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Reisende bekommen mehr Rechte bei Verspätungen und Ausfällen - Europäisches Parlament stärkt Passagierrechte

Straßburg/Duisburg, 21 Oktober 2026 - Am Dienstag gab das Europäische Parlament endgültig grünes Licht für überarbeitete EU-Regeln, die Reisende in Zukunft bei Verspätungen oder Ausfällen besser schützen und informieren sollen.
Die Verordnung, die den Schutz der Passagierrechte für alle Verkehrsmittel stärkt, wurde mit 652 Stimmen bei zwei Gegenstimmen und acht Enthaltungen angenommen.

Erstattung bei Buchungen über Vermittler
Die EU-Regeln für Erstattungen bei Ausfällen werden präzisiert. Wenn Flüge über Vermittler wie Reisebüros oder Online-Buchungsplattformen gebucht werden, haben die Passagiere Anspruch auf vollständige Erstattung einschließlich etwaiger Vermittlungsgebühren. 

Das Luftfahrtunternehmen muss die Zahlung innerhalb von sieben Tagen an den Vermittler, und der Vermittler innerhalb von weiteren sieben Tagen an den Fluggast, überweisen. Die Vermittler müssen die Fluggäste bereits zum Zeitpunkt der Buchung über die Erstattungsregelungen informieren.

Einheitliches EU-Formular
Passagiere können Erstattungs- und Entschädigungsanträge in Zukunft in Form standardisierter Formulare einreichen. Die gemeinsamen Formulare werden auf der Website der Kommission in allen EU-Sprachen und für alle Verkehrsmittel zur Verfügung gestellt.

Bessere Rechte für schutzbedürftige Fluggäste
Die neuen Regeln stärken auch die Rechte von Fluggästen mit Behinderungen und eingeschränkter Mobilität. Ist eine Begleitperson während eines Fluges notwendig, kann sie kostenlos mitfliegen. Bei Bus-, Bahn- oder Schiffsreisen gilt dies bereits.

Mehr Befugnisse für nationale Behörden
Nationale Behörden erhalten mehr Befugnisse, um gegen mögliche Verstöße gegen Passagierrechte vorzugehen. Sie können künftig von sich aus Prüfungen, Kontrollen oder Befragungen von Verkehrsunternehmen einleiten und müssen nicht erst auf Beschwerden von Reisenden warten.

Berichterstatter Matteo Ricci (S&D, Italien) erklärte: „Reisen gehört zu unserem Alltag. Ob wir mit dem Zug zur Arbeit fahren, mit einem Bus unterwegs sind, mit dem Flugzeug nach Hause zurückkehren oder mit der Fähre in den Urlaub fahren - wir alle sind dabei Reisende. Diese Regeln werden uns besser schützen. Nationale Behörden werden dafür sorgen, dass Unternehmen ihren Pflichten nachkommen, ohne dass Reisende vor Gericht ziehen müssen. Wer Tickets über Vermittler kauft, behält sein Rechte, und Personen mit eingeschränkter Mobilität werden besser unterstützt. Wir stellen die Rechte unserer Bürgerinnen und Bürger über die Gewinne der Fluggesellschaften.“

Nächste Schritte
Die überarbeiteten Regeln müssen noch vom Rat angenommen werden, bevor sie im Amtsblatt der EU veröffentlicht werden. Sie gelten ab dem 23. Oktober 2027, gleichzeitig mit der Verordnung über Fluggastrechte.

Die Kommission legte 2023 neue Regeln für Passagierrechte bei Flug-, Bahn-, Schiffs-, Bus- und Fernbusreisen vor. Das Europäische Parlament hatte bereits Anfang 2026 eine spezifische Erweiterung der Rechte von Fluggästen beschlossen.
Etwa 13 Milliarden Menschen reisen jedes Jahr in der EU mit dem Flugzeug, Zug, Reisebus, Bus oder der Fähre und fallen unter die EU-Fahrgastrechte. Bis 2030 dürfte diese Zahl auf 15 Milliarden und bis 2050 auf fast 20 Milliarden steigen.

• Klarere Regeln für Flugtickets, die über Vermittler gekauft werden
• Einheitliches EU-Formular für Erstattungs- und Entschädigungsanträge
• Besserer Schutz für schutzbedürftige Reisende
• Passagierrechte gelten für rund 13 Milliarden Reisen jährlich