BZ-Sitemap
Redaktion Harald Jeschke

Politik der EU 

Sonderseiten

 Politik des Bundes  NRW Duisburg 
 Archiv 2025: 07 - 12   01 - 06 EU-Wahl 2024 +GG

 

EU und Indien beschließen Freihandelsabkommen
Brüssel, 27. Januar 2026 - Die EU und Indien haben die Verhandlungen über ein historisches, ehrgeiziges und wirtschaftlich bedeutendes Freihandelsabkommen abgeschlossen. Es wird die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen der zweit- und der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt in einer Zeit wachsender geopolitischer Spannungen und globaler wirtschaftlicher Herausforderungen stärken und ihr gemeinsames Engagement für wirtschaftliche Offenheit und regelbasierten Handel unterstreichen.

Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, sagte: „Die EU und Indien schreiben heute Geschichte und vertiefen die Partnerschaft zwischen den größten Demokratien der Welt. Wir haben eine Freihandelszone mit 2 Milliarden Menschen geschaffen, von der beide Seiten wirtschaftlich profitieren werden.

Wir haben der Welt ein Signal gegeben, dass eine auf Regeln basierende Zusammenarbeit immer noch zu großartigen Ergebnissen führt. Und das Beste ist, dass dies erst der Anfang ist - wir werden auf diesem Erfolg aufbauen und unsere Beziehungen ausbauen, um noch stärker zu werden.“  

EU-Warenausfuhren nach Indien bis 2032 verdoppeln
Die EU und Indien tauschen bereits Waren und Dienstleistungen im Wert von über 180 Milliarden Euro pro Jahr aus und sichern damit fast 800 000 Arbeitsplätze in der EU. Mit dem Abkommen sollen die EU-Warenausfuhren nach Indien bis 2032 verdoppelt werden, indem die Zölle auf 96,6 Prozent der EU-Warenausfuhren nach Indien abgeschafft oder gesenkt werden.

Insgesamt werden durch die Zollsenkungen jährlich rund 4 Milliarden Euro an Zöllen auf europäische Produkte eingespart. Das ist die ehrgeizigste Handelsöffnung, die Indien jemals einem Handelspartner gewährt hat. Sie wird den wichtigsten Industrie- und Lebensmittelsektoren der EU einen erheblichen Wettbewerbsvorteil verschaffen und den Unternehmen einen privilegierten Zugang zum bevölkerungsreichsten Land der Welt mit 1,45 Milliarden Einwohnern und der am schnellsten wachsenden großen Volkswirtschaft mit einem jährlichen BIP von 3,4 Billionen Euro ermöglichen.

 Chancen für europäische Unternehmen aller Größenordnungen
Indien wird der EU Zollsenkungen gewähren, die kein anderen Handelspartner erhalten hat. So werden beispielsweise die Zölle auf Autos schrittweise von 110 Prozent auf bis zu 10 Prozent gesenkt, während sie für Autoteile in fünf bis zehn Jahren vollständig abgeschafft werden.

Zölle von bis zu 44 Prozent auf Maschinen, 22 Prozent auf Chemikalien und 11 Prozent auf Arzneimittel werden ebenfalls weitgehend abgeschafft. Ein eigenes Kapitel wird auch kleinen EU-Unternehmen helfen, die neuen Exportmöglichkeiten voll auszuschöpfen. So werden beide Seiten spezielle Kontaktstellen einrichten, die den KMU einschlägige Informationen über das Freihandelsabkommen zur Verfügung stellen und ihnen bei allen spezifischen Problemen helfen, die sich bei der Nutzung der Bestimmungen des Freihandelsabkommens ergeben könnten.

Darüber hinaus werden die KMU besonders von den Zollsenkungen, der Beseitigung rechtlicher Hindernisse, der Transparenz, der Stabilität und der Vorhersehbarkeit profitieren, die das Abkommen bietet. Senkung der Agrar-/Nahrungsmittelzölle Durch das Abkommen werden die oft prohibitiven Zölle (im Durchschnitt über 36 Prozent) auf EU-Ausfuhren von Agrar- und Ernährungsgütern abgeschafft oder gesenkt.

Das eröffnet europäischen Landwirten einen riesigen Markt. So werden beispielsweise die indischen Zölle auf Wein bei Inkrafttreten des Abkommens von 150 Prozent auf 75 Prozent und später auf bis zu 20 Prozent gesenkt, die Zölle auf Olivenöl werden innerhalb von fünf Jahren von 45 Prozent auf 0 Prozent gesenkt, und auf landwirtschaftliche Verarbeitungserzeugnisse wie Brot und Süßwaren werden Zölle von bis zu 50 Prozent abgeschafft.

Empfindliche europäische Agrarsektoren werden vollständig geschützt, da Produkte wie Rindfleisch, Hühnerfleisch, Reis und Zucker von der Liberalisierung im Abkommen ausgenommen sind. Alle indischen Einfuhren müssen weiterhin die strengen Gesundheits- und Lebensmittelsicherheitsvorschriften der EU einhalten. Parallel dazu verhandeln die EU und Indien derzeit über ein separates Abkommen über geografische Angaben (g.A.), das dazu beitragen wird, dass traditionelle, ikonische Agrarerzeugnisse aus der EU in Indien besser verkauft werden können, indem unlauterer Wettbewerb in Form von Nachahmungen unterbunden wird.

Privilegierter Zugang zum Dienstleistungsmarkt und Schutz des geistigen Eigentums Das Abkommen wird EU-Unternehmen einen privilegierten Zugang zum indischen Dienstleistungsmarkt gewähren, einschließlich Schlüsselsektoren wie Finanzdienstleistungen und Seeverkehr. Es enthält die ehrgeizigsten Verpflichtungen Indiens im Bereich der Finanzdienstleistungen, die über das hinausgehen, was das Land anderen Partnern gegenüber eingegangen ist.

Das Abkommen bietet ein hohes Maß an Schutz und Durchsetzung der Rechte an geistigem Eigentum, einschließlich Urheberrecht, Marken, Designs, Geschäftsgeheimnisse und Sortenschutzrechte. Es baut auf bestehenden internationalen Verträgen über geistiges Eigentum auf und bringt das indische und das EU-Recht für geistiges Eigentum einander näher. Dadurch wird es für Unternehmen in der EU und in Indien, die auf geistiges Eigentum angewiesen sind, einfacher, auf den Märkten des jeweils anderen Landes Handel zu treiben und zu investieren.

Verstärkung der Verpflichtungen zur Nachhaltigkeit
Das Abkommen enthält ein spezielles Kapitel über Handel und nachhaltige Entwicklung, das den Umweltschutz verbessert und den Klimawandel bekämpft, die Rechte der Arbeitnehmer schützt, die Stärkung der Rolle der Frau unterstützt, eine Plattform für den Dialog und die Zusammenarbeit in handelsbezogenen Umwelt- und Klimafragen bietet und eine wirksame Umsetzung gewährleistet.

Die EU und Indien werden außerdem eine Absichtserklärung unterzeichnen, die die Einrichtung einer EU-Indien-Plattform für die Zusammenarbeit und Unterstützung von Klimaschutzmaßnahmen vorsieht. Die Plattform soll in der ersten Hälfte des Jahres 2026 eingerichtet werden. Darüber hinaus ist vorbehaltlich der Haushalts- und Finanzvorschriften und -verfahren der EU eine Unterstützung der EU in Höhe von 500 Millionen Euro in den nächsten zwei Jahren vorgesehen, um Indien bei seinen Bemühungen um eine Verringerung der Treibhausgasemissionen zu unterstützen und seinen langfristigen nachhaltigen industriellen Wandel zu beschleunigen.

Nächste Schritte
Auf Seiten der EU werden die ausgehandelten Textentwürfe in Kürze veröffentlicht. Die Texte werden einer juristischen Überprüfung unterzogen und in alle EU-Amtssprachen übersetzt. Anschließend wird die Kommission dem Rat ihren Vorschlag zur Unterzeichnung und zum Abschluss des Abkommens vorlegen. Nach der Annahme durch den Rat können die EU und Indien die Abkommen unterzeichnen. Nach der Unterzeichnung benötigt das Abkommen die Zustimmung des Europäischen Parlaments und den Beschluss des Rates über den Abschluss, damit es in Kraft treten kann. Sobald Indien das Abkommen ebenfalls ratifiziert hat, kann es in Kraft treten.

Hintergrund
Die EU und Indien hatten im Jahr 2007 erstmals Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen aufgenommen. Die Gespräche wurden 2013 ausgesetzt und dann 2022 wieder aufgenommen. Die 14. und letzte formelle Verhandlungsrunde fand im Oktober 2025 statt, gefolgt von Gesprächen auf technischer und politischer Ebene. Gleichzeitig mit der Wiederaufnahme der Verhandlungen über das Freihandelsabkommen nahmen die EU und Indien auch Verhandlungen über ein Abkommen über geografische Angaben und ein Investitionsschutzabkommen auf. Die Verhandlungen über diese Abkommen sind noch nicht abgeschlossen.

Weltwirtschaftsforum in Davos: Rede von Kommissionspräsidentin von der Leyen

Davos, 20. Januar 2026 - Die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen hat bei ihrer Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos eine europäische Unabhängigkeit als strukturelles Muss bezeichnet. „Geopolitische Schocks können – und müssen – eine Chance für Europa sein. Meiner Ansicht nach ist das Erdbeben, das wir gerade erleben, eine Chance, ja, in der Tat eine Notwendigkeit, eine neue Form der europäischen Unabhängigkeit aufzubauen.“

Nostalgie bringt die alte Ordnung nicht zurück
Die Kommissionspräsidentin nannte Politikbereiche, in denen die EU bereits schnell gehandelt hat: „Ob Energie oder Rohstoffe, Verteidigung oder Digitales – wir agieren schnell.“ Dabei müsse sich Europa im Klaren sein, dass es mit einem dauerhaften Wandel zu tun hat und sich deswegen auch dauerhaft verändern müsse: „Nostalgie wird die alte Ordnung nicht zurückbringen. Und auf Zeit zu spielen und darauf zu hoffen, dass sich die Dinge bald wieder ändern werden, wird uns nicht aus unseren strukturellen Abhängigkeiten heraushelfen.“

Europa entscheidet sich für fairen Handel und Partnerschaften
Von der Leyen verwies auf die Unterzeichnung des Mercosur-Abkommens vor wenigen Tagen und sprach von einem Durchbruch nach 25 Jahren Verhandlungen. „Diese Einigung sendet eine starke Botschaft an die Welt: Wir entscheiden uns für fairen Handel statt für Zölle. Für Partnerschaft statt Isolation. Für Nachhaltigkeit statt Ausbeutung. Und wir meinen es ernst mit der Risikominderung für unsere Volkswirtschaften und der Diversifizierung unserer Lieferketten.“

Mit Mexiko, Indonesien und der Schweiz wurden ebenfalls Abkommen abgeschlossen, weitere werden folgen, etwa mit Indien: „Von Davos aus werde ich direkt nach Indien reisen. Wir haben noch Arbeit vor uns. Aber wir stehen kurz vor einem historischen Handelsabkommen. Manche nennen es die Mutter aller Deals. Ein Abkommen, das einen Markt mit 2 Milliarden Menschen schaffen würde, der dann fast ein Viertel des weltweiten BIP ausmacht. Und vor allem gäbe es Europa einen Vorsprung bei einer der am schnellsten wachsenden und dynamischsten Volkswirtschaften der Welt.“

Europa zieht Investitionen an
Mit Blick auf diese Abkommen bekräftigte von der Leyen, Europa biete alle Voraussetzungen für Investitionen: Ersparnisse, Kompetenzen und Innovation. Jetzt gehe es darum, die Stärken gemeinsam zu mobilisieren - durch ein förderliches und berechenbares Regelwerk, einen großen und liquiden Kapitalmarkt und einen vernetzten und bezahlbaren Energiemarkt.

Zielstrebig für die Sicherheit Europas
Die Kommissionspräsidentin bekräftigte: „Wirtschaft und nationale Sicherheit sind enger denn je miteinander verknüpft.“ Europa habe im vergangenen Jahr mehr für Verteidigung ausgegeben als in den Jahrzehnten davor. Mit Verweis auf den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine sagte von der Leyen: „Zielstrebigkeit ist besonders geboten, wenn es um die Sicherheit des Kontinents geht.“ Die Ukraine müsse in einer Position der Stärke sein, das Engagement Europas für die Sicherheit, die Verteidigung und die europäische Zukunft der Ukraine sei unerschütterlich und die Zusammenarbeit mit den USA zur Förderung des Friedensprozesses eng.

Arktische Sicherheit und Grönland
In ihrer Rede auf dem Weltwirtschaftsforum bekräftigte die Kommissionspräsidentin, dass sich Europa ohne Wenn und Aber für die Sicherheit der Arktis einsetze und die Ziele der Vereinigten Staaten in dieser Hinsicht teile. Die arktische Sicherheit könne nur gemeinsam gewährleistet werden: „Deshalb sind die beabsichtigten Zusatzzölle ein Fehler, insbesondere unter langjährigen Verbündeten. Die EU und die USA haben sich im vergangenen Juli auf ein Handelsabkommen geeinigt. Und in der Politik wie in der Wirtschaft gilt: ein Deal ist ein Deal. Und wenn Freunde sich die Hände schütteln, muss das etwas bedeuten.“

Europa sehe die Menschen in den Vereinigten Staaten von Amerika nicht nur als Verbündete, sondern auch als Freunde. „Und uns in eine gefährliche Abwärtsspirale zu stürzen, würde nur genau den Gegnern helfen, die wir doch beide möglichst von unseren strategischen Interessensgebieten fernhalten wollen. Deshalb werden wir fest, vereint und mit Augenmaß reagieren.“

Paket zur Unterstützung der arktischen Sicherheit
Hier verwies von der Leyen auf die laufende Arbeit an einem Paket zur Unterstützung der arktischen Sicherheit. Sie nannte dabei folgende zentrale Punkte:

volle Solidarität mit Grönland und dem Königreich Dänemark: „Die Souveränität und Integrität ihres Territoriums ist nicht verhandelbar.“
massiver europäischer Investitionsschub für Grönland: „Wir werden Hand in Hand mit Grönland und Dänemark daran arbeiten, die lokale Wirtschaft und Infrastruktur noch intensiver zu unterstützen.“

Arbeit mit den USA und allen Partnern an einem umfassenderen arktischen Sicherheitskonzept: „Dies liegt eindeutig in unserem gemeinsamen Interesse, und wir werden dafür mehr investieren. Insbesondere glaube ich, dass wir unsere Mehrausgaben im Verteidigungssektor für eine europäische Eisbrecher-Flotte und andere für die Sicherheit der Arktis lebenswichtige Ausrüstung nutzen sollten.“

gemeinsam mit allen regionalen Partnern die gemeinsame Sicherheit stärken: „Aus diesem Grund werden wir prüfen, wie wir unsere Sicherheitspartnerschaften mit Ländern wie Großbritannien, Kanada, Norwegen, Island und anderen stärken können.“
sich an die neue Sicherheitsarchitektur und die neuen Realitäten anpassen: „Deshalb bereitet Europa seine eigene Sicherheitsstrategie vor, die wir noch in diesem Jahr veröffentlichen wollen. Dazu zählt auch eine aktualisierte Arktisstrategie.“

Grönland-Erklärung von Kommissionspräsidentin von der Leyen und Ratspräsident Costa
Brüssel, 19. Januar 2026 - Die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa haben die uneingeschränkte Solidarität der EU mit Dänemark und der Bevölkerung Grönlands unterstrichen. In einer gemeinsamen Erklärung vom Samstag betonten sie: „Territoriale Unversehrtheit und Souveränität sind Grundprinzipien des Völkerrechts. Sie sind für Europa und für die gesamte internationale Gemeinschaft von grundlegender Bedeutung.“

Frieden und Sicherheit in der Arktis – im transatlantischen Interesse

„Wir haben stets unser gemeinsames transatlantisches Interesse an Frieden und Sicherheit in der Arktis betont, auch durch die NATO. Die im Vorfeld abgestimmte dänische Übung, die zusammen mit Verbündeten durchgeführt wird, findet statt, weil die Sicherheit in der Arktis gestärkt werden muss, und stellt für niemanden eine Bedrohung dar.“

Solidarität mit Dänemark und Grönland
„Die EU bekundet ihre uneingeschränkte Solidarität mit Dänemark und der Bevölkerung Grönlands. Ein Dialog ist und bleibt entscheidend; wir sind gewillt, auf dem bereits in der vergangenen Woche zwischen dem Königreich Dänemark und den USA begonnenen Prozess weiter aufzubauen.“

Geeintes Europa
„Zölle würden die transatlantischen Beziehungen untergraben und könnten eine gefährliche Abwärtsspirale in Gang setzen. Europa bleibt geeint, koordiniert und zur Wahrung seiner Souveränität entschlossen.“


EU und Mercosur unterzeichnen historische und ehrgeizige Partnerschaft
Asunción/Brüssel, 17. Januar 2026 - Die Europäische Union und die Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay haben ein Partnerschaftsabkommen (EMPA) und ein Interimshandelsabkommen (iTA) unterzeichnet - ein historischer Meilenstein zwischen den beiden Regionen und eine ehrgeizige Plattform zur Stärkung ihrer wirtschaftlichen, diplomatischen und geopolitischen Beziehungen.

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte bei der Unterzeichnung am Samstag in Asunción: „Heute eröffnen zwei gleichgesinnte Regionen ein neues Kapitel voller Chancen für mehr als 700 Millionen Bürgerinnen und Bürger. Mit dieser Win-Win-Partnerschaft werden wir alle gewinnen – wirtschaftlich, diplomatisch und geopolitisch. Unsere Unternehmen werden Exporte, Wachstum und Arbeitsplätze schaffen. Wir werden uns gegenseitig bei unserer Energiewende und dem digitalem Wandel unterstützen. Und unsere Botschaft an den Rest der Welt ist klar: Die EU und der Mercosur entscheiden sich für Zusammenarbeit statt Wettbewerb und für Partnerschaft statt Polarisierung.“

Neue Geschäftsmöglichkeiten für europäische Unternehmen
Das Abkommen mit den Mercosur-Partnern (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay) wird eine der weltweit größten Freihandelszonen schaffen, die einen Markt mit mehr als 700 Millionen Verbraucherinnen und Verbrauchern umfasst. Es wird Unternehmen in der gesamten EU erhebliche neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnen und zu einem geschätzten Anstieg der jährlichen Exporte in den Mercosur um 39 Prozent (im Wert von rund 49 Milliarden Euro) führen, während gleichzeitig Hunderttausende von Arbeitsplätzen in der EU gesichert werden.

Geopolitisches Signal für Multilateralismus
Das Abkommen ist auch ein starkes geopolitisches Signal und zeigt das gemeinsame Engagement der EU und des Mercosur für den Multilateralismus und die regelbasierte internationale Ordnung. In einer Zeit globaler Unsicherheit und zunehmender Fragmentierung unterstreicht dieses Abkommen den Wert von Zusammenarbeit, Dialog und internationalen Partnerschaften.

Weniger Zölle, mehr Exporte
Das Abkommen wird in der EU eine Vielzahl wirtschaftlicher Chancen eröffnen, dazu gehören

die Abschaffung von Zöllen auf EU-Exporte, darunter Agrar- und Lebensmittelerzeugnisse sowie wichtige Industrieprodukte wie Autos, Maschinen und Arzneimittel, wodurch EU-Unternehmen jährlich Zölle im Wert von 4 Milliarden Euro einsparen;
Investitionen in wichtige Lieferketten, darunter kritische Rohstoffe und damit verbundene Güter, die einfacher, schneller und sicherer werden;
die Stärkung der wirtschaftlichen Sicherheit und Unterstützung des digitalen und des ökologischen Wandels auf beiden Seiten;
die Unterstützung der EU und des Mercosur bei der Gestaltung globaler Handelsregeln im Einklang mit den höchsten EU-Standards.
Ein ausgewogenes Abkommen für die EU-Landwirtschaft

Das Abkommen wird europäischen Landwirten und Lebensmittelherstellern einen beispiellosen Zugang zur Mercosur-Region eröffnen. Das Abkommen soll die EU-Agrar- und Lebensmittelexporte in den Mercosur um bis zu 50 Prozent steigern, indem

die Zölle auf wichtige EU-Agrar- und Lebensmittelprodukte wie Wein, Spirituosen, Milchprodukte und Olivenöl gesenkt werden;
344 geografische Angaben der EU, hochwertige traditionelle Lebensmittel und Getränke, vor unlauterem Wettbewerb und Nachahmungen geschützt werden.
Gleichzeitig hat die EU sorgfältig darauf geachtet, dass sensible Agrar- und Lebensmittelsektoren dank folgender Maßnahmen den notwendigen Schutz erhalten:

Sorgfältig kalibrierte Zollkontingente, die den Marktzugang für sensible Produkte aus dem Mercosur begrenzen;
ein rechtsverbindlicher Schutzmechanismus, der sensible europäische Produkte im Falle eines Anstiegs der Einfuhren aus Mercosur-Ländern schützt;
verbesserte Kontrollen, die verhindern, dass nicht konforme Produkte auf den EU-Markt gelangen, einschließlich mehr Audits und Kontrollen in Drittländern und verstärkte Kontrollen an den EU-Grenzen;
Umsetzung der Maßnahmen für eine stärkere Angleichung der Produktionsstandards bei Pestiziden und Tierschutz für Importe im Einklang mit der „Vision für Landwirtschaft und Ernährung“; und
ein neues einheitliches Sicherheitsnetz in Höhe von 6,3 Milliarden Euro ab 2028, als zusätzliche Schutzmaßnahme für unsere Landwirte im Falle von Marktstörungen.

Nachhaltigkeits- und Umweltverpflichtungen

Das Abkommen ist eines der ehrgeizigsten Abkommen, das die EU jemals im Bereich der nachhaltigen Entwicklung unterzeichnet hat, da es Folgendes umfasst:

ehrgeizige und durchsetzbare Klimaschutzverpflichtungen, darunter das Pariser Abkommen als wesentliches Element;
konkrete Verpflichtungen im Bereich der nachhaltigen Entwicklung, einschließlich der Stärkung der wirtschaftlichen Stellung von Frauen und der Arbeitnehmerrechte;
die Zusage, bis 2050 auf Klimaneutralität hinzuarbeiten; und
einen klaren Beitrag des Handels zum ökologischen Wandel.

Nächste Schritte
Nach der Unterzeichnung des EMPA werden die EU und der Mercosur nun mit ihren jeweiligen Verfahren zur Ratifizierung des Abkommens beginnen.

Auf EU-Seite muss das EMPA von allen Mitgliedstaaten entsprechend ihrer nationalen Verfahren ratifiziert werden. Gleichzeitig wird das iTA dem Ratifizierungsprozess der EU folgen, da es in die ausschließliche Zuständigkeit der EU fällt. Dies erfordert die Zustimmung des Europäischen Parlaments und die Annahme durch den Rat, woraufhin es in Kraft treten wird.

Das Interimsabkommen über den Handel (iTA) spiegelt die Säule „Liberalisierung von Handel und Investitionen“ des Partnerschaftsabkommen wider und wird bis zu dessen vollständigen Inkrafttreten als eigenständiges Abkommen fungieren. Ziel ist es, den wirtschaftlichen Nutzen der ausgehandelten Handelsverpflichtungen so früh wie möglich zu erzielen.

Das Interimsabkommen über den Handel fällt in die ausschließliche Zuständigkeit der EU und bedarf daher keiner Ratifizierung durch die einzelnen EU-Mitgliedstaaten. Es tritt mit Inkrafttreten des Partnerschaftsabkommens außer Kraft.
Das iTA läuft aus, sobald das EMPA in Kraft tritt.


Sauberes Trinkwasser: Zusätzliche EU-weite Schutzmaßnahmen gegen PFAS treten in Kraft
Brüssel, 13. Januar 2026 - Seit dem 12.1.2026 müssen die EU-Mitgliedstaaten die Gehalte von per- und polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS) im Trinkwasser systematisch überwachen, um neue, europaweite Grenzwerte einzuhalten. Das trägt unmittelbar dazu bei, das Recht auf sicheres Trinkwasser für die Menschen in Europa durchzusetzen, eines der Ziele der EU-Wasserresilienz-Strategie.  

 PFAS schnell erkennen und handeln
Jessika Roswall, EU-Kommissarin für Umwelt, Wasserresilienz und eine wettbewerbsfähige Kreislaufwirtschaft, erklärte: „Die PFAS-Verschmutzung ist ein wachsendes Problem für das Trinkwasser in ganz Europa. Mit harmonisierten Grenzwerten und einer obligatorischen Überwachung, die jetzt in Kraft sind, verfügen die Mitgliedstaaten über die Regeln und Instrumente, um PFAS zum Schutz der öffentlichen Gesundheit rasch zu erkennen und zu bekämpfen.“ 

Einheitliches Vorgehen europaweit
Die verstärkte Überwachung hatten die EU-Staaten und Europäisches Parlament im Rahmen der Neufassung der Trinkwasserrichtlinie 2020 beschlossen.  Um eine einheitliche Überwachung in der gesamten EU zu unterstützen, hatte die Kommission 2024 technische Leitlinien veröffentlicht.  Die EU-Staaten müssen die Kommission über die Ergebnisse ihrer Überwachung unterrichten.

Bei Überschreitung der Grenzwerte müssen die Mitgliedstaaten Maßnahmen ergreifen, um den PFAS-Wert zu senken, um die öffentliche Gesundheit zu schützen und die Öffentlichkeit zu informieren.
Konsequenzen könnten beispielsweise die Schließung kontaminierter Brunnen, das Hinzufügen von Behandlungsschritten zur Entfernung von PFAS oder die Einschränkung der Trinkwasserversorgung umfassen, und zwar solange die Überschreitung anhält. 
 

Erklärung von Kommissionspräsidentin von der Leyen zum EU-Mercosur-Abkommen

(Nach 25 Jahren Verhandlungen
Brüssel, 9. Januar 2026 - EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat die Zustimmung des Rates zum Handelsabkommen zwischen der EU und Mercosur begrüßt. In einer Erklärung betonte die Kommissionspräsidentin: „Mit dem Mercosur-Abkommen schaffen wir einen Markt mit 700 Millionen Menschen – die größte Freihandelszone der Welt. Unsere Botschaft an die Welt lautet: Partnerschaft schafft Wohlstand, und Offenheit treibt den Fortschritt voran.

Die Beharrlichkeit Europas und sein Einsatz für die Umsetzung unserer Prioritäten und die Einhaltung unserer Verpflichtungen sind klar. In einer Zeit, in der Handel und Abhängigkeiten als Waffe eingesetzt werden und der gefährliche, transaktionale Charakter der Realität, in der wir leben, immer deutlicher wird, ist dieses historische Handelsabkommen ein weiterer Beweis dafür, dass Europa seinen eigenen Kurs fährt und als verlässlicher Partner auftritt.“

Neues Zeitalter der Zusammenarbeit mit dem Mercosur Die Kommissionspräsidentin sagte weiter: „Nach fünfundzwanzigjähriger Entstehungszeit haben wir eine substanzielle und für beide Seiten vorteilhafte Einigung erzielt, die den Wohlstand heben und unglaubliche Chancen schaffen wird. Mit diesem Abkommen bricht ein neues Zeitalter des Handels und der Zusammenarbeit mit dem Mercosur an. Es zeugt aber auch von der Dauerhaftigkeit und Stärke unserer Beziehungen zu Lateinamerika und wird uns näher zusammenbringen.“

Wirtschaftliche Bedeutung für Europäerinnen und Europäer
Von der Leyen bekräftigte die Vorteile des Abkommens für Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen und alle Mitgliedstaaten in Europa: „Derzeit exportieren 60 000 europäische Unternehmen in den Mercosur, zur Hälfte kleine und mittlere Unternehmen. Sie werden von den Zollsenkungen, durch die jedes Jahr etwa 4 Milliarden Euro eingespart werden, sowie von einfacheren Zollverfahren profitieren.
Zudem, und das ist ein äußerst wichtiger Aspekt, erhalten unsere Unternehmen besseren Zugang zu kritischen Rohstoffen.“

Sorgen aus der Landwirtschaft berücksichtigt Mit Blick auf die europäische Landwirtschaft betonte die Kommissionspräsidentin: „Wir haben unsere Landwirtinnen und Landwirte und unseren Agrarsektor mit ihren Sorgen angehört und darauf reagiert. Das Abkommen enthält robuste Klauseln zum Schutz ihrer Existenzgrundlagen. Wir verstärken auch unsere Maßnahmen in Bezug auf Einfuhrkontrollen, da die Vorschriften auch von den Einführern eingehalten werden müssen.

Gleichzeitig werden wir die Chancen nutzen, die dieses Abkommen unseren Landwirtinnen und Landwirten bietet. Es umfasst beispielsweise 350 europäische geografische Angaben, mehr als jedes andere EU-Handelsabkommen.“

Vorteile für beide Seiten Abschließend betonte von der Leyen: „Das Abkommen bringt beiden Seiten Vorteile. Da die EU einer der wichtigsten Handels- und Investitionspartner des Mercosur ist, wird dieses Abkommen in Europa mehr Geschäftsmöglichkeiten schaffen und europäische Investitionen in strategische Sektoren ankurbeln. Die EU-Ausfuhren in den Mercosur dürften bis 2040 um fast 50 Mrd. Euro und die des Mercosur in die EU um bis zu 9 Mrd. Euro steigen. Ich freue mich darauf, nach Paraguay zu reisen, damit wir diese neue Ära gemeinsam einläuten können.“

Koalition der Willigen: Robuste Sicherheitsgarantien für einen dauerhaften Frieden in der Ukraine

Brüssel, 6./7. Januar 2026 - Die Mitglieder der Koalition der Willigen haben nach ihrem Treffen mit Vertretern der Ukraine und der USA in Paris ihr Engagement für einen gerechten und dauerhaften Frieden in der Ukraine im Einklang mit den Grundsätzen der Charta der Vereinten Nationen bekräftigt.

In einer gemeinsamen Erklärung begrüßten sie die erzielten Fortschritte, auch in den Gesprächen zwischen den Amerikanern, den Ukrainern, den europäischen und anderen Partnern. Selbstverteidigung der Ukraine Die Koalition der Willigen betonte, dass die Fähigkeit der Ukraine, sich selbst zu verteidigen, von entscheidender Bedeutung sei, um die Zukunft der kollektiven Sicherheit der Ukraine und des euro-atlantischen Raums zu gewährleisten. 

„Wir haben bekräftigt, dass die Gewährleistung der Souveränität und dauerhaften Sicherheit der Ukraine integraler Bestandteil eines Friedensabkommens sein wird und dass jede Lösung durch robuste Sicherheitsgarantien für die Ukraine unterstützt werden muss.“ 

Politisch und rechtlich bindende Garantien „Wir sind bereit, uns zu einem System politisch und rechtlich bindender Garantien zu verpflichten, das nach Inkrafttreten eines Waffenstillstands zusätzlich zu bilateralen Sicherheitsabkommen und in Übereinstimmung mit unseren jeweiligen rechtlichen und verfassungsrechtlichen Vereinbarungen aktiviert wird.“

DiscoverEU und 40 Jahre Schengen: 40.000 Reisetickets vergeben, über 6.800 gehen an junge Menschen aus Deutschland

Brüssel, 7. Januar 2026 - 40.024 junge Menschen können nach der aktuellen Auswahlrunde von DiscoverEU ab Frühjahr kostenlos mit der Bahn durch Europa reisen. Aus Deutschland hatten sich 46.298 junge Menschen beworben, 6.837 erhalten einen Travel-Pass. Seit Beginn des Programms im Jahr 2018 gab es europaweit über 1.9 Millionen Bewerbungen, 431.931 Travel-Pässe wurden seitdem vergeben. 

Glenn Micallef, EU-Kommissar für Generationengerechtigkeit, Jugend, Kultur und Sport, erklärte: „DiscoverEU bietet Tausenden junger Europäerinnen und Europäern die Möglichkeit, unseren Kontinent zu erkunden, neue Menschen kennenzulernen und den Wert der Freizügigkeit direkt zu erleben. Diese Sonderausgabe zum 40. Jahrestag von Schengen erinnert daran, dass Mobilität ein Recht ist, das wir schätzen, ein Eckpfeiler unserer gemeinsamen europäischen Identität.“

Auf der Kultur-Route das kulturelle Erbe Europas entdecken DiscoverEU wird auch zum Kulturkompass für Europa beitragen, indem es die DiscoverEU-Kulturrouten stärker bewirbt.

Teil des Programms sind Informationsveranstaltungen vor der Abreise und DiscoverEU-Treffen. Eines dieser Treffen wird im Juli in Lyon (Frankreich) im Rahmen der Europäischen Jugendwoche 2026 mit den Schwerpunkten Solidarität und Fairness organisiert. Dort werden mehr als 200 junge Reisende aus ganz Europa zusammenkommen. 

Lernen durch Entdecken: mit DiscoverEU mehr Europa erleben DiscoverEU ist ein wichtiger Bestandteil des Erasmus+-Programms und fördert die Mobilität junger Menschen, umweltfreundliches Reisen, den kulturellen Austausch und die europäische Einheit. Die aktuelle Bewerbungsrunde stand allen offen, die zwischen dem 1. Januar 2007 und dem 31. Dezember 2007 geboren wurden und aus EU-Mitgliedstaaten und mit Erasmus+ assoziierten Ländern (Island, Liechtenstein, Norwegen, Nordmazedonien, Serbien und Türkei) stammen.

Es gingen 246.782 Bewerbungen ein.  Wie in den vergangenen Ausgaben ermöglichen Sonderregelungen die Teilnahme von Reisenden von Inseln, aus Regionen in äußerster Randlage oder abgelegenen Gebieten. Zusätzlich zum Travel-Pass profitieren die Teilnehmenden von einer Rabattkarte, mit der sie viele Ermäßigungen für kulturelle Aktivitäten, Unterkünfte, Nahverkehr, Verpflegung und andere Dienstleistungen erhalten. 

Venezuela: Erklärung der Hohen Vertreterin zu den Folgen der US-Intervention

Brüssel 5. Januar 2026 - Die Hohe Vertreterin der EU Kaja Kallas hat eine Erklärung zu Venezuela abgegeben, die von 26 Mitgliedstaaten der Europäischen Union unterstützt wird. Darin heißt es: „Die Europäische Union ruft alle Akteure zu Ruhe und Zurückhaltung auf, um eine Eskalation zu vermeiden und für eine friedliche Lösung der Krise zu sorgen.“

Völkerrecht und UN-Charta
„Die EU erinnert daran, dass unter allen Umständen die Grundsätze des Völkerrechts und der Charta der Vereinten Nationen gewahrt werden müssen. Die Mitglieder des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen haben eine besondere Verantwortung, diese Grundsätze als eine Säule der internationalen Sicherheitsarchitektur zu wahren.“

In dem Statement wird darauf verwiesen, dass Nicolás Maduro nicht die Legitimität eines demokratisch gewählten Präsidenten besitze und sich die EU wiederholt für einen von Venezuela geführten friedlichen Übergang zur Demokratie im Land eingesetzt hat. „Das Recht des venezolanischen Volkes, über seine Zukunft zu entscheiden, muss respektiert werden.“

Sicherheitsbedrohung durch Drogenhandel
„Die EU teilt die Priorität der Bekämpfung der grenzüberschreitenden organisierten Kriminalität und des Drogenhandels, die weltweit eine erhebliche Sicherheitsbedrohung darstellen. Gleichzeitig betont die EU, dass diese Herausforderungen durch eine nachhaltige Zusammenarbeit unter uneingeschränkter Achtung des Völkerrechts und der Grundsätze der territorialen Unversehrtheit und Souveränität angegangen werden müssen.“

„Wir stehen in engem Kontakt mit den Vereinigten Staaten sowie mit regionalen und internationalen Partnern, um den Dialog mit allen beteiligten Parteien zu unterstützen und zu erleichtern, der zu einer ausgehandelten, demokratischen, inklusiven und friedlichen Lösung der Krise unter der Führung der Venezolaner führt.“

Demokratie wiederherstellen
„Die Achtung des Willens des venezolanischen Volkes bleibt die einzige Möglichkeit für Venezuela, die Demokratie wiederherzustellen und die derzeitige Krise zu lösen.

In dieser kritischen Zeit ist es von entscheidender Bedeutung, dass alle Akteure die Menschenrechte und das humanitäre Völkerrecht uneingeschränkt achten. Alle politischen Gefangenen, die derzeit in Venezuela inhaftiert sind, müssen bedingungslos freigelassen werden.“

Die Konsularbehörden der EU-Mitgliedstaaten arbeiten eng zusammen, um die Sicherheit der EU-Bürger, einschließlich der illegal in Venezuela inhaftierten Personen, zu schützen.

- EU-Unternehmen erhöhen Investitionen in Forschung und Entwicklung
- EU zahlt 2,3 Milliarden Euro Finanzhilfen aus und liefert Wärmekraftwerk

EU-Unternehmen erhöhen Investitionen in Forschung und Entwicklung in Schlüsselsektoren
Brüssel, 22. Dezember 2025 - Laut dem heute veröffentlichten EU-Anzeiger für industrielle FuE-Investitionen 2025 haben EU-Unternehmen 2024 ein starkes Wachstum von Forschung und Entwicklung (FuE) in den Bereichen Energie, Gesundheit, Luft- und Raumfahrt und Verteidigung vorangetrieben.

Der Bericht unterstreicht zwar die Führungsrolle Europas in Schlüsselindustrien, unterstreicht aber auch den starken Druck des globalen Wettbewerbs, insbesondere im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT).

Im Jahr 2024 erhöhten die führenden industriellen FuE-Investoren der EU in den Bereichen Strom und erneuerbare Energien ihre FuE-Investitionen um 19,8 % und ihre Investitionsausgaben um 17,8 %. Dies ist ein positiver Schritt zur Erreichung der Ziele des Clean Industrial Deal.

Im Gesundheitssektor erhöhten führende Unternehmen ihre FuE-Investitionen um 13 % – eine deutlich höhere Wachstumsrate als in anderen Teilen der Welt. Darüber hinaus investieren europäische Luft- und Raumfahrt- und Verteidigungsunternehmen 4,8 % mehr, um die Verteidigungsbereitschaft Europas zu erhöhen.

Diese Ergebnisse, die im heutigen Scoreboard veröffentlicht wurden, bieten wichtige Einblicke in die globale Forschungs- und Entwicklungsdynamik.

Maßnahmen der Kommission zur Stärkung der Innovationsfähigkeit Europas
Um auf den globalen Wettbewerb zu reagieren und das europäische Innovationsökosystem zu stärken, treibt die Kommission mehrere Initiativen voran, die mit dem EU-Kompass für Wettbewerbsfähigkeit in Einklang stehen, darunter:
- die EU-Start-up- und Scaleup-Strategie, um Europa zu einem Top-Ziel für die Gründung und das Wachstum globaler Technologieunternehmen zu machen;
- das Europäische Innovationsgesetz und die 28. Regelung, die für 2026 erwartet werden;
- die Europäische Strategie für Forschungs- und Technologieinfrastrukturen, die den Zugang von Unternehmen zu Infrastrukturen von Weltrang und FuE-Unterstützung verbessert;

Die europäische Strategie für KI in der Wissenschaft mit der Ressource für KI-Wissenschaft in Europa (RAISE), mit der Wissenschaftler mit den Ressourcen ausgestattet werden, um KI für ihre Forschung einzuführen.
Die Beschleunigung dieser Initiativen ist von entscheidender Bedeutung, um innovative Unternehmen beim Ausbau zu unterstützen, insbesondere dort, wo Europa seine Souveränität und Technologieführerschaft stärken muss.

Wichtigste Feststellungen
Strategische Stärken der EU: EU-Unternehmen verzeichneten einen starken Anstieg der FuE im Energiesektor (19,8 %), der das Wachstum in den USA (6 %), Japan (-14,2 %) und China (3,8 %) bei weitem übertraf. Im Gesundheitswesen übertraf das Wachstum der EU (13 %) deutlich die USA (7,1 %), Japan (9,1 %) und China (0,1 %). Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung verzeichneten ebenfalls einen Anstieg von 4,8 %.

Innovationszentren: Die meisten FuE-Investitionen der 800 größten EU-Unternehmen erfolgen in Ländern, die als „starke Innovatoren“ eingestuft werden (Österreich, Belgien, Estland, Frankreich, Deutschland, Irland, Luxemburg). Dies unterstreicht das Potenzial unterstützender Ökosysteme für das Wachstum von F&E-intensiven Unternehmen.

Die globale Dynamik verlangsamt sich: Die weltweit führenden 2.000 Unternehmen investierten 2024 1.442,6 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung (+6,3 %). Am stärksten wuchsen die USA (+7,8 %) und der Rest der Welt (+8,1 %), gefolgt von Japan (+7,1 %). Die EU (+2,9 %) und China (+3,9 %) verzeichneten einen moderateren Anstieg.

Sektorspezifischer Schwerpunkt: Vier Sektoren - IKT-Software, IKT-Hardware, Gesundheit und Automobilindustrie - machen über 80 % der Gesamtinvestitionen aus. US-Unternehmen sind führend in den Bereichen IKT und Gesundheit; EU-Unternehmen sind nach wie vor weltweit führend in der Automobilindustrie.

Hintergrund
Der EU-Anzeiger für industrielle FuE-Investitionen wird seit 2004 jährlich veröffentlicht. Die Ausgabe 2025 enthält Wirtschaftsinformationen aus den jüngsten Jahresabschlüssen (Haushaltsjahr 2024) der weltweit führenden 2000 FuE-Investoren und der 800 größten Unternehmen in der EU. Zusammen machen diese Unternehmen über 90 % der weltweit von Unternehmen finanzierten FuE aus.D.

Als wichtige Referenz für Analysen und Daten in Wissenschaft, Industrie und Politikgestaltung werden die Daten des Scoreboards im Einklang mit der Open-Science-Praxis der Kommission öffentlich zugänglich gemacht.

Solidarität mit der Ukraine: EU zahlt 2,3 Milliarden Euro Finanzhilfen aus und liefert komplettes Wärmekraftwerk
Die Europäische Kommission hat im Rahmen der Ukraine-Fazilität die sechste reguläre Zahlung von 2,3 Milliarden Euro angewiesen. Sie unterstützt damit die makrofinanzielle Stabilität des Landes und seine öffentliche Verwaltung. Zudem hat die Kommission im Rahmen ihrer bisher größten koordinierten Logistik-Operation ein vollständiges Wärmekraftwerk von Litauen in die Ukraine geliefert. Das Kraftwerk kann eine Million Menschen mit Strom versorgen. Es stellt kritische Energiekapazitäten wieder her und stärkt unmittelbar das nationale Netz der Ukraine, das anhaltenden Angriffen Russlands ausgesetzt ist.

70 Prozent des Geldes im Rahmen der Ukraine-Fazilität ausgezahlt
Mit der sechsten Tranche hat die EU seit März 2024 26,8 Milliarden Euro ausgezahlt. Das entspricht fast 70 Prozent der im Rahmen der ersten Säule der Ukraine-Fazilität verfügbaren Mittel. Die Zahlung folgt auf die erfolgreiche Umsetzung von Reformen in strategisch wichtigen Bereichen wie der öffentlichen Finanzverwaltung, des Justizsystems, des Agrar- und Lebensmittelsektors und der Bewirtschaftung kritischer Rohstoffe.

Die für Erweiterung zuständige EU-Kommissarin Marta Kos erklärte: „Die Ukraine führt trotz der Aggression Russlands mit bemerkenswerter Geschwindigkeit echte Reformen durch. Mit der Fazilität für die Ukraine treibt die EU Reformen voran, die die Ukraine näher an die EU heranführen und gleichzeitig kritische Bedürfnisse, einschließlich der Energieversorgungssicherheit im Winter, unterstützen.“

Ausführliche Informationen finden Sie in diesem Factsheet.
Vollständiges Wärmekraftwerk in die Ukraine verlegt
Die Lieferung eines vollständigen Wärmekraftwerks in die Ukraine wurde über einen Zeitraum von elf Monaten durchgeführt und umfasste 149 Lieferungen mit insgesamt 2.399 Tonnen Ausrüstung. Darunter waren 40 übergroße Transporte, wie außergewöhnlich schwere Transformatoren und Statoren mit einem Gewicht von jeweils rund 172 Tonnen. Die Unterstützung der polnischen Regierungsbehörde für strategische Reserven war entscheidend für den komplexen Transport dieser Komponenten.

Hadja Lahbib, EU-Kommissarin für Krisenvorsorge und ‑management sowie Gleichberechtigung erklärte: „Ich danke Litauen, Polen, Rumänien und allen Partnern, die für den Erfolg dieser kolossalen Operation gesorgt haben. Es ist ein eindrucksvoller Beweis für das unerschütterliche Engagement der EU für die Widerstandsfähigkeit der Ukraine und trägt dazu bei, Licht und Wärme für eine Million Menschen zu gewährleisten, die vor einem vierten Winter des russischen Angriffskriegs stehen.“

Bislang hat die EU-Unterstützung für den ukrainischen Energiesektor dazu beigetragen, den Bedarf von schätzungsweise 9 Millionen Menschen zu decken. Die EU hat über das EU-Katastrophenschutzverfahren bisher 9.500 Stromgeneratoren und 7.200 Transformatoren an die Ukraine geliefert.

E-Commerce: EU führt Zölle auf Pakete mit geringem Wert ein

Brüssel, 15. Dezember 2025 - Ab Juli 2026 wird in der EU ein Zollsatz von 3 Euro pro Sendung auf E-Commerce-Pakete mit einem Wert von weniger als 150 Euro eingeführt. Darauf haben sich die EU-Mitgliedstaaten geeinigt. 

Maroš Šefčovič, EU-Kommissar für Handel und wirtschaftliche Sicherheit sowie interinstitutionelle Beziehungen und Transparenz, begrüßte die Entscheidung: „Mit dem rasanten Wachstum des elektronischen Handels verändert sich die Welt schnell – und wir brauchen die richtigen Instrumente, um Schritt zu halten. Deshalb ist die Entscheidung über Zölle für kleine Pakete, die in die EU eingeführt werden, so wichtig, um im heutigen Zeitalter des E-Commerce einen fairen Wettbewerb an unseren Grenzen zu gewährleisten.“

Kurzfristiger Schutz der EU-Unternehmen vor dem E-Commerce-Boom  Angesichts des raschen Anstiegs der Einfuhren von Waren im elektronischen Handel in die EU haben die Kommission und die Mitgliedstaaten gemeinsam die Notwendigkeit einer dringenden Lösung anerkannt. Sie soll die Lücke bis zur Einrichtung der EU-Zolldatenplattform im Jahr 2028 im Rahmen der EU-Zollreform schließen.

Der vorübergehende Zollsatz von 3 Euro je Sendung gilt für Pakete, die direkt aus Drittländern an Verbraucherinnen und Verbraucher versandt werden. Reform der EU-Zollreform als dauerhafte Lösung Diese Maßnahme ist unabhängig von den laufenden Verhandlungen über eine EU-Bearbeitungsgebühr für E-Commerce-Pakete.

Während die Zollabgaben einen Wettbewerbsvorteil beseitigen, den die E-Commerce-Betreiber derzeit genießen, soll die Bearbeitungsgebühr die steigenden Kosten ausgleichen, die den Zollbehörden durch die Überwachung des sehr umfangreichen Paketverkehrs entstehen.

Kommissar Šefčovič betonte: „Unsere Bemühungen zur Modernisierung der Art und Weise, wie wir den Handel an unseren Grenzen steuern, sind auf einem guten Weg, und wir stehen kurz vor dem Abschluss der ehrgeizigsten Zollreform seit der Gründung der Zollunion im Jahr 1968. Unser Ziel ist klar: ein modernes, digitales Umfeld, das einen reibungslosen internationalen Handel gewährleistet und gleichzeitig die Stärke und Integrität unseres Binnenmarktes schützt.“

Die dauerhafte Zollregelung wird gelten, sobald der EU-Zolldatenplattform eingerichtet ist. Sie wird neue Zolldaten im Zusammenhang mit dem elektronischen Handel vollständig integrieren und den Zollbehörden ein vollständiges Bild der Waren liefern, die in die EU ein- oder aus der EU ausgeführt werden.  



Clean Air Forum, Batterierecycling und Forschung: Umweltkommissarin Roswall in Bonn und Krefeld

1. Dezember 2025 - Die für Umwelt, resiliente Wasserversorgung und wettbewerbsfähige Kreislaufwirtschaft zuständige EU-Kommissarin Jessika Roswall ist gemeinsam mit Bundesumweltminister Carsten Schneider und anderen hochrangigen Teilnehmenden in Bonn beim 5. EU-Forum für saubere Luft.

Vorab sagte sie: „In saubere Luft zu investieren heißt, in unsere Widerstandsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit zu investieren. Maßnahmen zur Verringerung der Luftverschmutzung haben Vorteile gebracht, die ihre Kosten bei weitem überwiegen. Jeder Euro, der für saubere Luft ausgegeben wird, bringt mindestens das Vierfache an Nutzen.
Die Politik der EU zur Verringerung der Luftverschmutzung zeigt solide Ergebnisse. Die Luftqualität hat sich in den letzten Jahrzehnten stetig verbessert, und die EU ist auf dem besten Weg, die gesundheitlichen Auswirkungen der Luftverschmutzung bis 2030 um mehr als 55 Prozent gegenüber 2005 zu senken.“

Am Vormittag war Roswall bei der Accurec Recycling GmbH in Krefeld bei der Inbetriebnahme einer europaweit einzigartigen Anlage, mit der das Unternehmen Lithium aus alten Akkus zurückgewinnen kann. Am Nachmittag diskutiert sie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn mit Forschenden des PhenoRob Clusters, das die nachhaltige und technologie-getriebene Transformation der Landwirtschaft zum Thema hat.

Bewertung der NEC-Richtlinie heute veröffentlicht
Im Mittelpunkt des Clean Air Forum steht unter anderem die Bewertung der Richtlinie über nationale Emissionsreduktionsverpflichtungen (NEC), die die Kommission heute veröffentlicht hat. Sie zeigt, dass die Emissionen der fünf wichtigsten Luftschadstoffe (Schwefeldioxid, Feinstaub, Stickoxide und flüchtige organische Verbindungen außer Methan und Ammoniak) in der EU während des Bewertungszeitraums trotz Wirtschaftswachstums stetig zurückgegangen sind. Dies deutet auf eine erfolgreiche Entkopplung von Wirtschaftstätigkeit und Luftverschmutzung hin. In den vergangenen zwei Jahrzehnten wurden die Schwefeldioxidemissionen am stärksten reduziert (85 Prozent im Vergleich zu 2005).

Besuch der Accurec GmbH in Krefeld
Bei der Accurec GmbH in Krefeld nahm die Kommissarin an einem Meilenstein teil, nämlich der Inbetriebnahme der ersten industriellen Rückgewinnung von Lithium aus Altbatterien. Das von Accurec entwickelte, thermochemische Verfahren überführt mit geringstem Aufwand an Energie und Betriebsmitteln die kritischen Rohstoffe in eine hervorragend trennbare Form und extrahiert diese.

Kommissarin Roswall sagte: „Die Unterstützung strategischer Projekte und Anlagen wie dieser ist für die Europäische Kommission und für mich persönlich von entscheidender Bedeutung. Denn sie ist entscheidend für die Zukunft Europas und für das, was ich für die Generation meiner Enkelkinder erreichen möchte. In der heutigen instabilen Welt ist die Sicherung der strategischen Autonomie Europas wichtiger denn je“.


Kommission fördert Energieverbundfähigkeit in Europa und darüber hinaus durch Unterstützung von 235 grenzüberschreitenden Projekten
Heute hat die Kommission 235 grenzüberschreitenden Energieprojekten den Status von Vorhaben von gemeinsamem Interesse (PCI) und Vorhaben von gegenseitigem Interesse (PMI)gewährt – die zweite derartige Liste seit ihrer Einführung im Jahr 2023. Die ausgewählten Projekte können EU-Mittel aus der Fazilität „Connecting Europe“ beantragen und profitieren von beschleunigten Genehmigungs- und Regulierungsverfahren für eine rasche Durchführung und Umsetzung.

Diese projektübergreifenden Projekte werden die Energiekonnektivität auf dem gesamten Kontinent stärken und die Vollendung der Energieunion näher bringen. Durch die Ermöglichung wichtiger Verbindungsleitungen in der gesamten EU und mit Nachbarländern können diese Projekte eine strategische Rolle bei der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der EU, der Dekarbonisierung und der Verbesserung der Energieversorgungssicherheit und -unabhängigkeit Europas spielen.

Einer aktuellen Studie der Kommission zufolge wird sich der Investitionsbedarf für die europäische Energieinfrastruktur – Strom-, Wasserstoff- und CO2-Netze – von 2024 bis 2040 auf 1,5 Billionen EUR belaufen. Diese Projektstruktur und die damit verbundenen erwarteten Investitionsvolumina werden dazu beitragen, den für 2040 ermittelten Bedarf zu decken.

Die Liste der ausgewählten PCI und PMI umfasst:
113 Strom-, Offshore- und intelligente Stromnetzprojekte, die für die Integration des wachsenden Anteils erneuerbarer Energien von wesentlicher Bedeutung sein werden.
100 Wasserstoff- und Elektrolyseurprojekte, die eine wichtige Rolle bei der Integration und Dekarbonisierung des Energiesystems der EU spielen werden.
17 CO2-Transportinfrastrukturprojekte, die die Entwicklung des Marktes für CO2-Abscheidung und -Speicherung vorantreiben werden.
3 Projekte für intelligente Gasnetze zur Digitalisierung und Modernisierung des Erdgasnetzes.
die fortgesetzte Einbeziehung von zwei langjährigen Projekten, die Malta und Zypern mit dem europäischen Festlandgasnetz verbinden.
Die Kommission wird die Durchführung dieser Projekte durch eine verstärkte politische Koordinierung mit den betreffenden Mitgliedstaaten unterstützen und sich dabei auf die Taskforce Energieunion und die regionalen hochrangigen Gruppen stützen, die die Entwicklung der Energieinfrastruktur in Schlüsselregionen, auch mit Partnerländern, unterstützen sollen.

Wie im Aktionsplan der Kommission für erschwingliche Energie hervorgehoben, ist ein effizientes Energienetz von entscheidender Bedeutung, um die Energiewende zu ermöglichen und sicherzustellen, dass Energie sowohl für Industrien als auch für Haushalte in ganz Europa zugänglich und erschwinglich ist.

Die Gewährleistung eines gut integrierten und optimierten europäischen Energienetzes ist ebenso entscheidend für die Beschleunigung einer kosteneffizienten und sauberen Energiewende. Die Kommission wird demnächst das europäische Netzpaket vorlegen, um den Aufbau der notwendigen Energieinfrastruktur in Europa weiter zu beschleunigen. Sie wird auch auf die Initiative „Energieautobahnen“ eingehen, die von Präsidentin von der Leyen in ihrer jüngsten Rede zur Lage der Europäischen Union ins Leben gerufen wurde und mit der Engpässe bei der grenzüberschreitenden Energieinfrastruktur dringend angegangen und die Widerstandsfähigkeit des Energiesystems der EU insgesamt erhöht werden sollen.

Nächste Schritte
Nach der heutigen Annahme wird die PCI- und PMI-Liste dem Europäischen Parlament und dem Rat in Form eines delegierten Rechtsakts zur Kontrolle gemäß der TEN-E-Verordnung vorgelegt. Beide gesetzgebenden Organe haben zwei Monate Zeit, um die Liste entweder vollständig anzunehmen oder abzulehnen, dürfen sie jedoch nicht ändern. Dieses Verfahren kann auf Antrag der beiden gesetzgebenden Organe um zwei Monate verlängert werden. Sobald die Liste angenommen ist, wird die Kommission ihre Zusammenarbeit mit den Projektträgern und den Mitgliedstaaten weiter verstärken, um sicherzustellen, dass die ausgewählten Projekte so reibungslos und schnell wie möglich durchgeführt werden.

Diese Woche veranstaltet die Europäische Kommission die PCI Energy Days, die sich der praktischen Umsetzung von PCI und PMI widmen. Der für Energie und Wohnungswesen zuständige EU-Kommissar Dan Jørgensen wird an der Veranstaltung teilnehmen.

Hintergrund
PCI sollen den EU-Energiemarkt vollenden und zu den Zielen der Klimaneutralität beitragen und sicherstellen, dass alle Europäer Zugang zu erschwinglicher, zuverlässiger und erneuerbarer Energie haben. PMI umfassen grenzüberschreitende Infrastrukturen zwischen EU- und Nicht-EU-Ländern, die zu den Energie- und Klimazielen der EU, einschließlich ihrer kürzlich angenommenen globalen Vision, beitragen.

Bei der heute angenommenenListe handelt es sich um die zweite Unionsliste von PCI und PMI, die im Rahmen der überarbeiteten Verordnung über transeuropäische Energienetze (TEN-E) ab 2022 erstellt wurde, wobei der Schwerpunkt weg von fossilen Brennstoffen hin zu CO2-armen, widerstandsfähigen und effizienten grenzüberschreitenden Infrastrukturen verlagert wird. In der Verordnung werden die Kriterien für die Unterstützung grenzüberschreitender Energieinfrastrukturprojekte festgelegt, die der Union helfen können, ihr Klima- und Energieziel der Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen. Diese Listen werden alle zwei Jahre nach umfassenden Konsultationen der Interessenträger in regionalen Gruppen und öffentlichen Konsultationen angenommen.

Mit dem Instrument der Fazilität „Connecting Europe“ (CEF-Energie) wurden seit 2014 8 Mrd. EUR für Leitprojekte bereitgestellt. Ein Paradebeispiel für grenzüberschreitende wegweisende Projekte ist die baltische Synchronisation, mit der die baltischen Staaten ihre Unabhängigkeit vom russischen Stromnetz wiedererlangt und die drei Länder vollständig in das Energiesystem der EU integriert haben. Im Rahmen des mehrjährigen Finanzrahmens 2028-2034 schlug die Kommission eine fünffache Aufstockung des CEF-Haushalts für Energie von 5,84 Mrd. EUR auf 29,91 Mrd. EUR vor.