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Jugend in DU

Am 11. Dezember 1946 in New York: Kinderhilfswerk Unicef wird ins Leben gerufen! Am 24. Juli 1957 wurde in Duisburg aus Dankbarkeit und der Einsicht, dass auch in vielen anderen Teilen der Welt Kinder in großer Not leben, die Arbeitsgruppe Duisburg ins Leben gerufen. Redaktion Harald Jeschke
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UNICEF fordert die Freilassung aller Kinder, die im Zusammenhang mit den jüngsten Unruhen im Iran festgenommen wurden

Statement von Edouard Beigbeder, UNICEF-Regionaldirektor für den Nahen Osten und Nordafrika

Amma /Köln, 20. Februar 2026 - „UNICEF ist zutiefst besorgt über Berichte, denen zufolge Kinder, die im Zusammenhang mit den jüngsten Unruhen im Iran festgenommen wurden, weiterhin in Haft bleiben.

Wenngleich die Zahl der derzeit inhaftierten Kinder sowie die Bedingungen ihrer Haft nicht überprüft werden können, fordern wir dringend unverzüglichen unabhängigen Zugang zu allen inhaftierten Kindern, um sich ein Bild über ihre Lage, den Umgang mit ihnen sowie ihr Wohlergehen zu verschaffen.

Die negativen Auswirkungen von Haft und Inhaftierung auf Kinder sind gut dokumentiert. Kinder sind keine ‚kleinen Erwachsenen‘ – sie benötigen besonderen Schutz und besondere Fürsorge. Der Entzug von Freiheit hat lebenslange Konsequenzen für die Entwicklung eines Kindes, aber auch für die Zukunft der Gesellschaft insgesamt.

Kinder, denen die Freiheit entzogen wurde, müssen menschlich und würdevoll behandelt werden und die Möglichkeit haben, regelmäßigen Kontakt zu ihren Familien zu halten. Dies sind verbindliche Verpflichtungen nach internationalem Recht und müssen jederzeit eingehalten werden.

UNICEF ruft nachdrücklich dazu auf, die Inhaftierung von Kindern in jeglicher Form zu beenden und Kinder, die im Zusammenhang mit den jüngsten Unruhen im Iran inhaftiert wurden, unverzüglich freizulassen. Die Islamische Republik Iran ist Vertragspartei der Konvention über die Rechte des Kindes und verpflichtet, die Rechte von Kindern zu achten, zu schützen und zu gewährleisten.“


UNICEF Deutschland und Deutsches Kinderhilfswerk verkünden Motto zum Weltkindertag 2026: Starke Kinder, starke Zukunft!

Neues Motto zum Weltkindertag 2026: "Starke Kinder, starke Zukunft!"

© Paula G. Vidal 

Köln/Berlin(Duisburg, 18. Februar 2026 - Der Weltkindertag am 20. September 2026 steht unter dem Motto „Starke Kinder, starke Zukunft!“. Damit fordern UNICEF Deutschland und das Deutsche Kinderhilfswerk Politik und Gesellschaft dazu auf, sich jetzt konsequenter für die Rechte der jungen Menschen, für ihren Schutz und die Stärkung ihrer mentalen Gesundheit einzusetzen.

Denn die junge Generation steht massiv unter Druck: Kriege, die Folgen des Klimawandels sowie Wirtschaftskrisen und ihre sozialen Auswirkungen haben spürbare Folgen für Kinder und ihre Familien – in Deutschland und weltweit. Auch die psychische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen leidet unter den großen Zukunftssorgen.

Zudem kommen in der digitalen Welt neue Chancen, aber auch große Risiken hinzu. Kinder und Jugendliche brauchen daher mehr Unterstützung und nachhaltige Investitionen in Bildung und Gesundheit, um sich zu starken, resilienten Gestalterinnen und Gestaltern der Gesellschaft von morgen zu entwickeln. Entscheidend ist dafür auch, junge Menschen stärker einzubeziehen – insbesondere bei politischen Entscheidungen, die in erster Linie ihre Zukunft betreffen.

„Eine starke Zukunft für alle wird davon abhängen, wie sehr wir Kinder heute stärken. Kinder und Jugendliche brauchen uns jetzt, damit sie ihr volles Potenzial für die Welt von morgen einbringen können. Je fragiler das Leben von Kindern ist, desto fragiler wird unsere Welt. Deshalb geht es uns mit dem Motto des Weltkindertages 2026 um einen gemeinsamen Kraftakt – für unsere Kinder und eine starke, eine gute Zukunft”, sagt Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland.

„Wir sehen insbesondere in der politischen Debatte in Deutschland eine eklatante Vernachlässigung der Belange junger Menschen. Kinderinteressen werden systematisch ausgeblendet, obwohl sie als ein vorrangiger Gesichtspunkt ins Zentrum politischen Handelns gehören. Dafür braucht es endlich die Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz, damit das Wohl der Kinder bei allen staatlichen Maßnahmen und Entscheidungen Berücksichtigung findet. Nur so wird uns die erfolgreiche Gestaltung der Zukunft gelingen“, betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.

Unter dem Motto “Starke Kinder, starke Zukunft!” ist zum Weltkindertag am 20. September 2026 eine gemeinsame bundesweite Mitmach-Aktion von UNICEF Deutschland und dem Deutschen Kinderhilfswerk in Planung. Dabei werden die Wünsche und Forderungen von Kindern und Jugendlichen aus ganz Deutschland für ihre Zukunft im Fokus stehen. Hinzu kommen zahlreiche Initiativen mit lokalen Demonstrationen, Aktionen, Festen und anderen Veranstaltungen, bei denen sich Menschen aus ganz Deutschland für Kinder, ihre Rechte und Bedürfnisse stark machen. Alle Informationen zum Weltkindertag gibt es unter www.unicef.de/weltkindertag und www.dkhw.de/weltkindertag.

Im September 1954 empfahlen die Vereinten Nationen ihren Mitgliedstaaten die Einführung eines weltweiten Tages für Kinder. Sie wollten damit den Einsatz für Kinderrechte stärken, die Freundschaft unter Kindern und Jugendlichen auf der Welt fördern und die Regierungen auffordern, die weltweite UNICEF-Arbeit zu unterstützen. Inzwischen wird der Weltkindertag in über 145 Staaten gefeiert, jedoch an unterschiedlichen Tagen – in Deutschland am 20. September. Seit 1989 sind die Kinderrechte außerdem mit einer UN-Konvention für jedes Kind verbrieft.


UNICEF und WHO: Masernzahlen in Europa und Zentralasien sinken deutlich  – doch Ausbruchrisiko bleibt bestehen

Reaktive Maßnahmen bei Ausbrüchen - einschließlich Impfkampagnen - verringern Masernfälle / WHO und UNICEF warnen: der Fortschritt ist fragil, das Virus breitet sich weiterhin aus

© UNICEF/UNI601118/Vashkiv | Der acht Monate alte Orest wird in einem Gesundheitszentrum in Kyjiw geimpft.

Kopenhagen/ Genf/ Köln/Duisburg, 11. Februar 2026- Die Masernfälle in Europa und Zentralasien sind im Jahr 2025 im Vergleich zu 2024 um fast 75 Prozent zurückgegangen. Das zeigen die vorläufigen Daten aus 53 Ländern. Doch UNICEF und WHO warnen: das Risiko von Ausbrüchen bleibt bestehen.

Im Jahr 2025 meldeten Länder in Europa und Zentralasien 33.998 Masernfälle, 2024 waren es 127.412 Fälle. Der allgemein rückläufige Trend der Fallzahlen spiegelt sowohl die Maßnahmen zur Bekämpfung von Ausbrüchen als auch den allmählichen Rückgang der für Masern anfälligen Menschen wider. Denn ausgebreitet hat sich das Virus in nicht ausreichend geimpften Gemeinschaften. Viele Fälle hätten durch eine höhere routinemäßige Durchimpfungsrate auf Gemeindeebene und eine schnellere Reaktion auf Ausbrüche verhindert werden können.

„Die Fallzahlen sind zwar zurückgegangen, doch die Umstände, die in den letzten Jahren zum Wiederauftreten dieser tödlichen Krankheit geführt haben, bestehen weiterhin und müssen angegangen werden“, sagte Regina De Dominicis, Regionaldirektorin von UNICEF für Europa und Zentralasien. „Solange nicht alle Kinder geimpft sind und die durch die Verbreitung von Fehlinformationen geschürte Impfskepsis nicht überwunden ist, bleiben Kinder dem Risiko ausgesetzt, an Masern und anderen durch Impfungen vermeidbaren Krankheiten zu sterben oder schwer zu erkranken.“

Impfskepsis und Fehlinformationen gefährden Kinder
„Im vergangenen Jahr sind die Masernfälle um fast 75 Prozent gesunken, aber das Risiko von Ausbrüchen bleibt bestehen. In den letzten drei Jahren erkrankten in unserer Region über 200.000 Menschen an Masern“, sagte der WHO-Regionaldirektor für Europa, Dr. Hans Henri P. Kluge. „Solange nicht jede Gemeinde eine Durchimpfungsrate von 95 Prozent erreicht, Immunitätslücken in allen Altersgruppen schließt, die Krankheitsüberwachung verstärkt und eine rechtzeitige Reaktion auf Ausbrüche sicherstellt, wird sich dieses hochansteckende Virus weiter ausbreiten. Angesichts der heutigen Flut von Fake News ist es außerdem von entscheidender Bedeutung, dass sich die Menschen auf verifizierte Informationen aus zuverlässigen Quellen wie der WHO, UNICEF und nationalen Gesundheitsbehörden verlassen. Die Beseitigung von Masern ist für die nationale und regionale Gesundheitssicherheit unerlässlich.“

Die Zahl der gemeldeten Fälle war im Jahr 2025 immer noch höher als in den meisten Jahren seit 2000. Einige Länder meldeten 2025 sogar mehr Fälle als im Vorjahr. Auch im Jahr 2026 werden in der Region weiterhin Masernfälle festgestellt.

Die Entwicklung in Deutschland entspricht dem Trend in der Gesamtregion: Im Jahr 2024 wurden 653 Masernfälle über das WHO-Impfinformationssystem gemeldet. 2025 ging die Zahl deutlich zurück: Von Januar bis November 2025 waren es nur 226 Fälle. Das ist jedoch ein Vielfaches im Vergleich zum Jahr 2020 mit 73 Fällen.

Mehr Länder mit dauerhafter Masernverbreitung
Auf der Grundlage der Länderberichte für 2024 geht die Europäische Regionale Verifizierungskommission für Masern- und Rötelnbekämpfung davon aus, dass die Zahl der Länder mit anhaltender oder wiederauflebender endemischer Masernübertragung innerhalb eines Jahres von zwölf auf 19 gestiegen ist. Dies ist der größte Rückschlag bei der Masernbekämpfung in der Region in den letzten Jahren.

Die Vorbereitung auf Ausbrüche und die Reaktion darauf sowie die Eliminierung der Masern bleiben weiterhin Prioritäten im Bereich der öffentlichen Gesundheit in ganz Europa und Zentralasien. UNICEF und die WHO arbeiten mit Regierungen und mit Unterstützung von Partnern wie der Impfallianz Gavi und der Europäischen Union daran, Masernausbrüche zu verhindern und zu bekämpfen. Dazu werden Gemeinden eingebunden, Gesundheitsfachkräfte geschult, Impfprogramme und Krankheitsüberwachungssysteme gestärkt und Masernimpfkampagnen gestartet.

95 Prozent Impfquote notwendig
Masern gehören zu den ansteckendsten Viren für Menschen. Pro an Masern erkrankter Person infizieren sich bis zu 18 ungeimpfte Personen. Damit sind Masern etwa zwölfmal ansteckender als Influenza. Masern können zu Krankenhausaufenthalten führen, langfristige, belastende gesundheitliche Komplikationen verursachen und tödlich sein. Sie können das Immunsystem schädigen, indem sie dessen Erinnerung daran, wie Infektionen bekämpft werden, für Monate oder sogar Jahre „löschen“. Dadurch sind Masernüberlebende anfälliger für andere, auch tödliche Krankheiten.

Zwei Dosen eines Masernimpfstoffs bieten einen bis zu 97-prozentigen lebenslangen Schutz vor Masern. Eine alljährliche Impfquote von 95 Prozent mit zwei Dosen des Masernimpfstoffs ist in jeder Gemeinde erforderlich, um Masernausbrüche zu verhindern und eine Herdenimmunität zu erreichen. Diese schützt Säuglinge, die für eine Masernimpfung noch zu jung sind, sowie Menschen, für die eine Impfung aufgrund medizinischer Erkrankungen nicht empfohlen wird, wie etwa Menschen mit geschwächtem Immunsystem.

Deepfake-Missbrauch ist realer Missbrauch

UNICEF-Statement zu KI-generierten sexualisierten Darstellungen von Kindern

New York/Köln/Duisburg, 4. Februar 2026 - "UNICEF ist zunehmend alarmiert durch Berichte, dass die Anzahl an KI-generierten sexualisierten Bilder im Internet rasant zunimmt. Besonders besorgniserregend sind Fotos von Kindern, die manipuliert und sexualisiert wurden.

Sogenannte Deepfakes, also mit künstlicher Intelligenz (KI) erzeugte oder manipulierte Bilder, Videos oder Audiomaterialien, die echt wirken sollen, werden zunehmend genutzt, um sexualisierte Inhalte mit Kindern zu produzieren. Dazu zählt der Einsatz von KI-Tools, die Kleidung auf Fotos entfernen oder verändern, so dass gefälschte Nackt- oder sexualisierte Bilder entstehen.

Eine neue Studie von UNICEF, ECPAT International und INTERPOL in elf Ländern zeigt das Ausmaß dieser schnell wachsenden Bedrohung: Demnach wurden die Bilder von mindestens 1,2 Millionen Kinder im vergangenen Jahr zu sexuell eindeutigen Deepfakes manipuliert. In einigen Ländern ist eines von 25 Kindern laut eigenen Angaben betroffen – das entspricht einem Kind in einer typischen Schulklasse.

Kinder selbst sind sich dieses Risikos sehr bewusst. In einigen der untersuchten Länder äußerten bis zu zwei Drittel der Kinder ihre Sorge, dass KI-generierte gefälschte sexualisierte Bilder oder Videos von ihnen erstellt werden könnten. Das Ausmaß der Besorgnis variiert stark zwischen den Ländern. Dies zeigt: es ist höchste Zeit für verstärkte Sensibilisierungs-, Präventions- und Schutzmaßnahmen.

Wir müssen uns darüber im Klaren sein: Mit KI-Tools erstellte oder manipulierte sexualisierte Bilder von Kindern sind Missbrauchsdarstellungen von Kindern (CSAM). Deepfake-Missbrauch ist Missbrauch, und nichts an dem Schaden, den er verursacht, ist ‚fake‘.

Wird das Bild oder die Identität eines Kindes verwendet, dann wird dieses Kind direkt zum Opfer gemacht. Selbst wenn kein identifizierbares Opfer erkennbar ist, normalisieren diese KI-generierten Missbrauchsdarstellungen von Kindern die sexuelle Ausbeutung von Kindern. Zudem schürt es die Nachfrage nach missbräuchlichen Inhalten und stellt die Strafverfolgungsbehörden vor erhebliche Herausforderungen bei der Identifizierung und dem Schutz von Kindern, die Hilfe benötigen.

UNICEF begrüßt nachdrücklich die Bemühungen jener KI-Entwickler, die Safety-by-Design-Ansätze und robuste Schutzmechanismen umsetzen, um den Missbrauch ihrer Systeme zu verhindern. Die Lage ist jedoch nach wie vor uneinheitlich, und zu viele KI-Modelle werden ohne ausreichende Sicherheitsvorkehrungen entwickelt. Die Risiken können sich noch verschärfen, wenn generative KI-Tools direkt in Social-Media-Plattformen eingebettet werden, auf denen sich manipulierte Bilder schnell verbreiten.

UNICEF fordert dringend folgende Maßnahmen, um der zunehmenden Bedrohung durch KI-generierte Missbrauchsdarstellungen von Kindern zu begegnen:

Alle Regierungen erweitern die Definitionen von sexualisierten Missbrauchsdarstellungen von Kindern (CSAM) um KI-generierte Inhalte und stellen deren Erstellung, Beschaffung, Besitz und Verbreitung unter Strafe.
KI-Entwickler implementieren Safety-by-Design-Ansätze und robuste Schutzvorkehrungen, um den Missbrauch von KI-Modellen zu verhindern.

Digitalunternehmen verhindern die Verbreitung von KI-generierten sexualisierten Missbrauchsdarstellungen von Kindern und entfernen sie nicht nur, nachdem der Missbrauch stattgefunden hat. Außerdem stärken sie die Moderation von Inhalten durch Investitionen in Erkennungstechnologien, damit solches Material sofort entfernt werden kann – und nicht erst Tage nach einer Meldung durch ein Opfer oder dessen Vertreter.

Der Schaden durch Deepfake-Missbrauch ist real und dringend. Kinder können nicht darauf warten, dass die Gesetzgebung nachzieht.“

Schwere Angriffe und bittere Kälte:
Der härteste Kriegswinter trifft Kinder in der Ukraine

Statement von Munir Mammadzade, Leiter der UNICEF-Programme in der Ukraine, beim heutigen Pressebriefing im Palais des Nations in Genf

© UNICEF/UNI928179/Filippov | Arina (3) spielt mit Knete und wärmt sich in einem beheizten mobilen Zelt, das vom ukrainischen Rettungsdienst in Kiew aufgestellt wurde, auf.

Genf/Köln/Duisburg, 16. Januar 2026 - „Das befürchtete Winterszenario in der Ukraine ist eingetreten: Intensive Angriffe legen die Energie- und Wasserversorgung lahm, während die Temperaturen weit unter den Gefrierpunkt sinken.

Millionen Familien im ganzen Land müssen tagelang ohne Heizung, Strom und Wasserversorgung auskommen.
Kinder und ihre Familien leben im ständigen Überlebensmodus. Bei minus 18 Grad ohne Heizung geht es in ihren Wohnungen in den Hochhäusern darum, sich vor unaufhörlichen Angriffen zu schützen und die extreme Kälte zu überstehen.

Im zehnten Stock eines solchen Wohnhauses am linken Ufer von Kyjiw tut Svitlana alles, um ihre dreijährige Tochter Arina zu versorgen.

Sie erzählte uns, dass sie seit mehr als drei Tagen weder Heizung noch Strom hatten – und das bereits in der ersten Woche der Ausfälle. Viele Familien haben bis heute keinen oder nur sporadischen Zugang zu Strom und Wärme. Kaltes Wasser fließt nur zeitweise. Um die eisige Kälte draußen zu halten, stopfen Familien Stofftiere oder andere Gegenstände in die Fenster.

Svitlana kann Arina weder baden noch warmes Essen zubereiten. Also wickelt sie ihr Kind in mehrere Schichten Kleidung und steigt durch das dunkle Treppenhaus zehn Stockwerke hinab zu einem Zelt des ukrainischen Katastrophenschutzes. Dort können sie sich aufwärmen, warmes Essen erhalten, ihre Geräte aufladen und mit einer Psychologin oder einem Psychologen sprechen – oder einfach in der Wärme ausharren.

UNICEF hat die Zelte zudem mit Materialien zur psychosozialen Unterstützung ausgestattet. Spiele und Spielzeug ermöglichen Kindern Momente des Spielens und der Entspannung und helfen damit auch Erwachsenen, mit der allgegenwärtigen Angst umzugehen.

Für Kinder sind die harten Winterbedingungen sowohl körperlich als auch seelisch belastend. Dunkelheit und eisige Kälte verstärken Angst und Stress und können bestehende Atemwegs- und andere Gesundheitsprobleme verschlimmern.

Besonders gefährdet sind die Kleinsten: Neugeborene und Säuglinge verlieren schnell Körperwärme und sind einem erhöhten Risiko für Unterkühlung und Atemwegserkrankungen ausgesetzt. Ohne Wärme und medizinische Hilfe kann diese Situation schnell lebensbedrohlich werden. 

Auch der Bildungsbereich ist stark betroffen. Die extreme Kälte hat dazu geführt, dass Schulen und Kindergärten in Kyjiw und anderen Regionen vollständig auf Online-Unterricht umgestellt wurden – doch Stromausfälle erschweren den Online-Unterricht.

Trotz der extremen Herausforderungen sind die engagierten Energie- und Wassertechniker sofort nach den Angriffen vor Ort und führen dringend notwendige Reparaturen an Strom-, Heizungs- und Wasserinfrastruktur durch.

Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, die Versorgung wiederherzustellen. UNICEF unterstützt diesen Einsatz mit seiner groß angelegten Winterhilfeaktion und arbeitet unermüdlich daran, 1,65 Millionen Menschen, darunter 470.000 Kinder, zu mit Hilfsangeboten zu erreichen.

Diese Arbeit begann bereits vor Monaten. Auch Investitionen aus vorherigen Jahren tragen dazu bei, die Auswirkungen der aktuellen Störungen etwas abzumildern.

Trotz der jüngsten Angriffe auf die Energieinfrastruktur und der Stromausfälle in Saporischschja und Dnipro konnten Krankenhäuser dank rechtzeitig installierter Generatoren und Solaranlagen weiterarbeiten und die Wasserversorgunggesichert werden. 
In Kyjiw haben wir nach Schäden an den Zentralheizungsanlagen sofort Generatoren ausvorrätigenBeständen aufgestellt, um die Stromversorgung zu sichern und einen Totalausfall lebenswichtiger Dienste zu verhindern.

Wir liefern 79 Hochleistungsgeneratoren an Wasser- und Heizungsunternehmen landesweit und stärken die Kooperation mit Kommunen, um Ausfälle zu reduzieren und eine nachhaltige Wärmeversorgung zu gewährleisten. 
In den am stärksten betroffenen Regionen erhielten über 183.000 Menschen, darunter 86.000 Kinder, Winterhilfen, damit Eltern die dringendsten Bedürfnisse ihrer Kinder priorisieren können. 

1.500 Bildungseinrichtungen erhalten Winterzuschüsse, um dringend notwendige Reparaturen und Vorbereitungen durchzuführen,umden Schulbetrieb aufrechtzuerhalten und rund 445.000 Schülerinnen undSchülern ein kinderfreundlicheres Lernumfeld zu bieten.

Fast vier Jahre nach Beginn dieses unerbittlichen Krieges sind die Gedanken der Kinder immer noch vom Überleben geprägt – nicht von der Unbeschwertheit ihrer Kindheit.

Die winterliche Bedrohung geht einher mit einem tragischen Anstieg der verifizierten Opferzahlen: Im Jahr 2025 stieg die Zahl der bestätigten Opfer im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent – mindestens 92 Kinder wurden getötet und 652 verletzt. Seit Februar 2022 wurden mehr als 3.200 Kinder getötet oder verletzt.

UNICEF fordert erneut ein Ende der Angriffe auf Wohngebiete und auf die zivile Infrastruktur, auf die Kinder angewiesen sind.“