wurden die Themen Nachhaltigkeit und Klima am häufigsten ausgewählt, gefolgt von den Themen Gleichberechtigung und Bildung.
- Insgesamt räumten die Jugendlichen den Themen Rassismus und Nationalismus sowie dem Thema Flüchtlinge online und offline eine deutlich geringere Bedeutung ein. Online konnten die Teilnehmer der Umfrage zusätzlich über einzelne Aussagen zu den fünf Themenbereichen abstimmen:
- So wünschte sich die Mehrheit der Teilnehmer keine einheitliche Schulform für alle (75,4%), aber das gleiche Bildungssystem in allen Bundesländern (85%).
- Mit Blick auf die Themen Klima und Nachhaltigkeit waren mehr als die Hälfte der teilnehmenden Jugendlichen (59,9%) der Meinung, dass sich Deutschland nicht ausreichend für die Bekämpfung des Klimawandels einsetzt.
- Und fast alle Teilnehmenden (91,3 %) wünschten sich mehr fair gehandelte Produkte und nachhaltige Produktion.
- Beim Thema Gleichberechtigung stimmten knapp 75% der Teilnehmer voll und ganz der Aussage zu, dass gleichgeschlechtliche Paare die gleichen Rechte wie heterosexuelle Paare haben sollten.  

 

„Jugendliche in Deutschland haben sehr wohl eine Meinung zu aktuellen politischen Themen“, kommentiert Sandra Kebede (18 Jahre) vom UNICEF-JuniorBeirat. „Jetzt wollen wir uns einmischen und gehört werden.“  Der UNICEF-JuniorBeirat berät UNICEF Deutschland bei Aktionen für Jugendliche und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Verwirklichung des Kinderrechts auf Beteiligung und Meinungsäußerung.

 

Das Kinderrechte-Fenster des Duisburger Unicef-Büros

Die Kinderrechte-Sprosssen der evangelischen Grundschule Duisburg-Baerl wurden ab März 2016 im Schaufenster des Unicef-Büros an der Ruhrortet Fabrikstraße platziert.

 


 

 

 

 


Gewalt gegen Kinder ist Alltag – überall | Neue globale Statistik-Analyse von UNICEF

Köln/Duisburg, 02. November 2017 - Schätzungsweise drei Viertel der zwei- bis vierjährigen Kinder weltweit – rund 300 Millionen Mädchen und Jungen – erleben körperliche oder verbale Gewalt durch ihre Erziehungsberechtigten zu Hause.

Gewalt gegen Kinder ist ein globales Phänomen und wird häufig gerade durch die Personen ausgeübt, die für ihren Schutz verantwortlich sind. Schätzungsweise drei Viertel der zwei- bis vierjährigen Kinder weltweit – rund 300 Millionen Mädchen und Jungen – erleben körperliche oder verbale Gewalt durch ihre Erziehungsberechtigten zu Hause.
Rund die Hälfte aller Kinder im Schulalter (732 Millionen) lebt in einem Land, in dem Prügelstrafen an der Schule nicht vollständig abgeschafft sind. Zu diesem Ergebnis kommt UNICEF in dem neuen Bericht „A Familiar Face. Violence in the lives of children and adolescents“, für den die neuesten verfügbaren Statistiken ausgewertet wurden.

„Babys werden ins Gesicht geschlagen. Mädchen und Jungen werden zu sexuellen Handlungen gezwungen. Jugendliche werden in ihren Wohnorten ermordet. Gewalt gegen Kinder verschont niemanden und kennt keine Grenzen“, beschreibt der Leiter der Kinderschutzabteilung von UNICEF International, Cornelius Williams, die schlimmsten Formen der Gewalt. „Der Schaden für Kinder auf der ganzen Welt ist wirklich besorgniserregend.“

Alle sieben Minuten stirbt ein Jugendlicher gewaltsam

Obwohl Gewalt gegen Kinder in allen Ländern der Erde und in allen Bevölkerungsschichten vorkommt, sind die Gefahren in einigen Regionen höher. Jugendliche zwischen zehn und 19 Jahren sind vor allem in den Konfliktländern des Nahen Ostens in Gefahr, Opfer von kollektiver Gewalt zu werden. Fast die Hälfte der jungen Opfer von Tötungsdelikten sind in Lateinamerika zu beklagen. Zusammengenommen stirbt alle sieben Minuten ein Jugendlicher zwischen zehn und 19 Jahren auf der Welt einen gewaltsamen Tod.

Auch in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen findet Gewalt statt. Lediglich in 59 Ländern – unter ihnen Deutschland – sind Gesetze für eine gewaltfreie Erziehung in Kraft. An vielen Entwicklungs- und Schwellenländern sind körperliche Strafen durch Lehrer weiterhin erlaubt. Auch Mobbing an Schulen betrifft Kinder überall: Im weltweiten Durchschnitt hat jeder dritte Schüler zwischen 13 und 15 Jahren schon Mobbing erlebt (fast 130 Millionen Kinder).

Eine schwere Verletzung der Kinderrechte sind sexuelle Übergriffe. Schätzungsweise 15 Millionen Mädchen zwischen 15 und 19 haben in ihrem Leben bereits sexuelle Gewalt erlitten. In 28 Ländern mit verfügbaren Daten dazu gaben 90 Prozent der Mädchen an, dass sie ihren Peiniger kannten. Obwohl heute mehr Daten über Gewalt gegen Kinder erhoben werden als noch vor einigen Jahren, finden viele Formen der Gewalt nach wie vor im Verborgenen statt.

UNICEF-Kampagne #EndViolence

Mit seiner internationalen Kampagne #EndViolence will UNICEF für das Thema Gewalt gegen Kinder sensibilisieren und setzt sich weltweit für den Schutz von Kindern vor Gewalt ein. Unter anderem unterstützt UNICEF Regierungen, um Gesetze für verbesserten Kinderschutz sowie Hilfe für Gewaltopfer sicherzustellen, und setzt Programme zur Prävention von Gewalt zum Beispiel durch Aufklärungskampagnen und Elternkurse um.

7.000 Babys sterben jeden Tag kurz nach der Geburt

Neuer Bericht der Vereinten Nationen zur weltweiten Kindersterblichkeit

New York/Köln/Duisburg, 19. Oktober 2017 - Während weltweit die Überlebenschancen von Kindern steigen, bleibt laut UNICEF der erste Monat im Leben eines Kindes der gefährlichste. Schätzungsweise 2,6 Millionen Neugeborene überlebten im Jahr 2016 die ersten 28 Tage ihres Lebens nicht – täglich starben über 7.000 Babys kurz nach ihrer Geburt. Fast die Hälfte (46 Prozent) aller Todesfälle bei Kleinkindern unter fünf Jahren entfielen auf diesen Zeitraum. Für rund eine Million Babys war der Tag ihrer Geburt auch ihr Todestag.

Durch Impfungen, eine bessere Gesundheitsversorgung und bessere Hygiene konnte seit dem Jahr 2000 laut UNICEF zwar schätzungsweise 50 Millionen Kindern unter fünf Jahren das Leben gerettet werden. Dennoch starben 2016 weltweit immer noch 5,6 Millionen Kinder unter fünf Jahren aus weitgehend vermeidbaren Gründen – das entspricht rund 15.000 Kindern am Tag, 640 Kindern pro Stunde, zehn Kindern pro Minute oder einem Kind alle sechs Sekunden.  Dies ist Ergebnis des Reports „Levels & Trends in Child Mortality Report 2017“, den UNICEF im Auftrag der Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen zur Schätzung der Kindersterblichkeit (UN Inter-agency Group for Child Mortality Estimation, UN IGME) erstellt hat.

„Hinter den nüchternen Zahlen verbirgt sich unendliches Leid von Kindern und unendlicher Schmerz von Eltern“, sagte Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. „Für uns in Deutschland ist es selbstverständlich, dass schwangere Frauen besonderen Schutz genießen, zu Vorsorgeuntersuchungen gehen und bei der Geburt eine gute fachliche Unterstützung bekommen können. Viele werdende Mütter in Entwicklungsländern haben aber weder eine Gesundheitsstation noch eine ausgebildete Hebamme in der Nähe. Wenn wir gezielt in die entscheidende Phase rund um die Geburt investieren, können sehr viele Babys gerettet werden.“

Hohe Kindersterblichkeit in Subsahara-Afrika und Südasien

Die schlechtesten Überlebenschancen haben Kinder nach wie vor im südlichen Afrika und in Südasien. Alle sechs Länder mit einer Kindersterblichkeitsrate über 100 pro 1.000 Lebendgeburten liegen in Subsahara-Afrika (Mali, Nigeria, Sierra Leone, Somalia, Tschad, Zentralafrikanische Republik). Die Überlebenschancen für Kinder sind in einem fragilen Staat nur etwa halb so groß wie in einer friedlichen Umgebung und einem funktionierenden Staat.

Statistisch gesehen ist die Gefahr für ein Kind in Somalia am größten: Die Kindersterblichkeitsrate beträgt dort 133 pro 1.000 Lebendgeburten – mit anderen Worten: Jedes achte Kind in Somalia erlebt seinen fünften Geburtstag nicht. Zum Vergleich: In Deutschland ist die Rate vier pro 1.000 (eines von 250 Kindern).

In absoluten Zahlen hat das bevölkerungsreiche Indien die meisten Todesfälle zu beklagen: Über eine Million Mädchen und Jungen sterben dort jedes Jahr, bevor sie fünf Jahre alt sind.

Zum ersten Mal werden in dem Report auch Schätzungen zur Sterblichkeit von älteren Kindern veröffentlicht. Demnach starben vergangenes Jahr weltweit rund eine Million Kinder zwischen fünf und 14 Jahren, meist in Folge von Unfällen und nicht-übertragbaren Krankheiten.

Todesursachen bei Babys und Kindern weltweit

Während Erfolge im Kampf gegen Krankheiten wie Masern oder Durchfall dazu führen, dass die Sterblichkeit bei Kleinkindern nach dem ersten Lebensmonat sinkt, sind die Fortschritte bei der Versorgung rund um die Geburt langsamer. Dadurch steigt seit Jahren der Anteil der Neugeborenen an den Kindern, die ihren fünften Geburtstag nicht erleben.

Aber auch Infektionskrankheiten bleiben eine große Gefahr. In rund einem Drittel der Todesfälle sind Lungenentzündung, Durchfall oder Malaria die Ursache – Krankheiten, die in Industrieländern kaum eine Rolle spielen. Die häufigsten Todesursachen für Kinder unter fünf Jahren weltweit sind Komplikationen infolge einer Frühgeburt (18 Prozent), Lungenentzündung (16 Prozent), Komplikationen bei der Geburt (zwölf Prozent), Durchfall (acht Prozent), Säuglingssepsis (sieben Prozent) und Malaria (fünf Prozent).

Daneben spielen aber auch tiefer liegende Ursachen eine große Rolle. So ist in fast der Hälfte aller Fälle Mangelernährung mitverantwortlich. Der UN-Bericht zeigt auch, dass Ungleichheiten die Überlebenschancen eines Kindes maßgeblich beeinflussen: Kinder aus armen Haushalten sterben doppelt so häufig wie Kinder von wohlhabenden Familien, Kinder in ländlichen Gebieten haben eine statistisch größere Todeswahrscheinlichkeit, und Kinder von Müttern, die mindestens eine weiterführende Schule besucht haben, überleben fast drei Mal öfter.

Fortschritte im Kampf gegen die Kindersterblichkeit

In den vergangenen Jahrzehnten wurde die weltweite Kindersterblichkeit um mehr als die Hälfte gesenkt: Von 12,6 Millionen Kindern (1990) auf 5,6 Millionen Kinder jährlich (2016). Allein seit 2000 konnte so laut UNICEF schätzungsweise 50 Millionen Kindern unter fünf Jahren das Leben gerettet werden.

Allerdings ist der Fortschritt nicht schnell genug, um das „Nachhaltige Entwicklungsziel“ (Sustainable Development Goal, SDG) der Weltgemeinschaft zur Beseitigung der Kindersterblichkeit und Neugeborenensterblichkeit bis 2030 zu erreichen. Wenn die Senkung nicht deutlich schneller vorangeht, werden zwischen heute und 2030 weitere 60 Millionen Babys und Kleinkinder aus weitgehend vermeidbaren Gründen sterben.

Unicef-Mitarbeiterin der AG Duisburg Doris Spahn auch anderswo ehrenamtlich engagiert

10 Jahre Stammtisch der ehrenamtlichen Vorlesepatinnen und -paten  
In diesem Jahr feiert der von den städtischen Duisburger Vorlesepatinnen und Vorlesepaten gegründete Stammtisch zehnjähriges Bestehen. Der Stammtisch bietet interessierten Vorleserinnen und Vorlesern zweimal im Jahr in zwangloser Runde im Rathaus Duisburg die Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen oder Anregungen für die Gestaltung der nächsten Vorlesestunde zu erhalten.
Hier ist die Bandbreite groß und reicht ganz nach den Interessen und Fähigkeiten der Patinnen und Paten, über das Vorlesen und ausführliche Erklären von Bilderbüchern, über begleitende Singspiele bis zu buchbezogenen Mal- oder Bastelaktionen.  
Oberbürgermeister Sören Link - beim 60-Jahre-Jubiläum der Unicef AG Duisburg zum Unicef-Botschafter Duisburgs eingeschworen - überraschte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim letzten Stammtischtreffen am vergangenen Dienstag, 19. September, und gratulierte zum Jubiläum und bedankte sich für das vorbildliche Engagement: „Woche für Woche bringen sie den Kindern das Abenteuer Lesen auf unterschiedliche Art und Weise näher, regen die Phantasie der Kinder an und leisten einen entscheidenden Beitrag zur Leseförderung und zur Sprachentwicklung. Für dieses Engagement möchte ich mich ganz herzlich bei allen Vorlesepatinnen und Vorlesepaten bedanken.“  

In rund sechzig Kindertageseinrichtungen und neun Zweigstellen der Stadtbibliothek erwarten die Kinder Woche für Woche sehnsüchtig die derzeit rund 120 ehrenamtlichen Vorleserinnen und Vorleser. Auch Neueinsteigerinnen und Neueinsteiger sind stets willkommen und werden herzlich aufgenommen. Wer zuverlässig ist, ein wenig Zeit mitbringt und Spaß daran hat, mit Kindern in die abenteuerliche Welt der Bücher einzutauchen, erfüllt alle Voraussetzungen für eine Vorlesepatenschaft.  
Wer mitmachen möchte, kann sich bei der zentralen Anlaufstelle für bürgerschaftliches Engagement im Referat für Kommunikation und Bürgerdialog telefonisch unter (0203) 283-2830 informieren und beraten lassen.  

Oberbürgermeister Sören Link gratulierte Doris Spahn, Organisatorin des Stammtisches sowie den Vorlesepatinnen und Vorlesepaten zum Jubiläum.

 

 

Zum 60. Geburtstag von Sabine Christiansen

20 Jahre Botschafterin für Kinderrechte

Köln, den 18.09.2017 - UNICEF Deutschland gratuliert zum doppelten Jubiläum: Sabine Christiansen feiert am 20. September 2017 ihren 60. Geburtstag. Zudem ist die Journalistin und Produzentin seit 1997 und damit seit 20 Jahren Botschafterin von UNICEF Deutschland – seit nunmehr zwei Jahrzehnten setzt sie sich aktiv für die Rechte benachteiligter Kinder ein.

Christian Schneider, Geschäftsführer UNICEF Deutschland: „Der 20. September ist ein besonderes Datum: An diesem Tag feiern wir den Weltkindertag, und gleichzeitig dürfen wir einer der tatkräftigsten Unterstützerinnen der UNICEF-Arbeit zum runden Geburtstag gratulieren. Passender könnte es nicht sein. Denn Sabine Christiansen hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten um die Kinderrechte weltweit verdient gemacht: Auf Reisen und öffentlichen Veranstaltungen hat sie als prominente Stimme immer wieder Menschen bewegt, sich für benachteiligte Kinder zu engagieren. Hierfür sagen wir ‚Danke‘!“

Unermüdlich hat Sabine Christiansen immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass Kinder bei vielen Entscheidungen in Politik und Gesellschaft vergessen werden:

„Als UNICEF-Botschafterin ist es meine Aufgabe, für die zu sprechen, deren Stimme zu oft nicht gehört wird: die Kinder. Sie sind es, die als erste darunter zu leiden haben, wenn sich die soziale Schere öffnet“, sagte Christiansen einmal.

Über ihre Zusammenarbeit mit UNICEF sagte sie: „Ich setze mich gern für UNICEF ein, weil UNICEF eine Kinderrechtsorganisation zum Anfassen ist. Jeder kann sich ehrenamtlich engagieren.“

Auf zahlreichen Reisen in Entwicklungsländer und Krisengebiete hat sich Sabine Christiansen (Foto Unicef) über die Situation von Kindern und die UNICEF-Arbeit informiert. Bei ihrer ersten Reise mit UNICEF 1997 besuchte sie Straßenkinder in Äthiopien. Weitere Stationen waren Mosambik (2000), Afghanistan (2002), Irak (2003), die palästinensischen Autonomiegebiete und Israel (2004), Sri Lanka (2005), Indien (2006), Haiti (2008) sowie Kenia, Afghanistan und Pakistan in 2011. Zuletzt informierte sie sich 2013 über die Lage der Kinder in Brasilien.

Darüber hinaus war sie 1999 Schirmherrin der UNICEF-Städtepartnerschaft mit Berlin. Zum 50. Jubiläum von UNICEF Deutschland gab sie 2003 gemeinsam mit Peter Ustinov das Buch „Für jedes Kind“ heraus. Und zum 60. Geburtstag der Weltorganisation im Jahr 2006 veröffentlichte Sabine Christiansen gemeinsam mit dem Kinderbuchautor Janosch das Heyne-Buch „Gibt es hitzefrei in Afrika?“, das vom Leben der Kinder in aller Welt erzählt.

Die langjährige „Tagesthemen“-Moderatorin und Talk-Masterin gehört zu den bekanntesten deutschen Journalistinnen. Sie gilt als Vorreiterin und Vorbild für den Aufstieg der Frauen im TV-Journalismus.

 

Weltkindertag war wieder der Hit bei Groß und Klein - von Harald Jeschke

Duisburg, 17. September 2017 - Das alljährliche Familienfest zum Weltkindertag  am Duisburger Innenhafen zwischen Johannes-Corputius-Platz und Philosophstatt war wieder absolut der Hit.

Das Familienfest des Jugendamtes der Stadt Duisburg ist eines der größten in Deutschland und fand in diesem Jahr bereits zum 15. Mal statt.

Und wieder hatten die Duisburger das Fest zu ihrem Sonntagsausflug gemacht, zumal das Wetter prima mitspielte.

Es ging aber auch um ernste Probleme der Kinder in der Welt.

Hier waren die sehr zahlreich vertretenen Organsiationen

hervorragende Ansprechpartner.

Neben den über 100 Spiel-, Mitmach- und Informationsangeboten für Kinder und deren Eltern sorgt das Bühnenprogramm wieder für Abwechslung in der angenehmen Atmosphäre - hier vor historischer Kulisse der Stadtmauer - des Innenhafens.

Sportskanonen konnten sich informieren,

oder an meterhohen Rutschen austoben.

Es ging auch hoch,  

höher...

und mit Zielvorgabe

Neben den zukünftigen Profis

war auch der heimische Zweitbundesligist trotz der tags zuvor erlittenen 1:6-Heimniederlage mit dabei.

 

Dazu gab es, wie jedes Jahr, ein interessantes kulinarisches Angebot.  

 

 

UNICEF: Kinderrechte gehören ins Grundgesetz

Köln/Duisburg, den 15. September 2017 - Zum Weltkindertag am 20. September fordert UNICEF Deutschland die zukünftige Bundesregierung dazu auf, ihre Entscheidungen stärker an den Kinderrechten zu orientieren. „Wir brauchen eine Politik für Kinder, die nicht nur aus der Perspektive der Kinder denkt, sondern auch Partei für sie ergreift“, sagt Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. Um die dafür notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, müssen die Kinderrechte nach der Bundestagswahl 2017 im Grundgesetz verankert werden. „Nahezu alle größeren Parteien haben im Vorfeld der Bundestagswahl auf Plakaten mit ihrem Einsatz für Kinder geworben“, ergänzt Christian Schneider.

 „In einigen Parteiprogrammen wird unsere Forderung unterstützt, die Kinderrechte ins Grundgesetz aufzunehmen. UNICEF wird nach der Wahl im Blick behalten, ob aus guten Ansätzen auch tatsächlich politische Entscheidungen für die Rechte der Kinder werden.“ Um Jugendlichen zwischen 13 und 17 Jahren schon jetzt eine Stimme zu geben, hat der UNICEF-JuniorBeirat im Vorfeld der Bundestagswahl deutschlandweit dazu aufgerufen, sich an der Online-Umfrage „ich bin #wählerisch“ zu beteiligen. Die jungen Teilnehmer können zu fünf verschiedenen Themengebieten ihre Meinung äußern, indem sie einzelne Aussagen bewerten und das für sie wichtigste Thema auswählen ‒ darunter Bildung, Flüchtlinge, Nachhaltigkeit und Klima, Gleichberechtigung oder Rassismus und Nationalismus.

Unterstützt wird die Umfrage von Fußball-Nationalspieler und UNICEF-Pate Julian Draxler: „Jugendliche sind politisch interessiert. Sie möchten sich in diese Gesellschaft einbringen und wissen genau, was ihnen wichtig ist – auch wenn sie bei der Bundestagswahl noch kein Kreuz machen dürfen“, erklärt Julian Draxler. „Die UNICEF-Online-Umfrage gibt ihrer Meinung mehr Gewicht. Denn es gibt keine Politik, die Kinder und Jugendliche nicht betrifft.“ Bisher haben 3.298 Jugendliche an der Online-Umfrage von UNICEF Deutschland teilgenommen. Die Ergebnisse der nicht repräsentativen Umfrage werden nach der Wahl dem neuen Bundestag übergeben.

Weltkindertag im Duisburger Innenhafen - und Unicef ist wieder dabei

15. Auflage des Familienfestes am kommenden Sonntag 

Duisburg, 13. September 2017 - Das alljährliche Familienfest zum Weltkindertag findet am kommenden Sonntag, 17. September, von 11 bis 18 Uhr am Duisburger Innenhafen, zwischen Johannes-Corputius-Platz und Philosophenweg, statt. Das Familienfest des Jugendamtes der Stadt Duisburg ist eines der größten in Deutschland und findet bereits zum 15. Mal statt.

Neben den über 100 Spiel-, Mitmach- und Informationsangeboten für Kinder und deren Eltern sorgt das Bühnenprogramm wieder für Abwechslung in der angenehmen Atmosphäre des Innenhafens. Sportskanonen können sich an Trampolin und meterhohen Rutschen austoben. Dazu gibt es, wie jedes Jahr, ein interessantes kulinarisches Angebot. Die Flyer mit den Angeboten vor Ort liegen in allen Bezirksämtern aus.

 

Alle Kinder sowie deren Eltern, Freunde und Verwandte sind herzlich eingeladen, den Weltkindertag mit all seinen kostenfreien Attraktionen und Angeboten am Duisburger Innenhafen zu genießen.

Wer, was wann und wo:

Freie Fahrt für Kinder mit der DVG

Anlässlich des Weltkindertages sind Fahrten mit Bussen und Bahnen der Duisburger Verkehrsgesellschaft AG (DVG) für Kinder bis zum Alter von 14 Jahren kostenfrei. Einen Fahrausweis benötigen sie hierzu nicht, jedoch müssen Kinder unter sechs Jahren in Begleitung eines Erwachsenen fahren.
Damit unterstützt das Verkehrsunternehmen die Aktion von UNICEF und dem Deutschen Kinderhilfswerk, die in diesem Jahr unter dem Motto „Kindern eine Stimme geben“ steht.
Im gesamten Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) müssen Kinder am Mittwoch für Fahrten mit dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) nicht bezahlen. VRR-weit schließen sich alle Verkehrsunternehmen der Aktion an. Die freie Fahrt für Kinder gilt auch für die An- und Abfahrt zum Familienfest am Duisburger Innenhafen am Sonntag, 17. September, auf allen Linien der DVG.

 
60 Jahre UNICEF-Arbeitsgruppe Duisburg
Oberbürgermeister Sören Link jetzt Unicef-Botschafter Duisburgs - Graf Waldersee und die Verbundenheit Haniels zu Unicef

Duisburg, 24./25. Juli 2017 - 1946 wurde das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen gegründet, um den Kindern in Europa zu helfen. Am 24. Juli 1957 wurde in Duisburg aus Dankbarkeit und der Einsicht, dass auch in vielen anderen Teilen der Welt Kinder in großer Not leben, die Arbeitsgruppe ins Leben gerufen.

Mit einem bunten Mix aus Musik (Kinderchor der Kath. Grundschule Grabenstraße unter der Leitung von Sonja Obschernikat und der Frauenchor Sound&Soul Rheurdt) und Vorträgen feierte die Gruppe mit Freunden und Föderern ihr Jubiläum.

Das in Ruhrort beheimatet Unternehmeni Haniel unterstützte die Duisburger Arbeitsgruppe mit Zurverfügungstellung der Räumlichkeiten.

Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link - im Bild mit Unicef-Regionalleiterin Dr. Rosenow-Williams) dankte dem ehrenamtlichen Engagement der Unicef Arbeitsgruppe und wurde zum neuen Unicef-Botschafter in Duisburg. Die Anfrage hierzu gab es schon vor einem Jahr, jetrzt erfolgte die Bestätigung. "Ich freue mich sehr, Unicef-Botschafter der für Duisburg zu sein", erklärte er.

Der bisherige Leiter der Arbeitsgruppe Duisburg Harald Jeschke - Zweiter von links, hatte sich aus gesundheitlichen Gründen zurücknehmen müssen - wurde von der Unicef-Regionalleiterin Dr. Rosenow-Williams offiziell verabschiedet. - Fotos Sabine Beimel

Unicef-Vorstandsmitglied Georg Graf Waldersee - extra aus Hamburg angereist - hob die Verbundenheit Haniels zu Unicef Duisburg hervor. Seine Tante Etta Gräfin Waldersee - im Familienkreis "Präsi" genannt, wie er schmunzelnd erzählte - war die erste Unicef-Chefin in der Nachkriegszeit in Deutschland. Ihr Mann war zu der Zeit Haniel-Geschäftsführer.

Das Duisburger Unicef-Arbeitsgruppenteam hatte die 60-jährigen Aktivitäten dokumentiert und hatte die vielfältigen Aufgaben vorgestellt.

Was Jugendliche zur Flucht treibt

Neue UNICEF-Studie zu geflüchteten Jugendlichen in Italien und Griechenland

Genf/ Köln/Duisburg, 25. Juli 2017 – Eine neue UNICEF-Studie über die Fluchtursachen und Erfahrungen von geflüchteten oder migrierten Jugendlichen in Europa kommt zu einem überraschenden Ergebnis: Über die Hälfte der befragten afrikanischen Jugendlichen gab nach der Ankunft in Italien an, dass Europa ursprünglich gar nicht ihr Ziel war. Die katastrophalen Bedingungen in Libyen haben sie häufig dazu gebracht, letzten Endes die lebensgefährliche Fahrt über das Mittelmeer zu wagen. Außerdem sind die Jugendlichen oft ohne Absprache oder das Wissen ihrer Familien aufgebrochen.

Für die Studie hat die Organisation „Reach“ im Auftrag von UNICEF die Situation von geflüchteten oder migrierten Kindern und Jugendlichen in Italien und Griechenland untersucht. Insgesamt wurden 850 Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren interviewt. Das Bild ist in beiden Ländern sehr unterschiedlich: Während in Griechenland hauptsächlich Mädchen und Jungen mit ihren Familien aus Syrien, dem Irak und Afghanistan eintreffen, stammen Minderjährige in den Aufnahmezentren in Sizilien meist aus afrikanischen Ländern, sind männlich und allein unterwegs.

In den ersten sechs Monaten des Jahres sind rund 12.000 minderjährige Flüchtlinge in Italien angekommen, 93 Prozent von ihnen waren unbegleitet.

Mehr Push-Faktoren als Pull-Faktoren für Flucht aus Afrika

75 Prozent der in Italien befragten Jugendlichen haben nach eigener Aussage die Entscheidung, ihr Heimatland zu verlassen, alleine getroffen. Neben der schwierigen politischen Lage in der Heimat wurden fehlende Bildungs- und Arbeitsmöglichkeiten, aber auch familiäre Probleme oder häusliche Gewalt als Gründe angegeben.
Weniger als die Hälfte hatte ursprünglich vor, nach Europa zu gehen. Vielmehr suchten die Jugendlichen in der Regel zunächst in den Nachbarländern Schutz und neue Chancen und trafen die Entscheidung für die Weiterreise erst nach und nach.

„Bemerkenswert an dieser Studie ist: Sie legt zum ersten Mal dar, dass es deutlich mehr Push-Faktoren gibt als bisher bekannt, die Jugendliche aus ihrer Heimat vertreiben, und weniger Pull-Faktoren, die sie nach Europa locken“, sagte Afshan Khan, UNICEF-Regionaldirektorin für Europa und Zentralasien.

Traumatische Erfahrungen in Libyen

Geflüchtete und migrierte Jugendliche in Italien gaben einstimmig an, dass ihre Zeit in Libyen der schlimmste Teil ihrer Landroute war. Fast die Hälfte (47 Prozent) von ihnen berichtete, dass sie dort gekidnappt und festgehalten wurden, um Lösegeld zu erpressen.
Rund jeder Vierte (23 Prozent) sagte, dass er willkürlich verhaftet und ohne Angabe von Gründen eingesperrt wurde. Die Mehrzahl der Jugendlichen in den Aufnahmezentren in Sizilien stammt aus einer Reihe von Ländern in Subsahara-Afrika. Manche kommen aber auch aus weit entfernten Herkunftsländenr wie Bangladesch.

„Diejenigen, die Europa als Ziel hatten, wurden von der Aussicht auf weiterführende Bildung, Respekt für ihre Rechte und den Wunsch, im Leben weiterzukommen, angetrieben. Allerdings sieht die Realität, wenn sie in Europa ankommen, leider ganz anders aus und ihre Erwartungen werden enttäuscht“, sagte Afshan Khan.

In Griechenland gab ein Drittel der Eltern oder Erziehungsberechtigten an, dass Bildung für ihre Kinder der Hauptgrund für die Flucht der Familie nach Europa war. Die Studie zeigt jedoch, dass lange Asylverfahren und Unwissen über ihre Rechte dazu führen, dass viele Jugendliche aus den Aufnahmesystemen in Italien und Griechenland fallen. Dadurch verlieren sie weitere Monate oder Jahre für Bildung und sie sind großen Gefahren durch Missbrauch und Ausbeutung ausgesetzt.

UNICEF hat einen Sechs-Punkte-Plan für geflüchtete und migrierte Kinder vorgelegt. Weitere Informationen finden Sie auf www.unicef.de

Der vollständige Report sowie eine Zusammenfassung (Englisch) stehen zum Download auf www.unicef.de/presse. Bildmaterial können Redaktionen kostenfrei herunterladen oder in der UNICEF-Pressestelle erfragen.

Medienkontakt bei UNICEF Deutschland: Ninja Charbonneau, Pressesprecherin, Telefon 0221/93650-315, presse@unicef.de.

 

 

Aufnahme der Kinderrechte in das Wahlprogramm der Unionsparteien

Köln/Duisburg, 0 4. Juli 2017 - Nach SPD und Grünen haben jetzt auch CDU und CSU die explizite Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz in ihr Wahlprogramm aufgenommen.

 

„UNICEF begrüßt diesen Schritt ausdrücklich“, erklärt Sebastian Sedlmayr, Leiter der Abteilung Kinderrechte und Bildung von UNICEF Deutschland. „Damit könnte nach der Bundestagswahl endlich die erforderliche Zweidrittelmehrheit im Bundestag und im Bundesrat für dieses wichtige Vorhaben stehen. Es gibt bereits einen Formulierungsvorschlag des Aktionsbündis Kinderrechte, um den Rechten und Bedürfnissen von Kindern in Politik und Gesellschaft tatsächlich mehr Gewicht zu verschaffen.“

 

UNICEF-Jahrespressekonferenz 2017: Faire Chancen für jedes Kind

Analyse zur Lage von Kindern in Deutschland

Berlin/Duisburg, den 22.06.2017 - Rund 100 Tage vor der Bundestagswahl ruft UNICEF Deutschland die Parteien dazu auf, sich für das Recht aller Kinder in Deutschland auf faire Teilhabe einzusetzen.
Die meisten Mädchen und Jungen in Deutschland wachsen – im internationalen Vergleich – in begünstigten materiellen und sozialen Verhältnissen auf. In einer Analyse für das deutsche Komitee für UNICEF, warnt der renommierte Mikrosoziologe Professor Hans Bertram jedoch davor, dass ein signifikanter Teil von Kindern in Deutschland dauerhaft abgehängt wird.

 

·         So wachsen der Analyse zufolge in manchen Städten im Ruhrgebiet oder in Berlin zwischen 30 und 35 Prozent der Kinder unter drei Jahren in Haushalten auf, die von Hartz IV leben.

·         Kinder von Alleinerziehenden tragen ein doppelt so hohes Risiko in relativer Armut aufzuwachsen, wie ihre Altersgenossen in Familien mit beiden Elternteilen – selbst dann, wenn ihre Mütter oder Väter einen Arbeitsplatz haben.

·         Besonders häufig von relativer Armut betroffen sind Kinder aus zugewanderten Familien, deren Mütter selbst keine Schul- oder Berufsausbildung haben.

„Wenn Kinder und Jugendliche erleben, dass ihre Familien völlig von staatlichen Sozialleistungen abhängen, wird ein Zukunftsbild sozialer Abhängigkeit statt Selbstständigkeit und Selbstverantwortung vermittelt“, sagt Professor Bertram. „Faire Chancen und die Erfahrung, dass sie gebraucht werden, sind Voraussetzung dafür, dass Kinder und Jugendliche Freiheit und Verantwortung leben lernen und in unserer Zeit des Umbruchs die Zukunft aktiv mitgestalten.“

 

„Trotz vieler Investitionen und einer vergleichsweisen guten Wirtschaftslage ist es in Deutschland in den vergangenen Jahren nicht gelungen, die Chancen für benachteiligte Kinder deutlich zu verbessern“, sagte Dr. Jürgen Heraeus, Vorsitzender von UNICEF Deutschland. „Wir brauchen eine politische Kraftanstrengung von Bund, Ländern und Gemeinden, um die Teilhabe benachteiligter Kinder zu stärken. Jedes Kind braucht faire Chancen, ganz gleich in welcher Form von Familie oder an welchem Ort es aufwächst.“

 

Welche Kinder tragen das höchste Risiko für relative Armut? 

In einer Analyse für UNICEF Deutschland hat der bekannte Wissenschaftler Hans Bertram aktuelle empirische Daten zu materiellem Wohlbefinden und zu Bildungschancen von Kindern in Deutschland und den OECD-Staaten ausgewertet. Danach sind in allen europäischen Staaten – auch bei hoher Erwerbstätigkeit der Frauen – erhebliche öffentliche Transferleistungen notwendig, um Kinder vor relativer Armut zu bewahren.

 

Ohne staatliche Hilfe liegt die unbekämpfte relative Kinderarmut in Deutschland auf der Basis von 50 Prozent des Medianeinkommens bei 24 Prozent. Durch staatliche Transferleistungen sinkt diese Quote auf sieben Prozent. Allerdings erreicht diese Unterstützung Kinder sehr unterschiedlich: Während die Armutsquoten bei Kindern mit beiden Elternteilen auf etwa vier Prozent sinken, bleiben sie bei Alleinerziehenden mit 16 Prozent sehr hoch. Würden zum Beispiel bei berufstätigen Alleinerziehenden die Beiträge für Krankenkasse und Rente wegfallen, würde das relative Armutsrisiko dieser Gruppe um rund sechs Prozent deutlich gesenkt. Bei Ehepaaren, bei denen ein Partner nicht arbeitet, ist dieser durch den berufstätigen Partner automatisch abgesichert.

 

Regionale Trends in Deutschland 

Relative Kinderarmut ist in Deutschland sehr unterschiedlich verteilt. So hat sich etwa die Lage in den neuen Bundesländern in den vergangenen zehn Jahren verbessert. In Dresden leben noch 15 Prozent der Kinder in solchen Haushalten – gegenüber 30 Prozent in Berlin. Auch Leipzig hat sich von 40 auf 25 Prozent erkennbar verbessert. Um die Lebenssituation der betroffenen Familien einschätzen zu können, müssen diese regional differenziert betrachtet werden. So müssen zum Beispiel in München mit sehr hohen Einkommen auch sehr hohe Mieten gezahlt werden. In Rostock – wo eine viel höhere relative Kinderarmut festgestellt wird – fallen dagegen auch deutlich geringere Mieten an.

 

Mütter stärken – Chancen für Teilhabe und Integration verbessern 

Besondere Kraftanstrengungen sind aus der Sicht von UNICEF für Kinder und Frauen aus zugewanderten Familien notwendig, damit diese ihre Kinder besser unterstützen können.

·         So waren 2011 – bereits vor dem aktuellen Zustrom von Flüchtlingen – zum Beispiel in Essen 35 Prozent aller Kinder, deren Mütter einen Migrationshintergrund haben, von relativer Armut bedroht. In Hamburg waren es 20 und in München zehn Prozent.

·         In Berlin oder im Ruhrgebiet haben 15 bis 17 Prozent der zugewanderten Frauen keinen Schulabschluss; etwa 30 bis 40 Prozent auch keine Berufsausbildung. Unterstützung und Qualifizierungsangebote für diese Mütter und jungen Frauen sind ein Schlüssel für die Förderung und die Integration ihrer Kinder.

 

Fürsorgeleistung der Eltern anerkennen 

Die meisten Eltern – so die Analyse im Auftrag von UNICEF – neigen entgegen häufig geäußerter Vorurteile dazu, ihre Zeit und finanziellen Ressourcen als erstes in ihre Kinder zu investieren. Sie verzichten lieber auf eigene freie Zeit oder Ausstattung mit materiellen Gütern. Hierdurch versuchen Eltern – vielfach erfolgreich – Nachteile für ihre Töchter und Söhne aufgrund materieller und sozialer Belastungen auszugleichen. Aus der Perspektive der Kinderrechte stellt sich die Frage: „Dürfen die Chancen eines Kindes, das in einer ökonomisch schwierigen Lebenslage aufwächst, allein von der Opferbereitschaft seiner Eltern abhängen – oder muss der Staat nicht gerade diese Kinder besser unterstützen?“, so Professor Bertram.

 

Empfehlungen von UNICEF Deutschland 

·         Zur Verwirklichung der Kinderrechte in Deutschland müssen die Transferleistungen für Familien erhalten und weiterentwickelt werden. Sie müssen alle Kinder unabhängig von der Lebensform ihrer Eltern vor relativer Armut schützen.

 

·         Besonders in den Regionen, in denen sich negative Faktoren für das Aufwachsen von Kindern häufen, müssen Maßnahmen für die Teilhabe benachteiligter Kinder in ihrem direkten Lebensumfeld verstärkt werden. Dazu gehören Investitionen in frühkindliche, schulische und außerschulische Bildung sowie eine Stärkung der Jugendhilfe.

 

·         Als einen wichtigen Beitrag für eine zukunftsfähige und inklusive Gesellschaft empfiehlt UNICEF erneut die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz.

 

Die vollständige Analyse „Offene Gesellschaft, Teilhabe und die Zukunft für Kinder“ steht zum Download auf www.unicef/presse.de.

Parallel erscheint in Herausgeberschaft von Prof. Hans Bertram gemeinsam mit UNICEF das Buch „Zukunft mit Kindern, Zukunft für Kinder“. Die Publikation im Verlag Barbara Budrich umfasst aktuelle Fachbeiträge zum kindlichen Wohlbefinden.

 

UNICEF-Geschäftsbericht 2016: Große Unterstützung aus Deutschland

Das Deutsche Komitee für UNICEF hat im Jahr 2016 Einnahmen in Höhe von rund 108,67 Millionen Euro erzielt. Zu diesem guten Ergebnis haben über 400.000 aktive Spenderinnen und Spender in Deutschland beigetragen. Besonders wichtig sind die regelmäßigen Beiträge aus mehr als 230.000 UNICEF-Patenschaften. Sie machen es möglich, dass UNICEF Kindern in Notsituationen verlässlich helfen kann.

Angesichts der zahlreichen Krisen und Konflikte in der Welt wollten viele Bundesbürger helfen, mit Spenden die Not der Kinder zu lindern. Vor allem das Schicksal der Kinder, die zwischen die Fronten in Syrien oder Irak geraten sind, hat die UNICEF-Unterstützer bewegt. Die Einnahmen in 2016 liegen deutlich über denen des Vorjahrs (98,83 Millionen Euro).

Die UNICEF-Programme in rund 150 Ländern tragen dazu bei, dass Kinder gesund aufwachsen, Zugang zu sauberem Wasser und ausreichender Nahrung haben, zur Schule gehen können und vor Missbrauch und Ausbeutung geschützt sind.
UNICEF Deutschland hat 2016 für die internationale Hilfe für Kinder 81,07 Millionen Euro bereitgestellt. 2,14 Millionen Euro wurden für die Kinderrechtsarbeit in Deutschland eingesetzt. Die Kosten in Deutschland für Verwaltung sowie Öffentlichkeitsarbeit und Werbung betrugen – gemäß den Kriterien des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) – 17,8 Prozent.

UNICEF trauert um den Gründer von „Schulen für Afrika", Peter Krämer  

Köln/Duisburg, 20. Juni 2017 - Am 20. Juni starb Peter Krämer, Vorstand von UNICEF Deutschland und Gründer einer der erfolgreichsten privaten Bildungsinitiativen für Afrika. Gemeinsam mit dem Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela und UNICEF Deutschland gründete der Hamburger Reeder im Dezember 2004 die Kampagne „Schulen für Afrika“. Millionen Kinder aus den ärmsten Familien haben seither in kinderfreundlichen Schulen bessere Bildungschancen erhalten.  
„Peter Krämer war ein Unternehmer, der den Traum hatte, die Welt zu einem besseren Ort für Kinder zu machen. Mit der ihm eigenen Leidenschaft und Energie hat er diesen Traum ein Stück Wirklichkeit werden lassen“, erklärte Dr. Jürgen Heraeus, Vorsitzender von UNICEF Deutschland. „Wir trauern um eine eindrucksvolle Persönlichkeit, einen großzügigen Philanthropen und unermüdlichen Streiter für Menschenrechte und Gerechtigkeit. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, seinen Kindern und Freunden. Er wird uns allen fehlen.“  

Der Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela hatte beim Start von „Schulen für Afrika“ über Peter Krämer gesagt: „Sein Engagement ist ein Beispiel dafür, was eine kluge Partnerschaft zwischen Wirtschaftsunternehmen und Zivilgesellschaft bewirken kann.“  

Anfangs wurden mit den Spenden Schulen in ländlichen Gebieten in sechs der ärmsten Länder Afrikas gebaut. Im Laufe der Zeit konzentrierte sich die Arbeit immer mehr darauf, benachteiligten Kindern den Zugang zur Schule zu ermöglichen, die Lernbedingungen zu verbessern und die Schulen „kinderfreundlich“ zu gestalten. Dafür baut UNICEF sanitäre Anlagen und Wasseranschlüsse, bildet Lehrer aus, und setzt sich für Lehrpläne ein, die auch Werte wie Respekt und Toleranz vermitteln und Kindern eine Grundbildung in Gesundheits- und Hygienefragen vermitteln.   Dank der breiten Unterstützung durch viele Spender und Partner wurde die Kampagne auf insgesamt 13 Länder ausgeweitet.
„Bildung ist der Rohstoff des 21. Jahrhunderts“, hat Peter Krämer einmal gesagt. „Bei meinen Reisen nach Afrika habe ich verschiedene Schulen besucht und gesehen, wie konzentriert und begeistert die Kinder im Unterricht sind. Sie wollen lernen, sie wollen lesen, schreiben und rechnen, um später die gleichen Chancen zu haben, die alle Kinder auf der Welt verdienen – egal, welche Hautfarbe sie haben und von welchem Kontinent sie stammen.“ Peter Krämer war seit 2008 Mitglied des Vorstands von UNICEF Deutschland.  

Neue UNICEF-Schirmherrin Elke Büdenbender trifft engagierte Jugendliche / Übergabe des Ehrenamts durch Daniela Schadt

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Ehefrau Elke Büdenbender im humanitären Einsatz 

Berlin/Duisburg, 9. Juni 2017 -„Kindheit braucht Frieden“: UNICEF JuniorTeam in Schloss Bellevue

Die neue UNICEF-Schirmherrin Elke Büdenbender (rechts im Bild mit Mikkrofon) trifft bei der Übergabe des Ehrenamts durch Daniela Schadt engagierte Jugendliche - Foto Julia Zimmermann/UNICEF.

Berlin/Duisburg, 09. Juni 2017 – Elke Büdenbender, Ehefrau des Bundespräsidenten und neue UNICEF-Schirmherrin, setzte heute in Schloss Bellevue ein Zeichen für Frieden und die Unterstützung von Kindern in Krisengebieten. Zusammen mit Jugendlichen des UNICEF JuniorTeams Berlin beteiligte sie sich an der Aktion „Spray for Peace“ und sprühte mit Kreide Friedenssymbole auf eine Wand im Schlossgarten. Damit unterstützt sie die bundesweite UNICEF-Kampagne „Kindheit braucht Frieden“.

Mit der Kampagne setzt sich UNICEF für das Recht von Kindern im Krieg und auf der Flucht auf eine sichere, gute Kindheit ein. Elke Büdenbender wurde begleitet von der bisherigen Schirmherrin Daniela Schadt, die das traditionelle Ehrenamt damit offiziell weitergab.
„Kein Kind auf der Welt sollte inmitten von Krieg und Gewalt aufwachsen oder aufgrund von Konflikten seine Heimat verlassen müssen“, sagte Elke Büdenbender. „Kindheit braucht Frieden – diese so einfach klingende Botschaft ist heute wichtiger denn je. Ich hoffe, dass viele Menschen dem Beispiel dieser engagierten jungen Menschen folgen und überall sichtbar für die Rechte von Kindern eintreten.“

Der Vorsitzende von UNICEF Deutschland, Dr. Jürgen Heraeus, dankte Elke Büdenbender und Daniela Schadt für ihr Engagement: „Wir brauchen solch starke Persönlichkeiten, die ihre Stimme für die besonders Benachteiligten erheben: für die vielen Kinder in Krisen- oder Kriegsregionen. Ihre Unterstützung motiviert viele andere Bundesbürger, sich für Kinder zu engagieren.“ Bundesweiter Appell: „Kindheit braucht Frieden“ Weltweit wachsen derzeit über 250 Millionen Kinder in Konfliktgebieten auf. Noch viel mehr Kinder sind von Naturkatastrophen wie Dürren, Überschwemmungen oder Epidemien bedroht.

Unter dem Motto „Kindheit braucht Frieden“ ruft UNICEF Deutschland zu Schutz und Hilfe für Kinder aus Krisengebieten auf. Diese Kinder brauchen mehr als Trinkwasser, Nahrung und Medikamente. Humanitäre Hilfe und Entwicklungshilfe müssen ineinander greifen, damit die Mädchen und Jungen auch unter schlimmsten Bedingungen Kind sein können – damit sie geschützt und betreut werden und zur Schule gehen.
Ehrenamtliche in ganz Deutschland unterstützen die UNICEF-Kampagne mit Aktionen oder Informationsarbeit.
Mit der Aktion „Spray for Peace“ setzen insbesondere junge Engagierte ein Zeichen in der Öffentlichkeit: Bei der Aktion werden mit abwaschbarem Kreidespray Symbole für Kindheit und Frieden auf Wände, Böden oder Laken gesprüht. Elke Büdenbender unterstützt die UNICEF-Ehrenamtlichen Als neue Schirmherrin übernimmt Elke Büdenbender eine besondere Rolle für die vielen ehrenamtlichen UNICEF-Mitarbeiter in Deutschland. Die Juristin hat die Schirmherrschaft gerne übernommen.

„Ich schätze die wichtige Arbeit von UNICEF und weiß, wie engagiert sich insbesondere die zahlreichen ehrenamtlichen Unterstützer für den Schutz und die Rechte von Kindern weltweit einsetzen“, sagte Elke Büdenbender. „Erfahrungen wie Krieg und Flucht erschüttern das Grundvertrauen der betroffenen Kinder. Ich bin froh, meinen Beitrag zum Wohle dieser Kinder leisten zu können.“
 Bundesweit engagieren sich über 8.000 freiwillige Helfer für UNICEF. Sie leisten Informations- und Bildungsarbeit, verkaufen Grußkarten und werben um Spenden. Auch immer mehr Kinder, Jugendliche und junge Studierende setzen sich zusammen mit UNICEF für ihre Rechte und die ihrer Altersgenossen in den Entwicklungsländern und Krisengebieten ein, etwa im Rahmen der UNICEF-JuniorTeams: Die Jugendlichen organisieren beispielsweise Spendenläufe oder stellen die Kinderrechte in Schulen vor.

Bundespräsident Steinmeier miti Spendenaufruf "Gemeinsam gegen die Hungersnot"

Der Bundespräsident appelliert an die deutsche Bevölkerung, die Hilfsorganisationen zu unterstützen
Berlin/Duisburg, 9. Juni 2017 - Vor der größten humanitären Katastrophe seit Gründung der Vereinten Nationen, warnt das Bündnis GEMEINSAM FÜR AFRIKA, ein Zusammenschluss von 22 deutschen Hilfsorganisationen unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, denn mehr als 23 Millionen Menschen sind derzeit in den Ländern Ostafrikas und in Nigeria akut vom Hungertod bedroht, darunter hunderttausende Kinder. Ohne Hilfe sei ein Massensterben unausweichlich, sorgen sich GEMEINSAM FÜR AFRIKA wie auch die Vereinten Nationen.

Angesicht dieser Dramatik ruft das Bündnis am heutigen 9. Juni 2017 bundesweit zu Aktionen und zu Spenden unter dem Motto "Gemeinsam gegen die Hungersnot" auf. Dazu demonstriert GEMEINSAM FÜR AFRIKA heute erneut eindrucksvoll am Berliner Brandenburger Tor mit einer großen Mahnwache. "Ohne unsere Hilfe werden noch mehr Frauen, Männer und Kinder verhungern", appelliert auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in einem Spendenaufruf an die deutsche Bevölkerung.

"Unterstützen Sie die Hilfsorganisationen, die "Gemeinsam gegen die Hungersnot" aufrufen. Mit Ihrer Spende können Sie Menschenleben retten! Mit Ihrer Hilfe können wir die Hungerkatastrophe lindern", unterstreicht der Bundespräsident. Die Hilfsorganisationen von GEMEINSAM FÜR AFRIKA leisten bereits seit Monaten in den betroffenen Regionen wichtige Soforthilfe. Sie verteilen Nahrungsmittel und Trinkwasser an Tausende Notleidende und versorgen unterernährte Säuglinge und Kleinkinder mit kalorienreicher Spezialnahrung. Sie setzen Brunnen instand, leisten medizinische Hilfe und fördern Hygienemaßnahmen, um die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern.
Langfristige Hilfsmaßnahmen tragen zudem dazu bei, die Menschen besser auf Dürre vorzubereiten. Die Ursachen der schweren Hungersnot sind vielfältig. Eine schwere Dürre, extremes Klima und anhaltende Gewalt sind maßgebliche Gründe. In manchen Regionen wie in Äthiopien oder Kenia hat es in Folge von El Niño seit mehr als drei Jahren nicht mehr geregnet. Felder und Weideland sind verdorrt, die Ernten fallen aus, es fehlt an Saatgut für den Anbau, Tausende Nutztiere verenden.
In anderen Gegenden wie im Südsudan und in Somalia hindern zudem bewaffnete Konflikte und Vertreibung die Menschen daran, ihre Felder zu bestellen und ihr Vieh zu versorgen. Zur Unterstützung der lebensrettenden Arbeit der Hilfsorganisationen ruft das Bündnis unter
http://www.gemeinsam-fuer-afrika.de/spenden/
zu Spenden auf. Mit unserem Aktionstag möchten wir die deutsche Bevölkerung zur Unterstützung mobilisieren. Über unsere Social Media-Kanäle und unsere Website sowie vielfältige Aktionen wie z.B. die Mahnwache vor dem Brandenburger Tor rufen wir zu Spenden auf.

 

UNICEF hat drei Flüge mit Hilfsgütern nach Jemen gebracht / Schnelle Hilfe dringend nötig

„Die größten Opfer der Katastrophe sind die Kinder“

Köln/ New York/ Sanaa/Duisburg, 1. Juni 2017 - Die Cholera-Epidemie im Jemen hat innerhalb eines Monats mindestens 532 Menschen das Leben gekostet, darunter 109 Kindern. Hierbei handelt es sich nur um die bestätigten Cholera-Fälle – die tatsächlichen Opferzahlen liegen wahrscheinlich deutlich höher. 
Die Zahl der Verdachtsfälle ist in den vergangenen Tagen um 10.000 auf über 65.000 in die Höhe geschnellt. Täglich kommen rund 1.000 Kinder mit wässrigem Durchfall in die Gesundheitsstationen.

UNICEF hat drei Flüge mit 40 Tonnen Hilfsgütern zur Bekämpfung der Cholera-Epidemie nach Jemen gebracht, darunter Medikamente und medizinische Ausrüstung, um 50.000 Patienten zu behandeln. Aber der Bedarf steigt weiter, während das Gesundheitssystem des krisengeplagten Landes überlastet ist.

Unicef-Foto Jemen

„Die Situation im Jemen ist am Rande einer Katastrophe“, sagt Meritxell Relaño, Leiterin von UNICEF Jemen. „Die Wasser-, Sanitär- und Gesundheitssysteme sind nahezu zusammengebrochen. Mehr als 27 Millionen Menschen im Jemen leiden unter einer erbarmungslosen humanitären Krise. Die größten Opfer dieser menschengemachten Tragödie sind die verletzlichsten Personen – die Kinder. Die internationale Gemeinschaft muss dringend langfristige Investitionen in Wasser- und Sanitärsysteme unterstützen. Sonst wird es immer wieder Ausbrüche von tödlichen Krankheiten geben.“

Zwei Drittel der Menschen im Jemen hat kein Trinkwasser

Da die Kläranlagen kaum funktionsfähig sind, führen Abwasser und nicht eingesammelter Müll in Wohnvierteln dazu, dass die Wasserquellen verschmutzt werden. Zwei Drittel der Bevölkerung im Jemen hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die Hälfte der Gesundheitseinrichtungen des Landes ist außer Betrieb, und medizinisches Personal hat seit acht Monaten keine Gehälter bekommen. Von dem Ausmaß der aktuellen Cholera-Epidemie ist das schwache Gesundheitssystem deshalb völlig überfordert.

UNICEF und seine Partner arbeiten rund um die Uhr daran, den Ausbruch einzudämmen. UNICEF unterstützt über 200 Zentren, in denen Patienten untersucht und behandelt werden. UNICEF hilft dabei, mit Chlor gereinigtes Trinkwasser zur Verfügung zu stellen und Brunnen, Tanklastwagen und Wassertanks zu desinfizieren.

Cholera verschärft Hunger-Krise

Die Cholera-Epidemie verschärft die Situation für die Kinder in dem Land, das sich bereits am Rande einer Hungersnot befindet. Fast eine halbe Million Kinder leiden unter schwerer akuter Mangelernährung und sind damit unmittelbar vom Tod bedroht. Weitere mehr als zwei Millionen Kinder sind moderat mangelernährt und brauchen dringend Hilfe, damit sich ihr Zustand nicht weiter verschlechtert.

Seit der Eskalation des Konflikts im März 2015 hat UNICEF trotz der schwierigen Sicherheitslage umfangreiche Nothilfeleisten können. Mehr als 2,3 Millionen Kinder und fast 600.000 schwangere Frauen und stillende Mütter wurden seit 2015 untersucht und gegen Krankheiten und Mangelernährung behandelt. Fast fünf Millionen Kinder wurden jährlich gegen Polio (Kinderlähmung) geimpft. Seit Ende 2015 haben mehr als 100.000 Menschen, die Hälfte von ihnen Kinder und Jugendliche, kleine Bargeldbeträge als Unterstützung in der Krise erhalten.

UNICEF ruft zu Spenden für die Kinder im Jemen auf:

UNICEF Deutschland
Bank für Sozialwirtschaft Köln
IBAN DE57 3702 0500 0000 3000 00
Stichwort: Nothilfe Jemen

UNICEF trauert um Sir Roger Moore

Köln/Duisburg, 23. Mai 2017 - Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland zum Tod des internationalen UNICEF-Botschafters Sir Roger Moore: „Die Kinder auf der ganzen Welt und UNICEF haben einen echten Freund verloren. In seinen Filmrollen verkörperte Sir Roger Understatement, Charme und Coolness. Doch seine große Leidenschaft war der Einsatz für die Rechte der ärmsten und am stärksten benachteiligten Kinder. Mit seiner unnachahmlichen Verbindung aus Ernsthaftigkeit und Leichtigkeit hat er unzählige Menschen berührt, begeistert und motiviert, für eine bessere Welt für Kinder zu arbeiten. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie und den vielen Freunden, die nun um ihn trauern. Er wird uns fehlen.“
Roger Moore wurde am 14. Oktober 1927 in London als Sohn eines Polizisten geboren. Die Schauspielerin Audrey Hepburn brachte ihn mit UNICEF zusammen. „Ich wollte Namen und Gesichter finden, keine Statistiken“, sagte Moore.
Aus diesem Grund wurde er im Jahr 1991 internationaler UNICEF-Botschafter. Von da an bereiste er über 25 Jahre lang bis zu seinem Tod viele Länder der Erde, machte auf Projekte für Kinder aufmerksam und sammelte Spenden. Für sein Engagement wurde Roger Moore 2003 in Großbritannien zum Ritter geschlagen. Im gleichen Jahr verlieh Bundespräsident Johannes Rau Sir Roger in Berlin das Bundesverdienstkreuz.
Im Jahr 2012 schlüpfte Sir Roger Moore ein letztes Mal  für UNICEF in die Rolle des legendären Agenten James Bond.

 

UNICEF Deutschland startet JuniorTeamer-Ausbildung 

Helden für Kinder und ihre Rechte gesucht!

Köln/Duisburg, 04. Mai 2017 - Es ist wieder so weit: Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren können sich ab sofort für die Ausbildung zu UNICEF-JuniorTeamern bewerben. In vier Workshops lernen die Jugendlichen dabei, eigene Aktionen zu planen, um auf die Kinderrechte in Deutschland und weltweit aufmerksam zu machen.
Ziel der Ausbildung ist es, dass die JuniorTeamer eine Gruppe von Jugendlichen in ihrer Region selbstständig aufbauen und leiten können. Unterstützung bekommen sie dabei von erwachsenen Assistenten, die ebenfalls von UNICEF ausgebildet werden. Bewerbungsschluss für beide Ausbildungen ist der 30. Juni 2017.

 

Jeder Jugendliche, der sich für Kinderrechte einsetzt, ist für uns ein Held“, sagt UNICEF-Geschäftsführer Christian Schneider. „Aus Erfahrung wissen wir, dass sehr viele Jugendliche daran interessiert sind, sich für das, was ihnen wichtig ist, stark zu machen. Ihre Ideen und ihr ehrenamtliches Engagement für Gleichaltrige sind beeindruckend. Das wollen wir mit unserem Ausbildungsangebot zum JuniorTeamer unterstützen.“

 

Bundesweit gibt es rund 45 JuniorTeams. Die Ausbildung erfolgt während vier kostenlosen Workshops gemeinsam mit weiteren Jugendlichen aus ganz Deutschland. Die Ausbildung beinhaltet das ausführliche Wissen über die Kinderrechte in Deutschland und weltweit, die Grundlagen der Teamentwicklung, Kommunikation und Moderation sowie die Grundlagen der Projektentwicklung.

 

In diesem Jahr startet die Ausbildung Ende September 2017 und endet Anfang Mai 2018. Sie findet in Köln statt. 

Immer aktuelle UNICEF-Angebote für Jugendliche finden Sie unter www.unicef.de/youth.

Ihre lokalen Aktionen stellen die Jugendlichen bei Facebook und auf Instagram vor.

Geber-Konferenz für den Jemen
UNICEF: Hilfe für Kinder ist Wettlauf gegen die Zeit

Köln/ Amman/ Sanaa, 25. April 2017 - Anlässlich der internationalen

Die anhaltende Gewalt im Jemen verschärft eine der weltweit schlimmsten Hungerkrisen. Insgesamt rund sieben Millionen Menschen wissen nicht mehr, wo sie die nächste Mahlzeit bekommen können.
Fast 2,2 Millionen Kinder im Jemen sind mangelernährt. Nach Einschätzung von UNICEF und dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) besteht für eine halbe Million Kinder akute Lebensgefahr, wenn sie nicht die dringend benötigte Hilfe und Behandlung erhalten.

„Millionen Kinder im Jemen sind akut mangelernährt. Viele sterben an Krankheiten, die absolut vermeidbar wären“, so Geert Cappelaere, UNICEF Regionaldirektor für den Nahen Osten und Nordafrika - Foto Unicef. „Die Konfliktparteien und die internationale Gemeinschaft müssen dringend mehr tun, um zu verhindern, dass im Jemen eine Hungersnot ausbricht, die noch mehr Kindern das Leben kosten würde. Wir befinden uns in einem Wettlauf gegen die Zeit.“

 

Die anhaltende Gewalt und die Nahrungsmittelunsicherheit haben fatale Folgen für Kinder. Um zu überleben, sehen sich Familien oftmals zu drastischen Maßnahmen gezwungen, wie zum Beispiel die frühe Verheiratung von Kindern. Aus Not schließen sich auch immer mehr Heranwachsende bewaffneten Gruppen an.

So wurden beispielsweise im Vergleich zum letzten Quartal 2016 in den ersten drei Monaten dieses Jahres dreimal so viele Kinder rekrutiert. Hinzukommt, dass große Teile des Landes durch den andauernden Konflikt für Mitarbeiter von Hilfsorganisationen nicht zugänglich sind und besonders schutzbedürftige Kinder und ihre Familien von der dringend benötigten Hilfe nicht erreicht werden.

Trotz dieser und anderer Schwierigkeiten konnte UNICEF zusammen mit seinen Partnern im Februar den Ernährungszustand von132.000 Kindern untersuchen und über 5.000 Kinder unter fünf Jahre, die unter akuter Mangelernährung litten, behandeln. Im Rahmen einer Polio-Impfkampagne wurden etwa fünf Millionen Kinder unter fünf Jahre mit Vitamin-A-Präparaten versorgt. Das WFP konnte für 5,3 Millionen Menschen in 17 Gouvernements Nahrungsmittelhilfe bereitstellen.

Zu Beginn des Monats kündigte das WFP an, die Nahrungsmittelverteilung im Jemen auf bis zu neun Millionen Menschen auszuweiten. Gemeinsam mit UNICEF sollen 2,9 Millionen Kinder unter fünf Jahren sowie schwangere Frauen und stillende Müttern vor Mangelernährung bewahrt bzw. behandelt werden.
Doch für die Nothilfe der beiden Organisationen im Jemen stehen derzeit nur rund 20 Prozent der notwendigen Mittel bereit.

UNICEF und das WFP rufen dringend zu einer raschen politischen Lösung des Konflikts auf. Die beteiligten Konfliktparteien und diejenigen, die darauf Einfluss nehmen können, müssen den ungehinderten Zugang zu Menschen in Not ermöglichen und jegliche Handlungen unterlassen, die die Auslieferung lebensrettender humanitärer Güter verhindern könnten.

 

 

Deutschlands "First Lady" Elke Büdenbender ist neue UNICEF-Schirmherrin

Ehefrau des Bundespräsidenten wird „oberste Ehrenamtliche“ des UN-Kinderhilfswerks 

Berlin/Köln/Duisburg, 19. April 2017 - Elke Büdenbender, die Ehefrau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, ist neue Schirmherrin von UNICEF Deutschland. „Die Schirmherrschaft für UNICEF ist mir eine Herzensangelegenheit“, erklärte Elke Büdenbender. „Ich kenne und schätze die wichtige Arbeit von UNICEF und weiß, wie engagiert sich insbesondere die zahlreichen ehrenamtlichen Unterstützer für den Schutz und die Rechte von Kindern weltweit einsetzen. Ich freue mich darauf, ein Teil dieser Familie zu sein und meinen Beitrag zum Wohle der Kinder leisten zu können.“  

 

In ihrer Rolle als Schirmherrin fungiert Elke Büdenbender als „Oberste Ehrenamtliche“ der rund 8.000 freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von UNICEF Deutschland: Sie vertritt die Anliegen von UNICEF in der Öffentlichkeit, wirbt um Aufmerksamkeit für die Rechte benachteiligter Kinder und stärkt das ehrenamtliche Engagement.

 

„Unserer Schirmherrin obliegt eine besondere Aufgabe: Sie ist Sprachrohr und erste Repräsentantin der vielen Ehrenamtlichen, die die UNICEF-Arbeit hier bei uns in Deutschland so maßgeblich prägen und mitgestalten“, sagte Dr. Jürgen Heraeus, Vorstandsvorsitzender UNICEF Deutschland. „Wir sind froh und stolz, dass Elke Büdenbender UNICEF Deutschland als Schirmherrin unterstützen wird. Heute mehr denn je brauchen wir starke Persönlichkeiten, die ihre Stimme für die besonders Benachteiligten erheben: für die vielen Kinder in Krisen- oder Kriegsregionen, die auf unsere Hilfe angewiesen sind.“ 

Elke Büdenbender wurde 1962 im Siegerland geboren. Nach einer Ausbildung zur Industriekauffrau holte sie ihr Abitur nach und begann 1985 ein Jurastudium in Gießen. Nach dem Abschluss des Referendariats 1994 trat sie eine Stelle als Verwaltungsrichterin am Verwaltungsgericht Hannover an. Elke Büdenbender ist seit 1995 mit Frank-Walter Steinmeier verheiratet. Gemeinsam haben sie eine Tochter. Von 2000 bis 2017 war sie als Richterin am Verwaltungsgericht Berlin tätig. Für die kommenden fünf Jahre, die Amtszeit des Bundespräsidenten, lässt Elke Büdenbender ihre Richtertätigkeit ruhen.  

Elke Büdenbender übernimmt das Ehrenamt, das seit Wilhelmine Lübke traditionell von der Partnerin des Bundespräsidenten ausgeübt wird, von Daniela Schadt.

 

UN-Konvention über die Rechte des Kindes in Deutschland

Köln/Duisburg, 04. April 2017 - Vor 25 Jahren, am 5. April 1992 trat die UN-Konvention über die Rechte des Kindes in Deutschland in Kraft. Hierzu erklärt Dr. Jürgen Heraeus, Vorsitzender von UNICEF Deutschland:  „Kinder, deren Rechte geachtet werden und die ihre Rechte kennen, werden selbständige und starke Kinder. Sie entwickeln ihre Fähigkeiten und lernen, Verantwortung in unserem Gemeinwesen zu übernehmen.

Seit der Ratifizierung der UN-Konvention über die Rechte des Kindes vor 25 Jahren hat Deutschland wichtige Fortschritte gemacht – zum Beispiel beim Kinderschutz oder der Stärkung der Rechte unehelicher Kinder. Trotzdem fehlt bis heute ein Gesamtkonzept, um den Kinderrechten in unserer immer stärker von älteren Menschen geprägten Gesellschaft überall Nachdruck zu verleihen. Wir brauchen deshalb eine gemeinsame, parteiübergreifende Kraftanstrengung, um die Kinderrechte endlich im Grundgesetz zu verankern.“

 

Verschmutztes Wasser – tödliche Gefahr für Kinder

UNICEF: 27 Millionen Menschen in den Hungergebieten in Afrika und im Jemen haben kein sauberes Wasser

 

Schwer mangelernährte Kinder im Nordosten Nigerias, Somalia, Südsudan und Jemen sind zusätzlich durch Wasserknappheit, unhygienische Lebensbedingungen und Krankheiten bedroht. In den Hungerregionen beziehen nach Angaben von UNICEF fast 27 Millionen Menschen Trinkwasser aus unsauberen Quellen. Die Folge sind Durchfallerkrankungen, die für mangelernährte Kinder tödlich sein können.

 

Köln/Duisburg, 30. März 2017 - „Die Kombination von Mangelernährung, verschmutzem Trinkwasser und unhygienischen Lebensbedingungen löst einen Teufelskreis aus“, erklärt Manuel Fontaine, Leiter der weltweiten UNICEF-Nothilfeprogramme. „Gleichgültig wie viel ein schwer mangelernährtes Kind zu sich nimmt – es wird nicht wieder gesund werden, wenn es weiter verseuchtes Wasser trinken muss“.

 

Im Nordosten Nigerias sind in den Konfliktgebieten 75 Prozent der Wasser- und Sanitärversorgung zerstört. Hierdurch haben 3,8 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Über 400 Gesundheitseinrichtungen wurden im Bundestaat Borno zerstört, so dass viele Kranke ohne jede Hilfe sind.

 

In Somalia benötigt rund ein Drittel der Bevölkerung – also 4,5 Millionen Menschen – dringend Zugang zu sauberem Wasser. Durchfallerkrankungen gehören dort zu den häufigsten Todesursachen bei Kindern unter fünf Jahren. Bereits jetzt sind 13.000 Kinder und Familien an Cholera oder Durchfall erkrankt – dass sind fünf Mal so viele wie im vergangenen Jahr.

 

Im Südsudan leiden 5,1 Millionen Menschen unter Wasserknappheit und unhygienischen Lebensbedingungen. Über die Hälfte der Wasserstellen wurden beschädigt oder zerstört. In der Folge breiten sich Krankheiten aus.

 

Während des Bürgerkriegs im Jemen ist in vielen Städten die Wasser- und Gesundheitsversorgung zusammengebrochen. Hiervon sind über 14,5 Millionen Menschen betroffen. Allein im Oktober 2016 erkrankten über 22.500 Menschen an schwerem, lebensgefährlichem Durchfall. Schon vor Ausbruch des Konflikts war Durchfall die zweithäufigste Todesursache bei Kindern.

 

UNICEF-Hilfe in Nigeria, Somalia, Südsudan und Jemen

 

·         Im Nordosten Nigerias versorgt UNICEF 666.000 Menschen mit sauberem Trinkwasser und behandelt 170.000 Kinder, die an akuter schwerer Mangelernährung leiden.

 

·         In Somalia, versorgt UNICEF 1,5 Millionen Menschen mit 7,5 Liter sauberem Wasser pro Tag. Weiter unterstützt UNICEF die Reparatur von Brunnen und hilft neue Wasserquellen zu erschließen. 500.000 Menschen werden gegen Cholera geimpft.

 

·         Im Südsudan stellt UNICEF gemeinsam mit dem Welternährungsprogramm (WFP) Nahrung, Wasser, Gesundheitszentren und Sanitärversorgungen für Kinder in abgelegenen Gebieten zur Verfügung.

 

·         Im Jemen unterstützt UNICEF Gesundheitseinrichtungen zur Prävention und Behandlung von mangelernährten Kindern. Zusammen mit Partnern werden 4,5 Millionen Menschen mit Wasser- und sanitären Einrichtungen versorgt.

 

„Wir arbeiten rund um die Uhr, um so viele Leben zu retten, wie wir nur können“, sagt Fontaine. „Aber ohne ein Ende der Konflikte in diesen Ländern, ohne den ungehinderten Zugang zu allen bedrohten Kindern und ohne weitere Mittel, können wir – selbst unter größten Anstrengungen – nicht genug erreichen.

 

 

Kindheit im Wartezustand

Neue UNICEF-Studie zu geflüchteten Kindern und Jugendlichen in Deutschland
Köln/Duisburg, 21. März 2017 - Deutschland nimmt international eine Vorreiterrolle bei der Bewältigung der so genannten Flüchtlingskrise ein. Durch ihr großes Engagement und ihre Flexibilität haben Politik, Behörden und Zivilgesellschaft eine Notversorgung der Menschen sichergestellt.
Trotz dieser großen Leistung sieht UNICEF Deutschland die Lebensumstände vieler Kinder und Jugendlichen unter den Geflüchteten jedoch als schwierig an. Laut einer neuen UNICEF-Studie „Kindheit im Wartezustand“ verbringen viele von ihnen lange Monate oder sogar Jahre in Flüchtlingsunterkünften, die häufig nicht sicher und nicht kindgerecht sind. Dies erschwert ihre Integration.  

Die Mädchen und Jungen leben dort – teils unter unzureichenden hygienischen Bedingungen – mit vielen fremden Menschen auf engem Raum und haben kaum Privatsphäre. Sie haben oft keine Ruhe zum Spielen und Lernen und sind nicht ausreichend vor Übergriffen geschützt. Je nachdem, wo in Deutschland sie untergebracht sind und wie lange die Kinder in Erstaufnahmeeinrichtungen bleiben, ist ihr Zugang zu Kindergärten oder Schulen eingeschränkt.
Eine zunehmend unterschiedliche Behandlung der geflüchteten Mädchen und Jungen zeichnet sich auch je nach Herkunftsland und damit verbundener Bleibeperspektive ab. Diese Situation dokumentiert die neue Studie, die durch den Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge e. V. im Auftrag von UNICEF Deutschland erstellt wurde.  

„Geflüchtete Familien wünschen sich nichts sehnlicher, als anzukommen und neu zu beginnen. Gerade den Kindern die bestmögliche Starthilfe in Deutschland zu geben, ist eine gute, wenn nicht eine der wichtigsten Investitionen für unsere Gesellschaft“, sagte Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. „Kinder, die ihre Heimat verloren und Schlimmes durchgemacht haben, müssen rasch zur Normalität zurückfinden. Sie dürfen nicht noch mehr wertvolle Zeit ihrer Kindheit verlieren.
Deshalb sollten sie nur so kurz wie möglich in Sammelunterkünften bleiben und so schnell wie möglich Kindergärten oder Schulen besuchen oder eine Berufsausbildung beginnen. Kinder sind nicht in erster Linie Asylbewerber, Migranten oder Flüchtlinge, sondern Kinder.“  
„Viele Unterkünfte sind keine sicheren Orte für Kinder. Sachleistungen, fehlende Privatsphäre, nicht abschließbare Sanitäranlagen und das Miterleben von Gewalt und Konflikten führen zu Gefährdungsmomenten und beeinträchtigen die Entwicklung geflüchteter Kinder und Jugendlicher“, erklärte Adam Naber vom Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und Mitautor der Studie.
„Statt den Auszug aus Flüchtlingsunterkünften rechtlich zu erschweren, sollten Bund und Länder dringend Maßnahme ergreifen, um diesen zu erleichtern – egal aus welchem Herkunftsland die Familien kommen.“  

In den vergangenen zwei Jahren kamen etwa 350.000 Kinder und Jugendliche in Begleitung ihrer Eltern nach Deutschland, um hier Schutz vor Krieg und Gewalt oder eine bessere Zukunft zu suchen. Die Studie „Kindheit im Wartezustand“ ist nicht repräsentativ. Dennoch ermöglicht sie einen breiten und bisher kaum verfügbaren Einblick in die Alltagswelt von Kindern und Jugendlichen, die sich in Begleitung ihrer Eltern in Flüchtlingsunterkünften aufhalten.
Für die Analyse haben die Autoren 2016 bundesweit eine quantitative, anonyme Online-Umfrage unter  haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern von Flüchtlingseinrichtungen durchgeführt und ergänzende Interviews mit geflüchteten Familien geführt. Die Auswertung zeigt, dass viele geflüchtete Kinder mit Problemen zu kämpfen haben.  

Entwicklung der Situation von geflüchteten Kindern  
Diese wurden durch die hohen Zuzugszahlen 2015 und 2016 sowie damit verbundene Gesetzesänderungen verstärkt. So wurde durch das Inkrafttreten des ersten „Asylpakets“ im Oktober 2015 die maximale Zeitspanne, die Kinder und Jugendliche mit ihren Familien in Erstaufnahmeeinrichtungen verbringen müssen, laut Gesetz von drei auf sechs Monate verdoppelt.
Dass außerdem eine Verweildauer in Erstaufnahmeeinrichtungen von mehr als den gesetzlich vorgeschriebenen sechs Monaten keine Ausnahme ist, belegen die Umfrageergebnisse: Eine Weiterverteilung innerhalb von sechs Monaten bestätigen zwar 78 Prozent der hier arbeitenden Befragten, 22 Prozent von ihnen gaben aber auch an, dass dies zwischen sechs Monate und einem Jahr dauern kann.  
 Innerhalb der Gruppe der Flüchtlingskinder gibt es je nach Bundesland und zunehmend je nach Herkunftsland und zugeschriebener Bleibeperspektive große Unterschiede: Während einige der geflüchteten Kinder und Jugendlichen zügig in die Schule gehen, problemlos einen Arzt aufsuchen können und nur kurz in Flüchtlingsunterkünften verweilen müssen, gilt dies bei weitem nicht für alle.  

Schutz von geflüchteten Kindern und Jugendlichen  
Viele Mädchen und Jungen verbringen mehrere Monate in Unterkünften, die schon allein aufgrund ihrer baulichen Ausstattung nicht kind- und familiengerecht sind. Vor allem durch die gemeinsame Unterbringung mit vielen fremden Menschen auf engem Raum sowie durch zum Teil nicht abschließbare Zimmer oder Sanitäranlagen sind Kinder und Jugendliche erhöhtem Stress und dem Risiko ausgesetzt, Zeugen oder Opfer von Gewalt zu werden.
Die hygienischen Bedingungen in den gemeinschaftlich genutzten Sanitär- und Waschräumen sind oft unzureichend. Häufig fehlen auch eigene Aufenthaltsräume für Kinder und Jugendliche sowie strukturierte Lern- und Freizeitangebote. Nur rund ein Drittel der befragten Einrichtungen gab an, Konzepte zum Schutz vor Gewalt zu haben.

UNICEF und das Bundesfamilienministerium haben im Rahmen einer gemeinsamen „Initiative zum Schutz von Frauen und Kindern in Flüchtlingsunterkünften“ zusammen mit Partnern bundesweit einheitliche Mindeststandards erarbeitet, die als Leitlinie für die Erarbeitung von Schutzkonzepten dienen können. Eine bundesgesetzliche Regelung, die Mindeststandards für den Schutz von Kindern und Frauen in Flüchtlingsunterkünften  vorschreibt, gibt es jedoch bisher nicht.  


Bildung und Integration  

Eng mit der Art der Unterbringung verbunden ist auch der Zugang zu Bildung. So besteht während der Erstaufnahme in vielen Bundesländern kein Anspruch auf einen Regelschulplatz. Lediglich ein Drittel der befragten Mitarbeitenden in Erstaufnahmeeinrichtungen gibt an, dass die in ihrer Unterkunft lebenden Kinder und Jugendlichen eine Regelschule besuchen. Laut weiteren 47 Prozent findet die Beschulung  unterkunftsintern oder im Rahmen von Sprachkursen statt. 20 Prozent sagen, dass die Mädchen und Jungen gar nicht beschult werden.  
Obwohl haupt- und ehrenamtliche Helfer oder Vereine viele Aktivitäten für geflüchtete Kinder und Jugendliche anbieten, wird ein großer Teil der Mädchen und Jungen davon offenbar nicht oder nur sporadisch erreicht – unter anderem wegen der abgeschiedenen Lage von vielen Unterkünften. Rund die Hälfte der Umfrageteilnehmer gab an, dass die Kinder und Jugendlichen in ihrer Einrichtung kaum oder gar nicht am kommunalen Vereinsleben teilnehmen.
Knapp ein Viertel ist der Meinung, die Mädchen und Jungen hätten keinen Zugang zu Freizeit-, Kultur- und Sportangeboten außerhalb der Unterkunft. Für ihre Integration in die Gesellschaft wäre das hingegen förderlich.

Forderungen von UNICEF Deutschland  
Damit die geflüchteten Kinder und Jugendlichen gut geschützt und betreut werden und faire Chancen auf Versorgung, Teilhabe und Bildung haben, fordert UNICEF Deutschland:  
Alle Kinder und Jugendlichen, die in Deutschland Asyl und Schutz suchen, müssen – unabhängig von ihrem Herkunftsland und ihrer Bleibeperspektive – den gleichen, guten Zugang zu Schutz, Versorgung und Förderung haben. Kinder, Jugendliche und ihre Eltern sollten grundsätzlich so kurz wie möglich in Flüchtlingsunterkünften untergebracht sein.
Das ist besonders vor dem Hintergrund des derzeit diskutierten Gesetzentwurfes zur Durchsetzung der Ausreisepflicht zu betonen. Dieser sieht die Möglichkeit vor, den Aufenthalt in Aufnahmeeinrichtungen über sechs Monate hinaus zu verlängern.
In Unterkünften, in denen Kinder leben, sollten außerdem verbindliche, familien- und kindgerechte Standards erfüllt und regelmäßig von den Aufsichtsbehörden überwacht werden. Dafür ist eine bundesgesetzliche Regelung notwendig. Flüchtlingskinder sollten so schnell wie möglich Zugang zu Schulen und zur Kindertagespflege erhalten – und zwar unabhängig von ihrem Herkunftsland oder dem Status im Asylverfahren.

Damit die Kinder und Jugendlichen nicht zu viel wertvolle Zeit verlieren, ist eine Schulpflicht ab der Zuweisung zu einem Bundesland und eine schnelle Verteilung auf die Kommunen besonders wichtig.  

Methodik  
Grundlage der nicht repräsentativen Studie ist eine quantitative, anonyme Online-Umfrage unter 447 haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern von Flüchtlingsunterkünften, die der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge e. V. im Auftrag von UNICEF Deutschland von Mai bis September 2016 bundesweit durchgeführt hat.
Die Umfrageergebnisse wurden durch qualifizierte Interviews mit 18 geflüchteten Familien und 13 Gespräche mit Experten der Kinder- und Jugendhilfe sowie durch die Auswertung vorhandener Studien zu dem Thema ergänzt.  

UNICEF ZUM SECHSTEN JAHRESTAG DES SYRIENKRIEGS

Köln/Duisburg, 13. März 2017 - Schwere Menschenrechtsverletzungen gegen Kinder in Syrien haben 2016 einen traurigen Höchststand erreicht, erklärte das UN-Kinderhilfswerk UNICEF heute kurz vor dem sechsten Jahrestag des Syrienkrieges. In dem bisher brutalsten Jahr des Konflikts haben die Tötung, Verstümmelung und Rekrutierung von Kindern drastisch zugenommen. Insgesamt über 2.500 Fälle von direkter Gewalt und schweren Kinderrechtsverstößen wurden 2016 offiziell dokumentiert.

 

Allein in 2016 hat UNICEF den gewaltsamen Tod von 652 Kindern verifiziert – ein Anstieg um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 255 dieser Kinder starben in oder in der Nähe ihrer Schule. Diese Statistik erfasst jedoch nur Vorfälle, in denen der Tod der Kinder und die Umstände überprüft werden konnten. Es ist davon auszugehen, dass diese Zahlen nur die Spitze eines Eisbergs darstellen.

 

Die Rekrutierung von mehr als 850 Minderjährigen durch bewaffnete Gruppen wurde 2016 dokumentiert, doppelt so viele wie 2015. Kinder und Jugendliche werden immer häufiger nicht nur für unterstützende Tätigkeiten wie Träger oder Wachtposten, sondern auch direkt als Kämpfer an der Front eingesetzt. In extremen Fällen werden Minderjährige auch für die Durchführung von Exekutionen, Bombenattentaten oder als Gefängniswärter missbraucht.

„Das Leid der syrischen Kinder hat ein beispielloses Ausmaß erreicht. Millionen von Kinder sind täglich großer Gefahr ausgesetzt. Ihr Leben wurde völlig auf den Kopf gestellt“, sagte Geert Cappelaere, UNICEF-Regionaldirektor für den Nahen Osten und Nordafrika, während eines Besuchs in der zerstörten syrischen Stadt Homs. „Jedes einzelne Kind ist für das ganze Leben geprägt mit schrecklichen Folgen für seine Gesundheit, sein Wohlbefinden und seine Zukunft.“ 

Definition und Überprüfung schwerer Menschenrechtsverletzungen gegen Kinder 

Die Vereinten Nationen haben sechs Kategorien von schweren Menschenrechtsverletzungen gegen Kinder („six grave violations“) in Konfliktsituationen definiert: Tötung und Verstümmelung, Rekrutierung oder Missbrauch von Kindern als Soldaten, sexuelle Gewalt gegen Kinder, Angriffe auf Schulen und Krankenhäuser, Verweigerung des humanitären Zugangs zu Kindern sowie Entführung. 

Für die Verifizierung in Syrien leitet UNICEF zusammen mit dem UN-Koordinator für Syrien einen Arbeitsstab. Zu jedem Fall müssen detaillierte Informationen über Alter und Geschlecht des Kindes und dem genauen Ort des Vorfalls vorliegen. Diese Informationen müssen durch mindestens eine für das Monitoring speziell geschulte Person erfasst werden. Da aber aus Sicherheitsgründen und Mangel an verlässlichen Quellen eine Überprüfung häufig nicht möglich ist, ist die tatsächliche Zahl der schweren Kinderrechtsverletzungen vermutlich deutlich höher.

UNICEF zur Situation der Kinder sechs Jahre nach Beginn des Syrienkonflikts

„Was, wenn es unsere Kinder wären?“

Köln/Duisburg, 09. März 2017 - Sechs Jahre nach Beginn des Syrienkonflikts leiden die Kinder am härtesten unter der anhaltenden Gewalt sowie der Zerstörung der Infrastruktur und des zivilen Alltagslebens. Fast sechs Millionen Kinder sind heute nach Schätzungen von UNICEF in Syrien auf Hilfe angewiesen. Hinzu kommen über 2,3 Millionen Mädchen und Jungen, die mit ihren Familien in eines der syrischen Nachbarländer geflohen sind und dort seit Jahren unter schwierigsten Bedingungen leben.

„Der Krieg in Syrien ist mit dem Ende der schweren Kämpfe um Aleppo nicht vorbei. Und wenn er irgendwann hoffentlich beendet ist, wird das Leid der Kinder ihn überdauern“, sagte Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. „An jedem einzelnen Tag werden syrische Kinder getötet oder verletzt, in ihren Schulen angegriffen, aus ihrer Heimat vertrieben, schwer traumatisiert und ihrer Grundrechte beraubt. Wir alle müssen uns die Frage stellen: Was, wenn es unsere Kinder wären?“

Schneider ist gerade aus Jordanien zurückgekehrt, wo er aus Syrien geflüchtete Familien traf. Dort sowie im Libanon und in der Türkei sorgt UNICEF mit Unterstützung der Bundesregierung dafür, dass Hunderttausende geflüchtete syrische Kinder endlich lernen können, psychosoziale Hilfe erhalten und in geschützten Orten durch Spiel, Sport und gemeinsame Freizeit ein Stück ihrer Kindheit nachholen können.

„Ein heute sechsjähriges syrisches Kind hat in seinem Leben noch nichts anderes kennengelernt als Krieg. Deswegen tun wir alles dafür, diesen Mädchen und Jungen und ihren Familien eine Kindheit, ein Leben und eine Perspektive zu ermöglichen – ein Dach über dem Kopf, Schulunterricht, Hilfe für körperliche und seelische Wunden. Denn wenn wir diese Kinder im Stich lassen, dann lassen wir eine ganze Generation im Stich“, warnte Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller.

Mit Unterstützung des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) konnte UNICEF allein in Aleppo seit Dezember 10.000 Kinder psychosozial begleiten und 6.000 Kinder über die Gefahren von Minen und Blindgängern aufklären. Das BMZ fördert über UNICEF in Syrien außerdem die Instandsetzung von Schulen, Wasser- und Sanitärinfrastruktur, die berufliche Bildung von Jugendlichen und beteiligt sich an der  finanziellen und psychosozialen Unterstützung für Familien mit behinderten Kindern. Die Bundesregierung hat die UNICEF-Hilfe für Kinder und Jugendliche in der Syrienkrise 2016 mit insgesamt 167 Millionen Euro unterstützt. Zusätzlich hat UNICEF Deutschland vergangenes Jahr über 20 Millionen Euro private Spenden für die Nothilfe für Kinder im Krieg und auf der Flucht erhalten. Insgesamt gehört Deutschland damit zu den wichtigsten Stützen der Hilfe.

 

Kinder in Syrien
Aufgrund weiter heftiger Kämpfe und praktisch geschlossener Grenzen ist die Zahl der Menschen, die innerhalb Syriens auf der Flucht sind, in den vergangenen Wochen weiter gestiegen. Rund drei Millionen Kinder in Syrien sind Binnenflüchtlinge, schätzt UNICEF. Besonders schwierig ist die Lage von fast zwei Millionen Kindern in sogenannten schwer erreichbaren Gebieten, zu denen kaum oder nur unregelmäßig Hilfe gelangt. Dazu gehören schätzungsweise bis zu 300.000 Kinder in belagerten Ortschaften, in denen Lebensmittel, Wasser und Medikamente knapp sind.

In Gebieten, in denen die Kämpfe nachgelassen haben, sind Minen und Blindgänger eine tödliche Gefahr für Kinder – so zum Beispiel in Aleppo. 70 Prozent der syrischen Bevölkerung hat derzeit keinen verlässlichen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Der Zugang zu Wasser wird in Syrien immer wieder als Waffe eingesetzt. In mindestens 30 Fällen wurde 2016 laut UNICEF die Trinkwasserversorgung durch Konfliktparteien absichtlich unterbrochen. Nur die Hälfte der Krankenhäuser ist noch voll funktionsfähig. Über 7.000 Schulen können nicht mehr genutzt werden. 1,7 Millionen Kinder im Schulalter gehen in Syrien nicht zur Schule.

Geflüchtete Kinder in den syrischen Nachbarländern
Rund fünf Millionen Menschen sind aus Syrien in die Nachbarländer Türkei, Irak, Jordanien und Libanon geflohen – die Hälfte von ihnen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Dank großer Anstrengungen der Gastgeberländer und internationaler Hilfe ist es UNICEF und Partnern gelungen, dort die Zahl der Flüchtlingskinder ohne Zugang zu Bildung deutlich zu senken.
Dennoch gehen weiterhin rund eine halbe Million syrische Kinder in den Nachbarländern nicht zur Schule, viele haben kaum noch eine Chance, die versäumten Schuljahre noch aufzuholen. Viele Familien sind aufgrund ihrer zunehmenden finanziellen Not darauf angewiesen, dass ihre Kinder arbeiten. Mädchen werden immer häufiger jung verheiratet in der Hoffnung, dass sie so besser versorgt und geschützt sind.

Forderungen von UNICEF für Syriens Kinder
Der Konflikt muss aufhören!
Hierzu muss der diplomatische und politische Druck auf alle Konfliktparteien aufrechterhalten und erhöht werden.
Angriffe auf Schulen und Krankenhäuser oder Belagerungen sind schwere Menschenrechtsverletzungen und müssen sofort aufhören! Die humanitären Helfer brauchen endlich uneingeschränkten und sicheren Zugang zu allen Menschen in Not.
Die Hilfe muss weitergehen und ausgeweitet werden! Trotz der großen Herausforderungen gelingt es UNICEF und seinen Partnern, in Syrien und den Nachbarländern Hilfe für Millionen von Kindern und ihren Familien zu leisten.

UNICEF in Syrien und der Region
UNICEF hat ein breites Netzwerk von eigenen Mitarbeitern und Partnerorganisationen in der Region, die Hilfe für syrische Kinder und Familien organisieren. Allein in Syrien sind rund 200 UNICEF-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz. UNICEF unterstützt unter anderem die Wasserversorgung in Syrien, in Flüchtlingslagern und Gastgemeinden in Jordanien und Libanon, stellt Impfstoffe und Hygieneartikel bereit und richtet Notschulen und Kinder- und Jugendzentren ein.
2016 hat UNICEF beispielsweise 21 Millionen Kinder unter fünf Jahren in Syrien, Ägypten, Irak, Jordanien und Libanon gegen Polio geimpft. Über eine Million Menschen hat psychosoziale Hilfe erhalten. Fast 700.000 Kinder in den Nachbarländern Türkei, Jordanien, Libanon, Irak und Ägypten wurden beim Zugang zu formaler Bildung unterstützt. Mehr als drei Millionen Kinder in Syrien haben Bücher und anderes Schulmaterial erhalten.

 

UNICEF ruft weiter zu Spenden für die Kinder in Syrien und der Region auf: www.unicef.de/syrien.

 

Geplantes Gesetz zur besseren Durchsetzung der Ausreisepflicht muss das Wohl der betroffenen Kinder berücksichtigen

Gemeinsame Stellungnahme von 20 Verbänden und Organisationen

Köln/Duisburg, 22. Februar 2017 - Anlässlich der heutigen Beratung des Gesetzentwurfes zur besseren Durchsetzung der Ausreisepflicht durch das Bundeskabinett fordern 20 Verbände und Organisationen, dass im Rahmen des Gesetzesvorhabens das Wohl der betroffenen Kinder vorrangig berücksichtigt wird.

Der Gesetzentwurf sieht unter anderem eine Ausweitung der Personengruppe vor, die unbefristet zum Verbleib in Erstaufnahmeeinrichtungen verpflichtet werden können. Die Folge wäre, dass Bundesländer die Möglichkeit bekämen, auch Kinder und Jugendliche, die mit ihren Familien in Deutschland Asyl suchen, zeitlich unbegrenzt in Erstaufnahmeeinrichtungen unterzubringen.
Damit wäre zum Beispiel einer großen Zahl von Kindern dauerhaft der Zugang zu Schulen verwehrt, befürchten die unterzeichnenden Organisationen. Sie unterstreichen, dass Kinder und Jugendliche grundsätzlich so kurz wie möglich in Flüchtlingseinrichtungen untergebracht werden sollten, da diese oftmals nicht sicher und nicht kindgerecht sind.

Das Zusammenleben mit vielen fremden Menschen auf engem Raum, mangelnde Privatsphäre und fehlende Rückzugsorte haben negative Auswirkungen auf die Sicherheit und das Wohlergehen der Kinder und Jugendlichen. Zudem sind der Zugang zur Gesundheitsversorgung sowie zu Freizeitangeboten für Kinder und Jugendliche in Erstaufnahmeeinrichtungen stark eingeschränkt.

Des Weiteren sieht der Gesetzesentwurf in bestimmten Fällen eine Pflicht der Jugendämter vor, für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge unverzüglich einen Antrag auf Asyl zu stellen.

 

Grundsätzlich begrüßen die unterzeichnenden Organisationen und Verbände die Klärung der Zuständigkeit von Jugendämtern für die Stellung von Anträgen im Asylverfahren. Der alleinige Verweis auf das Asylverfahren und die unverzügliche Pflicht zur Asylantragstellung greifen allerdings zu kurz. In einigen Fällen ist die Stellung eines Asylantrags nicht im Sinne des Kindeswohls. Hier sind gegebenenfalls andere Anträge mit dem Ziel der Aufenthaltssicherung nach dem Aufenthaltsgesetz erfolgsversprechender.

Die unterzeichnenden Organisationen sprechen sich deshalb für eine Einzelfallprüfung durch das Jugendamt aus. Notwendige Voraussetzungen dafür sind die asyl- und aufenthaltsrechtliche Qualifikation der zuständigen Mitarbeitenden in den Jugendämtern, ein fundiertes asyl- und aufenthaltsrechtliches Clearing und damit verbundene zeitliche und fachliche Ressourcen.

 

Zu den Unterzeichnern gehören:

AWO Bundesverband e.V.; Bayerischer Flüchtlingsrat; Beratungs- und Betreuungszentrum für junge Flüchtlinge und Migrant*innen;  Bund Evangelischer Jugend in Mitteldeutschland; Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge e. V.; Bundesweite Arbeitsgemeinschaft der psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer; Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin e. V.; Deutsches Kinderhilfswerk; Ecpat Deutschland e. V.;  Flüchtlingsrat Thüringen; Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen; Jugendliche ohne Grenzen; Lobby für Kinder. Landesverband Thüringen e. V.; National Coalition Deutschland; Outlaw. Die Stiftung; Pro Asyl; SOS Kinderdorf; terre des hommes Deutschland e. V.; UNICEF Deutschland; World Vision Deutschland e.V.

 

Hungersnot in Teilen des Südsudan
UNICEF: 250.000 Kinder leiden an akuter schwerer Mangelernährung

Köln/Duisburg, 20. Februar 2017 -  Für Teile des Südsudan wurde heute offiziell eine Hungersnot erklärt. Im Unity State im Norden sowie im Zentrum des Landes sind schätzungsweise 100.000 Menschen akut vom Hungertod bedroht. Weitere Millionen Menschen stehen am Rande einer Hungersnot, so UNICEF, das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) und die Welternährungsorganisation (FAO) in einer gemeinsamen Erklärung. Die UN-Organisationen rufen dringend zur Hilfe auf, um zu verhindern, dass in den kommenden Monaten noch mehr Menschen verhungern. Hierzu fordern sie ungehinderten und sicheren Zugang zu allen Hungernden.

„Über eine Million Kinder im Südsudan leiden bereits an akuter Mangelernährung, 250.000 davon schwer. Wenn wir sie nicht rechtzeitig erreichen, werden viele von ihnen sterben.“, erklärte Jeremy Hopkins, Leiter von UNICEF Südsudan. „Wir rufen alle Konfliktparteien auf, uns ungehinderten Zugang zur notleidenden Bevölkerung zu ermöglichen, um eine weitere Katastrophe zu verhindern.“

Viele Kinder, die vor der Gewalt geflohen sind, haben keine andere Möglichkeit, als wilde Früchte oder sogar Gras zu essen, um zu überleben. Weil sauberes Wasser fehlt, werden sie schnell krank. Kinder, die an akuter schwerer Mangelernährung leiden, haben ein neunmal so hohes Risiko an Krankheiten zu sterben, als ausreichend ernährte Kinder. UNICEF will im Jahr 2017 im Südsudan rund 207.000 Kinder mit akuter schwerer Mangelernährung behandeln.
Gemeinsam mit einem Netzwerk von 40 Nichtregierungs- und UN-Organisationen unterstützt UNICEF landesweit 620 therapeutische Ernährungsprogramme sowie 50 stationäre therapeutische Ernährungszentren. Drei Jahre Bürgerkrieg haben die Nahrungsmittelproduktion im Südsudan zum Erliegen gebracht. Der Anstieg der Gewalt hat im vergangenen Jahr auch bis dahin sichere Gebiete erreicht. In den Städten können sich durch die dramatische Inflation und gestiegene Nahrungsmittelpreise viele Menschen nicht mehr ausreichend mit Grundlebensmitteln versorgen.
Krieg und der Zusammenbruch der Wirtschaft sind die Hauptursachen der Krise. Es wird damit gerechnet, dass bis Juli rund 5,5 Millionen Menschen bedrohen werden. Derzeit sind nach offiziellen Angaben rund 40 Prozent der Menschen im Südsudan auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen.

 

'Letzte Chance für eine Kindheit'
Harald Jeschke als Leiter 'unicef-Duisburg' ausgeschieden

Duisburg, 08. Februar 2017 - Die Unicef Arbeitsgruppe in Duisburg wird dieses Jahr 60 Jahre alt. Dieses Jubiläumsjahr soll genutzt werden, um die Öffentlichkeit über die wichtige Arbeit von UNICEF für Kinder in Not zu informieren und um Unterstützung zu werben. Mit der aktuellen Kampagne "Letzte Chance für eine Kindheit" möchte UNICEF vor allem die große seelische Not von Kindern sichtbar machen und Schutz und Hilfe für sie mobilisieren. 

Das Jahr begann für die Unicef Arbeitsgruppe in Duisburg mit dem traditionellen Neujahrstreffen am 29.01. 2017 in der Begegnungsstätte der Karmel-Kirche. Auf dem Neujahrstreffen berichtete die ehrenamtliche Mitarbeiterin Cornelia Beck von ihrer Reise mit Unicef nach Jordanien im Oktober letzten Jahres. Für die Anwesenden war es besonders interessant, aus erster Hand zu erfahren, wie die Hilfe von Unicef in den Flüchtlingslagern in Jordanien wirksam wird. Der Bericht unterstreicht wieder einmal mehr, wie wichtig es ist, sich auch in 2017 für Unicef einzusetzen.

Wer sich ehrenamtlich in der Arbeitsgruppe engagieren möchte ist herzlich willkommen. Das nächste Treffen findet statt am Mittwoch, 01.03. 2017 um 10:00 Uhr in der Fabrikstr. 32, 47119 Duisburg. Die Arbeitsgruppe bedankte sich bei allen ehrenamtlichen Helfern für den effizienten Einsatz im vergangenen Jahr. Dank gilt auch den zahlreichen Kunden. Durch den Verkauf der Unicef Grußkarten wurde wieder der Nothilfefonds der UN Kinderhilfsorganisation aufgefüllt.

Harald Jeschke scheidet als Leiter aus
An dieser Stelle möchten wir mit Bedauern mitteilen, dass der bisherige Leiter der Arbeitsgruppe Duisburg, Herr Harald Jeschke, seine Tätigkeit aus Krankheitsgründen nicht mehr fortführen kann. Die kommissarische Leitung der Gruppe wird künftig von Frau Dr. Rosenow-Williams wahrgenommen. Die Mitarbeiter der Arbeitsgruppe Duisburg möchten sich hiermit noch einmal für das unermüdliche und tatkräftige Engagement, das Harald Jeschke in den Jahren als Leiter der Unicef Arbeitsgruppe Duisburg gezeigt hat, sehr herzlich bedanken.

 

 

Weltweiter UNICEF-Nothilfeaufruf 2017: Hilfe für 48 Millionen Kinder in Not

Weltweit brauchen in den Krisengebieten der Erde 48 Millionen Kinder dringend lebensrettende Hilfe. UNICEF benötigt hierfür im Jahr 2017 rund 3,3 Milliarden US-Dollar – so das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen in seinem heute in Genf veröffentlichten jährlichen Nothilfeaufruf. 

Berlin/Köln/Duisburg - 31. Januar 2017 - „Immer mehr Kinder fliehen vor Kriegen und Naturkatastrophen und sind durch Krankheiten, Gewalt und Ausbeutung in großer Gefahr. Die stillen Tragödien durch Mangelernährung und Hunger werden vielfach übersehen. Wir müssen rechtzeitig helfen, bevor es für viele Kinder schon zu spät ist“, sagt Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland.

7,5 Millionen Kinder in 48 Ländern lebensbedrohlich mangelernährt           

Insgesamt leistet UNICEF dieses Jahr Nothilfe in 48 Ländern, darunter Syrien und seine Nachbarländer, Jemen, Irak, Südsudan und Nigeria. Aber auch in anderen, weniger beachteten Krisenregionen wie Afghanistan, Somalia oder der Zentralafrikanischen Republik brauchen Kinder dringend humanitäre Hilfe.
Besonders besorgt ist UNICEF über die Lage von schätzungsweise 7,5 Millionen Kindern und Jugendlichen, die in diesen Ländern 2017 an schwerer akuter Mangelernährung leiden werden. Jeweils rund eine halbe Million Kinder sind allein im Jemen und im Nordosten Nigerias von lebensgefährlicher Mangelernährung bedroht.

„Mangelernährung ist eine stille Gefahr für Millionen von Kindern“, sagte der Leiter der weltweiten UNICEF-Nothilfeprogramme, Manuel Fontaine, in Genf. „Der Schaden, den sie anrichtet, kann für die körperliche und geistige Entwicklung der Kinder irreversibel sein. In ihrer schlimmsten Form kann Mangelernährung zum Tod führen.“

Der größte Bedarf ist die Nothilfe für Kinder und Familien im Bürgerkriegsland Syrien sowie für die Flüchtlinge in den Nachbarländern wie Jordanien und Libanon. UNICEF benötigt hierfür allein 1,4 Milliarden US-Dollar, um die Kinder angemessen zu versorgen und sie in die Schule zu bringen.

Schwerpunkte der UNICEF-Nothilfe 2017

Der UNICEF-Nothilfeaufruf 2017 soll insgesamt 81 Millionen Menschen erreichen – das sind etwa so viele wie alle Bürger der Bundesrepublik. Insgesamt will UNICEF

·         19 Millionen Menschen mit sauberem Trinkwasser versorgen,

·         9.2 Millionen Kinder mit Bildungsprogrammen erreichen,

·         8,3 Millionen Kinder gegen Masern impfen,

·         psychosoziale Hilfe für über zwei Millionen Mädchen und Jungen organisieren,

·         3,1 Millionen schwer akut mangelernährte Kinder behandeln.

Wirksame Hilfe für Millionen Kinder

Die deutsche Bundesregierung war 2016 nach den Vereinigten Staaten von Amerika der zweitgrößte Geber für die Programme von UNICEF in Krisengebieten. Auch private Spenden aus Deutschland zählen zu den wichtigsten Stützen der Arbeit.

Im vergangenen Jahr erreichten Nothilfeprogramme von UNICEF Millionen von Kindern (Zahlen für den Zeitraum Januar bis Oktober):

• 13,6 Millionen Menschen erhielten Zugang zu sauberem Trinkwasser.
• 9,4 Millionen Kinder wurden gegen Masern geimpft.
• 2,2 Millionen schwer mangelernährte Kinder erhielten lebensrettende Hilfe.
• 2,3 Millionen Kinder wurden mit psychosozialen Betreuungsangeboten erreicht.
• 6,4 Millionen Kinder erhielten Zugang zu Bildung.

 

„Kindern eine Stimme geben!“ UNICEF und Deutsches Kinderhilfswerk geben Motto zum Weltkindertag 2017 bekannt

Berlin/Köln/Duisburg, 26. Januar 2017 - „Kindern eine Stimme geben!“ – unter dieses Motto stellen UNICEF Deutschland und das Deutsche Kinderhilfswerk den diesjährigen Weltkindertag am 20. September. Im Vorfeld der Bundestagswahl rufen die Kinderrechtsorganisationen gemeinsam dazu auf, mehr Beteiligungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche in Deutschland zu schaffen.  
Im unmittelbaren Lebensumfeld der Kinder, in Schulen und Kitas, in Städten und Gemeinden, aber auch auf Landes- und Bundesebene müssen Kinder und Jugendliche Gelegenheiten bekommen, ihre Ideen und Meinungen einzubringen. Bei der Bundestagswahl dürfen Kinder nicht mit abstimmen. Deshalb appellieren UNICEF und Deutsches Kinderhilfswerk an die Parteien, Kinderinteressen in ihren Wahlprogrammen zu berücksichtigen und in konkrete Politik für Kinder umzusetzen.  
„Um uns für die Belange und Bedürfnisse von Kindern einzusetzen, müssen wir Kindern die Möglichkeit geben, sich Gehör zu verschaffen. Nur so schaffen wir die Basis für eine gesellschaftliche Entwicklung Deutschlands, die dem demografischen Wandel Rechnung trägt und die Rechte von Kindern stetig zur Geltung bringt. Auch fast 25 Jahre nach Inkrafttreten der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland, müssen wir in unserem Land eine anhaltende Ausblendung und Verdrängung von Kinderinteressen feststellen. Wir brauchen eine Kinderpolitik, die nicht nur Politik für Kinder macht, sondern auch Politik mit Kindern“, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.  

„Jedes Kind hat ein Recht darauf, bei wichtigen Entscheidungen gehört zu werden. In einer Gesellschaft, die immer mehr von älteren Menschen geprägt wird, ist die Stimme der nachwachsenden Generation ein wichtiger Beitrag für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes“, sagt Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. „Neueste Umfragen zeigen, dass sich über die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland gerne in ihren Städten und Gemeinden politisch einbringen wollen. Politik wird besser, wenn wir die Kinder fragen.“  

Die UN-Kinderrechtskonvention von 1989 garantiert allen Kindern das Recht auf Überleben, persönliche Entwicklung, Schutz vor Ausbeutung und Gewalt sowie das Recht auf Beteiligung – unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Hautfarbe und Religion. Die Kinderrechte gelten in den Entwicklungsländern ebenso wie in Industrieländern wie Deutschland. Deutschland hat die Kinderrechtskonvention vor genau 25 Jahren, im April 1992, ratifiziert und sich verpflichtet, diese umzusetzen.  
Zum Weltkindertag am 20. September 2017 machen bundesweit zahlreiche Initiativen unter dem gemeinsamen Motto „Kindern eine Stimme geben!“ auf die Kinderrechte aufmerksam. Am Sonntag, den 17. September, finden in Berlin und in Köln die beiden größten Kinderfeste bundesweit statt. Dazu erwarten UNICEF Deutschland und das Deutsche Kinderhilfswerk jeweils 100.000 Besucherinnen und Besucher rund um den Potsdamer Platz in Berlin und im Kölner Rheingarten.

 

UNICEF zur Situation in der irakischen Stadt Mossul

100 Tage nach Offensive Irak: Schulen in Ost-Mossul wieder geöffnet
Köln/Duisburg, 24. Januar 2017 - Rund 100 Tage nach der Offensive zur Rückeroberung der irakischen Stadt Mossul haben die Kämpfe im Ostteil der Stadt so weit nachgelassen, dass 30 Schulen wieder den Betrieb aufnehmen konnten. 16.000 Schülerinnen und Schüler in Ost-Mossul gehen mit Unterstützung von UNICEF seit Sonntag (22. Januar 2017) zur Schule. Währenddessen warnt UNICEF gemeinsam mit anderen internationalen Hilfsorganisationen vor der Zuspitzung der Lage von rund 750.000 Zivilisten im Westteil von Mossul.

UNICEF: „Schlüsselmoment für die Kinder von Mossul“
Einige Schulen in Ost-Mossul waren bis zu zwei Jahre lang geschlossen, und ein Großteil der Mädchen war von Bildung ausgeschlossen. „Noch vor ein paar Wochen waren diese Stadtviertel von Gewalt geprägt. Jetzt gehen Mädchen und Jungen wieder zum Unterricht“, sagte Peter Hawkins, Leiter von UNICEF im Irak. „Nach dem Albtraum der vergangenen zwei Jahre ist es ein Schlüsselmoment für die Kinder von Mossul, dass sie ihre Schulbildung wieder aufnehmen und Hoffnung auf eine bessere Zukunft zurückgewinnen.“
40 weitere Schulen sollen in den kommenden Wochen ihre Tore für insgesamt 40.000 Schülerinnen und Schüler öffnen. Die lokalen Behörden prüfen derzeit, ob sich Blindgänger in den Gebäuden befinden. UNICEF unterstützt die irakischen Behörden dabei, weitere Schulen instand zu setzen und auszustatten, sobald die Sicherheitslage es erlaubt. Viele Schulgebäude wurden für militärische Zwecke genutzt oder durch die Kämpfe schwer beschädigt.

UNICEF stellt Lernmaterial für insgesamt 120.000 Kinder in Ost-Mossul bereit, unterstützt die Wasserversorgung,die Reparatur der sanitären Einrichtungen und hilft bei der Schulung von Lehrern. In den Flüchtlingscamps rund um Mossul wurden Notschulen eingerichtet, so dass vor kurzem vertriebene Kinder Unterricht in Mathematik, Naturwissenschaften, Arabisch und Englisch erhalten.

Angst um 750.000 Zivilisten in West-Mossul
Während es in Ost-Mossul Zeichen der Entspannung gibt, sind internationale Hilfsorganisationen sehr besorgt um die rund 750.000 Menschen im Westteil der Stadt, zu dem sie derzeit keinen Zugang haben.
In einer gemeinsamen Erklärung warnen sie davor, dass in den nächsten Wochen Kämpfe in West-Mossul ausbrechen werden und Zivilisten in großer Gefahr sind. Schon jetzt ist Berichten zufolge die humanitäre Situation in West-Mossul sehr angespannt: Lebensmittelpreise sind stark gestiegen, und die Versorgung mit Strom und Wasser ist häufig unterbrochen.

„Wir wissen nicht, was in West-Mossul passieren wird – aber wir können die Möglichkeit von belagerungsähnlichen Zuständen oder einer Massenflucht nicht ausschließen“, sagte die UN-Koordinatorin der humanitären Hilfe im Irak, Lise Grande. „Wir sind sehr erleichtert, dass so viele Menschen in ihren Häusern in Ost-Mossul bleiben konnten. Wir hoffen, dass jetzt alles getan wird, um Hunderttausende Menschen auf der anderen Seite des Flusses im Westen zu schützen. Wir haben Angst um ihr Leben.“
Seit Oktober vergangenen Jahres sind rund 160.000 Menschen aus Mossul vor den Kämpfen geflohen. Insgesamt sind rund drei Millionen Iraker innerhalb des Landes auf der Flucht. UNICEF schätzt, dass 4,7 Millionen Kinder und Jugendliche vom Irak-Konflikt betroffen sind und Hilfe benötigen.

Kinder vor der Hölle retten

Köln/Duisburg, 16. Januar 2017 - Nach neuesten Schätzungen von UNICEF wachsen weltweit über 250 Millionen Kinder in einer Kriegs- oder Konfliktregion auf. Rund 70 Jahre nach seiner Gründung ist das UN-Kinderhilfswerk sehr besorgt über die extreme Brutalität, mit der Mädchen und Jungen zur Zielscheibe gemacht, getötet, verletzt, vertrieben, verschleppt und zwangsrekrutiert werden. Ganze Generationen von Kindern werden ihrer Kindheit beraubt.

 

In umkämpften Gebieten in Syrien, Jemen, Irak, Nigeria oder Südsudan wird Helferinnen und Helfern häufig der Zugang zu Notleidenden verwehrt. Wie Hilfe unter diesen Bedingungen ermöglicht werden kann, war das Thema des traditionellen Neujahrsgesprächs, das auf Einladung von UNICEF-Schirmherrin Daniela Schadt in Schloss Bellevue stattfand. Der Titel der Veranstaltung erinnerte an den Ausspruch des ersten Generalsekretärs der Vereinten Nationen Dag Hammarskjöld: „Die Vereinten Nationen wurden nicht geschaffen, um die Menschheit in den Himmel zu führen, sondern um sie vor der Hölle zu retten.“

 

„Selten seit dem Zweiten Weltkrieg wurden Errungenschaften unserer Zivilisation wie die Verständigung auf den Schutz der Kinder- und Menschenrechte oder das Völkerrecht ähnlich ungerührt missachtet wie heute“, sagte UNICEF-Schirmherrin Daniela Schadt. „Gerade jetzt möchte ich deshalb an den Geist der Verständigung und an die Fähigkeit zum Kompromiss erinnern, die der Idee der Vereinten Nationen und der Arbeit von UNICEF zugrunde liegen. Betrachten wir die Welt gelegentlich mit den Augen von Kindern in Kriegsgebieten. Wenn diese Kinder nicht die Hoffnung verlieren, dann dürfen wir dies doch erst recht nicht tun!“

 

Der Vorsitzende von UNICEF Deutschland, Dr. Jürgen Heraeus, ergänzte: „Die Bilder aus den Krisenregionen der Welt erzeugen bei manchen Menschen ein Gefühl der Überforderung oder Resignation. Humanitäre Helfer können zwar keine Kriege beenden, aber Leben retten und Hoffnung geben.“

 

Einige Beispiele zur UNICEF-Hilfe in Krisengebieten im Jahr 2016: 

·         Syrien: Rund drei Millionen Kinder wurden gegen Kinderlähmung (Polio) geimpft. Durch Reparaturen und Aufbereitung wurde die Wasserversorgung von Millionen Menschen unterstützt. Fast drei Millionen Kinder haben Schulmaterial erhalten.

·         Irak: UNICEF versorgte Familien, die zum Beispiel aus Mossul geflüchtet sind, mit Trinkwasser und Hygieneartikeln. 300.000 Kinder erhielten Kleiderpakete oder -gutscheine, damit sie den Winter überstehen.

·         Jemen: UNICEF hat vergangenes Jahr 215.000 schwer akut mangelernährte Kinder behandelt und vier Millionen Kleinkinder mit Zusatzvitaminen versorgt.

·         Nigeria: Im Nordosten des Landes stellte UNICEF für 700.000 Menschen sauberes Trinkwasser bereit. 136.000 Kinder wurden in den vergangenen Monaten gegen lebensbedrohliche Mangelernährung behandelt.

·         Südsudan: 200.000 mangelernährte Kinder wurden 2016 behandelt.

 

Mit der Kampagne „Letzte Chance für eine Kindheit“ ruft UNICEF Deutschland zur Unterstützung für Kinder im Krieg und auf der Flucht auf: www.unicef.de/kindheit

 

Amtsantrritt des neuen UNO-Generalsekretärs

NEW YORK/BONN/Duisburg, 1. Januar 2017 – An meinem ersten Tag als UNO-Generalsekretär lastet eine Frage schwer auf meinem Herzen. Wie können wir den Millionen von Menschen helfen, die in Konflikten gefangen sind und massiv unter Kriegen leiden, bei denen kein Ende in Sicht ist?
Zivilpersonen werden von tödlicher Gewalt getroffen. Frauen, Kinder und Männer werden getötet und verletzt, aus ihren Häusern vertrieben, besitzlos und notleidend. Sogar Krankenhäuser und Hilfskonvois werden angegriffen.
Niemand gewinnt diese Kriege; alle verlieren. Billionen von Dollar werden ausgegeben um Gesellschaften und Wirtschaften zu zerstören, ein Kreislauf von Misstrauen und Furcht wird geschürt, der mehrere Generationen überdauern kann. Ganze Regionen werden destabilisiert und die neue Gefahr des globalen Terrorismus betrifft uns alle. An diesem Neujahrstag möchte ich Sie alle bitten, mit mir einen gemeinsamen Neujahrsvorsatz zu fassen:
Lassen Sie uns den Entschluss fassen, den Frieden an erste Stelle zu setzen.
Lassen Sie uns 2017 zu dem Jahr machen, in dem wir alle – BürgerInnen, Regierungen, Führungskräfte – uns bemühen, unsere Differenzen zu überwinden. Von Solidarität und Mitgefühl in unserem täglichen Leben, zu Dialog und Respekt über politische Grenzen hinweg…
Vom Waffenstillstand auf dem Schlachtfeld, zum Kompromiss am Verhandlungstisch um politische Lösungen zu erreichen…
Der Frieden muss unser Ziel und unser Leitfaden sein.
Aber der Frieden hängt von uns ab.
Ich rufe Sie alle dazu auf, sich mit mir gemeinsam für den Frieden einzusetzen, heute und jeden Tag. Lassen Sie uns 2017 zu einem Jahr für den Frieden machen.