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1063. Sitzung des Bundesrates am 27. März 2026
Spritpreise, sexualisierte digitale Gewalt, Tariftreue und Krankenhausreform

Bundesrat

Berlin/Duisburg, 27. März 2026 - Zu Beginn des zweiten Märzplenums des Bundesrates begrüßte Bundesratspräsident Bovenschulte die Marschallin des Senats der Republik Polen, Małgorzata Kidawa-Błońska, auf der Ehrentribüne. Ihr Besuch im Bundesrat bildete den Abschluss eines dreitägigen Deutschlandaufenthalts.

Gesetze aus dem Bundestag
Dann beriet die Länderkammer 17 Gesetze aus dem Bundestag. So passierte das erst am Vortag beschlossene Kraftstoffmaßnahmenpaket nach intensiver Debatte den Bundesrat. Die Länder stimmten auch dem Tariftreuegesetz des Bundes und der Aufnahme des Wolfes ins Bundesjagdgesetz zu. Sie billigten darüber hinaus die neue Grundsicherung und weitere Änderungen im Recht der Sozialleistungen, die Umsetzung des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) sowie - ebenfalls nach umfangreicher Debatte - Anpassungen bei der Krankenhausreform.

In Anwesenheit des britischen Botschafters Andrew Mitchell billigte der Bundesrat den im Jahr 2025 geschlossenen Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Vereinigten Königreich und forderte in diesem Zusammenhang erleichterte Austauschmöglichkeiten für Jugendliche sowie eine Zugverbindung von London nach Deutschland.

Eigene Gesetzesinitiativen
Gleich sechs eigene Gesetzentwürfe standen auf der Tagesordnung. Der Bundesrat beschloss, einen Entwurf beim Bundestag einzubringen, der es erleichtern soll, durch Straftaten erlangte Vermögensgegenstände einzuziehen. Auch ein Vorschlag, den Ausbau von Windenergie durch Sonderausschreibungen zu beschleunigen, wird nun dem Bundestag zugeleitet.
Vorgestellt und in die Ausschüsse überwiesen wurden eine Gesetzesinitiative zur Vermögensabschöpfung bei Cum-Ex-Geschäften (TOP 16) und der Vorschlag, die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen und den Abbau von Bürokratie als Ziele in das Energiewirtschaftsgesetz aufzunehmen (TOP 18). Ebenfalls in den Ausschüssen beraten wird nun eine Initiative, Asylverfahren Einzelrichtern zuzuweisen (TOP 61).

Entschließungen
Der Bundesrat bekundete seine Solidarität mit den Opfern sexualisierter digitaler Gewalt und forderte, in diesem Bereich schnellstmöglich Strafbarkeitslücken zu schließen und für einen besseren Schutz der Persönlichkeitsrechte zu sorgen. Außerdem schlug er höhere Bußgelder für Lastkraftwagen und Schwertransporte vor, die das zulässige Höchstgewicht auf Straßenbrücken überschreiten.
Vorgestellt und in die Ausschüsse überwiesen wurden Anträge zum Schutz von Kindern und Jugendlichen in den sozialen Medien (TOP 63), zur Einführung der Übergewinnsteuer und Senkung der Stromsteuer als Reaktion auf die Energiekrise sowie der Vorschlag, eine Zuckersteuer für Limonaden und ein Mindestalter für Energy-Drinks einzuführen.

Vorhaben der Bundesregierung
Der Bundesrat hat sich zu vier Gesetzentwürfen der Bundesregierung positioniert, darunter das Behindertengleichstellungsgesetz (TOP 24) für weniger Barrieren im privaten und öffentlichen Bereich sowie eine Umsetzung von EU-Recht, um einen einheitlichen europäischen Rechtsrahmen für Entwicklung, Vertrieb und Verwendung von KI-Systemen zu schaffen (TOP 25).

EU-Vorlagen
Das Thema Künstliche Intelligenz gehörte zu den Schwerpunkten der Vorhaben aus Brüssel, zu denen die Länder Stellung genommen haben. So standen eine Strategie der Kommission für eine Datenunion (TOP 28 a) und der sogenannte „Digital-Omnibus“ (TOP 28 b und TOP 28 c) auf der Agenda. Dieser hat zum Ziel, Vorschriften für künstliche Intelligenz, Cybersicherheit und Daten zu straffen. Die Länder äußerten sich auch zu mehreren Vorlagen der Kommission, die das Ziel verfolgen, die Automobilbranche beim Übergang zu sauberer Mobilität zu unterstützen (TOP 36, TOP 37, TOP 38). Auch zur Thematik der erweiterten Herstellerverantwortung in den Bereichen Batterien und Verpackungen (TOP 41) sowie Abfälle, Elektrogeräte und Einwegkunststoffe (TOP 42) haben sich die Länder positioniert.
Ausblick auf die nächste Sitzung

Die nächste Plenarsitzung findet am 8. Mai 2026 statt. Die Vorschau bei BundesratKOMPAKT erscheint voraussichtlich am 30. April 2026.

Gesetzesbeschlüsse des Bundestages

 

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