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Redaktion Harald Jeschke

11. Dezember 1946 in New York: Kinderhilfswerk Unicef wird ins Leben gerufen! Am 24. Juli 1957 wurde in Duisburg aus Dankbarkeit und der Einsicht, dass auch in vielen anderen Teilen der Welt Kinder in großer Not leben, die Arbeitsgruppe Duisburg ins Leben gerufen.

„Neue Ampel: Vorfahrt für Kinderrechte“
UNICEF Deutschland zum Koalitionsvertrag

© Shutterstock


Köln/Berlin/Duisburg, den 25. November 2021 - Der Entwurf des Koalitionsvertrags zwischen SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP enthält nach Auffassung von UNICEF Deutschland eine Reihe wichtiger Ansätze zur Verbesserung der Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen in Deutschland und unterstreicht die weltweite Verantwortung für die nachwachsende Generation.  Es wird jetzt darauf ankommen, bei der Umsetzung der vielfältigen Vorhaben und Maßnahmen der verschiedenen Ressorts immer die Belange und die Rechte von Kindern und Jugendlichen als Kompass zu nehmen. 

 „Der Koalitionsvertrag der Ampel-Koalition gibt den Kinderrechten Vorfahrt“, sagte Georg Graf Waldersee, Vorsitzender von UNICEF Deutschland. „Die neue Regierung steht vor der Aufgabe, die Vorhaben des Vertrags in eine kohärente, ressortübergreifende Politik zu gießen, die an wichtigen Stellen auch Teile der Opposition sowie die Länder und Kommunen mitnimmt. Es geht darum, die am meisten benachteiligten Kinder, Jugendlichen und Familien zu unterstützen. In Deutschland wie in der internationalen Zusammenarbeit müssen die Kinderrechte der Maßstab für Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit sein.“


Waldersee weiter: „UNICEF appelliert an die Ampel-Koalition, Kinder bei der deutschen Corona-Politik stärker zu berücksichtigen. So sollte der neue wissenschaftliche Pandemiebeirat der Bundesregierung in seiner Zusammensetzung sicherstellen, dass die Perspektiven von Kindern und Jugendlichen besondere Beachtung finden.“ 

UNICEF begrüßt sehr, dass die zukünftige Regierung das Vorhaben für eine Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz zum Ziel führen will. Auch die Stärkung der Partizipation über einen nationalen Aktionsplan für Kinder-und Jugendbeteiligung und eine Senkung des Wahlalters sind wichtige Impulse. Die Partizipation von Kindern und jungen Menschen sollte nun auf allen politischen Ebenen verankert werden. Die konkrete Formulierung einer Kindergrundsicherung sollte zeitnah erfolgen.

Für UNICEF Deutschland sind eine starke humanitäre Hilfe und Entwicklungspolitik sowie eine ambitionierte Klimaschutzpolitik von zentraler Bedeutung. Die drängenden globalen Aufgaben wie die Bewältigung der Auswirkungen der Corona-Pandemie, des Klimawandels oder andauernder bewaffneter Konflikte verlangen einen multilateralen, multidisziplinären Angang. 

#TurnTheWorldBlue: Farbe bekennen für Kinderrechte!

Weltweite Aktion zum internationalen Tag der Kinderrechte

© Deutsche Post DHL Group

Köln/Duisburg, 19. November 2021 - Am 20. November ist internationaler Tag der Kinderrechte.
In Deutschland erstrahlen in den Abendstunden auf Initiative von UNICEF in über 40 deutschen Städten und Gemeinden markante Gebäude in Blau – der Farbe des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen. Zahlreiche Schulen thematisieren die Kinderrechte im Unterricht und die Infoscreens von Ströer rufen auf: „Farbe bekennen für Kinderrechte“.


Die Aktionen in Deutschland zum Tag der Kinderrechte sind Teil einer weltweiten Kampagne von UNICEF: Von der Großen Mauer in China bis zum Eiffelturm in Paris werden am Abend des 20. November etliche Wahrzeichen und Gebäude blau erstrahlen. Die Aktion findet kurz vor dem 75. Geburtstag des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen am 11. Dezember statt. „Unzählige Kinder weltweit haben bis heute keine gute Kindheit“, erklärt Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland.

„Extreme Armut, Kriege, Ausbeutung und fehlende Bildungsmöglichkeiten bedrohen ihr Leben und ihre Zukunft. Am internationalen Tag der Kinderrechte heißt es deshalb: Farbe bekennen für die Rechte der Kinder, damit die Verpflichtungen aus der UN-Kinderrechtskonvention endlich für jedes Kind Wirklichkeit werden. Wir rufen dazu auf, die Bilder und Botschaften der Aktion zu unterstützen und sie in den sozialen Netzwerken zu teilen.“


In Deutschland werden unter anderem bekannte Wahrzeichen wie der
- Post-Tower in Bonn,
- Schloss Drachenburg in Königswinter,
- die Allianz-Arena in München,
- die Porta Nigra in Trier und das Rheinenergiestadion in Köln am Abend des 20. November blau illuminiert sein. Darüber hinaus finden in über 50 Kommunen weitere Veranstaltungen und Aktionen statt, um auf die Kinderrechte hinzuweisen. Auch in Hunderten Schulen in Deutschland rücken die Kinderrechte rund um den 20. November in den Mittelpunkt.


In diesem Jahr unterstützt der Außenwerber Ströer erstmals die UNICEF-Aktion zum internationalen Tag der Kinderrechte. Der Vermarkter für Online- und Außenwerbung wird die Botschaft „Farbe bekennen für Kinderrechte“ bundesweit auf seinen digitalen Flächen ausspielen und somit Reichweite und Präsenz im öffentlichen Raum für UNICEF zur Verfügung stellen. Die UN-Konvention über die Rechte des Kindes wurde am 20.11.1989 verabschiedet. Sie garantiert jedem Kind – unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion oder sozialem Status – das Recht zu, gesund und in Sicherheit aufzuwachsen, vor Gewalt und Ausbeutung geschützt und beteiligt zu werden.

UNICEF zum Tag der Kinderrchte am 20. November

Junge Menschen sehen die Welt positiver als Ältere – aber sie erwarten Lösungen für Krisen und mehr Mitsprache
UNICEF und Gallup haben erstmals über 21.000 junge und ältere Menschen in 21 Ländern nach ihrer Sicht auf die Welt gefragt / Junge Menschen in Deutschland sind besonders digital, global und finden Vielfalt wichtig


© UNICEF/UN0389056/Panjwani


New York/Köln/Duisburg, 18. November 2021 - Jugendliche und Heranwachsende sehen trotz Klimawandel und Belastungen, zum Beispiel durch die Covid-19-Pandemie, mehr Verbesserungen auf der Welt als die ältere Generation: So sind rund 57 Prozent der jungen Menschen davon überzeugt, dass die Welt mit jeder Generation ein besserer Ort zum Leben wird. Bei den Erwachsenen über 40 Jahren sagen dies nur 39 Prozent.
In Deutschland sehen sogar fast zwei Drittel der jungen Menschen (61 Prozent) eine positive Entwicklung der Welt, gegenüber rund 40 Prozent bei den über 40-Jährigen. Das ist ein Ergebnis der heute zum Internationalen Tag der Kinderrechte (20.11.) veröffentlichten repräsentativen Befragung von UNICEF und dem renommierten Meinungsforschungsinstitut Gallup.


Für das „Changing Childhood Project“ („Projekt Kindheit im Wandel“) wurden mehr als 21.000 Personen aus zwei Generationen (15 bis 24 Jahre und über 40 Jahre) in 21 Entwicklungs-, Schwellen- und Industrieländern interviewt – darunter Deutschland. „Es gibt genug Gründe für Pessimismus: Klimawandel, die Corona-Pandemie, Armut und Chancenungleichheit, die Spaltung der Gesellschaft und wachsender Nationalismus. Aber es gibt auch Anlass zur Zuversicht: Kinder und junge Menschen weigern sich, die Welt durch die düstere Brille der Erwachsenen zu sehen“, sagte UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore.

„Im Vergleich zu älteren Generationen bleiben die jungen Menschen optimistisch, denken viel globaler und sind entschlossen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Sie machen sich zwar Sorgen über die Zukunft, aber sie sehen sich als Teil der Lösung.“ Die internationale Befragung zeigt, dass die jungen Menschen in allen Ländern heute deutlich digitaler sind und globaler denken als Ältere. So sehen sie sich viel häufiger als Weltbürger*innen und befürworten eher die internationale Zusammenarbeit, um Krisen wie der Covid-19-Pandemie zu begegnen.

Zudem glauben sie eher, dass sich die Kindheit verbessert hat. So sieht die Mehrheit der befragten Jugendlichen Fortschritte im Bereich der Gesundheitsversorgung, Bildung und persönlichen Sicherheit im Vergleich zu früheren Generationen. Aber viele empfinden großen Erfolgs- und Leistungsdruck und psychische Belastungen. Die digitale Welt ist für sie selbstverständlich. Trotzdem sind sie kritisch gegenüber den für sie sehr wichtigen sozialen Medien. Junge wie ältere Menschen sind gleichermaßen der Überzeugung, dass die junge Generation mehr gehört werden muss und fordern von der Politik entschlossenes Handeln gegen den Klimawandel. 

„Die Studie zeigt differenziert die Unterschiede und die Gemeinsamkeiten zwischen den Generationen – über alle Grenzen hinweg. Junge Menschen sind in reichen wie in armen Ländern trotz vielfältiger Belastungen und Sorgen grundsätzlich zuversichtlicher als Ältere. Sie sehen mit großer Klarheit die Probleme unserer Zeit und möchten die Zukunft mitgestalten. Diesen Gestaltungswillen sollten Regierungen – auch die künftige Bundesregierung – nutzen und nicht nur für Kinder, sondern mit ihnen gemeinsam nachhaltige Lösungen für die gegenwärtigen Herausforderungen finden“, erklärt Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland.

Ergebnisse der Befragung in Deutschland im internationalen Vergleich
Aufwachsen in einer digitalen Welt
- 91 Prozent der 15- bis 24-Jährigen in Deutschland sind täglich online; bei den Menschen ab 40 sind es 74 Prozent.
- Im Durchschnitt der 21 befragten Länder informieren sich 45 Prozent der Unter-25-Jährigen hauptsächlich über soziale Medien (Deutschland: 38 Prozent). Aber nur durchschnittlich 17 Prozent und weniger als zehn Prozent der jungen Menschen in Deutschland sagen, dass sie den Informationen in den sozialen Medien sehr vertrauen. Für die Älteren ist das Fernsehen die wichtigste Informationsquelle (Durchschnitt: 39 Prozent, Deutschland: 30 Prozent). 


Junge Menschen stärker global orientiert
- Junge Menschen sehen sich im Durchschnitt eher als Weltbürger*innen (rund 39 Prozent) als die ältere Generation (22 Prozent). Diese identifiziert sich eher mit dem Wohnort oder Land. 
- In keinem anderen der befragten Länder ist die junge Generation so global orientiert wie in Deutschland. Gleichzeitig ist aber auch der Generationenunterschied bei dieser Frage besonders groß: 67 Prozent der Jüngeren empfinden sich in erster Linie als Teil der Weltgemeinschaft im Vergleich zu 41 Prozent der älteren Generation. 


Alle Menschen gleich behandeln
- Junge Menschen legen in allen befragten Ländern großen Wert auf die Gleichbehandlung der Menschen unabhängig von Geschlecht, Religion, ethnischer Herkunft oder sexueller Identität. 
- So finden es in Deutschland rund 88 Prozent der befragten jüngeren im Vergleich zu rund 74 Prozent der älteren Menschen sehr wichtig, dass Mitglieder der LGBTQ+-Gemeinschaft gleich behandelt werden. Auch der Gleichbehandlung von Frauen (97 zu 91 Prozent), ethnischen (95 zu 84 Prozent) und religiösen Minderheiten (91 zu 76 Prozent) misst die Generation der Unter-25-Jährigen in Deutschland einen jeweils höheren Stellenwert bei als die Generation der Über-40-Jährigen.


Kampf gegen Klimawandel für beide Generationen zentrale Zukunftsaufgabe
- Beim Thema Klimawandel sind sich beide Generationen einig: Die Regierungen sollten entschieden dagegen vorgehen, meinen zum Beispiel 73 Prozent der 15- bis 24-Jährigen sowie 72 Prozent der Über-40-Jährigen in Deutschland. 
- Die meisten Auswirkungen des Klimawandels können verringert werden, sagen durchschnittlich je 86 Prozent der Menschen aus beiden Generationen.   


Kinder und Jugendliche beteiligen
- Eine Mehrheit in beiden Generationen findet, dass junge Menschen stärker beteiligt werden sollen. Durchschnittlich 58 Prozent der jüngeren und 52 Prozent der Menschen über 40 finden es sehr wichtig, dass Politiker*innen bei ihren Entscheidungen die Stimmen der Kinder und Jugendlichen hören.

In Deutschland sind 59 Prozent der jüngeren und 52 Prozent der älteren Generation dieser Meinung. Eine Politik mit Zukunft – für Kinder und mit Kindern  Zum Internationalen Tag der Kinderrechte am 20.11. appelliert UNICEF Deutschland an die künftige Bundesregierung, die Verwirklichung der Kinderrechte zum Kompass ihres politischen Handelns zu machen. Soziale Gerechtigkeit für jedes Kind, eine an den Kinderrechten orientierte Umwelt- und Klimapolitik sowie die Partizipation von Kindern und Jugendlichen sollten zu den Kernelementen des neuen Regierungsprogramms gehören.


Das „Changing Childhood Project“
Das „Changing Childhood Project“ von UNICEF und dem Meinungsforschungsinstitut Gallup ist die erste Untersuchung, bei der verschiedene Generationen in allen Weltregionen zu ihrer Sicht auf Kindheit heute befragt wurden. Für das Projekt wurden zwischen Februar und Juni 2021 über 21.000 Jugendliche und Erwachsene Entwicklungs-, Schwellen- und Industrieländern telefonisch befragt: Äthiopien, Argentinien, Bangladesch, Brasilien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Indonesien, Japan, Kamerun, Kenia, Libanon, Mali, Marokko, Nigeria, Peru, Simbabwe, Spanien, Ukraine, USA. Alle Proben sind wahrscheinlichkeitsbasiert und für das jeweilige Land für zwei Altersgruppen repräsentativ: Menschen zwischen 15 und 24 Jahren sowie Menschen ab 40 Jahren. Befragt wurden jeweils etwa 1.000 Menschen pro Land (Indien: 1.500).  

UNICEF: COP26 als Chance zum Umsteuern nutzen Die Vereinbarungen der Klimakonferenz entscheiden über das Leben und die Zukunft von Millionen Kindern 

Köln/Duisburg, 29. Oktober 2021 - Vor der 26. Welt-Klimakonferenz in Glasgow ruft UNICEF die teilnehmenden Staats- und Regierungschefs dazu auf, ihrer Verantwortung gegenüber den Kindern heute und zukünftigen Generationen durch entschlossene und sofortige Maßnahmen zur Bewältigung der Klimakrise nachzukommen. Nach Angaben von UNICEF wurden im Jahr 2020 durch wetterbedingte Veränderungen ihrer Umwelt über 9,8 Millionen Kinder intern vertrieben.

© UNICEF/UN0372375/Ocon/AFP-Services



Laut dem aktuellen Klima-Risiko-Index von UNICEF sind bereits heute eine Milliarde Kinder aufgrund der Auswirkungen des Klimawandels extrem stark gefährdet. Fast jedes Kind weltweit ist schon von mindestens einem Klimarisikofaktor betroffen. UNICEF zufolge sind die größten Klimarisikofaktoren für Kinder in Europa Luftverschmutzung, Hitzewellen, Wasser- und Bodenverschmutzung sowie Überschwemmungen an Flüssen.


Anlässlich der sogenannten COP26 betont Prof. Dr. Antje Boetius, Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, und Mitglied im Deutschen Komitee für UNICEF: „Die Klimaschutz-Deadline nach Paris 2015 ist ein sehr entscheidender Moment in unserer Menschheitsgeschichte. Wir haben nur noch ein kleines Zeitfenster, um die Klimakrise einigermaßen zu beherrschen und unseren Kindern und Enkelkindern eine Zukunft zu hinterlassen, die nicht ihre Lebensqualität und Freiheitsrechte fundamental einschränkt. Wenn wir diese Chance nicht nutzen, werden wir eine Erderwärmung von deutlich über 2 Grad Celsius haben.
Darauf folgen Chaos, Verlust und Zerstörung – in unvorstellbarer Weise. Deshalb müssen die Staaten jetzt gemeinsam handeln und auf der Klimakonferenz ausreichend Maßnahmen präsentieren, um die Erderwärmung zu stoppen. Dabei spielen auch Fragen der Finanzierung und des Naturschutzes eine wesentliche Rolle.“ Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland, erklärt: „Die Vereinbarungen der Klimakonferenz entscheiden über das Leben und die Zukunft von Millionen Kindern und zukünftigen Generationen.

Ohne entschiedene und rasche Maßnahmen zur Senkung der Treibhausgas-Emissionen werden wir ihre Lebensgrundlagen und Perspektiven zerstören. Gleichzeitig muss mehr in die Anpassung der Lebensbedingungen von Kindern an die Veränderungen in ihrer Umwelt investiert werden. Wir müssen ihre Widerstandskraft stärken, indem wir ihre Grundversorgung verbessern, und wir müssen Kinder und Jugendliche bei der Bewältigung der Klimakrise einbeziehen.“ 


UNICEF Deutschland fordert die Parteien während der aktuellen Koalitionsverhandlungen dazu auf, sich im neuen Regierungsprogramm klar zu einer globalen und nationalen, auf das Wohl und die Rechte von Kindern ausgerichteten Politik in den Bereichen Klima, Umwelt und Nachhaltigkeit zu bekennen – unter anderem durch die Unterzeichnung der von Kindern und Jugendlichen entwickelten „Erklärung zu Kindern, Jugend und Klimaschutz“ („Declaration on Children, Youth and Climate Action“).


Christian Schneider ergänzt: „Schon heute wird das Leben von zahlreichen Kindern in erschreckend vielen Ländern stark durch die Klimakrise bestimmt. Ernten fallen aus, Überschwemmungen oder Wirbelstürme zerstören Häuser und Schulen, Krankheiten wie Malaria nehmen zu. Millionen Kinder haben dadurch keinen Zugang zu lebenswichtigen Bildungs- und Gesundheitsdiensten oder werden aus ihrer Heimat vertrieben. Wenn die Klimakrise auf der COP26 nicht von jeder Regierung mit der Dringlichkeit behandelt wird, die sie verdient, werden auch Kinder in Deutschland in einer ganz anderen Umwelt aufwachsen als wir sie kennen.“


Raina Ivanova, 17 Jahre, Mitglied im UNICEF JuniorBeirat, erklärte dazu bereits zu Beginn der Woche auf dem Weltgesundheitsgipfel in Berlin: „Wir Kinder und Jugendliche werden am stärksten von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sein, doch wir können viel zu selten aktiv mitbestimmen, wie unsere Gegenwart und Zukunft aussehen wird. Das ist inakzeptabel und muss sich ändern! Der Klimawandel ist eine der größten globalen Herausforderungen, die wir nur zusammen bewältigen können. Kinder und Erwachsene müssen gemeinsam politische Entscheidungen treffen. Wir brauchen eine verantwortungsvolle Politik, die die am meisten Benachteiligten im Blick hat und eine gerechte und nachhaltige Gesellschaft gestaltet.“


UNICEF fordert von Regierungen, Unternehmen und allen relevanten Akteur*innen:
- Treibhausgasemissionen dringend zu reduzieren.
- UNICEF fordert die Länder dazu auf, ihre Emissionen bis 2030 um mindestens 45 Prozent (gegenüber dem Niveau von 2010) zu senken, um die globale Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.

- Investitionen in die Klimaanpassung und Widerstandsfähigkeit zu erhöhen. 
- UNICEF fordert die Industrieländer nachdrücklich dazu auf, ihr Versprechen aus dem Jahr 2009 einzuhalten, jährlich 100 Milliarden US-Dollar zur Klimafinanzierung bereitzustellen. Die Hälfte dieser Mittel sollte für Maßnahmen zur Klimaanpassung eingesetzt werden. Jugendliche in alle Klimaverhandlungen und -entscheidungen einzubeziehen.
- UNICEF unterstützt die Forderungen junger Menschen an die Regierungen, sie konsequent in alle Verhandlungen und Entscheidungen zur Klimapolitik einzubeziehen, insbesondere die Kinder und Jugendlichen aus den am stärksten betroffenen Regionen. Klima und Umwelt müssen daher ein fester Bestandteil des Bildungsweges und der Förderung vom Kindesalter an sein.

UNICEF zum G20-Gipfel in Rom: G20-Staaten haben 15-mal so viele Impfdosen gegen Covid-19 pro Kopf erhalten wie Länder in Subsahara-Afrika 

New York/Köln/Duisburg, 27. Oktober 2021 - Eine aktuelle Analyse des Forschungsinstituts Airfinity dokumentiert die bis heute ungerechte Verteilung von Impfdosen gegen Covid-19 zwischen Ländern mit hohem und niedrigem Einkommen, insbesondere auf dem afrikanischen Kontinent.  Demnach haben die G20-Staaten pro Kopf 15-mal so viele Impfdosen gegen Covid-19 erhalten wie Länder in Subsahara-Afrika* oder andere Länder mit niedrigem Einkommen.

© UNICEF/UN0419318/Dejongh


Im globalen Vergleich haben sie dreimal so viele Impfdosen gegen Covid-19 erhalten wie alle anderen Länder der Welt zusammen. „Die ungerechte Impfstoffverteilung werfen nicht nur die ärmsten Länder zurück, sondern die ganze Welt. Wenn die Staats- und Regierungschefs der G20-Staaten zusammenkommen, um das weitere Vorgehen zur Bekämpfung der Pandemie abzustimmen, sollten sie sich daran erinnern, dass wir den Kampf gegen die Pandemie nur gemeinsam besiegen oder verlieren können“, sagte UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. 


Wohlhabende Länder, die über mehr Vorräte an Impfdosen verfügen, als sie benötigen, haben zugesagt, diese über COVAX an Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen zu spenden. Doch kommen die versprochenen Dosen zu langsam an. Von den 1,3 Milliarden zugesagten Impfdosenspenden wurden bisher nur 194 Millionen Dosen an COVAX weitergegeben.  Insbesondere afrikanische Länder haben bisher kaum Covid-19-Impfdosen erhalten. Weniger als fünf Prozent der afrikanischen Bevölkerung sind vollständig gegen Covid-19 geimpft, so dass in vielen Ländern ein hohes Risiko für weitere Ausbrüche besteht.


Vor dem G20-Gipfel in Rom rufen 48 afrikanische UNICEF-Botschafter und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens die G20-Staaten in einem offenen Brief dazu auf, die zugesagten Impfdosen dringend bereitzustellen. „Es könnte nicht mehr auf dem Spiel stehen“, heißt es in dem gemeinsamen Schreiben.  Afrikanische Persönlichkeiten aus Musik, Sport und Wissenschaft wie Angelique Kidjo, Arlo Parks, Davido, Tendai Mtawarira, Femi Kuti, Tony Elumelu und Winnie Byanyima appellieren mit dem Brief an die Staats- und Regierungschefs der G20-Staaten, bis Dezember die zugesagten Impfdosen sowie die notwendigen Mittel für die Umsetzung der Impfungen zur Verfügung zu stellen.


"Mit jedem Tag, an dem Afrika ungeschützt bleibt, wächst der Druck auf die schwachen Gesundheitssysteme, in denen eine einzige Hebamme für Hunderte von Müttern und Babys zuständig sein kann", heißt es in dem Schreiben. "Die Pandemie hat zu einem sprunghaften Anstieg der Mangelernährung bei Kindern geführt, gleichzeitig gibt es weniger Ressourcen für lebensrettende Gesundheitsdienste und um Kinder zu impfen. Kinder, die bereits ihre Eltern verloren haben, laufen Gefahr, auch ihre Großeltern zu verlieren.


Familien in Ländern südlich der Sahara, von denen vier von fünf im informellen Sektor arbeiten, um ihr tägliches Brot zu verdienen, droht eine Katastrophe. Armut gefährdet die Rückkehr der Kinder in die Schule und ihren Schutz vor Gewalt; das Risiko von Kinderheirat steigt."

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind zwischen Januar 2020 und Mai 2021 weltweit schätzungsweise 80.000 bis 180.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitswesen an Covid-19 gestorben. Weniger als jede*r zehnte Gesundheitshelfer*in in Afrika ist vollständig geimpft und mehr als 128.000 haben sich mit dem Virus infiziert. Laut WHO wird nur eine von sieben Covid-19-Infektionen in Afrika festgestellt – die tatsächlichen Fallzahlen dürften deutlich höher liegen.

"Um Leben zu retten, müssen wir zuerst die Lebensretter retten“, sagt Henrietta Fore. "Zu viele Gemeinden auf dem afrikanischen Kontinent haben bereits mit überlasteten Gesundheitssystemen zu ringen. Sie können nicht in ein weiteres Jahr dieser globalen Krise gehen und weiterhin so viele vermeidbare Todesfälle und langwierige Krankheiten ertragen.“ 


UNICEF: Psychische Belastungen durch Covid-19 nur „Spitze des Eisbergs”

New York/Köln/Duisburg, 05. Oktober 2021 - Kinder und Jugendliche könnten die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf ihre psychische Gesundheit und ihr Wohlbefinden noch viele Jahre lang spüren, warnt das UN-Kinderhilfswerk UNICEF in seinem heute veröffentlichten „Bericht zur Situation der Kinder in der Welt 2021“.

© UNICEF/UN0498225/Cus


Laut dem Bericht „On My Mind: Die mentale Gesundheit von Kindern fördern, schützen und unterstützen“ litt weltweit bereits vor der Pandemie ein bedeutender Anteil der Kinder und Jugendlichen unter erheblichen psychischen Belastungen; gleichzeitig wird weltweit wenig in ihre psychische Gesundheit investiert. 
Aktuellen Schätzungen zufolge lebt jeder siebte junge Mensch zwischen zehn und 19 Jahren weltweit mit einer diagnostizierten psychischen Beeinträchtigung oder Störung wie Angststörungen, Depressionen oder Verhaltensauffälligkeiten.

Weltweit nehmen sich jedes Jahr rund 46.000 junge Menschen zwischen zehn und 19 Jahren das Leben – ein junger Mensch alle elf Minuten. In der Altersgruppe der 15- bis 19-Jährigen ist Suizid die vierthäufigste Todesursache nach Verkehrsunfällen, Tuberkulose und Gewalttaten.  Gleichzeitig besteht eine große Lücke zwischen dem Bedarf an Hilfsangeboten und den verfügbaren finanziellen Mitteln im Bereich der psychischen Gesundheit. So geben die Regierungen weltweit, laut dem Bericht, weniger als zwei Prozent ihres Gesundheitsbudgets hierfür aus. 

„Es waren lange, lange 18 Monate für uns alle – insbesondere für Kinder. Aufgrund der landesweiten Lockdowns und der pandemiebedingten Einschränkungen haben Kinder prägende Abschnitte ihres Lebens ohne ihre Großeltern oder andere Angehörige, Freunde, Klassenzimmer und Spielmöglichkeiten verbracht – Schlüsselelemente einer jeden Kindheit", sagte UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. „Die Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche sind gravierend.
Gleichzeitig sind sie nur die Spitze des Eisbergs, denn bereits vor der Pandemie litten viel zu viele Kinder an psychischen Belastungen, die unberücksichtigt blieben. Regierungen investieren nicht ausreichend in die mentale Gesundheit, um dem großen Hilfebedarf gerecht zu werden. Auch dem Zusammenhang zwischen psychischer Gesundheit und dem späteren Lebensverlauf wird nicht genügend Bedeutung beigemessen."


„Die Förderung der psychischen Gesundheit junger Menschen ist kein Luxus, sondern ein wichtiger Beitrag für ihr Wohlbefinden, ihre Entwicklung und ihre Teilhabe am Leben in unserer Gesellschaft”, erklärte Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. „Wir müssen das Thema aus der Tabuecke holen und Kindern und jungen Menschen die Unterstützung geben, die sie brauchen.” Belastungen der psychischen Gesundheit während der Covid-19-Pandemie Die Pandemie hat einen hohen Tribut von Kindern und Jugendlichen gefordert.


Laut den Ergebnissen einer von UNICEF und Gallup im Sommer 2021 durchgeführten internationalen Umfrage unter Heranwachsenden und Erwachsenen in 21 Ländern gab jeder fünfte befragte junge Mensch (19 Prozent) zwischen 15 und 24 Jahren an, sich häufig deprimiert zu fühlen oder wenig Interesse an Dingen zu haben oder daran, etwas zu unternehmen. In Deutschland sagte dies einer von vier der befragten jungen Menschen (24 Prozent).
Fast zwei Jahre seit Beginn der Pandemie sind die Belastungen für die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen nach wie vor schwerwiegend. Laut aktuellen UNICEF-Schätzungen war weltweit mindestens eines von sieben Kindern direkt von landesweiten Lockdowns betroffen; 1,6 Milliarden Kinder haben Schulunterricht verpasst und Lernstoff versäumt.


Die Veränderungen im Alltag, die Unterbrechung der Bildung, der Wegfall von Freizeitmöglichkeiten sowie finanzielle und gesundheitliche Sorgen in den Familien führen dazu, dass viele junge Menschen unter Angstgefühlen leiden, wütend sind und voller Sorgen in ihre Zukunft schauen. Beispielsweise ergab eine Online-Umfrage, die Anfang 2020 in China durchgeführt wurde, dass etwa ein Drittel der Befragten sich ängstlich oder besorgt fühlten.


Hohe Kosten für die Heranwachsenden und die ganze Gesellschaft
Diagnostizierte psychische Störungen wie ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit und Hyperaktivitätsstörungen), Angstzustände, Autismus, bipolare Störungen, Verhaltensstörungen, Depressionen, Essstörungen und Schizophrenie können schwere Folgen für die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen haben.


Sie können auch ihre Lernmöglichkeiten und ihre Fähigkeit, ihr Potenzial zu verwirklichen, beeinträchtigen. Auch ein geringeres Einkommen im Berufsleben kann die Folge sein. Der persönliche Preis, den die betroffenen Kinder und Jugendlichen zahlen, ist nicht zu beziffern. Den Gesellschaften gehen laut einer in dem Bericht aufgeführten neuen Analyse der London School of Economics enorme Beiträge verloren. Die Verluste in Folge von psychischen Beeinträchtigungen und Störungen, die zu Erwerbsunfähigkeit oder zum Tod von jungen Menschen führen, belaufen sich demnach auf schätzungsweise rund 390 Milliarden US-Dollar pro Jahr. 


Schutzfaktoren
Laut dem UNICEF-Bericht beeinflusst ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren die mentale Gesundheit von Kindern. Dazu zählen genetische Faktoren, Erfahrungen in der frühen Kindheit, der Umgang und die Erziehung in der Familie, Erfahrungen in der Schule sowie zwischenmenschliche Beziehungen. Belastungen durch Gewalt oder Missbrauch, Diskriminierung, Armut, humanitäre Krisen und gesundheitliche Notlagen wie die Covid-19-Pandemie wirken sich stark auf die psychische Gesundheit aus.


Schutzfaktoren wie liebevolle Bezugspersonen, ein sicheres schulisches Umfeld und positive Beziehungen zu Gleichaltrigen können hingegen dazu beitragen, das Risiko psychischer Beeinträchtigungen und Störungen zu verringern. Allerdings erschweren Vorurteile und Stigmatisierung sowie mangelnde öffentliche Finanzierung von entsprechenden Hilfsangeboten, dass Kinder und Jugendliche die Förderung und Unterstützung erhalten, die sie benötigen.

Forderungen von UNICEF
UNICEF ruft mit seinem Bericht zur Situation der Kinder in der Welt 2021 Regierungen und Partner aus der Privatwirtschaft und die Öffentlichkeit dazu auf, die mentale Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und Betreuenden zu fördern, gefährdete Kinder zu schützen und besonders verletzliche Kinder zu unterstützen. 
- Es braucht dringend mehr Investitionen in die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in allen Bereichen der Gesellschaft, nicht nur im Gesundheitswesen. Ziel sollte es sein, einen gesamtgesellschaftlichen Ansatz zum Schutz, zur Förderung und zur Unterstützung zu entwickeln; 
- Evidenzbasierte, übergreifende Maßnahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit in den Bereichen Gesundheit, Bildung und soziale Sicherung sollten ausgeweitet werden. Dazu gehören Elternprogramme, die eine flexible, liebevolle Unterstützung und Betreuung der Kinder und die psychische Gesundheit von Eltern und Erziehenden fördern.

Schulen sollten die psychische Gesundheit durch qualitative Hilfsangebote und ein positives Lernumfeld unterstützen;  Das Schweigen über psychische Erkrankungen muss gebrochen, Stigmata bekämpft und Aufklärung im Bereich der psychischen Gesundheit gefördert werden. Die Erfahrungen von Kindern und Jugendlichen müssen ernst genommen werden. „Psychische und körperliche Gesundheit gehören zusammen - wir können es uns nicht leisten, das länger anders zu sehen", sagte UNICEF-Exekutivdirektorin Fore. „Seit viel zu langer Zeit fehlt es an Investitionen und einem Verständnis dafür, was psychische Gesundheit ausmacht. Das muss sich ändern: Denn eine gute psychische Gesundheit ist entscheidend dafür, dass Kinder ihre Potenziale verwirklichen können.“


UNICEF und DKHW fordern Stärkung der Kinderrechte


© Photoatelier ISO25

Berlin/Köln/Duisburg, den 20. September 2021 - Zum heutigen Weltkindertag rufen das Deutsche Kinderhilfswerk und UNICEF Deutschland dazu auf, die Rechte von Kindern und Jugendlichen zu stärken und damit die Weichen für eine zukunftsfähige und kinderfreundlichere Welt zu stellen. Mit der Installation „Lasst die Kinder nicht länger in der Luft hängen – Kinderrechte jetzt!“ haben die beiden Organisationen vor dem Berliner Reichstag mit großen Ballons ein unübersehbares Zeichen für Kinderrechte gesetzt.

Mit Blick auf die anstehende
Bundestagswahl forderten die beiden Organisationen zusammen mit engagierten Kindern und Jugendlichen vom nächsten Parlament und einer neuen Regierung insbesondere die Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz, die stärkere Förderung der Chancengerechtigkeit und mehr Mitbestimmungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche in Deutschland. 

Mit dem Motto des diesjährigen Weltkindertags „Kinderrechte jetzt!“ unterstreichen UNICEF Deutschland und das Deutsche Kinderhilfswerk, dass es dringend an der Zeit ist, die in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschriebenen Kinderrechte umzusetzen und eine gerechte und nachhaltige Welt zu schaffen – für Kinder und mit ihnen gemeinsam.  

Peter-Matthias Gaede, Stellvertretender Vorsitzender von UNICEF Deutschland, erklärte anlässlich des Weltkindertages: „Die Bundesregierung hat in der zu Ende gehenden Legislaturperiode einiges dazu beigetragen, Kinder zu schützen und zu fördern – an der Seite von UNICEF auch im globalen Süden.  Nur vieles ist leider noch immer nicht geschafft:
Noch gibt es relative Kinderarmut auch in Deutschland; und sie betrifft nach einer aktuellen UNICEF-Studie etwa 1,5 Millionen Mädchen und Jungen. Und noch haben wir die eigentlich geplante Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz nicht. Das ist bedauerlich. Die nächste Bunderegierung wird für Kinder enorm viel zu tun haben. Corona hat nicht nur eine internationale Bildungskrise verursacht. Der Klimawandel betrifft nicht nur Kinder da draußen in der Welt. Um bessere Entwicklungschancen für Kinder, um einen gerechteren Zugang zu Bildungschancen, um ein Leben in intakter und gesunder Umwelt für Kinder geht es auch direkt vor unserer Haustür.“

Regina Halmich, Botschafterin des Deutschen Kinderhilfswerkes, sagte am Weltkindertag: 
„Politische Entscheidungen müssen sich endlich auch an den Interessen der Kinder und Jugendlichen ausrichten. Das gilt beispielsweise für das strukturelle Problem der Kinderarmut in Deutschland, die wir am besten mit der Einführung einer Kindergrundsicherung beseitigen können.  Zudem müssen Kinder und Jugendliche viel mehr als bisher an den wichtigen Zukunftsfragen unseres Landes beteiligt werden. Deshalb sollte es einen Ständigen Beirat für Kinder- und Jugendbeteiligung bei der Bundesregierung geben.
Ein solcher Beirat, in dem auch Kinder und Jugendliche Sitz und Stimme haben müssen, könnte den Bundestag und die Bundesregierung in Fragen der Kinder- und Jugendbeteiligung beraten und mit Vorschlägen zu Zielen und Indikatoren für die Zielerreichung eine bundesweite Beteiligungsstrategie auf den Weg bringen. 

Ganz oben auf die Tagesordnung der nächsten Bundesregierung gehört auch die Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz. Mit der Aufnahme der Kinderrechte im Grundgesetz im Sinne der UN-Kinderrechtskonvention besteht die große Chance, langfristig eine tragfähige Grundlage für ein kinder- und familienfreundliches Land zu schaffen.“

Bundesweite Aktionen zum Weltkindertag Aufgrund der Covid-19-Pandemie mussten bereits zum zweiten Mal die großen Feste zum Weltkindertag in Berlin und vielen weiteren Städten in Deutschland abgesagt werden. UNICEF Deutschland und das Deutsche Kinderhilfswerk haben daher alternative Aktionen ins Leben gerufen, um Kindern trotz der Pandemie die Möglichkeit zu geben, ihre Stimme zu erheben.  Bundesweit findet heute erneut die kreative Mitmach-Aktion „Kinder erobern die Straßen“ statt, die durch UNICEF Deutschland initiiert wurde.

In zahlreichen Städten und Gemeinden in ganz Deutschland erobern Mädchen und Jungen mit bunten Kreidebildern den öffentlichen Raum und machen sich so für die Belange und Rechte der Kinder stark. Das Deutsche Kinderhilfswerk feiert den Weltkindertag mit einem großen „Kinderrechte-Spezial“ für Kinder in ganz Deutschland. Und das noch bis Ende des Monats:
Auf
www.kindersache.de/weltkindertag können Kinder und Jugendliche seit Anfang September in vielen interessanten Artikeln und anschaulichen Videos Neues über ihre Rechte lernen oder ihr Wissen vertiefen.


Kinderrechte jetzt! Weltkindertag am 20. September 2021
„Wir brauchen eine Regierung, die auf uns Kinder – die Zukunft – setzt!“

Statement von Selin Sorushyar, 18 Jahre, Mitglied im UNICEF JuniorBeirat anlässlich des morgigen Weltkindertags

Köln/Duisburg, 19. September 2021 - „Man sagt uns Kindern häufig wir seien die Zukunft und wenn man mich fragt „Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?“, dann finde ich auf diese Frage im Augenblick keine Antwort. 1,5 Jahre schon kämpfen wir Kinder und Jugendliche uns scheinbar allein durch dieCovid-19-Pandemie, die uns psychisch belastet. Noch immer haben viele von uns mit den Folgen des Lockdowns zu tun.
Einige von uns schaffen es nicht die Lernlücken zu schließen, andere wissen nicht, was sie nach der Schule machen wollen, weil ihnen die Berufsorientierungsphase fehlt und wieder andere trauern um geliebte Personen, die sie an das Virus verloren haben. Die Impfung bringt Hoffnung auf ein Ende, aber es gehört eben viel mehr dazu als eine Spritze. Eine Impfung heilt nicht die Wunden, mit denen wir Kinder aus der Pandemie gehen. Die vergangenen 18 Monate fehlen uns auf dem Weg in unsere Zukunft. Das muss aufgearbeitet werden. Es reicht nicht, dass Schulen wieder öffnen.

Das Lehrpersonal muss auf die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler eingehen. Psychologische Betreuung muss leichter zugänglich sein für Kinder und Klausuren müssen an die Situation angepasst werden. Den Weg, der uns aus der Pandemie führt, können wir nur gemeinsam gehen- mit Kindern und Jugendlichen. Aber selbst mit dem Ende der Pandemie werden unsere Ängste nicht weniger. Tagtäglich sehen wir wie die Welt, unsere Lebensgrundlage, Stück für Stück untergeht. Wir sehen die Folgen der Klimakrise nicht nur. Wir spüren sie auch.

Während die Politik nach Ausreden sucht und gleichzeitig die Klimakrise als Wahlkampfthema nutzt, haben wir Angst. Ich weiß nicht, wo ich mich in zehn Jahren sehe, denn das liegt nicht nur in meiner Hand. Wir brauchen eine Regierung, die uns hört. Die auf globale Zusammenarbeit setzt. Eine Regierung, die konsequent handelt, um die nachhaltigen Entwicklungsziele umzusetzen. Eine Regierung, die auf uns Kinder - die Zukunft - setzt!“

 

Kinderrechte jetzt! Weltkindertag am 20. September 2021

Berlin/Köln/Duisburg, 13. September 2021 - Weltweit und bei uns stehen Kinder im Jahr 2021 vor enormen Herausforderungen. Der Klimawandel, wachsende Armut und die gravierenden Auswirkungen der Covid-19-Pandemie bedrohen das Leben und die Zukunft insbesondere der jungen Generation. Anlässlich des diesjährigen Weltkindertags möchten das Deutsche Kinderhilfswerk und UNICEF Deutschland gemeinsam mit der Installation „Lasst die Kinder nicht länger in der Luft hängen – Kinderrechte jetzt!“ dazu aufrufen, die Rechte von Kindern und Jugendlichen zu stärken und damit die Weichen für eine zukunftsfähige und kinderfreundlichere Welt zu stellen. 

© iStock.com/Pekic

Kurz vor der Bundestagswahl möchten die beiden Organisationen vor dem Reichstag zusammen mit engagierten Kindern und Jugendlichen mit großen Ballons, auf denen die wichtigsten Kinderrechte abgebildet sind, ein unübersehbares Zeichen für die Rechte der Kinder setzen. Dazu gehört auch die Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz.

Mit dem Motto des diesjährigen Weltkindertags „Kinderrechte jetzt!“ unterstreichen UNICEF Deutschland und das Deutsche Kinderhilfswerk, dass es dringend an der Zeit ist, die Kinderrechte umzusetzen und eine gerechte und nachhaltige Welt zu schaffen – für Kinder und mit ihnen gemeinsam. Denn eine Stadt, ein Land und eine Welt mit Zukunft braucht die Verwirklichung der Kinderrechte jetzt! 

Aufgrund der Covid-19-Pandemie mussten bereits zum zweiten Mal die großen Feste zum Weltkindertag in Berlin und vielen weiteren Städten in Deutschland abgesagt werden. UNICEF Deutschland und das Deutsche Kinderhilfswerk haben daher alternative Aktionen ins Leben gerufen, um Kindern trotz der Pandemie die Möglichkeit zu geben, ihre Stimme zu erheben. In ganz Deutschland findet erneut die bundesweite Mitmach-Aktion „Kinder erobern die Straßen“ statt, die durch UNICEF Deutschland initiiert wurde.

Auch in diesem Jahr sind Kinder und Familien aus ganz Deutschland dazu aufgerufen, mit bunten Kreidebildern Straßen und Plätze zu erobern und sich so für die Belange und Rechte der Kinder starkzumachen. Um den Forderungen der jungen Generation noch mehr Nachdruck zu verleihen, können Eltern, Nachbarn und Passanten die Kunstwerke der Kinder fotografieren und unter dem Aktions-Hashtag #wiestarkwäredasdenn in den sozialen Medien posten. Alle Beiträge der Kinder werden auch auf www.unicef.de/weltkindertag veröffentlicht.

Das Deutsche Kinderhilfswerk feiert den Weltkindertag mit einem großen „Kinderrechte-Spezial“ für Kinder in ganz Deutschland. Und das für einen ganzen Monat: Auf www.kindersache.de/weltkindertag können Kinder und Jugendliche seit Anfang September in vielen interessanten Artikeln und anschaulichen Videos Neues über ihre Rechte lernen oder ihr Wissen vertiefen.

 

WALK4UNICEF: Wanderschuhe schnüren für Kinder in Not

UNICEF-Schirmherrin Elke Büdenbender startet bundesweite Wanderaktion



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UNICEF/Zimmermann


Köln/Berlin/Duisburg, den 03. September 2021 - Elke Büdenbender startete gestern (02.09.) die deutschlandweite Wander-Aktion „WALK4UNICEF“ am Berliner Wannsee und schnürte dafür gemeinsam mit UNICEF-Engagierten die Wanderschuhe. Überall in Deutschland beteiligen sich Wander-Fans an der Mitmach-Aktion und verwandeln ihre erwanderten Kilometer in Spenden für die weltweite UNICEF-Hilfe – zum Beispiel für sauberes Trinkwasser und Hygiene. Vor der Wanderung wird ein persönliches Spendenziel festgelegt und für jeden gelaufenen Kilometer wird eine Spendensumme vereinbart. Gruppenwanderungen mit Familie und Freunden können so kurzerhand 320 erwanderte Kilometer in 320 Euro für die Handpumpe eines Brunnens verwandeln. „Mit der Wanderaktion kann jede*r – neben einem Beitrag zur eigenen Fitness – wichtige Hilfe für Kinder in Not leisten“, erklärte Elke Büdenbender in Berlin.

„Sauberes Trinkwasser ist für uns beim Wandern eine tolle Erfrischung – in Dürreregionen und Krisengebieten fehlt es vielen Menschen schon zum alltäglichen Überleben. Jede WALK4UNICEF-Spende hilft Kindern, gesund zu bleiben und rettet Leben – so tut Wandern doppelt gut.“ Als Dankeschön für ihren Einsatz bekommen alle Wanderfreudigen ein Paar blaue Schnürsenkel zur Anmeldung. Zusätzlich stiftet die Wander-App Komoot einen Gutschein im Wert von 8,99 Euro zur Freischaltung der Lieblings-Wander-Region. Größere Wander-Gruppen erhalten pro zehn Personen einen Komoot-Gutschein. Nach erfolgreich abgeschlossener Wanderung kann jede*r Teilnehmende eine Urkunde downloaden. Anmeldungen sind ab sofort über www.unicef.de/walk4unicef möglich.


Elke Büdenbender ist seit 2017 die Schirmherrin und damit erste Ehrenamtliche von UNICEF Deutschland. Sie wandert selbst sehr gerne und freut sich über den Auftakt der Aktion gemeinsam mit der UNICEF-Gruppe Berlin. Das große Netzwerk der über 8.000 UNICEF-Engagierten wandert tatkräftig mit. Auch andere Prominente und UNICEF-Pat*innen wie die Schauspieler Kai Schumann und Lenn Kudrjawizki, die Band Glasperlenspiel, die Models Franziska Knuppe und Eva Padberg und Schauspielerin Marie-Luise Marjan haben ihre Teilnahme angekündigt.  Bei WALK4UNICEF kann jede und jeder mitmachen – ob allein oder in einer Gruppe, wann und wo ist freigestellt. Es kann die tägliche Runde um den Block, die Lieblingsstrecke am Wochenende mit der Familie, die lang geplante Alpentour oder ein Wandertag mit Freunden sein.

Jeder Kilometer trägt dazu bei, dass UNICEF viel für Kinder bewirken kann. Seit 75 Jahren sorgt UNICEF dafür, dass Mädchen und Jungen überall auf der Welt gesund und sicher aufwachsen können, vor Gewalt und Ausbeutung geschützt sind. Von der schnellen Nothilfe bis zum langfristigen Wiederaufbau hilft UNICEF, die Lebenssituation von Kindern nachhaltig zu verbessern. UNICEF setzt sich dafür ein, auch Familien in entlegenen Gegenden Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen, denn weltweit leiden noch immer Millionen Menschen unter Wasserknappheit. Dabei sind sauberes Wasser und Hygiene gerade für Kinder überlebenswichtig und schützen vor lebensgefährlichen Krankheiten.

Eine Milliarde Kinder durch die Auswirkungen des Klimawandels „extrem gefährdet“

Erster Klima-Risiko-Index für Kinder von UNICEF: Junge Menschen in der Zentralafrikanischen Republik, im Tschad und in Nigeria am stärksten bedroht

Im November 2020 wurde Nicaragua von zwei heftigen Tropenstürmen getroffen.
© UNICEF/UN0372815/Ocon/AFP-Services

New York/Köln/Duisburg, 20. August 2021 - Kinder, die in der Zentralafrikanischen Republik, im Tschad, in Nigeria, Guinea und Guinea-Bissau leben, sind am stärksten durch die Auswirkungen des Klimawandels gefährdet. Der Klimawandel und Umweltbelastungen bedrohen die Gesundheit, Bildung und den Schutz der Kinder und setzen sie tödlichen Krankheiten aus. Dies geht aus dem ersten Klima-Risiko-Index für Kinder von UNICEF hervor, der heute gemeinsam mit Fridays for Future zum dritten Jahrestag der globalen Klimastreikbewegung veröffentlicht wurde. Deutschland liegt in der Rangliste auf Platz 142 von insgesamt 163 analysierten Ländern. Kinder hierzulande sind demzufolge im Weltvergleich weniger stark durch die Folgen von klima- und umweltbedingten Gefahren, Schocks und Belastungen betroffen.

Der Bericht „Die Klimakrise ist eine Krise der Kinderrechte: Einführung des Klima-Risiko-Index für Kinder“ ist die erste umfassende Analyse von Klimarisiken aus der Perspektive von Kindern. Die Auswertung aktuellster Daten zeigt in einer globalen Rangliste, in welchen Ländern und in welchem Maße Kinder klima- und umweltbedingten Schocks wie Wirbelstürmen und Hitzewellen ausgesetzt sind. Dazu wurde auch ihre Verletzlichkeit gegenüber diesen Gefahren untersucht, basierend auf ihrem Zugang zu einer Grundversorgung.

Weltweit leben danach etwa eine Milliarde Kinder – fast die Hälfte der 2,2 Milliarden Mädchen und Jungen weltweit – in einem der 33 Länder, die aufgrund der Auswirkungen des Klimawandels als „extrem stark gefährdet“ gelten. Kinder sind dort mehreren klima- und umweltbedingten Gefahren, Schocks und Belastungen ausgesetzt und zudem besonders verletzlich aufgrund der unzureichenden Grundversorgung in den Bereichen Wasser und Sanitär, Gesundheit und Bildung. Die Ergebnisse spiegeln die aktuelle Situation der Kinder wider. Es ist davon auszugehen, dass sich die Zahlen noch verschlechtern, wenn sich die Auswirkungen des Klimawandels beschleunigen.

„Das Leben der heutigen Kinder wird in erschreckend vielen Ländern bereits stark durch die Klimakrise bestimmt“, sagt Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. „Es ist klar, dass nur die konsequente Senkung der Treibhausgas-Emissionen den Klimawandel stoppen kann. Doch der Bremsweg ist selbst bei raschen Entscheidungen lang. Es muss daher sofort und dringend mehr in die Anpassung der Lebensbedingungen von Kindern an die Veränderungen in ihrer Umwelt investiert werden. Wir müssen ihre Widerstandskraft stärken, indem wir ihre Grundversorgung verbessern und ihnen ermöglichen, zu verstehen, was mit der Erde passiert – auch, um selbst handeln zu können.“ 

 

Der Klima-Risiko-Index für Kinder („Children’s Climate Risk Index“, CCRI) zeigt:
240 Millionen Kinder in Küstenregionen sind stark betroffen von Überschwemmungen,
330 Millionen Kinder an Flüssen sind stark betroffen von Überschwemmungen,
400 Millionen Kinder sind stark betroffen von Wirbelstürmen (Zyklone),
600 Millionen Kinder sind stark betroffen von Krankheiten, die in Folge der Erderwärmung zunehmen, wie Malaria
815 Millionen Kinder sind stark betroffen von Bleivergiftungen,
820 Millionen Kinder sind stark betroffen von Hitzewellen,
920 Millionen Kinder sind stark betroffen von Wasserknappheit und 
1 Milliarde Kinder sind stark betroffen von extrem hoher Luftverschmutzung (>35µg/m3)

Während fast jedes Kind weltweit von mindestens einer dieser klima- und umweltbedingten Gefahren bedroht ist, zeigen die Daten, dass die Kinder in den am stärksten betroffenen Ländern mit mehreren und sich oft überschneidenden Schocks konfrontiert sind. Dies gefährdet Entwicklungsfortschritte und droht die Not von Kindern zu verschärfen.
Schätzungsweise 850 Millionen Kinder – jedes dritte Kind weltweit – leben in Gebieten, in denen sich mindestens vier dieser klima- und umweltbedingten Schocks überschneiden. Bis zu 330 Millionen Kinder – 1 von 7 Kindern weltweit – leben in Gebieten, die von mindestens fünf schweren Schocks betroffen sind.
Der Bericht zeigt ein Missverhältnis zwischen den Ländern, in denen Treibhausgas-Emissionen erzeugt werden, und solchen, in denen Kinder unter den stärksten klimabedingten Auswirkungen leiden. Die 33 „extrem risikoreichen“ Länder emittieren zusammen nur 9 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen. Umgekehrt verursachen die zehn Länder mit den höchsten Emissionen zusammen fast 70 Prozent der weltweiten Emissionen. Nur Indien aus dem Kreis dieser Länder wird im Index als „extrem risikoreich“ eingestuft.

„Der Klimawandel ist zutiefst ungerecht. Obwohl Kinder für den Anstieg der globalen Temperaturen nicht verantwortlich sind, werden sie den höchsten Preis dafür zahlen“, sagte UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. „Aber es ist noch Zeit zu handeln. Wenn wir den Zugang von Kindern zur Grundversorgung verbessern, beispielsweise zu Wasser und sanitären Einrichtungen, zur Gesundheitsversorgung und Bildung, kann sich auch ihre Fähigkeit, Klimagefahren zu überleben, erheblich verbessern. UNICEF fordert Regierungen und Unternehmen nachdrücklich dazu auf, Kindern zuzuhören und Maßnahmen zu priorisieren, die Kinder vor den Auswirkungen des Klimawandels schützen, und gleichzeitig die Anstrengungen zur drastischen Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen zu beschleunigen.“

Ohne die dringend erforderlichen Maßnahmen zur Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen werden Kinder weiterhin am stärksten unter den Folgen des Klimawandels und Umweltbelastungen leiden. Im Vergleich zu Erwachsenen benötigen Kinder mehr Nahrung und Wasser pro Kilogramm des Körpergewichts, sind weniger in der Lage, extreme Wetterereignisse zu überleben und sind unter anderem anfälliger für giftige Chemikalien, Temperaturschwankungen und Krankheiten.

In ihrem Vorwort zu dem Bericht erklären Farzana Faruk Jhumu (Bangladesch), Eric Njuguna (Kenia), Adriana Calderón (Mexiko) und Greta Thunberg (Schweden) von Fridays for Future: „Die Bewegungen junger Klimaaktivist*innen werden weiter zunehmen, weiterhin wachsen und für das Richtige kämpfen, weil wir keine andere Wahl haben. Wir müssen anerkennen, wo wir stehen, den Klimawandel wie eine Krise behandeln und mit aller notwendigen Dringlichkeit handeln, um sicherzustellen, dass die Kinder von heute einen lebenswerten Planeten erben.“

UNICEF fordert von Regierungen, Unternehmen und relevanten Akteur*innen:
1. Investitionen in die Klimaanpassung und Widerstandsfähigkeit von zentralen Dienstleistungen für Kinder erhöhen. Um Kinder, besonders schutzbedürftige Menschen und Gemeinden vor den schlimmsten Auswirkungen des sich bereits ändernden Klimas zu schützen, müssen wichtige Dienstleistungen angepasst werden, unter anderem in den Bereichen Wasser, Sanitär und Hygiene sowie Gesundheit und Bildung.
2. Treibhausgas-Emissionen reduzieren. Um die drastischsten Folgen der Klimakrise zu verhindern, sind umfassende und dringende Maßnahmen erforderlich. Die Länder müssen ihre Emissionen bis 2030 um mindestens 45 Prozent (gegenüber dem Niveau von 2010) reduzieren, um die Erwärmung auf nicht mehr als 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.
3. Kindern Kenntnisse im Bereich Klima und Umweltschutz vermitteln. Dies ist für die Anpassung an und die Vorbereitung auf die Auswirkungen des Klimawandels entscheidend. Kinder und Jugendliche müssen mit den verheerenden Folgen der Klimakrise und der Wasserunsicherheit leben, obwohl sie am wenigsten dafür verantwortlich sind. 
4. Junge Menschen in alle nationalen, regionalen und internationalen Klimaverhandlungen und -entscheidungen einbeziehen, auch auf der UN-Klimakonferenz COP26 in Glasgow in diesem Herbst.
5. Sicherstellen, dass die Erholung von den ökonomischen und sozialen Folgen der COVID-19-Pandemie umweltfreundlich, kohlenstoffarm und inklusiv erfolgt, damit die Fähigkeit künftiger Generationen, die Klimakrise zu bewältigen und auf sie zu reagieren, nicht beeinträchtigt wird.
Eine an Kinderrechten orientierte Umwelt- und Klimapolitik ist eine zentrale Forderung von UNICEF Deutschland zur Bundestagswahl.



Haiti: Kinder im Katastrophengebiet brauchen Notunterkünfte, medizinische Hilfe, Wasser, Nahrung und besonderen Schutz

Köln/Duisburg, 16. August 2021 - Nach dem schweren Erdbeben in Haiti berichten UNICEF-Teams von schweren Schäden an Wohngebäuden und öffentlichen Einrichtungen sowie vielen Verletzten. Sie berichten, dass die Lage sehr ernst ist und das sie überwältigt sind angesichts der Not. Das Krankenhaus der Stadt Les Cayes, wo Mütter mit ihren verletzten Kindern Hilfe suchen, ist überfüllt.  Die Auswirkungen der erneuten Naturkatastrophe auf die Familien in einem der ärmsten und instabilsten Ländern der Welt stehen noch nicht fest.

UNICEF ist sehr besorgt angesichts der großen Armut und Verletzlichkeit der Kinder im Katastrophengebiet. UNICEF hat mehrere Büros in der betroffenen Region. Die UNICEF-Teams versuchen, den dringendsten Hilfsbedarf zu ermitteln und schieben gemeinsam mit Nichtregierungsorganisationen und den Behörden die Hilfe für die betroffenen Familien an. UNICEF Haiti ruft seit dem Erdbeben die Bevölkerung über soziale Medien dazu auf, in dieser Situation besonders auf die Kinder zu achten. Sie brauchen jetzt Notunterkünfte, medizinische Hilfe, sauberes Wasser und besonderen Schutz.

"Wir sind zutiefst traurig über die Berichte über Todesopfer und schwere Schäden nach dem Erdbeben", sagte Bruno Maes, Leiter von UNICEF in Haiti. "UNICEF arbeitet mit Regierungsbehörden- und Nichtregierungspartnern zusammen, um die betroffenen Gemeinden zu unterstützen. Wir stehen den Familien und Kindern in dieser schwierigen Zeit zur Seite". Ein Erdbeben der Stärke 7,2 hat Haiti am Samstagmorgen, 14. August, erschüttert.

Das Beben war auch in der Hauptstadt Port-au-Prince zu spüren, das Epizentrum lag in den südlichen Teilen des Landes in den Departements Grande Anse, Sud und Sud-Est. Es ist in den kommenden Tagen mit weiteren Nachbeben zu rechnen. Laut ersten UN-Schätzungen leben allein etwa 234.000 Menschen in 15 Kilometer Entfernung vom Epizentrum des Bebens. Zwei Drittel von ihnen sind extrem arm. Trotz der angespannten Sicherheitslage und der logistischen Herausforderungen versucht UNICEF Hilfsgüter, die in Lagerhäusern im ganzen Land gelagert sind, bereitstellen.

Explosionen in Beirut: Ein Jahr nach der Katastrophe brauchen Kinder weiter Hilfe

98 Prozent der Familien auf Hilfe angewiesen

Beirut/Köln/Duisburg, 3. August 2021 - Kinder und ihre Familien in Beirut benötigen auch ein Jahr nach den verheerenden Explosionen im Hafen der libanesischen Hauptstadt weiterhin Hilfe. Eine anhaltende Rezession, die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie und politische Instabilität verschärfen die Not der Mädchen und Jungen.

© UNICEF/UN0496106/Ibarra Sanchez

Dies ergab eine Befragung von UNICEF, die im Juli dieses Jahres durchgeführt wurde. Sie zeigt die Schwere des Traumas, das die Kinder erlitten haben, und die anhaltende Not der betroffenen Familien. "Ein Jahr nach den tragischen Ereignissen leiden Kinder noch immer unter den Folgen, berichten uns ihre Eltern", sagte Yukie Mokuo, UNICEF-Leiterin im Libanon.

"Familien ringen mit den Folgen der Explosionen und das zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt – inmitten einer verheerenden Wirtschaftskrise und einer schweren Pandemie." Die verheerende Explosion im Hafen von Beirut am 4. August 2020 richtete großflächige Zerstörungen an. Über 200 Menschen verloren ihr Leben, darunter sechs Kinder. Rund 6.500 Menschen wurden verletzt, darunter 1.000 Kinder.

Ergebnisse der Befragung
Laut der aktuellen telefonischen Befragungen von 1.187 Haushalten:
- suchten sieben von zehn Haushalten nach den Explosionen grundlegende Hilfe
-  fast alle dieser Familien benötigen weiterhin Unterstützung, insbesondere Bargeldhilfen und Nahrungsmittel; sagten praktisch alle Familien, dass ihre Wohnungen und Häuser repariert werden mussten;
- bei der Hälfte sind diese Arbeiten noch immer nicht abgeschlossen;
- gab ein Drittel der Familien mit Kindern unter 18 Jahren an, dass mindestens ein Kind in der Familie bis heute Anzeichen psychischer Not aufzeigt.

Bei den Erwachsenen ist es fast die Hälfte; haben zehntausende Menschen durch die Katastrophe ihre Jobs verloren, so dass sie kaum die Ernährung und Gesundheitsversorgung ihrer Kinder gewährleisten können; hatten zwei von drei Familien (68,6 Prozent) seit den Explosionen keinen Zugang zu medizinischer Versorgung oder Medikamenten. In jeder vierten Familie erkrankte seitdem mindestens ein Familienmitglied an Covid-19;  gaben vier von zehn Familien an, dass ihre Wasserversorgung betroffen war – bei rund einem Viertel der Familien ist das weiterhin der Fall. 


"Seit den Explosionen befindet sich der Libanon im freien Fall und kämpft mit einer dreifachen Krise: der wirtschaftlichen Krise, der politischen Krise und der Covid-19-Pandemie. Dadurch droht fast jedes Kind im Libanon in Not zu geraten“, sagte Ted Chaiban, UNICEF-Regionaldirektor für den Nahen Osten und Nordafrika. "Ohne sofortige Veränderungen, eine wirtschaftliche Erholung und klare Verantwortlichkeiten, wird das Land weiter in den Abgrund rutschen und an einen Punkt gelangen, wo es kein Zurück mehr gibt.“ 


UNICEF ruft dazu auf:
- der Verbesserung der Lage der Kinder im Libanon Priorität einzuräumen, ihre Rechte zu achten und umzusetzen. Sie brauchen Zugang zu Gesundheitsversorgung und Nahrung und sie müssen vor Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung geschützt werden;  
- dass die führenden libanesischen Politiker ihre politischen Differenzen überwinden und eine Regierung bilden, die das Gemeinwesen und die libanesischen Menschen in den Mittelpunkt stellt, um das Land auf den Weg der Besserung zu bringen, den von der Explosion betroffenen Familien Gerechtigkeit zukommen zu lassen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen;  
- öffentliche Dienstleistungen, die für das Überleben und die Entwicklung von Kindern unerlässlich sind, kurz- und langfristig zu sichern.

Dazu gehört die Bereitstellung von Wasser, Bildung und Gesundheitsversorgung für Kinder und alle Menschen. Dies kann jedoch nur durch eine gute Regierungsführung und eine öffentliche Infrastruktur geschehen, die schweren Schocks und Krisen standhält. Wären diese Systeme vorhanden, wären wir nicht an dem Punkt angelangt, an dem beispielweise 75 Prozente der Haushalte im Libanon Gefahr laufen, ihren Zugang zu Wasser zu verlieren.

Ein nachhaltiges nationales Sozialhilfesystem aufzubauen, das u.a. bedürftige Familien mit Bargeldhilfen erreicht, ähnlich wie das von UNICEF unterstützte "Haddi"-Programm. Dadurch wären bedürftige Familien mit Kleinkindern, Menschen mit Behinderungen und Menschen über 70 Jahren abgesichert.   eine transparente und glaubwürdige Untersuchung einzuleiten, um die Ursache der Explosionen zu ermitteln, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und den betroffenen Familien, einschließlich derer, die Angehörige verloren haben, Gerechtigkeit zu ermöglichen.


Jeder dritte Mensch hatte 2020 keine Möglichkeit, sich zu Hause die Hände zu waschen

Aktueller Report von UNICEF und der WHO

© UNICEF/UN0367513/Tremeau

Genf/ New York/ Köln/Duisburg, den 01. Juli 2021-  Nach der neuesten Schätzung von UNICEF und WHO werden Milliarden  Menschen auf der ganzen Welt im Jahr 2030 keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser, sanitären Einrichtungen und Hygiene im eigenen Haushalt haben, wenn sich die Fortschritte in diesen Bereichen nicht vervierfachen.

Zu Beginn der Covid-19-Pandemie konnten sich drei von zehn Menschen nicht zu Hause die Hände waschen. Etwa jedem vierten Menschen fehlte 2020 der Zugang zu sicherem Trinkwasser und fast die Hälfte der Weltbevölkerung hatte keinen Zugang zu sicheren sanitären Anlagen. Dies zeigt der neue Umsetzungsbericht von UNICEF und WHO zum sechsten nachhaltigen Entwicklungsziel (SDG) bis 2030 (Joint Monitoring Programme (JMP) - Progress on household drinking water, sanitation and hygiene 2000 – 2020).

Erstmals enthält der Bericht auch nationale Daten zur Menstruationshygiene. „Händewaschen ist eine der wirksamsten Methoden, die Ausbreitung von Covid-19 und anderen Infektionskrankheiten zu verhindern. Doch Millionen Menschen auf der ganzen Welt haben keinen Zugang zu einer zuverlässigen und sicheren Wasserversorgung", sagte Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, WHO-Generaldirektor.

„Investitionen in Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene müssen weltweit Priorität haben, wenn wir die Pandemie beenden und widerstandsfähigere Gesundheitssysteme aufbauen wollen." Die Fortschritte reichen nicht aus – Kinder leiden besonders an Krankheiten Der Bericht zeigt auch einige Fortschritte. So stieg zwischen 2016 und 2020 der Anteil der Weltbevölkerung, der zu Hause über sicheres Trinkwasser verfügt, von 70 Prozent auf 74 Prozent sowie der Anteil der Menschen, der Zugang zu sicheren Sanitäranlagen hat, von 47 Prozent auf 54 Prozent.

Der Anteil der Menschen, die sich mit Wasser und Seife die Hände waschen können, stieg von 67 Prozent auf 71 Prozent. Im Jahr 2020 nutzten erstmals mehr Menschen zu Hause verbesserte Sanitäreinrichtungen wie Grubenlatrinen und Klärgruben, die Exkremente besser entsorgen können als unzureichende Abwasserkanäle. Regierungen müssen eine angemessene Unterstützung für den Betrieb häuslicher Sanitäranlagen und die Entsorgung sicherstellen. 

Der Bericht macht gleichzeitig deutlich, dass Milliarden Familien bis zum Jahr 2030 keinen Zugang zu wichtiger und lebensrettender Wasser- und Sanitärversorgung haben werden, wenn sich die derzeitigen Trends fortsetzen: 
- nur 81 Prozent der Weltbevölkerung werden im eigenen Haushalt Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, 1,6 Milliarden werden ohne sicheres Wasser leben; 
- nur 67 Prozent werden über sichere sanitäre Einrichtungen verfügen, so dass 2,8 Milliarden Menschen der Zugang verwährt bleibt;  und lediglich 78 Prozent der Menschen werden über einfache Möglichkeiten zum Händewaschen verfügen,
- 1,9 Milliarden Menschen wären ausgeschlossen.

Um bis 2030 weltweit allen Menschen Zugang zu sicherem Trinkwasser zu verschaffen, müssten Umfang und Tempo der Fortschritte in diesen Bereichen in den am wenigsten entwickelten Ländern verzehnfacht werden. In fragilen Staaten und Krisensituationen, in denen die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser haben, doppelt so hoch ist, müsste sich der Fortschritt um das 23-fache beschleunigen.

„Schon vor der Pandemie mussten Millionen Kinder und Familien ohne Zugang zu sauberem Wasser, sicheren sanitären Anlagen und der Möglichkeit zum Händewaschen auskommen", sagte UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. „Trotz beeindruckender Fortschritte übersteigt der alarmierende und wachsende Bedarf weiter unsere Möglichkeiten. Es ist an der Zeit, unsere Anstrenungen massiv auszuweiten, um die grundlegeden Anforderungen für Gesundheit und Wohlergehen aller Kinder und Familien zu erfüllen. Dazu gehört auch die Bekämpfung von Infektionskrankheiten wie Covid-19."

Weitere wichtige Ergebnisse des Berichts:
- Acht von zehn Menschen ohne grundlegende Wasserversorgung lebten in ländlichen Gebieten.
- 62 Prozent der weltweiten städtischen Bevölkerung hatten Zugang zu einer sicheren Sanitärversorgung, aber nur 44 Prozent der ländlichen Bevölkerung. 

In Afrika südlich der Sahara ist der Fortschritt weltweit am langsamsten. Nur 54 Prozent der Menschen können sicheres Trinkwasser nutzen, in fragilen Staaten und Krisengebieten sogar nur 25 Prozent. Neue Daten zur Menstruation zeigen, dass in vielen Ländern ein erheblicher Anteil der Frauen und Mädchen keinen Zugang zu einer ausreichenden Mestruationshygiene haben, insbesondere wenn sie sehr arm sind oder eine Behinderung haben.

Corona-Impfschutz für die ärmsten Länder

UNICEF-Gruppe in Duisburg startet Spendendosen-Aktion in Hausarztpraxen und Apotheken

Duisburg, 27. Mai 2021 - Impfstoffe gegen Covid-19 sind der größte Hoffnungsträger im Kampf gegen die weltweite Pandemie. UNICEF sorgt im Rahmen der größten Impfaktion aller Zeiten dafür, dass Corona-Impfstoffe auch Menschen in den ärmsten Ländern erreichen. Vor diesem Hintergrund rufen die ehrenamtlich engagierten UNICEF-Gruppen in ganz Deutschland alle Hausärzt*innen dazu auf, in ihren Praxen Spenden für das Impfvorhaben zu sammeln und die UNICEF-Arbeit dadurch zu unterstützen. Denn die Pandemie lässt sich nur stoppen, wenn alle Länder gerechten Zugang zu Impfstoffen haben.

„Wir appelieren insbesondere an die Solidarität derer, die vielleicht gerade selbst ihre Corona-Impfung beim Hausarzt erhalten haben“, sagte Peter Walter, Leiter der UNICEF-Gruppe Duisburg. „Denn das Licht am Ende des Tunnels muss für alle scheinen. Wir freuen uns, dass viele Praxen die Spendendosen-Aktion bereits aufgegriffen haben – genau dieser Zuspruch in der Gesellschaft gibt Hoffnung.“

Auch die Schauspielerin Ulrike Kriener unterstützt die Aktion: „Die Pandemie kann nur besiegt werden, wenn sie überall auf der Welt unter Kontrolle gebracht wird. Niemand ist sicher, bis alle sicher sind. Bitte unterstützen Sie die wichtige und großartige COVAX-Initiative und helfen Sie UNICEF, Menschen in Entwicklungsländern mit Impfungen zu versorgen. Am Ende zählt das WIR.“

Covid-19-Impfungen für alle

UNICEF ist der weltweit größte Einkäufer von Impfstoffen für Kinder. In diesem Jahr organisiert UNICEF im Rahmen der Covax-Initiative zusätzlich die Beschaffung und Lieferung von bis zu zwei Milliarden Impfdosen gegen Covid-19, insbesondere für die 92 ärmsten Länder weltweit. In der globalen COVAX-Initiative arbeiten die Impfallianz Gavi, die Weltgesundheitsorganisation, UNICEF sowie die Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI) zusammen, um eine gerechte globale Verteilung von Covid-19 Impfstoffen zu ermöglichen.

Darüber hinaus stellt UNICEF Spritzen und Sicherheitsboxen zur Verfügung, schult Gesundheitspersonal und unterstützt die Regierungen bei den Vorbereitungen vor Ort. Die COVAX-Initiative ist für Kinder sehr wichtig, auch wenn sie nicht selbst geimpft werden. Denn jeder geimpfte Gesundheitshelfer und jede geimpfte Lehrerin bedeutet für die Mädchen und Jungen in den ärmsten Ländern bessere medizinische Versorgung und Bildung.


Herzlichen Glückwunsch, Udo Lindenberg!

Gleich zwei Mal 75: In diesem Jahr werden der Panikrocker und UNICEF 75 Jahre alt

Udo Lindenberg: Seit Jahrzehnten für Peace und UNICEF am Start. | © Tine Acke


Köln/Duisburg, 17. Mai 2021 - Dieses Jahr bringt für Udo Lindenberg und UNICEF ein doppeltes Jubiläum: Am 17. Mai feiert der Panikrocker seinen 75. Geburtstag, am 11. Dezember wird das Kinderhilfswerk ebenfalls 75 Jahre alt. Udo Lindenberg unterstützt das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen bereits seit 20 Jahren.

„75 Jahre, das ist ´ne verdammt lange Zeit, um Gutes zu tun! Und, jeder kann einen Beitrag leisten – dafür ist’s ganz egal, ob du ´ne große UN-Organisation,´nen Rockmusiker oder eben einfach du bist“, sagt Lindenberg. „Ich mache weiter, bin am Start für die Kinder, für Peace auf der ganzen Welt und für Gerechtigkeit. Ich wünsche mir zum Geburtstag faire Chancen und gleiche Rechte für alle Kinder auf der Welt. Verlasst euch drauf, wenn’s drauf ankommt, bin ich da!“

„Udo Lindenberg und UNICEF wurden geboren, als die Welt in Trümmern lag. Seitdem haben sich die Herausforderungen für Kinder stark verändert, nicht aber Udo Lindenbergs Engagement. Er ist ein toller Mensch mit Haltung und hat ein großes Herz am richtigen Fleck für Kinder auf der Flucht und in den schwierigsten Lebenssituationen“, sagt Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland.

„Danke, Udo Lindenberg – mit dir fühlt sich 75 werden an wie eine Reise mit einem Koffer voller Tatendrang und Zuversicht. Alles Gute zum Geburtstag!“  20 Jahre Udo Lindenberg und UNICEF Udo Lindenberg wurde am 17. Mai 1946 in Gronau geboren. Als Rockmusiker, Schriftsteller und Maler ist Lindenberg eine Legende und Meister vieler Disziplinen. Er engagiert sich schon seit Beginn seiner Karriere für Menschenrechte, Gleichberechtigung und Chancen für alle, sowie gegen Intoleranz und Gewalt. Mit seiner Stiftung fördert er Bildungs- und Wasserprojekte in Afrika.

Für sein Engagement wurde er vielfach ausgezeichnet: Unter anderem erhielt er das Bundesverdienstkreuz. Lindenberg unterstützt UNICEF seit nun 20 Jahren, seit 2011 gestaltet Udo Lindenberg jedes Jahr eine UNICEF-Weihnachtsgrußkarte. Im Dezember 2020 erhielt der Musiker den „Ehrenpreis Kinderrechte“ für sein außerordentliches und authentisches Engagement für die Verwirklichung des Rechts eines jeden Kindes auf ein Leben in Frieden und in Würde.

 

Mehr als 100 Organisationen fordern  „Kinderrechte ins Grundgesetz – aber richtig!“

Berlin/Köln/Duisburg, 25. März 2021 - Ein breites Bündnis von mehr als 100 Organisationen fordert in einem gemeinsamen Appell die Bundestagsfraktionen und die Bundesländer auf, sich bis zur Sommerpause auf ein Gesetz zur Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz zu einigen, das den Ansprüchen der UN-Kinderrechtskonvention gerecht wird. 

Der Aufruf „Kinderrechte ins Grundgesetz – aber richtig!“, der anlässlich der für morgen angesetzten 1. Lesung im Bundesrat veröffentlicht wurde, kritisiert den von der
Bundesregierung vorgelegten Gesetzentwurf als unzureichend, da er keine Stärkung der Kinderrechte bedeute. Der Appell wurde initiiert vom Aktionsbündnis Kinderrechte (Deutsches Kinderhilfswerk,

© UNICEF/UNI331932/Bänsch


Der Kinderschutzbund, UNICEF Deutschland in Kooperation mit der Deutschen Liga für das Kind) und wird getragen von über 100 Organisationen aus der Kinder- und Jugendhilfe, Medizin, Pädagogik und anderen Bereichen. Wörtlich heißt es im Appell: „Eine Grundgesetzänderung muss zu einer Verbesserung der Rechtsposition von Kindern in Deutschland beitragen. Sie darf in keinem Fall hinter die UN-Kinderrechtskonvention, Art. 24 der europäischen Grundrechtecharta und die geltende Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes zurückfallen, die spezifische Kinderrechte gegenüber dem Staat anerkennt. Dabei kommt es auf die Aufnahme von ausdrücklichen Kinderrechten in das Grundgesetz in einem eigenen Absatz an, da diese dem Kind unabhängig bei allem staatlichen Handeln zustehen. Eine unmittelbare Verknüpfung mit den Elternrechten würde zu einem vermeidbaren Konflikt zwischen Eltern- und Kinderrechten führen. (…) Wir fordern nun eine zügige Einigung unter Einbezug der Zivilgesellschaft einschließlich von Kindern und Jugendlichen, die diesen Eckpunkten Rechnung trägt. Denn Kinderrechte gehören ins Grundgesetz – aber richtig!“

„Die Covid-19-Krise zeigt sehr deutlich, dass die Belange von Kindern und Familien in Deutschland zu häufig durchs Raster fallen. Mit der Aufnahme der Kinderrechte in das deutsche Grundgesetz haben Bund und Länder die große Chance, langfristig eine wichtige Grundlage für ein kinder- und familienfreundlicheres Land zu schaffen“, so Dr. Sebastian Sedlmayr, Leiter der Politik-Abteilung von UNICEF Deutschland. „Dafür braucht es jedoch eine klare und wirklich an den Kinderrechten orientierte Formulierung und Platzierung im Grundgesetz. Rein symbolische Aussagen in der Verfassung helfen niemandem.“

Die Organisationen fordern, dass folgende Elemente in der Formulierung zur Aufnahme der Kinderrechte im Grundgesetz enthalten sein sollten:
- das Recht des Kindes auf Anerkennung als eigenständige Persönlichkeit;
- die Berücksichtigung des Kindeswohls als ein vorrangiger Gesichtspunkt bei allen Entscheidungen, die Kinder betreffen;
- das Recht des Kindes auf Beteiligung, insbesondere die Berücksichtigung seiner Meinung entsprechend Alter und Reifegrad;
- das Recht des Kindes auf Entwicklung und Entfaltung;
- das Recht des Kindes auf Schutz, Förderung und einen angemessenen Lebensstandard;
- die Verpflichtung des Staates, für kindgerechte Lebensbedingungen Sorge zu tragen.

>> Den vollständigen Appell „Kinderrechte ins Grundgesetz – aber richtig!“ sowie die Liste aller Organisationen finden Sie
hier.

 

Vor 10 Jahren: Mit "Karten voller Leben"

Mehr als 48.000 Euro Spendeneinnahmen durch den Verkauf von UNICEF-Grußkarten erzielt
Duisburg, 17. März 2011 - Einen Scheck in Höhe von genau 48.491 Euro übergab der Seniorchef der Mayerschen Buchhandlung, Helmut Falter, an Susanne Fotiadis, Mitglied der Geschäftsleitung von UNICEF Deutschland. Dieser Betrag entspricht den Spendeneinnahmen aus dem ehrenamtlichen Grußkartenverkauf des Aachener Unternehmens im vergangenen Jahr. Von Oktober bis Dezember 2010 haben 31 Mayersche Buchhandlungen insgesamt sechs verschiedene UNICEF-Grußkartensortimente angeboten.
Das familiengeführte Traditionsunternehmen startete sein Engagement für die UNICEF-Weihnachtskarten im Jahr 2009 in damals 17 Buchhandlungen. Insgesamt sind durch die erfolgreiche Kooperation bisher Spenden in Höhe von 81.685 Euro für UNICEF zusammengekommen. "Soziales Engagement wird bei der Mayerschen groß geschrieben. Gemeinsam für Kinder sind wir gern aktiv", sagte Inhaber Helmut Falter bei der Scheckübergabe am Freitag in Köln.
Seit über 60 Jahren bringen UNICEF-Grußkarten nachhaltige Hilfe für Kinder auf den Weg: 75 Prozent des Kartenpreises sind Spende für die weltweite UNICEF-Arbeit und fördern Bildungs-, Gesundheits- und Kinderschutzprogramme in rund 150 Ländern. "UNICEF-Grußkarten bringen Kinder in die Schule und tragen dazu bei, dass sie gesund und sicher aufwachsen können. Schon für zehn Grußkarten kann UNICEF beispielsweise Hefte und Stifte für 35 Kinder zur Verfügung stellen", sagte Susanne Fotiadis. Durch Impfkampagnen und bessere Hygiene ist es UNICEF in den vergangenen Jahrzehnten gelungen, die Kindersterblichkeit deutlich zu senken. Und mehr Kinder denn je gehen zur Schule.

UNICEF zum 10. Jahrestag des Bürgerkriegs in Syrien am 15. März

Keine Atempause für syrische Kinder 

Gewalt, Armut, Kinderarbeit und fehlende Bildung gefährden Millionen Kinder

Syrien 2021 - © UNICEF/UN0405681/Akacha

Köln/Berlin/Duisburg, 10. März 2021 - Laut UNICEF ist die Situation der syrischen Kinder nach fast einem Jahrzehnt der Gewalt heute schlimmer als je zuvor. Tagtäglich werden Mädchen und Jungen ihrer elementaren Rechte beraubt. Rund 12.000 Kinder wurden seit dem Beginn des Krieges getötet oder verletzt. Im vergangen Jahr verloren 511 Jungen und Mädchen ihr Leben und 699 wurden verletzt. Dies sind lediglich die verifizierten Fälle. Trotz eines Rückgangs der Gewalt dokumentierten die Vereinten Nationen 2020 weiterhin 61 Angriffe auf Schulen und 29 Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen.

Der Syrien-Konflikt hat zudem zu einer der schlimmsten Bildungskatastrophen in der jüngeren Geschichte geführt. Fast 2,5 Millionen Kinder in Syrien und 750.000 geflüchtete Mädchen und Jungen in den Nachbarländern können derzeit keine Schule besuchen. Innerhalb des Landes sind heute allein sechs Millionen Kinder auf humanitäre Hilfe angewiesen.

„Syrien ist die größte Tragödie dieses Jahrhunderts. Nach 10 Kriegsjahren sind 22 Millionen Menschen im ganzen Krisenbogen auf humanitäre Unterstützung angewiesen. Eine ganze Generation syrischer Kinder kennt nichts als Angst und Not. Corona kommt jetzt noch hinzu", sagte Bundesminister Dr. Gerd Müller. „In dieser Situation fehlten im letzten Jahr 5,4 Milliarden Dollar, um die wichtigsten Hilfsbedarfe zu decken. Das ist ein unglaublicher Skandal! UNICEF und das Welternährungsprogramm mussten bereits Bildungs- und Schutzmaßnahmen aussetzen. Auf der Syrienkonferenz Ende März müssen alle Geber ihre Anstrengungen verstärken. Und wir brauchen einen neuen Anlauf für einen dauerhaften Frieden. Denn ein ‚weiter so‘ für die nächsten 10 Jahre kann es nicht geben.“

„Die Kinder in Syrien sehnen sich nach Sicherheit, nach Schulen und einer besseren Zukunft für sich und ihr Land. Doch Not und Entbehrungen sind für sie bis heute zu einem traurigen Dauerzustand geworden. Auch mit dem Abflauen der Gewalt ist eine Atempause für die Kinder nicht in Sicht“, sagte Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. „Wir setzen alles daran, Kinder und ihre Familien zu stärken und ihnen insbesondere Zugang zu Bildung und Lernangeboten zu ermöglichen. Denn Bildung ist der Schlüssel für die Rückkehr zu einem friedlichen Zusammenleben.“

Während die Augen der Weltöffentlichkeit vor allem auf die Bekämpfung der Covid-19-Pandemie gerichtet waren, hat sich die Lage der Familien in Syrien im vergangenen Jahr weiter verschlechtert. Die Wirtschaft befindet sich im Sinkflug. Immer mehr Eltern wissen nicht, wie sie die Mittel aufbringen können, um ihre Kinder zu ernähren. Nach aktuellen Schätzungen leiden bereits eine halbe Million syrischer Kinder an chronischer Mangelernährung. Im Nordwesten und im Nordosten des Landes ist nahezu jedes dritte Kind chronisch mangelernährt. Immer öfter sehen Eltern keine andere Wahl, als ihre Kinder arbeiten zu lassen oder sie früh zu verheiraten.

Besonders dramatisch ist die Lage der Zivilbevölkerung im Norden Syriens. Millionen binnenvertriebene Kinder im Nordwesten des Landes leiden in Zelten, Notunterkünften oder auf Baustellen unter dem langen und harten Winter. Drei Viertel der Kinder, die im letzten Jahr getötet wurden, kamen in dieser Region ums Leben. Sie verzeichnet zudem 93 Prozent der Angriffe auf Schulen und 73 Prozent der Rekrutierungen und Kampfeinsätze von Minderjährigen.
Vor dem Hintergrund wachsender Armut schließen sich viele der Kinder den bewaffneten Gruppierungen an, um ihre Familien zu unterstützen. Im Nordosten warten im Lager Al Hol und anderen Camps und Gefängnissen immer noch 22.000 Kinder und Jugendliche aus schätzungsweise 60 Ländern darauf, in ihre Heimatländer ausreisen zu können.

Auch die Lage der geflüchteten Familien in den Nachbarländern Jordanien, Libanon, Irak, Türkei sowie in Ägypten bleibt schwierig. Syriens Nachbarländer haben trotz eigener wirtschaftlicher und politischer Herausforderungen 83 Prozent aller geflüchteten Menschen aus Syrien aufgenommen. Die Covid-19-Pandemie und andere Herausforderungen haben dazu geführt, dass das Bruttoinlandsprodukt in den Nachbarländern Syriens um bis zu 15 Prozent gesunken ist. Dadurch sind immer mehr Eltern und Kinder von Armut bedroht.

„Trotz der großen Not der syrischen Kinder sehen wir immer wieder unglaubliche Beispiele von Resilienz und Entschlossenheit in Syrien. Zehn Jahre nach Beginn des brutalen Konflikts verfolgen die Kinder und die Menschen in Syrien weiterhin ihre Träume. Kinder sind die Zukunft des Landes und unsere Inspiration. Sie brauchen weiterhin unsere Unterstützung, damit sie mit den nötigen Fähigkeiten ausgestattet sind, um Syrien wiederaufzubauen, wenn der Frieden zurückkehrt“, sagte Ted Chaiban, UNICEF-Regionaldirektor für den Mittleren Osten und Nordafrika.


UNICEF unterstützt gemeinsam mit seinen Partnern Millionen syrischer Mädchen und Jungen in Syrien, Jordanien, Irak, Libanon, in der Türkei und Ägypten. Der Einsatz ist eine der größten Hilfsoperationen in der Geschichte des internationalen Kinderhilfswerks. 2020 hat UNICEF beispielsweise dazu beigetragen, dass mehr als 2,6 Millionen Kinder in Syrien gegen Kinderlähmung geimpft wurden. Rund 900.000 Mädchen und Jungen in Syrien und den Nachbarländern erhielten routinemäßige Schutzimpfungen oder wurden gegen Masern geimpft. 3,7 Millionen Kinder konnten mit Lernprogrammen erreicht werden und rund 400.000 Kinder haben psychosoziale Hilfe erhalten. Das BMZ ist eine der wichtigsten Stützen dieser Arbeit.

In diesem Jahr benötigt UNICEF 1,4 Milliarden US-Dollar, um syrische Kinder in Syrien und seinen Nachbarländern zu unterstützen.


UNICEF startet Lieferung von Spritzen für weltweite Covid-19-Impfungen

UNICEF startet Lieferung von Spritzen für weltweite Covid-19-Impfungen im Rahmen von COVAX  Erste Transporte auf die Malediven / Lieferungen an mehr als 30 weitere Länder folgen .

© UNICEF/UN0419485/Pableo

New York/Köln/Duisburg, 23. Februar 2021 - UNICEF hat die ersten 100.000 Spritzen und 1.000 Sicherheitsboxen für Covid-19-Impfungen per Luftfracht aus dem UNICEF-Warenlager in Dubai auf die Malediven verschickt. Damit beginnt die erste Auslieferungswelle von Spritzen für die weltweiten Covid-19-Impfungen, die in den kommenden Tagen fortgeführt wird. Zu den Ländern, die die Lieferungen der Spritzen im Rahmen der ersten Auslieferungswelle erhalten werden, gehören weiter die Elfenbeinküste sowie São Tomé und Príncipe.

Die 0,5-ml Spritzen sowie Sicherheitsboxen sollen noch heute in Malé auf den Maldiven eintreffen. In den nächsten Wochen wird UNICEF mehr als 14,5 Millionen 0,5-ml und 0,3-ml Spritzen an 30 Länder weltweit liefern. Die 0,5-ml Spritzen sind für den Gebrauch des Serum Institute of India/AstraZeneka Impfstoffs bestimmt, die 0,3-ml Spritzen für den Pfizer-BioNTech Impfstoff.

„Im weltweiten Kampf gegen die Covid-19-Pandemie sind Spritzen genauso wichtig wie der Impfstoff selbst“, sagte UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. „Es ist wichtig, dass in jedem Land bereits ausreichend Spritzen vorhanden sind, bevor der Impfstoff eintrifft, damit der Impfstoff sicher verabreicht werden kann. Es ist die Voraussetzung dafür, dass die Impfungen sofort beginnen und dass wir das Blatt im Kampf gegen das schreckliche Virus wenden können.“

Die Länder, die die Spritzen im Rahmen der ersten Auslieferungswelle erhalten werden, sind Teil der ersten vorläufigen Verteilungsprognose von COVAX und haben UNICEF um Unterstützung bei der Beschaffung der Spritzen gebeten. Die Lieferungen im Rahmen von COVAX unterstützen die Vorbereitungen der Impfungen in den jeweiligen Ländern vor Ort.

Die 0,5-ml-Spritzen werden aus dem UNICEF-Warenlager in Dubai versandt und die 0,3-ml Spritzen sowie 2-ml-Spritzen werden direkt von einem Hersteller in Spanien verschickt. Neben Spritzen verschickt UNICEF auch Sicherheitsboxen zur sicheren Entsorgung der Spritzen.

Die Spritzen enthalten eine automatische Deaktivierung und können somit nur einmal verwendet werden. So wird dem Risiko von durch Blut übertragbaren Krankheiten durch Spritzen vorgebeugt.

Insgesamt wird UNICEF in diesem Jahr bis zu einer Milliarde Spritzen und 10 Millionen Sicherheitsboxen an Länder liefern.

Bereits im Vorfeld hat UNICEF in seinen Warenlagern in Kopenhagen und Dubai rund eine halbe Milliarde Spritzen zur Vorbereitung der Auslieferung von Covid-19-Impfstoffen an 82 Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen deponiert. 

UNICEF hat mit Fluggesellschaften, Logistikunternehmen und Spediteuren zusammengearbeitet, um sicherzustellen, dass die Spritzen als Fracht priorisiert werden, unabhängig davon, ob sie direkt von einem Hersteller oder von den UNICEF-Warenlagern ins Zielland transportiert werden. Obwohl die ersten Lieferungen auf dem Luftweg transportiert werden, werden die meisten Spritzen und Sicherheitsboxen aufgrund des Umfangs der Frachtgüter auf dem Seeweg geliefert werden.

UNICEF plant die Lieferung von zwei Milliarden Impfdosen bis Ende 2021. Schon vor der Covid-19-Pandemie war UNICEF der weltweit größte Einkäufer von Impfstoffen. Jedes Jahr beschafft UNICEF mehr als zwei Milliarden Impfstoffe gegen gefährliche Infektionskrankheiten und stellt rund 600 bis 800 Millionen Spritzen für Routineimpfungen bereit.

COVAX ist eine globale Initiative unter der Leitung der Impfallianz Gavi, der Weltgesundheitsorganisation sowie der Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI). UNICEF verantwortet mit seiner fachlichen Kompetenz und einem globalen Logistiknetzwerk die weltweite Beschaffung und Logistik und unterstützt die Länder bei den Vorbereitungen der Impfungen vor Ort.

Kinderrechte jetzt! UNICEF Deutschland und Deutsches Kinderhilfswerk - Motto zum Weltkindertag 2021


Weltkindertag 2020 vor dem Berliner Reichstagsgebäude | © UNICEF/Zimmermann

Köln/Berlin/Duisburg, 03. Februar 2021- Das Motto des diesjährigen Weltkindertags am 20. September lautet „Kinderrechte jetzt!“. UNICEF Deutschland und das Deutsche Kinderhilfswerk unterstreichen damit im Wahljahr, dass es dringend an der Zeit ist, die Kinderrechte im Grundgesetz zu verankern und damit die Weichen für ein kinderfreundlicheres Deutschland zu stellen.  Gerade während der Covid-19-Pandemie wurde deutlich, dass Kinder kaum gehört und ihre Belange häufig hintenangestellt wurden.

Das Bundeskabinett hat im Januar einen 
Formulierungsvorschlag für eine Ergänzung im Grundgesetz verabschiedet, der in den kommenden Monaten diskutiert wird. Dieser ist aus der Sicht von UNICEF Deutschland und dem Deutschen Kinderhilfswerk jedoch noch unzureichend. Hier braucht es auch eine breite Beteiligung der Zivilgesellschaft, damit die in den letzten Jahren erarbeiteten fachlichen Standards angemessen Berücksichtigung finden.

„Die Aufnahme der Kinderrechte in unsere Verfassung wäre eine echte Chance, die Grundlagen für ein kinderfreundlicheres Land zu schaffen“, sagt Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. „Die Politik sollte diese Chance nutzen und sich auf eine kluge Formulierung verständigen. Denn ein Land, das die Rechte und die Interessen von Kindern stets besonders berücksichtigt und damit auch alle Familien stärkt, ist ein Land, in dem Kinder stark gemacht werden für die Herausforderungen der Gegenwart und für die Welt von morgen. Das ist nicht nur im Interesse unserer Kinder und ihrer Eltern, sondern auch im Interesse unserer ganzen Gesellschaft.“

„Die Corona-Krise zeigt uns, Kinder brauchen mehr als jemals zuvor ein eindeutiges Bekenntnis zur umfassenden Verwirklichung ihrer Rechte – über alle Parteigrenzen hinweg“, erklärt Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes. „Es liegt nun in den Händen von Bundestag und Bundesrat, entscheidende Weichen für das Aufwachsen der jungen Menschen und künftigen Generationen in unserem Land zu stellen. Ob Kinder und ihre Familien im September zum Weltkindertag die Aufnahme der Kinderrechte in das Grundgesetz als einen tatsächlichen Fortschritt oder nur als Alibi-Erklärung empfinden werden, hängt davon ab, ob Bund und Länder ihrer Verantwortung gegenüber Kindern und Jugendlichen nachkommen.“

Zum Weltkindertag am 20. September 2021 machen bundesweit zahlreiche Initiativen mit lokalen Demonstrationen, Festen und anderen Veranstaltungen auf die Situation der Kinder aufmerksam. In Berlin und Köln sind für Sonntag, den 19. September 2021, die beiden zentralen Aktionen geplant.


Perspektive von Kindern und Jugendlichen muss mehr zählen

Statement von Christian Schneider, Geschäftsführer UNICEF Deutschland, zur morgigen Bund-Länder-Konferenz zur Corona-Pandemie

© UNICEF/UNI332781/Bänsch

Köln/Duisburg, 18. Januar 2021 - „Das aktuelle Pandemiegeschehen in Deutschland gibt Anlass zur Sorge und macht offenbar weitere Maßnahmen zur Eindämmung erforderlich. In der morgigen Bund-Länder-Konferenz über mögliche Verschärfungen der Corona-Beschränkungen muss das Wohl von Kindern und Jugendlichen stärker als bisher beachtet und bei den Entscheidungen als ein Gesichtspunkt vorrangig berücksichtigt werden. 
Die Belastungen von Kindern und ihren Familien sind schon jetzt sehr hoch. Die Anzeichen mehren sich, dass der jetzige Lockdown für Kinder und Jugendliche, gerade für diejenigen, die ohnehin benachteiligt sind, noch deutlich mehr negative Folgen hat als der erste im Frühjahr 2020. Das körperliche und psychische Wohlbefinden sowie die Bildungs- und Teilhabechancen zu vieler Kinder und Jugendlicher sind in Gefahr.
Wir fordern Bund und Länder zu einer umfassenden und differenzierten Debatte über die Auswirkungen der Maßnahmen auf Kinder und Jugendliche auf, in der die Perspektive junger Menschen einbezogen wird. Bei den Beratungen sollten die zuständigen Ministerien und Interessenvertreter von Kindern und Jugendlichen gehört werden. Mit Blick auf das regionale Infektionsgeschehen sollten innovative und lokale Lösungen zur Unterstützung von Kindern, Jugendlichen und Eltern gefunden werden.“


Kinderrechte ins Grundgesetz: Einigung der Koalition ist inhaltlich noch unzureichend


© UNICEF/UNI331932/Bänsch

Berlin/Köln/Duisburg, 12. Januar 2021 - Wie der Berichterstattung zu entnehmen ist, hat sich die Bundesregierung offenbar auf einen Formulierungsvorschlag zur Aufnahme der Kinderrechte in das Grundgesetz verständigt. Die zuständige Arbeitsgruppe innerhalb der Bundesregierung soll den Entwurf heute Abend endgültig beschließen. 

Das Aktionsbündnis Kinderrechte (Deutsches Kinderhilfswerk, der Kinderschutzbund, UNICEF Deutschland, in Kooperation mit der Deutschen Liga für das Kind) begrüßt, dass die Bundesregierung sich nach zähem Ringen auf einen gemeinsamen Formulierungsvorschlag einigen konnte, der nun im Deutschen Bundestag diskutiert werden soll.  Aus Sicht des Aktionsbündnisses ist der Vorschlag, wie er nun auf dem Tisch liegt, allerdings unzureichend. Dies betrifft beispielsweise die Formulierungen zum Kindeswohl sowie zum Recht des Kindes auf Beteiligung, die hinter der UN-Kinderrechtskonvention und auch hinter der geltenden Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zurückbleiben.

Das Kindeswohl muss ein vorrangig zu berücksichtigender Gesichtspunkt sein, wenn auch nicht immer Vorrang haben. Dieses Ansinnen muss auch in der Formulierung für die Grundgesetzesänderung zum Ausdruck kommen. Darüber hinaus darf die Beteiligung von Kindern sich nicht auf das rechtliche Gehör beschränken, sondern muss als umfassendes Beteiligungsrecht formuliert werden. 

Gerade in der aktuellen Covid-19-Pandemie hat sich gezeigt, dass die Rechte und Belange von Kindern und Jugendlichen zu oft übersehen werden. Wir fordern alle Fraktionen im Bundestag deshalb auf, sich für eine Verbesserung der Formulierung stark zu machen und das parlamentarische Verfahren in diesem Sinne konstruktiv zu begleiten. In der Debatte um den endgültigen Verfassungstext müssen Kinder und Jugendliche selbst sowie Kinder- und Familienverbände beteiligt werden.

UNICEF warnt vor Hungerjahr für Kinder in Krisenländern

Ohne verstärkte Hilfe werden 2021 allein in sechs Krisenländern in Afrika und im Jemen 10,4 Millionen Kinder an akuter Mangelernährung leiden

Jemen: Die 4 Monate alte Ethar Omar Abdo Alshahar im Krankenhaus von Sana'a leidet an Mangelernährung / Copyright UNICEF/UNI312470/Alghabri

Köln/Duisburg, 30. Dezember 2020 - J Vor dem Jahreswechsel 2020/2021 ist UNICEF tief besorgt über die Gesundheit und das Wohlergehen von Millionen Kindern in der Demokratischen Republik Kongo, im Nordosten von Nigeria, im Südsudan, in der zentralen Sahelregion und im Jemen. Nach neuesten Prognosen werden dort im kommenden Jahr schätzungsweise 10,4 Millionen Mädchen und Jungen an akuter Mangelernährung leiden. Diese Länder erleben derzeit schwere humanitäre Krisen, kämpfen mit wachsender Ernährungsunsicherheit, einer tödlichen Pandemie und – mit Ausnahme der Sahelregion - möglichen Hungersnöten. 

„Covid-19 hat in Ländern, die unter den Folgen von Konflikten, Naturkatastrophen und Klimawandel leiden, die bestehende Ernährungsunsicherheit in eine bevorstehende Katastrophe verwandelt“, erklärte UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. „Familien, die schon lange darum kämpfen mussten, etwas zum Essen auf dem Tisch zu haben, stehen nun am Rand einer Hungersnot.“  

In der Demokratischen Republik Kongo leiden schätzungsweise 3,3 Millionen Kleinkinder unter fünf Jahren an Mangelernährung, rund eine Million schwer. Diese alarmierenden Zahlen sind Folge der anhaltenden Unsicherheit, den wirtschaftlichen Folgen der Covid-19 Pandemie und des eingeschränkten Zugangs gefährdeter Familien zu Hilfsmaßnahmen. Im Nordosten von Nigeria ist die Situation ebenso dramatisch. Im Bundesstaat Kebbi liegt die Rate für chronische Mangelernährung bei 66 Prozent, mehr als 20 Prozent höher als im Süden des Landes. Im Bundesstaat Sokoto im Nordwesten Nigerias, leiden fast 18 Prozent der Kinder an Auszehrung, 6,5 Prozent von ihnen schwer. Im Südsudan hat die Überprüfung der Ernährungssicherheit im Dezember 2020 (Integrated Food Security Phase Classification – IPC) eine weitere Verschlechterung der Situation ergeben.

Es wird befürchtet, dass dort im kommenden Jahr fast 7,3 Millionen Menschen – rund 60 Prozent der Bevölkerung – von schwerer akuter Ernährungsunsicherheit betroffen sein werden. Man rechnet mit schätzungsweise 1,4 Millionen akut mangelernährten Kindern – die höchste Zahl seit 2013. Gleichzeitig wird die Zahl der Kinder mit lebensgefährlicher akuter schwerer Mangelernährung voraussichtlich von 292.000 in 2020 auf 313.000 im kommenden Jahr steigen.  Ursachen hierfür sind anhaltende Konflikte und Unsicherheit sowie eingeschränkter Zugang zu Gesundheitsdiensten, sauberem Wasser, sanitären Einrichtungen und Hygiene. In einigen Gebieten des Landes haben in 2020 Überschwemmungen den Zugang zu Nahrung zusätzlich erschwert.

In den Sahel-Ländern Burkina Faso, Mali und Niger haben zunehmende Konflikte, Vertreibungen sowie Klimaveränderungen die Ernährungsunsicherheit verschärft. Rund 5,4 Millionen Menschen werden dort in der Pflanzsaison große Schwierigkeiten haben, ihren täglichen Bedarf an Nahrung zu beschaffen. Die akute Ernährungsunsicherheit hat in Burkina Faso um 167 Prozent, in Mali um 34 Prozent und in Niger um 39 Prozent gegenüber dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre zugenommen.  Es wird befürchtet, dass allein in diesen drei Ländern die Zahl akut mangelernährter Kinder um 21 Prozent zunimmt. Damit würden dort 2,9 Millionen Kinder an Mangelernährung leiden, etwa 890.000 davon schwer.

Im Jemen leiden schon jetzt über zwei Millionen Mädchen und Jungen unter fünf Jahren an akuter Mangelernährung, 358.000 leiden an akuter schwerer Mangelernährung – und es wird mit einem weiteren Anstieg gerechnet. In 133 Distrikten im Süden des Landes, in denen rund 1,4 Millionen Kinder unter fünf Jahren leben, ist allein von Januar bis Oktober 2020 ein Anstieg der Zahl akut mangelernährter Kinder um 10 Prozent zu verzeichnen. Dazu zählt der Anstieg von Fällen schwerer akuter Mangelernährung um 15 Prozent – dies sind 100.000 Kinder.

Auch für den Norden des Jemen werden ähnlich alarmierende Entwicklungen erwartet. UNICEF ruft Hilfsorganisationen und die internationale Gemeinschaft dringend dazu auf, in all diesen Ländern und Regionen – und darüber hinaus - den Zugang und die Unterstützung für Ernährungs- und Gesundheitshilfe sowie die Versorgung mit sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen für Kinder und Familien zu erhöhen. 

Trotz der Covid-19 Pandemie hat UNICEF zusammen mit seinen Partnern lebensrettende Hilfe für die besonders gefährdeten Kinder und Familien in schwer zugänglichen Ländern und Regionen durch die Anpassung bestehender Programme fortgeführt, um die Versorgung aufrecht zu erhalten und noch mehr Familien zu erreichen. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen benötigt allein für seine lebensrettenden Ernährungsprogramme für Kinder in Krisenländern im kommenden Jahr über eine Milliarde US-Dollar.



 

Unicef: Foto des Jahres 2020 vom brennenden Flüchtlingslager Moria

Das Siegerbild: Die brennende Not!

Köln/Duisburg, 22. Dezember 2020 - Das UNICEF-Foto des Jahres 2020 zeigt den Exodus von Kindern aus dem brennenden Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos. Das Siegerbild des griechischen Fotografen Angelos Tzortzinis hält die Tapferkeit, Fassungslosigkeit und Hilfsbereitschaft von Kindern angesichts höchster Not in einer bewegenden Momentaufnahme fest.

© Angelos Tzortzinis, Griechenland (AFP)

Auch der zweite und der dritte Preis des internationalen Wettbewerbs von UNICEF Deutschland fangen Geschichten von Kindern ein, die bedrückenden und außergewöhnlichen Lebensumständen standhalten. Die Reportage des indischen Fotografen Supratim Bhattacharjee über arbeitende Kinder auf den größten Kohlefeldern Asiens erhält den zweiten Preis. Der deutsch-russische Fotograf Evgeny Makarov zeigt in seiner Reportage aus Brasilien eine Ballettschule als Antwort auf Gewalt und Drogen im Alltag von Kindern in den Favelas von Rio de Janeiro. Sie wird mit dem dritten Preis ausgezeichnet.

„Das UNICEF-Foto des Jahres 2020 ist eine eindringliche Mahnung. Es erzählt von einem Drama direkt vor unserer Haustür. Das Bild konfrontiert uns mit unserer Menschenpflicht: Wir in Europa müssen endlich eine Antwort finden – auch für die Kinder von Moria. Wir müssen gemeinsam mehr tun, um auch in ihr Leben Hoffnung zu bringen“, erklärt Elke Büdenbender, Schirmherrin von UNICEF Deutschland.

Unicef Foto des Jahres 2019

Philippinen: Die Kinder, der Müll und der Tod | © Hartmut Schwarzbach, Deutschland (Argus Fotoagentur)



„Das Jahr 2020 hat für viele Mädchen und Jungen auf der Welt eine Eskalation an Katastrophen gebracht“, sagt Peter-Matthias Gaede, stellvertretender Vorsitzender von UNICEF Deutschland. „Aus einem Flüchtlingslager fliehen zu müssen, in ohnehin armseligen Lebensverhältnissen zusätzlich von der Corona-Pandemie bedroht zu werden, von Kinderarbeit nicht nur körperlich, sondern auch seelisch zerstört zu werden: Bilder aus dem diesjährigen Wettbewerb zeigen, was das bedeutet. Ihre Botschaft: Helfen wir den Kindern!“

„Covid-19 hat das Arbeitsfeld der Fotoreporter enorm eingeschränkt. Reisen wurden fast unmöglich. Gleichwohl erreichten die Jury für das UNICEF-Foto des Jahres 2020 bemerkenswerte Bilder und Bild-Essays. Realisiert häufig von den einheimischen Fotografen der Brennpunkte der Welt“, sagt Prof. Klaus Honnef, Vorsitzender der Jury. „Zehn herausragende Bild-Geschichten von Kindern zeichnete die Jury aus, deren Lebenswelt die unterschiedlichsten Zwänge und Herausforderungen prägen.“

Das Siegerbild: Die brennende Not 
Am 9. September 2020 zerstört im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos ein Feuer die Unterkünfte von 13.000 Menschen, darunter 4.000 Kinder. Die Geflüchteten und migrierten Menschen kommen aus Syrien, Afghanistan oder dem Irak. Die Zustände im Lager sind seit Jahren unerträglich: Überfüllung, kaum sauberes Wasser, nicht genug Lebensmittel, kein Dach über dem Kopf, keine Schulen oder Spielmöglichkeiten.

Der griechische Fotograf Angelos Tzortzinis hält einen Moment fest, in dem Tapferkeit, Fassungslosigkeit und Hilfsbereitschaft, angesichts höchster Not zusammentreffen. Nahezu jeder zweite Geflüchtete oder Vertriebene auf der Welt ist nach Schätzung von UNICEF ein Kind oder Jugendlicher.

Der zweite Preis: Der Fluch der Kohle
In Jharia im indischen Bundesstaat Jharkhand liegen die größten Kohlefelder Asiens. Auf 280 Quadratkilometern wird hier Kohle im Tagebau gewonnen, oftmals von Kindern. Der indische Fotograf Supratim Bhattacharjee hat in den Gesichtern dieser Kinder ihr ganzes Elend eingefangen: Entsetzen, Erschöpfung, Zerstörung. Das gefährliche Umfeld der Kohlefelder ist geprägt von toxischen Gasen, verschmutzter Luft und verunreinigtem Trinkwasser.

Der Tageslohn liegt umgerechnet bei ein bis zwei US-Dollar. Viele Mädchen und Jungen sind mangelernährt; tausende Kinder gehen nicht zur Schule.


Der dritte Preis: Das Favela-Ballett

Mitglieder einer der besten Tanz-Akademien Brasiliens haben beschlossen, für eine Alternative zu den oftmals aussichtslosen Lebensbedingungen in den Favelas von Rio de Janeiro zu sorgen. In der Favela Manguinhos eröffneten sie eine Ballettschule. 250 Mädchen erleben hier Freude und Spiel, können zur Schule gehen und Ausflüge in das Teatro Municipal machen. Der in Deutschland lebende russische Fotograf Evgeny Makarov hat die Ballettschülerinnen von Manguinhos auf ihren Wegen durch die Favela begleitet, beim Training in der Schule und in einer Gemeinschaft, die sie glücklich macht.

Sieben weitere Reportagen hob die Jury mit ehrenvollen Erwähnungen hervor: Anas Alkharboutli, Syrien (dpa), Reportage: Sport statt Krieg, Spaß statt Angst (Syrien) Daniele Vita, Italien, Reportage: Die Ragazzi von Catania (Italien) Elena Chernyshova, Russland/Frankreich (Panos Pictures), Reportage: Von der Schule des Lebens in die Schule des Staates (Russland) Erfan Kouchari, Iran (Tasnim News Agency), Reportage: Corona – und die kleine Freiheit auf dem Dach (Iran) Hamed Malekpour, Iran, Reportage: Ein Herz, zwei Leben (Iran) Nicoló Filippo Rosso, Italien, Reportage: Auf der Flucht aus Venezuela (Kolumbien) Sumon Yusuf, Bangladesch, Reportage: Ihr Bett ist die Straße (Bangladesch)

Über den Wettbewerb „UNICEF-Foto des Jahres“ 
Zum 21. Mal zeichnet UNICEF Deutschland mit dem internationalen Wettbewerb „UNICEF-Foto des Jahres“ Bilder und Reportagen professioneller Fotojournalisten aus, die die Persönlichkeit und die Lebensumstände von Kindern auf herausragende Weise dokumentieren. Voraussetzung für die Teilnahme ist die Nominierung durch einen international renommierten Fotografie-Experten. Eine Übersicht aller ausgezeichneten Fotoreportagen finden Sie auf www.unicef.de/foto. Im Foyer des Hauses der Bundespressekonferenz in Berlin ist die Ausstellung der prämierten Arbeiten bis Ende Januar zu sehen.