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EU und Indien beschließen Freihandelsabkommen |
Brüssel, 27. Januar 2026 -
Die EU und Indien haben die Verhandlungen über ein
historisches, ehrgeiziges und wirtschaftlich bedeutendes
Freihandelsabkommen abgeschlossen. Es wird die
wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen der
zweit- und der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt in
einer Zeit wachsender geopolitischer Spannungen und
globaler wirtschaftlicher Herausforderungen stärken und
ihr gemeinsames Engagement für wirtschaftliche Offenheit
und regelbasierten Handel unterstreichen.
Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von
der Leyen, sagte: „Die EU und Indien schreiben heute
Geschichte und vertiefen die Partnerschaft zwischen den
größten Demokratien der Welt. Wir haben eine
Freihandelszone mit 2 Milliarden Menschen geschaffen, von
der beide Seiten wirtschaftlich profitieren werden.

Wir haben der Welt ein Signal gegeben, dass eine auf
Regeln basierende Zusammenarbeit immer noch zu
großartigen Ergebnissen führt. Und das Beste ist, dass
dies erst der Anfang ist - wir werden auf diesem Erfolg
aufbauen und unsere Beziehungen ausbauen, um noch stärker
zu werden.“
EU-Warenausfuhren nach Indien bis 2032 verdoppeln
Die EU und Indien tauschen bereits Waren und
Dienstleistungen im Wert von über 180 Milliarden Euro pro
Jahr aus und sichern damit fast 800 000 Arbeitsplätze in
der EU. Mit dem Abkommen sollen die EU-Warenausfuhren
nach Indien bis 2032 verdoppelt werden, indem die Zölle
auf 96,6 Prozent der EU-Warenausfuhren nach Indien
abgeschafft oder gesenkt werden.
Insgesamt werden durch die Zollsenkungen jährlich rund 4
Milliarden Euro an Zöllen auf europäische Produkte
eingespart. Das ist die ehrgeizigste Handelsöffnung, die
Indien jemals einem Handelspartner gewährt hat. Sie wird
den wichtigsten Industrie- und Lebensmittelsektoren der
EU einen erheblichen Wettbewerbsvorteil verschaffen und
den Unternehmen einen privilegierten Zugang zum
bevölkerungsreichsten Land der Welt mit 1,45 Milliarden
Einwohnern und der am schnellsten wachsenden großen
Volkswirtschaft mit einem jährlichen BIP von 3,4
Billionen Euro ermöglichen.
Chancen für europäische Unternehmen aller Größenordnungen
Indien wird der EU Zollsenkungen gewähren, die kein
anderen Handelspartner erhalten hat. So werden
beispielsweise die Zölle auf Autos schrittweise von 110
Prozent auf bis zu 10 Prozent gesenkt, während sie für
Autoteile in fünf bis zehn Jahren vollständig abgeschafft
werden.
Zölle von bis zu 44 Prozent auf Maschinen, 22 Prozent auf
Chemikalien und 11 Prozent auf Arzneimittel werden
ebenfalls weitgehend abgeschafft. Ein eigenes Kapitel
wird auch kleinen EU-Unternehmen helfen, die neuen
Exportmöglichkeiten voll auszuschöpfen. So werden beide
Seiten spezielle Kontaktstellen einrichten, die den KMU
einschlägige Informationen über das Freihandelsabkommen
zur Verfügung stellen und ihnen bei allen spezifischen
Problemen helfen, die sich bei der Nutzung der
Bestimmungen des Freihandelsabkommens ergeben könnten.
Darüber hinaus werden die KMU besonders von den
Zollsenkungen, der Beseitigung rechtlicher Hindernisse,
der Transparenz, der Stabilität und der Vorhersehbarkeit
profitieren, die das Abkommen bietet. Senkung der
Agrar-/Nahrungsmittelzölle Durch das Abkommen werden die
oft prohibitiven Zölle (im Durchschnitt über 36 Prozent)
auf EU-Ausfuhren von Agrar- und Ernährungsgütern
abgeschafft oder gesenkt.
Das eröffnet europäischen Landwirten einen riesigen
Markt. So werden beispielsweise die indischen Zölle auf
Wein bei Inkrafttreten des Abkommens von 150 Prozent auf
75 Prozent und später auf bis zu 20 Prozent gesenkt, die
Zölle auf Olivenöl werden innerhalb von fünf Jahren von
45 Prozent auf 0 Prozent gesenkt, und auf
landwirtschaftliche Verarbeitungserzeugnisse wie Brot und
Süßwaren werden Zölle von bis zu 50 Prozent abgeschafft.
Empfindliche europäische Agrarsektoren werden vollständig
geschützt, da Produkte wie Rindfleisch, Hühnerfleisch,
Reis und Zucker von der Liberalisierung im Abkommen
ausgenommen sind. Alle indischen Einfuhren müssen
weiterhin die strengen Gesundheits- und
Lebensmittelsicherheitsvorschriften der EU einhalten.
Parallel dazu verhandeln die EU und Indien derzeit über
ein separates Abkommen über geografische Angaben (g.A.),
das dazu beitragen wird, dass traditionelle, ikonische
Agrarerzeugnisse aus der EU in Indien besser verkauft
werden können, indem unlauterer Wettbewerb in Form von
Nachahmungen unterbunden wird.
Privilegierter Zugang zum Dienstleistungsmarkt und Schutz
des geistigen Eigentums Das Abkommen wird EU-Unternehmen
einen privilegierten Zugang zum indischen
Dienstleistungsmarkt gewähren, einschließlich
Schlüsselsektoren wie Finanzdienstleistungen und
Seeverkehr. Es enthält die ehrgeizigsten Verpflichtungen
Indiens im Bereich der Finanzdienstleistungen, die über
das hinausgehen, was das Land anderen Partnern gegenüber
eingegangen ist.
Das Abkommen bietet ein hohes Maß an Schutz und
Durchsetzung der Rechte an geistigem Eigentum,
einschließlich Urheberrecht, Marken, Designs,
Geschäftsgeheimnisse und Sortenschutzrechte. Es baut auf
bestehenden internationalen Verträgen über geistiges
Eigentum auf und bringt das indische und das EU-Recht für
geistiges Eigentum einander näher. Dadurch wird es für
Unternehmen in der EU und in Indien, die auf geistiges
Eigentum angewiesen sind, einfacher, auf den Märkten des
jeweils anderen Landes Handel zu treiben und zu
investieren.
Verstärkung der Verpflichtungen zur Nachhaltigkeit
Das Abkommen enthält ein spezielles Kapitel über Handel
und nachhaltige Entwicklung, das den Umweltschutz
verbessert und den Klimawandel bekämpft, die Rechte der
Arbeitnehmer schützt, die Stärkung der Rolle der Frau
unterstützt, eine Plattform für den Dialog und die
Zusammenarbeit in handelsbezogenen Umwelt- und
Klimafragen bietet und eine wirksame Umsetzung
gewährleistet.
Die EU und Indien werden außerdem eine Absichtserklärung
unterzeichnen, die die Einrichtung einer
EU-Indien-Plattform für die Zusammenarbeit und
Unterstützung von Klimaschutzmaßnahmen vorsieht. Die
Plattform soll in der ersten Hälfte des Jahres 2026
eingerichtet werden. Darüber hinaus ist vorbehaltlich der
Haushalts- und Finanzvorschriften und -verfahren der EU
eine Unterstützung der EU in Höhe von 500 Millionen Euro
in den nächsten zwei Jahren vorgesehen, um Indien bei
seinen Bemühungen um eine Verringerung der
Treibhausgasemissionen zu unterstützen und seinen
langfristigen nachhaltigen industriellen Wandel zu
beschleunigen.
Nächste Schritte
Auf Seiten der EU werden die ausgehandelten Textentwürfe
in Kürze veröffentlicht. Die Texte werden einer
juristischen Überprüfung unterzogen und in alle
EU-Amtssprachen übersetzt. Anschließend wird die
Kommission dem Rat ihren Vorschlag zur Unterzeichnung und
zum Abschluss des Abkommens vorlegen. Nach der Annahme
durch den Rat können die EU und Indien die Abkommen
unterzeichnen. Nach der Unterzeichnung benötigt das
Abkommen die Zustimmung des Europäischen Parlaments und
den Beschluss des Rates über den Abschluss, damit es in
Kraft treten kann. Sobald Indien das Abkommen ebenfalls
ratifiziert hat, kann es in Kraft treten.
Hintergrund
Die EU und Indien hatten im Jahr 2007 erstmals
Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen aufgenommen.
Die Gespräche wurden 2013 ausgesetzt und dann 2022 wieder
aufgenommen. Die 14. und letzte formelle
Verhandlungsrunde fand im Oktober 2025 statt, gefolgt von
Gesprächen auf technischer und politischer Ebene.
Gleichzeitig mit der Wiederaufnahme der Verhandlungen
über das Freihandelsabkommen nahmen die EU und Indien
auch Verhandlungen über ein Abkommen über geografische
Angaben und ein Investitionsschutzabkommen auf. Die
Verhandlungen über diese Abkommen sind noch nicht
abgeschlossen.
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Weltwirtschaftsforum in Davos:
Rede von Kommissionspräsidentin von der Leyen
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Davos, 20. Januar 2026 - Die
Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der
Leyen hat bei ihrer Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in
Davos eine europäische Unabhängigkeit als strukturelles
Muss bezeichnet. „Geopolitische Schocks können – und
müssen – eine Chance für Europa sein. Meiner Ansicht nach
ist das Erdbeben, das wir gerade erleben, eine Chance,
ja, in der Tat eine Notwendigkeit, eine neue Form der
europäischen Unabhängigkeit aufzubauen.“
Nostalgie bringt die alte Ordnung nicht zurück
Die Kommissionspräsidentin nannte Politikbereiche, in
denen die EU bereits schnell gehandelt hat: „Ob Energie
oder Rohstoffe, Verteidigung oder Digitales – wir agieren
schnell.“ Dabei müsse sich Europa im Klaren sein, dass es
mit einem dauerhaften Wandel zu tun hat und sich deswegen
auch dauerhaft verändern müsse: „Nostalgie wird die alte
Ordnung nicht zurückbringen. Und auf Zeit zu spielen und
darauf zu hoffen, dass sich die Dinge bald wieder ändern
werden, wird uns nicht aus unseren strukturellen
Abhängigkeiten heraushelfen.“
Europa entscheidet sich für fairen Handel und
Partnerschaften
Von der Leyen verwies auf die Unterzeichnung des
Mercosur-Abkommens vor wenigen Tagen und sprach von einem
Durchbruch nach 25 Jahren Verhandlungen. „Diese Einigung
sendet eine starke Botschaft an die Welt: Wir entscheiden
uns für fairen Handel statt für Zölle. Für Partnerschaft
statt Isolation. Für Nachhaltigkeit statt Ausbeutung. Und
wir meinen es ernst mit der Risikominderung für unsere
Volkswirtschaften und der Diversifizierung unserer
Lieferketten.“
Mit Mexiko, Indonesien und der Schweiz wurden ebenfalls
Abkommen abgeschlossen, weitere werden folgen, etwa mit
Indien: „Von Davos aus werde ich direkt nach Indien
reisen. Wir haben noch Arbeit vor uns. Aber wir stehen
kurz vor einem historischen Handelsabkommen. Manche
nennen es die Mutter aller Deals. Ein Abkommen, das einen
Markt mit 2 Milliarden Menschen schaffen würde, der dann
fast ein Viertel des weltweiten BIP ausmacht. Und vor
allem gäbe es Europa einen Vorsprung bei einer der am
schnellsten wachsenden und dynamischsten
Volkswirtschaften der Welt.“
Europa zieht Investitionen an
Mit Blick auf diese Abkommen bekräftigte von der Leyen,
Europa biete alle Voraussetzungen für Investitionen:
Ersparnisse, Kompetenzen und Innovation. Jetzt gehe es
darum, die Stärken gemeinsam zu mobilisieren - durch ein
förderliches und berechenbares Regelwerk, einen großen
und liquiden Kapitalmarkt und einen vernetzten und
bezahlbaren Energiemarkt.
Zielstrebig für die Sicherheit Europas
Die Kommissionspräsidentin bekräftigte: „Wirtschaft und
nationale Sicherheit sind enger denn je miteinander
verknüpft.“ Europa habe im vergangenen Jahr mehr für
Verteidigung ausgegeben als in den Jahrzehnten davor. Mit
Verweis auf den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine
sagte von der Leyen: „Zielstrebigkeit ist besonders
geboten, wenn es um die Sicherheit des Kontinents geht.“
Die Ukraine müsse in einer Position der Stärke sein, das
Engagement Europas für die Sicherheit, die Verteidigung
und die europäische Zukunft der Ukraine sei
unerschütterlich und die Zusammenarbeit mit den USA zur
Förderung des Friedensprozesses eng.
Arktische Sicherheit und Grönland
In ihrer Rede auf dem Weltwirtschaftsforum bekräftigte
die Kommissionspräsidentin, dass sich Europa ohne Wenn
und Aber für die Sicherheit der Arktis einsetze und die
Ziele der Vereinigten Staaten in dieser Hinsicht teile.
Die arktische Sicherheit könne nur gemeinsam
gewährleistet werden: „Deshalb sind die beabsichtigten
Zusatzzölle ein Fehler, insbesondere unter langjährigen
Verbündeten. Die EU und die USA haben sich im vergangenen
Juli auf ein Handelsabkommen geeinigt. Und in der Politik
wie in der Wirtschaft gilt: ein Deal ist ein Deal. Und
wenn Freunde sich die Hände schütteln, muss das etwas
bedeuten.“
Europa sehe die Menschen in den Vereinigten Staaten von
Amerika nicht nur als Verbündete, sondern auch als
Freunde. „Und uns in eine gefährliche Abwärtsspirale zu
stürzen, würde nur genau den Gegnern helfen, die wir doch
beide möglichst von unseren strategischen
Interessensgebieten fernhalten wollen. Deshalb werden wir
fest, vereint und mit Augenmaß reagieren.“
Paket zur Unterstützung der arktischen Sicherheit
Hier verwies von der Leyen auf die laufende Arbeit an
einem Paket zur Unterstützung der arktischen Sicherheit.
Sie nannte dabei folgende zentrale Punkte:
volle Solidarität mit Grönland und dem Königreich
Dänemark: „Die Souveränität und Integrität ihres
Territoriums ist nicht verhandelbar.“
massiver europäischer Investitionsschub für Grönland:
„Wir werden Hand in Hand mit Grönland und Dänemark daran
arbeiten, die lokale Wirtschaft und Infrastruktur noch
intensiver zu unterstützen.“
Arbeit mit den USA und allen Partnern an einem
umfassenderen arktischen Sicherheitskonzept: „Dies liegt
eindeutig in unserem gemeinsamen Interesse, und wir
werden dafür mehr investieren. Insbesondere glaube ich,
dass wir unsere Mehrausgaben im Verteidigungssektor für
eine europäische Eisbrecher-Flotte und andere für die
Sicherheit der Arktis lebenswichtige Ausrüstung nutzen
sollten.“
gemeinsam mit allen regionalen Partnern die gemeinsame
Sicherheit stärken: „Aus diesem Grund werden wir prüfen,
wie wir unsere Sicherheitspartnerschaften mit Ländern wie
Großbritannien, Kanada, Norwegen, Island und anderen
stärken können.“
sich an die neue Sicherheitsarchitektur und die neuen
Realitäten anpassen: „Deshalb bereitet Europa seine
eigene Sicherheitsstrategie vor, die wir noch in diesem
Jahr veröffentlichen wollen. Dazu zählt auch eine
aktualisierte Arktisstrategie.“
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Grönland-Erklärung von Kommissionspräsidentin von
der Leyen und Ratspräsident Costa |
Brüssel, 19. Januar 2026 - Die Präsidentin der
Europäischen Kommission Ursula von der Leyen und
EU-Ratspräsident António Costa haben die uneingeschränkte
Solidarität der EU mit Dänemark und der Bevölkerung
Grönlands unterstrichen. In einer gemeinsamen Erklärung
vom Samstag betonten sie: „Territoriale Unversehrtheit
und Souveränität sind Grundprinzipien des Völkerrechts.
Sie sind für Europa und für die gesamte internationale
Gemeinschaft von grundlegender Bedeutung.“
Frieden und Sicherheit in der Arktis – im
transatlantischen Interesse
„Wir haben stets unser gemeinsames transatlantisches
Interesse an Frieden und Sicherheit in der Arktis betont,
auch durch die NATO. Die im Vorfeld abgestimmte dänische
Übung, die zusammen mit Verbündeten durchgeführt wird,
findet statt, weil die Sicherheit in der Arktis gestärkt
werden muss, und stellt für niemanden eine Bedrohung
dar.“
Solidarität mit Dänemark und Grönland
„Die EU bekundet ihre uneingeschränkte Solidarität mit
Dänemark und der Bevölkerung Grönlands. Ein Dialog ist
und bleibt entscheidend; wir sind gewillt, auf dem
bereits in der vergangenen Woche zwischen dem Königreich
Dänemark und den USA begonnenen Prozess weiter
aufzubauen.“
Geeintes Europa
„Zölle würden die transatlantischen Beziehungen
untergraben und könnten eine gefährliche Abwärtsspirale
in Gang setzen. Europa bleibt geeint, koordiniert und zur
Wahrung seiner Souveränität entschlossen.“
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EU und Mercosur unterzeichnen historische und
ehrgeizige Partnerschaft |
Asunción/Brüssel, 17. Januar 2026 - Die Europäische Union
und die Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay
und Uruguay haben ein Partnerschaftsabkommen (EMPA) und
ein Interimshandelsabkommen (iTA) unterzeichnet - ein
historischer Meilenstein zwischen den beiden Regionen und
eine ehrgeizige Plattform zur Stärkung ihrer
wirtschaftlichen, diplomatischen und geopolitischen
Beziehungen.
Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte bei
der Unterzeichnung am Samstag in Asunción: „Heute
eröffnen zwei gleichgesinnte Regionen ein neues Kapitel
voller Chancen für mehr als 700 Millionen Bürgerinnen und
Bürger. Mit dieser Win-Win-Partnerschaft werden wir alle
gewinnen – wirtschaftlich, diplomatisch und geopolitisch.
Unsere Unternehmen werden Exporte, Wachstum und
Arbeitsplätze schaffen. Wir werden uns gegenseitig bei
unserer Energiewende und dem digitalem Wandel
unterstützen. Und unsere Botschaft an den Rest der Welt
ist klar: Die EU und der Mercosur entscheiden sich für
Zusammenarbeit statt Wettbewerb und für Partnerschaft
statt Polarisierung.“
Neue Geschäftsmöglichkeiten für europäische Unternehmen
Das Abkommen mit den Mercosur-Partnern (Argentinien,
Brasilien, Paraguay und Uruguay) wird eine der weltweit
größten Freihandelszonen schaffen, die einen Markt mit
mehr als 700 Millionen Verbraucherinnen und Verbrauchern
umfasst. Es wird Unternehmen in der gesamten EU
erhebliche neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnen und zu
einem geschätzten Anstieg der jährlichen Exporte in den
Mercosur um 39 Prozent (im Wert von rund 49 Milliarden
Euro) führen, während gleichzeitig Hunderttausende von
Arbeitsplätzen in der EU gesichert werden.
Geopolitisches Signal für Multilateralismus
Das Abkommen ist auch ein starkes geopolitisches Signal
und zeigt das gemeinsame Engagement der EU und des
Mercosur für den Multilateralismus und die regelbasierte
internationale Ordnung. In einer Zeit globaler
Unsicherheit und zunehmender Fragmentierung unterstreicht
dieses Abkommen den Wert von Zusammenarbeit, Dialog und
internationalen Partnerschaften.
Weniger Zölle, mehr Exporte
Das Abkommen wird in der EU eine Vielzahl
wirtschaftlicher Chancen eröffnen, dazu gehören
die Abschaffung von Zöllen auf EU-Exporte, darunter
Agrar- und Lebensmittelerzeugnisse sowie wichtige
Industrieprodukte wie Autos, Maschinen und Arzneimittel,
wodurch EU-Unternehmen jährlich Zölle im Wert von 4
Milliarden Euro einsparen;
Investitionen in wichtige Lieferketten, darunter
kritische Rohstoffe und damit verbundene Güter, die
einfacher, schneller und sicherer werden;
die Stärkung der wirtschaftlichen Sicherheit und
Unterstützung des digitalen und des ökologischen Wandels
auf beiden Seiten;
die Unterstützung der EU und des Mercosur bei der
Gestaltung globaler Handelsregeln im Einklang mit den
höchsten EU-Standards.
Ein ausgewogenes Abkommen für die EU-Landwirtschaft
Das Abkommen wird europäischen Landwirten und
Lebensmittelherstellern einen beispiellosen Zugang zur
Mercosur-Region eröffnen. Das Abkommen soll die EU-Agrar-
und Lebensmittelexporte in den Mercosur um bis zu 50
Prozent steigern, indem
die Zölle auf wichtige EU-Agrar- und Lebensmittelprodukte
wie Wein, Spirituosen, Milchprodukte und Olivenöl gesenkt
werden;
344 geografische Angaben der EU, hochwertige
traditionelle Lebensmittel und Getränke, vor unlauterem
Wettbewerb und Nachahmungen geschützt werden.
Gleichzeitig hat die EU sorgfältig darauf geachtet, dass
sensible Agrar- und Lebensmittelsektoren dank folgender
Maßnahmen den notwendigen Schutz erhalten:
Sorgfältig kalibrierte Zollkontingente, die den
Marktzugang für sensible Produkte aus dem Mercosur
begrenzen;
ein rechtsverbindlicher Schutzmechanismus, der sensible
europäische Produkte im Falle eines Anstiegs der
Einfuhren aus Mercosur-Ländern schützt;
verbesserte Kontrollen, die verhindern, dass nicht
konforme Produkte auf den EU-Markt gelangen,
einschließlich mehr Audits und Kontrollen in Drittländern
und verstärkte Kontrollen an den EU-Grenzen;
Umsetzung der Maßnahmen für eine stärkere Angleichung der
Produktionsstandards bei Pestiziden und Tierschutz für
Importe im Einklang mit der „Vision für Landwirtschaft
und Ernährung“; und
ein neues einheitliches Sicherheitsnetz in Höhe von 6,3
Milliarden Euro ab 2028, als zusätzliche Schutzmaßnahme
für unsere Landwirte im Falle von Marktstörungen.
Nachhaltigkeits- und Umweltverpflichtungen
Das Abkommen ist eines der ehrgeizigsten Abkommen, das
die EU jemals im Bereich der nachhaltigen Entwicklung
unterzeichnet hat, da es Folgendes umfasst:
ehrgeizige und durchsetzbare Klimaschutzverpflichtungen,
darunter das Pariser Abkommen als wesentliches Element;
konkrete Verpflichtungen im Bereich der nachhaltigen
Entwicklung, einschließlich der Stärkung der
wirtschaftlichen Stellung von Frauen und der
Arbeitnehmerrechte;
die Zusage, bis 2050 auf Klimaneutralität hinzuarbeiten;
und
einen klaren Beitrag des Handels zum ökologischen Wandel.
Nächste Schritte
Nach der Unterzeichnung des EMPA werden die EU und der
Mercosur nun mit ihren jeweiligen Verfahren zur
Ratifizierung des Abkommens beginnen.
Auf EU-Seite muss das EMPA von allen Mitgliedstaaten
entsprechend ihrer nationalen Verfahren ratifiziert
werden. Gleichzeitig wird das iTA dem
Ratifizierungsprozess der EU folgen, da es in die
ausschließliche Zuständigkeit der EU fällt. Dies
erfordert die Zustimmung des Europäischen Parlaments und
die Annahme durch den Rat, woraufhin es in Kraft treten
wird.
Das Interimsabkommen über den Handel (iTA) spiegelt die
Säule „Liberalisierung von Handel und Investitionen“ des
Partnerschaftsabkommen wider und wird bis zu dessen
vollständigen Inkrafttreten als eigenständiges Abkommen
fungieren. Ziel ist es, den wirtschaftlichen Nutzen der
ausgehandelten Handelsverpflichtungen so früh wie möglich
zu erzielen.
Das Interimsabkommen über den Handel fällt in die
ausschließliche Zuständigkeit der EU und bedarf daher
keiner Ratifizierung durch die einzelnen
EU-Mitgliedstaaten. Es tritt mit Inkrafttreten des
Partnerschaftsabkommens außer Kraft.
Das iTA läuft aus, sobald das EMPA in Kraft tritt.
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Sauberes Trinkwasser: Zusätzliche EU-weite Schutzmaßnahmen
gegen PFAS treten in Kraft
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Brüssel, 13. Januar 2026 - Seit dem 12.1.2026 müssen die
EU-Mitgliedstaaten die Gehalte von per- und
polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS) im Trinkwasser
systematisch überwachen, um neue, europaweite Grenzwerte
einzuhalten. Das trägt unmittelbar dazu bei, das Recht
auf sicheres Trinkwasser für die Menschen in Europa
durchzusetzen, eines der Ziele der
EU-Wasserresilienz-Strategie.
PFAS schnell erkennen und handeln
Jessika Roswall, EU-Kommissarin für Umwelt,
Wasserresilienz und eine wettbewerbsfähige
Kreislaufwirtschaft, erklärte: „Die PFAS-Verschmutzung
ist ein wachsendes Problem für das Trinkwasser in ganz
Europa. Mit harmonisierten Grenzwerten und einer
obligatorischen Überwachung, die jetzt in Kraft sind,
verfügen die Mitgliedstaaten über die Regeln und
Instrumente, um PFAS zum Schutz der öffentlichen
Gesundheit rasch zu erkennen und zu bekämpfen.“
Einheitliches Vorgehen europaweit
Die verstärkte Überwachung hatten die EU-Staaten und
Europäisches Parlament im Rahmen der Neufassung der
Trinkwasserrichtlinie 2020 beschlossen. Um eine
einheitliche Überwachung in der gesamten EU zu
unterstützen, hatte die Kommission 2024 technische
Leitlinien veröffentlicht. Die EU-Staaten müssen die
Kommission über die Ergebnisse ihrer Überwachung
unterrichten.
Bei Überschreitung der Grenzwerte müssen die
Mitgliedstaaten Maßnahmen ergreifen, um den PFAS-Wert zu
senken, um die öffentliche Gesundheit zu schützen und die
Öffentlichkeit zu informieren.
Konsequenzen könnten beispielsweise die Schließung
kontaminierter Brunnen, das Hinzufügen von
Behandlungsschritten zur Entfernung von PFAS oder die
Einschränkung der Trinkwasserversorgung umfassen, und
zwar solange die Überschreitung anhält.
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Erklärung von Kommissionspräsidentin von der
Leyen zum EU-Mercosur-Abkommen
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(Nach 25 Jahren Verhandlungen
Brüssel, 9. Januar 2026 - EU-Kommissionspräsidentin
Ursula von der Leyen hat die Zustimmung des Rates zum
Handelsabkommen zwischen der EU und Mercosur begrüßt. In
einer Erklärung betonte die Kommissionspräsidentin: „Mit
dem Mercosur-Abkommen schaffen wir einen Markt mit 700
Millionen Menschen – die größte Freihandelszone der Welt.
Unsere Botschaft an die Welt lautet: Partnerschaft
schafft Wohlstand, und Offenheit treibt den Fortschritt
voran.
Die Beharrlichkeit Europas und sein Einsatz für die
Umsetzung unserer Prioritäten und die Einhaltung unserer
Verpflichtungen sind klar. In einer Zeit, in der Handel
und Abhängigkeiten als Waffe eingesetzt werden und der
gefährliche, transaktionale Charakter der Realität, in
der wir leben, immer deutlicher wird, ist dieses
historische Handelsabkommen ein weiterer Beweis dafür,
dass Europa seinen eigenen Kurs fährt und als
verlässlicher Partner auftritt.“
Neues Zeitalter der Zusammenarbeit mit dem Mercosur Die
Kommissionspräsidentin sagte weiter: „Nach
fünfundzwanzigjähriger Entstehungszeit haben wir eine
substanzielle und für beide Seiten vorteilhafte Einigung
erzielt, die den Wohlstand heben und unglaubliche Chancen
schaffen wird. Mit diesem Abkommen bricht ein neues
Zeitalter des Handels und der Zusammenarbeit mit dem
Mercosur an. Es zeugt aber auch von der Dauerhaftigkeit
und Stärke unserer Beziehungen zu Lateinamerika und wird
uns näher zusammenbringen.“
Wirtschaftliche Bedeutung für Europäerinnen und Europäer
Von der Leyen bekräftigte die Vorteile des Abkommens für
Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen und alle
Mitgliedstaaten in Europa: „Derzeit exportieren 60 000
europäische Unternehmen in den Mercosur, zur Hälfte
kleine und mittlere Unternehmen. Sie werden von den
Zollsenkungen, durch die jedes Jahr etwa 4 Milliarden
Euro eingespart werden, sowie von einfacheren
Zollverfahren profitieren.
Zudem, und das ist ein äußerst wichtiger Aspekt, erhalten
unsere Unternehmen besseren Zugang zu kritischen
Rohstoffen.“
Sorgen aus der Landwirtschaft berücksichtigt Mit Blick
auf die europäische Landwirtschaft betonte die
Kommissionspräsidentin: „Wir haben unsere Landwirtinnen
und Landwirte und unseren Agrarsektor mit ihren Sorgen
angehört und darauf reagiert. Das Abkommen enthält
robuste Klauseln zum Schutz ihrer Existenzgrundlagen. Wir
verstärken auch unsere Maßnahmen in Bezug auf
Einfuhrkontrollen, da die Vorschriften auch von den
Einführern eingehalten werden müssen.
Gleichzeitig werden wir die Chancen nutzen, die dieses
Abkommen unseren Landwirtinnen und Landwirten bietet. Es
umfasst beispielsweise 350 europäische geografische
Angaben, mehr als jedes andere EU-Handelsabkommen.“
Vorteile für beide Seiten Abschließend betonte von der
Leyen: „Das Abkommen bringt beiden Seiten Vorteile. Da
die EU einer der wichtigsten Handels- und
Investitionspartner des Mercosur ist, wird dieses
Abkommen in Europa mehr Geschäftsmöglichkeiten schaffen
und europäische Investitionen in strategische Sektoren
ankurbeln. Die EU-Ausfuhren in den Mercosur dürften bis
2040 um fast 50 Mrd. Euro und die des Mercosur in die EU
um bis zu 9 Mrd. Euro steigen. Ich freue mich darauf,
nach Paraguay zu reisen, damit wir diese neue Ära
gemeinsam einläuten können.“
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Koalition der Willigen: Robuste
Sicherheitsgarantien für einen dauerhaften Frieden in der
Ukraine
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Brüssel, 6./7. Januar 2026 - Die
Mitglieder der Koalition der Willigen haben nach ihrem
Treffen mit Vertretern der Ukraine und der USA in Paris
ihr Engagement für einen gerechten und dauerhaften
Frieden in der Ukraine im Einklang mit den Grundsätzen
der Charta der Vereinten Nationen bekräftigt.
In einer gemeinsamen Erklärung begrüßten sie die
erzielten Fortschritte, auch in den Gesprächen zwischen
den Amerikanern, den Ukrainern, den europäischen und
anderen Partnern. Selbstverteidigung der Ukraine Die
Koalition der Willigen betonte, dass die Fähigkeit der
Ukraine, sich selbst zu verteidigen, von entscheidender
Bedeutung sei, um die Zukunft der kollektiven Sicherheit
der Ukraine und des euro-atlantischen Raums zu
gewährleisten.
„Wir haben bekräftigt, dass die Gewährleistung der
Souveränität und dauerhaften Sicherheit der Ukraine
integraler Bestandteil eines Friedensabkommens sein wird
und dass jede Lösung durch robuste Sicherheitsgarantien
für die Ukraine unterstützt werden muss.“
Politisch und rechtlich bindende Garantien „Wir sind
bereit, uns zu einem System politisch und rechtlich
bindender Garantien zu verpflichten, das nach
Inkrafttreten eines Waffenstillstands zusätzlich zu
bilateralen Sicherheitsabkommen und in Übereinstimmung
mit unseren jeweiligen rechtlichen und
verfassungsrechtlichen Vereinbarungen aktiviert wird.“
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DiscoverEU und 40 Jahre
Schengen: 40.000 Reisetickets vergeben, über 6.800 gehen
an junge Menschen aus Deutschland
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Brüssel, 7. Januar 2026 - 40.024 junge
Menschen können nach der aktuellen Auswahlrunde von
DiscoverEU ab Frühjahr kostenlos mit der Bahn durch
Europa reisen. Aus Deutschland hatten sich 46.298 junge
Menschen beworben, 6.837 erhalten einen Travel-Pass. Seit
Beginn des Programms im Jahr 2018 gab es europaweit über
1.9 Millionen Bewerbungen, 431.931 Travel-Pässe wurden
seitdem vergeben.
Glenn Micallef, EU-Kommissar für
Generationengerechtigkeit, Jugend, Kultur und Sport,
erklärte: „DiscoverEU bietet Tausenden junger
Europäerinnen und Europäern die Möglichkeit, unseren
Kontinent zu erkunden, neue Menschen kennenzulernen und
den Wert der Freizügigkeit direkt zu erleben. Diese
Sonderausgabe zum 40. Jahrestag von Schengen erinnert
daran, dass Mobilität ein Recht ist, das wir schätzen,
ein Eckpfeiler unserer gemeinsamen europäischen
Identität.“
Auf der Kultur-Route das kulturelle Erbe Europas
entdecken DiscoverEU wird auch zum Kulturkompass
für Europa beitragen, indem es die DiscoverEU-Kulturrouten stärker
bewirbt.
Teil des Programms sind Informationsveranstaltungen vor
der Abreise und DiscoverEU-Treffen.
Eines dieser Treffen wird im Juli in Lyon (Frankreich) im
Rahmen der Europäischen
Jugendwoche 2026 mit den Schwerpunkten Solidarität
und Fairness organisiert. Dort werden mehr als 200 junge
Reisende aus ganz Europa zusammenkommen.
Lernen durch Entdecken: mit DiscoverEU mehr Europa
erleben DiscoverEU ist ein wichtiger Bestandteil des
Erasmus+-Programms und fördert die Mobilität junger
Menschen, umweltfreundliches Reisen, den kulturellen
Austausch und die europäische Einheit. Die aktuelle
Bewerbungsrunde stand allen offen, die zwischen dem 1.
Januar 2007 und dem 31. Dezember 2007 geboren wurden und
aus EU-Mitgliedstaaten und mit Erasmus+ assoziierten
Ländern (Island, Liechtenstein, Norwegen, Nordmazedonien,
Serbien und Türkei) stammen.
Es gingen 246.782 Bewerbungen ein. Wie in den
vergangenen Ausgaben ermöglichen Sonderregelungen die
Teilnahme von Reisenden von Inseln, aus Regionen in
äußerster Randlage oder abgelegenen Gebieten. Zusätzlich
zum Travel-Pass profitieren die Teilnehmenden von einer Rabattkarte,
mit der sie viele Ermäßigungen für kulturelle
Aktivitäten, Unterkünfte, Nahverkehr, Verpflegung und
andere Dienstleistungen erhalten.
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Venezuela: Erklärung der Hohen Vertreterin zu den Folgen der
US-Intervention
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Brüssel 5. Januar 2026 -
Die Hohe Vertreterin der EU Kaja Kallas hat eine
Erklärung zu Venezuela abgegeben, die von 26
Mitgliedstaaten der Europäischen Union unterstützt wird.
Darin heißt es: „Die Europäische Union ruft alle Akteure
zu Ruhe und Zurückhaltung auf, um eine Eskalation zu
vermeiden und für eine friedliche Lösung der Krise zu
sorgen.“
Völkerrecht und UN-Charta
„Die EU erinnert daran, dass unter allen Umständen die
Grundsätze des Völkerrechts und der Charta der Vereinten
Nationen gewahrt werden müssen. Die Mitglieder des
Sicherheitsrates der Vereinten Nationen haben eine
besondere Verantwortung, diese Grundsätze als eine Säule
der internationalen Sicherheitsarchitektur zu wahren.“
In dem Statement wird darauf verwiesen, dass Nicolás
Maduro nicht die Legitimität eines demokratisch gewählten
Präsidenten besitze und sich die EU wiederholt für einen
von Venezuela geführten friedlichen Übergang zur
Demokratie im Land eingesetzt hat. „Das Recht des
venezolanischen Volkes, über seine Zukunft zu
entscheiden, muss respektiert werden.“
Sicherheitsbedrohung durch Drogenhandel
„Die EU teilt die Priorität der Bekämpfung der
grenzüberschreitenden organisierten Kriminalität und des
Drogenhandels, die weltweit eine erhebliche
Sicherheitsbedrohung darstellen. Gleichzeitig betont die
EU, dass diese Herausforderungen durch eine nachhaltige
Zusammenarbeit unter uneingeschränkter Achtung des
Völkerrechts und der Grundsätze der territorialen
Unversehrtheit und Souveränität angegangen werden
müssen.“
„Wir stehen in engem Kontakt mit den Vereinigten Staaten
sowie mit regionalen und internationalen Partnern, um den
Dialog mit allen beteiligten Parteien zu unterstützen und
zu erleichtern, der zu einer ausgehandelten,
demokratischen, inklusiven und friedlichen Lösung der
Krise unter der Führung der Venezolaner führt.“
Demokratie wiederherstellen
„Die Achtung des Willens des venezolanischen Volkes
bleibt die einzige Möglichkeit für Venezuela, die
Demokratie wiederherzustellen und die derzeitige Krise zu
lösen.
In dieser kritischen Zeit ist es von entscheidender
Bedeutung, dass alle Akteure die Menschenrechte und das
humanitäre Völkerrecht uneingeschränkt achten. Alle
politischen Gefangenen, die derzeit in Venezuela
inhaftiert sind, müssen bedingungslos freigelassen
werden.“
Die Konsularbehörden der EU-Mitgliedstaaten arbeiten eng
zusammen, um die Sicherheit der EU-Bürger, einschließlich
der illegal in Venezuela inhaftierten Personen, zu
schützen.
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- EU-Unternehmen erhöhen
Investitionen in Forschung und Entwicklung
- EU zahlt 2,3 Milliarden Euro Finanzhilfen aus und
liefert Wärmekraftwerk
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EU-Unternehmen erhöhen
Investitionen in Forschung und Entwicklung in
Schlüsselsektoren
Brüssel, 22. Dezember 2025 - Laut dem heute
veröffentlichten EU-Anzeiger für industrielle
FuE-Investitionen 2025 haben EU-Unternehmen 2024 ein
starkes Wachstum von Forschung und Entwicklung (FuE) in
den Bereichen Energie, Gesundheit, Luft- und Raumfahrt
und Verteidigung vorangetrieben.
Der Bericht unterstreicht zwar die Führungsrolle Europas
in Schlüsselindustrien, unterstreicht aber auch den
starken Druck des globalen Wettbewerbs, insbesondere im
Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien
(IKT).
Im Jahr 2024 erhöhten die führenden industriellen
FuE-Investoren der EU in den Bereichen Strom und
erneuerbare Energien ihre FuE-Investitionen um 19,8 % und
ihre Investitionsausgaben um 17,8 %. Dies ist ein
positiver Schritt zur Erreichung der Ziele des Clean
Industrial Deal.
Im Gesundheitssektor erhöhten führende Unternehmen ihre
FuE-Investitionen um 13 % – eine deutlich höhere
Wachstumsrate als in anderen Teilen der Welt. Darüber
hinaus investieren europäische Luft- und Raumfahrt- und
Verteidigungsunternehmen 4,8 % mehr, um die
Verteidigungsbereitschaft Europas zu erhöhen.
Diese Ergebnisse, die im heutigen Scoreboard
veröffentlicht wurden, bieten wichtige Einblicke in die
globale Forschungs- und Entwicklungsdynamik.
Maßnahmen der Kommission zur Stärkung der
Innovationsfähigkeit Europas
Um auf den globalen Wettbewerb zu reagieren und das
europäische Innovationsökosystem zu stärken, treibt die
Kommission mehrere Initiativen voran, die mit dem
EU-Kompass für Wettbewerbsfähigkeit in Einklang stehen,
darunter:
- die EU-Start-up- und Scaleup-Strategie, um Europa zu
einem Top-Ziel für die Gründung und das Wachstum globaler
Technologieunternehmen zu machen;
- das Europäische Innovationsgesetz und die 28. Regelung,
die für 2026 erwartet werden;
- die Europäische Strategie für Forschungs- und
Technologieinfrastrukturen, die den Zugang von
Unternehmen zu Infrastrukturen von Weltrang und
FuE-Unterstützung verbessert;
Die europäische Strategie für KI in der Wissenschaft mit
der Ressource für KI-Wissenschaft in Europa (RAISE), mit
der Wissenschaftler mit den Ressourcen ausgestattet
werden, um KI für ihre Forschung einzuführen.
Die Beschleunigung dieser Initiativen ist von
entscheidender Bedeutung, um innovative Unternehmen beim
Ausbau zu unterstützen, insbesondere dort, wo Europa
seine Souveränität und Technologieführerschaft stärken
muss.
Wichtigste Feststellungen
Strategische Stärken der EU: EU-Unternehmen verzeichneten
einen starken Anstieg der FuE im Energiesektor (19,8 %),
der das Wachstum in den USA (6 %), Japan (-14,2 %) und
China (3,8 %) bei weitem übertraf. Im Gesundheitswesen
übertraf das Wachstum der EU (13 %) deutlich die USA (7,1
%), Japan (9,1 %) und China (0,1 %). Luft- und Raumfahrt
sowie Verteidigung verzeichneten ebenfalls einen Anstieg
von 4,8 %.
Innovationszentren: Die meisten FuE-Investitionen der 800
größten EU-Unternehmen erfolgen in Ländern, die als
„starke Innovatoren“ eingestuft werden (Österreich,
Belgien, Estland, Frankreich, Deutschland, Irland,
Luxemburg). Dies unterstreicht das Potenzial
unterstützender Ökosysteme für das Wachstum von
F&E-intensiven Unternehmen.
Die globale Dynamik verlangsamt sich: Die weltweit
führenden 2.000 Unternehmen investierten 2024 1.442,6
Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung (+6,3 %). Am
stärksten wuchsen die USA (+7,8 %) und der Rest der Welt
(+8,1 %), gefolgt von Japan (+7,1 %). Die EU (+2,9 %) und
China (+3,9 %) verzeichneten einen moderateren Anstieg.
Sektorspezifischer Schwerpunkt: Vier Sektoren -
IKT-Software, IKT-Hardware, Gesundheit und
Automobilindustrie - machen über 80 % der
Gesamtinvestitionen aus. US-Unternehmen sind führend in
den Bereichen IKT und Gesundheit; EU-Unternehmen sind
nach wie vor weltweit führend in der Automobilindustrie.
Hintergrund
Der EU-Anzeiger für industrielle FuE-Investitionen wird
seit 2004 jährlich veröffentlicht. Die Ausgabe 2025
enthält Wirtschaftsinformationen aus den jüngsten
Jahresabschlüssen (Haushaltsjahr 2024) der weltweit
führenden 2000 FuE-Investoren und der 800 größten
Unternehmen in der EU. Zusammen machen diese Unternehmen
über 90 % der weltweit von Unternehmen finanzierten FuE
aus.D.
Als wichtige Referenz für Analysen und Daten in
Wissenschaft, Industrie und Politikgestaltung werden die
Daten des Scoreboards im Einklang mit der
Open-Science-Praxis der Kommission öffentlich zugänglich
gemacht.
Solidarität mit der Ukraine: EU zahlt 2,3
Milliarden Euro Finanzhilfen aus und liefert komplettes
Wärmekraftwerk
Die Europäische Kommission hat im Rahmen der
Ukraine-Fazilität die sechste reguläre Zahlung von 2,3
Milliarden Euro angewiesen. Sie unterstützt damit die
makrofinanzielle Stabilität des Landes und seine
öffentliche Verwaltung. Zudem hat die Kommission im
Rahmen ihrer bisher größten koordinierten
Logistik-Operation ein vollständiges Wärmekraftwerk von
Litauen in die Ukraine geliefert. Das Kraftwerk kann eine
Million Menschen mit Strom versorgen. Es stellt kritische
Energiekapazitäten wieder her und stärkt unmittelbar das
nationale Netz der Ukraine, das anhaltenden Angriffen
Russlands ausgesetzt ist.
70 Prozent des Geldes im Rahmen der Ukraine-Fazilität
ausgezahlt
Mit der sechsten Tranche hat die EU seit März 2024 26,8
Milliarden Euro ausgezahlt. Das entspricht fast 70
Prozent der im Rahmen der ersten Säule der
Ukraine-Fazilität verfügbaren Mittel. Die Zahlung folgt
auf die erfolgreiche Umsetzung von Reformen in
strategisch wichtigen Bereichen wie der öffentlichen
Finanzverwaltung, des Justizsystems, des Agrar- und
Lebensmittelsektors und der Bewirtschaftung kritischer
Rohstoffe.
Die für Erweiterung zuständige EU-Kommissarin Marta Kos
erklärte: „Die Ukraine führt trotz der Aggression
Russlands mit bemerkenswerter Geschwindigkeit echte
Reformen durch. Mit der Fazilität für die Ukraine treibt
die EU Reformen voran, die die Ukraine näher an die EU
heranführen und gleichzeitig kritische Bedürfnisse,
einschließlich der Energieversorgungssicherheit im
Winter, unterstützen.“
Ausführliche Informationen finden Sie in diesem
Factsheet.
Vollständiges Wärmekraftwerk in die Ukraine verlegt
Die Lieferung eines vollständigen Wärmekraftwerks in die
Ukraine wurde über einen Zeitraum von elf Monaten
durchgeführt und umfasste 149 Lieferungen mit insgesamt
2.399 Tonnen Ausrüstung. Darunter waren 40 übergroße
Transporte, wie außergewöhnlich schwere Transformatoren
und Statoren mit einem Gewicht von jeweils rund 172
Tonnen. Die Unterstützung der polnischen
Regierungsbehörde für strategische Reserven war
entscheidend für den komplexen Transport dieser
Komponenten.
Hadja Lahbib, EU-Kommissarin für Krisenvorsorge und
‑management sowie Gleichberechtigung erklärte: „Ich danke
Litauen, Polen, Rumänien und allen Partnern, die für den
Erfolg dieser kolossalen Operation gesorgt haben. Es ist
ein eindrucksvoller Beweis für das unerschütterliche
Engagement der EU für die Widerstandsfähigkeit der
Ukraine und trägt dazu bei, Licht und Wärme für eine
Million Menschen zu gewährleisten, die vor einem vierten
Winter des russischen Angriffskriegs stehen.“
Bislang hat die EU-Unterstützung für den ukrainischen
Energiesektor dazu beigetragen, den Bedarf von
schätzungsweise 9 Millionen Menschen zu decken. Die EU
hat über das EU-Katastrophenschutzverfahren bisher 9.500
Stromgeneratoren und 7.200 Transformatoren an die Ukraine
geliefert.
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E-Commerce: EU führt Zölle auf
Pakete mit geringem Wert ein
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Brüssel, 15. Dezember 2025 -
Ab Juli 2026 wird in der EU ein
Zollsatz von 3 Euro pro Sendung auf E-Commerce-Pakete mit
einem Wert von weniger als 150 Euro eingeführt. Darauf
haben sich die EU-Mitgliedstaaten geeinigt.
Maroš Šefčovič, EU-Kommissar für Handel und
wirtschaftliche Sicherheit sowie interinstitutionelle
Beziehungen und Transparenz, begrüßte die
Entscheidung: „Mit dem rasanten Wachstum des
elektronischen Handels verändert sich die Welt schnell –
und wir brauchen die richtigen Instrumente, um Schritt zu
halten. Deshalb ist die Entscheidung über Zölle für
kleine Pakete, die in die EU eingeführt werden, so
wichtig, um im heutigen Zeitalter des E-Commerce einen
fairen Wettbewerb an unseren Grenzen zu gewährleisten.“
Kurzfristiger Schutz der EU-Unternehmen vor dem
E-Commerce-Boom Angesichts des raschen Anstiegs der
Einfuhren von Waren im elektronischen Handel in die EU
haben die Kommission und die Mitgliedstaaten gemeinsam
die Notwendigkeit einer dringenden Lösung anerkannt. Sie
soll die Lücke bis zur Einrichtung der
EU-Zolldatenplattform im Jahr 2028 im Rahmen der
EU-Zollreform schließen.
Der vorübergehende Zollsatz von 3 Euro je Sendung gilt
für Pakete, die direkt aus Drittländern an
Verbraucherinnen und Verbraucher versandt werden. Reform
der EU-Zollreform als dauerhafte Lösung Diese Maßnahme
ist unabhängig von den laufenden Verhandlungen über eine
EU-Bearbeitungsgebühr für E-Commerce-Pakete.
Während die Zollabgaben einen Wettbewerbsvorteil
beseitigen, den die E-Commerce-Betreiber derzeit
genießen, soll die Bearbeitungsgebühr die steigenden
Kosten ausgleichen, die den Zollbehörden durch die
Überwachung des sehr umfangreichen Paketverkehrs
entstehen.
Kommissar Šefčovič betonte: „Unsere Bemühungen zur
Modernisierung der Art und Weise, wie wir den Handel an
unseren Grenzen steuern, sind auf einem guten Weg, und
wir stehen kurz vor dem Abschluss der ehrgeizigsten
Zollreform seit der Gründung der Zollunion im Jahr 1968.
Unser Ziel ist klar: ein modernes, digitales Umfeld, das
einen reibungslosen internationalen Handel gewährleistet
und gleichzeitig die Stärke und Integrität unseres
Binnenmarktes schützt.“
Die dauerhafte Zollregelung wird gelten, sobald der
EU-Zolldatenplattform eingerichtet ist. Sie wird neue
Zolldaten im Zusammenhang mit dem elektronischen Handel
vollständig integrieren und den Zollbehörden ein
vollständiges Bild der Waren liefern, die in die EU ein-
oder aus der EU ausgeführt werden.
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Clean Air Forum,
Batterierecycling und Forschung: Umweltkommissarin
Roswall in Bonn und Krefeld
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1. Dezember 2025 - Die für Umwelt,
resiliente Wasserversorgung und wettbewerbsfähige
Kreislaufwirtschaft zuständige EU-Kommissarin Jessika
Roswall ist gemeinsam mit Bundesumweltminister Carsten
Schneider und anderen hochrangigen Teilnehmenden in Bonn
beim 5. EU-Forum für saubere Luft.
Vorab sagte sie: „In saubere Luft zu investieren heißt,
in unsere Widerstandsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit
zu investieren. Maßnahmen zur Verringerung der
Luftverschmutzung haben Vorteile gebracht, die ihre
Kosten bei weitem überwiegen. Jeder Euro, der für saubere
Luft ausgegeben wird, bringt mindestens das Vierfache an
Nutzen.
Die Politik der EU zur Verringerung der Luftverschmutzung
zeigt solide Ergebnisse. Die Luftqualität hat sich in den
letzten Jahrzehnten stetig verbessert, und die EU ist auf
dem besten Weg, die gesundheitlichen Auswirkungen der
Luftverschmutzung bis 2030 um mehr als 55 Prozent
gegenüber 2005 zu senken.“
Am Vormittag war Roswall bei der Accurec Recycling GmbH
in Krefeld bei der Inbetriebnahme einer europaweit
einzigartigen Anlage, mit der das Unternehmen Lithium aus
alten Akkus zurückgewinnen kann. Am Nachmittag diskutiert
sie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität
Bonn mit Forschenden des PhenoRob Clusters, das die
nachhaltige und technologie-getriebene Transformation der
Landwirtschaft zum Thema hat.
Bewertung der NEC-Richtlinie heute veröffentlicht
Im Mittelpunkt des Clean Air Forum steht unter anderem
die Bewertung der Richtlinie über nationale
Emissionsreduktionsverpflichtungen (NEC), die die
Kommission heute veröffentlicht hat. Sie zeigt, dass die
Emissionen der fünf wichtigsten Luftschadstoffe
(Schwefeldioxid, Feinstaub, Stickoxide und flüchtige
organische Verbindungen außer Methan und Ammoniak) in der
EU während des Bewertungszeitraums trotz
Wirtschaftswachstums stetig zurückgegangen sind. Dies
deutet auf eine erfolgreiche Entkopplung von
Wirtschaftstätigkeit und Luftverschmutzung hin. In den
vergangenen zwei Jahrzehnten wurden die
Schwefeldioxidemissionen am stärksten reduziert (85
Prozent im Vergleich zu 2005).
Besuch der Accurec GmbH in Krefeld
Bei der Accurec GmbH in Krefeld nahm die Kommissarin an
einem Meilenstein teil, nämlich der Inbetriebnahme der
ersten industriellen Rückgewinnung von Lithium aus
Altbatterien. Das von Accurec entwickelte,
thermochemische Verfahren überführt mit geringstem
Aufwand an Energie und Betriebsmitteln die kritischen
Rohstoffe in eine hervorragend trennbare Form und
extrahiert diese.
Kommissarin Roswall sagte: „Die Unterstützung
strategischer Projekte und Anlagen wie dieser ist für die
Europäische Kommission und für mich persönlich von
entscheidender Bedeutung. Denn sie ist entscheidend für
die Zukunft Europas und für das, was ich für die
Generation meiner Enkelkinder erreichen möchte. In der
heutigen instabilen Welt ist die Sicherung der
strategischen Autonomie Europas wichtiger denn je“.
Kommission fördert Energieverbundfähigkeit in
Europa und darüber hinaus durch Unterstützung von 235
grenzüberschreitenden Projekten
Heute hat die Kommission 235 grenzüberschreitenden
Energieprojekten den Status von Vorhaben von gemeinsamem
Interesse (PCI) und Vorhaben von gegenseitigem Interesse
(PMI)gewährt – die zweite derartige Liste seit ihrer
Einführung im Jahr 2023. Die ausgewählten Projekte können
EU-Mittel aus der Fazilität „Connecting Europe“
beantragen und profitieren von beschleunigten
Genehmigungs- und Regulierungsverfahren für eine rasche
Durchführung und Umsetzung.
Diese projektübergreifenden Projekte werden die
Energiekonnektivität auf dem gesamten Kontinent stärken
und die Vollendung der Energieunion näher bringen. Durch
die Ermöglichung wichtiger Verbindungsleitungen in der
gesamten EU und mit Nachbarländern können diese Projekte
eine strategische Rolle bei der Steigerung der
Wettbewerbsfähigkeit der EU, der Dekarbonisierung und der
Verbesserung der Energieversorgungssicherheit und
-unabhängigkeit Europas spielen.
Einer aktuellen Studie der Kommission zufolge wird sich
der Investitionsbedarf für die europäische
Energieinfrastruktur – Strom-, Wasserstoff- und CO2-Netze
– von 2024 bis 2040 auf 1,5 Billionen EUR belaufen. Diese
Projektstruktur und die damit verbundenen erwarteten
Investitionsvolumina werden dazu beitragen, den für 2040
ermittelten Bedarf zu decken.
Die Liste der ausgewählten PCI und PMI umfasst:
113 Strom-, Offshore- und intelligente Stromnetzprojekte,
die für die Integration des wachsenden Anteils
erneuerbarer Energien von wesentlicher Bedeutung sein
werden.
100 Wasserstoff- und Elektrolyseurprojekte, die eine
wichtige Rolle bei der Integration und Dekarbonisierung
des Energiesystems der EU spielen werden.
17 CO2-Transportinfrastrukturprojekte, die die
Entwicklung des Marktes für CO2-Abscheidung und
-Speicherung vorantreiben werden.
3 Projekte für intelligente Gasnetze zur Digitalisierung
und Modernisierung des Erdgasnetzes.
die fortgesetzte Einbeziehung von zwei langjährigen
Projekten, die Malta und Zypern mit dem europäischen
Festlandgasnetz verbinden.
Die Kommission wird die Durchführung dieser Projekte
durch eine verstärkte politische Koordinierung mit den
betreffenden Mitgliedstaaten unterstützen und sich dabei
auf die Taskforce Energieunion und die regionalen
hochrangigen Gruppen stützen, die die Entwicklung der
Energieinfrastruktur in Schlüsselregionen, auch mit
Partnerländern, unterstützen sollen.
Wie im Aktionsplan der Kommission für erschwingliche
Energie hervorgehoben, ist ein effizientes Energienetz
von entscheidender Bedeutung, um die Energiewende zu
ermöglichen und sicherzustellen, dass Energie sowohl für
Industrien als auch für Haushalte in ganz Europa
zugänglich und erschwinglich ist.
Die Gewährleistung eines gut integrierten und optimierten
europäischen Energienetzes ist ebenso entscheidend für
die Beschleunigung einer kosteneffizienten und sauberen
Energiewende. Die Kommission wird demnächst das
europäische Netzpaket vorlegen, um den Aufbau der
notwendigen Energieinfrastruktur in Europa weiter zu
beschleunigen. Sie wird auch auf die Initiative
„Energieautobahnen“ eingehen, die von Präsidentin von der
Leyen in ihrer jüngsten Rede zur Lage der Europäischen
Union ins Leben gerufen wurde und mit der Engpässe bei
der grenzüberschreitenden Energieinfrastruktur dringend
angegangen und die Widerstandsfähigkeit des
Energiesystems der EU insgesamt erhöht werden sollen.
Nächste Schritte
Nach der heutigen Annahme wird die PCI- und PMI-Liste dem
Europäischen Parlament und dem Rat in Form eines
delegierten Rechtsakts zur Kontrolle gemäß der
TEN-E-Verordnung vorgelegt. Beide gesetzgebenden Organe
haben zwei Monate Zeit, um die Liste entweder vollständig
anzunehmen oder abzulehnen, dürfen sie jedoch nicht
ändern. Dieses Verfahren kann auf Antrag der beiden
gesetzgebenden Organe um zwei Monate verlängert werden.
Sobald die Liste angenommen ist, wird die Kommission ihre
Zusammenarbeit mit den Projektträgern und den
Mitgliedstaaten weiter verstärken, um sicherzustellen,
dass die ausgewählten Projekte so reibungslos und schnell
wie möglich durchgeführt werden.
Diese Woche veranstaltet die Europäische Kommission die
PCI Energy Days, die sich der praktischen Umsetzung von
PCI und PMI widmen. Der für Energie und Wohnungswesen
zuständige EU-Kommissar Dan Jørgensen wird an der
Veranstaltung teilnehmen.
Hintergrund
PCI sollen den EU-Energiemarkt vollenden und zu den
Zielen der Klimaneutralität beitragen und sicherstellen,
dass alle Europäer Zugang zu erschwinglicher,
zuverlässiger und erneuerbarer Energie haben. PMI
umfassen grenzüberschreitende Infrastrukturen zwischen
EU- und Nicht-EU-Ländern, die zu den Energie- und
Klimazielen der EU, einschließlich ihrer kürzlich
angenommenen globalen Vision, beitragen.
Bei der heute angenommenenListe handelt es sich um die
zweite Unionsliste von PCI und PMI, die im Rahmen der
überarbeiteten Verordnung über transeuropäische
Energienetze (TEN-E) ab 2022 erstellt wurde, wobei der
Schwerpunkt weg von fossilen Brennstoffen hin zu
CO2-armen, widerstandsfähigen und effizienten
grenzüberschreitenden Infrastrukturen verlagert wird. In
der Verordnung werden die Kriterien für die Unterstützung
grenzüberschreitender Energieinfrastrukturprojekte
festgelegt, die der Union helfen können, ihr Klima- und
Energieziel der Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen.
Diese Listen werden alle zwei Jahre nach umfassenden
Konsultationen der Interessenträger in regionalen Gruppen
und öffentlichen Konsultationen angenommen.
Mit dem Instrument der Fazilität „Connecting Europe“
(CEF-Energie) wurden seit 2014 8 Mrd. EUR für
Leitprojekte bereitgestellt. Ein Paradebeispiel für
grenzüberschreitende wegweisende Projekte ist die
baltische Synchronisation, mit der die baltischen Staaten
ihre Unabhängigkeit vom russischen Stromnetz
wiedererlangt und die drei Länder vollständig in das
Energiesystem der EU integriert haben. Im Rahmen des
mehrjährigen Finanzrahmens 2028-2034 schlug die
Kommission eine fünffache Aufstockung des CEF-Haushalts
für Energie von 5,84 Mrd. EUR auf 29,91 Mrd. EUR vor.
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